Tarteletteringe auskleiden – Teig einlegen, Wand aufstellen, Überstand abschneiden
Ein Tarteletteboden verrät seine Schwachstellen erst nach dem Backen: Die Wand ist an einer Seite nach innen gerutscht, in der unteren Ecke sitzt ein dicker Wulst, und der obere Rand wellt sich. Alle drei Fehler entstehen nicht im Ofen, sondern in den zwei Minuten davor.
Ein runder Metallring ohne Boden ist die unscheinbarste Backform, die es gibt – und die einzige, die einen Tarteletteboden mit senkrechter Wand und scharfer oberer Kante liefert. Der Preis dafür: Es gibt nichts, was den Teig hält. Keine Wölbung, an der er sich abstützt, kein Riffelrand, in dem er hängen bleibt. Was der Teig an Form bekommt, bekommt er von der Hand, die ihn hineinlegt, und er behält sie nur, wenn Temperatur, Stärke und Reihenfolge stimmen.
Dieser Beitrag geht den Weg von der ausgerollten Platte bis zum backfertigen Ring durch: wie groß die Scheibe berechnet wird, in welcher Reihenfolge die fünf Handgriffe kommen, warum die Innenkante der kritische Punkt ist und wie der Überstand abgeschnitten wird, ohne dass die Wand nachgibt. Welcher Teig dabei unter den Händen liegt, klärt der Ratgeber zum Mürbeteig; für süße Tartes ist es üblicherweise Pâte Sucrée, für herzhafte Pâte Brisée.
- Der Zustand des Teigs entscheidet, bevor die Hand ihn berührt
- Ausrollen auf 3 mm – gleichmäßig ist wichtiger als dünn
- Die Scheibengröße berechnen statt schätzen
- Ausstechen: der Ring ist kein Ausstecher
- Einlegen in fünf Handgriffen
- Die Innenkante – hier scheitern die meisten Böden
- Den Überstand abschneiden: das Messer liegt flach
- 30 Minuten Kälte – der Schritt, der den Rand rettet
- Risse, Löcher und dünne Stellen reparieren
- Was danach kommt – kurz eingeordnet
- Auf Vorrat arbeiten
- Die häufigsten Fehler auf einen Blick
- Rezepte zum Weiterlesen
Der Zustand des Teigs entscheidet, bevor die Hand ihn berührt
Mürbeteig hat ein sehr schmales Fenster, in dem er sich auskleiden lässt. Er muss kalt genug sein, dass die Butter fest bleibt und die Wand steht – und warm genug, dass er sich um eine 90-Grad-Kante legen lässt, ohne zu brechen. In Zahlen liegt dieses Fenster bei etwa 15 bis 18 °C an der Teigoberfläche.
Woran sich das ohne Thermometer erkennen lässt: Eine Ecke der ausgerollten Platte lässt sich um den Finger biegen und bleibt gebogen. Bricht sie mit hellem Rand, ist der Teig zu kalt und muss fünf Minuten liegen. Legt sie sich weich um den Finger und hinterlässt einen fettigen Abdruck, ist er zu warm und gehört zurück in die Kälte.
Ich arbeite deshalb grundsätzlich in zwei Kältestufen statt in einer: Der Teig kommt nach dem Kneten mindestens eine Stunde kalt, wird dann ausgerollt und erneut kalt gestellt – und erst die zweite, kurze Kühlung von 10 bis 15 Minuten bringt die ausgerollte Platte in genau dieses Fenster. Direkt aus dem Kühlschrank ausgerollt reißt sie, direkt nach dem Ausrollen eingelegt ist sie zu weich.
Ausrollen auf 3 mm – gleichmäßig ist wichtiger als dünn
Die Standardstärke für Tartelettes ist 3 mm. Dünner wirkt eleganter, hält aber eine feuchte Füllung nicht mehr aus; dicker schmeckt nach Keks statt nach Boden und verändert außerdem die Backzeit spürbar.
