Rotes Johannisbeergelee selber machen

Fruchtiges Gelee auf Vorrat

Wie aus dem Saft roter Johannisbeeren ein klares, leuchtend rotes Gelee wird, das frisch-säuerlich schmeckt und ganz ohne Kerne auskommt.

30. Juli 2026
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Rotes Johannisbeergelee selber machen

Leuchtend rot, glasklar und frisch-säuerlich: Dieses Johannisbeergelee fängt den puren Geschmack der Beeren ein – ganz ohne Kerne und Fruchtstücke, dafür streichzart auf dem Brötchen.


Wenn im Hochsommer die roten Johannisbeeren an den Sträuchern leuchten, ist die beste Zeit gekommen, sie haltbar zu machen. Kaum etwas gelingt dabei so schön wie ein klares Johannisbeergelee. Dafür werden die Beeren gekocht, ihr Saft aufgefangen und mit Gelierzucker zu einem glatten, durchsichtigen Gelee eingekocht. Das Ergebnis ist ein leuchtend roter Aufstrich, der die typische, frische Säure der Johannisbeeren pur einfängt und dabei ohne störende Kerne oder Fruchtstücke auskommt. So schmeckt das Gelee wunderbar auf dem Frühstücksbrötchen, passt zu kräftigem Käse und verfeinert sogar herzhafte Saucen. Mit wenigen Zutaten und in kurzer Zeit gemacht, bringt es den Sommer für das ganze Jahr ins Glas. Wie das Gelee gelingt und worauf es beim Saftgewinnen und Gelieren ankommt, zeigt dieses Grundrezept Schritt für Schritt.

Zwei Gläser mit fertigem klarem roten Johannisbeergelee und eine Sauciere mit Gelee, daneben frische Johannisbeeren
Johannisbeergelee

Was dieses Johannisbeergelee besonders macht

Der Reiz eines Gelees liegt in seiner klaren, glatten Beschaffenheit. Während in einer Konfitüre ganze Früchte oder Fruchtstücke schwimmen, besteht ein Gelee nur aus dem gelierten Fruchtsaft. Das Ergebnis ist durchsichtig, glänzend und streichzart – und beim roten Johannisbeergelee zusätzlich von einem besonders leuchtenden Rot. Genau diese Klarheit macht es zu etwas Besonderem und hebt es von einer einfachen Konfitüre ab.

Dazu kommt der unverwechselbare Geschmack der roten Johannisbeere. Ihre kräftige, erfrischende Säure bleibt im Gelee voll erhalten und sorgt für einen Aufstrich, der nie zu süß wirkt. Das macht das Johannisbeergelee besonders vielseitig: Es schmeckt zum süßen Frühstück ebenso wie zu herzhaftem Käse und ist ein Klassiker, um Wild- und Bratensaucen eine fruchtige Note zu geben. Und weil rote Johannisbeeren nur für wenige Wochen im Jahr reif sind, ist das Einkochen die beste Möglichkeit, ihr Aroma zu bewahren.


Rote Johannisbeeren: die Beere des Sommers

Rote Johannisbeeren haben eine kurze, aber intensive Saison, die meist von Ende Juni bis in den August reicht. In dieser Zeit hängen die Sträucher voller kleiner, glänzend roter Beeren, die in feinen Rispen wachsen. Ihr Geschmack ist unverwechselbar: frisch, spritzig und deutlich säuerlich, mit einer zarten Süße im Hintergrund. Genau diese Säure macht sie für den puren Genuss zwar etwas herb, für Gelee aber ideal – denn sie sorgt für den erfrischenden, klaren Geschmack, der ein gutes Johannisbeergelee auszeichnet.

Für das Gelee eignen sich reife, kräftig gefärbte Beeren am besten. Sie müssen nicht makellos sein, denn sie werden ohnehin ausgekocht und abgeseiht. Wer einen eigenen Garten hat, erntet die Rispen am besten an einem trockenen Tag; gekaufte Beeren sollten prall und glänzend aussehen. Ein paar leicht unreife Beeren im Ansatz schaden übrigens nicht – im Gegenteil, sie enthalten von Natur aus mehr von dem, was das Gelee später gut fest werden lässt.


