Hähnchen-Kubdari – georgischer geschlossener Hähnchen-Fladen-Pie

Georgischer Klassiker

Unter der glatten, hellgolden gebackenen Hülle mit der typisch gabelgekräuselten Borte verbirgt sich eine helle, saftige Hähnchenfüllung, die nur sanft mit der swanetischen Gewürznote abgeschmeckt ist.

5. August 2026
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Hähnchen-Kubdari – georgischer geschlossener Hähnchen-Fladen-Pie

Von außen ein bescheidener heller Fladen mit gabelgekräuseltem Rand und ein paar gebräunten Flecken auf der glatten Kuppe – beim ersten Schnitt aber öffnet sich eine warme, helle Hähnchenfüllung, saftig und zart, die nur einen Hauch der swanetischen Würze trägt. Genau dieser leise, kein lauter Auftritt macht den Hähnchen-Kubdari zum Gericht, das man immer wieder backt.


Der Kubdari ist die berühmte Fleischspezialität aus Swanetien, der höchstgelegenen bewohnten Region Georgiens am Fuße des Großen Kaukasus. Dort, wo die Wehrtürme aus Stein in den Himmel ragen und der Winter lang ist, war ein gefülltes, in einer Form vollständig eingeschlossenes Brot über Jahrhunderte das ideale Essen: nahrhaft, gut transportierbar, auch kalt noch schmackhaft. Klassisch füllt man es mit grob gehacktem Rind- oder Lammfleisch und der lokalen Würze, dem berühmten swanetischen Salz. Die Variante, die ich Ihnen hier zeige, ist eine modernere Hähnchen-Version – leichter, bekömmlicher, auch für Kinder und für Gäste geeignet, die kein rotes Fleisch essen. Das typisch Georgische bleibt dabei vollständig erhalten: die runde, geschlossene Form, der weiche, nur leicht säuerliche Hefeteig, die saftige Füllung und die unverwechselbare Tischsitte, jedes Stück mit einem Klecks Sauerrahm und viel frischer Petersilie zu genießen.

Wer den Pie auf dem Foto betrachtet, sieht sofort, worum es geht: keine prahlerische, dunkel gewürzte Masse, sondern eine helle, milde Füllung, in der das zarte Hähnchen klar erkennbar bleibt. Die Gewürze sind da, aber sie führen leise. Genau diese Zurückhaltung ist es, die den Hähnchen-Kubdari so familientauglich macht – und ihn deutlich von den oft sehr scharf gewürzten Restaurant-Versionen unterscheidet.

Ganzer Hähnchen-Kubdari von oben mit glatter Oberseite und gabelgekräuseltem Rand neben rosa Salz und Thymian
Die glatte Kuppe mit den feinen gabelgekräuselten Borten und ein paar gebräunten Flecken – so kommt der Hähnchen-Kubdari aus dem Ofen.

Was Kubdari von Khachapuri unterscheidet

Beide Spezialitäten kommen aus Georgien, aber sie unterscheiden sich grundlegend. Khachapuri ist die offene oder halboffene Käse-Spezialität – meist mit gerade auflöslichem Imeretier oder Sulguni-Käse gefüllt, oben offen wie ein Boot (Adscharuli) oder als geschlossener Fladen mit Käse-Füllung (Imeruli). Kubdari dagegen ist immer vollständig geschlossen, hat eine Fleisch-Füllung ohne Käse, und kommt traditionell aus den Bergregionen Swanetien und Ratscha. Während Khachapuri städtisch-elegant ist und in Tbilissi auf jeder Speisekarte steht, ist Kubdari rustikal-bergig, ein Gericht der Hirten und Bergbauern, das ursprünglich kalt unterwegs gegessen wurde.


