Pastiera Napoletana – Der neapolitanische Osterkuchen
Aromatisch, cremig und voller Tradition: Die Pastiera Napoletana vereint buttrigen Mürbeteig mit einer duftenden Ricotta-Weizen-Füllung, die nach Orangenblüten, Zimt und Zitrusfrüchten duftet. Ein festliches Dessert, das nach ein bis zwei Tagen Ruhezeit seinen besten Geschmack entfaltet.
Servings 12Stück
Vorbereitungszeit 50 MinutenMin.
Zubereitungszeit 1 StundeStd.5 MinutenMin.
Ruhezeit 1 dayd13 StundenStd.
Gesamtzeit 1 dayd14 StundenStd.55 MinutenMin.
Kochutensilien
runde Tortenform mit gewelltem Rand oder Springform (Pastiera-Form; Ø 24 cm / 9,5 in)
Topf (mittelgroß)
große Rührschüssel
Handrührgerät oder Schneebesen
Frischhaltefolie
Backpapier
Nudelholz
Zutaten
Für den Mürbeteig (Pasta Frolla)
300gWeizenmehl(Type 405 / Allzweckmehl)
150gButter(kalt; in kleinen Würfeln)
120gZucker
2Eigelb(Größe M)
1Ei(Größe M)
1PriseSalz
Zitronenabrieb von 1 unbehandelten Zitrone
Für die Füllung
250gvorgekochter Weizen(Grano Cotto; im Glas)
200mlVollmilch
20gButter
1Vanilleschote(oder 1 TL Vanilleextrakt)
500gRicotta(gut abgetropft)
200gZucker
4Eigelb(Größe M)
2Eiweiß(Größe M)
80gZitrusfrüchte(kandiert; Orange und Zitronat; fein gewürfelt)
Das Mehl auf eine saubere Arbeitsfläche sieben und mit dem Zucker und der Prise Salz vermischen. Die kalte Butter in kleinen Würfeln darauf verteilen und mit den Fingerspitzen rasch in die Mehlmischung einarbeiten, bis eine krümelige Masse entsteht.
Eine Mulde formen und die Eigelbe, das ganze Ei sowie den Zitronenabrieb hineingeben. Alles zügig zu einem glatten Teig verkneten – nicht zu lange arbeiten, damit der Teig nicht zäh wird. Den Teig zu einer flachen Scheibe formen, fest in Frischhaltefolie einwickeln und mindestens 60 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
WEIZEN IN MILCH KOCHEN:
Die Vanilleschote längs halbieren und das Mark herauskratzen. Die Milch mit der Butter, dem Vanillemark und der ausgekratzten Schote in einem Topf aufkochen. Den vorgekochten Weizen hinzufügen und bei niedriger Hitze unter regelmäßigem Rühren ca. 15–20 Minuten köcheln lassen, bis die Milch vollständig aufgesogen ist und die Masse sämig wird. Die Vanilleschote entfernen und die Weizenmasse vollständig abkühlen lassen.
RICOTTA-FÜLLUNG HERSTELLEN:
Den Ricotta durch ein feines Sieb streichen, damit die Füllung besonders cremig wird. In einer großen Schüssel den Ricotta mit dem Zucker glatt rühren. Die Eigelbe einzeln unterrühren. Den Orangenabrieb, Zitronenabrieb, Zimt und das Orangenblütenwasser hinzufügen und alles gut verrühren.
Die abgekühlte Weizenmasse und die kandierten Zitrusfrüchte unterheben.
In einer separaten Schüssel die beiden Eiweiße steif schlagen und vorsichtig unter die Ricotta-Masse heben – so wird die Füllung besonders locker.
PASTIERA FORMEN:
Den Backofen auf 180 °C (355 °F) Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Mürbeteig aus dem Kühlschrank nehmen und ca. ⅔ des Teiges auf einer leicht bemehlten Fläche ca. 3–4 mm (⅛ in) dick ausrollen. Die Tortenform damit auslegen – Boden und Rand gleichmäßig bedecken. Überstehenden Teig am Rand abschneiden. Den Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen.
