Macarons füllen – Menge, Konsistenz und wie die Paare zusammenfinden
Die Schalen gelten als der schwierige Teil. Über den Geschmack entscheidet trotzdem das, was dazwischen sitzt – und über das Aussehen die Frage, ob in jedem Macaron gleich viel davon steckt.
Beim Füllen kippt die Arbeit von Chemie in Handwerk. Es geht nicht mehr um Eiweiß und Ofenhitze, sondern um eine Creme, die bei Zimmertemperatur stehen bleibt, sich sauber dosieren lässt und beim Zusammendrücken nicht über die Kante quillt.
Genau daran scheitern viele Bleche, die vorher perfekt aus dem Ofen kamen. Zu weiche Creme läuft heraus, zu harte sprengt die Schale, und wer nach Gefühl dosiert, bekommt am Ende Macarons, die zwischen fast leer und übervoll schwanken. Diese Anleitung geht den Ablauf in der Reihenfolge durch, in der er in der Küche passiert.
- Erst sortieren, dann füllen
- Die Schalen paarweise auslegen
- Welche Füllung im Macaron überhaupt hält
- Ganache: das Verhältnis verschiebt sich für Macarons
- Warum weiße Schokolade mehr Schokolade braucht
- Die Ganache reifen lassen
- Buttercreme: wann sie die bessere Wahl ist
- Curd und Konfitüre brauchen einen Damm
- Die Konsistenz beim Aufspritzen
- Das Temperaturfenster
- Mit Tülle oder ohne – der Beutel im Bild
- Beutel füllen und Handwärme
- In der Hand oder auf der Unterlage
- Die Menge: hier geht am meisten schief
- Warum Wiegen sich lohnt
- Aufsetzen mit Drehung
- Kranz und Kern: zwei Füllungen in einem Macaron
- Aroma: warum die Füllung kräftiger sein muss als bei Torten
- Sahne infusieren statt Aroma einrühren
- Salz und Säure als Gegengewicht
- Was schiefgeht
- Reifen, lagern, einfrieren
- Cremes und gefüllte Doppelkekse zum Nachschlagen
- Rezepte zum Weiterlesen
Erst sortieren, dann füllen
Der erste Handgriff hat mit Creme noch gar nichts zu tun. Die abgekühlten Schalen werden vom Papier gelöst und paarweise zusammengelegt, bevor irgendetwas aufgespritzt wird.
Der Grund ist banal und wird trotzdem ständig übergangen: Abgespritzte Schalen sind nie exakt gleich groß. Ein Unterschied von zwei Millimetern im Durchmesser fällt einzeln nicht auf, im fertigen Sandwich aber sofort – die obere Hälfte steht über, das Macaron wirkt schief.
Auch die Höhe schwankt. Schalen vom Blechrand sind oft flacher als die aus der Mitte, weil die Hitze dort anders ankommt. Wer eine flache mit einer hohen kombiniert, bekommt ein Macaron mit schräger Cremefuge.
Die Schalen paarweise auslegen

In der Werkstatt liegen die Schalen nach dem Sortieren in zwei Reihen: eine Reihe mit der Wölbung nach oben, das sind die Deckel, und daneben die zugehörigen Partner mit der flachen Seite nach oben.
Beim Sortieren fallen die Ausschussstücke gleich mit heraus – gerissene Hauben, Schalen ohne Fuß, zerbrochene Böden. Sie später zwischen den fertigen zu entdecken, ärgert mehr, als sie vorher auszusortieren.
Bei zweifarbigen Macarons wird hier auch entschieden, welche Farbe oben liegt. Auf den Bildern dieser Serie sitzt mehrfach eine helle Haube auf einem anthrazitfarbenen Boden – das ist kein Zufall, sondern eine bewusste Paarung beim Auslegen.
Welche Füllung im Macaron überhaupt hält
Eine Macaronfüllung muss drei Dinge gleichzeitig können, und daran scheitern die meisten Cremes aus dem Tortenbau. Sie muss bei 20 °C standfest bleiben, sich kalt aus dem Beutel drücken lassen, ohne die Schale zu sprengen, und Feuchtigkeit an die Schale abgeben, ohne sie durchzuweichen.
