Käseplatte anrichten: welche Käse, wie viel pro Person und in welcher Reihenfolge
Eine gute Käseplatte entsteht beim Einkauf, nicht beim Dekorieren: mit Sorten, die sich unterscheiden, und einer Menge, die zum Abend passt.
Käseplatte anrichten heißt vor allem, drei Fragen zu klären, bevor das erste Stück auf dem Brett liegt. Welche Sorten ergänzen sich, wie viel Käse braucht jeder Gast, und in welcher Reihenfolge wird gelegt? Sind diese drei beantwortet, ist der Rest Handwerk: Käse rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen, jede Sorte in ihre Form schneiden, von mild nach kräftig anordnen und die Lücken mit Obst, Nüssen und Brot füllen. Das funktioniert für den Abend zu zweit genauso wie für das Buffet an Silvester.
- Auf einen Blick: wie viel Käse pro Person
- Welche Käse auf die Platte gehören
- Wie viel Käse pro Person einkaufen
- Rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen
- Jede Sorte in ihrer Form
- Anordnen: von mild nach kräftig
- Was zur Käseplatte passt
- Vorbereiten, aufstellen, Reste aufbewahren
- Käseplatte für Buffet, Silvester und Kinder
- Häufige Fragen zur Käseplatte
- Rezepte zum Weiterlesen
Auf einen Blick: wie viel Käse pro Person
| Anlass | Käse pro Person | Für 10 Personen |
|---|---|---|
| Käseplatte als Hauptmahlzeit | 200 bis 300 g | 2 bis 3 kg |
| Kaltes Buffet mit anderen Gerichten | 80 bis 100 g | 800 g bis 1 kg |
| Käse als Dessert nach einem Menü | 50 bis 80 g | 500 bis 800 g |
Die Werte sind Richtwerte, wie sie die Milchwirtschaft für die Planung empfiehlt. Entscheidend ist die erste Spalte: Steht die Käseplatte allein auf dem Tisch, ist sie das Abendessen, und dann darf es eher mehr sein. Gibt es daneben Salate und andere Häppchen, reicht ein Drittel davon. Brot, Obst und Nüsse kommen in allen Fällen dazu und sind in diesen Mengen nicht eingerechnet.
Welche Käse auf die Platte gehören
Spannend wird eine Käseplatte durch Unterschiede. Vier bis fünf Sorten aus verschiedenen Gruppen bringen mehr Abwechslung als acht ähnliche Schnittkäse. Bewährt hat sich ein Käse aus jeder Familie: ein Weichkäse mit weißer Rinde wie Brie oder Camembert, ein Schnittkäse wie Gouda oder ein Käse mit Löchern, ein Hartkäse wie Parmesan oder ein gereifter Schafskäse, und zum Schluss ein Blauschimmelkäse.
Wer weiter variieren möchte, mischt die Milcharten: ein Ziegenkäse neben dem Kuhmilchkäse, ein Schafskäse mit kräftiger Rinde neben dem milden Gouda. Auch das Alter macht einen Unterschied. Ein junger Gouda und ein Gouda, der zwei Jahre gereift ist, schmecken wie zwei verschiedene Käse und dürfen nebeneinander liegen.

Für eine Platte mit Kindern am Tisch lohnt eine milde Ecke: junger Gouda in Würfeln, ein milder Käse mit Löchern, dazu Trauben. Der kräftige Blauschimmelkäse liegt dann am anderen Ende der Platte, wo ihn die Erwachsenen finden.
Wie viel Käse pro Person einkaufen
Mit der Tabelle oben lässt sich der Einkauf in einer Minute planen. Für ein Buffet mit zehn Gästen und weiteren Gerichten reichen rund 800 g bis 1 kg Käse, verteilt auf vier oder fünf Sorten, also etwa 200 g je Sorte. Ist die Käseplatte das Abendessen, sind es 2 bis 3 kg, und dann lohnt es sich, von den Lieblingssorten größere Stücke zu kaufen statt mehr Sorten.
Käse am Stück ist dabei die bessere Wahl als fertige Scheiben. Er hält länger, lässt sich in die Form schneiden, die zur Platte passt, und Reste wandern einfach zurück in den Kühlschrank. Scheibenkäse eignet sich trotzdem: zu Röllchen gedreht oder zu Fächern gelegt füllt er die Lücken zwischen den großen Stücken.
Rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen
Kalter Käse schmeckt nach wenig. Sein Aroma entfaltet sich erst, wenn er eine Weile aus der Kühlung ist, deshalb kommt er etwa eine halbe Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank. Geschnitten wird er direkt nach dem Herausnehmen, solange er noch kühl und fest ist und nicht am Messer klebt. Danach liegt er auf der Platte, bis er Zimmertemperatur angenommen hat, abgedeckt mit einem Tuch oder einer Folie, damit die Schnittflächen nicht antrocknen. Ein Weichkäse wie Brie wird in dieser halben Stunde spürbar cremiger.