Die swanetische Gewürznote – fein dosiert statt überladen

Was den Kubdari geschmacklich unverwechselbar macht, ist nicht in erster Linie das Fleisch, sondern die Würze. Klassisch verwendet man dafür das swanetische Salz, eine duftende Mischung aus grobem Steinsalz mit getrocknetem Bockshornklee, Koriandersamen, etwas Kümmel, schwarzem Pfeffer, Knoblauch und einem würzigen Bergkraut, das dem heimischen Bohnenkraut nahesteht. Genau diese Mischung gibt dem Pie sein leises, warmes Aroma, das man irgendwo zwischen Curry und frischem Heu verorten möchte, ohne dass es scharf wäre.

Für die helle Hähnchenfüllung, die Sie auf den Bildern sehen, gehe ich bewusst sparsam vor. Ein gestrichener Teelöffel je Gewürz reicht völlig – das Hähnchen soll zart und mild bleiben, nicht von Aromen erschlagen werden. Der Bockshornklee bildet den charakteristischen Grundton, Koriander und Kümmel runden ihn ab, eine Prise schwarzer Pfeffer gibt Tiefe. Wer keine fertige georgische Mischung findet, mischt sich aus Koriander, Kümmel und Bockshornklee zu gleichen Teilen plus etwas Knoblauch und Pfeffer im Handumdrehen eine eigene kleine Hausmischung an. Wichtig ist nur die Zurückhaltung: Es geht hier nicht um einen Aroma-Knall, sondern um einen feinen, unverwechselbaren Duft, der die Küche füllt, sobald der Pie im Ofen ist.


Der Hefeteig – weich, elastisch und nicht zu süß

Der Kubdari-Teig ist ein klassischer ungesüßter Hefeteig – etwas weicher als Pizzateig, aber fester als ein Briocheteig. Der kleine, aber feine Trick ist ein Löffel Joghurt oder Sauerrahm im Teig: Diese leichte Säure macht ihn nach dem Backen flaumig statt zäh und gibt ihm jene zarte, leicht säuerliche Note, die so wunderbar zur saftigen Hähnchenfüllung passt. Verkneten Sie alles, bis der Teig glatt und elastisch ist und sich glänzend von der Schüssel löst – das dauert ein paar Minuten Geduld, lohnt sich aber.

Danach reicht ihm eine einzige, etwa einstündige Gehzeit bei Raumtemperatur, bis er sich sichtbar verdoppelt hat. Eine lange Übernacht-Gare wie bei mancher Focaccia braucht er nicht – die Bergküche war immer pragmatisch, und auch wir wollen den Pie ja noch am selben Tag genießen. Halten Sie das Schüsseltuch leicht feucht und stellen Sie den Teig an einen warmen, zugfreien Ort, dann geht er zuverlässig auf.


Die Hähnchenfüllung – hell, saftig und fein gehackt

Schauen Sie sich die Anschnitte auf den Bildern an: Die Füllung ist hell und gleichmäßig, fast cremig, und doch erkennt man darin die zarten kleinen Hähnchenstücke. Genau das ist das Ziel. Das Fleisch wird fein gehackt – mit einem scharfen Messer oder ganz kurz im Cutter – aber bewusst nicht zu Brei zermahlen. Eine feine Würfelgröße sorgt dafür, dass die Masse beim Backen zusammenhält und trotzdem ihren Biss behält. Ein kleiner Trick hilft enorm: Legen Sie die Hähnchenbrust vor dem Hacken kurz ins Gefrierfach, bis sie an den Rändern fest wird. So gelingen die Schnitte viel sauberer, und nichts zerfasert unter dem Messer.

Die Zwiebeln kommen roh dazu, nicht angeschwitzt. Beim Backen geben sie ihre Feuchtigkeit langsam ab, ziehen in das helle Fleisch ein und sorgen für die saftige, beinahe samtige Konsistenz, die einen guten Kubdari ausmacht. Ein Schuss Wasser unter die Füllung gehört ebenfalls dazu – er verdampft im Ofen und hält das magere Hähnchen schön feucht, sodass nichts trocken wird. Wer mag, hebt zum Schluss eine kleine Handvoll fein gehackter Petersilie unter; auf den Fotos bleibt die Füllung jedoch bewusst schlicht und hell, ganz auf das Hähnchen konzentriert.