Der letzte Punkt ist der, den man am wenigsten erwartet. Die Creme ist nicht nur Geschmacksträger, sie ist auch das Mittel, mit dem die Schale während der Reifezeit von innen weich wird.
| Familie | Standfest bei 20 °C | Feuchtigkeit an die Schale | Eignung |
|---|---|---|---|
| Ganache | sehr gut | mittel, gut steuerbar | der Standard, hält 5 bis 7 Tage |
| Buttercreme | gut, wird kalt aber hart | gering | gut, braucht Zimmertemperatur zum Servieren |
| Curd und Fruchtmasse | schlecht, läuft | hoch | nur als Kern in einem Damm |
| Konfitüre | schlecht | sehr hoch | nur als Kern, weicht sonst durch |
| Frischkäsecreme | mittelmäßig | hoch | nur gekühlt servieren, kurze Haltbarkeit |
Frischkäse ist der häufigste Irrläufer. Eine Creme wie das Frischkäse-Frosting mit 225 g Frischkäse auf 450 g Puderzucker ist für Cupcakes gebaut, die kalt serviert werden. Im Macaron gibt sie über Nacht so viel Wasser ab, dass die Schale matschig wird.
Ganache: das Verhältnis verschiebt sich für Macarons
Ganache ist die naheliegende Wahl, aber nicht in der Mischung, die man von Torten kennt. Für Macarons wird sie deutlich schokoladenlastiger angesetzt, weil sie ein 4 cm breites Sandwich bei Zimmertemperatur tragen muss, ohne seitlich herauszuwandern.
Der Unterschied lässt sich an zwei Rezepten dieser Seite direkt ablesen. Die perfekte hausgemachte Schokoladenganache arbeitet mit 450 g Schokolade auf 480 ml Sahne, also etwa 1 : 1 – das ist eine streichfähige Tortenganache.
Für die Macaronfüllung dreht sich dieses Verhältnis um:
| Schokolade | Schokolade : Sahne | Ergebnis im Macaron |
|---|---|---|
| weiße Schokolade | 3 : 1 | fest, hell, neutrale Basis für Aromen |
| Vollmilchschokolade | 2,5 : 1 | fest, süß, gut für Nussaromen |
| Zartbitter ab 55 % | 2 : 1 | fest, kräftig, verträgt Fruchtkern |
Warum weiße Schokolade mehr Schokolade braucht
Weiße Schokolade enthält keine Kakaotrockenmasse. Was sie fest werden lässt, ist allein die Kakaobutter – und deren Anteil schwankt zwischen den Sorten erheblich. Nach EU-Vorgaben genügen 20 Prozent, damit sich ein Erzeugnis weiße Schokolade nennen darf; Tafelware aus dem Supermarkt liegt meist bei 25 bis 30 Prozent, professionelle Kuvertüre bei 33 bis 40 Prozent. Der Rest ist Zucker und Milchpulver, beides trägt zur Festigkeit fast nichts bei.
Für die Ganache heißt das: Der Blick auf die Packung lohnt sich, bevor das Verhältnis feststeht. Eine Kuvertüre mit 35 Prozent Kakaobutter trägt bei 2,5 : 1 schon das, wofür eine Tafel mit 25 Prozent erst 3,5 : 1 braucht. Die Angabe 3 : 1 in der Tabelle oben ist der Mittelwert – wer die Zahl auf der Packung kennt, verschiebt sie in die passende Richtung.
Deshalb liegt sie im Verhältnis am höchsten. Die weiße Schokoladen-Ganache dieser Seite trifft mit 680 g Schokolade auf 240 ml Sahne genau diesen Bereich, umgerechnet 2,8 : 1.
Auf den Bildern dieser Serie ist eine solche helle Ganache zu sehen: geschlossen, matt glänzend, ohne jede Luftblase im Anschnitt. Aufgeschlagene Cremes sehen anders aus – sie zeigen feine Poren und wirken heller.
Die Ganache reifen lassen
Frisch gerührte Ganache ist zu dünn zum Aufspritzen und wird im Kühlschrank zu hart. Der richtige Weg führt über die Zeit: 6 bis 12 Stunden abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen, bis sie die Konsistenz von weicher Butter hat.
Wer es eilig hat, kann 30 bis 45 Minuten kühlen, muss dann aber alle zehn Minuten umrühren. Sonst zieht die Ganache von der Schüsselwand her an, der Kern bleibt dünn, und aus beidem zusammen wird nie wieder eine glatte Creme.
