Geflochtenes Vier-Strang-Hefebrot mit Sesam und Mohn – der weiche Familien-Zopf mit elegantem 4-Strang-Muster
Ein weicher, goldbrauner Hefezopf aus vier Strängen, mit Eierstreich glänzend gebacken und großzügig mit weißem Sesam und schwarzem Mohn bestreut – ein Brot, bei dem das geflochtene Muster selbst der Hingucker ist und das auch Anfängern gelingt.

Ein geflochtener Hefezopf gehört zu den schönsten Broten, die man selbst backen kann – und ist dabei einfacher, als er aussieht. Dieser hier wird aus vier Strängen geflochten, was ein etwas dichteres, eleganteres Muster ergibt als der klassische Dreierzopf. Der Teig bleibt durch Milch, Ei und Öl tagelang weich, der Eierstreich gibt ihm Glanz, und eine großzügige Mischung aus weißem Sesam und schwarzem Mohn macht die Kruste zum echten Familien-Frühstücksbrot. Mit etwas Geduld bei den Gehzeiten gelingt er auch Backanfängern.
Warum dieser Zopf zwei Tage weich bleibt
Das Geheimnis für die weiche, fluffige Krume liegt in einem angereicherten Teig. Anders als ein schlichtes Wasser-Mehl-Brot bekommt dieser Zopf Milch, Eier und neutrales Öl. Die Milch macht die Krume zart, die Eier geben Farbe und Geschmack, und das Öl hält das Brot länger frisch – ein mit Öl angereicherter Teig bleibt geschmeidiger als einer mit Butter und trocknet langsamer aus. So schmeckt der Zopf auch am zweiten Tag noch weich.
Der Zucker im Teig hat eine doppelte Aufgabe: Er gibt eine dezente Süße und dient der Hefe als Nahrung, damit sie kräftig treibt. Wichtig ist, die Milch nur lauwarm (etwa 35 °C / 95 °F) zu verwenden – zu heiße Flüssigkeit über 40 °C (104 °F) würde die Hefe abtöten.
Vier Stränge statt drei – das dichtere Geflecht
Der klassische Zopf wird aus drei Strängen geflochten; mit vier Strängen entsteht ein flacheres, dichteres Muster, das aufwendiger wirkt, aber mit einem einfachen Grundschritt gut zu schaffen ist. Legen Sie die vier gleich langen Stränge nebeneinander und drücken Sie sie am oberen Ende fest zusammen. Nummerieren Sie die Stränge von links nach rechts mit 1, 2, 3 und 4.
Das Grundmuster besteht aus nur drei sich wiederholenden Bewegungen: Legen Sie Strang 2 über Strang 3, dann Strang 4 über Strang 2, dann Strang 1 über Strang 3. Diese drei Schritte wiederholen Sie immer wieder, bis der Zopf bis zum Ende geflochten ist. Drücken Sie das untere Ende ebenfalls zusammen und schlagen Sie beide Enden leicht unter den Laib, damit er beim Backen nicht aufgeht.
Der Teig: kneten bis zum Fenster-Test
Damit der Zopf luftig wird, braucht der Teig genug Knetzeit. Geknetet wird, bis der Teig glatt, elastisch und nicht mehr klebrig ist – das dauert von Hand oder mit dem Knethaken rund 10 Minuten. Ob er fertig ist, zeigt der Fenster-Test: Ziehen Sie ein kleines Stück Teig vorsichtig auseinander. Lässt es sich so dünn dehnen, dass Licht hindurchscheint, ohne zu reißen, ist der Teig bereit.
Danach folgen zwei Gehzeiten. In der ersten geht der Teig abgedeckt an einem warmen Ort (ideal etwa 28 °C / 82 °F, zum Beispiel im Ofen mit eingeschaltetem Licht) etwa 60 bis 90 Minuten, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Nach dem Flechten geht der geformte Zopf ein zweites Mal etwa 45 Minuten, bevor er in den Ofen kommt. Diese zweite Gare sorgt dafür, dass das Geflecht im Ofen schön aufgeht.

Eierstreich, Sesam und Mohn – damit alles glänzt und haftet
Der typische Glanz eines Hefezopfs kommt vom Eierstreich: ein verquirltes Ei mit einem Schuss Milch, das vor dem Backen aufgepinselt wird. Es gibt dem Brot die goldbraune, glänzende Oberfläche – und sorgt zugleich dafür, dass die Saaten kleben. Streuen Sie weißen Sesam und schwarzen Mohn direkt auf den noch feuchten Eierstreich, dann fallen sie beim Backen nicht ab.
Gebacken wird bei 180 °C (356 °F) etwa 30 bis 35 Minuten. Fertig ist der Zopf, wenn er tief goldbraun ist und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt; wer sichergehen will, misst eine Kerntemperatur von 88 bis 93 °C (190–200 °F). Anschließend auf einem Gitter auskühlen lassen, damit die Kruste nicht weich wird.

