Wassermelonen-Gelee im Melonen-Schiffchen mit Minze
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Klar abgesiebter Wassermelonensaft, mit dunklem Beeren-Muttersaft rubinrot gefärbt und mit Minze aromatisiert, geliert in der ausgehöhlten Melonenschale und wird in Spalten geschnitten. Heraus kommt ein verspieltes Sommerdessert, das aussieht wie echte Melone – mit Gelatine oder mit Agar-Agar in der veganen Variante. Alle Mengen richten sich nach dem gemessenen Fassungsvermögen Ihrer Melonenschale.
Servings 8Spalten
Vorbereitungszeit 1 StundeStd.
Kühlzeit (mit Agar-Agar nur 2–3 Stunden) 12 StundenStd.
Gesamtzeit 13 StundenStd.
Kochutensilien
Messbecher, mindestens 1 Liter um das Fassungsvermögen der ausgehöhlten Schale auszumessen – daran hängen alle Mengen
Großer Löffel zum Aushöhlen; die rosa Fruchtschicht auf der Schale bleibt 3–5 mm stehen
Pürierstab oder Mixer das Fruchtfleisch nur kurz pürieren, sonst wird Luft eingeschlagen
Feines Sieb und sauberes Tuch zum Absieben ohne Druck
kleiner Topf zum Erwärmen des Beerensaftes bzw. zum Aufkochen der Agar-Variante
Schüssel und Küchentuch als Kranz, damit die Melonenhälfte waagerecht und stabil steht
Langes, dünnes und scharfes Messer zum Schneiden der Spalten in einem Zug
Küchenthermometer hilfreich für die Agar-Variante: gegossen wird bei 60–65 °C
Zutaten
Für eine Melonenhälfte mit rund 1 Liter Fassungsvermögen
1Wassermelone(ca. 3 kg, möglichst rund; das Fruchtfleisch BEIDER Hälften wird zu Saft, eine Schale wird zur Form)
800mlklarer Wassermelonensaft(abgesiebt und vom Bodensatz abgegossen; er ist blass rosé – das ist richtig so)
200mlSauerkirsch-, Aronia- oder Johannisbeer-Muttersaft(100 % Direktsaft für den Rubinton; Nektar mit 25 % Fruchtanteil färbt zu schwach)
40gZucker(Startwert 40 g je Liter Gesamtflüssigkeit; 20 g bei sehr süßer, 60 g bei wässriger Melone – im heißen Beerensaft auflösen und vor dem Gelieren abschmecken)
10gfrische Minzblätter(zum Ziehenlassen im heißen Beerensaft, plus einige Blätter zum Servieren)
Geliermittel – eine Variante wählen
26gBlattgelatine(13–16 Blatt je nach Marke – die Grammzahl gilt, ein Blatt wiegt 1,7–2 g; 26 g je Liter Flüssigkeit; nicht vegetarisch)
12gAgar-Agar(ca. 6 gestrichene TL; 12 g je Liter Flüssigkeit für schnittfeste Spalten – deutlich mehr als die Packungsangabe; vegan)
Anleitungen
HALBIEREN UND AUSHÖHLEN:Die Wassermelone quer zum Stielansatz halbieren, damit beide Hälften gleich tief werden. Das Fruchtfleisch beider Hälften mit einem großen Löffel herauslösen und auffangen. Die Schale dabei NICHT bis aufs Weiße auskratzen: Eine rosa Fruchtschicht von 3–5 mm bleibt stehen – sie erzeugt den Farbübergang und gibt dem Gelee Halt. Die zweite Schale bleibt übrig.
FASSUNGSVERMÖGEN MESSEN:Die leere Schale randvoll mit Wasser füllen, fünf Minuten stehen lassen und prüfen, ob unten etwas durchtropft – eine durchstoßene Stelle läuft über Nacht leer. Dann das Wasser in den Messbecher gießen – das ist die Zielmenge, an der alle weiteren Angaben hängen. Danach die Schale trockentupfen. Von der Gesamtmenge sind vier Fünftel Melonensaft und ein Fünftel Beerensaft. Richtwerte: 2-kg-Melone ca. 0,65 l, 3 kg ca. 1,0 l, 4 kg ca. 1,4 l, 5 kg ca. 2,0 l.