Buttercreme: wann sie die bessere Wahl ist
Buttercreme punktet dort, wo Ganache an ihre Grenze kommt: bei hellen Farben, bei Aromen, die Schokolade überdecken würde, und bei allem, was länger transportiert wird.
Die amerikanische Variante ist die einfachste, aber auch die süßeste – die amerikanische Buttercreme kommt auf 230 g Butter und 500 g Puderzucker. In einem Gebäck, das ohnehin fast zur Hälfte aus Zucker besteht, ist das viel.
Deutlich besser passen Buttercremes auf Baiserbasis, weil sie mit weniger Puderzucker auskommen und im Mund leichter wirken. Sie sind aufwendiger, halten dafür Form und Geschmack im Macaron am zuverlässigsten.
Welchen Zustand die Creme in der Schüssel haben muss und woran sich zu weich, geronnen und überschlagen unterscheiden lassen, steht in Buttercreme aufschlagen – hier geht es nur um das Verhalten im fertigen Sandwich.
Ein häufiger Fehler ist Flüssigkeit. Eine Creme wie das Erdbeer-Buttercreme-Frosting mit 250 g frischen Erdbeeren auf 230 g Butter ist für Cupcakes hervorragend, im Macaron aber zu wasserreich. Für Fruchtaromen greift man zu Fruchtpulver statt zu frischer Frucht.
Curd und Konfitüre brauchen einen Damm
Fruchtige Füllungen sind bei Macarons beliebt und funktionieren pur trotzdem nicht. Ein Zitronen-Curd mit vier Eiern, 120 g Butter und 120 ml Saft ist zum Löffeln gedacht, nicht zum Tragen.
Bei Zimmertemperatur läuft eine solche Masse seitlich heraus, sobald die zweite Schale aufgesetzt wird. Und über Nacht zieht ihre Feuchtigkeit so stark in die Schale, dass diese von innen aufweicht und beim Anfassen bricht.
Die Lösung heißt Kranz und Kern, und sie steht weiter unten als eigener Abschnitt. Kurz gesagt: Die feste Creme bildet einen Ring am Rand, die fruchtige Masse sitzt geschützt in der Mitte.
Die Konsistenz beim Aufspritzen
Es gibt eine einfache Probe, die zuverlässiger ist als jede Zeitangabe im Rezept. Einen Löffel senkrecht in die Creme stellen: Bleibt er stehen und fällt erst nach ein paar Sekunden langsam um, stimmt die Konsistenz.
Kippt er sofort, ist die Creme zu weich – sie braucht mehr Standzeit oder mehr Schokolade. Lässt er sich gar nicht erst hineindrücken, ist sie zu fest und muss handwarm aufgerührt werden.

Im Bild ist gut zu sehen, was die richtige Konsistenz bedeutet: Der Tupfen steht als Kuppe auf der Schale und behält seine Form. Eine Creme, die sofort zu einem flachen Fleck zerläuft, ist beim Zusammensetzen nicht mehr zu kontrollieren.
Das Temperaturfenster
Das nutzbare Fenster ist überraschend eng. Zwischen 20 und 22 °C verhält sich sowohl Ganache als auch Buttercreme so, wie man es beim Aufspritzen braucht.
Darüber wird Butterfett weich, die Creme sackt in sich zusammen und quillt beim Aufsetzen heraus. Darunter wird sie zäh – und dann bricht nicht die Creme, sondern die Schale, weil man mit mehr Druck arbeiten muss.
Wer in einer warmen Küche arbeitet, füllt in zwei Runden und stellt den zweiten Beutel so lange kühl. Kritisch sind vor allem lange Sitzungen: Der Beutel liegt die ganze Zeit in der Hand und wird dabei kontinuierlich wärmer.
Mit Tülle oder ohne – der Beutel im Bild
Auf den Bildern dieser Serie ist der Beutel bemerkenswert schlicht: ein Einwegbeutel, die Spitze schräg abgeschnitten, oben mit einer Klammer verschlossen. Keine Tülle, kein Adapter.
Für Ganache ist das völlig ausreichend. Der Vorteil einer selbst geschnittenen Öffnung liegt darin, dass sie sich anpassen lässt – fällt der Tupfen zu klein aus, schneidet man einen Millimeter nach.
