Kuchen geht in der Mitte hoch – warum, was dagegen hilft und wann die Kuppel bleiben darf
Ob ein Boden eine Kuppel bekommt, entscheidet sich im Ofen. Ob sie ein Problem ist, entscheidet sich erst viel später, beim Zusammensetzen. Und schon eine Wölbung, die so hoch ist wie die Füllung dick, macht die Creme am Rand dreimal so dick wie in der Mitte.
Fast jeder Kuchen aus der Springform kommt mit einer gewölbten Mitte aus dem Ofen. Manchmal ist es ein sanfter Hügel, manchmal ein Berg mit einem Riss obenauf. Die übliche Reaktion ist, das Messer zu nehmen und abzuschneiden, was stört.
Das ist oft richtig, aber nicht immer. Eine störende Kuppel lässt sich schon beim nächsten Backen deutlich flacher halten – wenn man weiß, woher sie kommt. Und es gibt Torten, bei denen die Wölbung sogar erwünscht ist, weil sich die Creme an sie anschmiegt und der Torte erst so ihre weiche, runde Form gibt.
Dieser Beitrag geht beides durch: warum die Kuppel entsteht, wie man gegensteuert, wie man sie misst – und wann sie bleiben darf oder weg muss.
- Was der Boden auf dem Bild erzählt
- Warum der Rand zuerst fest wird – und die Mitte trotzdem weiter steigt
- Fünf Gründe, warum die Kuppel zu hoch wird
- Gegensteuern vor dem Backen: Temperatur, Rand und Mulde
- Die Backbandage aus dem Handtuch
- Die Linealprobe: wie hoch die Kuppel wirklich ist
- Wann die Kuppel bleiben darf
- Wann sie weg muss – und warum wenige Millimeter reichen
- Abschneiden: waagerecht, kalt und mit Führung
- Umdrehen statt abschneiden
- Was mit der abgeschnittenen Kuppel passiert
- Das Gegenteil: Der Boden sinkt in der Mitte ein
- Was schiefgeht – und woran es lag
- Rezepte zum Weiterlesen
Was der Boden auf dem Bild erzählt
Oben im Beitragsbild wird ein Schokoladenboden auf den bereits bestrichenen unteren Boden gelegt. Er ist mit der Oberseite nach oben gedreht, und auf dieser Oberseite steht fast alles, was man über seine Zeit im Ofen wissen muss. Die Torte dazu ist im Rezept Kakao statt Schokolade entstanden.
Die Mitte ist sanft gewölbt. Um die Wölbung läuft ein Riss wie ein Ring, ein gutes Stück vom Rand entfernt. Genau in der Mitte sitzt ein kleines dunkles Loch – aller Wahrscheinlichkeit nach die Stelle, an der das Holzstäbchen für die Garprobe hineinging.
Der Ring ist die aufschlussreichste Spur. Er markiert die Grenze zwischen zwei Bereichen, die im Ofen unterschiedlich schnell fest geworden sind: außen der Rand, der früh stand, innen die Mitte, die noch weiter aufging und die feste Oberfläche dabei aufgesprengt hat. Je tiefer und breiter dieser Riss, desto größer war der Abstand zwischen beiden.
Stimmt das, sagt das Loch noch etwas anderes: Geprüft wurde dort, wo der Kuchen am längsten braucht. Das ist richtig so. Ein Stäbchen, das am Rand trocken herauskommt, sagt über die Mitte einer gewölbten Form gar nichts.
Warum der Rand zuerst fest wird – und die Mitte trotzdem weiter steigt
Die Hitze kommt nicht gleichmäßig in den Teig. Sie kommt über das Blech der Form, und das Blech berührt den Teig am Boden und rundherum am Rand. Die Mitte liegt am weitesten von allen heißen Flächen entfernt.
Deshalb wird der Teig am Rand zuerst fest und legt sich wie ein Korsett um die noch weiche Mitte. Die Mitte geht währenddessen munter weiter auf – doch zur Seite ist ihr der Weg versperrt, ihr bleibt nur die Flucht nach oben. Schließt sich dann auch die Kruste obenauf, bevor die Mitte fertig ist, reißt sie auf.
Das gleiche Bild kennt man vom Pudding im Topf: Am Rand setzt er zuerst an, in der Mitte blubbert es noch. Beim Kuchen ist es nur langsamer und endet in einer Wölbung statt in einer Haut.
