Klassischer Panettone mit kandierten Früchten – italienisches Weihnachtsbrot mit Weizensauerteig

Italienisches Weihnachtsbrot

Warum ausgerechnet der Zustand des Sauerteigs darüber entscheidet, ob die Krume in Fäden reißt oder in Krümel zerfällt.

20. September 2026
Bewertung: 0.00
(0)

Springe zu Rezept

Klassischer Panettone mit kandierten Früchten – italienisches Weihnachtsbrot mit Weizensauerteig

Ein Panettone wird nicht geschnitten, sondern gezupft. Genau daran zeigt sich, ob er gelungen ist: Reißt die Krume in lange, seidige Fäden, hat der Sauerteig gut gearbeitet. Bröselt sie wie Kuchen, war der Trieb zu schwach oder die Butter zu früh im Teig.


Kaum ein Gebäck kommt mit so wenigen Zutaten aus und verlangt so viel Geduld. Mehl, Wasser, Zucker, Eigelb, Butter, Salz, Früchte – jede dieser Zutaten steckt auch in einem Brioche. Was den Panettone davon trennt, ist sein Trieb: Er geht ausschließlich mit Weizensauerteig auf, und dieser Sauerteig muss dafür in einer Verfassung sein, die man riechen und schmecken kann.

Auf dieser Seite steht bereits die österliche Schwester dieses Teigs, die Colomba di Pasqua mit Pistazienglasur. Hier geht es um die Weihnachtsversion in ihrer ältesten Form: ein hoher Laib mit Korinthen und kandierten Früchten, ohne Guss und ohne Belag. Nur ein Kreuzschnitt und ein Stück kalte Butter.

Fertig gebackener Panettone in der Papierform mit Goldband, daneben kandierte Fruchtwürfel, Korinthen und ein Zweig mit roten Beeren
Die Papierform bleibt dran – sie ist keine Verpackung, sondern Teil des Gebäcks

Warum ein Panettone kein reicherer Hefezopf ist

Der Unterschied liegt nicht in der Zutatenliste, sondern in der Reihenfolge. In einem Hefezopf wird alles zusammen verknetet und geht ein- bis zweimal. Beim Panettone entsteht der Teig in zwei Etappen, und zwischen diesen Etappen liegen zwölf Stunden, in denen sich das Kleber-Gerüst in Ruhe ordnet.

Genau dieses Gerüst trägt später die enorme Fettmenge. Auf 365 g Mehl kommen hier 145 g Butter und 100 g Eigelb – ein Anteil, an dem jeder schnell geführte Hefeteig scheitern würde. Fett legt sich zwischen die Mehlbestandteile und hält sie auseinander. Nur ein sehr langsam aufgebautes Gerüst hält dagegen.

Das Ergebnis sieht man am Anschnitt: Die Poren sind nicht rund, sondern in die Länge gezogen, fast wie Fasern. Deshalb lässt sich ein guter Panettone in Streifen zupfen, und deshalb hält er sich über eine Woche, ohne trocken zu werden.


Ein Ansatz, der nach Joghurt riechen soll

Ein Weizensauerteig für Panettone wird fest geführt: auf 100 g Mehl nur 50 g Wasser. Diese Führung bremst die säurebildenden Bakterien und begünstigt die Hefen. Wer sein Anstellgut wie gewohnt weich pflegt, bekommt einen Laib mit deutlicher Säure – und die passt weder zur Butter noch zu den kandierten Früchten.

Die Reife lässt sich zuverlässig prüfen, ohne Uhr. Der Ballen muss sich innerhalb von drei bis vier Stunden bei 26 bis 28 °C verdreifachen. Aufgeschnitten zeigt er eine gleichmäßige, feine Porung und riecht mild nach Joghurt und warmer Milch.

Riecht er stechend nach Essig oder zieht er beim Aufschneiden Fäden, ist er überreif. Dann hilft nur eine weitere Auffrischung im gleichen Verhältnis und noch einmal vier Stunden Wartezeit. Wie so ein Ansatz überhaupt entsteht, steht ausführlich im Beitrag Weizensauerteig ansetzen – dort ist der komplette Weg vom Mehl-Wasser-Gemisch zum backfertigen Anstellgut beschrieben.