Häufige Fragen zum Hefezopf
Frische Hefe oder Trockenhefe – was nehme ich?
Beides funktioniert. Ein Päckchen Trockenhefe (7 g) entspricht etwa 20 g frischer Hefe. Frische Hefe wird zuerst in der lauwarmen Milch aufgelöst, Trockenhefe kann direkt mit dem Mehl vermischt werden.
Warum machen Milch, Ei und Öl den Zopf so weich?
Die Milch macht die Krume zart, die Eier geben Geschmack und Farbe, und das Öl hält das Brot länger frisch und geschmeidig. Dieser angereicherte Teig bleibt dadurch auch am zweiten Tag noch weich.
Woran erkenne ich, dass der Teig genug geknetet ist?
Am Fenster-Test: Ein kleines Stück Teig lässt sich so dünn ausziehen, dass Licht hindurchscheint, ohne zu reißen. Dann ist genug Struktur aufgebaut und der Zopf wird luftig.
Wie flechte ich den Vier-Strang-Zopf?
Vier gleich lange Stränge oben zusammendrücken und von links mit 1 bis 4 nummerieren. Dann wiederholt: Strang 2 über 3, Strang 4 über 2, Strang 1 über 3 – bis zum Ende. Das ergibt das dichtere Vier-Strang-Muster.
Wozu der Eierstreich, und wann kommen die Saaten drauf?
Der Eierstreich gibt Glanz und goldbraune Farbe und lässt die Saaten haften. Pinseln Sie ihn vor dem Backen auf und streuen Sie Sesam und Mohn sofort auf den noch feuchten Streich, damit sie nicht abfallen.
Wann ist der Zopf fertig gebacken?
Wenn er tief goldbraun ist und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt. Zur Sicherheit eine Kerntemperatur von 88 bis 93 °C (190–200 °F) anpeilen.
Wie bewahre ich den Zopf auf und kann ich ihn einfrieren?
In einem Brotbeutel oder Tuch hält er sich bei Raumtemperatur etwa 2 Tage; in Plastik wird die Kruste weich. Geschnitten lässt er sich bis zu 3 Monate einfrieren. Altbackene Scheiben werden im Ofen bei 150 °C (302 °F) kurz wieder frisch oder eignen sich für French Toast.
Aufbewahrung
Der Hefezopf hält sich bei Raumtemperatur in einem Brotbeutel oder einem sauberen Tuch etwa 2 Tage – nicht in Plastik, sonst wird die Kruste weich. Zum längeren Aufbewahren den abgekühlten Zopf in Scheiben schneiden und einfrieren; so taut man später nur die benötigte Menge auf. Bis zu 3 Monate bleibt er tiefgekühlt gut. Etwas trockener gewordene Scheiben werden im Ofen bei 150 °C (302 °F) kurz wieder frisch oder lassen sich hervorragend zu French Toast oder Brotauflauf verarbeiten.