Daraus folgt der Grundgedanke hinter allen Tricks weiter unten. Eine Kuppel wird flacher, wenn Rand und Mitte näher zusammen fest werden. Jede Maßnahme tut eines von beidem: Sie bremst den Rand, oder sie gibt der Mitte mehr Zeit.
Fünf Gründe, warum die Kuppel zu hoch wird
Eine leichte Wölbung ist normal und kein Grund zur Sorge. Eine hohe Kuppel mit tiefem Riss hat dagegen fast immer einen dieser fünf Gründe, und der Boden verrät meistens selbst, welcher es war.
| Ursache | Woran man sie am Boden erkennt | Was beim nächsten Mal hilft |
|---|---|---|
| Ofen zu heiß | dunkler, trockener Rand, tiefer Riss | 10 bis 20 Grad weniger, dafür länger backen |
| Teig zu hoch in der Form | lange Backzeit, Rand übergebacken, Mitte gerade durch | größere Form oder zwei Böden statt einem |
| Zu viel Backpulver | hohe Kuppel, die beim Abkühlen wieder einsinkt, grobe Krume | Backpulver genau nach Rezept |
| Nach dem Mehl zu lange gerührt | spitze Kuppel, zähe Krume, längliche Löcher | nur rühren, bis kein Mehl mehr zu sehen ist |
| Umluft | viele feine Risse, Oberfläche früh fest | Ober- und Unterhitze |
Die Temperatur ist der wichtigste Hebel. Bei zu viel Hitze ist der Rand fest, lange bevor die Mitte überhaupt richtig aufgeht, und der Abstand zwischen beiden wird groß.
Die Teighöhe hängt direkt an der Formgröße. Wer ein Rezept für eine 26-cm-Form in eine 24-cm-Form füllt, backt einen spürbar höheren Teig, und je höher der Teig, desto länger dauert es, bis die Mitte fertig ist. Bei kleinen Torten ist deshalb oft die bessere Lösung, zwei flache Böden zu backen statt einen hohen. Wie flache Böden sogar ganz ohne Springform gelingen, zeigt Tortenböden freihand auf dem Blech backen.
Das Rühren nach dem Mehl ist dieselbe Ursache, die auch Muffins spitze Hauben und Löcher im Inneren gibt. Wie das beim kleinen Format aussieht, zeigt Warum ein Muffin Kuppel bekommt und der andere flach bleibt – dort ist die Kuppel erwünscht, beim Tortenboden nicht.
Umluft trocknet die Oberfläche schneller als Ober- und Unterhitze. Die Haut obenauf wird früh fest, und die Mitte sprengt sie später in vielen kleinen Rissen statt in einem großen.
Gegensteuern vor dem Backen: Temperatur, Rand und Mulde
Drei Handgriffe kosten nichts und machen die Kuppel sichtbar flacher.
Kühler backen. Ein Rührteig oder Biskuit in der Springform geht bei 10 bis 20 Grad weniger als im Rezept deutlich gleichmäßiger auf. Die Backzeit verlängert sich dabei spürbar, und darauf verlässt man sich nicht mit der Uhr, sondern mit dem Stäbchen – in der Mitte, nicht am Rand. Ober- und Unterhitze, mittlere Schiene.
Den Rand nicht fetten. Backpapier gehört auf den Boden der Springform, der Rand bleibt blank. Der Teig kann sich dann beim Aufgehen an der Wand festhalten und nach oben klettern, statt abzurutschen. Der Rand wird dadurch höher, und der Unterschied zur Mitte schrumpft. Gelöst wird der Kuchen nach dem Backen mit einem Messer, das einmal am Rand entlanggeführt wird.
Eine flache Mulde. Streichen Sie den Teig nach dem Einfüllen mit dem Teigschaber von der Mitte zum Rand hin leicht nach oben, sodass er außen ein wenig höher steht als innen. Die Mitte, die ohnehin stärker aufgeht, beginnt damit tiefer und endet näher an der Höhe des Randes.
Ein vierter Punkt betrifft das Rezept selbst. Backpulver ist kein Sicherheitszuschlag. Ein halber Teelöffel mehr macht den Kuchen nicht lockerer, sondern die Kuppel höher – und oft sinkt sie beim Abkühlen wieder ein, sodass am Ende beides passiert: erst ein Berg, dann eine Delle.