Hähnchen-Kubdari von oben auf dunklem Holzbrett, ein Stück herausgeschnitten zeigt die helle Füllung
Ein herausgenommenes Stück zeigt die helle, saftige Hähnchenfüllung unter der dünnen, glatten Teighülle.

Das Schließen – glatte Kuppe, gabelgekräuselter Rand

Der Teig wird zu einer Scheibe ausgerollt und die Füllung großzügig in die Mitte gehäuft – eine richtige Berg-Portion, wie es sich für ein swanetisches Gericht gehört. Anschließend greifen Sie den Teigrand ringsum an mehreren Stellen und legen ihn sternförmig über die Füllung in die Mitte, wo Sie ihn fest zusammendrücken, bis das Hähnchen vollständig eingeschlossen ist. Der entscheidende Handgriff kommt jetzt: Drehen Sie den Pie um, sodass die Naht unten verschwindet und die glatte Seite nach oben zeigt. So bekommen Sie genau die ebenmäßige Kuppe, die Sie auf den Fotos sehen – ohne offene Falten, ohne herausquellende Füllung.

Damit die Hülle nicht nur glatt, sondern auch hübsch wird, drücken Sie den Rand ringsum mit den Zinken einer Gabel an. Das ergibt die feine gekräuselte Borte, die jeden Kubdari ziert und zugleich die Naht zusätzlich versiegelt. Bevor der Pie in den Ofen wandert, bestreichen Sie ihn mit verquirltem Eigelb für die schöne Farbe und stechen mit der Gabel ein paar kleine Luftlöcher in die Oberfläche. Diese winzigen Öffnungen lassen den Dampf der Füllung kontrolliert entweichen, sodass die Hülle nicht aufreißt, sondern eben bleibt. Genau an diesen Stellen entstehen beim Backen die appetitlichen gebräunten Flecken, die einen handgemachten Kubdari so unverkennbar machen.


So servieren Sie ihn am schönsten

Auf dem Tisch zeigt der Hähnchen-Kubdari sein wahres Gesicht erst, wenn er aufgeschnitten ist. Lassen Sie ihn nach dem Backen ein paar Minuten ruhen, damit sich die Füllung setzt und beim Schneiden nicht herausrutscht, und teilen Sie ihn dann mit einem großen Messer in keilförmige Stücke. Zu jedem Stück gehört in Georgien unbedingt ein großzügiger Klecks Sauerrahm, der die milde Würze der Füllung wunderbar auffängt – und eine ordentliche Handvoll frisch gehackter Petersilie.

Dazu reicht man traditionell starken georgischen Schwarztee oder, für den festlicheren Anlass, ein Glas trockenen Saperavi-Rotwein. Ein frischer Gartensalat oder ein paar eingelegte Pflaumen runden das Ganze ab. Mehr braucht es nicht: Der Kubdari ist sättigend genug, um allein die Hauptrolle auf dem Tisch zu spielen.


Aufbewahrung – und warum er kalt fast noch besser ist

Am schönsten schmeckt der Kubdari warm aus dem Ofen, wenn die Hülle noch leicht knistert und die Füllung dampft. Er bleibt aber auch hervorragend, wenn etwas übrig bleibt: In Frischhaltefolie gewickelt hält er sich bei Raumtemperatur problemlos zwei Tage, im Kühlschrank bis zu vier. Im Kühlschrank sollten Sie ihn allerdings besser in ein Tuch oder Papier statt in Plastik wickeln, sonst weicht die Hülle durch. Zum Aufwärmen schieben Sie ihn für ein paar Minuten in den auf 180 °C (356 °F) vorgeheizten Ofen – die Mikrowelle macht die Hülle leider zäh und sollte tabu bleiben.