SAFT KLÄREN:Das Fruchtfleisch entkernen und nur kurz pürieren. Durch ein feines Sieb und anschließend durch ein sauberes Tuch laufen lassen, ohne zu drücken. Den Saft 30 Minuten kalt stellen, den Schaum abschöpfen und vorsichtig vom Bodensatz abgießen. Aus 1 Liter Fruchtfleisch werden 550–700 ml klarer Saft – deshalb braucht es das Fruchtfleisch der ganzen Melone für eine Hälfte.
MINZE ZIEHEN LASSEN UND SÜSSEN:Den Beerensaft auf etwa 80 °C erhitzen und den Zucker darin auflösen – kalt eingerührte Kristalle lösen sich später nicht mehr. Die Minzblätter zugeben und zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen, nicht länger als 15 Minuten, sonst wird es bitter. Blätter abseihen und ausdrücken. Jetzt die fertige Mischung abschmecken, solange sie noch flüssig ist: Der Melonensaft trägt je nach Frucht 5–8 g Zucker je 100 ml, deshalb ist die Zugabe Geschmackssache. Eine Spur süßer einstellen, als es am Ende sein soll – kalt und fest schmeckt das Gelee weniger süß. Den abgegossenen Melonensaft jetzt aus dem Kühlschrank nehmen: Er soll Zimmertemperatur haben, sonst zieht die Masse beim Zusammengießen sofort an.
VARIANTE A – GELATINE:Die Blattgelatine 5 Minuten in reichlich kaltem Wasser einweichen und gut ausdrücken. Im warmen Minz-Beerensaft vollständig auflösen; der Saft darf warm sein, aber nicht kochen (über 85 °C verliert Gelatine an Bindekraft). Dann angleichen: erst zwei Kellen Melonensaft in die warme Gelatinemischung rühren, danach alles in den restlichen Melonensaft geben. So entstehen keine Fäden.
VARIANTE B – AGAR-AGAR:Das Agar-Agar in den kalten Melonensaft rühren, unter Rühren aufkochen und 2 Minuten sprudelnd kochen lassen. Vom Herd nehmen und ERST JETZT den Minz-Beerensaft einrühren – Fruchtsäure baut heißes Agar ab. Die Masse etwa 10 Minuten stehen lassen, bis sie 60–65 °C hat (der kalte Beerensaft bringt den Liter auf gut 80 °C, danach kühlt er im offenen Topf rund 2 °C je Minute), dann zügig gießen: Agar geliert schon bei 32–43 °C und wird lauwarm klumpig. Ohne Thermometer: Es steigt kein sichtbarer Dampf mehr auf, der Topfrand ist aber noch deutlich zu heiß zum Anfassen.
WAAGERECHT STELLEN UND GIESSEN:Die ausgehöhlte Melonenhälfte mit der Öffnung nach oben in eine Schüssel setzen und ein zusammengerolltes Küchentuch als Kranz darum stopfen. Von der Seite prüfen, ob sie wirklich waagerecht steht – die Flüssigkeit bleibt waagerecht, die Schale nicht. Randvoll gießen, ein bis zwei Millimeter unter der Kante.
DURCHKÜHLEN:Mit Gelatine mindestens 12 Stunden, am besten über Nacht kühlen: Ein Kilo Gelee in einer isolierenden Schale braucht diese Zeit, und Gelatine wird in den ersten 24 Stunden noch fester. Die Agar-Variante ist nach 2–3 Stunden schnittfest. Wer Minzblättchen im Gelee schweben lassen möchte, prüft ab der ersten Stunde mit dem Löffel und verteilt sie, sobald die Spur an der Oberfläche zwei bis drei Sekunden stehen bleibt – meist nach 1,5 bis 2 Stunden (nur bei der Gelatine-Variante möglich).