Entscheidend ist nicht die Zahl selbst, sondern dass sie über die ganze Platte gilt. Eine Platte, die in der Mitte 2 mm und am Rand 4 mm misst, ergibt Böden mit ungleicher Wandstärke, und die dünnere Seite bräunt schneller, als die dickere gar wird. Zwei Hilfsmittel lösen das zuverlässig: Rollholzringe, die auf die Enden des Rollholzes gesteckt werden, oder zwei Leisten links und rechts der Platte, über die das Holz läuft.

Zur Arbeitsfläche: Eine kühle, glatte Unterlage – Edelstahl, Stein, Granit – ist einer Holzplatte deutlich überlegen, weil sie dem Teig Wärme entzieht statt sie zu speichern. Mehl wird dabei so sparsam wie möglich eingesetzt; jedes zusätzliche Gramm, das eingerollt wird, macht den fertigen Boden trockener. Wer ganz ohne Mehl arbeiten möchte, rollt zwischen zwei Bogen Backpapier aus – das funktioniert, verlangt aber, dass die Platte danach noch einmal kalt gestellt wird, weil das Papier Wärme staut.
Ein Handgriff, der oft übersprungen wird: die Platte während des Ausrollens regelmäßig um eine Vierteldrehung weiterdrehen und dabei kurz anheben. Das zeigt sofort, ob sie irgendwo klebt, und verteilt die Spannung gleichmäßig – eine einseitig gezogene Platte schrumpft im Ofen einseitig zurück.
Die Scheibengröße berechnen statt schätzen
Hier liegt der häufigste Grund für zu kurze Wände: Die Scheibe wird nach Augenmaß ausgestochen und reicht dann nicht bis zur Oberkante des Rings. Die Rechnung dahinter ist simpel, weil die Wand nichts anderes ist als der aufgestellte Rand der Scheibe.
Die Formel: Scheibendurchmesser = Ringdurchmesser + 2 × Ringhöhe + Zugabe.
Die Zugabe beträgt bei Tartelettes 1 cm, ab 20 cm Ringdurchmesser eher 1,5 cm. Sie ist kein Sicherheitspuffer, sondern das Material, das später als Überstand abgeschnitten wird – und ohne diesen Überstand lässt sich keine saubere Kante schneiden.
| Ring innen | Ringhöhe | Teigscheibe | Teig je Stück | davon Verschnitt |
|---|---|---|---|---|
| 6 cm | 2 cm | 11 cm | 31 g | 10 g |
| 7 cm | 2 cm | 12 cm | 37 g | 10 g |
| 8 cm | 2 cm | 13 cm | 44 g | 11 g |
| 10 cm | 2 cm | 15 cm | 58 g | 12 g |
| 20 cm | 2 cm | 25,5 cm | 169 g | 23 g |
| 24 cm | 2,5 cm | 30,5 cm | 241 g | 30 g |
Die Grammangaben gelten für 3 mm Stärke und ersparen das Rätselraten beim Ansetzen: Aus 500 g Mürbeteig werden rund zehn Tartelettes mit 8 cm Durchmesser – beim ersten Ausrollen etwa acht bis neun, der Rest kommt aus dem zusammengelegten Verschnitt.
Bemerkenswert an der Tabelle ist die letzte Spalte. Der Verschnitt bleibt bei kleinen Ringen fast konstant bei rund 10 g, weil er nur vom Umfang abhängt, nicht von der Fläche. Bei einem 8-cm-Tartelette sind das rund 25 Prozent des eingesetzten Teigs – eine Menge, die man einplanen und nicht als Verlust behandeln sollte.
Ausstechen: der Ring ist kein Ausstecher
Zum Ausstechen der Scheibe wird ein Ausstecher, ein Schüsseldeckel oder ein zweiter, größerer Ring benutzt – nicht der Tarteletting selbst. Der ist innen exakt so groß wie der spätere Boden und liefert damit eine Scheibe ohne jede Wand.
