Gebratene Tauben mit dunkler Rotwein-Honig-Glasur
Ein Gericht, das nach großer Küche schmeckt und doch überraschend einfach gelingt. Das Geheimnis liegt in zwei Dingen: einer glänzenden Rotwein-Glasur und dem Mut, die Brust zart rosé zu lassen.
Gebratene Taube ist eines jener Gerichte, die auf der Speisekarte eleganter Restaurants stehen und zu Hause selten gewagt werden – ganz zu Unrecht. Das dunkle, feine Taubenfleisch erinnert eher an edles Wild als an gewöhnliches Geflügel, und mit der richtigen Behandlung gelingt es erstaunlich unkompliziert.
In diesem Rezept werden die ganzen Tauben zuerst rundum kräftig angebraten und dann im Ofen mit einer dunklen Glasur aus Rotwein, Balsamico und Honig immer wieder bestrichen, bis die Haut tief mahagonibraun glänzt – genau so, wie man es auf den Bildern sieht. Wacholder und Thymian bringen eine waldige Würze, ein Löffel Preiselbeergelee eine fruchtige Säure. Das Ergebnis ist ein festliches, wärmendes Hauptgericht – eines, das einen Abend zu etwas Besonderem macht.
Taube – die unterschätzte Delikatesse
Taube, in der Küche oft liebevoll „Täubchen“ genannt, gehört zu den feinsten Fleischsorten überhaupt. Ihr Fleisch ist dunkelrot, zart und aromatisch, mit einer Tiefe, die an Reh oder Wildente erinnert. Genau deshalb schätzt die gehobene Küche sie als Festtagsgericht. Wer sie noch nie probiert hat, wird überrascht sein, wie viel Geschmack in einem so kleinen Vogel steckt.
Für dieses Rezept werden küchenfertige Zuchttauben verwendet, die man beim guten Metzger, im gut sortierten Wildhandel oder bei Geflügelhändlern bekommt. Eine Taube wiegt küchenfertig meist zwischen 350 und 450 Gramm und ergibt eine schöne Portion für eine Person – zwei Tauben also für zwei Gäste. Wichtig ist, dass die Vögel gut gerupft und ausgenommen sind; den Rest erledigt die Küche.

Rosé oder durch? Der richtige Garpunkt
Hier liegt der wichtigste Unterschied zum Hähnchen – und der Schlüssel zu saftigem Taubenfleisch. Anders als Hähnchen wird die Taubenbrust klassisch zart rosé serviert, ähnlich wie bei der Ente. Der Grund: Taubenfleisch ist sehr mager. Brät man es vollständig durch, wird die Brust schnell trocken und verliert ihren feinen Geschmack. Rosé gegart bleibt sie saftig und zart.
Ein Fleischthermometer erspart dabei das Rätselraten. Für eine zart rosé gebratene Brust peilt man eine Kerntemperatur von etwa 60 bis 62 °C an. Die Keulen dürfen und sollen etwas kräftiger durchgegart sein, da sie mehr Bindegewebe haben.
Wer beim Garpunkt lieber auf Nummer sicher geht – etwa, wenn empfindliche Personen mitessen –, brät die Tauben durch, bis sie überall etwa 72 bis 74 °C erreichen. Das Fleisch wird dann fester, bleibt durch die Glasur aber angenehm saftig. Beide Wege sind richtig; es ist eine Frage des Geschmacks.
Die dunkle Glasur: woher der Glanz kommt
Der tiefe, glänzende Mahagoniton auf den Bildern ist kein Zufall, sondern das Werk der Glasur. Rotwein, Balsamico-Essig und Honig werden zusammen aufgekocht und köcheln beim Braten langsam ein. Der Zucker aus Honig und Balsamico karamellisiert dabei leicht, während der Rotwein Farbe und Tiefe gibt. So entsteht eine dunkle, leicht klebrige Glasur, die sich wie ein Lack über die Haut legt.
Der eigentliche Trick ist das mehrmalige Bestreichen: Während die Tauben im Ofen braten, werden sie immer wieder mit der Glasur aus der Pfanne übergossen. Schicht für Schicht baut sich so der Glanz auf, und die Haut bekommt ihre satte Farbe. Je öfter man bestreicht, desto intensiver das Ergebnis – ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung.

