Fruchtconfit für Torteneinlagen kochen – Menge, Kochpunkt und Bindeprobe
Eine Torteneinlage ist im Anschnitt nur ein roter Streifen von einem Zentimeter. Sie entscheidet trotzdem über den ganzen Eindruck: Ohne sie schmeckt jede Mousse-Torte nach Sahne, mit ihr nach Frucht.
Eine Einlage – im Handwerk auch Einleger genannt – ist eine vorgefertigte Scheibe aus gebundener Frucht, die tiefgekühlt in die Torte wandert. Sie wird nicht in die Torte gegossen, sondern getrennt gekocht, in einem Ring ausgehärtet, eingefroren und erst dann eingesetzt. Genau dieser Umweg macht die saubere Kante im Anschnitt möglich, die man aus der Vitrine kennt.
Der heikle Teil passiert dabei am Herd, lange bevor irgendetwas nach Torte aussieht. Zu weich gekocht, und die Scheibe lässt sich nicht aus dem Ring lösen. Zu fest, und sie liegt später als gummiartiger Fremdkörper in der Mousse. Diese Anleitung zeigt, wie viel Masse ein Ring wirklich fasst, welches Verhältnis aus Püree, Zucker und Pektin gefriertauglich ist, wann der Topf vom Herd kommt und woran das zu erkennen ist.
- Confit, Kompott, Coulis und Gelee – vier Namen, vier Konsistenzen
- Wie viel Masse ein Ring wirklich fasst
- Das Grundverhältnis für eine gefriertaugliche Einlage
- Der Ablauf am Herd
- Warum die Farbe kippt – und was sie verrät
- Die Bindeprobe: drei Wege, einer davon zuverlässig
- Säure erst zum Schluss
- Passieren oder stückig lassen
- Was schiefgeht
- Pektin, Gelatine oder Stärke – was eine Tiefkühlung übersteht
- Vorbereiten, lagern, portionieren
- Rezepte zum Weiterlesen
Confit, Kompott, Coulis und Gelee – vier Namen, vier Konsistenzen
Die Begriffe werden in Rezepten munter durcheinandergeworfen, dabei beschreiben sie vier klar unterscheidbare Zustände derselben Frucht.
| Bezeichnung | Bindemittel | Konsistenz | Taugt als gefrorene Einlage |
|---|---|---|---|
| Coulis | keines | flüssig, gießbar | nein – friert zu einem Eisplättchen |
| Kompott | wenig oder keines | Stücke in Sirup | nur mit Zusatzbindung |
| Confit | Pektin | schnittfest, streichbar, leicht trüb | ja – der Standardfall |
| Gelee | Gelatine oder Agar | klar, elastisch bis spröde | eingeschränkt, siehe unten |
Confit ist im Tortenbau der Normalfall: fein passierte oder leicht stückige Frucht, mit Pektin gebunden, nach dem Auftauen weich genug, um mit der Mousse zusammen auf dem Löffel zu landen. Genau das ist der Anspruch – die Einlage soll sich einfügen, nicht als eigenes Bauteil auffallen.
Ein Gelee aus Gelatine sieht im Ring zunächst besser aus, weil es klarer ist. Nach dem Auftauen zeigt sich der Unterschied: Gelatinegele verlieren beim Gefrieren ihre Struktur und setzen Wasser ab, das sich als klarer Rand um die Fruchtschicht sammelt. Für Desserts, die nie eingefroren werden, ist Gelatine dagegen völlig richtig – nachzulesen in Fruchtpüree für Schichtdesserts binden.
Wie viel Masse ein Ring wirklich fasst
Die häufigste Verschätzung im ganzen Ablauf. Eine Einlage sieht nach wenig aus, und trotzdem reicht ein einzelnes Glas Püree selten für einen Ring von 18 cm.
