Kritharaki mit Oktopus – griechische reisförmige Nudeln (Orzo) mit zartem Oktopus, geschmorten roten Zwiebeln und Rosmarin
Den meisten Oktopus-Gerichten fehlt nicht das Rezept, sondern die Geduld – und genau daran scheitert die Zartheit. Wer den einen, unverhandelbaren Schritt kennt, bekommt butterweiche Fangarme mit gerösteten Rändern, die sich mühelos unter die griechischen reisförmigen Nudeln heben lassen.
Kritharaki – im Handel oft als Orzo verkauft – sind keine Reiskörner, sondern kleine Nudeln aus Hartweizen in der Form eines länglichen Reiskorns. In Griechenland gehören sie zu den meistgekochten Pastasorten überhaupt, und kombiniert mit Oktopus ergeben sie eines dieser Gerichte, die nach Sommer am Wasser schmecken. Es gibt auf dieser Seite bereits eine Variante mit Hähnchenbrust – dies hier ist die ehrliche Meeresfrüchte-Version: ein Tellergericht, bei dem der Oktopus die Hauptrolle spielt und alles andere ihm den Rahmen gibt.

Warum die meisten Oktopus zu zäh kochen
Oktopus hat einen einzigen großen Stolperstein, und er kostet die meisten den Genuss: zu kurzes Garen. Das Fleisch ist von festen Fasern durchzogen, die erst nach längerer, sanfter Hitze nachgeben und butterweich werden. Wer den Oktopus nur zehn Minuten ins kochende Wasser wirft, bekommt zuverlässig ein gummiartiges Ergebnis, das jede Zahnreihe herausfordert. Der richtige Weg ist das leise Köcheln über 45 bis 60 Minuten, abgedeckt und bei kleiner Hitze, bis eine Gabel ohne den geringsten Widerstand in die dickste Stelle der Fangarme gleitet. Diese Gabelprobe ist der ehrlichste Test – Uhrzeiten sind nur ein Anhaltspunkt, denn jedes Tier ist unterschiedlich groß und dick.
Und jetzt der Teil, der viele überrascht: In den Topf gehört kein zusätzliches Wasser. Der Oktopus zieht beim Erwärmen sein eigenes Wasser und liegt nach kurzer Zeit in einer dunklen, aromatischen Brühe, die er selbst abgibt. Geben Sie nur eine halbierte rote Zwiebel, ein paar Lorbeerblätter und schwarze Pfefferkörner dazu, nach Wunsch einen Schuss Wein oder Essig. So bleibt der Geschmack konzentriert, statt in einem großen Topf Wasser zu verwässern.
Erst weich köcheln, dann scharf anrösten – die Zwei-Stufen-Methode
Das Geheimnis hinter den schön gechartert Rändern auf den Fotos ist kein einziger Garvorgang, sondern zwei nacheinander. Zuerst macht das lange, sanfte Köcheln den Oktopus durch und durch zart. Erst danach kommt der zweite, kurze Schritt: das scharfe Anrösten in der heißen Pfanne. Würde man rohen Oktopus einfach in die Pfanne legen und braten, hätte man außen verbrannte und innen zähe Stücke – die Hitze allein bringt das feste Fleisch nicht in vertretbarer Zeit weich.
Nach dem Köcheln lassen Sie den Oktopus im eigenen Sud kurz abkühlen und schneiden ihn dann in mundgerechte Stücke: die Fangarme schräg in Scheiben, dickere Teile in Würfel. In der heißen Pfanne mit gutem Olivenöl bekommen diese Stücke in drei bis fünf Minuten ihre Röstaromen – die Ränder bräunen, die Saugnäpfe ziehen sich zusammen und nehmen die typischen dunklen Stellen an, die Sie auf den Bildern sehen. Wichtig ist, hier zügig zu arbeiten und nur kurz anzubraten. Zu lange in der Pfanne, und der mühsam zart geköchelte Oktopus würde wieder fest werden.
Kritharaki kochen: bissfest oder cremig wie ein Risotto
Bei den reisförmigen Nudeln selbst haben Sie zwei Wege, und beide sind richtig. Der schnelle: Sie kochen die Kritharaki in reichlich gut gesalzenem Wasser bissfest, gießen sie ab und vermengen sie sofort mit einem Schuss Olivenöl, damit sie nicht verkleben. Diese Variante ergibt lockere, einzelne Nudeln, wie man sie auf den Tellern hier sieht – jedes Körnchen für sich, leicht und sommerlich.
