Mohnfüllung selber machen: Grundrezept mit gemahlenem Mohn statt Mohnmehl

Mohnmasse

Wie viel Mohn wirklich in der Füllung steckt, womit sie bindet und woran man am Löffel sieht, dass sie fest genug ist.

25. September 2026
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Mohnfüllung selber machen: Grundrezept mit gemahlenem Mohn statt Mohnmehl

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Backfertige Mohnfüllung aus dem Supermarkt besteht zu einem Drittel aus Mohn und zu einem guten Drittel aus Zucker – die selbst gekochte enthält kaum mehr Mohn, aber nur halb so viel Zucker, und genau diesen Unterschied schmeckt man im fertigen Gebäck.


Mohnfüllung selber machen braucht eine Viertelstunde am Herd und zwei Stunden Geduld, bis die Masse ausgekühlt ist. Die Zutaten sind schnell aufgezählt: gemahlener Mohn, Milch, Zucker, Butter und etwas Grieß. Entscheidend sind drei Fragen: wie viel Füllung auf eine Teigplatte gehört, womit sie bindet und woran man erkennt, dass sie fest genug ist, bevor der Teig aufgerollt wird.

Die Zahlen stammen aus den Mohnrezepten dieser Seite, von der Mohn-Babka aus Sauerteig-Resten über die Kärntner Mohnzelten bis zum Mohnkranz aus Hefeteig, und aus den Zutatenlisten backfertiger Füllungen. Nebeneinander zeigen sie, wie viel Mohn wirklich in einer Mohnmasse steckt und dass über die Festigkeit vor allem die Milch entscheidet. In Österreich heißt dieselbe Masse übrigens Mohnfülle.


Wie viel Mohn und wie viel Füllung für eine Teigplatte

Für einen Hefeteig aus 500 g Mehl nehmen die Zopf-, Babka- und Kranzrezepte dieser Seite mit in Milch gekochter Füllung 200 bis 250 g Mohn. Mit Milch, Zucker, Butter und Grieß werden daraus rund 450 bis 650 g Mohnmasse, also etwa so viel, wie Mehl im Teig steckt. In den rohen Mohnpasten zweier Babka-Rezepte steckt im Verhältnis sogar noch etwas mehr Mohn.

Das Grundrezept liegt mit 200 g Mohn am unteren Rand der Mohnmenge und ergibt mit rund 550 g genau die Mitte der Füllmenge. Gestrichen wird zwei bis drei Millimeter dick; eine Teigplatte von 30 × 40 cm braucht bei gut zwei Millimetern rund 275 g. Das Grundrezept reicht also für zwei solche Platten, wie sie im Rezept für die Mohn-Kirsch-Babka aus 500 g Mehl entstehen. Eine Packung backfertige Füllung mit 250 g reicht knapp für eine Platte.

GebäckMohnMilchBindungTeig
Grundrezept (dieser Beitrag)200 g250 ml30 g Grieß, 2 Minuten mitgekochtHefeteig aus 500 g Mehl
Mohn-Kirsch-Babka200 g150 ml30 g Grieß, in die heiße Masse gerührtHefeteig aus 500 g Mehl, zwei Platten, dazu Kirschen
Mohnkranz250 g250 ml25 g Grieß, mitgekochtHefeteig aus 500 g Mehl
Estnischer Mohn-Kringel200 g200 ml20 g Grieß, mitgekochtHefeteig aus 400 g Mehl
Mohnstrudel aus Strudelteig250 g250 mlohne, dick eingekochtStrudelteig aus 250 g Mehl
Kärntner Mohnzelten200 g150 mlohne, nur gequollenKartoffelteig, 8 Stück
Hamantaschen150 g100 mlohne, mit Honig eingekochtMürbeteig, 30 Stück
Mohn-Babka aus Sauerteig-Resten160 g–Ei und etwas Mehl, rohHefeteig aus 230 g Mehl

Beim Mohn liegen die drei Hefeteig-Rezepte mit gekochter Füllung nah beieinander, bei der Milch gehen alle Rezepte weit auseinander: von 60 ml auf 100 g Mohn in der Mohnschicht des Mohn-Quark-Kuchens bis zu 125 ml im Grundrezept. Mit der Milch stellt jedes Rezept ein, wie fest seine Füllung wird.