Die Ricotta-Weizen-Füllung gleichmäßig in die Form geben und die Oberfläche glatt streichen.
Aus dem restlichen Teig Streifen von ca. 1,5 cm (½ in) Breite schneiden. Vier Streifen diagonal über die Füllung legen, dann drei weitere quer darüber, sodass ein Gittermuster entsteht. Die Enden der Streifen am Rand andrücken und überschüssigen Teig abschneiden.
BACKEN:
Die Pastiera im vorgeheizten Ofen auf der unteren Schiene ca. 55–65 Minuten backen, bis die Oberfläche gleichmäßig goldbraun ist und die Füllung in der Mitte fest wirkt. Sollte die Oberfläche zu schnell bräunen, locker mit Alufolie abdecken.
Die Pastiera vollständig in der Form auskühlen lassen – nicht sofort anschneiden.
RUHEN LASSEN UND SERVIEREN:
Für den besten Geschmack die Pastiera abgedeckt bei Zimmertemperatur 24–48 Stunden ruhen lassen. Erst dann entfalten sich alle Aromen vollständig. Vor dem Servieren großzügig mit Puderzucker bestäuben.
Notizen
TIPPS:
Ricotta abtropfen lassen: Den Ricotta am Vortag in ein Sieb über einer Schüssel geben und im Kühlschrank über Nacht abtropfen lassen. Zu feuchter Ricotta macht die Füllung wässrig und die Pastiera sinkt nach dem Backen zusammen.
Grano Cotto finden: Vorgekochter Weizen (Grano Cotto) ist in italienischen Feinkostgeschäften und online erhältlich. Alternativ können 100 g rohe Weizenkörner verwendet werden – diese müssen jedoch 3 Tage in Wasser eingeweicht und anschließend ca. 1 Stunde weich gekocht werden.
Reis als Alternative: In der Schweiz und in Teilen Deutschlands wird die Pastiera auch mit Rundkornreis statt Weizen zubereitet. Dafür 100 g Rundkornreis in 300 ml Milch mit Butter und Vanille weich kochen und abkühlen lassen.
Orangenblütenwasser: Sparsam dosieren – das Aroma ist intensiv. Es ist in arabischen oder türkischen Lebensmittelläden, in gut sortierten Supermärkten und online erhältlich. Alternativ kann Orangenextrakt verwendet werden.
Aufbewahrung: Abgedeckt bei Zimmertemperatur hält sich die Pastiera 3–4 Tage, im Kühlschrank bis zu einer Woche. Vor dem Servieren ca. 30 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen.
Einfrieren: Die Pastiera lässt sich gut einfrieren (bis zu 2 Monate). In Frischhaltefolie und dann in Alufolie wickeln. Im Kühlschrank über Nacht auftauen lassen.
Traditioneller Zeitplan: In Neapel wird die Pastiera am Karfreitag gebacken und am Ostersonntag serviert – die Ruhezeit lässt die Aromen verschmelzen und den Geschmack intensiver werden.
HINWEISE:
💡 Hinweis: Vegetarisch. Die Pastiera enthält keine gelatinehaltigen Zutaten. In manchen traditionellen Rezepten wird Schweineschmalz im Mürbeteig verwendet – dieses Rezept verwendet ausschließlich Butter.
⚠️ Hinweis: Allergene – Die Pastiera enthält folgende der 14 EU-Hauptallergene: Gluten (Weizenmehl, Weizenkörner), Milch (Butter, Ricotta, Milch), Eier. Für eine glutenfreie Variante ist dieses Rezept aufgrund des Grano Cotto nicht geeignet. Bei Laktoseintoleranz kann laktosefreier Ricotta und laktosefreie Milch verwendet werden.