Pflaumen-Tarte mit Mürbeteig-Gitter

Fruchtige Gitter-Tarte

Saftige Pflaumen unter einem goldbraun geflochtenen Mürbeteig-Gitter – mit dem Kniff, der den Boden trotz aller Fruchtsäfte knusprig hält.

21. August 2026
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Pflaumen-Tarte mit Mürbeteig-Gitter

Die meisten Pflaumenkuchen scheitern am selben Punkt: Der Boden weicht unter den saftigen Früchten durch. Diese Tarte löst das mit zwei einfachen Kniffen – und trägt dabei ein von Hand geflochtenes Teiggitter, das sie zum Blickfang jeder Kaffeetafel macht.


Was diese Pflaumen-Tarte besonders macht

Pflaumen-Tarte mit Mürbeteig-Gitter ist die elegantere Schwester des schnellen Blechkuchens: Statt eines offenen Belags liegt hier ein von Hand geflochtenes Teiggitter über den Früchten, eingefasst von einer aus zwei Strängen gedrehten Teigkordel am Rand. In einer runden Form mit Wellenrand gebacken, sieht sie aus wie aus der Konditorei – dabei steckt hinter dem hübschen Muster nichts weiter als etwas Geduld beim Ausrollen und Legen.

Der Unterschied zu einer rustikalen Galette, die frei auf dem Blech gefaltet wird, liegt in der Form und im Gitter: Die Tarte bekommt ihren sauberen, hohen Rand aus der Backform, und das geschlossene Gittermuster hält die Früchte an ihrem Platz, während es sie zugleich hindurchleuchten lässt. So verbindet sie das Rustikale des Pflaumenkuchens mit der klaren Optik einer klassischen Obsttarte.


Ungebackene Pflaumen-Tarte mit von Hand geflochtenem hellem Mürbeteig-Gitter und gedrehter Teigkordel als Rand, daneben ein Korb dunkler Pflaumen
Vor dem Backen: Das helle Gitter ist echt verwoben, der Rand ist eine aus zwei Strängen gedrehte Kordel, die die Streifenenden bedeckt.

Der Mürbeteig: mürbe, aber stabil genug zum Flechten

Die Grundlage ist ein klassischer Mürbeteig aus Mehl, kalter Butter, Zucker und einem Ei. Wichtig ist die kalte Butter: In feinen Würfeln wird sie mit den Fingerspitzen zu Streuseln verrieben, bevor das Ei hinzukommt. So bleiben winzige Butterstückchen im Teig, die beim Backen für die mürbe, zart-blättrige Textur sorgen. Danach wird der Teig nur kurz verknetet – je weniger, desto mürber wird das Ergebnis.

Anschließend muss der Teig ruhen. Mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank sorgt dafür, dass er sich später gut ausrollen lässt und beim Backen nicht zu stark zusammenzieht. Ein gut gekühlter Mürbeteig ist auch die Voraussetzung für ein sauberes Gitter: Kalte, feste Streifen lassen sich heben und flechten, ohne zu reißen. Wird der Teig zwischendurch zu weich, hilft es, ihn kurz noch einmal kalt zu stellen.

Wer den Teig etwas nussiger und bröseliger mag, kann einen Teil des Mehls durch gemahlene Mandeln ersetzen – das passt hervorragend zu den Pflaumen und macht den Boden noch stabiler gegenüber dem Fruchtsaft. Für die Menge gilt: Etwa 50 Gramm Mehl lassen sich problemlos gegen gemahlene Mandeln tauschen, ohne dass der Teig an Halt verliert.


Warum der Boden knusprig bleibt

Das ist der Kniff, an dem viele Pflaumenkuchen scheitern. Pflaumen geben beim Backen reichlich Saft ab, und dieser Saft ist der natürliche Feind eines knusprigen Bodens – er zieht ein und weicht den Teig auf. Zwei einfache Handgriffe verhindern genau das, ganz ohne Vorbacken.

Zum einen wird der ausgelegte Boden vor den Früchten dünn mit Semmelbröseln oder gemahlenen Mandeln bestreut. Diese Schicht wirkt wie ein kleiner Schwamm: Sie saugt die austretende Flüssigkeit auf, bevor sie den Teig erreicht. Zum anderen werden die Pflaumen mit etwas Speisestärke vermengt. Die Stärke bindet den Saft direkt in der Frucht, sodass er nicht davonläuft, sondern zu einem sämigen, glänzenden Fruchtsaft geliert. Zusammen sorgen beide Kniffe dafür, dass der Boden auch am nächsten Tag noch angenehm fest ist.