Mehl, das zwölf Stunden lang tragen muss

Italienische Bäcker verlangen für Panettone ein Mehl mit hoher Klebekraft, das im Handel oft als Manitoba verkauft wird. Im deutschsprachigen Supermarkt steht so etwas selten. Der praktische Ersatz ist ein Weizenmehl Type 550, aber nicht jedes.

Der Blick geht auf die Nährwerttabelle, nicht auf die Vorderseite der Packung. Entscheidend ist der Eiweißgehalt: mindestens 13 g je 100 g. Viele Haushaltsmehle liegen bei 10 bis 11 g – damit lässt sich Brot backen, aber kein Teig aufbauen, der zwölf Stunden lang unter dieser Butterlast stehen bleibt.

Ein Mehl mit 13 g und mehr braucht spürbar länger, bis es sich vom Schüsselrand löst. Diese zusätzlichen Minuten sind kein Fehler, sondern der eigentliche Zweck: In dieser Zeit entsteht das Netz, das den Laib später über den Formenrand hebt.


Zwei Teige, zwei Aufgaben

Der erste Teig am Abend ist der Motor. Er enthält Mehl, Wasser, Sauerteig, Zucker, Eigelb und Butter – und sonst nichts. Kein Salz, keine Aromen, keine Früchte. Alles, was die Gärung bremsen würde, bleibt draußen, damit sich das Volumen über Nacht verdreifachen kann.

Der zweite Teig am Morgen bringt den Geschmack: Salz, Honig, Vanillemark, Orangen- und Zitronenschale. Salz kommt bewusst erst jetzt dazu – es strafft den Kleber und hätte den Trieb über Nacht spürbar gebremst.

Ein Handgriff macht den Morgen deutlich leichter: Der aufgegangene erste Teig kommt vor dem Weiterkneten 30 Minuten in den Kühlschrank. Kalt ist er fest genug, um sofort wieder Spannung aufzubauen. Warm bleibt er minutenlang eine zähe Masse, die sich an den Knethaken wickelt.


Die Grenze liegt bei 26 Grad

Die wichtigste Zahl dieses Rezepts steht nicht in der Zutatenliste, sondern am Thermometer. Der Teig darf beim Kneten 26 °C nicht überschreiten. Darüber wird die Butter weich statt geschmeidig, sie schmiert das Gerüst auseinander, und der Teig fließt beim Formen breit auseinander.

Eine Küchenmaschine bringt bei zwanzig Minuten Knetzeit erstaunlich viel Wärme in die Schüssel. Deshalb gehören Wasser und Eigelb kühl aus dem Kühlschrank in den Teig, während die Butter weich sein muss. Wer im Sommer backt, stellt die Schüssel vorab eine halbe Stunde kalt.

Steigt die Temperatur trotzdem über die Grenze, ist nichts verloren. Die Schüssel wandert für 15 Minuten in den Kühlschrank, danach wird kurz weitergeknetet. Der Teig zieht sich sichtbar wieder zusammen.

Panettone von oben mit aufgerissenem Kreuzschnitt und Puderzucker, daneben eine dicke Scheibe mit Fruchtstücken auf schwarzem Teller
Der Kreuzschnitt öffnet sich beim Backen zu vier Lappen – Puderzucker kommt erst kurz vor dem Servieren darauf

Kandierte Früchte: was im Glas den Unterschied macht

Kandierte Orangenschale gibt es in zwei sehr verschiedenen Qualitäten. Die günstige Variante besteht aus harten, glasigen Würfeln, die im Teig zäh bleiben und vor allem nach Zucker schmecken. Die bessere ist weich, biegsam und riecht schon beim Öffnen des Glases nach Zitrusöl.

Der Test funktioniert im Laden: Sind die Würfel im durchsichtigen Behälter erkennbar biegsam und leicht feucht, lohnen sie sich. Rieseln sie wie Bonbons durcheinander, wandern sie später als harte Punkte durch die Krume.