Die Scheiben werden mit etwa 1 cm Abstand zueinander ausgestochen, damit die Kanten sauber durchtrennt werden und nicht ineinander ziehen. Ausgestochen wird senkrecht und in einem Zug, ohne den Ausstecher zu drehen: Eine gedrehte Kante wird gequetscht, und gequetschter Mürbeteig geht im Ofen an dieser Stelle nicht auf, sondern zieht sich zusammen.

Der Verschnitt wird nicht erneut geknetet. Kneten entwickelt Kleber, und der zweite Durchgang wird dadurch zäher als der erste. Stattdessen werden die Streifen flach übereinandergelegt, leicht angedrückt und als Stapel neu ausgerollt – dann liegen die Schichten parallel, und der Teig bleibt mürbe. Vor dem zweiten Ausrollen gehört der Stapel noch einmal 15 Minuten in die Kälte, weil er beim Sammeln Handwärme aufgenommen hat.
Einlegen in fünf Handgriffen
Ab hier zählt die Reihenfolge. Wer die Wand zuerst anlegt und den Boden danach andrückt, zieht den Teig über die Innenkante – und genau dort reißt oder verdünnt er sich.
- Scheibe mittig auflegen. Der Ring steht auf der Unterlage, die Scheibe wird locker darübergelegt und noch nicht gedrückt. Sie liegt jetzt wie ein Deckel auf, ihr Rand ragt ringsum gleichmäßig über.
- Mitte absenken. Mit der flachen Hand sinkt die Mitte der Scheibe auf die Unterlage, bis der Boden vollständig aufliegt. Der überstehende Rand stellt sich dabei von selbst auf.
- Innenkante ausformen. Mit der Fingerkuppe wird der Teig in den rechten Winkel zwischen Boden und Ring hineingeschoben – geschoben, nicht gezogen. Dieser Handgriff entscheidet über den fertigen Boden, dazu gleich mehr.
- Wand anlegen. Der aufgestellte Rand wird von innen nach außen an den Ring gelegt und über die ganze Höhe angedrückt. Der Rest ragt über die Ringkante hinaus und wird nach außen aufgestellt.
- Wandstärke ausgleichen. Zum Schluss läuft die Wand einmal zwischen Daumen (außen am Ring) und Zeigefinger (innen) durch. Dabei fällt jede Stelle auf, die dünner oder dicker ist als der Rest.

Zwei Dinge, die auf dem Bild nicht zu sehen sind, aber die Arbeit spürbar erleichtern. Erstens: Es lohnt sich, die Ringe gleich auf die Unterlage zu setzen, auf der sie später backen. Ein ausgekleideter Ring lässt sich zwar umsetzen, aber jede Bewegung geht über die Wand, und die steht zu diesem Zeitpunkt nur durch Reibung. Zweitens: In Reihe zu arbeiten ist schneller und gleichmäßiger als Stück für Stück, weil die Hand die Bewegung beibehält – allerdings nur, solange der Teig kalt bleibt. Bei mehr als sechs bis acht Ringen halbiere ich die Menge und lasse die zweite Hälfte im Kühlschrank.
Die Innenkante – hier scheitern die meisten Böden
Der rechte Winkel zwischen Boden und Wand ist die einzige Stelle, an der das Material fehlen kann, ohne dass es beim Einlegen auffällt. Was dort passiert, entscheidet über zwei der drei häufigsten Fehler.
Wird der Teig über die Kante gespannt, wird er dort dünner als überall sonst. Im Ofen ist das die Stelle, an der die Wand einreißt oder nach innen kippt, sobald die Butter schmilzt – und bei einer flüssigen Füllung genau die Stelle, an der sie ausläuft.
Wird zu viel Material in die Kante geschoben, entsteht der umgekehrte Fehler: ein Wulst, der innen deutlich dicker ist als der Boden. Er bleibt nach dem Backen weich, weil die Wärme nicht hindurchkommt, und er kostet Höhe, weil er die Wand von unten anhebt.