Goldbraun gebackene Pflaumen-Tarte mit glänzendem Mürbeteig-Gitter und gedrehter Kordel in der dunklen Tarteform, seitlich fotografiert
Nach dem Backen glänzt das Gitter goldbraun, und zwischen den Streifen schimmert die goldgelbe Pflaumenfüllung hervor.

Der Teig wird gedrittelt, nicht halbiert

Ein Punkt entscheidet darüber, ob die Tarte am Ende aussieht wie auf den Bildern: die Aufteilung des Teigs. Gebraucht werden drei Portionen, nicht zwei. Etwa 320 Gramm kleiden die Form aus, rund 150 Gramm ergeben die zwölf Gitterstreifen, und noch einmal etwa 130 Gramm sind für die gedrehte Kordel am Rand nötig. Wer nach der verbreiteten Faustregel „zwei Drittel für den Boden, der Rest für das Gitter“ arbeitet, steht nach dem Flechten mit leeren Händen da – für die Kordel bleibt dann schlicht nichts mehr übrig.

Deshalb lohnt sich der kurze Griff zur Waage, solange der Teig noch weich ist. Die drei Portionen werden einzeln flach gedrückt, gewickelt und gekühlt; so lässt sich jede zum passenden Zeitpunkt herausnehmen, während die übrigen kalt bleiben.


Das Gitter von Hand flechten

Das geflochtene Gitter sieht kunstvoll aus, ist aber leichter, als es wirkt. Die mittlere Teigportion wird etwa 3 mm (0,1 in) dünn ausgerollt und mit einem Messer in zwölf Streifen von rund 2 cm (0,8 in) Breite geschnitten – die etwas breiteren Streifen ergeben genau das kräftige Muster aus sechs mal sechs Bahnen, das die Tarte auf den Bildern trägt. Dann werden die Streifen abwechselnd über- und untereinander gelegt: Zuerst kommen alle sechs Streifen in eine Richtung auf die Früchte, danach wird jeder zweite zurückgeschlagen, quer ein neuer Streifen aufgelegt und die zurückgeschlagenen wieder heruntergeklappt. So entsteht das typische Korbmuster.

Wer sich das echte Flechten nicht zutrauen möchte, legt die Streifen einfach in zwei Richtungen übereinander, ohne sie zu verweben. Das Muster wirkt dann flacher, weil die Streifen nicht über- und untereinander tauchen, hübsch bleibt es trotzdem. Ein Anstrich aus verquirltem Eigelb und Milch gibt dem Gitter beim Backen seinen goldbraunen Glanz und die typische streifige Bräunung auf den erhabenen Stellen.


Die gedrehte Kordel am Rand

Die Kordel ist das Detail, das die Tarte von einem gewöhnlichen Gitterkuchen unterscheidet – und sie entsteht nicht nebenbei, sondern in einem eigenen Arbeitsschritt. Die dritte Teigportion wird halbiert, und jede Hälfte zu einem etwa 90 cm (35 in) langen, gut 1 cm (0,4 in) dicken Strang gerollt. Beide Stränge kommen nebeneinander und werden locker umeinander gedreht, bis eine Kordel von etwa 1,5 bis 2 cm (0,6 bis 0,8 in) Breite entstanden ist.

Diese Kordel wird als geschlossener Ring auf den flach über den Formrand gelegten Teigüberstand gesetzt – und zwar so, dass sie die Enden der Gitterstreifen bedeckt und festhält. Genau dadurch bekommt der Rand seine saubere Kante, ohne dass etwas abgeschnitten werden muss. Reißt ein Strang beim Rollen, ist das kein Beinbruch: Mürbeteig mit viel Zucker ist kurz und mag keine langen Stränge. Dann rollt man ihn einfach in zwei oder drei Stücken, verstreicht die Stöße mit feuchten Fingern und schiebt sie beim Auflegen unter eine Drehung – sehen wird man davon später nichts.