Als Größe haben sich 8 bis 10 mm bewährt. Kleiner erzeugt zu viel Gegendruck, und der überträgt sich auf die Schale zwischen den Fingern. Größer lässt sich die Menge kaum noch dosieren.
Eine Rundtülle von 8 mm bringt gegenüber dem geschnittenen Beutel wenig. Sterntüllen sind dagegen ungeeignet: Die Rillen werden beim Aufsetzen platt gedrückt, das Muster ist weg, und die Zwischenräume füllen sich mit Luft. Wie ein Beutel mit Tülle zum Marmorieren eingestrichen wird, zeigt Macarons marmorieren.
Beutel füllen und Handwärme
Der Beutel wird höchstens zur Hälfte gefüllt. Mehr wirkt effizient, ist aber der Grund für die meisten wandernden Dosierungen: Eine volle Ladung Creme in der Hand erwärmt sich, und die letzten Macarons bekommen eine deutlich weichere Creme als die ersten.
Die Klammer am oberen Ende – auf den Bildern eine türkisfarbene – ist kein Zierrat. Sie hält die Creme im hinteren Teil und verhindert, dass beim Zusammendrücken oben etwas herausquillt.
Vor dem ersten Macaron wird die Luft aus der Spitze gedrückt, und zwar in eine Schüssel, nicht auf eine Schale. Der erste Stoß kommt fast immer unkontrolliert.
In der Hand oder auf der Unterlage
Es gibt zwei Arbeitsweisen, und beide sind auf den Bildern dieser Serie zu sehen. Sie unterscheiden sich in Tempo und Kontrolle.
In der Hand liegt die Schale zwischen Daumen und Zeigefinger, der Beutel steht senkrecht darüber. Diese Haltung gibt die beste Sicht auf die Menge und den Rand, kostet aber Zeit und belastet die Schale – hohle oder dünne Schalen brechen dabei gern. Woher hohle Schalen kommen und wie sie sich vermeiden lassen, steht in Warum Macarons innen hohl werden.
Auf der Unterlage bleiben die Schalen liegen und werden reihenweise abgearbeitet. Das ist deutlich schneller und schont die Schalen, dafür sieht man die Höhe des Tupfens schlechter, weil man von oben darauf schaut.
Für zwölf Macarons ist die Hand angenehmer, ab zwei Blechen lohnt die Reihe. Wer in Serie arbeitet, spritzt zuerst alle Böden und setzt danach alle Deckel auf, statt beides abwechselnd zu machen.
Die Menge: hier geht am meisten schief
Beim Vergleich der Bilder dieser Serie fällt etwas auf, das man selten so deutlich sieht: Die Cremeschicht schwankt erheblich. Auf dem Anschnittbild ist sie dünner als eine Schale, auf dem Bild mit dem zusammengedrückten Paar etwa doppelt so hoch wie die Fußkrause.
Das ist derselbe Arbeitsgang, dieselbe Creme, dieselbe Sitzung. Freihändig dosiert schwankt die Menge um den Faktor zwei – und genau das schmeckt man, weil das Verhältnis von Mandelschale zu Creme das Aroma bestimmt.
Als Zielgröße gilt eine Cremehöhe, die ungefähr der Höhe einer Schale entspricht, aufgetragen auf einer Fläche, die einen halben Zentimeter schmaler ist als die Schale selbst:
| Schale Ø | Cremefläche Ø | Höhe | Menge je Stück | Für 30 Macarons |
|---|---|---|---|---|
| 3,5 cm | 3,0 cm | 4 mm | 3 bis 4 g | 100 bis 120 g |
| 4,0 cm | 3,5 cm | 5 mm | 5 bis 7 g | 150 bis 210 g |
| 4,5 cm | 4,0 cm | 5,5 mm | 7 bis 9 g | 210 bis 270 g |
| 5,0 cm | 4,5 cm | 6 mm | 10 bis 12 g | 300 bis 360 g |
Für die übliche Größe von 4 cm bedeutet das: Aus rund 140 g weißer Schokolade und 50 ml Sahne entsteht genau die Menge, die dreißig Macarons brauchen.
Warum Wiegen sich lohnt

Die Waage ist beim Füllen kein Übereifer, sondern der schnellste Weg zu gleichmäßigen Macarons. Es gibt zwei praktikable Verfahren.
