Schweizer Ruchbrot – rustikaler Laib aus Ruchmehl oder Weizenmehl Type 1050
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Ein runder Laib nach Schweizer Art: kräftig gebackene, dicke Kruste, warm bräunliche Krume mit unregelmäßigen Poren und eine Handvoll Leinsamen im Teig. Gebacken wird mit Ruchmehl oder, wo es keines gibt, mit Weizenmehl Type 1050. Wenig Hefe und eine kalte Nacht im Kühlschrank übernehmen die Arbeit.
Servings 16Scheiben
Vorbereitungszeit 30 MinutenMin.
Zubereitungszeit 50 MinutenMin.
Quell-, Geh- und Auskühlzeit 16 StundenStd.
Gesamtzeit 17 StundenStd.20 MinutenMin.
Kochutensilien
Gärkörbchen (rund, für 1 kg Teig; Ø ca. 22 cm)
Digitale Küchenwaage (Hefe und Salz lassen sich in diesen Mengen nicht schätzen)
Brotbacktopf oder Backstein (ersatzweise Backblech mit Wasserschale für Dampf)
Bäckermesser oder Rasierklinge (nur für die Variante mit Schnitt)
Große Schüssel
Zutaten
Für das Quellstück
30gLeinsamen(ganz; braun oder golden)
45mlWasser(warm)
Für den Teig
500gRuchmehl(oder Weizenmehl Type 1050; Ersatz siehe Hinweise)
360mlWasser(lauwarm, ca. 28 °C)
4gFrischhefe(oder 1,5 g Trockenhefe)
10gSalz(fein)
Zum Formen
Ruchmehl(reichlich; zum Ausstäuben des Gärkörbchens)
Anleitungen
TEIG ANSETZEN
Die Leinsamen mit 45 ml warmem Wasser übergießen und mindestens 30 Minuten quellen lassen. Sie sollen das Wasser vollständig aufnehmen und außen glänzend sein.
Mehl und 360 ml lauwarmes Wasser grob vermengen, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist. Zugedeckt 30 Minuten stehen lassen.
Hefe und Salz zugeben, das gequollene Quellstück unterarbeiten und den Teig 8 bis 10 Minuten kneten, bis er sich vom Schüsselrand löst und glatt glänzt. Der Teig bleibt weich und leicht klebrig – kein zusätzliches Mehl einarbeiten.
Zugedeckt 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. In dieser Zeit den Teig dreimal im Abstand von 30 Minuten dehnen und falten: eine Seite hochziehen, zur Mitte legen, Schüssel drehen, viermal rundherum.
FORMEN UND KALT GEHEN LASSEN
Den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, die Ränder zur Mitte einschlagen und mit beiden Händen zu einer straffen Kugel rundwirken. Die Oberfläche soll sich glatt spannen.
Das Gärkörbchen großzügig mit Ruchmehl ausstäuben und den Laib mit dem Schluss nach oben einlegen.
Abgedeckt 12 bis 16 Stunden bei etwa 5 °C in den Kühlschrank stellen.
BACKEN
Den Backofen mit Brotbacktopf oder Backstein auf 250 °C Ober-/Unterhitze aufheizen und mindestens 45 Minuten durchheizen lassen.
Den Laib direkt aus der Kälte auf Backpapier stürzen und einen langen, flachen Schnitt über die Wölbung ziehen. Wer ohne Schnitt backt, setzt den Laib mit dem Schluss nach oben ein – dann reißt er beim Backen von selbst auf.
15 Minuten bei 250 °C mit Dampf backen, im Topf mit geschlossenem Deckel. Danach Deckel abnehmen beziehungsweise Dampf ablassen, auf 220 °C herunterschalten und weitere 30 bis 35 Minuten dunkel ausbacken.
Das Brot ist fertig, wenn die Kruste kräftig braun ist und die Kerntemperatur 96 bis 98 °C erreicht. Auf einem Rost mindestens 2 Stunden auskühlen lassen und erst dann anschneiden.
Notizen
Ruchmehl ersetzen:
Am einfachsten: 500 g Weizenmehl Type 1050.
Aus Vorrat gemischt: 300 g Weizenmehl Type 550 und 200 g Weizenvollkornmehl.
Nur helles Mehl 550 ergibt ein anderes Brot: hellere Krume, mildere Kruste. Dann 20 ml Wasser weniger nehmen.
Variante mit Sauerteig: 100 g aktiven Weizensauerteig zugeben, dafür Mehl auf 450 g und Wasser auf 310 ml reduzieren und die Hefe weglassen. Stockgare 3 bis 4 Stunden bei Raumtemperatur, danach 12 bis 14 Stunden bei 5 °C.Ohne Leinsamen: Das klassische Ruchbrot kommt ohne Zugaben aus. Quellstück einfach weglassen, am Wasser im Hauptteig ändert sich nichts.Aufbewahrung: Mit der Schnittfläche nach unten auf ein Brett gelegt bleibt der Laib 3 bis 4 Tage frisch. In Scheiben einfrieren und im Toaster auftauen. Niemals in den Kühlschrank – dort wird die Krume schnell trocken.