Bei Portionsgebäck wird pro Stück gerechnet. Die Hamantaschen bekommen je einen gehäuften Teelöffel, das sind rund 12 g, die Kärntner Mohnzelten je ein Achtel der Füllung, gut 50 g. Aus dem Grundrezept werden so rund 45 Hamantaschen oder etwa zehn Zelten gefüllt.

Selbst gemachte Mohnfüllung in mehreren Häufchen auf einem rosa Teller, daneben ein Teelöffel, links angeschnitten eine gestreifte Schale mit gemahlenem Mohn
Mohnfüllung selber machen: Grundrezept mit gemahlenem Mohn statt Mohnmehl

Grieß, Pudding oder Brösel: womit die Mohnfüllung bindet

Gemahlener Mohn bindet Milch zum großen Teil selbst. In der heißen Milch quillt er auf wie Grieß im Milchbrei, und die Masse wird dick. Deshalb kommen die Füllungen für den Mohnstrudel aus Strudelteig und die Mohn-Biskuitrolle ganz ohne Bindemittel aus: Sie köcheln kurz, bis sie dick und streichfähig sind.

Für gefüllten Hefeteig binden die in Milch gekochten Füllungen der Zopf-, Babka- und Kranzrezepte zusätzlich mit Grieß, 20 bis 30 g auf 200 g Mohn. Er köchelt kurz mit oder wird in die heiße Masse gerührt und quillt beim Abkühlen weiter. So hält die Masse ihre Flüssigkeit auch dann fest, wenn der Teig lange geht und im Ofen steht. Eine zu nasse Füllung macht den Teig innen klitschig, und genau davor schützt der Grieß.

Mit Vanillepuddingpulver statt Grieß wird die Masse glatter und schmeckt nach Vanille. Rund 20 g, gut ein halbes Päckchen, ersetzen die 30 g Grieß, denn sie bringen ungefähr dieselbe Menge Stärke mit. Das Pulver wird in drei Esslöffeln von der abgemessenen, kalten Milch glatt gerührt und erst dann in die köchelnde Masse gegeben, sonst bildet es Klümpchen.

Semmelbrösel binden sofort und ohne Kochen; mehr als zwei Esslöffel auf 250 g Masse machen die Füllung allerdings mehlig im Geschmack. Sie eignen sich deshalb vor allem zum Nachbessern, wenn eine fertige Masse zu weich geraten ist. Die rohen Mohnpasten für Babka binden dagegen mit Ei, das erst im Ofen stockt, backfertige Füllungen aus dem Beutel mit modifizierter Stärke und Pektin.

Mehr Bindung bedeutet allerdings nicht mehr Sicherheit. Zu viel Grieß saugt die Milch vollständig auf, die Masse wird trocken und nimmt beim Streichen den Teig mit, statt über ihn zu gleiten.


Gemahlen, frisch und gekocht: was der Mohn vorher braucht

Ganzer Mohn gibt sein Aroma kaum ab, die harte Schale hält es zurück. Für die Füllung wird er deshalb gemahlen, am einfachsten portionsweise und in kurzen Intervallen in einer Kaffeemühle mit Schlagmesser; ein Pürierstab schafft es nicht. Welche Geräte sonst funktionieren und woran man erkennt, dass die Körner aufgebrochen sind, beschreibt der Beitrag Mohn mahlen ohne Mohnmühle.

Genauso wichtig ist die Frische. Gemahlener Mohn wird schnell ranzig, und dann schmeckt die ganze Masse kratzig-bitter. Retten lässt sich solcher Mohn nicht; die Verbraucherzentrale rät, bitter oder ranzig schmeckende Vorräte zu entsorgen. Eine Prise pur auf der Zunge verrät es vorher: Schmeckt sie mild-nussig, ist alles gut; kratzt es hinten im Hals, ist eine neue Packung fällig.