Einfrieren funktioniert ebenfalls gut. Wickeln Sie die Stücke einzeln in Folie, dann halten sie sich rund zwei Monate; über Nacht im Kühlschrank auftauen und im Ofen aufbacken. Und ein letzter Tipp, ganz im Sinne der Tradition: Der Hähnchen-Kubdari schmeckt auch kalt ausgezeichnet. Genau so trugen ihn die swanetischen Hirten einst in der Tasche über die Bergpfade – und genau so ist er heute der perfekte Begleiter für Picknick, Wanderung oder die Brotdose im Büro.

Hähnchen-Kubdari – georgischer geschlossener Hähnchen-Fladen-Pie
Hähnchen-Kubdari – georgischer geschlossener Hähnchen-Fladen-Pie

Häufige Fragen zu Hähnchen-Kubdari

Warum ist meine Füllung beim Backen trocken geworden?

Das passiert fast immer, wenn das magere Hähnchen zu fein zermahlen oder das Wasser weggelassen wurde. Hacken Sie das Fleisch nur fein, statt es zu pürieren, und geben Sie unbedingt den kleinen Schuss Wasser sowie die rohen Zwiebeln dazu. Beides verdampft beim Backen langsam und hält die Füllung hell und saftig. Backen Sie außerdem nicht länger als nötig – sobald die Hülle goldgelb ist und die Füllung gar, nehmen Sie den Pie heraus.

Kann ich statt frischer Hefe Trockenhefe verwenden (oder umgekehrt)?

Ja, das funktioniert problemlos. Ein Päckchen Trockenhefe entspricht etwa einem halben Würfel frischer Hefe. Trockenhefe rühren Sie zunächst mit dem lauwarmen Wasser und dem Zucker an und warten, bis sich Bläschen bilden; frische Hefe lösen Sie ebenso in der lauwarmen Flüssigkeit auf. Achten Sie nur darauf, dass das Wasser wirklich nur lauwarm und nicht heiß ist, sonst nimmt die Hefe Schaden.

Welche Gewürze brauche ich wirklich, wenn ich kein georgisches Gewürz finde?

Sie kommen mit ganz normalen Vorräten aus. Mischen Sie zu gleichen Teilen gemahlenen Koriander, Kümmel und Bockshornklee und geben Sie etwas Knoblauch und schwarzen Pfeffer dazu. Der Bockshornklee ist dabei der wichtigste Baustein, weil er den typisch georgischen Grundton liefert. Bleiben Sie aber sparsam – die Füllung soll mild und hell bleiben, wie auf den Bildern.

Kann ich den Kubdari vegetarisch oder mit anderem Fleisch füllen?

Ja, der Pie ist sehr wandelbar. Klassisch nimmt man Rind- oder Lammhack, ebenso gut funktioniert Pute oder eine Mischung. Für eine fleischlose Variante füllen Sie ihn mit gut abgetropftem Spinat und etwas Käse oder mit einer Kartoffel-Käse-Masse. Achten Sie bei vegetarischen Füllungen darauf, überschüssige Flüssigkeit vorher auszudrücken, damit die Hülle nicht durchweicht.

Muss die Naht wirklich nach unten?

Es lohnt sich. Wenn Sie den geformten Pie umdrehen, sodass die zusammengefalteten Teigränder unten liegen, bekommen Sie die glatte, ebenmäßige Kuppe, die Sie auf den Fotos sehen. Die Naht ist dann durch das eigene Gewicht zusätzlich versiegelt, und die Füllung quillt beim Backen nicht heraus. Den hübschen gekräuselten Rand drücken Sie anschließend einfach mit der Gabel an.


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Hähnchen-Kubdari auf Goldteller

Hähnchen-Kubdari – georgischer geschlossener Hähnchen-Fladen-Pie

Ein runder, vollständig geschlossener georgischer Pie mit hellgolden gebackener Hefeteig-Hülle, glatter Oberseite und fein mit der Gabel gekräuseltem Rand. Beim Anschnitt zeigt sich eine helle, saftige Füllung aus zart gehacktem Hähnchen und Zwiebeln, mild mit der swanetischen Gewürznote abgeschmeckt. Eine modernere Hähnchen-Variante des klassischen Kubdari, serviert mit Sauerrahm und frischer Petersilie.
Servings 6 Stück
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Hefegehzeit 1 Stunde
Gesamtzeit 2 Stunden