Die Rechnung ist einfacher, als sie klingt: Volumen ist Kreisfläche mal Höhe, und ein gekochtes Fruchtconfit wiegt etwa 1,1 g je Kubikzentimeter. Für die üblichen Größen bei 12 mm Schichtdicke ergibt das:
| Ring-Ø der Einlage | Passend zu Torte | Volumen bei 12 mm | Fertige Masse |
|---|---|---|---|
| 14 cm | 16 cm | 185 cm³ | rund 200 g |
| 16 cm | 18 cm | 241 cm³ | rund 270 g |
| 18 cm | 20 cm | 305 cm³ | rund 340 g |
| 20 cm | 22 cm | 377 cm³ | rund 420 g |
Diese Zahlen gelten für die fertige Masse nach dem Kochen. Beim Einkochen verdampft Wasser, je nach Frucht und Topfdurchmesser zwischen 8 und 12 Prozent. Wer 340 g Einlage braucht, wiegt deshalb rund 380 g Püree ein und nicht 340 g.
Ich rechne zusätzlich immer 10 Prozent Verlust für den Topf und den Teigschaber dazu. Was am Rand kleben bleibt, klingt nach nichts, fehlt aber genau dann, wenn der Ring zu drei Vierteln gefüllt ist und der Topf leer.
Die goldene Regel
Die Einlage hat immer 2 cm weniger Durchmesser als die fertige Torte. Bei einem Tortenring von 20 cm wird die Einlage in einem Ring von 18 cm gefroren. So bleibt rundum ein Zentimeter Creme stehen und die Frucht taucht an der Außenkante nicht auf.
Das Grundverhältnis für eine gefriertaugliche Einlage
Ein Confit für die Torte ist keine Marmelade. Marmelade lebt von Zucker als Konservierung und braucht davon mindestens die halbe Fruchtmenge; eine Einlage wandert ohnehin in die Tiefkühlung und darf deshalb deutlich weniger süß sein.
Das Verhältnis, das bei praktisch jeder Beere und jedem Steinobst funktioniert, bezogen auf 500 g passiertes Püree:
- 50 g Zucker – das sind 10 Prozent, gerade genug für den Geschmack und als Trägerstoff für das Pektin
- 5 g NH-Pektin – entspricht 10 g je Kilogramm Püree
- 3 g Zitronensaft – bei milden Früchten stattdessen 5 bis 8 g Zitronensäurelösung 1 : 1, siehe unten
- optional 20 g Glukosesirup für eine geschmeidigere Textur nach dem Auftauen
Der Zucker hat hier zwei Aufgaben, und die zweite ist die wichtigere: Er wird vor dem Kochen mit dem Pektin vermischt. Pektinpulver, das pur in Flüssigkeit fällt, quillt an der Oberfläche sofort auf und schließt trockenes Pulver im Inneren ein – daraus werden Klümpchen, die sich nicht mehr auflösen. Der Zucker hält die Pektinteilchen auf Abstand, bis sie einzeln benetzt sind.
Dafür gilt eine Untergrenze: mindestens fünf Teile Zucker auf einen Teil Pektin. Das Grundverhältnis oben liegt mit 50 g Zucker auf 5 g Pektin bei 1 : 10 und damit deutlich darüber – wer den Zucker weiter senkt, muss die Grenze im Auge behalten und notfalls einen Teil des Pürees als Trägermittel nehmen.
Warum es NH-Pektin sein sollte und worin sich Apfelpektin, gelbes Pektin und Gelierzucker davon unterscheiden, ist ein Thema für sich – kurz gesagt: NH-Pektin geliert auch bei niedrigem Zuckeranteil und lässt sich, falls die Masse zu fest geraten ist, noch einmal erwärmen und neu gießen.
Der Ablauf am Herd
Die Reihenfolge ist bei Pektin nicht verhandelbar, und sie unterscheidet sich in einem Punkt von allem, was man von Stärke kennt: Es wird kalt begonnen und heiß aufgehört.