Die Korinthen werden 20 Minuten eingeweicht – trockene Trockenfrüchte ziehen sonst Wasser aus dem Teig und hinterlassen um sich herum eine dichte, feste Zone. Danach müssen sie allerdings wirklich trocken getupft werden. Feuchte Früchte lösen ihren Sirup im Teig und ziehen graue Schlieren durch die Krume.

Untergearbeitet wird auf niedrigster Stufe und höchstens eine Minute. Jede weitere Umdrehung zerdrückt die Früchte. Wer sie lieber gleichmäßiger verteilt hätte, faltet sie von Hand ein – das dauert länger, schadet aber nichts.


Der Kreuzschnitt und das Stück Butter

Kurz vor dem Ofen bekommt der Laib einen kreuzförmigen Schnitt, in Italien scarpatura genannt. Er ist keine Verzierung, sondern eine Sollbruchstelle: Der Teig dehnt sich in den ersten zwanzig Minuten stark aus, und ohne Schnitt reißt die Kuppe an einer beliebigen Stelle unkontrolliert auf.

Der Schnitt bleibt flach, etwa 5 mm tief, und wird mit einer wirklich scharfen Klinge geführt. Ein stumpfes Messer zieht den Teig mit und lässt ihn zusammenfallen. In die Mitte des Kreuzes kommt ein Stück kalte Butter von etwa 10 g. Diese 10 g kommen zu den 145 g in den beiden Teigen hinzu – einzukaufen sind also 155 g Butter.

Diese Butter schmilzt langsam in die vier Lappen hinein, hält sie geschmeidig und lässt sie sich nach außen öffnen wie eine Blüte. Warme oder flüssige Butter läuft dagegen sofort an den Rand ab und erzeugt einen dunklen Kranz.

Ein wichtiger Hinweis für später: Bei einem Panettone mit Mandel- oder Nussglasur entfällt dieser Schnitt komplett. Dort übernimmt die aufgestrichene Masse die Rolle des Deckels und reißt beim Backen von selbst auf.

Angeschnittener Panettone auf einem Teller, davor eine liegende Scheibe mit faseriger Krume und bunten kandierten Fruchtwürfeln
Der Anschnitt zeigt die längs gezogenen Poren – das Kennzeichen einer langen Führung

Die Backzeit ist eine Temperatur, keine Uhr

Ein Laib von 1000 g braucht bei 160 °C etwa 50 bis 55 Minuten. Diese Spanne ist ehrlich gemeint: Je nachdem, wie weit der Teig vor dem Ofen aufgegangen war, verschiebt sie sich um bis zu zehn Minuten.

Die verlässliche Größe ist die Kerntemperatur von 92 bis 94 °C, gemessen in der Mitte auf halber Höhe. Darunter bleibt die Krume klebrig und fällt beim Auskühlen zusammen. Deutlich darüber wird sie trocken, und der Laib verliert seine Haltbarkeit.

Die Kuppe färbt sich schneller als der Kern gart. Wird sie nach etwa 30 Minuten schon kräftig braun, kommt locker aufgelegte Alufolie darüber. Der Laib backt darunter ruhig zu Ende, ohne dass die Oberfläche verbrennt.


Warum der heiße Laib kopfüber hängt

Frisch aus dem Ofen kann dieser Teig sein eigenes Gewicht nicht tragen. Die Krume ist in diesem Moment weich und heiß, das Volumen oberhalb des Formenrandes ist reine Gärleistung – und schwer. Stünde der Laib aufrecht, würde die Kuppe in den nächsten Stunden in die Form zurücksacken.

Deshalb werden noch heiß zwei lange Metallspieße etwa 2 cm über dem Boden quer durch Papierform und Krume gestochen. Die Last trägt dabei vor allem das Papier: Es ist an dieser Stelle fest mit dem Gebäck verbacken und verteilt den Zug über den ganzen Umfang.

Wie eine ganze Tagesproduktion so an Gestellen hängt, zeigt der Beitrag Panettone in der Backstube. Zu Hause reichen zwei hohe Töpfe oder zwei Stuhllehnen als Gestell. Der Laib hängt mindestens acht Stunden, am besten über Nacht. Wer ihn zu früh aufstellt, sieht innerhalb weniger Minuten, wie die Kuppe nachgibt.