Welche Frucht — und warum sie mit dem Schnitt nach oben liegt

Auf den Bildern liegen runde Pflaumen: breite, füllige Hälften mit hellgrün-gelbem Fruchtfleisch und dunkelvioletter Schale. Bei dieser Sorte sitzt der Stein oft fest im Fleisch und lässt sich nicht einfach herausdrehen – er wird mit der Messerspitze rundherum eingeschnitten und herausgelöst. Das kostet ein paar Minuten mehr, dafür ergeben die breiten Hälften genau die dichte, goldgelbe Fläche unter dem Gitter.

Zwetschgen sind die länglichen, festeren Früchte mit dem dunkelblauen Schimmer. Sie lösen sich leichter vom Stein und behalten beim Backen sehr gut ihre Form, ergeben aber schmalere Hälften und eine dunklere, rötlichere Füllung. Beide Varianten schmecken hervorragend, das Bild im Anschnitt fällt nur unterschiedlich aus. Bei sehr saftigen Früchten lohnt sich ein zusätzlicher Teelöffel Speisestärke im Belag.

Wichtiger als die Sorte ist, wie die Hälften eingelegt werden: flach, in einer einzigen Lage und mit der Schnittfläche nach oben, nicht gestapelt und nicht geschuppt. So dickt der austretende Saft an der Oberfläche ein und die Füllung leuchtet goldgelb durch das Gitter. Liegt die Haut oben, färbt die Schale den Belag dunkelviolett – ein völlig anderes Bild. Für eine Form von 26 cm (10 in) reichen dafür rund 600 Gramm entsteinte Hälften; mehr passt nicht in eine Lage, und aufgetürmte Früchte drücken das Gitter nach oben und geben deutlich mehr Saft ab.


Nahaufnahme der ungebackenen Pflaumen-Tarte mit hellem Mürbeteig-Gitter, halbierten runden Pflaumen mit Stein und einem kleinen Messer
Runde Pflaumen mit fest sitzendem Stein – gut am Anschnitt zu erkennen. Unter dem Gitter liegen die Hälften flach mit der Schnittfläche nach oben.

Varianten und Aromen

So klassisch die Grundtarte ist, so dankbar nimmt sie kleine Abwandlungen an. Im Teig macht ein Löffel Marzipan oder ein Teil gemahlener Mandeln aus dem Mürbeteig eine feine, nussige Basis, die wunderbar mit dem säuerlichen Pflaumenaroma harmoniert. Der Zimt steht im Rezept als freiwillige Zutat: Wer die Tarte herbstlich-weihnachtlich mag, nimmt den ganzen Teelöffel und ergänzt eine Messerspitze gemahlenen Sternanis; wer das reine Fruchtaroma vorzieht, lässt beides weg. Auch etwas abgeriebene Zitronen- oder Orangenschale bringt Frische in die Füllung.

Bei der Frucht selbst sind ebenfalls Varianten möglich. Ein Teil der Pflaumen lässt sich durch Äpfel oder Birnen ersetzen; sie geben weniger Saft ab und sorgen für eine etwas festere Füllung. Wer den herbstlichen Charakter betonen möchte, mischt eine Handvoll Rosinen oder gehackte Walnüsse unter die Pflaumen. Ein kleiner Schuss Rum oder Amaretto, über die Früchte geträufelt, hebt das Aroma zusätzlich – dann wird aus der einfachen Tarte ein festliches Gebäck für besondere Anlässe.


Servieren und aufbewahren

Nach dem Backen sollte die Tarte in der Form vollständig auskühlen – bei einer Form von 26 cm (10 in) dauert das gut zwei Stunden. Das ist wichtig, damit der gebundene Fruchtsaft fest wird und sich die Stücke später sauber schneiden lassen; frisch aus dem Ofen wäre die Füllung noch zu flüssig. Angeschnitten wird direkt in der Form, gestürzt wird die Tarte nicht.

Kurz vor dem Servieren kommt eine feine Schicht Puderzucker über das ausgekühlte Gitter – erst dann, denn auf der warmen Tarte würde er sofort verlaufen. Dazu passt für den festlichen Auftritt eine Kugel Vanilleeis oder ein Klecks Schlagsahne. Ein kräftiger Kaffee oder ein Glas kühler Weißwein passen ebenso dazu wie eine Tasse Tee am Nachmittag. Weil sich die Tarte gut vorbereiten lässt, ist sie ein dankbares Rezept für Besuch: Am Vortag gebacken, muss sie am Tag selbst nur noch angeschnitten werden.