Wacholder, Thymian und Preiselbeere: die Aromen des Waldes
Zum kräftigen Taubenfleisch passen Aromen, die an Wald und Herbst erinnern. Wacholderbeeren, leicht angedrückt in die Bauchhöhle und in die Sauce gegeben, bringen die typische, harzig-würzige Note, die man von Wildgerichten kennt. Thymian ergänzt sie mit seiner feinen Kräuterwürze. Beide unterstreichen den edlen Charakter der Taube, ohne ihn zu überdecken.
Den Gegenpol setzt die Frucht: Ein Löffel Preiselbeer- oder Johannisbeergelee in der Glasur bringt eine feine Säure und Fruchtigkeit, die die Süße von Honig und Balsamico ausbalanciert. Diese Kombination aus herzhaft, süß und säuerlich ist es, die das Gericht so rund und festlich macht. Die rosa Pfefferbeeren zum Schluss sind dabei mehr als Deko: Ihre milde, leicht fruchtige Schärfe passt wunderbar zum dunklen Fleisch.
Erst anbraten, dann in den Ofen
Die Methode ist einfach und folgt einer klaren Logik. Zuerst werden die gewürzten Tauben in einer ofenfesten Pfanne rundum kräftig angebraten. Dieses scharfe Anbraten legt die Grundlage für Farbe, Röstaromen und eine appetitliche Haut. Erst danach kommen Rotwein, Balsamico, Honig und die Gewürze dazu, und die ganze Pfanne wandert in den heißen Ofen.
Im Ofen garen die Tauben dann in etwa 12 bis 15 Minuten, während man sie mehrmals mit der Glasur bestreicht. Länger sollten sie nicht darin bleiben: Die Vögel sind klein und sehr mager, und schon wenige Minuten zu viel machen aus der rosé gegarten Brust ein trockenes Stück Fleisch.
Diese Kombination aus Anbraten und Fertigbraten im Ofen sorgt dafür, dass die Haut schön dunkel und glänzend wird, während das Fleisch im Inneren zart bleibt. Nach dem Braten sollten die Tauben unbedingt ein paar Minuten ruhen, damit sich der Fleischsaft verteilt und sie beim Anschneiden saftig bleiben.

Wozu passt gebratene Taube?
Als festliches Hauptgericht verlangt die Taube nach Beilagen, die ihrem edlen Charakter gerecht werden. Klassisch passen ein cremiges Kartoffelgratin, geröstetes Wurzelgemüse oder Serviettenknödel dazu, die die aromatische Glasur wunderbar aufnehmen. Auch Rotkohl oder ein herbstliches Pilzgemüse harmonieren hervorragend mit dem dunklen Fleisch und den waldigen Aromen.
Wer ein rundes Menü plant, reicht dazu ein Glas kräftigen Rotwein – idealerweise denselben, der auch in die Glasur kam. So schließt sich der Kreis, und aus zwei kleinen Vögeln wird ein Festessen, das jeden besonderen Anlass krönt. Gerade weil Taube so selten auf den heimischen Tisch kommt, macht sie umso mehr Eindruck.
Wie schmeckt Taubenfleisch?
Taubenfleisch ist dunkelrot, zart und aromatisch und erinnert eher an edles Wild wie Reh oder Wildente als an Hähnchen. Es ist fein im Geschmack und gilt in der gehobenen Küche als Delikatesse.
Muss man Taube durchbraten?
Nein. Die Taubenbrust wird klassisch zart rosé serviert, ähnlich wie Entenbrust, damit sie saftig bleibt. Wer sichergehen möchte, kann sie aber auch durchbraten, bis sie überall etwa 72 bis 74 °C erreicht.
Wo bekommt man Tauben zum Braten?
Küchenfertige Zuchttauben gibt es beim guten Metzger, im Wildhandel oder bei Geflügelhändlern, oft auch auf Vorbestellung. Sie sollten gut gerupft und ausgenommen sein.
Wie wird die Glasur so dunkel und glänzend?
Rotwein, Balsamico und Honig köcheln ein und karamellisieren leicht. Durch das mehrmalige Bestreichen der Tauben während des Bratens baut sich der glänzende, tief mahagonibraune Überzug Schicht für Schicht auf.