IN SPALTEN SCHNEIDEN UND SERVIEREN:Die Schale an beiden Enden der Schnittlinie einritzen und ein langes, dünnes, scharfes Messer in einem einzigen Zug durchziehen – nicht von oben hineindrücken und nicht sägen, sonst reißt das Gelee. Die Klinge zwischen den Schnitten abwischen. Geschnitten wird in parallelen Scheiben quer durch die Hälfte, nicht sternförmig vom Mittelpunkt aus. Von den acht Scheiben sind sechs groß, zwei bleiben Endstücke. Auf einem hellen Brett anrichten, mit frischer Minze bestreuen und kühl servieren.
Notizen
Die drei Zahlen, an denen alles hängt:
Flüssigkeitsmenge = gemessenes Fassungsvermögen der Schale (Wasser einfüllen, in den Messbecher gießen). Aufteilung: 4/5 Melonensaft, 1/5 Beerensaft.
Gelatine: 26 g je Liter (13–15 Blatt – die Grammzahl gilt, ein Blatt wiegt je nach Marke 1,7–2 g).
Agar-Agar: 12 g je Liter (ca. 6 gestrichene TL). Die übliche Packungsangabe ist auf weiche Desserts gerechnet und hält keine Spalte.
Mengen nach Melonengröße:
Ø 16 cm / ca. 2 kg → 0,65 l: 520 ml Melonensaft, 130 ml Beerensaft, 26 g Zucker, 17 g Gelatine oder 8 g Agar
Ø 18 cm / ca. 3 kg → 1,0 l: 800 ml, 200 ml, 40 g Zucker, 26 g Gelatine oder 12 g Agar
Ø 20 cm / ca. 4 kg → 1,4 l: 1120 ml, 280 ml, 56 g Zucker, 36 g Gelatine oder 17 g Agar
Ø 22 cm / ca. 5 kg → 2,0 l: 1600 ml, 400 ml, 80 g Zucker, 52 g Gelatine oder 24 g Agar
Tipps:
Das Fruchtfleisch beider Hälften verarbeiten: Aus 1 Liter Fruchtfleisch werden nur 550–700 ml klarer Saft, eine Hälfte füllt sich also nie selbst. Bei einer 3-kg-Melone bleiben 300–600 ml Saft übrig (trinken oder einfrieren), dazu die zweite Schale – darin macht sich ein Obstsalat gut.
Klarer Melonensaft ist blass rosé, nicht rot: Das Lykopin der Melone sitzt in den Schwebeteilchen und wird beim Klären mit abgesiebt. Die Farbe kommt vollständig aus dem Beerensaft.
Gegen Trübung helfen drei Schritte: nicht durchs Tuch drücken, Schaum abschöpfen, den Saft kalt stellen und vom Bodensatz abgießen.
Zucker immer im heißen Beerensaft auflösen und die Mischung vor dem Gelieren abschmecken. Danach lässt sich nichts mehr korrigieren, und kalt und fest schmeckt das Gelee weniger süß als warm im Löffel.
Die rosa Fruchtschicht von 3–5 mm auf der Schale stehen lassen – auf blank geschabter Schale haftet das Gelee nicht und rutscht beim Schneiden heraus.
Variationen:
Sauerkirsch- und Aroniasaft ergeben einen dunkleren Ton, schwarze Johannisbeere einen leicht violetten.
1 EL Limettensaft bringt zusätzliche Frische – bei der Agar-Variante erst nach dem Kochen zugeben.
Hinweis zur Ernährungsform:
Mit Gelatine ist das Dessert nicht vegetarisch und nicht vegan (Gelatine ist tierischen Ursprungs).
Mit Agar-Agar wird es vegetarisch und vegan. Glutenfrei sind beide Varianten.
Die Agar-Variante muss mitgekocht werden und schmeckt eine Spur nach gekochter Frucht; ihr Gelee ist fester, spröder und zieht nach einem Tag Wasser.
Aufbewahrung:
Die gefüllte Hälfte am Vortag vorbereiten, im Ganzen abgedeckt kühl stellen und die Spalten erst kurz vor dem Servieren schneiden.
Reste halten sich abgedeckt 1 bis 2 Tage im Kühlschrank; die Schnittflächen werden dabei matt. Die Gelatine-Variante eignet sich besser zum Vorbereiten als die mit Agar-Agar.