Gelee statt Konfitüre: der Unterschied

Der wichtigste Unterschied zu einer Konfitüre liegt in der Zubereitung. Für ein Gelee werden die Beeren nicht mitverkocht und im Glas belassen, sondern nur ausgekocht, um an ihren Saft zu gelangen. Dieser Saft wird anschließend von den festen Bestandteilen getrennt und allein weiterverarbeitet. So bleiben Kerne, Schalen und Fruchtfleisch außen vor, und übrig bleibt der reine, klare Fruchtsaft.

Das hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen entsteht ein besonders feines, kernfreies Gelee, das sich glatt streichen lässt – gerade bei Johannisbeeren mit ihren vielen kleinen Kernen ist das ein spürbarer Gewinn. Zum anderen kommt der klare, unverfälschte Beerengeschmack besonders gut zur Geltung. Wer die ganzen Früchte und mehr Biss bevorzugt, greift zur Konfitüre; wer ein zartes, durchsichtiges Ergebnis möchte, ist mit dem Gelee genau richtig.


Saft gewinnen und richtig gelieren

Der erste Schritt ist das Auskochen der Beeren. Dafür werden die gewaschenen Johannisbeeren mit etwas Wasser aufgekocht und einige Minuten geköchelt, bis die Beeren zerplatzen und ihren Saft freigeben. Praktisch ist, dass die Beeren für das Gelee nicht einzeln von den Rispen gezupft werden müssen, da die Masse ohnehin abgeseiht wird – das spart viel Zeit. Ein leichtes Andrücken mit dem Löffel hilft, den Saft besser zu lösen.

Anschließend wird die heiße Masse durch ein feines Sieb oder ein Passiertuch gegeben, sodass der klare Saft in eine Schüssel tropft. Dieser Saft wird abgemessen, denn davon hängt die Menge des Gelierzuckers ab. Da die Saftausbeute je nach Reife und Saftigkeit der Beeren schwankt, ist das Abmessen wichtig für ein zuverlässiges Ergebnis. Der Saft kommt dann mit dem Gelierzucker in den Topf, wird unter Rühren aufgekocht und einige Minuten sprudelnd gekocht. Die klassische Gelierprobe auf einem kalten Teller zeigt, ob das Gelee fest genug ist. Bleibt die Probe noch zu flüssig, wird einfach ein bis zwei Minuten weitergekocht und erneut geprüft. Sobald das Gelee steht, sollte es zügig abgefüllt werden, solange es heiß und gut gießfähig ist.


Klar oder ergiebig: worauf es beim Abseihen ankommt

Beim Abseihen entscheidet sich, wie klar das Gelee am Ende wird. Wer ein besonders durchsichtiges, glänzendes Gelee möchte, lässt die Fruchtmasse in Ruhe abtropfen und drückt sie nur ganz leicht an. So gelangen keine feinen Trübstoffe in den Saft, und das Gelee bleibt schön klar. Das braucht etwas Geduld, wird aber mit einem edlen, funkelnden Ergebnis belohnt. Wer es ganz genau nimmt, lässt den Saft sogar über mehrere Stunden oder über Nacht abtropfen – so wird das Gelee besonders glasklar.

Wer dagegen eine höhere Ausbeute möchte, kann die Masse kräftiger auspressen. Dann gewinnt man mehr Saft und damit mehr Gelee, nimmt aber in Kauf, dass das Gelee etwas trüber wird. Beides ist eine Frage des Geschmacks und des Anspruchs – klar und edel oder ergiebig und praktisch. Für den täglichen Gebrauch auf dem Brot spielt eine leichte Trübung ohnehin keine Rolle, während sich das ganz klare Gelee besonders schön zum Verschenken macht.

