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Blick schräg von oben auf einen hellblau-grauen, fein gesprenkelten Steingutteller mit einem lockeren Haufen gebratenem Muschelfleisch in Goldorange mit dunklen Röstkanten, dazwischen weiche Feigenspalten mit violetter Schale und ein glänzender goldgrüner Ölsud, rechts ein frischer Basilikumzweig; auf dem petrolfarbenen Untergrund daneben zwei alte Löffel, ein weißes Schälchen mit weinrotem Rand, einzelne Basilikumblätter und eine ganze dunkle Feige

Gebratene Miesmuscheln mit frischen Feigen

Eine warme Vorspeise aus ausgelöstem Miesmuschelfleisch, das in der heißen Pfanne dunkle Röstkanten bekommt, dazu weiche Spalten reifer dunkler Feigen mit Schale, feine Streifen roter Zwiebel und frisches Basilikum. Aus etwa 800 g Miesmuscheln in der Schale werden rund 200 g ausgelöstes Fleisch; alternativ eignen sich vorgegarte Muschelkerne. Entscheidend sind zwei Handgriffe: Das Muschelfleisch wird vor dem Braten gründlich trocken getupft, sonst kocht es im eigenen Saft statt Farbe zu bekommen, und die Feigen kommen erst in den letzten 30 bis 45 Sekunden dazu und werden nur einmal gewendet, damit sie als Spalten erhalten bleiben. Honig und heller Balsamico werden erst außerhalb der Hitze zugegeben, weil der Zucker sonst verbrennt. Wichtig zur Sicherheit: Vor dem Garen werden offene Muscheln aussortiert, die sich auf Klopfen nicht schließen, nach dem Garen alle, die geschlossen geblieben sind. Das fertige Gericht wird nicht aufgewärmt.
Servings 2 Portionen
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 12 Minuten
Muschelfleisch auslösen, abkühlen lassen und gründlich trocken tupfen 10 Minuten
Gesamtzeit 42 Minuten

Kochutensilien

  • Topf mit Deckel (mindestens 4 Liter, zum Dämpfen der Muscheln in der Schale)
  • große Pfanne (mindestens 26 cm (10 in) Durchmesser, damit das Muschelfleisch einzeln liegt)
  • Schaumkelle oder Sieb (zum Herausheben der gedämpften Muscheln)
  • Küchenpapier (mehrere Lagen zum Trockentupfen des ausgelösten Muschelfleisches)
  • Kleines scharfes Messer (zum Auslösen der Muscheln und für die Feigenspalten)
  • Bürste (zum Säubern der Schalen unter kaltem Wasser)

Zutaten

Für das Muschelfleisch

  • 800 g Miesmuscheln in der Schale (ergibt etwa 200 g ausgelöstes Fleisch; alternativ 200 g vorgegarte Muschelkerne, tiefgekühlt vollständig auftauen lassen)
  • 100 ml Wasser (zum Dämpfen; entfällt bei gekauften Muschelkernen)

Zum Braten

  • 3 EL Olivenöl (davon 1 EL für die Zwiebel, 2 EL für das Muschelfleisch)
  • 1 kleine rote Zwiebel (in feine Streifen geschnitten, nicht in Würfel)
  • 3 reife dunkle Feigen (mit Schale in Viertel oder Sechstel geschnitten; sollen auf Druck nachgeben, aber nicht eindellen)
  • Salz (erst nach dem Probieren, das Muschelfleisch bringt bereits Salz mit)
  • schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)

Zum Ablöschen und Anrichten

  • 1 TL Honig (erst außerhalb der Hitze zugeben, sonst verbrennt der Zucker)
  • 1 EL heller Balsamico (dunkler Balsamico färbt das goldorange Muschelfleisch bräunlich)
  • 8 Blätter frisches Basilikum (ganze Blätter, erst auf dem Teller darüber)