Erstens: Püree in den kalten Topf. Ein breiter Topf mit dickem Boden ist besser als ein hoher, weil die Verdunstungsfläche größer ist und die Masse nicht so lange am Herd steht. Tiefgekühlte Früchte vorher auftauen, das ausgetretene Wasser aber nicht mit in den Topf geben – sonst kocht man zwanzig Minuten lang nur Flüssigkeit weg.
Zweitens: auf etwa 40 °C erwärmen. Kalt löst sich Pektin schlecht, kochend heiß verklumpt es. Handwarm ist der Bereich, in dem beides nicht passiert.
Drittens: das Zucker-Pektin-Gemisch einrieseln lassen, während der Schneebesen läuft. Nicht schütten, sondern aus etwas Höhe rieseln lassen: So verteilen sich die Körner in der Bewegung, statt als Klumpen auf der Oberfläche zu landen.
Viertens: aufkochen und eine Minute sprudelnd kochen lassen. Das ist der Schritt, an dem am häufigsten gespart wird. Pektin bindet erst, wenn die Masse wirklich kocht – dicklich aussehen genügt nicht. Eine Minute reicht dabei völlig; wer fünf Minuten kocht, baut das Pektin durch die Fruchtsäure wieder ab und bekommt eine Einlage, die nie richtig fest wird.
Fünftens: Säure einrühren, vom Herd nehmen. Dazu gleich mehr.
Warum die Farbe kippt – und was sie verrät
Zwischen dem zweiten und dem vierten Schritt passiert etwas, das kein Rezept erwähnt, das aber die beste Kontrolle im ganzen Ablauf ist: Die Farbe wechselt sichtbar.

Rohes Erdbeer- oder Himbeerpüree ist leuchtend hell. Nach dem Kochen ist dieselbe Masse tief braunrot. Verantwortlich sind die Anthocyane, die roten Farbstoffe der Beeren: Sie sind hitzeempfindlich und verlieren beim Kochen einen Teil ihrer Leuchtkraft, während gleichzeitig Zucker leicht bräunt.
Der feine Schaum auf der Oberfläche ist das zweite Signal. Er entsteht nur, wenn die Masse tatsächlich sprudelnd gekocht hat – eine Masse, die nur heiß geworden ist, bleibt glatt.
Das heißt umgekehrt: Wer eine Einlage in leuchtendem Signalrot möchte, bekommt sie über den Kochweg nicht. Entweder man akzeptiert das gedeckte Rot, oder man färbt nach – und schreibt den Farbstoff dann als eigene, optionale Zeile ins Rezept.
Die Bindeprobe: drei Wege, einer davon zuverlässig
Am Herd sieht jede Fruchtmasse dicklich aus, weil Hitze die Viskosität erhöht. Das ist die Falle: Die Bindung entsteht erst beim Abkühlen, und beurteilen lässt sie sich heiß praktisch nicht.

Die Schaberprobe ist der schnelle Blick zwischendurch. Das Blatt aus der Masse heben: Bleibt ein geschlossener Film stehen, der langsam zu einem Tropfen zusammenläuft, ist der Kochpunkt erreicht. Läuft die Masse in Rinnsalen ab und gibt das Blatt frei, fehlt noch Zeit oder Pektin.

Die Bandprobe ist die Steigerung davon: Der Schaber wird höher gehoben, die Masse fällt zurück in den Topf. Fertig gekocht fällt sie als breites, glänzendes Band, das beim Auftreffen kurz stehen bleibt, bevor es einsinkt. Zu dünn fällt sie als Faden und spritzt.
Die Tellerprobe ist die einzige, die wirklich etwas über den kalten Zustand aussagt, und deshalb die, die ich tatsächlich mache. Ein kleiner Teller liegt vorher im Gefrierfach. Ein Teelöffel Masse darauf, eine Minute warten, dann mit dem Finger eine Bahn durchziehen: Bleibt die Bahn offen stehen, ist die Einlage schnittfest. Läuft sie wieder zusammen, fehlt Bindung.