Der Zeitplan über drei Tage

Aktiv am Herd steht man dabei kaum länger als anderthalb Stunden. Der Rest ist Warten – und lässt sich gut um einen normalen Arbeitstag herumlegen.

WannWas passiertDauer
Tag 1, morgensSauerteig auffrischen10 Min. Arbeit, 3-5 Std. warten
Tag 1, abendsErsten Teig kneten30 Min. Arbeit
über NachtErster Teig geht auf10-12 Std.
Tag 2, morgensZweiten Teig kneten, Früchte einarbeiten45 Min. Arbeit
Tag 2, mittagsFormen und Stückgare5-7 Std.
Tag 2, abendsBackenknapp 1 Std.
über NachtKopfüber auskühlen8-10 Std.
Tag 3Anschneiden

Wer am Wochenende backen möchte, frischt den Sauerteig also am Freitagmorgen auf. Der Laib ist dann am Sonntagvormittag fertig zum Anschneiden.


Was sich kaufen lässt, ohne dass der Laib leidet

Nicht alles muss aus der eigenen Küche kommen. Kandierte Orangenschale kauft praktisch jede italienische Backstube zu – hier lohnt sich Qualität statt Eigenproduktion. Das Gleiche gilt für die Papierform: Sie ist beschichtet, formstabil und hält den Spießen stand. Eine selbst gebastelte Hülse aus Backpapier tut das nicht.

Wovon abzuraten ist: fertige Sauerteig-Pulver und Trockensauerteig aus der Tüte. Sie liefern Aroma, aber keinen Trieb – und der Trieb ist hier die ganze Arbeit. Wer keinen eigenen Ansatz hat, kann sich in einer Bäckerei etwas abgeben lassen und muss ihn dann fest weiterführen.

Ebenfalls heikel: Butter mit weniger als 82 % Fettanteil. Sie bringt zusätzliches Wasser in einen Teig, der ohnehin an der Grenze seiner Bindefähigkeit arbeitet.


Verschenken und sicher transportieren

Ein Panettone ist ein klassisches Mitbringsel, und er verträgt den Transport erstaunlich gut – solange er vollständig ausgekühlt ist. Noch handwarm eingepackt schwitzt er im Beutel, die Kuppe wird klebrig und die Kruste weich.

Für den Weg reicht ein großer Zellophan- oder Gefrierbeutel, oben mit einem Band verschlossen. Ein Band um die Papierform sieht nicht nur hübsch aus, sondern stabilisiert die Hülse zusätzlich. Im Auto steht der Laib aufrecht im Fußraum, nicht auf dem Sitz.

Bei mehr als 22 °C im Innenraum wird die Butter in der Krume weich und der Laib gibt unter dem eigenen Gewicht nach. An warmen Tagen also lieber in den kühleren Fußraum stellen und direkte Sonne meiden.

Panettone von oben mit herausgeschnittener Spalte auf rotem Tuch, daneben eine dick mit Butter bestrichene Scheibe auf einem Holzbrett
Klassisch wird von oben nach unten in Spalten geschnitten – eine Scheibe mit weicher Butter braucht keine weitere Begleitung

Aufbewahrung

Am besten schmeckt der Laib ab dem zweiten Tag. Frisch ausgekühlt ist das Aroma noch verschlossen, erst über Nacht verteilt es sich in der Krume. In einem dicht schließenden Beutel bei Zimmertemperatur hält er sich 7 bis 10 Tage weich – das ist keine Übertreibung, sondern die direkte Folge der langen Führung und des hohen Butteranteils.

In den Kühlschrank gehört er nicht. Dort wird die Krume innerhalb eines Tages fest und mehlig, und dieser Zustand lässt sich auch durch Aufwärmen nicht mehr rückgängig machen.

