Nudelmaschine benutzen – von der ersten Stufe bis zur fertigen Bahn
Die meisten Anleitungen sagen: durchkurbeln, Stufe kleiner stellen, wiederholen. Das stimmt ab dem dritten Durchgang – die ersten beiden entscheiden über alles Weitere.
Eine Handkurbelmaschine sieht selbsterklärend aus: Teig oben hinein, Kurbel drehen, Bahn unten heraus. Genau deshalb scheitert der erste Versuch so oft. Die Bahn kommt mit ausgefransten Rändern heraus, wird an einer Stelle dünner als an der anderen, reißt beim Schneiden.
Die Ursache liegt fast immer am Anfang. Die erste Walzenstufe ist nicht zum Ausrollen da, sondern zum Falten – sie übernimmt die Arbeit, die sonst die Hände beim Kneten leisten.
Wer diesen einen Schritt kennt, bekommt eine Bahn mit geraden Kanten und gleichmäßiger Stärke. Alles andere daran ist reine Reihenfolge. Ob sich die Maschine überhaupt lohnt oder ein anderes Werkzeug besser passt, klärt Nudelmaschine, Chitarra oder Rädchenschneider.
Vorbereiten: einspannen, teilen, abdecken
Die Maschine wird an der Tischkante festgeschraubt, nicht nur hingestellt. Eine wandernde Maschine zieht die Bahn schief ein, und beide Hände sind ohnehin belegt.
Der ausgeruhte Teigballen wird in vier Stücke geteilt. Aus 300 g Mehl und drei Eiern entstehen rund 460 g Teig, also gut 115 g je Stück – eine Menge, die sich bequem führen lässt. Wie dieser Teig angesetzt wird, steht in Nudelteig selber machen.
Drei Stücke bleiben unter einem Tuch oder in einer geschlossenen Dose. Offen liegender Teig zieht binnen Minuten eine Haut, und die zeigt sich später als Streifen in der Bahn.
Das Stück, mit dem gearbeitet wird, wird flach gedrückt – etwa auf Handbreite und knapp fingerdick. Es muss schmaler sein als die Walze, sonst quillt es seitlich heraus.
Die erste Stufe ist zum Falten da
Das ist der Schritt, der in kurzen Anleitungen fehlt, und er dauert nur zwei Minuten.
Stellen Sie die Walzen auf die dickste Stufe und schicken Sie das flache Teigstück hindurch. Was herauskommt, sieht unordentlich aus: wellige Ränder, ungleiche Kanten. Das ist normal.
Jetzt wird die Bahn in Drittel gefaltet – wie ein Brief – und mit der offenen Seite voran erneut durch dieselbe Stufe geschickt. Und noch einmal. Und noch einmal.
Fünf bis acht Durchgänge auf dieser einen Stufe genügen. Der Teig wird dabei nicht dünner, sondern glatter, und die Kanten werden mit jedem Mal gerader. Fertig ist es, wenn die Bahn seitlich zwei saubere Linien hat statt Ausfransungen.
Die goldene Regel
Erst wenn die Bahn auf der dicksten Stufe gerade Kanten hat, wird überhaupt eine Stufe kleiner gestellt. Alles, was bis dahin schief ist, wird nachher nur noch länger und schiefer.
Dann eine Stufe nach der anderen
Ab hier wird nicht mehr gefaltet. Jede Stufe wird einmal durchlaufen, danach eine Stufe kleiner gestellt.
Zwei häufige Abkürzungen funktionieren nicht: Eine Stufe zu überspringen zwingt die Walzen, zu viel auf einmal zu tun – die Bahn reißt oder wird wellig. Dieselbe Stufe zweimal zu durchlaufen bringt dagegen gar nichts, weil die Bahn dort bereits ihre Endstärke hat.
Bestäubt wird zwischen den Durchgängen und auf die Bahn, nicht auf die Walzen. Am besten mit Hartweizengrieß: Er bleibt als Trennschicht liegen, während feines Mehl sich an der feuchten Oberfläche festsaugt.