Der Zielzustand liegt dazwischen: Der Teig soll die Kante ausfüllen, ohne sie zu polstern – Boden, Ecke und Wand haben dieselbe Stärke. Zwei Hilfen dafür haben sich bewährt. Ein kleines Stück Teigverschnitt, zur Kugel geformt und in Mehl gewendet, drückt die Ecke gleichmäßiger nach als jede Fingerkuppe. Und die Kontrolle geht über das Auge, nicht über das Gefühl: Von schräg oben ist zu sehen, ob die Ecke einen dunkleren Schatten wirft als die Fläche daneben – dann liegt dort zu viel Teig.
Ein einfacher Test vor dem Backen: den ausgekleideten Ring anheben und von unten gegen das Licht halten. Dünne Stellen im Boden leuchten sichtbar heller durch. Sie lassen sich in diesem Moment noch mit einem Krümel Teig ausbessern – nach dem Backen nicht mehr.
Den Überstand abschneiden: das Messer liegt flach
Für den oberen Abschluss gibt es zwei verbreitete Methoden, und sie liefern nicht dasselbe Ergebnis.
Mit dem Rollholz überrollen geht schnell: Das Holz wird über die Ringkante gerollt und trennt den Überstand ab. Der Nachteil ist bauartbedingt – das Rollholz drückt beim Abrollen von oben auf die Wand und schiebt sie ein Stück nach unten. Bei einem 2 cm hohen Ring kostet das gut und gern 2 mm Höhe, und die obere Kante wird leicht ballig statt scharf.
Mit dem Messer dauert es zehn Sekunden länger und ergibt die deutlich sauberere Kante. Die Klinge liegt dabei flach auf dem Ringrand und wird nach außen geführt – weg vom Teig, nicht in ihn hinein. Der Ring selbst ist die Schablone, das Messer folgt ihm nur.

Drei Details, die den Unterschied ausmachen: Das Messer sollte groß und dünn sein und ohne Sägebewegung ziehen. Es wird zwischendurch abgewischt, weil anhaftender Teig die Kante ausfranst. Ich schneide inzwischen grundsätzlich zweimal – einmal grob vor dem Kühlen und einmal fein danach, wenn der Teig fest ist. Der zweite Schnitt nimmt kaum Material weg, gleicht aber alles aus, was beim Kühlen nachgegeben hat.
Für den Rest gilt: Der abgeschnittene Streifen kommt zum übrigen Verschnitt, nicht in den Müll. Aus dem Verschnitt von zehn Tartelettes wird rechnerisch noch ein weiteres.
30 Minuten Kälte – der Schritt, der den Rand rettet
Zwischen dem letzten Handgriff und dem Ofen liegt eine Pause, und sie ist nicht optional. Der ausgekleidete Ring gehört mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank oder 15 Minuten ins Gefrierfach.
Dahinter stehen zwei getrennte Vorgänge. Beim Auskleiden wird der Teig gedehnt, und die dabei entstandene Spannung im Klebergerüst baut sich nur mit Zeit ab. Bleibt sie bestehen, zieht sich die Wand im Ofen zusammen und rutscht nach unten – der klassische geschrumpfte Rand. Parallel dazu wird die Butter wieder fest. Fester Butter braucht länger, bis sie schmilzt, und in dieser Zeit setzt sich die Stärke im Mehl. Die Wand hat dann bereits eine eigene Struktur, wenn das Fett flüssig wird.
Praktisch heißt das: Kälte ersetzt keinen sauberen Handgriff, aber sie verzeiht einen ungenauen. Ich habe zwei Bleche desselben Teigs nebeneinander gebacken, eines direkt und eines nach 40 Minuten im Kühlschrank – die gekühlten Wände standen am Ende gut 3 mm höher und waren oben gerade, die ungekühlten liefen leicht nach innen zusammen.