Einfrieren funktioniert dagegen sehr gut, im Ganzen oder in Scheiben, bis zu drei Monate. Aufgetaut wird langsam bei Zimmertemperatur im geschlossenen Beutel. Trockene Reste sind übrigens die beste Grundlage für Arme Ritter – dicke Scheiben, kurz in Milch und Ei gewendet, in Butter gebraten.


Häufige Fragen

Kann man Panettone auch mit Hefe statt Weizensauerteig backen?

Ja, mit einem über Nacht geführten Hefevorteig und etwa 5 g frischer Hefe kommt man zu einem sehr guten Ergebnis. Der Laib bleibt allerdings kürzer frisch, weil ihm die milde Säure fehlt, die das Altbackenwerden bremst. Geschmacklich ist er etwas geradliniger und weniger vielschichtig.

Warum ist mein Panettone nach dem Backen zusammengefallen?

Fast immer, weil er zu früh aufgestellt wurde. Die Krume braucht acht bis zehn Stunden kopfüber, um zu festigen. Die zweite häufige Ursache ist eine zu niedrige Kerntemperatur: Unter 92 °C ist der Teig innen noch nicht durchgebacken und sackt beim Abkühlen in sich zusammen.

Wie viel Teig gehört in eine Panettone-Papierform?

Für die gängige Form mit Ø 18 cm für 1000 g werden etwa 1050 g Teig eingesetzt. Als Faustregel gilt: Die Teigmenge in Gramm entspricht etwa der aufgedruckten Formengröße. Weniger Teig ergibt einen flachen Laib, mehr lässt ihn über den Rand quellen und einreißen.

Warum sinken die kandierten Früchte im Panettone nach unten?

Weil sie zu früh eingearbeitet wurden oder der Teig zu weich war. Die Früchte gehören erst in den zweiten Teig, nachdem sich das Kleber-Gerüst vollständig gebildet hat und der Teig ein dünnes Fenster zieht. Ein Teig über 26 °C hält die Stücke ebenfalls nicht mehr in der Schwebe.

Kann man den Panettone-Teig über Nacht in den Kühlschrank stellen?

Die zwölfstündige Reife des ersten Teigs braucht Wärme und lässt sich nicht in den Kühlschrank verlegen – dort kommt der Sauerteig praktisch zum Stillstand. Verschieben lässt sich nur die Stückgare in der Form: bis zu 10 Stunden bei 8 bis 10 °C, danach zwei Stunden im Warmen akklimatisieren.

Wie schneidet man einen Panettone richtig an?

In Spalten von oben nach unten, wie eine Torte, nicht in waagerechte Scheiben. So bleibt jedes Stück gleich saftig und die Schnittfläche des Restes ist klein. Zum Schutz wird die angeschnittene Stelle mit der Papierform wieder zusammengeschoben und der Laib im Beutel verschlossen.


Das könnte Sie auch interessieren

Italienische und festliche Hefegebäcke:

Colomba di Pasqua mit Pistazienglasur – Derselbe Teig zu Ostern, in Taubenform und mit grüner Haube.

Rosca de Reyes mit kandierten Früchten – Der Dreikönigskranz arbeitet mit denselben Früchten, aber deutlich schneller.

Orangen-Kulitsch mit Rosinen – Hohe Form, Rosinen und Zuckerhaube: die österliche Antwort auf dieselbe Bauaufgabe.

Fluffige Rosinen-Brioche mit Hefevorteig – Vorteig und kalte Führung als kleinere Übung für dasselbe Prinzip.

Basisrezept für Briocheteig – Der butterreiche Grundteig, an dem sich zeigt, wie viel Fett ein Hefeteig verträgt.

Sauerteig als Trieb für süße Teige:

Weizensauerteig ansetzen – Das ausführliche Rezept für den Ansatz, der diesen Panettone treibt.

Geflochtener Hefezopf mit Sauerteig-Anstellgut – Sauerteig im süßen Teig, ohne die Butterlast des Panettone.

Frische Hefe, Trockenhefe oder Instanthefe – Für alle, die den Laib ohne eigenen Ansatz backen möchten.

Weihnachtsgebäck zum Vergleich:

Vollkorn-Christstollen mit Marzipan – Das deutsche Gegenstück: dicht statt luftig, es reift statt zu hängen.