Jede Sorte in ihrer Form
Damit die Platte ruhig wirkt, bekommt jede Sorte ihre eigene, typische Form. Runder Weichkäse wird wie eine Torte von der Mitte aus in Spalten geschnitten, so hat jedes Stück einen Teil Rinde und einen Teil cremigen Kern. Schnittkäse wird zu dünnen Dreiecken oder Würfeln. Sehr harter, körniger Käse wie Parmesan wird mit einem kurzen, spitzen Messer in unregelmäßige Stücke gebrochen, ein fester Schafskäse oder Bergkäse lässt sich auch in dünne Dreiecke für einen Fächer schneiden, und Blauschimmelkäse wird in grobe Brocken geteilt.
Wie das bei jeder Sorte am besten gelingt, erklärt der Artikel Käse schneiden ausführlich. Für die Platte genügt eine Faustregel: Jede Sorte bekommt ein eigenes Messer, damit der kräftige Blauschimmel nicht am milden Gouda landet. Unbehandelte, natürlich gereifte Rinden kann man mitessen, Überzüge aus Wachs, Paraffin oder Kunststoff werden vorher abgeschnitten. Beim Gorgonzola bleibt die Rinde ebenfalls draußen, sie ist dort ausdrücklich nicht zum Verzehr bestimmt.
Anordnen: von mild nach kräftig
Die Reihenfolge auf der Platte folgt dem Geschmack. Begonnen wird mit den mildesten Sorten, dann geht es im Uhrzeigersinn zu den kräftigeren, und der Blauschimmelkäse kommt zuletzt. So probieren Gäste von selbst in der richtigen Richtung, und ein kräftiger Käse überdeckt nicht den feinen, der nach ihm kommt. Wo der Kreis beginnt, ist Geschmackssache; wichtig ist nur, dass er durchläuft.

Gelegt wird in drei Durchgängen. Zuerst kommen die großen Stücke an ihre Plätze, mit Abstand zueinander. Danach folgen die Schälchen für Honig, Konfitüre oder Oliven, sie geben der Platte Halt und Höhe. Zum Schluss werden die Lücken gefüllt: Trauben in kleinen Rispen, halbierte Feigen, Nüsse, Grissini. Eine Platte, auf der kaum noch Holz zu sehen ist, wirkt großzügig, auch wenn darauf nicht mehr Käse liegt.
Auf einem rechteckigen Brett funktioniert das Prinzip mit Ecken statt Kreis. Jede Sorte bekommt eine Zone, der milde Käse auf der einen Seite, der Blauschimmel auf der gegenüberliegenden. Eine Reihe Grissini oder Schinkenröllchen quer über das Brett trennt die Zonen und führt das Auge von einer Ecke zur nächsten. Wie ein Brett mit Käse, Wurst und Schinken aufgebaut wird, zeigt der Artikel Wurst-Käse-Platte selber machen.

Was zur Käseplatte passt
Brot gehört dazu, und zwar mehr als eine Sorte. Ein knuspriges Baguette oder Ciabatta passt zu fast allem, Cracker und Grissini bringen Biss, und ein Früchtebrot mit Nüssen ist der klassische Partner für kräftigen Käse. Laugengebäck macht die Platte zu einer rustikalen Brotzeit.
Beim Obst sind Trauben gesetzt, sie sind saftig und lassen sich in kleinen Rispen zwischen die Käse legen. Frische Feigen, Birnen und Äpfel passen besonders zu Weichkäse und Blauschimmel, getrocknete Aprikosen und Datteln zu Hartkäse. Walnüsse, Mandeln und Haselnüsse geben Röstaromen und füllen kleine Lücken.
Süßes setzt man gezielt ein. Honig gehört zum Blauschimmelkäse, eine Konfitüre oder ein Zwiebel-Confit zum gereiften Hartkäse oder Schafskäse. Neben milden, feinen Sorten bleibt das Schälchen besser weg, denn zu viel Süße überdeckt ihren Geschmack. Wer es herzhafter mag, stellt Cornichons, Oliven oder Perlzwiebeln dazu, wie bei einer klassischen deutschen Käseplatte.
Vorbereiten, aufstellen, Reste aufbewahren
Eine Käseplatte lässt sich gut einige Stunden vorher anrichten. Fertig gelegt wird sie vollständig abgedeckt und bis kurz vor dem Servieren in den Kühlschrank gestellt. Die halbe Stunde bei Zimmertemperatur kommt dann am Ende dazu. Brot und Cracker kommen erst zum Servieren auf die Platte, sonst werden sie weich.
Beim Buffet, etwa an Silvester, lohnt sich eine Regel aus der Gastronomie. Die Lebensmittelüberwachung empfiehlt dort, nur so viel Käse auf das Buffet zu stellen, wie in ein bis zwei Stunden gegessen wird, und den Rest gekühlt bereitzuhalten. Anstelle einer riesigen Platte stehen dann zwei kleinere bereit: eine auf dem Tisch, eine im Kühlschrank zum Nachlegen.
Reste werden nach Sorten getrennt verpackt, nicht luftdicht, damit der Käse weiter reifen und Feuchtigkeit abgeben kann. Kräftig riechende Sorten wie Blauschimmelkäse kommen in eine eigene Dose, damit ihr Aroma nicht auf die milden übergeht. Aufbewahrt wird im Kühlschrank, am besten im oberen Fach bei etwa 8 °C. Ein Rest am Stück hält länger als Scheiben und eignet sich am nächsten Tag für ein überbackenes Gericht oder eine Sauce.