Kochutensilien

  • große Schüssel für den Hefeteig
  • Nudelholz
  • Backblech mit Backpapier ausgelegt
  • scharfes Messer zum Hacken des Hähnchens

Zutaten
  

Für den Hefeteig

  • 500 g Weizenmehl (Type 550)
  • 7 g Trockenhefe (oder 20 g frische Hefe)
  • 200 ml Wasser (lauwarm, ca. 35 °C / 95 °F)
  • 100 g Joghurt (Naturjoghurt oder Sauerrahm, zimmerwarm)
  • 30 ml Sonnenblumenöl (neutral)
  • 1 TL Zucker (für die Hefe)
  • 1 TL Salz

Für die Hähnchenfüllung

  • 500 g Hähnchenbrust (15 Min angefroren für besseres Hacken)
  • 2 Zwiebeln (mittel, fein gewürfelt)
  • 3 Knoblauchzehen (gepresst)
  • 1 TL Bockshornklee (gemahlen; Utskho-Suneli)
  • 1 TL Koriandersamen (gemahlen)
  • 1 TL Kümmel (gemahlen)
  • 1 TL Khmeli-Suneli (georgische Gewürzmischung; alternativ extra Bockshornklee)
  • 1 TL Meersalz
  • 0,5 TL Schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
  • 30 ml Wasser (für die Saftigkeit)

Zum Bestreichen

  • 1 Eigelb (verquirlt mit 1 EL Milch)

Zum Servieren

  • 200 g Sauerrahm
  • 1 Bund Petersilie (frisch, fein gehackt)

Anleitungen
 

HEFETEIG ANSETZEN

  • In einer kleinen Schüssel das lauwarme Wasser mit dem Zucker und der Trockenhefe verrühren. 5 Min stehen lassen, bis sich Bläschen bilden.
  • In einer großen Schüssel das Mehl mit Salz mischen. Die Hefemischung, Joghurt und Öl zugeben und 8–10 Minuten zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig zugedeckt 60 Min bei Raumtemperatur gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

HÄHNCHEN HACKEN UND WÜRZEN

  • Die Hähnchenbrust 15 Min anfrieren – das macht das Hacken viel präziser. Anschließend mit einem scharfen Messer in feine Würfel von 3–5 mm Größe hacken (NICHT mahlen oder zerfasern).
  • In einer Schüssel die gehackten Hähnchenwürfel mit den fein gewürfelten Zwiebeln, gepresstem Knoblauch, gemahlenem Bockshornklee, Koriander, Kümmel, Khmeli-Suneli, Salz, Pfeffer und Wasser vermischen. Gut durchkneten, sodass sich alles verbindet – die Würzung soll überall ankommen, die Füllung aber hell und mild bleiben, damit das zarte Hähnchen im Vordergrund steht.

FORMEN

  • Den Backofen auf 200 °C (392 °F) Ober-/Unterhitze vorheizen. Den gegangenen Teig auf bemehlter Arbeitsfläche zu einer Scheibe von ca. 30 cm (12 in) Durchmesser ausrollen. Die Füllung zentral häufen, einen 4 cm (1½ in) breiten Rand frei lassen.
  • Den Teigrand sternförmig zur Mitte hin falten – an etwa 8–10 Stellen den Rand greifen und über die Füllung in die Mitte legen. In der Mitte gut zusammendrücken, damit die Füllung vollständig eingeschlossen ist. Den fertigen Pie umdrehen, sodass die Naht UNTEN liegt und die glatte Seite nach oben zeigt.
  • Den Pie vorsichtig auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech heben. Mit dem Nudelholz behutsam flacher rollen (Durchmesser ca. 28 cm / 11 in, Dicke ca. 3 cm / 1¼ in). Den Rand ringsum mit den Zinken einer Gabel andrücken, sodass die typische gekräuselte Randborte entsteht. Mit dem Eigelb-Milch-Gemisch bestreichen und mit der Gabel ein paar kleine Luftlöcher in die glatte Oberfläche stechen.