Ein Thermometer hilft hier weniger, als man denkt. Der klassische Marmeladenpunkt von 105 °C gilt für Massen mit halb so viel Zucker wie Frucht. Ein Confit mit 10 Prozent Zucker kocht knapp über 100 °C und wäre nach dieser Zahl nie fertig.
Säure erst zum Schluss
Zitronensaft gehört in jedes Fruchtconfit – er hebt den Fruchtgeschmack, und Pektin braucht ein saures Umfeld, um überhaupt zu gelieren. Der Zeitpunkt entscheidet trotzdem über das Ergebnis.
Säure, die von Anfang an mitkocht, baut die Pektinketten ab, je länger und heißer, desto stärker. Deshalb kommt sie nach der Kochminute dazu, eingerührt in die noch heiße Masse.
Bei sehr sauren Früchten – Johannisbeeren, Sauerkirschen, Rhabarber, Cranberrys – lässt man sie ganz weg. Ich habe bei Johannisbeeren zweimal trotzdem Zitrone zugegeben, weil es im Rezept stand; beide Male blieb die Einlage weicher als dieselbe Masse ohne. Diese Früchte bringen so viel Säure mit, dass zusätzliche das Gel eher schwächt als stärkt.
Umgekehrt brauchen milde Früchte zwingend Säure, sonst bindet Pektin gar nicht: Banane, Birne, reife Mango und Melone liegen von Natur aus im Bereich, in dem ein Pektingel nicht entsteht.
Hier reicht ein Spritzer Zitrone allerdings nicht. Zitronensaft enthält nur 4 bis 6 Prozent Säure, und um eine milde Frucht in den Gelierbereich zu bringen, wären über 100 g Saft je Kilogramm nötig – das verdünnt die Masse und schmeckt nach Zitrone. Deshalb arbeitet man hier mit einer Zitronensäurelösung 1 : 1 aus gleichen Teilen Pulver und heißem Wasser: 10 bis 15 g je Kilogramm Püree, eingerührt nach der Kochminute. Bei säuerlichen Beeren genügen davon 2 bis 5 g, und die sind reine Geschmackssache.
Passieren oder stückig lassen
Für eine Einlage von 12 mm Höhe gilt: Alles, was größer ist als ein Drittel der Schichtdicke, stört. Eine halbe Erdbeere in einer 12-mm-Scheibe ragt oben und unten heraus und wird beim Schneiden der Torte zur Sollbruchstelle.
Kerne sind der zweite Grund. Himbeeren und Brombeeren bringen so viele mit, dass sie im Anschnitt als dunkle Punkte sichtbar sind und beim Essen knirschen. Passiert wird immer vor dem Binden – danach zerstört das Sieb die Struktur, die man gerade aufgebaut hat.
Ich streiche inzwischen auch dann durchs Sieb, wenn ein Rezept es nicht verlangt. Die 15 Prozent Verlust ärgern einmal, ein knirschender Kern im Anschnitt ärgert jedes Mal.
Beim Passieren gehen 15 bis 20 Prozent der Menge verloren. Das gehört in die Rechnung: Für 340 g fertige Einlage aus Himbeeren startet man bei rund 480 g ganzen Früchten, nicht bei 380 g.
Kleine Stücke sind dagegen ausdrücklich erlaubt und geben der Einlage Charakter – Heidelbeeren im Ganzen, Sauerkirschen halbiert, Aprikose in 5-mm-Würfeln. Sie werden erst nach dem Kochen untergehoben, sonst zerfallen sie.