Die Backbandage aus dem Handtuch
Das wirksamste Mittel gegen eine hohe Kuppel ist ein nasser Streifen Stoff um die Form. Er hält den Rand länger kühl, und genau das ist das Prinzip: den Rand bremsen, damit die Mitte aufholt.
So wird sie gemacht:
- Einen Streifen von einem alten Handtuch aus Baumwolle schneiden, so breit, wie die Form hoch ist, und so lang, dass er einmal herumreicht. Kein Kunstfaserstoff.
- In kaltes Wasser tauchen und so auswringen, dass er nass ist, aber nicht mehr tropft.
- In Alufolie einschlagen, damit er im Ofen nicht austrocknet und die Hitze ihn nicht direkt erreicht.
- Eng um die gefüllte Form legen und mit Küchengarn oder einer ofenfesten Metallklammer festmachen.
Der Boden kommt damit merklich flacher aus dem Ofen, und der Rand wird heller und weicher, statt dunkel und trocken. Die Backzeit wird etwas länger, weil der Rand langsamer Hitze bekommt. Fertige Backbandagen aus Silikon oder beschichtetem Gewebe gibt es auch zu kaufen; sie funktionieren nach demselben Prinzip.
Ich lege die Bandage bei allen Böden an, die später geschichtet werden. Bei einem Kuchen, der rustikal eingestrichen oder einfach mit Puderzucker bestäubt wird, lasse ich sie weg – dort darf die Wölbung bleiben.
Die Linealprobe: wie hoch die Kuppel wirklich ist
Aufs Auge ist beim Einschätzen einer Kuppel wenig Verlass. Von oben sieht man sie kaum, von der Seite wirkt sie oft höher, als sie ist. Die Probe mit dem Lineal dauert zehn Sekunden und beendet das Rätselraten.
Legen Sie den vollständig ausgekühlten Boden auf die Arbeitsfläche. Legen Sie ein Lineal oder eine gerade Teigkarte hochkant quer über die Mitte, sodass es auf dem höchsten Punkt aufliegt. Messen Sie mit einem zweiten Lineal den Abstand zwischen der Unterkante und dem Rand des Bodens – links und rechts.
Dieser Abstand ist die Höhe der Kuppel. Das ist keine Schätzung: Das Lineal liegt auf der Spitze, der Rand ist der tiefste Punkt, und dazwischen liegt genau die Wölbung.
Nebenbei zeigt die Probe noch etwas. Ist der Abstand links deutlich größer als rechts, sitzt die Kuppel nicht in der Mitte. Dann heizt der Ofen auf einer Seite stärker, und beim nächsten Mal hilft es, die Form nach halber Backzeit einmal um 180 Grad zu drehen.
Wann die Kuppel bleiben darf
Nicht jede Wölbung muss weg. Es gibt Kuchen, bei denen sie dazugehört, und Torten, bei denen sie der Creme sogar hilft.
Eine Torte, die nur obenauf rustikal eingestrichen wird, ist der schönste Fall. Die Creme folgt der Wölbung, die Torte bekommt eine weich gerundete Oberfläche, und niemand vermisst eine scharfe Kante. Genau so ist die Torte auf den Bildern dieses Beitrags aufgebaut: Der untere Boden wird bestrichen, der obere mit der Kuppel nach oben aufgelegt. Wie diese Oberfläche entsteht, steht in Torte rustikal einstreichen ohne Krümelschicht.

Ein Kastenkuchen soll sogar aufreißen. Der helle Riss über der goldbraunen Kuppel ist sein Erkennungszeichen. Wer ihn gerade und mittig haben möchte, zieht vor dem Backen mit dem Löffelrücken oder einem gebutterten Messer eine flache Rinne längs durch den Teig – dort reißt er dann auf.
Ein Gugelhupf wird gestürzt, seine Kuppel ist später die Unterseite. Sie wird nur dann abgeschnitten, wenn der Kuchen auf der Platte kippelt, und dann nur so viel, dass er steht.
Ein einzelner Boden mit Guss oder Puderzucker braucht keine ebene Fläche. Ein Guss läuft von einer leichten Wölbung ganz von selbst zu den Rändern.