Wer mag, geht direkt aus dem Gefrierfach in den Ofen. Das ist bei Tartelettes sogar die ruhigere Variante, weil die Wand dann gar keine Gelegenheit hat, weich zu werden, bevor sie fest wird.
Risse, Löcher und dünne Stellen reparieren
Ein Riss vor dem Backen ist harmlos, solange er richtig behandelt wird. Repariert wird mit rohem Teig, nicht mit Wasser – Wasser weicht die Bruchstelle auf und verdampft im Ofen, der Riss kommt zurück. Ein kleines Stück Teig wird flach gedrückt, auf die Stelle gesetzt und mit der Fingerkuppe eingearbeitet, bis kein Übergang mehr zu fühlen ist. Danach gehört das Stück noch einmal kurz in die Kälte, weil die Reparaturstelle Handwärme abbekommen hat.
Ein Riss nach dem Backen ist ein anderer Fall und mit Teig nicht mehr zu beheben. Hier hilft nur Abdichten, damit die Füllung nicht durchzieht: Der noch warme Boden wird dünn mit verquirltem Eiweiß bestrichen und für zwei bis drei Minuten zurück in den Ofen gegeben, oder er bekommt – bei süßen Tartelettes die schönere Lösung – eine hauchdünne Schicht geschmolzene Schokolade, die im Kühlschrank fest wird. Beides ist keine Notlösung, sondern in der Patisserie ohnehin üblich, sobald eine feuchte Füllung dazukommt.
Was sich nicht reparieren lässt: eine Wand, die beim Backen nach innen gekippt ist. Dort ist zu wenig Material an der Innenkante gewesen, und das lässt sich nachträglich nicht ergänzen.
Was danach kommt – kurz eingeordnet
Der ausgekleidete Ring geht bei Tartelettes üblicherweise bei 160 bis 170 °C Umluft in den Ofen und braucht dort 18 bis 22 Minuten bis zu einem gleichmäßig hellgoldenen Ton. Kleine Formate vertragen die niedrigere Temperatur besser als große: Die Wand ist im Verhältnis zur Fläche lang, und sie bräunt schneller, als der Boden durchtrocknet.
Ob der Boden dabei beschwert werden muss, hängt vom Ring ab und ist ein Thema für sich – perforierte Ringe auf einer perforierten Backunterlage kommen ohne Gewichte aus, geschlossene Formen nicht. Warum das so ist, erklärt Perforierte Tarteringe und Lochbackmatte. Zum Füllen gilt eine einzige Regel vorab: Der gebackene Boden muss vollständig ausgekühlt sein, bevor irgendetwas hineinkommt. Warmer Mürbeteig ist noch weich, und jede Creme, die auf ihn trifft, zieht ein. Wie der Boden vorher abgedichtet und bis unter die Kante gefüllt wird, steht in Tartelettes füllen.

Auf Vorrat arbeiten
Ausgekleidete Ringe lassen sich roh einfrieren und sind damit die beste Vorarbeit, die es bei Tartes gibt. Ich lege mir vor jedem größeren Backtag zwölf Ringe auf Vorrat an, und der Unterschied zum frisch ausgekleideten Boden ist nicht zu erkennen. Vorgehen: die fertig ausgekleideten und beschnittenen Ringe offen auf einem Brett anfrieren lassen, bis der Teig hart ist, dann stapeln – zwischen den Ringen jeweils ein Stück Backpapier – und in einen Gefrierbeutel geben. Haltbar sind sie so bis zu vier Wochen, gebacken wird ohne Auftauen, mit etwa drei Minuten Zuschlag auf die Backzeit.
Gebackene Böden halten sich luftdicht und bei Raumtemperatur zwei bis drei Tage, verlieren aber mit jedem Tag etwas Knusprigkeit. Wer sie länger lagern will, friert lieber die rohen Ringe ein – der Unterschied im Ergebnis ist deutlich.