Italienischer Panforte al Cioccolato – Aus derselben Weihnachtstradition und doch das Gegenteil: schwer, dicht, ohne Trieb.


Hoher goldbrauner Panettone in brauner Papierform mit Goldband, rundherum kandierte Fruchtwürfel und Korinthen auf einem hellen Teller

Klassischer Panettone mit kandierten Früchten – italienisches Weihnachtsbrot mit Weizensauerteig

No ratings yet
Ein Laib aus zwei Teigen und drei Tagen Zeit: fester Weizensauerteig, sehr viel Butter und Eigelb, Sultaninen und kandierte Früchte. Die Krume reißt in lange Fäden, weil der Teig langsam geführt und der heiße Laib kopfüber ausgekühlt wird.
Portionen 12 Scheiben
Vorbereitungszeit 1 Stunde 30 Minuten
Zubereitungszeit 55 Minuten
Auffrischen, Gehzeit und Auskühlen 1 day 7 Stunden 15 Minuten
Gesamtzeit 1 day 9 Stunden 40 Minuten

Kochutensilien

  • Panettone-Papierform (Ø 18 cm, Höhe 11 cm, für 1000 g Teig)
  • Küchenmaschine mit Knethaken (der Teig lässt sich von Hand kaum bewältigen)
  • Metallspieße (zwei Stück, mindestens 30 cm lang, Ø 4-5 mm)
  • Küchenthermometer (für Teig- und Kerntemperatur)
  • feine Reibe (für Orangen- und Zitronenschale)
  • Teigkarte

Zutaten
  

Für die Auffrischung des Sauerteigs

  • 25 g Weizensauerteig (aktives Anstellgut)
  • 50 g Weizenmehl (Type 550, proteinreich)
  • 25 g Wasser (lauwarm, ca. 28 °C)

Für den ersten Teig am Abend

  • 75 g Weizensauerteig (frisch aufgefrischt, aus dem Ansatz oben)
  • 250 g Weizenmehl (Type 550, mindestens 13 g Eiweiß je 100 g)
  • 75 g Wasser (kühl)
  • 75 g Zucker
  • 60 g Eigelb (etwa 3 Stück, Größe M)
  • 90 g Butter (weich, in Stücken)

Für den zweiten Teig am nächsten Morgen

  • 65 g Weizenmehl (Type 550)
  • 20 g Zucker
  • 15 g Honig (mild, etwa Akazie)
  • 6 g Salz
  • 40 g Eigelb (etwa 2 Stück, Größe M)
  • 55 g Butter (weich, in Stücken)
  • 1 Vanilleschote (nur das Mark)
  • 1 Orange (unbehandelt, nur die abgeriebene Schale)
  • ½ Zitrone (unbehandelt, nur die abgeriebene Schale)

Für die Früchte

  • 110 g Korinthen (oder kleine Sultaninen)
  • 90 g Kandierte Orangenschale (in Würfeln von 5 mm)
  • 35 g Kandierte Früchte (bunt gemischt, gewürfelt)

Zum Fertigstellen

  • 10 g Butter (kalt, für den Kreuzschnitt)
  • Puderzucker (zum Bestäuben vor dem Servieren, nach Wunsch)

Anleitungen
 

SAUERTEIG AUFFRISCHEN

  • Am Morgen des ersten Tages 25 g aktives Anstellgut mit 50 g Mehl und 25 g lauwarmem Wasser zu einem festen, glatten Ballen verkneten. Zugedeckt bei 26 bis 28 °C stehen lassen, bis er sich verdreifacht hat. Das dauert je nach Triebkraft drei bis fünf Stunden.
  • Der Ansatz ist reif, wenn er innen fein und gleichmäßig porig ist und mild nach Joghurt und Milch riecht. Riecht er stechend sauer oder nach Essig, im gleichen Verhältnis noch einmal auffrischen und weitere vier Stunden warten. Für den ersten Teig werden 75 g gebraucht, der Rest wandert zurück ins Glas.