Wann sie weg muss – und warum wenige Millimeter reichen
Sobald ein Boden unter einem anderen liegt, wird die Kuppel zum Problem. Und zwar schneller, als man denkt.
Die Füllung zwischen den Böden legt sich nicht von selbst gleichmäßig über eine Wölbung. Legt man den oberen Boden auf, drückt sein Gewicht die Creme von der höchsten Stelle nach außen, dorthin, wo neben der Kuppel Platz ist. Die Füllschicht bekommt dadurch die Form eines Suppentellers: hauchdünn in der Mitte, dick am Rand.
Wie stark, lässt sich ausrechnen, und das Ergebnis ist deutlich. Ist die Kuppel so hoch, wie die Füllung dick ist, liegt die Creme am Rand dreimal so dick wie in der Mitte. Ist sie doppelt so hoch, reicht die Füllung nur noch, um die Lücke neben der Kuppel zu schließen – in der Mitte bleibt dann gar nichts.
Als Faustregel für die Menge: Jeder Zentimeter Kuppel kostet eine zusätzliche Füllschicht, nur um wieder auf eine ebene Fläche zu kommen.
Dazu kommt, dass die Torte nicht mehr sicher steht. Ein flacher Boden auf einer Kuppel liegt auf einem Punkt auf und kann kippeln. Die Torte steht schief, und beim Anschneiden rutscht die obere Schicht zur Seite.
Eine ebene Fläche brauchen außerdem alle Techniken, bei denen etwas auf der Oberseite stehen oder fließen muss: die glatte Endschicht mit scharfer Kante aus Torte einstreichen, der Schokoladen-Drip, der eine flache Ganacheschicht obenauf braucht, und die Spiegelglasur, die auf einer Wölbung zur Seite fließt.
Abschneiden: waagerecht, kalt und mit Führung
Geschnitten wird nicht frisch aus dem Ofen. Ein warmer Boden gibt unter der Klinge nach, und statt einer ebenen Fläche entsteht eine ausgefranste Landschaft. Der Boden muss vollständig ausgekühlt sein, am besten ist er über Nacht in Folie gewickelt. Rührteig schneidet sich nach 20 bis 30 Minuten im Kühlschrank noch sauberer, weil die Butter darin fest wird.
Die Klinge braucht eine Führung, sonst folgt sie dem Blick und läuft schräg. Drei Wege funktionieren:
Der Springformrand als Schiene. Stellen Sie den Boden auf eine Unterlage, die kleiner ist als er selbst – eine umgedrehte Schüssel oder ein Stapel Untertassen -, und stülpen Sie den geschlossenen Springformrand darüber. Die Unterlage wird so lange erhöht oder abgesenkt, bis der Rand des Bodens genau auf Höhe der Oberkante des Rings liegt und nur die Kuppel darüber hinausragt.
Dann legen Sie ein langes Messer flach auf die Oberkante und ziehen es sägend durch. Die Oberkante der Form ist dabei die Schnittlinie, und sie ist waagerecht.
Zwei gleich hohe Leisten. Zwei Holzbrettchen oder zwei Stapel gleich dicker Bücher links und rechts vom Boden, das Messer liegt quer darüber. Das funktioniert auch bei Formen, die man nicht mehr zur Hand hat.
Anritzen und drehen. Ohne Hilfsmittel wird die Kuppel erst rundum etwa einen halben Zentimeter tief eingeritzt, während der Boden am Messer vorbeigedreht wird, und dann Umdrehung für Umdrehung tiefer geschnitten. Die Rille führt die Klinge. Ausführlich Schritt für Schritt: Tortenboden mit dem Messer teilen. Mit einem Drehteller geht das deutlich ruhiger – wie er aufgebaut wird, steht in Drehteller für Torten richtig nutzen.
Geschnitten wird genau auf Höhe des Randes und nicht tiefer. Jeder Millimeter darunter kostet Boden, ohne die Fläche ebener zu machen.
Umdrehen statt abschneiden
Oft muss gar nichts abgeschnitten werden. Der flachste Teil jedes Bodens ist seine Unterseite – sie hat die ganze Backzeit auf dem Formboden gelegen und ist so eben wie das Blech.