Beim ersten stellt man den gefüllten Beutel auf die Waage und tariert. Nach jedem Tupfen zeigt die Anzeige, wie viel heruntergegangen ist – anfangs nach jedem Stück, nach zehn Macarons hat sich die Hand kalibriert und man kontrolliert nur noch stichprobenweise.
Beim zweiten wird die Gesamtmenge vor dem Start durch die Zahl der Paare geteilt und der Beutel entsprechend in Portionen aufgeteilt. Das ist unhandlicher, dafür kann die Creme nicht ausgehen, bevor das letzte Paar dran ist.
Aufsetzen mit Drehung

Der letzte Handgriff entscheidet über das Aussehen. Die zweite Schale wird nicht senkrecht heruntergedrückt, sondern aufgesetzt und dabei leicht gedreht.

Die Drehung von etwa einer Viertelumdrehung verteilt die Creme gleichmäßig nach außen, statt sie an einer Stelle herauszupressen. Gedrückt wird nur so lange, bis die Creme den Rand erreicht – und keinen Moment länger.
Woran man erkennt, dass es genug ist: Die Creme steht als geschlossene Linse zwischen den Schalen, in der Mitte am dicksten. Quillt sie über die Kante, war entweder zu viel Creme im Spiel oder zu viel Druck.
Ein Rand von 3 bis 4 mm vor dem Aufsetzen ist der Puffer, der diese Bewegung möglich macht. Wer bis an die Kante spritzt, hat keinen Spielraum mehr.
Kranz und Kern: zwei Füllungen in einem Macaron
Diese Bauweise löst das Fruchtproblem und ist gleichzeitig der Trick, mit dem Konditoreien ihre Sorten unterscheidbar machen. Sie besteht aus zwei Schritten.
Zuerst wird mit fester Creme ein Ring auf die Schale gespritzt, direkt am inneren Rand, etwa 5 mm breit. Er ist der Damm. In die Mulde in der Mitte kommt anschließend die weiche Masse: Curd, Konfitüre, Karamell oder ein Fruchtmus.
Das Verhältnis liegt bei etwa zwei Dritteln Ring zu einem Drittel Kern. Mehr Kern heißt mehr Aroma, aber auch mehr Feuchtigkeit – ab der Hälfte weicht die Schale trotz Damm durch.
Der Kern darf nicht höher sein als der Ring, sonst hebt er die zweite Schale an und der Damm hält nicht. Am einfachsten geht das mit zwei Beuteln nebeneinander, statt einen zwischendurch zu wechseln.
Aroma: warum die Füllung kräftiger sein muss als bei Torten
Eine Macaronschale besteht zu großen Teilen aus Puderzucker und gemahlenen Mandeln. Sie bringt also Süße und einen kräftigen Mandelton mit, bevor die Creme überhaupt ins Spiel kommt – und beides überdeckt zarte Aromen zuverlässig.
Deshalb wird eine Macaronfüllung höher aromatisiert als dieselbe Creme für eine Torte. Was in einer Tortenfüllung angenehm dezent schmeckt, verschwindet zwischen zwei Mandelschalen vollständig.
Bei Fruchtaromen führt der Weg über gefriergetrocknetes Fruchtpulver statt über frische Frucht. Es bringt Geschmack und Farbe ohne Wasser, und davon braucht es mehr, als die meisten erwarten: 3 bis 5 Prozent vom Gewicht der fertigen Creme, bei 200 g Ganache also 6 bis 10 g.
Sahne infusieren statt Aroma einrühren
Für Tee, Kaffee, Gewürze oder Zitrusschale ist das Infusieren der sauberste Weg, weil dabei kein Wasser in die Creme kommt.
Die Sahne wird aufgekocht, das Aroma hineingegeben und 20 bis 30 Minuten zugedeckt ziehen gelassen, danach abgeseiht und die Schokolade damit übergossen. Übliche Mengen auf 100 ml Sahne: 8 g Teeblätter, 10 g grob gemahlener Kaffee, die Schale einer halben Zitrone, eine Vanilleschote.
Ein Punkt wird dabei gern übersehen: Beim Aufkochen und Abseihen gehen 15 bis 20 Prozent der Sahne verloren, ein Teil verdampft, ein Teil bleibt in den Blättern. Wer 50 ml für die Ganache braucht, kocht deshalb mit 60 ml an und wiegt nach dem Abseihen nach.
