Cannelloni mit Spinat-Ricotta, Tomatensauce und Mozzarella – der italienische Pasta-Klassiker aus dem Ofen
Es gibt Gerichte, die ihre ganze Magie erst im Ofen entfalten, und dieses gehört dazu. Rohe Nudelröhren, eine cremige Füllung aus Spinat und Ricotta, eine fruchtige Tomatensauce mit sichtbaren Tomatenstückchen und obendrauf geschmolzener Mozzarella – mehr braucht es nicht, damit am Sonntag alle an den Tisch kommen. Und das Schönste: Die Cannelloni garen mit, Sie müssen sie vorher nicht einzeln kochen.

Warum dieses Gericht in italienischen Familien Sonntag bedeutet
In vielen italienischen Haushalten ist ein Auflauf aus gefüllten Nudelröhren das, was bei uns der Sonntagsbraten ist – das Gericht, das man auf den Tisch stellt, wenn die Familie zusammenkommt. Der Name Cannelloni kommt vom italienischen Wort für „Rohr“, und genau das sind sie: zylindrische Pasta-Röhren, die man großzügig füllt, in Sauce bettet und überbacken lässt. Früher rollte man dafür frisch ausgewalkten Nudelteig um die Füllung, heute greifen die meisten Familien zu den getrockneten Hartweizen-Röhren aus dem Supermarkt, weil sie zuverlässig gelingen und kaum Aufwand machen.
Die Kombination aus Spinat und Ricotta ist dabei die klassischste Füllung überhaupt. Das hat einen einfachen Grund: Sie ließ sich immer aus dem zusammenstellen, was ohnehin im Haus war – ein Bund Spinat aus dem Garten, ein Rest Frischkäse, etwas geriebener Hartkäse und ein Ei zum Binden. Genau diese Bodenständigkeit macht das Gericht so beliebt. Es schmeckt nach Zuhause, ist günstig, sättigt eine ganze Tafel und überzeugt auch die Fleischesser am Tisch, ohne dass ein Gramm Fleisch darin steckt.
Das Geheimnis der Füllung: trockener Spinat
Wenn eine Spinat-Ricotta-Füllung einmal nicht gelingt, liegt es fast immer am Wasser. Spinat besteht zu über neun Zehnteln aus Flüssigkeit, und wenn die in die Füllung gerät, wird die ganze Masse wässrig, blass im Geschmack und läuft beim Backen aus den Röhren. Deshalb gilt die wichtigste Regel dieses Rezepts dem Ausdrücken. Lassen Sie den Spinat mit etwas Olivenöl und Knoblauch in der Pfanne zusammenfallen, bis er deutlich kleiner geworden ist, und lassen Sie ihn dann kurz abkühlen. Anschließend nehmen Sie ihn in beide Hände und pressen ihn so kräftig aus, wie Sie können – ruhig über einem Sieb oder in einem sauberen Geschirrtuch. Sie werden überrascht sein, wie viel Flüssigkeit dabei noch herauskommt.
Greifen Sie zu Tiefkühlspinat, gilt dasselbe, nur noch konsequenter: Durch das Einfrieren brechen die Zellen auf, und der Spinat gibt nach dem Auftauen besonders viel Wasser ab. Tauen Sie ihn vollständig auf und drücken Sie ihn gründlich aus, bevor er in die Schüssel wandert. Erst danach wird er grob gehackt und unter die Ricotta gehoben. Ein gut ausgedrückter Spinat ist die halbe Miete – damit steht und fällt die Cremigkeit der Füllung.
Ricotta richtig wählen und vorbereiten
Beim Frischkäse lohnt sich ein kurzer Blick auf die Verpackung. Echter italienischer Ricotta ist ein milder, leicht körniger Frischkäse mit einer dezent süßlichen Note – er gibt der Füllung ihre typische Cremigkeit, ohne sie zu säuern. In vielen Supermärkten wird stattdessen Quark als Ersatz angeboten, der ist aber deutlich saurer und feuchter und verändert den Charakter des Gerichts spürbar. Wenn Sie können, greifen Sie zum echten Ricotta von der Käsetheke.