Der sämige Weg geht in Richtung Risotto: Sie schwitzen die trockenen Kritharaki in Olivenöl an und gießen nach und nach heiße Brühe dazu, immer wieder rührend, bis die Nudeln weich und cremig sind und die Flüssigkeit gebunden haben. Das dauert etwas länger und braucht Aufmerksamkeit, belohnt aber mit einer samtigen, verbundenen Konsistenz. Für dieses Gericht passt beides – wählen Sie nach Laune und danach, ob Sie es leicht und körnig oder cremig und gehaltvoll mögen.
Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis zum Salzwasser: Kochen Sie die Kritharaki im Wasser so, wie Sie es von Pasta kennen, also gut gesalzen und nur bissfest. Garen Sie die Nudeln zu weich, verlieren sie ihren Biss und kleben zusammen, sobald sie sich mit dem warmen Oktopus und den Zwiebeln verbinden. Lieber eine Minute früher abgießen, denn beim Vermengen in der Pfanne ziehen sie ohnehin noch ein wenig nach.
Rote Zwiebeln, Rosmarin und das gute Olivenöl
Was diese Schale über die bloße Summe ihrer Teile hebt, sind drei unscheinbare Begleiter. Die roten Zwiebeln werden nicht roh untergemischt, sondern bei mittlerer Hitze langsam weich und süß geschmort, bis sie ihre Schärfe verlieren und fast karamellig werden. Diese sanfte Süße ist der Gegenpol zum herzhaften Meeresgeschmack des Oktopus.
Der Rosmarin wird in zwei Etappen eingesetzt, ganz ähnlich wie man frische Kräuter generell behandelt: Ein wenig fein gehackt wandert mit in die Pfanne und gibt sein harziges Aroma an das heiße Öl ab, ganze Zweige kommen erst zum Schluss obenauf für den Duft und die grüne Note auf dem Teller. Und schließlich das Olivenöl – hier ist es kein bloßes Bratfett, sondern ein eigenständiger Geschmacksträger. Ein gutes, fruchtiges Olivenöl extra vergine, zum Schluss großzügig über das fertige Gericht geträufelt, ist in der griechischen Küche so selbstverständlich wie unverzichtbar. Sparen Sie hier nicht.
Würzen mit Augenmaß: Salz, Zitrone, Pfeffer
Beim Abschmecken lohnt sich Zurückhaltung an einer Stelle: dem Salz. Oktopus bringt von Natur aus eine feine Meeresnote mit und ist nie ganz fade. Salzen Sie deshalb sparsam und probieren Sie, bevor Sie nachlegen – es ist leicht, ein solches Gericht zu übersalzen und damit die zarte Eigenwürze zu erschlagen.
Was dagegen unbedingt dazugehört, ist Säure. Ein Spritzer frischer Zitronensaft zum Schluss hebt das ganze Gericht, bringt Frische gegen die warme Tiefe von Oktopus und geschmorten Zwiebeln und lässt es leichter wirken. Geben Sie den Saft erst ganz am Ende dazu und schmecken Sie schrittweise ab – Säure lässt sich nachgeben, aber kaum wieder herausnehmen. Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und ein paar grob gehackte Blätter glatter Petersilie runden ab. Mehr braucht es nicht – diese Küche lebt von wenigen, guten Zutaten, nicht von vielen, und jeder zusätzliche Griff zum Gewürzregal entfernt den Teller eher von dem klaren, ehrlichen Geschmack, um den es hier geht.

So servieren Sie Kritharaki mit Oktopus richtig
Anders als viele Pastagerichte muss diese Schale nicht dampfend heiß auf den Tisch. Im Gegenteil: Lauwarm oder zimmerwarm entfaltet sich das Aroma am schönsten, so wie man es an der Küste serviert. Das macht das Gericht auch zum dankbaren Essen für warme Tage und für eine Tafel, an der nicht alles im letzten Moment fertig sein muss.
Dazu passt schlichtes Weißbrot zum Auftunken des aromatischen Olivenöls, ein einfacher grüner Salat oder ein paar Oliven. Wer mehr Meeresfrüchte auf den Tisch bringen möchte, stellt das Gericht in eine kleine Reihe mediterraner Vorspeisen. Es lässt sich gut für mehrere Personen vorbereiten, weil der aufwendigste Teil – das Garen des Oktopus – problemlos im Voraus passiert und die Nudeln erst kurz vor dem Servieren dazukommen.