Salz und Säure als Gegengewicht
Gegen die Süße hilft nichts so gut wie eine Prise Salz – und zwar in einer Menge, die im Rezept ungewöhnlich aussieht: 1 bis 2 g auf 200 g Ganache, also gut ein Viertel Teelöffel.
Säure wirkt in dieselbe Richtung, aber vorsichtiger dosiert. Ein Teelöffel Zitronensaft auf 200 g Creme hebt Fruchtnoten deutlich an, ohne die Ganache zu verflüssigen. Mehr davon kann eine weiße Ganache ausflocken lassen, weil das Milcheiweiß gerinnt.
Beides wird zum Schluss eingerührt, in die bereits abgekühlte Creme. In der heißen Masse verteilt sich Salz zwar besser, verliert aber einen Teil seiner Wirkung, weil es sich vollständig löst, statt beim Essen kleine Geschmacksspitzen zu setzen.
Was schiefgeht
| Problem | Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Creme quillt seitlich heraus | zu viel Menge oder zu warm gearbeitet | Menge wiegen, Creme auf 20 bis 22 °C bringen |
| Schale bricht beim Aufsetzen | Creme zu fest, zu viel Druck | handwarm aufrühren, mit Drehung statt Druck arbeiten |
| Macarons unterschiedlich dick | freihändig dosiert | Beutel auf die Waage stellen und tarieren |
| Schale weicht über Nacht durch | Füllung zu wasserreich | auf Ganache wechseln oder Fruchtmasse als Kern in einen Damm setzen |
| Obere Schale steht über | Paare nicht sortiert | vor dem Füllen nach Durchmesser paaren |
| Creme wird im Kühlschrank steinhart | hoher Butteranteil | 30 bis 60 Minuten vor dem Servieren herausnehmen |
| Letzte Macarons weicher als die ersten | Beutel zu voll, Handwärme | Beutel nur halb füllen, in zwei Runden arbeiten |
Reifen, lagern, einfrieren
Gefüllte Macarons kommen nicht sofort auf den Teller. Sie brauchen eine Nacht, in der Feuchtigkeit aus der Creme in die Schale wandert – erst dann ist die Textur zäh-zart statt trocken-krümelig.

Gelagert wird luftdicht im Kühlschrank, liegend und in einer Lage. Wie lange, hängt allein von der Füllung ab – die Schale selbst ist zuckerreich und wasserarm und ist nie der begrenzende Teil.
| Füllung | Haltbarkeit gekühlt | Bester Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Ganache | 5 bis 7 Tage | Tag 2 bis 4 |
| Buttercreme | 4 bis 5 Tage | Tag 2 bis 3 |
| Curd oder Fruchtmasse im Damm | 2 bis 3 Tage | Tag 1 bis 2 |
| Konfitüre im Damm | 2 bis 3 Tage | Tag 1 bis 2 |
| Frischkäsecreme | 1 bis 2 Tage | Tag 1 |
Die rechte Spalte ist dabei die interessantere. Ein Macaron mit Ganache ist am ersten Tag noch trocken-krümelig, erreicht seinen besten Zustand um Tag zwei bis vier und wird erst danach allmählich weich. Wer auf einen Termin hin plant, backt also zwei Tage vorher und nicht am Vorabend.
Gestapelt wird in keinem Fall: Die unteren Reihen drücken sich platt, weil das Gewicht genau auf die Cremefuge wirkt. Bei vergoldeten Macarons kommt noch Kondenswasser als Risiko dazu – worauf dann zu achten ist, steht in Essbares Gold auf Macarons.
Einfrieren funktioniert bei gefüllten Macarons ausgezeichnet und ist bei Ganachefüllung sogar die bessere Vorratsform: bis zu drei Monate in einer festen Dose, mit Backpapier zwischen den Lagen.
Aufgetaut wird in der geschlossenen Dose, langsam im Kühlschrank und danach eine Stunde bei Zimmertemperatur. Wer die Dose zu früh öffnet, bekommt Kondenswasser auf den Schalen – und Feuchtigkeit von außen löst die Farbe an und macht die Haube fleckig.