Abgedeckt hält sich die Tarte bei Zimmertemperatur zwei bis drei Tage und schmeckt am zweiten Tag fast noch besser, wenn die Aromen durchgezogen sind. Sie lässt sich auch gut einfrieren und portionsweise wieder auftauen – so hat man ein Stück Pflaumenzeit auch im Winter parat.


Wie bleibt der Boden der Pflaumen-Tarte knusprig?

Zwei Kniffe helfen: Der Boden wird vor dem Belegen mit Semmelbröseln oder gemahlenen Mandeln bestreut, die den Saft aufsaugen, und die Pflaumen werden mit etwas Speisestärke vermengt, die den Saft bindet. So weicht der Mürbeteig nicht durch.

Kann man statt Zwetschgen auch Pflaumen nehmen?

Ja. Zwetschgen behalten besser ihre Form, rundere Pflaumen schmecken aber ebenso gut. Da sie mehr Saft abgeben, empfiehlt sich dann ein zusätzlicher Teelöffel Speisestärke im Belag.

Muss man das Gitter wirklich flechten?

Nein. Wer möchte, legt die Teigstreifen einfach in zwei Richtungen übereinander, ohne sie zu verweben. Das Muster wirkt dann flacher, weil die Streifen nicht über- und untereinander tauchen, und die Früchte leuchten ebenso schön hindurch.

Wie viel Teig braucht man für die gedrehte Kordel am Rand?

Etwa 130 Gramm, also gut ein Fünftel des gesamten Teigs. Deshalb wird der Teig in drei Portionen geteilt – rund 320 Gramm für den Boden, 150 Gramm für das Gitter und 130 Gramm für die Kordel. Nach der Faustregel „zwei Drittel Boden, ein Drittel Gitter“ bleibt für die Kordel nichts übrig.

Warum liegen die Pflaumen mit der Schnittfläche nach oben?

Weil so der austretende Saft an der Oberfläche eindickt und die Füllung goldgelb durch das Gitter leuchtet. Liegt die Haut oben, färbt die Schale den Belag dunkelviolett. Außerdem passen die Hälften flach in eine einzige Lage, ohne das Gitter anzuheben.

Kann man die Tarte einfrieren?

Ja, die ausgekühlte Tarte lässt sich gut einfrieren. Am besten in Stücke schneiden und einzeln einfrieren, dann kann man portionsweise auftauen.


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Fertige, goldbraun gebackene Pflaumen-Tarte mit Mürbeteig-Gitter und gedrehter Kordel, mit Puderzucker bestäubt, schräg von der Seite fotografiert

Pflaumen-Tarte mit Mürbeteig-Gitter

Diese Pflaumen-Tarte mit Mürbeteig-Gitter ist ein Klassiker der Kaffeetafel: ein knuspriger Mürbeteigboden, belegt mit halbierten Pflaumen, darüber ein von Hand geflochtenes Teiggitter und eine gedrehte Teigkordel als Rand, die die Tarte wie aus der Konditorei aussehen lässt. Das Besondere ist die Technik: Eine dünne Schicht Semmelbrösel unter den Früchten und ein wenig Speisestärke im Belag fangen den Pflaumensaft auf, sodass der Boden knusprig bleibt und nicht durchweicht. Die Pflaumenhälften liegen mit der Schnittfläche nach oben – so karamellisiert der Saft an der Oberfläche und die Füllung wird goldgelb statt dunkel. Das geflochtene Gitter lässt die Früchte hindurchleuchten und wird beim Backen goldbraun. Eine rustikale, fruchtige Tarte, die im Spätsommer und Herbst zur Pflaumenzeit einfach dazugehört.
Portionen 12 Stücke
Vorbereitungszeit 50 Minuten
Zubereitungszeit 50 Minuten
Gesamtzeit 4 Stunden

Kochutensilien

  • Runde Tarteform mit Wellenrand (ca. 26 cm / 10 in)
  • Nudelholz
  • Küchenwaage (zum Abteilen der drei Teigportionen)

Zutaten
  

Für den Mürbeteig

  • 300 g Mehl
  • 150 g kalte Butter (in Würfeln)
  • 100 g Zucker
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL kaltes Wasser (bei Bedarf)
  • 1 TL weiche Butter (zum Fetten der Form)

Für den Pflaumenbelag

  • 600 g Pflaumen (entsteint gewogen, halbiert; runde Pflaumen oder Zwetschgen)
  • 3 EL Zucker (je nach Süße der Früchte)
  • 1 EL Speisestärke
  • 1 TL gemahlener Zimt (optional)
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 EL Semmelbrösel oder gemahlene Mandeln (zum Bestreuen des Bodens)