Für eine saftige Masse muss der Mohn außerdem quellen. Roh gemahlen wirkt er trocken und leicht herb; fünf Minuten in heißer Milch lassen ihn aufquellen, er wird weich und saftig und schmeckt runder. Das Rezept für die Mohnknoten mit Zuckerglasur geht den umgekehrten Weg: Dort kocht ganzer Blaumohn eine halbe Stunde in Wasser und wird erst danach püriert. Aufgebrochen wird das Korn also auch dort.


Die Löffelprobe: woran man sieht, dass die Masse fest genug ist

Direkt vom Herd ist jede Mohnmasse zu weich. Mohn und Grieß ziehen beim Abkühlen nach, und erst die ausgekühlte Masse zeigt, wie fest sie wirklich geworden ist. Mindestens zwei Stunden sollte sie in der Schüssel stehen, über Nacht im Kühlschrank wird sie noch etwas fester. Flach auf einem Teller ausgestrichen, kühlt sie deutlich schneller aus.

Dann folgt die Löffelprobe: einen gehäuften Teelöffel auf einen Teller setzen und zehn Sekunden warten. Die Masse soll als Häufchen stehen bleiben und an den Rändern nicht auslaufen. Bildet sich um das Häufchen ein feuchter Rand, ist sie noch zu weich; zerbröselt sie, ist sie zu fest.

Die zweite Probe gelingt mit dem Teigschaber: Die Masse lässt sich schieben und behält die Spur des Werkzeugs, ohne nachzufließen. Genau diesen Zustand beschreibt der Ratgeber Füllung für Hefezopf und Babka als Zielzustand jeder Füllung im Hefeteig.

Ein gehäufter Teelöffel Mohnfüllung über einer hellen Teigplatte auf Backpapier, dahinter ein rosa Teller mit weiterer Füllung
Richtig fest: Auch auf dem Teelöffel bleibt die Masse als Häufchen stehen

Mehr oder weniger Milch: Mohnfüllung für Hefezopf, Strudel und Blätterteig

In den Rezepten für Mohnkranz, Mohn-Kringel, Mohnstrudel und Mohn-Biskuitrolle kommt gleich viel Milch wie Mohn in den Topf, bei der Mohn-Kirsch-Babka und den Kärntner Mohnzelten drei Viertel davon. Das Grundrezept arbeitet mit 250 ml auf 200 g Mohn und fängt das Mehr an Milch mit 30 g Grieß ab. So wird die Masse saftig und bleibt trotzdem stehen.

Für Hefezopf, Babka und Mohnschnecken passt das Grundrezept, wie es ist. Gestrichen wird die Masse zwei bis drei Millimeter dick, an der Nahtseite bleiben ein bis zwei Zentimeter frei. Wird sie dicker als drei Millimeter aufgetragen, verlieren die Teiglagen beim Drehen den Halt aneinander, und die Rolle schiebt sich auseinander.

Kommen Kirschen oder anderes Obst dazu, bringt die Frucht eigenen Saft mit. Für die Mohn-Kirsch-Babka wird die Masse deshalb mit 150 ml Milch gekocht, also mit 100 ml weniger als im Grundrezept, und die Kirschen liegen einzeln auf der Mohnschicht statt als geschlossene Lage. Die Mohnschicht fängt den Saft ab, bevor er den Teig erreicht.

Am festesten ist die Mohnschicht im Kuchen. Im Rezept für den Mohn-Quark-Kuchen kommen nur 120 ml Milch auf 200 g Mohn, und die abgekühlte, dicke Masse wird auf den Boden gestrichen, bevor die Quarkmasse darauf kommt. So bleibt die Grenze zwischen Mohn und Quark beim Backen sauber, statt zu verlaufen.

Für den Mohnstrudel aus Strudelteig wird die Masse ohne Grieß eingekocht, bis sie dick ist, und auf dem hauchdünnen Teig verteilt, der nur gerollt, nicht gedreht wird. Blätterteig verträgt dagegen keine nasse Füllung, seine Schichten sollen im Ofen aufgehen und nicht durchweichen. Hier passt die festere Masse mit 150 ml Milch, dünn gestrichen und mit einem freien Rand, damit sich die Rolle schließen lässt.