ERSTER TEIG AM ABEND

  • Mehl, Wasser und 75 g aufgefrischten Sauerteig in der Küchenmaschine auf niedriger Stufe zu einem groben Teig verkneten. Dann etwa 10 Minuten weiterkneten, bis er sich vollständig vom Schüsselrand löst und glänzt.
  • Zucker und Eigelb in drei Portionen zugeben. Jede Portion vollständig einarbeiten, bevor die nächste folgt. Der Teig wird zwischendurch flüssig und findet erst nach zwei bis drei Minuten wieder zusammen. Das gehört dazu.
  • Die weiche Butter stückweise einkneten. Zum Schluss die Teigtemperatur messen: Sie darf 26 °C nicht überschreiten. Ist der Teig wärmer, die Schüssel 15 Minuten in den Kühlschrank stellen und danach kurz weiterkneten.
  • Den Teig zu einer straffen Kugel formen, in eine hohe Schüssel geben und die Höhe außen markieren. Zugedeckt 10 bis 12 Stunden bei 26 bis 28 °C gehen lassen, bis sich das Volumen verdreifacht hat.

ZWEITER TEIG AM MORGEN

  • Korinthen 20 Minuten in lauwarmem Wasser einweichen, gut abtropfen lassen und auf Küchenpapier trocken tupfen. Mit den kandierten Früchten mischen und beiseitestellen.
  • Den aufgegangenen ersten Teig für 30 Minuten kalt stellen, damit er sich besser verarbeiten lässt. Anschließend mit dem Mehl in der Küchenmaschine 10 Minuten kneten, bis der Teig wieder fest und elastisch ist.
  • Salz, Honig, Vanillemark sowie Orangen- und Zitronenschale einkneten. Danach das Eigelb in zwei Portionen und den Zucker zugeben und jedes Mal warten, bis der Teig wieder geschlossen ist.
  • Zuletzt die weiche Butter stückweise einarbeiten und erneut die Teigtemperatur prüfen: höchstens 26 °C. Der fertige Teig lässt sich zu einem dünnen, durchscheinenden Fenster ziehen, ohne zu reißen.
  • Die Maschine auf die niedrigste Stufe stellen und die abgetropften Früchte in etwa einer Minute unterarbeiten. Nur so lange mischen, bis sie verteilt sind, sonst zerdrücken sie und färben den Teig grau.

FORMEN UND STÜCKGARE

  • Den Teig auf die leicht gefettete Arbeitsfläche geben und 30 Minuten offen entspannen lassen. Dann mit gefetteten Händen von außen nach innen zu einer straffen Kugel spannen, ohne Mehl zu verwenden.
  • Die Kugel mit dem Schluss nach unten in die Papierform setzen und zugedeckt 5 bis 7 Stunden bei 26 bis 28 °C gehen lassen. Der Teig ist so weit, wenn seine Kuppe noch etwa 2 cm unter dem Formenrand steht.

BACKEN UND KOPFÜBER AUSKÜHLEN

  • Den Backofen auf 160 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Teig 15 Minuten offen stehen lassen, damit sich eine leichte Haut bildet, dann mit einer scharfen Klinge kreuzweise 5 mm tief einschneiden und 10 g kalte Butter in die Mitte des Kreuzes legen.
  • Auf der untersten Schiene 50 bis 55 Minuten backen. Nach 30 Minuten locker mit Alufolie abdecken, falls die Kuppe zu dunkel wird. Fertig ist der Laib bei einer Kerntemperatur von 92 bis 94 °C, gemessen in der Mitte auf halber Höhe.
  • Sofort nach dem Backen zwei lange Metallspieße etwa 2 cm über dem Boden quer durch Papierform und Krume stechen und den Laib kopfüber zwischen zwei Stühlen oder zwei hohen Töpfen aufhängen. Mindestens 8 Stunden hängen lassen, am besten über Nacht. Vor dem Servieren nach Wunsch mit Puderzucker bestäuben.
    Angeschnittener Panettone auf einem Holzbrett, daneben mehrere Spalten mit kandierten Früchten in der Krume