Zum Bestreichen und Bestäuben

  • 1 Eigelb
  • 1 EL Milch
  • 1 EL Puderzucker (zum Bestäuben nach dem Backen)

Anleitungen
 

  • Mürbeteig kneten:
    Mehl, Zucker und Salz mischen. Die kalte Butter in Würfeln dazugeben und mit den Fingerspitzen zu feinen Streuseln verreiben. Das Ei und bei Bedarf einen Esslöffel kaltes Wasser zugeben und rasch zu einem glatten Teig verkneten.
  • Teig dritteln und kühlen:
    Den Teig in drei ungleiche Portionen teilen: etwa 320 g für den Boden, etwa 150 g für das Gitter und etwa 130 g für die gedrehte Randkordel. Diese Aufteilung ist wichtig – wird nur ein Drittel für alles Übrige zurückbehalten, reicht der Teig für die Kordel nicht mehr. Jede Portion flach drücken, einzeln in Folie wickeln und mindestens 30 Minuten kalt stellen.
  • Pflaumen vorbereiten:
    Die Pflaumen waschen und halbieren. Bei runden Pflaumen löst sich der Stein oft nicht von allein – dann mit der Messerspitze rund um den Stein einschneiden und ihn herauslösen. 600 g entsteinte Hälften abwiegen. Mit Zucker, Speisestärke, Zimt und Zitronensaft mischen und kurz durchziehen lassen.
  • Boden auskleiden:
    Die 320-g-Portion auf wenig Mehl zu einem Kreis von etwa 34 cm (13 in) Durchmesser und rund 3 mm (0,1 in) Stärke ausrollen. Die Tarteform mit weicher Butter fetten, den Teig hineinlegen, an Boden und Rand andrücken und den Überstand flach über den Formrand nach außen legen – er bleibt liegen und trägt später die Kordel.
    Den Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen und gleichmäßig mit Semmelbröseln oder gemahlenen Mandeln bestreuen – sie fangen später den austretenden Saft auf.
  • Belegen:
    Die Pflaumenhälften mit der Schnittfläche nach oben flach in einer einzigen Lage nebeneinander auf den Boden setzen, nicht stapeln und nicht schuppen. Zum Rand hin bleibt ein schmaler freier Streifen. Die Schnittflächen nach oben sind entscheidend für die Optik: So karamellisiert der Saft und die Füllung wird goldgelb – liegt die Haut oben, wird sie dunkel violett.
  • Gitter flechten:
    Die 150-g-Portion etwa 3 mm (0,1 in) dünn ausrollen und mit dem Messer in 12 Streifen von etwa 2 cm (0,8 in) Breite schneiden. Sechs Streifen in gleichmäßigem Abstand über die Früchte legen.
    Dann jeden zweiten Streifen zur Hälfte zurückschlagen, einen Querstreifen auflegen, die zurückgeschlagenen Streifen wieder herunterklappen – und im Wechsel weiterarbeiten, bis alle sechs Querstreifen echt verwoben sind.
    Die Enden am Rand einfach überstehen lassen.
  • Gedrehte Kordel formen:
    Die 130-g-Portion halbieren und jede Hälfte zu einem etwa 90 cm (35 in) langen, rund 1 cm (0,4 in) dicken Strang rollen. Reißt der Strang, in zwei bis drei kürzeren Stücken arbeiten und die Stöße später verstecken.
    Beide Stränge nebeneinander legen und locker umeinander drehen, sodass eine Kordel von etwa 1,5 bis 2 cm (0,6 bis 0,8 in) Breite entsteht.
    Die Kordel als Ring auf den flachen Teigrand legen, sodass sie die Enden der Gitterstreifen bedeckt, und leicht andrücken.
    Ungebackene Pflaumen-Tarte mit von Hand geflochtenem hellem Mürbeteig-Gitter und gedrehter Teigkordel als Rand, daneben ein Korb dunkler Pflaumen
  • Bestreichen & backen:
    Das Eigelb mit der Milch verquirlen und Gitter und Kordel damit bestreichen. Im auf 190 °C (374 °F) vorgeheizten Ofen (Ober-/Unterhitze) etwa 45 bis 50 Minuten backen, bis das Gitter goldbraun ist und die Füllung sichtbar Blasen wirft.
  • Auskühlen & servieren:
    Die Tarte in der Form vollständig auskühlen lassen – das dauert etwa zwei Stunden und ist nötig, damit die Füllung fest wird und sich sauber schneiden lässt. Zum Servieren mit Puderzucker bestäuben. Die Tarte wird in der Form angeschnitten und nicht gestürzt.
    Fertige, goldbraun gebackene Pflaumen-Tarte mit Mürbeteig-Gitter und gedrehter Kordel, mit Puderzucker bestäubt, schräg von der Seite fotografiert