Bei zwei getrennt gebackenen Böden wird deshalb der obere Boden umgedreht aufgelegt. Seine Unterseite wird zur Oberseite der Torte, mit einer scharfen Kante und einer Fläche, auf der jede Creme gleichmäßig steht. Die Kuppel zeigt nach innen, zur Füllung.
Für den unteren Boden gilt die Rechnung aus dem vorletzten Abschnitt. Eine Wölbung von zwei, drei Millimetern fällt in der Füllung kaum auf. Ist sie so hoch wie die Füllung dick oder höher, wird sie abgeschnitten, bevor der obere Boden daraufkommt – sonst treffen sich zwei Wölbungen, und die Füllung dazwischen wird erst recht zum Suppenteller.
Wird ein einzelner hoher Boden waagerecht geteilt, gilt dasselbe Prinzip: Die untere Schicht mit ihrer glatten Formunterseite wird zum Deckel der Torte umgedreht.
Was mit der abgeschnittenen Kuppel passiert
Eine abgeschnittene Kuppel ist kein Abfall. Je nach Größe liefert sie von einer guten Handvoll Krümel bei einem Biskuit von 20 cm bis zu einem kleinen Schälchen bei einem Rührteig von 26 cm.
Das reicht, um den Rand einer Torte einzukrümeln, für eine Schicht in einem Dessert im Glas oder als Grundlage für Kuchen am Stiel. Wie die Krümel die richtige Größe bekommen und wofür sich welche eignen, steht in Kuchenreste zu Krümeln verarbeiten.
Wer die Krümel nicht gleich braucht, friert sie in einem Beutel ein. Sie tauen in wenigen Minuten auf und lassen sich dann wie frische verwenden.
Das Gegenteil: Der Boden sinkt in der Mitte ein
Manchmal kommt der Boden gewölbt aus dem Ofen und hat eine halbe Stunde später eine Delle. Das ist nicht das Gegenteil der Kuppel, sondern oft ihre Fortsetzung.
Die häufigsten Gründe:
- Die Mitte war nicht durch. Die Oberfläche sah fertig aus, das Stäbchen wurde am Rand geprüft. Die feuchte Mitte trägt sich beim Abkühlen nicht und sackt zusammen.
- Die Ofentür wurde zu früh geöffnet. In der ersten Hälfte der Backzeit ist die Mitte noch weich, und ein Schwall kühler Luft lässt sie fallen.
- Zu viel Backpulver. Die Mitte geht höher auf, als ihre Krume tragen kann, und fällt beim Auskühlen zurück.
Eine eingesunkene Mitte lässt sich nicht mehr heben, aber gut verstecken: Den Rand auf Höhe der Delle abschneiden oder die Mulde mit Füllung ausgleichen. Bei einer rustikal eingestrichenen Torte fällt sie unter der Creme gar nicht auf.

Was schiefgeht – und woran es lag
| Fehlerbild | Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Hohe Kuppel mit tiefem Riss | Ofen zu heiß | 10 bis 20 Grad weniger, länger backen |
| Rand dunkel und trocken, Mitte gerade durch | Teig zu hoch, Form zu klein | größere Form oder zwei flache Böden |
| Kuppel sitzt nicht in der Mitte | Ofen heizt einseitig | Form nach halber Backzeit drehen |
| Kuppel sinkt beim Abkühlen ein | zu viel Backpulver oder Mitte nicht durch | Backpulver nach Rezept, Stäbchen in der Mitte |
| Viele feine Risse auf der Oberfläche | Umluft | Ober- und Unterhitze |
| Schnitt läuft schräg | keine Führung für die Klinge | Springformrand oder Leisten als Schiene |
| Füllung am Rand dick, in der Mitte dünn | Kuppel im unteren Boden | Wölbung abschneiden, oberen Boden umdrehen |
| Obere Schicht kippelt | Boden liegt auf der Kuppel auf | Kuppel abschneiden, bevor gefüllt wird |
Warum geht ein Kuchen in der Mitte hoch?
Weil der Rand zuerst fest wird. Die Hitze kommt über das Blech der Form, und der Teig am Rand steht früh wie ein Ring. Die Mitte geht danach weiter auf, kann nicht mehr zur Seite und steigt nach oben. Je größer der Unterschied zwischen Rand und Mitte, desto höher die Kuppel – zu viel Hitze, zu hoher Teig und zu viel Backpulver machen ihn größer.
Wie backt man einen Tortenboden gerade?