Der ausgerollte Teig selbst lässt sich ebenfalls vorbereiten: als Platte zwischen Backpapier gerollt, flach im Kühlschrank bis zu drei Tage, im Gefrierfach bis zu drei Monate. Ausgestochene Scheiben dagegen trocknen an den Schnittkanten und sollten am selben Tag verarbeitet werden.
Die häufigsten Fehler auf einen Blick
| Was passiert | Woran es liegt | Was hilft |
|---|---|---|
| Wand rutscht im Ofen nach unten | zu wenig oder keine Kühlzeit vor dem Backen | 30 Minuten kalt, oder 15 Minuten Gefrierfach |
| Wand kippt nach innen | Teig über die Innenkante gespannt, dort zu dünn | Teig in die Ecke schieben, nicht ziehen |
| Dicker Wulst in der unteren Ecke | zu viel Material hineingedrückt | mit Teigkugel gleichmäßig nacharbeiten |
| Wand reicht nicht bis zur Oberkante | Scheibe zu klein ausgestochen | Durchmesser nach Formel berechnen |
| Oberer Rand wellig oder ballig | mit dem Rollholz abgerollt statt geschnitten | Messer flach auf der Ringkante führen |
| Boden hat helle dünne Stellen | ungleichmäßig ausgerollt | Rollholzringe oder Leisten verwenden |
| Teig bricht beim Einlegen | Teig zu kalt | 5 Minuten liegen lassen, dann erneut versuchen |
| Teig klebt und wird fettig | Teig zu warm | zurück in die Kälte, kühle Arbeitsfläche |
| Zweiter Durchgang wird zäh | Verschnitt geknetet statt gestapelt | Streifen flach übereinanderlegen |
Wie groß muss die Teigscheibe für einen Tarteletting sein?
Ringdurchmesser plus zweimal die Ringhöhe plus 1 cm Zugabe. Für einen Ring mit 8 cm Durchmesser und 2 cm Höhe ergibt das eine Scheibe von 13 cm. Ab 20 cm Ringdurchmesser wird die Zugabe auf 1,5 cm erhöht.
Wie dick wird der Teig für Tartelettes ausgerollt?
3 mm. Dünner hält eine feuchte Füllung nicht mehr aus, dicker verändert Geschmack und Backzeit. Wichtiger als der genaue Wert ist, dass er über die ganze Platte gleich bleibt – dabei helfen Rollholzringe oder zwei Leisten neben dem Teig.
Muss der Ring eingefettet werden?
Nein. Mürbeteig enthält genug Fett, um sich nach dem Backen von selbst zu lösen, und eingefettete Wände lassen den Teig eher abrutschen. Bei beschichteten oder perforierten Ringen ist Fett ohnehin überflüssig; der Ring wird lauwarm abgezogen, nicht heiß und nicht eiskalt.
Warum schrumpft der Rand beim Backen?
Weil die beim Einlegen entstandene Spannung nicht abgebaut wurde. Sie verschwindet nur mit Zeit in der Kälte – 30 Minuten im Kühlschrank oder 15 Minuten im Gefrierfach. Ein zweiter Grund kann zu warmer Teig sein: Ist die Butter beim Einlegen bereits weich, gibt die Wand nach, sobald sie im Ofen schmilzt.
Rollholz oder Messer für den Überstand?
Das Messer, flach auf der Ringkante geführt und nach außen schneidend. Das Rollholz drückt beim Abrollen auf die Wand und kostet Höhe, außerdem wird die obere Kante ballig statt scharf. Wer die sauberste Kante möchte, schneidet zweimal: grob vor dem Kühlen, fein danach.
Was macht man mit dem Teigverschnitt?
Flach übereinanderlegen, andrücken, 15 Minuten kühlen und als Stapel neu ausrollen – auf keinen Fall erneut kneten, sonst wird der zweite Durchgang zäh. Bei Tartelettes fallen rund 10 g Verschnitt pro Stück an; aus zehn Böden ergibt sich rechnerisch ein weiterer.
Kann man ausgekleidete Ringe einfrieren?