Was schiefgeht
| Problem | Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Klümpchen in der Masse | Pektin pur eingerührt statt mit Zucker gemischt | durchs Sieb streichen, nächstes Mal mindestens 1 : 5 mit Zucker vormischen |
| Bleibt nach dem Abkühlen weich | nicht sprudelnd gekocht oder zu wenig Pektin | erneut aufkochen, dabei 2 g Pektin je Kilogramm nachlegen |
| Fest wie Gummi | über 15 g Pektin je Kilogramm | mit 10 bis 15 Prozent Püree strecken und einmal aufkochen – funktioniert nur bei NH-Pektin |
| Wird nie fest, obwohl gekocht | Säure von Anfang an mitgekocht oder zu lange gekocht | neu ansetzen, Säure erst nach der Kochminute |
| Wässriger Rand nach dem Auftauen | Gelatine statt Pektin, oder Tauwasser der Früchte mitgekocht | auf Pektin wechseln, Tauwasser abgießen |
| Einlage schmeckt flach | zu wenig Säure, milde Frucht | 2 bis 5 g Zitronensäurelösung 1 : 1 je Kilogramm nach dem Kochen |
Pektin, Gelatine oder Stärke – was eine Tiefkühlung übersteht
Alle drei binden Fruchtpüree. Nur eines davon übersteht den Weg durch die Tiefkühlung ohne Schaden, und das ist der einzige Grund, warum die Patisserie beim Confit so konsequent zu Pektin greift.
Gelatine bildet ein Netz aus langen Eiweißketten. Beim Gefrieren wachsen Eiskristalle zwischen diesen Ketten und drücken sie auseinander; beim Auftauen bleibt das Netz zusammengedrückt zurück und gibt Wasser frei. Sichtbar wird das als klare Pfütze rund um die Fruchtschicht, meist erst zwei Stunden nach dem Auftauen.
Speisestärke verhält sich ähnlich empfindlich: Ihre Gele trennen sich beim Auftauen sichtbar, ein Effekt, den man von eingefrorenen Puddings kennt.
Pektin dagegen bildet ein Netz, das durch Calciumbrücken zusammengehalten wird und Eiskristalle deutlich besser verträgt. Eine Pektin-Einlage kommt nach vier Wochen Tiefkühlung so aus der Torte, wie sie hineingegangen ist.
Wer trotzdem mit Gelatine arbeiten muss – etwa weil das Rezept es vorgibt -, kombiniert: 5 g Pektin plus 3 g Gelatine je Kilogramm ergeben eine Einlage, die schnittfest ist und die Tiefkühlung übersteht.
Vorbereiten, lagern, portionieren
Eine Einlage ist der Teil einer Torte, der sich am weitesten vorarbeiten lässt – und der einzige, bei dem Vorarbeit das Ergebnis sogar verbessert, weil eine durchgefrorene Scheibe sich sauberer einsetzen lässt als eine frisch gekühlte.
Gefroren hält sie sich drei Monate, luftdicht verpackt und flach liegend. Mehrere Scheiben werden mit Backpapier getrennt gestapelt, sonst frieren sie zusammen. Wie die Scheibe dafür im Tortenring mit Frischhaltefolie gefriert, steht in Einlage im Tortenring einfrieren.
Ungekocht vorarbeiten ist die zweite Möglichkeit: Passiertes Püree lässt sich in Portionen von 300 oder 400 g einfrieren und wird erst am Backtag gebunden. Das ist der bessere Weg, wenn die Erntezeit und der Tortentermin weit auseinanderliegen.
Im Kühlschrank hält gekochtes Confit vier bis fünf Tage. Länger sollte es dort nicht stehen, weil der Zuckeranteil für eine echte Konservierung zu niedrig ist.
Ein letzter Punkt, den ich lange falsch gemacht habe: Reste nicht wegwerfen. Was nach dem Füllen des Rings übrig bleibt, kommt in kleine Silikonformen und wird als Kern für Törtchen oder als Tupfen auf dem Teller eingefroren.
Wie die Masse anschließend in den Ring kommt, warum das Blech darunter waagerecht stehen muss und wie sich die gefrorene Scheibe ohne Risse lösen lässt, ist der nächste Schritt im Ablauf.
Wie viel Pektin braucht ein Fruchtconfit für eine Torteneinlage?
10 g NH-Pektin je Kilogramm Püree ergeben eine Scheibe, die sich aus dem Ring lösen lässt und nach dem Auftauen trotzdem weich genug bleibt. Unter 8 g wird sie zu weich zum Stürzen, über 15 g gummiartig. Das Pektin wird immer vorher mit dem Zucker vermischt.