Käseplatte für Buffet, Silvester und Kinder
Beim Buffet greifen die Gäste im Stehen zu, deshalb wird hier mundgerecht geschnitten: Würfel vom Schnittkäse, kleine Spalten vom Brie, Hartkäse in kleinen Brocken. Spießchen oder Sticks neben jeder Sorte sparen Messer und machen die Platte schneller leer. Eine große Käseplatte in der Mitte mit kleineren Schälchen drumherum lässt sich von allen Seiten erreichen.
Für Silvester darf die Platte üppiger werden, mit mehr Obst, einem Stück Weichkäse im Ganzen in der Mitte und Grissini, die über den Rand hinausragen. Kinder bekommen ihre milde Ecke mit Würfeln, Trauben und Crackern, möglichst weit weg vom Blauschimmelkäse.
Häufige Fragen zur Käseplatte
Wie viel Käse rechnet man pro Person für eine Käseplatte?
Als Hauptmahlzeit 200 bis 300 g pro Person, beim kalten Buffet mit anderen Gerichten 80 bis 100 g und als Dessert nach einem Menü 50 bis 80 g. Brot, Obst und Nüsse kommen jeweils dazu.
Welche Käsesorten gehören auf eine Käseplatte?
Am besten je ein Käse aus verschiedenen Familien: ein Weichkäse mit weißer Rinde, ein Schnittkäse, ein Hartkäse und ein Blauschimmelkäse. Vier bis fünf Sorten reichen für die meisten Abende.
In welcher Reihenfolge legt man Käse auf die Platte?
Von mild nach kräftig im Uhrzeigersinn, der Blauschimmelkäse kommt zuletzt. So probieren die Gäste in der richtigen Richtung, und kein kräftiger Käse überdeckt einen milden.
Wie lange vorher nimmt man Käse aus dem Kühlschrank?
Etwa eine halbe Stunde vor dem Servieren. Erst dann entfaltet er sein Aroma; ein Weichkäse wird in dieser Zeit auch spürbar cremiger.
Kann man eine Käseplatte am Vortag vorbereiten?
Einige Stunden vorher geht gut: fertig anrichten, vollständig abdecken und in den Kühlschrank stellen. Brot und Cracker kommen erst zum Servieren dazu, damit sie knusprig bleiben.
Welches Brot passt zur Käseplatte?
Baguette oder Ciabatta passen zu fast jedem Käse; Cracker und Grissini bringen Biss. Zu kräftigem Hartkäse und Blauschimmel ist ein Früchtebrot mit Nüssen der klassische Partner.
Rezepte zum Weiterlesen
01Karamellisiertes Zwiebel-Confit
Rote Zwiebeln mit Rotwein, Balsamico und Honig eingekocht, ein Schälchen für den gereiften Käse.
Zum Rezept
02Eingelegte Gewürzbirnen im Glas
Feste Birnen in süß-saurem Sud mit Sternanis und Nelken, ein Vorrat für jede Käseplatte.
Zum Rezept
03Aprikosenkonfitüre mit Orangen und Zimt
Aprikosen mit Orange und Zimt, passt zu Hartkäse und gereiftem Schafskäse.
Zum Rezept
04Eingelegte getrocknete Pflaumen in Olivenöl
Getrocknete Zwetschgen mit Knoblauch und Kräutern in Öl, eine herzhaft-fruchtige Beilage.
Zum Rezept
05Feigen mit Brie, Honig und Walnüssen
Feigenscheiben und Brie zu kleinen Türmchen gestapelt, mit Honig und Walnüssen.
Zum Rezept
06Grissini mit Parmesan
Knusprige Brotstangen mit Parmesan, die über den Rand der Platte hinausragen dürfen.
Zum Rezept
07Käse-Cracker in Emmentaler-Form
Mürbe Cracker aus Emmentaler und Parmesan mit Kümmel, ausgestochen wie Käsescheiben mit Löchern.
Zum Rezept
08Französisches Baguette mit Weizensauerteig
Knusprige Kruste und luftige Krume, das Brot, das zu fast jedem Käse passt.
Zum Rezept
09Oliventapenade aus der Provence
Schwarze Oliven mit Kapern und Sardellen als würziger Aufstrich neben dem Käse.
Zum Rezept
10Butterbrett mit Kräutern und Walnüssen
Zimmerwarme Butter in Wellen auf dem Brett, eine zweite Platte für den Tisch.
Zum RezeptRechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise für die private Küche. Käse ist ein leicht verderbliches Lebensmittel: Bewahren Sie ihn bis kurz vor dem Servieren gekühlt auf und stellen Sie beim Buffet nur so viel bereit, wie in ein bis zwei Stunden gegessen wird. Die Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung, alle Angaben sind sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr.
Welche Käse liegen bei Ihnen immer auf der Platte? Schreiben Sie gern in die Kommentare, mit welcher Sorte Sie anfangen und welche bei Ihnen den Abschluss macht.