Klares rotes Johannisbeergelee in einer Glas-Sauciere, dahinter zwei gefüllte Gläser und frische Johannisbeeren
Klares rotes Johannisbeergelee in einer Glas-Sauciere, dahinter zwei gefüllte Gläser und frische Johannisbeeren

Abfüllen, verwenden und aufbewahren

Damit das Gelee lange haltbar bleibt, kommt es heiß in die Gläser. Diese werden vorher gründlich heiß ausgespült, dann wird das kochend heiße Gelee sofort randvoll eingefüllt und fest verschlossen. Werden die Gläser für einige Minuten auf den Deckel gestellt, entsteht ein leichter Unterdruck, der sie zusätzlich schützt. Anschließend dürfen sie vollständig auskühlen. Kühl und dunkel gelagert hält sich das Gelee dann viele Monate.

In der Küche ist das Johannisbeergelee erstaunlich vielseitig. Am klassischsten schmeckt es auf frischem Brot, Brötchen oder Toast, gerne mit etwas Butter darunter. Seine Säure macht es außerdem zu einem feinen Begleiter für kräftigen Käse. Darüber hinaus ist rotes Johannisbeergelee ein bewährter Helfer in der herzhaften Küche: Ein Löffel davon gibt Wild- und Bratensaucen eine fruchtige Tiefe. Und als Füllung für Gebäck oder Tortenböden sorgt es für einen frischen, fruchtigen Kontrast. Ein kleiner Vorrat lohnt sich immer, denn selbst gemachtes Gelee schmeckt spürbar frischer und fruchtiger als gekauftes und lässt sich in der Süße genau nach eigenem Geschmack abstimmen. So wird aus der kurzen Johannisbeersaison ein Vorrat, der das ganze Jahr Freude macht – und der sich in hübschen Gläsern auch wunderbar verschenken lässt.


Häufige Fragen zum Johannisbeergelee

Muss man die Johannisbeeren für Gelee entrispen?

Nein. Da die Masse später abgeseiht wird, können die Beeren samt Rispen ausgekocht werden. Das spart die aufwendige Arbeit des Abzupfens.

Worin unterscheidet sich Gelee von Konfitüre?

Für ein Gelee wird nur der ausgekochte, abgeseihte Fruchtsaft verwendet, sodass ein klares, kernfreies Ergebnis entsteht. Eine Konfitüre enthält dagegen ganze Früchte oder Fruchtstücke.

Wie viel Gelierzucker braucht man?

Das richtet sich nach der Saftmenge. Am besten den gewonnenen Saft abmessen und pro 500 ml Saft etwa 250 g Gelierzucker 2:1 verwenden. So gelingt die Gelierprobe zuverlässig.

Warum wird das Gelee trüb?

Meist, weil die Fruchtmasse zu kräftig ausgepresst wurde. Für ein klares Gelee die Masse nur abtropfen lassen und höchstens leicht andrücken.

Wie lange ist selbst gemachtes Johannisbeergelee haltbar?

Sauber abgefüllt und gut verschlossen hält es sich kühl und dunkel mehrere Monate. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.


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Klares rotes Johannisbeergelee in einer Glas-Sauciere, dahinter zwei gefüllte Gläser und frische Johannisbeeren

Rotes Johannisbeergelee selber machen

Ein klares, leuchtend rotes Gelee aus roten Johannisbeeren, das den frisch-säuerlichen Geschmack der Beeren pur einfängt. Anders als bei einer Konfitüre werden hier nur der ausgepresste Saft und Gelierzucker verwendet, sodass ein glattes, durchsichtiges Gelee ganz ohne Kerne und Fruchtstücke entsteht. Es schmeckt fruchtig-frisch auf dem Frühstücksbrötchen, passt zu Käse und verfeinert Saucen und Desserts. Mit wenigen Zutaten schnell gemacht, fängt es die kurze Johannisbeersaison für das ganze Jahr im Glas ein.
Servings 3 Gläser
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Abtropfzeit 30 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 5 Minuten

Kochutensilien

  • großer Topf
  • feines Sieb oder Passiertuch
  • Messbecher
  • Saubere Schraubgläser (heiß ausgespült)

