Milch aromatisieren: Vollmilch mit dem Streifen Zitronenschale, der Zimtstange und der Prise Salz in einen Topf mit dickem Boden geben. Bis zum ersten Aufwallen erhitzen, sofort vom Herd ziehen und zugedeckt 15 Minuten ziehen lassen. In dieser Zeit nimmt die Milch das Aroma auf, ohne einzukochen.
Eigelbansatz rühren: Eigelb, Zucker und Speisestärke in einer Schüssel mit dem Schneebesen glatt rühren, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Nicht schaumig schlagen: Luft hinterlässt Bläschen, die auf der Oberfläche stehen bleiben – auf den Fotos ist sie glatt und porenfrei.
Abseihen und temperieren: Die Milch durch ein feines Sieb gießen, Zitronenschale und Zimtstange entfernen. Etwa ein Drittel der heißen Milch in dünnem Strahl unter ständigem Rühren zum Eigelbansatz geben, dann die angeglichene Masse zurück in den Topf zur restlichen Milch rühren.
Binden und eine Minute blubbern lassen: Bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erwärmen, dabei in liegenden Achten bis in die Kante zwischen Topfwand und Boden rühren. Ab etwa 80 °C wird die Masse sichtbar dicker. Jetzt nicht vom Herd nehmen, sondern weiterrühren, bis die ersten großen Blasen an die Oberfläche kommen, und die Creme dann bei kräftigem Rühren genau 1 Minute leise blubbern lassen (etwa 95 °C). Diese Minute entscheidet über die Konsistenz: Maisstärke bindet erst knapp unter dem Siedepunkt vollständig, und das Eigelb bringt ein stärkeabbauendes Enzym mit, das die Bindung im Kühlschrank sonst wieder auflöst. Die Stärke legt sich schützend um das Eigelb, deshalb gerinnt hier nichts. Danach sofort vom Herd. Länger als eine Minute muss es nicht kochen, sonst wird die Creme fadenziehend.
Sofort durchs Sieb in die Gläser: Die Creme ist jetzt dick und lässt sich nicht mehr gießen. Sie wird mit dem Teigschaber zügig durch ein feines Sieb gestrichen – das fängt Zimtsplitter und eventuelle Fädchen ab – und auf vier kleine Gläser zu je etwa 150 ml verteilt. Aus 500 ml Milch werden rund 600 ml Creme: Die Gläser werden also randvoll, und die dicke Masse steht dabei leicht gewölbt über dem Rand, genau wie auf den Fotos. Im heißen Topf stehen bleiben darf sie nicht.
Folie auflegen und kalt stellen: Frischhaltefolie direkt auf die Cremeoberfläche legen. Weil die Gläser randvoll sind, liegt die Folie gleichzeitig auf der Creme und über dem Glasrand – so ist keine Luft dazwischen und es bildet sich keine Haut. Nur zeltförmig über einen Luftspalt gespannt werden darf sie nicht, dort sammelt sich Kondenswasser. Mindestens 3 Stunden kalt stellen, über Nacht ist besser. Zum Servieren die Folie langsam in einem Zug abziehen, dann bleibt die Oberfläche glatt.
Mit Schokoladenspänen servieren: Von der Tafel mit dem Sparschäler mittelgrobe Späne abziehen, etwa 1 g pro Glas, und locker in die Mitte der kalten Creme streuen – der äußere Ring bleibt blassgelb frei, so sieht es auf den Fotos aus. Mehr sollte es nicht sein: Schon 5 g auf ein einzelnes Glas legen sich als geschlossene dunkle Decke darüber, und der erste Löffel holt dann nur Schokolade. Um jeden Span zieht die feuchte Oberfläche innerhalb weniger Minuten eine feine braune Schliere, das gehört dazu. Geraspelt wird erst unmittelbar vor dem Servieren. Zehn bis fünfzehn Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank nehmen, dann treten Zitrone und Zimt deutlicher hervor.