BACKEN

  • Im vorgeheizten Ofen 28–32 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun und die Füllung gar ist (Innentemperatur 75 °C / 167 °F). Aus dem Ofen nehmen, 5 Min ruhen lassen, damit die Füllung sich setzt.

SERVIEREN

  • Den warmen Kubdari in 6 Stücke schneiden. Mit einem großzügigen Klecks Sauerrahm und reichlich frischer gehackter Petersilie servieren. Dazu klassisch georgischer Schwarztee oder ein Glas trockener Saperavi-Rotwein.
    Hähnchen-Kubdari auf Goldteller

Notizen

Tipps:
  • Hähnchen vor dem Hacken 15 Min anfrieren – macht die Schnitte präziser.
  • Fein hacken (3–5 mm), NICHT mahlen oder zerfasern – Mosaik-Füllung statt Hackmasse.
  • Zwiebeln roh zugeben – sie geben beim Backen Saftigkeit ab.
  • Hefeteig mit Joghurt – macht ihn flaumig und gibt leicht säuerliche Note.
  • Gabel-Löcher in die glatte Hülle stechen – sonst staut sich der Dampf.
  • Naht nach unten drehen, Rand ringsum mit der Gabel andrücken – glatte Oberseite mit gekräuselter Borte sieht schöner aus.
Aufbewahrung: Bei Raumtemperatur in Frischhaltefolie 2 Tage, im Kühlschrank 4 Tage (nicht in Plastik). Aufwärmen im Ofen bei 180 °C (356 °F) für 5 Min. Einfrieren möglich (2 Monate), einzeln in Folie wickeln.
Variationen:
  • Klassisch mit Rind- oder Lammhack statt Hähnchen.
  • Mit gemischtem Hack (Hähnchen + Pute) für leichtere Variante.
  • Mit Schweinehack für deftigere Note.
  • Mit Spinat als vegetarische Variante (nach Spanakopita-Art).
  • Mit Kartoffel-Käse-Füllung für vegetarische Berg-Variante.
Pairing: Saperavi-Rotwein, Mtsvane-Weißwein, georgischer Schwarztee, oder als Cousins ein deutsches Pilsener.
Servier-Klassiker: Sauerrahm, Petersilie, frischer Gartensalat, eingelegte georgische Pflaumen (Tkemali).
Tipp für unterwegs: Schmeckt auch kalt sehr gut – ideal für Picknick, Wanderung oder die Brotdose im Büro.

Nährwerte

Serving: 1gCalories: 480kcalCarbohydrates: 52gProtein: 32gFat: 14gSodium: 720mgFiber: 3gSugar: 3g
Calories: 480kcal
Gericht: Brot, Fleischgericht, Geflügel, Hähnchenfleisch, Hauptgericht
Küche: Georgisch, Kaukasisch, Osteuropäisch
Schlagwort: Aus dem Ofen, Brot und Brötchen, Familienessen, Ganzjahresrezepte, georgisch, Hähnchen, Hefebrötchen, klassisch, proteinreich, sättigend, selbstgemacht, traditionell, würzig

📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Hähnchen-Kubdari ist perfekt für Liebhaber kaukasischer Küche, Familien mit Kindern (die das Rotfleisch-Aroma der klassischen Variante zu intensiv finden), für sonntägliche Familientreffen, internationale Buffets, zum Vorbereiten für unterwegs (auch kalt sehr gut), und für alle, die mal eine andere Art von gefülltem Brot probieren wollen jenseits von Calzone, Empanada oder Bierock. Mit etwa 480 kcal pro Stück sättigend genug als Hauptspeise, eignet er sich besonders für Wochenend-Backprojekte. Die Zubereitung dauert ca. 2 Stunden inklusive Hefegehzeit – machbar an einem Samstag-Vormittag für ein gemütliches Mittagessen mit Sauerrahm, frischem Gartensalat und Schwarztee aus dem Samovar.

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