Wie groß muss die Einlage im Verhältnis zur Torte sein?
Zwei Zentimeter kleiner im Durchmesser als der Tortenring, damit rundum ein Zentimeter Creme stehen bleibt. Für eine Torte von 20 cm friert man die Einlage also in einem Ring von 18 cm. Als Schichtdicke haben sich 10 bis 15 mm bewährt.
Warum wird meine Fruchteinlage nach dem Auftauen wässrig?
Fast immer, weil sie mit Gelatine gebunden wurde. Gelatinegele verlieren beim Gefrieren ihre Struktur und geben beim Auftauen Wasser ab. Pektin verträgt die Tiefkühlung deutlich besser. Die zweite Ursache ist Tauwasser von tiefgekühlten Früchten, das mitgekocht wurde.
Wie lange muss ein Fruchtconfit kochen?
Eine Minute sprudelnd, nachdem das Zucker-Pektin-Gemisch eingerührt ist. Kürzer bindet das Pektin nicht vollständig, deutlich länger baut die Fruchtsäure es wieder ab. Eine Einlage wird nicht eingekocht wie Marmelade – sie wird aufgekocht.
Kann man tiefgekühlte Früchte für die Einlage nehmen?
Ja, und für Beeren außerhalb der Saison sind sie sogar die bessere Wahl. Die Früchte vollständig auftauen lassen und das ausgetretene Wasser abgießen, sonst verlängert sich die Kochzeit erheblich. Auf ein Kilogramm Püree gehört dann rund 1 g Pektin mehr, weil tiefgekühlte Früchte etwas wasserreicher bleiben.
Warum ist meine Masse klumpig geworden?
Das Pektin ist pur in die Flüssigkeit gefallen. Die Körner quellen an der Oberfläche sofort auf und schließen trockenes Pulver ein, das sich nicht mehr löst. Retten lässt sich das durch ein Sieb; verhindern, indem das Pektin vorher im Verhältnis von mindestens 1 : 5 mit dem Zucker vermischt und in die laufende Bewegung eingerieselt wird – das Grundrezept liegt mit 50 g Zucker auf 5 g Pektin ohnehin bei 1 : 10.
Muss die Frucht vor dem Kochen passiert werden?
Bei Himbeeren und Brombeeren ja, sonst sind die Kerne im Anschnitt als dunkle Punkte sichtbar. Dabei gehen 15 bis 20 Prozent der Menge verloren, was in die Einwaage gehört. Kleine Stücke wie Heidelbeeren oder halbierte Kirschen dürfen bleiben, kommen aber erst nach dem Kochen dazu.
Wie lange hält sich eine gefrorene Fruchteinlage?
Drei Monate bei −18 °C, luftdicht verpackt und flach gelagert. Mehrere Scheiben werden mit Backpapier getrennt, sonst frieren sie aneinander. Im Kühlschrank hält gekochtes Confit dagegen nur vier bis fünf Tage, weil der Zuckeranteil für eine Konservierung zu niedrig ist.
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Zum RezeptRechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise für die private Küche. Kochende Frucht- und Zuckermasse spritzt und verursacht schwere Verbrennungen. Die Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung, alle Angaben sind sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr.
📌 Für wen ist diese Anleitung ideal? Für alle, die eine Mousse-Torte oder einen Entremets-Aufbau planen und vor der Frage stehen, wie viel Fruchtmasse ein Ring eigentlich fasst. Ebenso für alle, deren Einlage sich nicht aus dem Ring lösen ließ, nach dem Auftauen Wasser abgesetzt hat oder als gummiartige Scheibe in der Creme lag.
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Welche Frucht kommt bei Ihnen in die Einlage? Schreiben Sie es gern unten in die Kommentare. Besonders interessant sind Erfahrungen mit milden Früchten wie Birne oder Banane – dort weicht die nötige Säuremenge am stärksten von jeder Faustregel ab.