Die führende Hand hält die Bahn locker und zieht nicht. Wer zieht, macht die Bahn genau an dieser Stelle dünner – und der Fehler wird bei jeder weiteren Stufe größer.
Wie lang die Bahn dabei wird
Diese Zahl erklärt, warum Anleitungen irgendwann sagen „die Bahn halbieren“ – und warum das kein Komfort, sondern eine Notwendigkeit ist.
Ein Teigstück von 115 g wird bei 15 cm Walzenbreite immer länger, je dünner es wird:
| Stufe | Bahnstärke | Länge der Bahn |
|---|---|---|
| dickste | 3 mm | rund 20 cm |
| mittlere | 2 mm | rund 31 cm |
| für Bandnudeln | 1,5 mm | rund 41 cm |
| für gefüllte Pasta | 1 mm | rund 61 cm |
| dünnste | 0,6 mm | rund 102 cm |
Zwischen der dicksten und der dünnsten Stufe liegt also das Fünffache an Länge. Spätestens ab etwa einem Meter lässt sich die Bahn nicht mehr sinnvoll führen: Sie hängt über die Tischkante, verzieht sich unter dem eigenen Gewicht und klebt an sich selbst.
Deshalb wird vor den letzten beiden Stufen halbiert. Aus einem Stück werden zwei kürzere Bahnen – das kostet nichts und rettet den Rest.
Der Schneidsatz
Vor dem Schneiden muss die Bahn an der Oberfläche abgetrocknet sein, etwa zehn Minuten offen liegen. Eine frisch gewalzte Bahn ist klebrig, und die Streifen finden hinter dem Schneidsatz sofort wieder zusammen. Wer statt mit dem Schneidsatz lieber mit dem Rädchen schneidet, findet die Technik in Tagliatelle selber machen.
Die Bahn wird oben eingeführt, langsam gekurbelt, und die freie Hand fängt die Stränge unten auf – nicht am Tisch liegen lassen, sonst legen sie sich übereinander.
Direkt danach werden sie locker zu Nestern gedreht und mit Abstand auf ein mit Grieß bestäubtes Tuch gesetzt. Locker ist entscheidend: Ein fest gewickeltes Nest verklebt in der Mitte.

Zu lange Stränge kann man vor dem Schneiden abnehmen: Die Bahn quer in handlange Stücke teilen, dann sind auch die Nudeln handlang und passen in den Topf, ohne gebrochen zu werden.
Reinigen
Die Maschine sieht nach Spülbecken aus und darf auf keinen Fall hinein. Wasser lässt die Walzen rosten und verklebt das Lager, in dem sie laufen.
Richtig ist: Teigreste antrocknen lassen und dann mit einer Bürste oder einem Holzspieß herausholen. Was sich hartnäckig hält, löst ein Stück Teig, das man ohne Ei anrührt und ein paarmal durchkurbelt – es nimmt die Reste mit.
Aufbewahrt wird trocken und mit einem Tuch über den Walzen, damit kein Staub zwischen sie fällt.
Was schiefgeht – und woran es liegt
| Was passiert | Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Die Bahn hat ausgefranste Ränder | zu früh eine Stufe kleiner gestellt | auf der dicksten Stufe weiter falten, bis die Kanten gerade sind |
| Die Bahn wird an einer Stelle dünner | die führende Hand hat gezogen | nur führen, nicht ziehen |
| Der Teig quillt seitlich heraus | Stück breiter als die Walze | vorher schmaler flach drücken |
| Die Bahn reißt beim Dünnerstellen | eine Stufe übersprungen | jede Stufe einzeln durchlaufen |
| Die Bahn klebt an den Walzen | zu feucht, kein Grieß | Bahn bestäuben, nie die Walzen einfetten |
| Die Streifen kleben nach dem Schneiden | Bahn war noch klebrig | 10 Minuten abtrocknen lassen, dann schneiden |
| Die Bahn wird unhandlich lang | dünnste Stufe ohne Teilen | vor den letzten Stufen halbieren |
| Die Bahn hat Streifen und trockene Stellen | Teigstücke lagen offen | wartende Stücke abdecken |
| Die Maschine wandert über den Tisch | Klemme nicht fest genug | fest anziehen, Tischkante vorher abwischen |
Häufige Fragen zur Nudelmaschine
Wie oft muss man den Teig durch die Nudelmaschine lassen?