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Geflochtenes Vier-Strang-Hefebrot mit Sesam und Mohn (Challah)
Kochutensilien
- große Rührschüssel
- Knethaken oder Hand-Kneten
- Feuchtes Geschirrtuch zum Abdecken während der Gare
- Backblech mit Backpapier
- Silikon-Pinsel für Eierstreich
- Fleischthermometer optional, Ziel 88–93 °C (190–200 °F) Kerntemperatur
- Kühlgitter
Zutaten
Für den Hefeteig (1 großer Zopf)
- 500 g Mehl (Type 550 oder All-Purpose; nicht Type 405)
- 7 g Trockenhefe (1 Päckchen; alternativ 20 g frische Hefe)
- 60 g Zucker
- 8 g Meersalz
- 240 ml Milch (lauwarm, ca. 35 °C / 95 °F; Innenarm-Test)
- 2 Eier (Größe L; Zimmertemperatur)
- 60 ml Pflanzenöl (neutral; Sonnenblumen- oder Rapsöl)
Für die Eierglasur und das Topping
- 1 Ei (verquirlt; für Glasur)
- 1 EL Milch (zum Verquirlen mit dem Ei)
- 2 EL Weißer Sesam
- 2 EL Schwarzer Mohn
Optionale Aroma-Verfeinerung
- 1 TL Vanille-Extrakt
- 1 EL Zitronenschale (Bio, abgerieben)
- 2 EL Honig (statt 1 EL Zucker für tieferen Geschmack)
Anleitungen
HEFE AKTIVIEREN
- In einer großen Rührschüssel 240 ml lauwarme Milch (ca. 35 °C / 95 °F) mit 1 EL Zucker und 7 g Trockenhefe verrühren. 10 Min ruhen lassen – die Mischung sollte schaumige Bläschen bilden. Falls nicht: Hefe ist tot, neu starten.
- Milch-Temperatur-Test: Auf dem Innenarm-Handgelenk warm aber nicht heiß. Zu kalt = Hefe wird nicht aktiv. Zu heiß über 40 °C (104 °F) = Hefe stirbt.
TEIG KNETEN
- 500 g Mehl, 50 g Zucker und 8 g Salz in einer separaten Schüssel vermischen. Salz NICHT direkt auf die Hefe geben – Salz tötet Hefe bei direktem Kontakt.
- 2 verquirlte Eier und 60 ml Öl zur Hefe-Milch geben. Mehl-Salz-Mischung schrittweise unterheben, bis ein klebriger Teig entsteht.
- Mit den Händen oder dem Knethaken 8-10 Min kneten, bis der Teig glatt, elastisch und nicht mehr klebrig ist. Falls noch klebrig: 1 EL Mehl. Falls zu trocken: 1 EL warme Milch.
- Fenster-Test: Ein kleines Stück Teig zwischen den Fingern auseinanderziehen. Wenn es dünn wie ein Fenster wird, ohne zu reißen, ist der Teig fertig.
ERSTE GARE (60-90 MIN)
- Den Teig zu einer runden Kugel formen, in eine leicht geölte Schüssel legen und mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken.
- An einem warmen Ort 60-90 Min gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. Warme Stellen: Heizkörper (mit Tuch dazwischen), Mikrowelle mit Heißwasser-Schüssel, Backofen mit Backofen-Lampe an (28 °C / 82 °F).
- Fingerdruck-Test: Mit dem Finger in den Teig drücken. Die Vertiefung sollte langsam zurückspringen. Bleibt der Eindruck: noch nicht. Springt sofort zurück: muss noch länger.
VIER STRÄNGE FORMEN UND FLECHTEN
- Den aufgegangenen Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche stürzen und kurz durchkneten. In 4 gleich große Stücke teilen (ca. 200 g pro Strang).
- Jedes Stück mit den Handflächen zu einem 30-35 cm (ca. 12-14 in) langen Strang ausrollen – gleichmäßig dick von Mitte bis Ende. Beide Enden leicht zugespitzt.

- Die 4 Stränge parallel nebeneinander legen (nummeriere von links: 1, 2, 3, 4). Alle vier oberen Enden gut zusammendrücken und verkleben. Die 4-Strang-Methode „Außen über zwei“: Strang 4 (rechts) über Strang 3 und 2 legen. Dann Strang 1 (links) über die zwei mittleren legen. Abwechselnd rechts und links über die zwei mittleren bis zum Ende. Untere Enden zusammendrücken und umklappen.

ZWEITE GARE (45 MIN)
- Den geflochtenen Zopf auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Erneut mit feuchtem Tuch abdecken und 45 Min gehen lassen, bis er sich nochmal um etwa 50% vergrößert hat.

BESTREICHEN, BESTREUEN UND BACKEN
- Backofen auf 180 °C (356 °F) Ober-/Unterhitze vorheizen.
- 1 Ei mit 1 EL Milch verquirlen. Mit einem Silikon-Pinsel den gesamten Zopf großzügig bestreichen – auch zwischen den Strängen.
- Sesam und Mohn großzügig bestreuen – während das Ei noch nass ist, sodass die Samen kleben. Ungleichmäßig verteilen ist erwünscht – die zufällige Mischung sieht authentischer aus.

- 30-35 Min bei 180 °C (356 °F) backen. Anzeichen für „fertig“: tief goldbraun an Oberfläche und Boden, hohler Klang beim Klopfen auf die Unterseite, Kerntemperatur 88-93 °C (190-200 °F), Spieß-Probe sauber. Falls Oberseite zu dunkel: Alufolie locker drüber.

AUSKÜHLEN UND SERVIEREN
- Auf einem Kühlgitter komplett auskühlen lassen. Mindestens 30 Min warten, bevor Sie anschneiden – warmes Brot zerbröckelt und verliert Saft.

Notizen
Nährwerte
📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für Familien-Sonntagsfrühstücke und Wochenend-Brunch, für Festtafeln und alle, die einen klassischen Hefezopf einmal selbst flechten möchten. Das Flechten ist gut zu schaffen und macht zusammen mit Kindern besonders Spaß. Der Zopf reicht für etwa 14 bis 16 Scheiben, schmeckt mit Marmelade und Honig und gibt am nächsten Tag eine hervorragende Grundlage für French Toast ab.
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