Serviert wird nie eiskalt. Zwanzig bis dreißig Minuten bei Zimmertemperatur genügen, damit die Creme wieder weich wird und das Aroma zurückkommt.
Welche Creme eignet sich zum Füllen von Macarons?
Am zuverlässigsten ist Ganache, weil sie bei Zimmertemperatur standfest bleibt und Feuchtigkeit dosiert an die Schale abgibt. Buttercreme funktioniert ebenfalls gut, vor allem auf Baiserbasis. Frischkäsecremes, Curd und Konfitüre sind pur zu wasserreich und gehören nur als Kern in einen Damm aus fester Creme.
Wie viel Füllung kommt auf ein Macaron?
Bei der üblichen Größe von 4 cm sind es 5 bis 7 g, also rund 180 g für dreißig Stück. Als Faustregel gilt: Die Cremeschicht ist ungefähr so hoch wie eine Schale und wird auf eine Fläche gespritzt, die einen halben Zentimeter schmaler ist als die Schale.
Welches Verhältnis braucht Ganache für Macarons?
Deutlich mehr Schokolade als bei einer Tortenganache: weiße Schokolade 3 : 1, Vollmilch 2,5 : 1, Zartbitter 2 : 1, jeweils Schokolade zu Sahne. Eine Tortenganache im Verhältnis 1 : 1 bleibt zu weich und wandert im Sandwich seitlich heraus.
Braucht man eine Tülle zum Füllen von Macarons?
Nein. Ein Einwegbeutel mit schräg abgeschnittener Spitze von 8 bis 10 mm reicht für Ganache völlig aus und lässt sich bei Bedarf nachschneiden. Sternförmige Tüllen sind ungeeignet, weil die Rillen beim Aufsetzen platt gedrückt werden und sich Luft in den Zwischenräumen sammelt.
Warum quillt die Creme beim Zusammensetzen heraus?
Meist aus drei Gründen: zu viel Creme, zu warm gearbeitet oder senkrecht heruntergedrückt statt mit Drehung aufgesetzt. Ein freier Rand von 3 bis 4 mm vor dem Aufsetzen gibt der Creme den Platz, den sie beim Andrücken braucht.
Wie füllt man Macarons mit Fruchtaroma, ohne dass sie durchweichen?
Über Kranz und Kern: ein Ring aus fester Creme direkt am Rand, etwa 5 mm breit, und in der Mulde darin die fruchtige Masse. Das Verhältnis liegt bei zwei Dritteln Ring zu einem Drittel Kern, und der Kern darf nie höher stehen als der Ring.
Wie lange halten gefüllte Macarons?
Das entscheidet die Füllung, nicht die Schale. Mit Ganache halten sie luftdicht und liegend im Kühlschrank fünf bis sieben Tage und schmecken an Tag zwei bis vier am besten; mit Buttercreme vier bis fünf Tage, mit feuchtem Kern aus Curd oder Konfitüre nur zwei bis drei. Eingefroren halten sie mit Ganachefüllung bis zu drei Monate.
Muss man die Schalen vor dem Füllen sortieren?
Ja, und es ist der Schritt, der am meisten Aussehen für am wenigsten Aufwand bringt. Abgespritzte Schalen unterscheiden sich um ein bis zwei Millimeter im Durchmesser und in der Höhe; ungleiche Paare ergeben schiefe Macarons mit schräger Cremefuge.
Cremes und gefüllte Doppelkekse zum Nachschlagen
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Zum Rezept📌 Für wen ist diese Anleitung ideal? Für alle, deren Schalen gelingen, deren fertige Macarons aber unterschiedlich dick ausfallen, seitlich auslaufen oder über Nacht weich werden. Sie beantwortet die drei Fragen, an denen es beim Füllen hängt: welche Creme, wie viel davon und wie die Hälften zusammenkommen.
Was sie besonders macht: Die Mengen stehen als Tabelle nach Schalendurchmesser da, das Ganache-Verhältnis ist gegen die Tortenvariante abgegrenzt, und für fruchtige Füllungen gibt es mit Kranz und Kern die Bauweise, die das Durchweichen verhindert.
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Welche Füllung ist bei Ihnen die Hausmarke? Schreiben Sie es gern unten in die Kommentare. Interessant sind vor allem Kombinationen aus fester Creme und fruchtigem Kern – dort weichen die Mengenverhältnisse am stärksten voneinander ab.