Zutaten
  

Für das Gelee

  • 1000 g rote Johannisbeeren (mit oder ohne Rispen)
  • 100 ml Wasser
  • 350 g Gelierzucker (2:1, für ca. 700 ml Saft; auf 500 ml Saft 250 g)
  • 1 EL Zitronensaft (optional)

Anleitungen
 

SAFT GEWINNEN

  • Die Johannisbeeren waschen und abtropfen lassen. Für Gelee müssen die Beeren nicht von den Rispen gezupft werden, da die Masse später abgeseiht wird. Die Beeren mit dem Wasser in einen großen Topf geben, aufkochen und etwa 10 Minuten köcheln lassen, bis die Beeren zerplatzen und den Saft freigeben. Dabei ab und zu mit einem Löffel andrücken.
  • Die gekochte Masse in ein feines Sieb oder ein über eine Schüssel gespanntes Passiertuch geben und den Saft abtropfen lassen. Für ein besonders klares Gelee die Masse nur leicht andrücken und nicht kräftig auspressen. Den gewonnenen Saft abmessen.
  • Gelee einkochen: Den abgemessenen Saft mit dem Gelierzucker (auf 500 ml Saft etwa 250 g Gelierzucker 2:1) und nach Belieben dem Zitronensaft in einen Topf geben. Unter Rühren aufkochen und nach Packungsangabe etwa 3 bis 4 Minuten sprudelnd kochen. Für die Gelierprobe einen Teelöffel auf einen kalten Teller geben – zieht das Gelee nach kurzer Zeit an, ist es fertig.
  • Heiß abfüllen: Das heiße Gelee sofort randvoll in saubere, heiß ausgespülte Schraubgläser füllen und fest verschließen. Die Gläser einige Minuten auf den Deckel stellen, dann wieder umdrehen und vollständig auskühlen lassen.
    Zwei Gläser mit fertigem klarem roten Johannisbeergelee und eine Sauciere mit Gelee, daneben frische Johannisbeeren

Notizen

Tipps:
  • Die Saftausbeute schwankt je nach Reife und Saftigkeit der Beeren. Deshalb wird der Saft immer abgemessen und der Gelierzucker danach bemessen – so gelingt die Gelierprobe zuverlässig.
  • Für ein besonders klares, durchsichtiges Gelee die Fruchtmasse nur abtropfen lassen und nicht kräftig auspressen. Wer eine höhere Ausbeute möchte, drückt fester aus, bekommt dann aber ein leicht trüberes Gelee.
  • Die Gläser vor dem Abfüllen gründlich heiß ausspülen. Das Gelee heiß einfüllen und die Gläser kurz auf den Deckel stellen, damit sie sauber verschließen.
Süße anpassen: Mit Gelierzucker 2:1 bleibt die frische Säure der Johannisbeeren gut erhalten. Wer es süßer mag, nimmt Gelierzucker 1:1 nach Packungsangabe.
Verwendung: Das Gelee passt zu Brötchen, Toast und Käse, lässt sich als fruchtige Füllung für Gebäck verwenden und rundet herzhafte Saucen zu Wild und Braten ab.
Menge: Aus 1 kg Johannisbeeren werden je nach Saftausbeute etwa 3 bis 4 kleine Gläser Gelee.
Aufbewahrung: Sauber abgefüllt und gut verschlossen hält sich das Gelee kühl und dunkel mehrere Monate. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.

Nährwerte

Serving: 1gCalories: 40kcalCarbohydrates: 10gSodium: 1mgSugar: 9g
Calories: 40kcal
Gericht: Grundrezept
Küche: Deutsch, Europäisch, Mitteleuropäisch
Ernährungsform: Glutenfrei, Laktosefrei, Vegan, Vegetarisch
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📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für alle, die die kurze Johannisbeer-Saison nutzen und ein klares, kernfreies Gelee selbst einkochen möchten. Ideal für Gartenbesitzer mit reicher Ernte, für Fans von fruchtig-säuerlichen Aufstrichen und als hübsches Mitbringsel im Glas.

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