Wie viele Tauben braucht man pro Person?
Eine ganze Taube ergibt eine schöne Portion für eine Person. Für zwei Gäste rechnet man also mit zwei Tauben, für ein größeres Menü entsprechend mehr.
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Gebratene Tauben mit dunkler Rotwein-Honig-Glasur
Kochutensilien
- Ofenfeste Bratpfanne oder kleiner Bräter (Gusseisen)
- Küchengarn
- Fleischthermometer (empfohlen)
Zutaten
Für die Tauben
- 2 ganze Tauben (küchenfertig, je ca. 350 bis 450 g)
- 1 TL Salz
- 0.5 TL schwarzer Pfeffer
- 2 EL Olivenöl oder Butterschmalz zum Anbraten
- 6 Wacholderbeeren (leicht angedrückt)
- 3 Zweige frischer Thymian
Für die dunkle Rotwein-Honig-Glasur
- 150 ml kräftiger Rotwein
- 2 EL Balsamico-Essig
- 2 EL Honig
- 1 EL Preiselbeer- oder Johannisbeergelee (optional, für die fruchtige Note)
- 1 TL rosa Pfefferbeeren (plus mehr zum Garnieren)
Anleitungen
- Tauben vorbereiten: Den Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die küchenfertigen Tauben innen und außen trocken tupfen und rundum mit Salz und Pfeffer würzen. Je einen Thymianzweig und ein paar angedrückte Wacholderbeeren in die Bauchhöhle geben und die Keulen mit Küchengarn zusammenbinden.
- Anbraten: Das Olivenöl oder Butterschmalz in einer ofenfesten Pfanne stark erhitzen. Die Tauben rundum kräftig anbraten, bis die Haut goldbraun ist. So entsteht die Grundlage für Farbe und Aroma.
- Glasur ansetzen: Rotwein, Balsamico, Honig, das Gelee und die rosa Pfefferbeeren zugeben und kurz aufkochen lassen. Die restlichen Thymianzweige und Wacholderbeeren dazugeben und die Flüssigkeit ein wenig einköcheln lassen.
- Braten & glasieren: Die Pfanne in den Ofen stellen und die Tauben etwa 12 bis 15 Minuten braten. Dabei mehrmals mit der Glasur aus der Pfanne bestreichen, bis die Haut tief mahagonibraun glänzt. Für zart rosé gebratene Brust eine Kerntemperatur von etwa 60 bis 62 °C anpeilen; wer die Tauben lieber durchgegart mag, brät sie 4 bis 6 Minuten länger, bis sie überall – auch im dicksten Teil der Brust – etwa 72 bis 74 °C erreichen. Tauben sind klein und mager – lieber früh nachmessen als zu lange braten.
- Ruhen & servieren: Die Tauben aus dem Ofen nehmen, das Küchengarn entfernen und vor dem Servieren 5 Minuten ruhen lassen. Mit der restlichen Glasur beträufeln, mit frischen rosa Pfefferbeeren und Thymian oder ein paar Preiselbeerzweigen garnieren und warm servieren.

Notizen
Nährwerte
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📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für alle, die sich an ein feines, festliches Gericht wagen möchten und Freude an edlem, dunklem Fleisch haben – und für alle, die zu einem besonderen Anlass etwas servieren wollen, das nach großer Küche schmeckt und doch machbar bleibt.
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Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise und Tipps für die private Küche und ersetzt keine medizinische oder Ernährungsberatung. Bei Lebensmittelallergien oder Unverträglichkeiten richten Sie sich bitte zwingend nach den Hinweisen auf den Verpackungen Ihrer Zutaten. Die angegebenen Nährwerte sind Orientierungswerte und können schwanken. Achten Sie stets auf die Frische Ihrer Zutaten. Das Nacharbeiten der Rezepte und Anleitungen sowie der Umgang mit Küchengeräten, heißen Zutaten und offenem Feuer erfolgen auf eigene Verantwortung. Eine Haftung für Personen- oder Sachschäden ist ausgeschlossen, soweit sie nicht auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit beruht; die Haftung für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit bleibt unberührt. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert, erfolgen jedoch ohne Gewähr.