Eine Hand verteilt dunkle Mohnmasse mit einem Silikonschaber auf einer dünn ausgerollten Teigplatte auf bemehlter Arbeitsfläche
Gestrichen wird in flachem Winkel, die Masse behält die Spur des Schabers

Mohnfüllung ohne Kochen, ohne Ei und vegan

Ganz ohne Topf kommen zwei Babka-Rezepte dieser Seite aus. Für die Mohn-Babka aus Sauerteig-Resten werden 160 g gemahlener Mohn mit Puderzucker, einem Löffel Mehl, einem Ei und weicher Butter im Mixer zu einer glatten Paste verarbeitet. Sie bindet erst im Ofen, wenn das Ei stockt. Im zweiten Babka-Rezept dieser Seite wird dieselbe Paste zimmerwarm gestrichen, denn kalt reißt sie den Teig ein.

Die zweite Abkürzung ist das Einweichen. Für die Kärntner Mohnzelten wird der Mohn mit Milch, Zucker und Butter nur erwärmt, bis sich der Zucker gelöst hat, und quillt dann einige Minuten. Für den Mohn-Quark-Kuchen, in dem die Masse als Schicht liegt, quillt er 15 bis 20 Minuten. Das klappt, weil beide Rezepte weniger Milch nehmen: drei Viertel oder gut die Hälfte des Mohngewichts.

Das Grundrezept selbst kommt ohne Ei aus, gebunden wird allein über Mohn und Grieß. Vegan wird es mit Hafer- oder Sojadrink statt Milch und pflanzlicher Butter statt Butter; Grieß, Zucker und Mohn bleiben, und die Löffelprobe gilt genauso.


Blaumohn, Graumohn oder Weißmohn

Im Supermarkt liegt fast immer Blaumohn, blaugrau bis schwarz. Er ergibt die tiefdunkle Masse, die man aus der Bäckerei kennt, und schmeckt kräftig mit einer leicht herben Note. Die Mengen in diesem Beitrag gelten für Blaumohn.

Graumohn stammt vor allem aus dem österreichischen Waldviertel, wo er als „Waldviertler Graumohn“ eine geschützte Ursprungsbezeichnung trägt. Er hat eine dünnere Schale und etwas mehr Öl als Blaumohn und schmeckt milder und nussiger. Die Füllung wird mit ihm heller. Weißmohn ist hierzulande seltener; Erzeuger beschreiben ihn als besonders nussig im Aroma.

Welcher besser ist, entscheidet der Geschmack: kräftig und dunkel oder mild und nussig. Verlässliche Angaben, ob Graumohn oder Weißmohn mehr oder weniger Milch aufnehmen, gibt es nicht. Wer die Sorte wechselt, kocht nach demselben Rezept und entscheidet mit der Löffelprobe, ob noch ein Löffel Milch dazukommt.


Mohnmehl oder gemahlener Mohn: zwei verschiedene Produkte

Mohnmehl klingt nach besonders fein gemahlenem Mohn, ist aber etwas anderes. Es entsteht, wenn aus Mohnsamen Öl gepresst wird: Der Presskuchen, der dabei übrig bleibt, wird gemahlen und als teilentöltes Mohnmehl verkauft. Gemahlener Mohn ist dagegen die ganze Saat mit ihrem vollen Fett.

Der Unterschied steht auf dem Etikett. Gemahlener Mohn bringt gut 40 g Fett je 100 g mit, Mohnmehl nur 10 bis 12 g, also rund ein Viertel. Dafür saugt Mohnmehl deutlich mehr Flüssigkeit: Eine Ölmühle weicht es in der zweieinhalbfachen Menge Milch ein, das Grundrezept kommt mit 250 ml auf 200 g gemahlenen Mohn aus.

Einzelne Ölmühlen empfehlen Mohnmehl trotzdem für Mohnfülle. Das funktioniert, ergibt aber eine magerere, festere Masse, der das Fett für den saftigen, cremigen Biss fehlt; die Mengen dieses Grundrezepts passen dafür nicht. Wer eine klassische Mohnfüllung kochen will, nimmt gemahlenen Mohn.

Seine Stärken hat Mohnmehl im Teig. Die Hersteller empfehlen, 10 bis 20 Prozent des Mehls in Brot, Brötchen oder Kuchen durch Mohnmehl zu ersetzen; weil es viel Flüssigkeit bindet, braucht der Teig dann etwas mehr davon. Außerdem passt es ins Müsli. Zu Hause herstellen lässt es sich nur mit einer Ölpresse, denn zuerst muss das Öl aus dem Mohn gepresst werden.