Zum Trinken bleibt es bewusst unkompliziert: Ein gut gekühlter, trockener Weißwein aus dem griechischen Süden, etwa ein Assyrtiko, oder ein leichter Roséwein nimmt die salzige Tiefe des Oktopus auf, ohne sie zu überdecken. Wer es alkoholfrei mag, greift zu Wasser mit viel Zitrone. Beim Anrichten lohnt es sich, die Schale nicht zu hoch aufzutürmen, sondern flach und großzügig zu verteilen, damit die gerösteten Oktopusstücke und die roten Zwiebeln sichtbar bleiben und nicht unter den Nudeln verschwinden. Ein letzter Faden Olivenöl und ein Zweig Rosmarin obenauf machen aus dem einfachen Tellergericht ein Bild, das nach Urlaub am Wasser aussieht.
Häufige Fragen zu Kritharaki mit Oktopus
Wie wird der Oktopus für Kritharaki mit Oktopus wirklich zart?
Der Schlüssel ist langes, sanftes Köcheln, nicht starkes Kochen. Garen Sie den Oktopus zugedeckt bei kleiner Hitze 45 bis 60 Minuten, bis eine Gabel ohne Widerstand in die dickste Stelle der Fangarme gleitet. Erst danach kommt das kurze, scharfe Anbraten in der Pfanne. Wer diesen ersten Schritt überspringt, bekommt zähes, gummiartiges Fleisch.
Brauche ich Wasser zum Garen des Oktopus?
Nein. Der Oktopus gibt beim Erwärmen sein eigenes Wasser ab und liegt nach kurzer Zeit in einer dunklen, aromatischen Brühe. Geben Sie nur eine halbierte rote Zwiebel, Lorbeer und Pfefferkörner sowie nach Wunsch einen Schuss Wein dazu. So bleibt der Geschmack konzentriert, statt zu verwässern.
Was ist der Unterschied zwischen Kritharaki und Orzo?
Es ist dasselbe: kleine Nudeln aus Hartweizen in der Form eines länglichen Reiskorns. „Kritharaki“ ist der griechische Name, „Orzo“ der italienische. Im Handel finden Sie das Produkt unter beiden Bezeichnungen, manchmal auch als Risoni. Für dieses Gericht sind alle drei gleich gut geeignet.
Kann ich Kritharaki mit Oktopus vorbereiten?
Ja, und das ist sogar praktisch. Den Oktopus können Sie schon am Vortag weich köcheln und im Sud im Kühlschrank aufbewahren. Kurz vor dem Servieren braten Sie ihn mit den Zwiebeln an, kochen die Kritharaki frisch und mischen alles zusammen. Da das Gericht lauwarm am besten schmeckt, müssen Sie nichts auf den letzten Drücker timen.
Welche Kräuter passen zu Kritharaki mit Oktopus außer Rosmarin?
Rosmarin gibt eine harzige, mediterrane Tiefe, lässt sich aber gut tauschen oder ergänzen. Oregano und Thymian passen ebenso hervorragend zu Oktopus, glatte Petersilie bringt Frische, und etwas Dill verleiht eine leichtere, fast nördliche Note. Wichtig ist nur, robuste Kräuter wie Rosmarin früh mitzubraten und zarte erst zum Schluss dazuzugeben.
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Kritharaki (reisförmige Nudeln) mit Oktopus
Equipment
- großer Topf zum sanften Garen des Oktopus
- Weiter Topf oder hohe Pfanne für die Kritharaki/Orzo
- Grillpfanne oder schwere Pfanne zum Anrösten von Oktopus und Zwiebeln
- Schneidebrett und Messer für Oktopus, Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter
Ingredients
Für den Oktopus
- 1 Oktopus (ganz, etwa 1 bis 1,2 kg, frisch oder aufgetaut)
- 1 rote Zwiebel (für den Sud, halbiert)
- 2 Lorbeerblätter
- 1 TL schwarze Pfefferkörner
- 1 Schuss Rotwein oder Weißweinessig (optional, für den Sud)
Für die Kritharaki (Orzo)
- 300 g Kritharaki (Orzo) (griechische reisförmige Nudeln aus Hartweizen)
- 2 rote Zwiebeln (in Spalten oder grobe Ringe geschnitten)
- 3 Knoblauchzehen (in feine Scheiben geschnitten)
- 5 EL Olivenöl (extra vergine, plus etwas zum Beträufeln)
- 1 Zweig frischer Rosmarin (Nadeln fein gehackt, plus ganze Zweige zum Garnieren)
- 1 Handvoll glatte Petersilie (grob gehackt)
- 1 Zitrone (Saft; nach Geschmack)
- 1 Prise Salz (beim Oktopus sparsam, das Meer salzt mit)
- 1 Prise schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
Instructions
- OKTOPUS VORBEREITEN: Den Oktopus kalt abspülen. Falls er nicht bereits küchenfertig ist, den harten Schnabel in der Mitte der Fangarme und die Augen entfernen. Den Körperbeutel innen säubern. Ganze, kleinere Tiere bleiben am Stück, größere können Sie nach den Fangarmen teilen.