Anleitungen

  • Muscheln prüfen:
    Die Miesmuscheln in kaltem Wasser durchsehen. Geschlossene Schalen sind in Ordnung. Offene Schalen kurz auf die Arbeitsplatte klopfen: Schließen sie sich innerhalb weniger Sekunden, dürfen sie mitkochen. Bleiben sie offen, kommen sie weg.
    Ebenso alle Muscheln mit gesprungener oder zerbrochener Schale aussortieren.
  • Putzen und entbarten:
    Die Schalen unter kaltem Wasser mit einer Bürste abschrubben und den herausstehenden Bart mit einem kräftigen Ruck zur Spitze hin abziehen.
    Frische Muscheln immer am selben Tag verarbeiten und bis dahin offen, mit einem feuchten Tuch abgedeckt, bei höchstens 4 °C (39 °F) lagern.
  • Dämpfen und auslösen:
    100 ml Wasser in einem großen Topf aufkochen, die Muscheln hineingeben, den Deckel schließen und bei starker Hitze 4 bis 5 Minuten dämpfen, bis sich die Schalen geöffnet haben. Den Topf einmal kräftig durchschütteln.
    Alles, was geschlossen geblieben ist, wegwerfen und nicht aufhebeln. Das Fleisch aus den geöffneten Schalen lösen; es ergibt etwa 200 g. Bei gekauften Muschelkernen entfallen die Schritte 1 bis 3.
  • Gründlich trocken tupfen:
    Das ausgelöste Muschelfleisch auf mehrere Lagen Küchenpapier legen, von oben abtupfen, das Papier wechseln und ein zweites Mal tupfen. Die Oberfläche soll sich matt anfühlen, nicht glänzend nass.
    Danach etwa 10 Minuten bei Zimmerwärme liegen lassen, damit es nicht eiskalt in die Pfanne kommt. Dieser Schritt entscheidet darüber, ob das Fleisch später brät oder im eigenen Saft kocht.
  • Feigen und Zwiebel vorbereiten:
    Die rote Zwiebel schälen und in feine Streifen schneiden. Die Feigen waschen, trocken tupfen, die harten Stielansätze entfernen und die Früchte mit Schale in Viertel oder Sechstel schneiden.
    Die Schale bleibt dran, sie hält die weiche Frucht in der Pfanne zusammen. Das Basilikum waschen und die Blätter ganz lassen.
  • Zwiebel anziehen lassen:
    1 EL Olivenöl in der großen Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen und die Zwiebelstreifen 2 bis 3 Minuten glasig und weich werden lassen. Braun sollen sie nicht werden.
    Anschließend an den Rand schieben oder kurz auf einen Teller geben.
  • Muschelfleisch braten:
    Die restlichen 2 EL Olivenöl in dieselbe Pfanne geben und stark erhitzen, bis ein Stück Muschelfleisch sofort zischt. Das trockene Fleisch einlegen, sodass die Stücke einzeln liegen und sich nicht berühren, und 2 bis 3 Minuten braten. In der ersten Minute nicht rühren, dann einmal wenden.
    Es entstehen dunkle Röstkanten und eine goldorange glänzende Oberfläche, keine durchgehende Kruste. Bei kleinerer Pfanne in zwei Durchgängen arbeiten.
  • Feigen zugeben:
    Die Feigenspalten und die Zwiebelstreifen in die Pfanne geben und nur 30 bis 45 Sekunden mitbraten, dabei einmal vorsichtig wenden. Länger dürfen die Feigen nicht in der Hitze bleiben, sonst zerfallen sie zu Mus.
    Mit schwarzem Pfeffer würzen.
  • Ablöschen außerhalb der Hitze:
    Die Pfanne vom Herd ziehen, kurz warten und erst dann Honig und hellen Balsamico angießen. Alles einmal vorsichtig durchschwenken, bis ein dünner, glänzender Sud entsteht.
    Jetzt probieren und nur bei Bedarf salzen.
  • Anrichten und sofort servieren:
    Muscheln und Feigen als lockeren Haufen in die Mitte flacher Teller geben, den Sud darüberlöffeln und die ganzen Basilikumblätter darauf verteilen. Warm servieren, nicht kochend heiß.
    Dazu passt ein Stück Weißbrot für den Sud. Gebratene Miesmuscheln werden nicht aufgewärmt und nicht eingefroren.
    Draufsicht auf einen hellblau-grauen, fein gesprenkelten Steingutteller mit einem lockeren Haufen ausgelöstem Muschelfleisch in Goldorange mit dunklen Röstkanten und dunklen Mantelrändern, dazwischen weiche Feigenspalten mit violetter Schale und rosa Fruchtfleisch sowie helle Streifen roter Zwiebel, alles von goldgrünem Öl überzogen; rechts oben ein Basilikumzweig, links liegen eine alte Gabel und ein Messer auf dem Tellerrand, ringsum dunkelgrauer Stein mit Löffel, einzelnen Basilikumblättern und ganzen dunklen Feigen

