Schweizer Birnbrot – Hefeteig-Laib mit Dörrbirnen und Walnüssen
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Ein Schweizer Winterklassiker: ein hauchdünner Hefeteig-Mantel um eine dunkle, gewürzte Füllung aus Dörrbirnen, Zwetschgen, Feigen, Sultaninen und grob gebrochenen Walnüssen.
Servings 16Scheiben
Vorbereitungszeit 45 MinutenMin.
Zubereitungszeit 1 StundeStd.
Quell- und Gehzeit 13 StundenStd.45 MinutenMin.
Gesamtzeit 15 StundenStd.30 MinutenMin.
Kochutensilien
Topf (mit Deckel, ca. 2 l)
Backblech (30 × 40 cm)
Backpapier
Nudelholz
Holzspieß (dünn; zum Einstechen der Kruste)
Küchenthermometer (optional; für die Kerntemperatur)
40mlKirschwasser(optional; ersatzweise 40 ml Birnensaft)
Zum Bestreichen
1Ei(verquirlt)
1ELSahne
Anleitungen
FÜLLUNG KOCHEN UND ÜBER NACHT ZIEHEN LASSEN
Dörrbirnen, Dörrzwetschgen und Feigen in einen Topf geben. 500 ml Wasser, die Zimtstange, den Sternanis und die angedrückten Kardamomkapseln zufügen, aufkochen und zugedeckt bei kleiner Hitze 35 Minuten weich köcheln.
Die ganzen Gewürze entfernen. Früchte abgießen und dabei 150 ml Kochwasser auffangen. Früchte lauwarm abkühlen lassen.
Zwei Drittel der gekochten Früchte fein hacken oder kurz pürieren, das letzte Drittel in etwa 1 cm große Stücke schneiden. So entsteht eine dunkle Paste mit sichtbaren Fruchtstücken.
Alles mit Sultaninen, Walnusskernen, Rohrzucker, gemahlenem Zimt, Muskatnuss, Nelken, Zitronenschale, Kirschwasser und 80 ml des aufgefangenen Kochwassers gründlich vermengen.
Zugedeckt mindestens 12 Stunden bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Die Masse muss danach auf dem Löffel stehen bleiben. Ist sie zu trocken, löffelweise vom restlichen Kochwasser einarbeiten.
HEFETEIG ANSETZEN
Weizenmehl, Trockenhefe, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen. Lauwarme Milch und weiche Butter zufügen und 8 bis 10 Minuten zu einem glatten, geschmeidigen Teig kneten.
Teig zugedeckt 60 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat.
FÜLLEN UND FORMEN
Teig auf einem Bogen Backpapier zu einem Rechteck von etwa 35 × 45 cm und 3 mm Stärke ausrollen. Lässt er sich schwer ausrollen, vorher 15 Minuten kalt stellen.
Die Füllung gleichmäßig darauf verteilen und an der gegenüberliegenden langen Kante einen Rand von 3 cm frei lassen.
Von einer der kurzen 35-cm-Seiten her straff aufrollen. Es entsteht eine Rolle von etwa 35 cm Länge. Naht und Enden gut zusammendrücken.
Rolle mit der Naht nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und flach drücken, bis sie etwa 13 cm breit und 7 cm hoch ist. Zugedeckt 45 Minuten gehen lassen.
BESTREICHEN, EINSTECHEN UND BACKEN
Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Ei mit Sahne verquirlen und den Laib satt bestreichen. Anschließend mit einem dünnen Holzspieß 25 bis 30 Mal senkrecht bis tief in die Füllung einstechen, damit der Dampf entweichen kann.
55 bis 60 Minuten backen. Nach 35 Minuten locker mit Alufolie abdecken, damit die Kruste nicht zu dunkel wird. Die Kerntemperatur soll 92 bis 95 °C erreichen.
Auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen und vor dem Anschneiden mindestens 12 Stunden ruhen lassen, besser einen ganzen Tag. In etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden und mit kalter Butter servieren.
Notizen
Tipps:
Ganze, dunkle und ungeschwefelte Dörrbirnen verwenden, nicht helle geschwefelte Birnenscheiben. Nur die dunklen Früchte ergeben die typische fast schwarze Füllung.
Die 12 Stunden Ruhezeit der Füllung sind nicht optional: Frisch gekocht ist die Masse zu nass, der Laib reißt beim Backen auf.
Das Einstechen der Kruste verhindert den häufigsten Fehler, den hohlen Spalt zwischen Teigmantel und Füllung.
Walnusskerne nur grob brechen. Fein gehackte Nüsse verschwinden geschmacklich in der dunklen Masse.
Aufbewahrung: In ein sauberes Baumwolltuch gewickelt und in einer Blechdose kühl gelagert 3 bis 4 Wochen haltbar, nicht im Kühlschrank. Eingefroren in Scheiben von 2 cm mit Papier dazwischen bis zu 3 Monate; bei Raumtemperatur etwa 30 Minuten auftauen lassen.Variationen:
Statt Dörrzwetschgen 150 g getrocknete Aprikosen verwenden: heller im Anschnitt und deutlich säuerlicher.
50 g fein gewürfeltes Zitronat oder Orangeat in die Füllung geben.
Ohne Alkohol: 40 ml Birnensaft statt Kirschwasser. Der Laib hält dann etwa 2 Wochen statt 3 bis 4 Wochen.
Mit Mürbeteig statt Hefeteig ummanteln (Ostschweizer Variante): Der Mantel wird mürber, die Backzeit verkürzt sich auf etwa 45 Minuten.
Servieren: Kalt und in etwa 2 cm dicke Scheiben geschnitten, mit kalter Butter. In Graubünden gehört ein Stück reifer Bergkäse dazu.