Feines graues Mehl in einer Holzschale und aus einer Papiertüte gerieselt, davor ein kleiner Holzlöffel und Mehlspuren auf einem Holzbrett
Mohnmehl ist trocken und fein – und deutlich heller als frisch gemahlener Mohn

Backfertige Mohnfüllung ersetzen oder verfeinern

Drei backfertige Mohnfüllungen aus dem Supermarkt nennen auf der Zutatenliste denselben Wert: 33 Prozent Mohn. Dazu kommen Zucker, Wasser und modifizierte Stärke, allein der Zucker macht ein gutes Drittel aus. Die selbst gekochte Masse enthält mit rund 36 Prozent kaum mehr Mohn, aber nur etwa 17 Prozent Zucker, den Milchzucker schon eingerechnet.

Beim Tausch macht sich das bemerkbar. Gebäck nach Rezepten, die mit einer Packung rechnen, wird mit der eigenen Masse etwas weniger süß. Das Rezept für den Mohnkranz empfiehlt umgekehrt, bei gekaufter Füllung den Zucker im Teig zu reduzieren.

Wer eine Packung mit 250 g backfertiger Mohnfüllung ersetzen möchte, kocht die halbe Menge des Grundrezepts: 100 g Mohn, 125 ml Milch, 40 g Zucker, 20 g Butter und 15 g Grieß. Das ergibt rund 260 g, etwa so viel wie eine Packung.

Verfeinern lässt sich jede Mohnmasse, gekauft oder selbst gekocht: mit abgeriebener Zitronen- oder Orangenschale gegen die Süße, mit 50 g in Rum eingeweichten Rosinen, 50 g gemahlenen Walnüssen, einem Löffel Honig oder etwas fein geriebener Marzipanrohmasse. Rosinen und Nüsse kommen erst in die abgekühlte Masse. In den Rezepten für den Mohnstrudel mit Nüssen und den Mohnstern aus Hefeteig kommt zur gekauften Füllung außerdem ein Eiweiß, das die Masse im Ofen bindet.


Aufbewahrung und Einfrieren

Fertige Mohnfüllung hält sich im geschlossenen Gefäß im Kühlschrank zwei bis drei Tage und zieht dabei weiter an. Vor dem Streichen steht sie eine halbe Stunde bei Raumtemperatur, ein Löffel Milch bringt die Streichfähigkeit zurück. Kalt lässt sie sich nicht dünn verteilen, ohne am Teig zu zerren.

Einfrieren lässt sie sich gut, am besten in Portionen, die zum Gebäck passen: rund 275 g für eine Teigplatte von 30 × 40 cm, die ganze Menge für einen Hefeteig aus 500 g Mehl. Eingefroren hält sie bis zu drei Monate; aufgetaut wird sie über Nacht im Kühlschrank und danach einmal kräftig durchgerührt. Wer im Advent mehrere Mohngebäcke plant, kocht die Füllung so nur einmal.

Für den Mohn selbst gilt: Ganzer Mohn hält sich dunkel und kühl etwa ein Jahr, im Gefrierfach noch länger. Gemahlener Mohn bleibt im Kühlschrank nur wenige Wochen frisch, im Gefrierfach zwei bis drei Monate.


Was schiefgeht – und woran es liegt

BeobachtungUrsacheWas hilft
Masse direkt vom Herd flüssigzu früh beurteilt, Mohn und Grieß quellen nochvollständig auskühlen lassen, dann prüfen
Auch ausgekühlt zu flüssigzu viel Milch, Grieß nicht mitgekochtmit 1 EL Grieß 1 Minute aufkochen; ohne Herd 1 bis 2 EL gemahlene Nüsse oder Semmelbrösel
Zu fest, nimmt beim Streichen den Teig mitüber Nacht nachgequollen, zu viel Grießlöffelweise Milch einrühren
Schmeckt kratzig-bitterranziger Mohnnicht verwenden, sondern entsorgen; vorher immer eine Prise probieren
Knirscht zwischen den ZähnenMohn nicht aufgebrochenfein mahlen oder gemahlenen Mohn kaufen
Setzt am Topfboden anzu viel Hitze, zu selten gerührtTopf mit dickem Boden, kleine Hitze, ständig rühren
Füllung läuft beim Backen auszu dick gestrichen, kein Rand frei2 bis 3 mm, an der Naht 1 bis 2 cm frei lassen
Teig innen feucht und klitschigMasse zu nassfester kochen, bei Obst 150 ml Milch auf 200 g Mohn