- SANFT WEICH KÖCHELN: Den Oktopus in einen großen Topf geben, die halbierte rote Zwiebel, die Lorbeerblätter, die Pfefferkörner und nach Wunsch einen Schuss Rotwein oder Essig dazugeben. KEIN zusätzliches Wasser nötig – der Oktopus zieht sein eigenes Wasser. Zugedeckt bei kleiner Hitze 45 bis 60 Minuten leise köcheln lassen, bis die dickste Stelle der Fangarme weich ist und eine Gabel ohne Widerstand einsticht. Anschließend im Sud kurz abkühlen lassen.
- KRITHARAKI KOCHEN: Die Kritharaki (Orzo) in reichlich gut gesalzenem Wasser nach Packungsangabe bissfest garen, dann abgießen und mit etwas Olivenöl vermengen, damit sie nicht verkleben. Wer es sämiger mag, gart die reisförmigen Nudeln wie ein Risotto: in Olivenöl anschwitzen und nach und nach heiße Brühe angießen, bis sie weich und cremig sind.
- ZWIEBELN SCHMOREN UND OKTOPUS TEILEN: Den abgekühlten Oktopus in mundgerechte Stücke schneiden – die Fangarme schräg in Scheiben, dickere Teile in Würfel. In einer schweren Pfanne 3 EL Olivenöl erhitzen und die roten Zwiebeln bei mittlerer Hitze weich und süß schmoren. Den Knoblauch und den gehackten Rosmarin kurz mitbraten, bis es duftet.
- OKTOPUS ANRÖSTEN: Die Hitze erhöhen und die Oktopusstücke zu den Zwiebeln geben. Unter gelegentlichem Wenden 3 bis 5 Minuten scharf anbraten, bis die Ränder und die Saugnäpfe leicht gechart sind und Farbe annehmen. So bekommt der zart geköchelte Oktopus außen Röstaromen, bleibt innen aber butterweich.
- MISCHEN, ABSCHMECKEN UND ANRICHTEN: Die warmen Kritharaki mit Oktopus und Zwiebeln in der Pfanne vermengen. Mit der Petersilie, einem Spritzer Zitronensaft, Pfeffer und nur wenig Salz abschmecken – der Oktopus bringt eigene Würze mit. Zum Schluss großzügig mit Olivenöl beträufeln, auf Teller verteilen und mit ganzen Rosmarinzweigen garnieren. Lauwarm oder zimmerwarm servieren.

Notes
- Der häufigste Fehler ist zu kurzes Garen. Erst wenn eine Gabel ohne Widerstand in die dickste Stelle der Fangarme gleitet, ist der Oktopus wirklich zart.
- Beim Köcheln kein Wasser zugeben – der Oktopus gibt selbst genug Flüssigkeit ab. So bleibt der Geschmack konzentriert.
- Salz beim Oktopus sparsam einsetzen, er bringt von Natur aus eine feine Meeresnote mit.
- Das Anrösten zum Schluss bei großer Hitze und nur kurz – sonst wird der zarte Oktopus wieder zäh.
- Statt Rosmarin und Petersilie passen auch Oregano, Thymian oder etwas Dill.
- Eine Handvoll halbierte Kirschtomaten oder schwarze Oliven geben dem Gericht zusätzlich mediterrane Frische.
- Ein wenig abgeriebene Zitronenschale hebt das ganze Gericht zusätzlich.
- Reste halten sich gut verschlossen 1 bis 2 Tage im Kühlschrank. Vor dem Servieren auf Zimmertemperatur kommen lassen oder kurz erwärmen und mit frischem Olivenöl auffrischen.
Nutrition
📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Kritharaki mit Oktopus ist die richtige Wahl für alle, die Meeresfrüchte lieben und ein mediterranes Gericht suchen, das sich gut vorbereiten lässt und lauwarm am besten schmeckt. Es passt zum entspannten Sommerabend, zur kleinen Gästetafel und zu jedem, der einmal zeigen möchte, wie zart Oktopus zu Hause gelingen kann.
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