Egal welchen Frischkäse Sie verwenden: Lassen Sie ihn vor dem Verarbeiten eine halbe Stunde in einem feinen Sieb über einer Schüssel abtropfen. Auch hier geht es wieder darum, überschüssige Flüssigkeit loszuwerden, bevor sie in die Füllung gerät. Verrühren Sie den abgetropften Ricotta dann mit reichlich geriebenem Hartkäse, zwei Eiern, etwas frisch geriebener Muskatnuss, Salz und Pfeffer. Die Muskatnuss ist hier kein Beiwerk, sondern der heimliche Star – sie ist es, die der Spinat-Ricotta-Masse ihren unverwechselbaren, warmen Duft gibt.
Die Tomatensauce – fruchtig, mit Biss und genug Flüssigkeit
Weil die Cannelloni roh in die Form kommen und erst beim Backen weich werden, übernimmt die Sauce eine doppelte Aufgabe: Sie gibt Geschmack und sie liefert die Feuchtigkeit, mit der die Nudeln garen. Deshalb darf sie auf keinen Fall zu trocken sein. Schwitzen Sie Zwiebel und Knoblauch in gutem Olivenöl an, geben Sie passierte Tomaten dazu und lassen Sie alles in Ruhe köcheln. Eine Prise Zucker nimmt der Tomate die Säure, frischer Basilikum kommt erst zum Schluss hinein, damit sein Aroma erhalten bleibt.
Auf den Fotos sehen Sie eine bewusst rustikale Sauce mit sichtbaren Tomatenstückchen – genau so darf sie aussehen. Sie muss nicht spiegelglatt sein; ein bisschen Struktur gibt dem Auflauf Charakter. Wichtig ist nur die Konsistenz: Die Sauce soll fließen, nicht stocken. Eine gute Faustregel ist, dass sie vom Löffel als breite, langsam laufende Linie zurückläuft. Ist sie zu dick eingekocht, dringt sie nicht in die Röhren ein und die Pasta bleibt fest – dann gießen Sie einfach einen kleinen Schluck Wasser nach. Sorgen Sie dafür, dass die Cannelloni später großzügig in Sauce liegen, dann können sie gar nicht austrocknen.

So wird der Auflauf geschichtet
Eine gute Schichtung entscheidet darüber, ob das Gericht saftig oder trocken aus dem Ofen kommt. Zuerst kommt eine dünne Schicht Tomatensauce auf den Boden der Form – sie ist die Versicherung dagegen, dass die Nudeln unten ansetzen. Die Cannelloni füllen Sie am bequemsten mit einem Spritzbeutel ohne Tülle oder einem Gefrierbeutel, dem Sie eine Ecke abschneiden; so drücken Sie die Masse sauber in die Röhren, ohne sich die Finger zu verbiegen. Legen Sie die gefüllten Röhren dann nebeneinander in die Form, mit ein wenig Abstand, damit sie beim Quellen Platz haben.
Über die Cannelloni kommt die restliche Sauce, und zwar so, dass die Röhren gut bedeckt sind. Erst ganz zum Schluss folgt der Käse. Verteilen Sie den Mozzarella in Würfeln darüber und streuen Sie geriebenen Hartkäse darauf. Dass der Käse zuletzt kommt, ist kein Zufall: Läge er schon zwischen den Schichten, würde das austretende Käsewasser die Pasta verwässern. Obenauf dagegen schmilzt er zu einer goldbraunen Decke, die beim Servieren in feinen Fäden zieht. Ein etwas festerer Mozzarella, wie man ihn für Pizza bekommt, eignet sich dafür sogar besser als der ganz frische in Lake – er gibt weniger Wasser ab und bräunt gleichmäßiger.
Backen, Ruhen und der Test mit der Gabel
In den Ofen geht die Form bei etwa 190 °C (374 °F). Wer mag, deckt sie für die erste Hälfte der Backzeit mit Folie ab; dann bleibt der Dampf eingeschlossen und die Pasta gart besonders gleichmäßig weich. Für die letzten Minuten nehmen Sie die Folie ab, damit der Käse oben Farbe bekommt und die Sauce leicht eindickt. Nach gut einer halben Stunde sollte die Oberfläche goldbraun blubbern.