Häufige Fragen zur Mohnfüllung

Wie viel Mohnfüllung braucht man für einen Hefezopf?

Eine Teigplatte von 30 × 40 cm braucht bei gut zwei Millimetern Schichtdicke rund 275 g Mohnfüllung. Das Grundrezept mit rund 550 g reicht für zwei solche Platten, etwa für die zwei Laibe einer Babka aus 500 g Mehl. Eine Packung backfertige Füllung mit 250 g reicht knapp für eine Platte.

Was tun, wenn die Mohnfüllung zu flüssig ist?

Zuerst abwarten: Direkt vom Herd ist jede Mohnfüllung zu weich, Mohn und Grieß ziehen beim Abkühlen nach. Ist sie auch ausgekühlt noch flüssig, kommt sie mit einem Esslöffel Grieß zurück in den Topf und kocht eine Minute. Ohne Herd binden ein bis zwei Esslöffel gemahlene Nüsse oder Semmelbrösel.

Kann man Mohnfüllung mit Pudding statt Grieß machen?

Ja. Rund 20 g Vanillepuddingpulver, gut ein halbes Päckchen, ersetzen die 30 g Grieß. Das Pulver in drei Esslöffeln von der abgemessenen, kalten Milch glatt rühren, in die köchelnde Mohnmasse geben und einmal aufkochen. Die Füllung wird glatter und schmeckt nach Vanille.

Kann man Mohnfüllung ohne Kochen machen?

Ja, auf zwei Wegen. Gemahlener Mohn wird mit weniger Milch, etwa drei Vierteln seines Gewichts, nur erwärmt und quillt dann, wie bei den Kärntner Mohnzelten. Oder er wird roh mit Puderzucker, Ei, weicher Butter und etwas Mehl im Mixer zu einer Paste verarbeitet, die erst im Ofen bindet.

Kann man Mohnmehl für Mohnfüllung verwenden?

Nur mit Abstrichen. Mohnmehl ist der teilentölte Presskuchen und hat nur etwa ein Viertel des Fetts von gemahlenem Mohn, dafür saugt es viel mehr Flüssigkeit. Die Masse wird magerer und fester, die Mengen dieses Grundrezepts passen dafür nicht. Besser ersetzt Mohnmehl 10 bis 20 Prozent des Mehls im Teig.

Wie lange hält sich selbst gemachte Mohnfüllung?

Im geschlossenen Gefäß im Kühlschrank zwei bis drei Tage, eingefroren bis zu drei Monate. Vor dem Streichen eine halbe Stunde bei Raumtemperatur stehen lassen und bei Bedarf einen Löffel Milch einrühren, denn die Masse zieht beim Lagern weiter an.


Selbst gemachte Mohnfüllung in mehreren Häufchen auf einem rosa Teller, daneben ein Teelöffel, links angeschnitten eine gestreifte Schale mit gemahlenem Mohn

Mohnfüllung mit Grieß – Grundrezept vom Herd

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Gemahlener Blaumohn, in Milch mit Zucker und Butter fünf Minuten gekocht und mit Grieß gebunden. Die Masse quillt beim Abkühlen nach und ist fertig, wenn ein gehäufter Teelöffel auf dem Teller als Häufchen stehen bleibt. Rund 550 g reichen für einen Hefeteig aus 500 g Mehl, etwa für die zwei Laibe einer Babka.
Portionen 11 Portionen à 50 g
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Auskühlen 2 Stunden
Gesamtzeit 2 Stunden 25 Minuten

