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Ausgebackene Akazienblüten mit Puderzucker auf einem dunklen Steingutteller im Gegenlicht: helle, unregelmäßig ausgebackene Blütenbüschel an dünnen grünen Stielen, daneben zwei Gabeln auf grauer Leinenserviette, eine Karaffe mit hellem Öl, ein Glas mit frischen weißen Robinienblüten und ein Schälchen Puderzucker mit Sieb

Ausgebackene Akazienblüten mit Puderzucker (Robinienblüten im Backteig)

Ganze Blütentrauben der Robinie werden am Stiel durch einen Backteig gezogen und in heißem Öl hell ausgebacken. Die einzelnen Blüten sitzen danach als kleine Küchle an der Rispe, die Stielachse bleibt weitgehend frei und dient beim Essen als Griff. Wichtig ist die richtige Pflanze: Nur die weißen, duftenden Blüten der Robinie werden gegessen, Blätter, Rinde und Samen bleiben draußen. Gelbe Trauben gehören zum Goldregen und sind stark giftig. Der Teig ist dickflüssig und deckend, überzieht die Blüten aber nur als hauchdünner Film, sodass ihre Form erhalten bleibt. Bei 165 bis 175 °C (329 bis 347 °F) genügen ein bis zwei Minuten. Warm und großzügig mit Puderzucker bestäubt schmecken die Küchle blumig-süß, mit genau dem Aroma, das man aus Akazienhonig kennt.
Servings 4 Portionen
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
Gesamtzeit 40 Minuten

Kochutensilien

  • Hoher Topf Ø 18 bis 20 cm (7 bis 8 in); das Öl darf höchstens bis zur Hälfte stehen
  • Küchenthermometer sonst hilft die Holzstäbchen-Probe
  • Schaumkelle zum Wenden und Herausheben der Blütentrauben
  • Flache Form oder großer Teller mit Küchenpapier ausgelegt, zum Abtropfen direkt nach dem Ausbacken
  • feines Sieb zum Bestäuben mit Puderzucker

Zutaten

Für die Blüten

  • 20 Blütentrauben der Robinie weiß, voll aufgeblüht, mit kurzem Stiel; Blätter entfernt, ungewaschen

Für den Backteig

  • 100 g Weizenmehl (Type 405)
  • 1 Ei (Gr. M)
  • 130 ml Milch kalt; ergibt einen dickflüssigen, deckenden Teig
  • 1 EL Zucker
  • 1 Prise Salz

Zum Ausbacken und Servieren

  • 1 l neutrales Öl Raps- oder Sonnenblumenöl, hoch erhitzbar
  • 2 EL Puderzucker zum Bestäuben, erst kurz vor dem Servieren

Anleitungen

  • Blüten prüfen und vorbereiten:
    Nur weiße, voll aufgeblühte Trauben der Robinie verwenden, gesammelt abseits von Straßen. Gelb blühende Trauben stammen vom Goldregen und sind stark giftig, blau-violette von der Glyzinie; beide gehören nicht in die Küche. Die Blättchen abzupfen und wegwerfen, sie werden nicht mitgegessen. Die Trauben nur kräftig ausschütteln und kurz auf einem Tuch ausbreiten, damit kleine Insekten abwandern. Nicht waschen: Die Blüten saugen sich mit Wasser voll, der Teig haftet dann nicht und das Aroma geht verloren.
  • Backteig anrühren:
    Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen. Das Ei mit der kalten Milch verquirlen und unter das Mehl rühren, bis ein glatter Teig entsteht. Er soll dickflüssig und deckend vom Löffel reißen, etwa wie flüssige Crème double, und den Löffelrücken vollständig überziehen. An den Blüten bleibt davon nur ein hauchdünner Film haften, sodass ihre Form erhalten bleibt. Ist der Teig so zäh, dass er in Klumpen abfällt, esslöffelweise Milch nachgeben.
  • Öl erhitzen:
    Das Öl in einem hohen Topf etwa 4 cm (1,6 in) hoch einfüllen, höchstens bis zur Hälfte des Topfes, und auf 165 bis 175 °C (329 bis 347 °F) erhitzen. Anschließend die Hitze auf mittlere Stufe zurückdrehen, damit die Temperatur gehalten wird. Ist kein Thermometer zur Hand, hilft die Holzstäbchen-Probe: Steigen an einem eingetauchten Holzlöffelstiel gleichmäßig feine Bläschen auf, stimmt die Temperatur; brodelt es heftig, ist das Öl zu heiß.
  • Blüten eintauchen:
    Jede Traube am Stiel fassen, vollständig durch den Teig ziehen und kurz abtropfen lassen, sodass nur ein dünner Film an den Blüten bleibt. Die Stielachse bleibt möglichst frei, sie ist später der Griff. Immer nur so viele Trauben eintauchen, wie gleichzeitig in den Topf passen, damit der Teig nicht abläuft.
  • Ausbacken und abtropfen lassen:
    Die Trauben mit der Blütenseite voran ins Öl gleiten lassen und 1 bis 2 Minuten ausbacken, dabei einmal wenden. Fertig sind sie, wenn der Teig fest ist und hell goldgelb schimmert; dunkel werden darf er nicht, sonst schmecken die Blüten bitter. Höchstens drei bis vier Trauben gleichzeitig ausbacken und das Öl zwischen den Durchgängen wieder auf Temperatur bringen. Sofort auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  • Bestäuben und servieren:
    Die Küchle auf einen Teller setzen und erst unmittelbar vor dem Servieren mit dem Sieb gleichmäßig mit Puderzucker bestäuben; auf warmem Gebäck schmilzt er sonst sofort weg. Warm essen: die Traube am Stiel nehmen und die Blüten mit den Zähnen abstreifen, der abgestreifte Stiel bleibt auf dem Teller liegen.
    Ausgebackene Akazienblüten mit Puderzucker auf einem hellen Teller mit dunklem Rand, seitlich fotografiert: helle Blütenbüschel an dünnen Stielen, davor eine Gabel, im Hintergrund eine Ölflasche, ein Stielglas Wasser, ein offenes Glas mit Puderzucker, daneben ein kleines Metallsieb und ein Korb mit frischen Robinienblüten