Notizen

Warum der Teig gedrittelt wird: Für Boden, Gitter und Kordel wird der Teig in drei feste Portionen geteilt – etwa 320 g, 150 g und 130 g. Wer nur „zwei Drittel für den Boden, den Rest für das Gitter“ abmisst, hat nach dem Flechten zu wenig Teig übrig, um die Kordel zu drehen. Ein kurzer Blick auf die Waage spart hier später Ärger.
Warum der Boden knusprig bleibt: Pflaumen geben beim Backen viel Saft ab, der einen Mürbeteigboden schnell durchweichen lässt. Zwei einfache Kniffe verhindern das: eine dünne Schicht Semmelbrösel oder gemahlene Mandeln direkt auf dem Boden saugt die Flüssigkeit auf, und ein wenig Speisestärke im Belag bindet den Saft, sodass er nicht davonläuft.
Schnittfläche nach oben: Die Pflaumenhälften liegen flach mit der Schnittfläche nach oben in einer einzigen Lage. So wird der Saft an der Oberfläche eingedickt und die Füllung leuchtet goldgelb durch das Gitter. Liegen die Hälften mit der Haut nach oben, färbt die Schale die Füllung dunkelviolett – ein völlig anderes Bild.
Zwetschge oder Pflaume? Beide funktionieren. Runde Pflaumen sind saftiger und ihr Stein sitzt oft fest, sodass er herausgeschnitten werden muss; dafür sind ihre breiten Hälften genau die, die auf den Bildern liegen. Zwetschgen sind fester und lösen sich leichter vom Stein, ergeben aber schmalere Hälften und eine dunklere, rötlichere Füllung. Bei sehr saftigen Früchten lohnt ein zusätzlicher Teelöffel Speisestärke.
Der Teig muss kalt bleiben: Mürbeteig lässt sich am besten kühl verarbeiten. Ist er zu warm und weich, reißen die Gitterstreifen. Bei warmer Küche den ausgerollten Teig zwischendurch noch einmal kurz kalt stellen.
Wenn die Kordel reißt: Dieser Mürbeteig ist durch den hohen Zuckeranteil kurz und mag keine langen Stränge. Reißt ein Strang beim Rollen, ihn einfach in zwei oder drei Stücken rollen, die Stöße mit feuchten Fingern verstreichen und beim Auflegen unter eine Drehung schieben – sichtbar ist davon später nichts.
Gitter ganz einfach: Wer sich das echte Weben nicht zutraut, legt die Streifen einfach in zwei Richtungen übereinander. Das Muster wirkt dann flacher als auf den Bildern, hübsch ist es trotzdem.
Servier-Tipp: Lauwarm mit einer Kugel Vanilleeis oder einem Klecks Schlagsahne ist diese Tarte ein kleines Fest. Kalt schmeckt sie am nächsten Tag fast noch besser, wenn die Aromen durchgezogen sind.
Aufbewahrung: Abgedeckt hält sich die Tarte bei Zimmertemperatur 2 bis 3 Tage. Sie lässt sich auch gut einfrieren und portionsweise auftauen; der Puderzucker kommt dann erst nach dem Auftauen darauf.

Nährwerte

Portion: 1gKalorien: 270kcalKohlenhydrate: 37gEiweiß: 4gFett: 12gNatrium: 35mgBallaststoffe: 2gZucker: 17g
Gericht: Backwaren, Tarte
Küche: Deutsch, Europäisch, Mitteleuropäisch
Ernährungsform: Vegetarisch
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📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für alle, die zur Pflaumenzeit einen Kuchen backen möchten, der etwas hermacht, ohne kompliziert zu sein – und die genug von durchgeweichten Böden haben. Die Tarte gelingt auch Backanfängern und lässt sich gut vorbereiten.

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