Kochutensilien

  • Kaffeemühle (mit Schlagmesser; nur für ganzen Mohn)
  • Topf (klein, mit dickem Boden)
  • Teigschaber
  • Schüssel (oder flacher Teller zum Auskühlen)

Zutaten
  

Für die Mohnfüllung

  • 200 g Mohn (Blaumohn; frisch gemahlen oder gemahlen gekauft)
  • 250 ml Milch (vegan: Hafer- oder Sojadrink)
  • 80 g Zucker
  • 40 g Butter (vegan: pflanzliche Butter)
  • 30 g Weichweizengrieß (oder Hartweizengrieß; alternativ rund 20 g Vanillepuddingpulver)
  • 1 TL Zitronenschale (unbehandelt, abgerieben)
  • 1 Prise Salz

Nach Wunsch

  • 50 g Rosinen (in Rum eingeweicht und abgetropft; erst in die abgekühlte Masse)
  • 2 EL Rum (zum Einweichen der Rosinen)
  • 50 g Walnüsse (gemahlen; erst in die abgekühlte Masse)

Anleitungen
 

  • MOHN PRÜFEN UND MAHLEN:
    Eine Prise Mohn pur probieren: Schmeckt er mild-nussig, ist er frisch. Kratzt es hinten im Hals, ist er ranzig und macht die Füllung bitter; dann eine neue Packung nehmen. Ganzen Mohn portionsweise in der Kaffeemühle mit Schlagmesser in kurzen Intervallen mahlen, bis die Körner aufgebrochen sind. Fertig gemahlenen Mohn direkt verwenden.
  • MILCH AUFKOCHEN:
    Für die Variante mit Vanillepuddingpulver zuerst 3 EL von der Milch abnehmen. Die übrige Milch mit Zucker, Butter und Salz in einem kleinen Topf mit dickem Boden unter Rühren aufkochen.
  • MOHN KÖCHELN:
    Den gemahlenen Mohn einrühren und bei kleiner Hitze 5 Minuten köcheln lassen. Dabei ständig über den Topfboden rühren, damit nichts ansetzt. Die Masse ist jetzt noch weich.
  • MIT GRIESS BINDEN:
    Den Grieß einrühren und weitere 2 Minuten köcheln, bis die Masse sichtbar andickt. Vom Herd nehmen und die Zitronenschale unterrühren. Mit Vanillepuddingpulver statt Grieß das Pulver in den 3 EL kalter Milch glatt rühren, einrühren und einmal aufkochen.
  • AUSKÜHLEN LASSEN:
    Die Masse in eine Schüssel füllen oder flach auf einen Teller streichen und Frischhaltefolie direkt auf die Oberfläche legen. Mindestens 2 Stunden auskühlen lassen; sie quillt dabei nach und wird deutlich fester, über Nacht im Kühlschrank noch etwas fester. Rosinen, nach Wunsch vorher in Rum eingeweicht und abgetropft, oder gemahlene Nüsse erst jetzt unterrühren.
  • LÖFFELPROBE:
    Einen gehäuften Teelöffel der abgekühlten Masse auf einen Teller setzen und 10 Sekunden warten: Sie soll als Häufchen stehen bleiben, ohne an den Rändern auszulaufen. Ist sie zu fest, löffelweise Milch einrühren. Ist sie zu weich, mit 1 EL Grieß noch einmal 1 Minute aufkochen und erneut auskühlen lassen.
    Ein gehäufter Teelöffel Mohnfüllung über einer hellen Teigplatte auf Backpapier, dahinter ein rosa Teller mit weiterer Füllung
  • VERSTREICHEN:
    Kommt die Füllung aus dem Kühlschrank, sie eine halbe Stunde bei Raumtemperatur stehen lassen. Mit dem Teigschaber in flachem Winkel 2 bis 3 mm dick auf die Teigplatte streichen, an der Nahtseite 1 bis 2 cm frei lassen. Die Menge reicht für einen Hefeteig aus 500 g Mehl, zum Beispiel für zwei Platten von 30 × 40 cm.
    Eine Hand verteilt dunkle Mohnmasse mit einem Silikonschaber auf einer dünn ausgerollten Teigplatte auf bemehlter Arbeitsfläche
  • PORTIONIEREN UND AUFBEWAHREN:
    Übrige Füllung im geschlossenen Gefäß 2 bis 3 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Zum Einfrieren in Portionen teilen, die zum Gebäck passen, rund 275 g für eine Teigplatte von 30 × 40 cm, und bis zu 3 Monate einfrieren. Über Nacht im Kühlschrank auftauen und vor dem Streichen kräftig durchrühren.
    Gestreifte Schale mit gemahlenem Mohn und ein rosa Teller mit drei Häufchen Mohnfüllung und einem Teelöffel von oben, daneben eine in Papier gerollte Teigplatte auf kariertem Küchentuch