Notizen

Die Pflanze zuerst, dann das Rezept (Sicherheit): Gegessen werden ausschließlich die weißen Blüten der Robinie, auch Scheinakazie genannt. Blätter, Rinde, Samen und Hülsen enthalten giftige Stoffe. In den Teig wandert die Traube samt Stielachse, weil sie als Griff und Gerüst gebraucht wird; die Achse selbst wird nicht mitgegessen, sondern nach dem Abstreifen der Blüten beiseitegelegt. Gelbe Hängetrauben gehören zum Goldregen und sind stark giftig, blau-violette zur Glyzinie. Bleibt beim Baum ein Zweifel, wird er stehen gelassen.
Wo gesammelt wird: Abseits viel befahrener Straßen, Hundewege und gespritzter Flächen. Die Blüten werden nicht gewaschen, deshalb zählt der Standort doppelt.
Nicht waschen, nur ausschütteln: Wasser macht die Blüten schwer, der Teig rutscht ab und das feine Aroma verschwindet. Kräftig ausschütteln und die Trauben kurz auf einem Tuch ausbreiten genügt.
Deckender Teig, dünne Hülle: Der Teig selbst ist dickflüssig und überzieht den Löffelrücken. Was an den Blüten hängen bleibt, ist trotzdem nur ein hauchdünner Film, weil die Trauben nach dem Eintauchen kurz abtropfen. So bleibt jede Blüte als Form erkennbar, statt in einem Klumpen zu verschwinden.
Das Temperaturfenster: 165 bis 175 °C (329 bis 347 °F). Wird das Öl heißer, bräunt der dünne Teig, bevor die Blüten durch sind, und schmeckt verbrannt. Bleibt es unter 160 °C (320 °F), saugt der Teig Fett und die Küchle werden schwer und labbrig. Ohne Thermometer hilft die Holzstäbchen-Probe: gleichmäßige feine Bläschen am eingetauchten Holzstiel bedeuten, dass die Temperatur passt.
Puderzucker zuletzt: Auf noch heißem Gebäck schmilzt er sofort und wird glasig. Erst kurz vor dem Servieren durch ein feines Sieb streuen.
Blütezeit: Die Robinie blüht je nach Lage von Ende Mai bis Mitte Juni, das Fenster ist oft nur zwei Wochen breit. Am besten schmecken frisch geöffnete Trauben; braune oder bereits welkende Blüten aussortieren.
Vorbereiten und Aufbewahren: Der Teig lässt sich eine Stunde vorher anrühren und kalt stellen. Ausgebacken wird unmittelbar vor dem Servieren, denn die Küchle sind nur warm richtig knusprig. Reste offen oder nur locker mit einem Tuch bedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen und am selben Tag aufbrauchen; im vorgeheizten Ofen bei 160 °C (320 °F) für drei bis vier Minuten auf einem Gitter werden sie noch einmal knuspriger.

Nährwerte

Serving: 1gCalories: 195kcalCarbohydrates: 22gProtein: 4gFat: 8gSodium: 60mgFiber: 1gSugar: 8g
Calories: 195kcal
Gericht: Desserts, Snack
Küche: Deutsch, Europäisch, Mitteleuropäisch
Ernährungsform: Vegetarisch
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