Ja, und das ist die sinnvollste Vorarbeit überhaupt. Offen anfrieren, dann mit Backpapier dazwischen stapeln und verpacken, haltbar bis zu vier Wochen. Gebacken wird direkt aus dem Gefrierfach mit etwa drei Minuten Zuschlag – ein Auftauen würde die Wand nur weich machen.
Warum backt man Tartelettes im Ring und nicht in einer Form?
Weil ein Ring eine senkrechte Wand und eine scharfe obere Kante ergibt, während geschlossene Formen den Teig an einer Schräge oder in einem Riffelrand führen. Der Ring gibt dafür keinen Halt: Was der Teig an Form bekommt, bekommt er beim Einlegen – deshalb zählt hier jeder Handgriff.
Rezepte zum Weiterlesen
01Feigen-Himbeer-Tartelettes mit Mandelcreme
Kleines Format mit weicher Füllung – hier zahlt sich eine gleichmäßige Wandstärke aus.
Zum Rezept
02Himbeer-Tartelettes mit Vanillecreme
Feuchte Creme auf knusprigem Boden – der Fall für eine dichte Innenkante.
Zum Rezept
03Zwiebel-Mini-Tartelettes mit Käse
Herzhaft und klein – kurze Wände, die trotzdem senkrecht stehen sollen.
Zum Rezept
04Französische Zitronen-Tarte mit Blaubeeren
Flüssige Füllung im großen Format – jede dünne Stelle in der Ecke rächt sich.
Zum Rezept
05Pistazien-Tarte mit Erdbeerkonfitüre
Hohe Füllung, hohe Wand – hier lohnt die berechnete Scheibengröße besonders.
Zum Rezept
06Schokoladen-Karamell-Nuss-Tarte
Karamell wandert in jede Fuge – ein Boden ohne Riss ist Voraussetzung.
Zum Rezept
07Feigen-Trauben-Tarte mit Mascarponecreme
Nussteig ist brüchiger als reiner Mürbeteig – das Fenster beim Einlegen wird enger.
Zum Rezept
08Rhabarbertarte mit Crème-fraîche-Füllung
Saftiges Obst auf dünnem Boden – Abdichten vor dem Füllen zahlt sich aus.
Zum Rezept
09Apfel-Cranberry-Tarte mit Mandelblättchen
Schwerer Belag drückt auf die Wand – ein Fall für gut gekühlte Ringe.
Zum Rezept
10Vegane Beerentarte mit Mandel-Hafer-Mürbeteig
Teig ohne Butter reagiert anders auf Wärme – das Temperaturfenster wird kürzer.
Zum RezeptRechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise für die private Küche. Scharfe Klingen und Messer erfordern besondere Vorsicht und gehören nicht in Kinderhände. Die Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung, alle Angaben sind sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr.
📌 Für wen ist diese Anleitung ideal? Für alle, die zum ersten Mal mit Ringen statt mit Formen arbeiten und sich fragen, warum die Wand nicht stehen bleibt. Ebenso für alle, die bereits Tartelettes backen und einen der drei typischen Böden kennen: den mit dem geschrumpften Rand, den mit dem dicken Wulst in der Ecke und den mit der eingerissenen Wand. Alle drei entstehen an derselben Stelle – beim Einlegen.
🔎 Suchen Sie nach: Tarteletteringe auskleiden, Tarteletting Teig einlegen, Teigscheibe Durchmesser berechnen, Mürbeteig in Ring legen, Tarteboden Rand schrumpft, Teigüberstand abschneiden, Tarteletteboden Wand kippt, Tartelettes vorbereiten einfrieren, Mürbeteig 3 mm ausrollen, Tarte ohne Form backen
Arbeiten Sie mit Ringen oder mit Formen? Schreiben Sie es gern unten in die Kommentare – besonders interessant ist, bei welchem Durchmesser Sie wechseln, denn genau dort trennt sich für die meisten die Gewohnheit von der Technik.