Auf der dicksten Stufe fünf bis acht Mal, jeweils mit Falten dazwischen – das ersetzt einen Teil der Knetarbeit und macht die Kanten gerade. Danach jede weitere Stufe genau einmal, ohne zu falten und ohne eine Stufe zu überspringen.
Warum faltet man den Teig in der Nudelmaschine?
Weil die erste Stufe nicht zum Dünnermachen da ist, sondern zum Glätten. Durch Falten und erneutes Walzen bekommt die Bahn gerade Seitenkanten und eine gleichmäßige Struktur. Wer sofort dünner stellt, zieht alle Unregelmäßigkeiten in die Länge.
Auf welcher Stufe macht man Bandnudeln?
Nicht nach Stufenzahl, sondern nach Stärke: Bandnudeln brauchen etwa 1,5 mm, gefüllte Pasta rund 1 mm. Weil die Skalen der Maschinen unterschiedlich sind, hilft die Handprobe – zeichnet sich der Schatten der Finger unter der Bahn ab, ist es für Bandnudeln dünn genug.
Warum wird die Teigbahn so lang?
Weil sie beim Dünnerwalzen nicht breiter, sondern länger wird. Ein Teigstück von 115 g misst auf der dicksten Stufe rund 20 cm und auf der dünnsten über einen Meter – das Fünffache. Deshalb teilt man die Bahn vor den letzten beiden Stufen einmal quer.
Darf die Nudelmaschine in die Spülmaschine?
Nein, und auch nicht ins Spülwasser. Die Walzen rosten und das Lager verklebt. Teigreste antrocknen lassen und mit Bürste oder Holzspieß entfernen; hartnäckige Reste nimmt ein Stück Teig ohne Ei mit, das man ein paarmal durchkurbelt.
Kann man den Teig ohne Maschine genauso dünn bekommen?
Ja, mit dem Nudelholz – nur nicht so gleichmäßig. Der Unterschied zeigt sich beim Kochen: Bei ungleich dicker Bahn sind die dünnsten Stellen weich, während die dicksten noch Biss haben. Für Bandnudeln fällt das kaum auf, für gefüllte Pasta schon.
Warum klebt die Bahn an den Walzen?
Weil sie zu feucht ist. Bestäuben Sie die Bahn zwischen den Durchgängen mit Hartweizengrieß, nicht mit feinem Mehl – der Grieß bleibt als Trennschicht liegen. Öl oder Fett gehören nie an die Walzen, sie ziehen später Staub an und lassen sich kaum entfernen.
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Zum RezeptRechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise für die private Küche. Für Küchengeräte gelten die Gebrauchsanleitung und die Sicherheitshinweise des Herstellers. Die Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung, alle Angaben sind sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr.
📌 Für wen ist diese Anleitung ideal? Für alle, die eine Nudelmaschine besitzen und beim ersten Versuch eine Bahn mit ausgefransten Rändern bekamen – und für alle, die nicht wissen, wie oft sie den Teig eigentlich durchlassen sollen.
Was sie besonders macht: Hier steht der Schritt, der in kurzen Anleitungen fehlt: Die erste Stufe ist zum Falten da, nicht zum Dünnermachen. Dazu die Tabelle, die zeigt, wie die Bahn von 20 auf über 100 cm wächst – und damit erklärt, warum sie vor den letzten Stufen geteilt gehört.
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Bei welcher Stufe hören Sie normalerweise auf? Schreiben Sie es gern unten in die Kommentare. Die Skalen unterscheiden sich je nach Modell erheblich, und gerade deshalb hilft es anderen, wenn Sie die Stärke dazuschreiben.