Notizen

Tipps:
  • Butter insgesamt 155 g: 145 g wandern in die beiden Teige, 10 g kalt in den Kreuzschnitt kurz vor dem Ofen.
  • Die Teigtemperatur ist wichtiger als jede Uhrzeit. Über 26 °C verliert der Teig seine Spannung und fließt beim Formen auseinander.
  • Der Teig ist reif, wenn er sich zu einem dünnen, durchscheinenden Fenster ziehen lässt. Reißt er vorher, weitere zwei bis drei Minuten kneten.
  • Früchte immer trocken tupfen. Feuchte Fruchtwürfel lösen sich im Teig und hinterlassen graue Schlieren.
  • Wer sein Anstellgut selten benutzt, frischt es am Vortag zusätzlich zweimal im Abstand von vier Stunden im gleichen Verhältnis auf.
Zeitplan: Tag 1 morgens Sauerteig auffrischen, Tag 1 abends ersten Teig kneten, Tag 2 morgens zweiten Teig kneten und formen, Tag 2 nachmittags backen und über Nacht kopfüber auskühlen, Tag 3 anschneiden.
Aufbewahrung: In einem dicht schließenden Beutel bei Zimmertemperatur 7 bis 10 Tage. Der Geschmack ist ab dem zweiten Tag am besten. Eingefroren im Ganzen oder in Scheiben 3 Monate haltbar, langsam bei Zimmertemperatur auftauen lassen.
Variationen: Statt kandierter Früchte 200 g Schokoladentropfen unterarbeiten. Für ein Geschenk den ausgekühlten Laib mit einem Band um die Papierform binden.
Servieren: In Spalten von oben nach unten schneiden. Eine Scheibe mit weicher Butter oder Mascarpone ist die einfachste und beste Begleitung.

Nährwerte

Portion: 1gKalorien: 320kcalKohlenhydrate: 46gEiweiß: 5gFett: 13gNatrium: 200mgBallaststoffe: 2gZucker: 25g
Gericht: Brot, Gebäck, süße Backware
Küche: Europäisch, Italienisch, Mediterran
Ernährungsform: Vegetarisch
Schlagwort: Aus dem Ofen, festlich, fluffig, Geschenk aus der Küche, Hefeteig Gebäck, italienisch, klassisch, traditionell, Trockenfrüchte, Weihnachten

Wenn Ihnen das Rezept gelungen ist, freue ich mich über eine Bewertung — ein Klick auf die Sterne genügt. Und wenn etwas anders lief als beschrieben, schreiben Sie es gern in die Kommentare, dann kann ich das Rezept nachschärfen.

📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für alle, die schon mit Sauerteig backen und ihm zum Fest eine echte Aufgabe geben möchten. Der Panettone ist kein Feierabendprojekt, aber auch kein Wettkampf: Die aktive Arbeit verteilt sich auf drei überschaubare Etappen, dazwischen läuft alles von allein. Besonders lohnt er sich für alle, die ein Mitbringsel suchen, das sich nicht in zehn Minuten nachmachen lässt. Ein selbst gebackener Laib in der Papierform, mit einem Band gebunden, ist ein Geschenk mit sichtbarem Aufwand – und er hält bis weit in die Feiertage hinein frisch.

🔎 Suchen Sie nach: Panettone selber machen, Panettone Rezept, Panettone mit Sauerteig, italienisches Weihnachtsbrot, Panettone kandierte Früchte, Lievito madre Panettone, Panettone Papierform, Panettone kopfüber auskühlen, Panettone Kerntemperatur, Panettone zwei Teige, Panettone Kreuzschnitt, Weihnachtsgebäck Italien, Panettone Mehl Type 550, Panettone verschenken


Haben Sie dieses Rezept ausprobiert? Schreiben Sie Ihre Eindrücke oder Vorschläge gern in die Kommentare. Ihr Feedback hilft anderen Lesern, ihre Kochkünste zu verbessern und etwas Neues zu probieren!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert

Rezeptbewertung




Like 314
Schließen
VictoryCooks © 2026.
Alle Rechte vorbehalten.
Kochen. Essen. Genießen.
Schließen