Notizen

Sicherheit bei Muscheln: Vor dem Garen kommt weg, was offen steht und sich nach kurzem Klopfen nicht schließt, außerdem alles mit gesprungener oder zerbrochener Schale. Nach dem Dämpfen wird weggeworfen, was geschlossen geblieben ist; aufhebeln ist keine Option. Frische Muscheln in der Schale werden am selben Tag verarbeitet und bis dahin offen, mit einem feuchten Tuch abgedeckt, bei höchstens 4 °C (39 °F) gelagert, niemals luftdicht oder in stehendem Wasser. Frische Muscheln riechen nach Meer und Salz.
Nicht aufwärmen: Gebratene Miesmuscheln mit Feigen kommen direkt aus der Pfanne auf den Teller. Das fertige Gericht wird weder ein zweites Mal erhitzt noch eingefroren. Bleibt doch ein Rest, wird er zügig abgekühlt, abgedeckt bei höchstens 4 °C (39 °F) aufbewahrt und innerhalb weniger Stunden kalt gegessen, nicht am nächsten Tag; in der Küchenwärme stehen bleiben darf gegartes Muschelfleisch nicht. Vorbereiten lässt sich nur die Fleißarbeit: Dämpfen, Auslösen, Trockentupfen sowie das Schneiden von Zwiebel und Feigen.
Trocken tupfen ist Pflicht: Nasses Muschelfleisch kühlt die Pfanne aus und kocht im eigenen Saft, statt Farbe zu bekommen. Zwei Durchgänge mit frischem Küchenpapier und anschließend 10 Minuten bei Zimmerwärme lösen das Problem.
Pfannengröße: Für 200 g Muschelfleisch sind mindestens 26 cm (10 in) Durchmesser nötig, damit die Stücke einzeln liegen. In einer zu kleinen Pfanne stapeln sie sich und dämpfen sich gegenseitig. Notfalls in zwei Durchgängen braten.
Feigen zuletzt: Reife Feigen zerfallen in Sekunden. Sie kommen erst dazu, wenn das Muschelfleisch fertig ist, bleiben 30 bis 45 Sekunden in der Pfanne und werden nur einmal gewendet. Die Schale bleibt dran, sie hält die Spalten zusammen und liefert den violetten Farbakzent.
Honig und Balsamico außerhalb der Hitze: Honig ist praktisch reiner Zucker und wird in der heißen Pfanne dunkel und bitter, heller Balsamico verkocht zu einem klebrigen Rest. Beides erst zugeben, wenn die Pfanne vom Herd gezogen ist. Heller statt dunkler Balsamico deshalb, weil dunkler das goldorange Muschelfleisch bräunlich färbt.
Als kleines Hauptgericht: Die Mengen verdoppeln und das Muschelfleisch in zwei Durchgängen braten, damit die Pfanne nicht überfüllt ist.

Nährwerte

Serving: 1gCalories: 392kcalCarbohydrates: 26gProtein: 25gFat: 20gSodium: 620mgFiber: 3gSugar: 17g
Calories: 392kcal
Gericht: Beilage, Hauptgericht, Meeresfrüchte, Mittagessen, Vorspeisen
Küche: Europäisch, Mediterran
Ernährungsform: Glutenfrei, Laktosefrei
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