Etwas kühler backen als im Rezept angegeben, mit Ober- und Unterhitze auf der mittleren Schiene. Den Rand der Springform nicht fetten, den Teig zum Rand hin leicht hochstreichen und eine nasse Backbandage um die Form legen. Die Backbandage allein macht den größten Unterschied.
Wie macht man eine Backbandage selbst?
Einen Streifen von einem alten Baumwollhandtuch so breit schneiden, wie die Form hoch ist, in kaltes Wasser tauchen, auswringen, in Alufolie einschlagen und eng um die gefüllte Form legen. Mit Küchengarn oder einer ofenfesten Klammer festmachen. Die Backzeit verlängert sich etwas.
Muss man die Kuppel abschneiden?
Nur wenn auf dem Boden ein weiterer Boden liegt oder die Oberseite eben sein muss, etwa für eine glatte Endschicht, einen Drip oder eine Spiegelglasur. Bei einer rustikal eingestrichenen Torte, einem Kastenkuchen oder einem Kuchen mit Guss darf sie bleiben. Oft reicht es auch, den oberen Boden umzudrehen.
Wann schneidet man die Kuppel ab – warm oder kalt?
Kalt. Der Boden muss vollständig ausgekühlt sein, am besten hat er über Nacht gewickelt gestanden. Rührteig lässt sich nach 20 bis 30 Minuten im Kühlschrank noch sauberer schneiden. Warm gibt die Krume unter der Klinge nach und franst aus.
Wie hoch darf eine Kuppel im unteren Boden sein?
Eine Wölbung von zwei, drei Millimetern fällt in der Füllung kaum auf. Ist die Kuppel so hoch, wie die Füllung dick ist, liegt die Creme am Rand schon dreimal so dick wie in der Mitte, und das ist im Anschnitt zu sehen. Die Höhe misst man, indem man ein Lineal quer über die Mitte legt und den Abstand am Rand abliest.
Warum sinkt ein Kuchen nach dem Backen in der Mitte ein?
Meist war die Mitte noch nicht durchgebacken, weil die Garprobe am Rand gemacht wurde. Weitere Gründe sind zu viel Backpulver und eine zu früh geöffnete Ofentür. Das Stäbchen gehört immer in die Mitte, dort braucht der Kuchen am längsten.
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Eine flache Rinne vor dem Backen legt fest, wo die Kuppel später aufreißt.
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Bei dieser Biskuithöhe gehört die gewölbte, aufgerissene Oberseite dazu – und wird trotzdem geschichtet.
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04Himbeertorte mit Mascarpone-Creme
Kuppel waagerecht abtragen, oberen Boden umgedreht auflegen – beide Wege in einem Rezept.
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Auf 12 cm fällt jede Wölbung sofort auf – beide Böden werden deshalb eben geschnitten.
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Drei Böden, drei kleine Kuppeln, drei waagerechte Schnitte, bevor die Buttercreme kommt.
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07Karottenkuchen-Cheesecake mit Vanille-Füllung
Ein saftiger Karottenboden wölbt sich fast immer – unter der Cheesecake-Schicht muss er eben sein.
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08Karpatka – Polnischer Brandteigkuchen
Hier bleibt die gewölbte, bergige Seite der oberen Platte ganz bewusst oben.
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09Festlicher Schokoladen-Gugelhupf
Bei der Kuppel, die später die Unterseite ist, zählt vor allem, wie voll die Form gefüllt wird.
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10Maulwurfkuchen mit Kirschen
Die Kuppel als Absicht – hier wird sie nicht gebacken, sondern aus Creme und Früchten gebaut.
Zum Rezept📌 Für wen ist diese Anleitung ideal? Für alle, deren Tortenböden regelmäßig mit einem Hügel aus dem Ofen kommen und die sich fragen, ob das am Rezept, am Ofen oder an ihnen liegt. Und für alle, die vor dem Schichten wissen möchten, ob die Wölbung weg muss – oder ob sie ihnen gerade die Arbeit abnimmt.
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Wie hoch ist die Kuppel bei Ihrem letzten Boden geworden? Schreiben Sie es gern in die Kommentare, am besten mit Formgröße, Temperatur und der Frage, ob Sie Umluft oder Ober- und Unterhitze benutzt haben. An diesen drei Angaben liegt es fast immer.
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