Notizen

Tipps:
  • Direkt vom Herd ist jede Mohnmasse zu weich. Beurteilt wird erst die ausgekühlte Masse mit der Löffelprobe.
  • Bei Obst in der Füllung, etwa Kirschen, die Masse mit 150 ml Milch kochen. Für Blätterteig ebenso fest kochen und dünn streichen.
  • Kalt binden 1 bis 2 EL gemahlene Nüsse oder Semmelbrösel eine zu weiche Masse, wenn sie nicht noch einmal in den Topf soll; mehr als 2 EL auf 250 g machen die Füllung mehlig im Geschmack.
  • Kratzt der Mohn schon vor dem Kochen im Hals, ist er ranzig. Solchen Mohn nicht verwenden, sondern entsorgen.
Ausbeute: 200 g Mohn ergeben rund 550 g Mohnfüllung, genug für einen Hefeteig aus 500 g Mehl: zwei Platten von 30 × 40 cm, gut 2 mm dick gestrichen. Eine Platte dieser Größe braucht rund 275 g. Die halbe Menge (100 g Mohn, 125 ml Milch, 40 g Zucker, 20 g Butter, 15 g Grieß) ergibt rund 260 g und ersetzt eine Packung backfertige Mohnfüllung mit 250 g.
Aufbewahrung: Im geschlossenen Gefäß 2 bis 3 Tage im Kühlschrank, portionsweise eingefroren bis zu 3 Monate. Vor dem Streichen eine halbe Stunde bei Raumtemperatur stehen lassen, bei Bedarf einen Löffel Milch einrühren.
Variationen: Mit rund 20 g Vanillepuddingpulver statt Grieß wird die Masse glatter und schmeckt nach Vanille. Vegan mit Hafer- oder Sojadrink und pflanzlicher Butter. Zum Verfeinern Orangenschale statt Zitronenschale, 1 EL Honig oder etwas geriebene Marzipanrohmasse.
Nährwerte: berechnet ohne Rosinen, Rum und Walnüsse.

Nährwerte

Portion: 50gKalorien: 178kcalKohlenhydrate: 11.1gEiweiß: 5.4gFett: 11.6gGesättigte Fettsäuren: 3.3gNatrium: 27mgBallaststoffe: 3.9gZucker: 8.5g
Gericht: Grundrezepte, Tortenfüllung
Küche: Europäisch, Mitteleuropäisch, Osteuropäisch
Ernährungsform: Vegetarisch
Schlagwort: Advent, einfach, Ganzjahresrezepte, Hefeteig Gebäck, klassisch, selbstgemacht, Vom Herd, Weihnachten

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Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise für die private Küche. Mohnsamen können Opiumalkaloide wie Morphin enthalten, die vor allem bei der Ernte auf die Körner gelangen. Die VO (EU) 2023/915 begrenzt den Gehalt, gemessen an Morphin und Codein, auf 20 mg je Kilogramm Mohnsamen und 1,5 mg je Kilogramm Backware mit Mohn. Waschen, Mahlen und Backen senken den Gehalt; das BfR rät besonders in der Schwangerschaft von großen Mengen stark mohnhaltiger Speisen ab. Verwenden Sie nur Back- oder Speisemohn aus dem Lebensmittelhandel und bereiten Sie aus Mohn keine Getränke zu. Die Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung, alle Angaben sind sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr.


Womit binden Sie Ihre Mohnfüllung – mit Grieß, mit Pudding oder gar nicht? Schreiben Sie es gern in die Kommentare, besonders spannend ist, wie viel Milch Sie auf 200 g Mohn nehmen.

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