Ob die Cannelloni wirklich gar sind, prüfen Sie ganz ohne Rätselraten: Stechen Sie mit einer Gabel oder einem Holzstäbchen in eine Röhre. Geht es ohne Widerstand hinein, sind sie fertig; spüren Sie noch Festigkeit, gönnen Sie ihnen einfach fünf bis zehn Minuten länger. Und dann kommt der Schritt, den die Ungeduld gern überspringt, aber bitte nicht auslassen: fünf Minuten ruhen lassen. In dieser kurzen Pause setzt sich die Sauce, der Käse hört auf zu brodeln, und die Cannelloni lassen sich sauber portionieren, ohne dass die Füllung herausläuft. Rechnen Sie mit etwa drei Röhren pro Person, dazu reichlich Sauce und ein paar frische Basilikumblätter.

Abwandlungen und Aufbewahrung
So bodenständig das Grundrezept ist, so dankbar lässt es sich abwandeln. Ein paar Ideen, die alle gut funktionieren:
- Deftiger: Mischen Sie etwas angebratenes Hackfleisch unter die Füllung – das geht in Richtung der herzhaften Cannelloni nach Bologneser Art.
- Mit Pilzen: Fein gehackte, in der Pfanne ausgebratene Champignons machen die Füllung erdiger und passen wunderbar zum Spinat.
- Cremiger: Eine dünne Schicht Béchamel zwischen Sauce und Käse macht den Auflauf noch samtiger und reichhaltiger.
- Mit anderem Grün: Statt Spinat lassen sich auch Mangold oder Rübstiel verwenden – beide bringen eine angenehm herbe Note mit.
Übrig gebliebene Cannelloni halten sich abgedeckt drei Tage im Kühlschrank und schmecken am zweiten Tag oft sogar noch besser, weil die Aromen Zeit hatten, sich zu verbinden. Zum Aufwärmen stellen Sie die Form bei rund 160 °C (320 °F) für eine Viertelstunde in den Ofen – das hält den Käse weich, während die Mikrowelle ihn leider gummiartig macht. Wer auf Vorrat kochen möchte, friert die Röhren am besten ungebacken ein; sie halten so etwa zwei Monate und wandern später direkt aus dem Tiefkühler in den heißen Ofen. Und wenn Sie für Gäste vorarbeiten wollen: Füllen und schichten Sie den Auflauf schon am Vortag, decken Sie ihn ab und stellen Sie ihn kalt – über Nacht zieht die Pasta etwas Sauce und backt am nächsten Tag sogar ein wenig schneller gar.
Häufige Fragen zu Cannelloni mit Spinat-Ricotta
Muss ich die Cannelloni vor dem Backen vorkochen?
Nein, das ist nicht nötig. Wenn Sie die rohen Röhren großzügig in Sauce betten, garen sie im Ofen von selbst weich. Wichtig ist nur, dass genug Flüssigkeit da ist: Die Sauce sollte die Cannelloni gut bedecken. Falls sie sehr dick ist, gießen Sie einen kleinen Schluck Wasser nach.
Kann ich Tiefkühlspinat statt frischem verwenden?
Ja, Tiefkühlspinat funktioniert sehr gut und spart Arbeit. Tauen Sie ihn vollständig auf und drücken Sie ihn besonders gründlich aus, denn er enthält nach dem Auftauen viel Wasser. Rechnen Sie mit etwa der gleichen Menge wie bei frischem, gut ausgedrücktem Spinat.
Womit kann ich Ricotta ersetzen, wenn ich keinen finde?
Verwenden Sie gut abgetropften Magerquark oder Schichtkäse. Lassen Sie ihn vorher eine halbe Stunde in einem Sieb abtropfen, damit die Füllung nicht zu feucht wird. Der Geschmack fällt etwas frischer und säuerlicher aus, das Ergebnis gelingt aber trotzdem.
Kann ich den Auflauf am Vortag vorbereiten?
Ja, das geht wunderbar. Füllen und schichten Sie die Cannelloni samt Sauce und Käse, decken Sie die Form ab und stellen Sie sie in den Kühlschrank. Backen Sie am nächsten Tag wie beschrieben; die Backzeit verkürzt sich oft um einige Minuten, weil die Pasta über Nacht schon Sauce gezogen hat.
Wie bewahre ich Reste auf und wärme sie auf?
Gebackene Cannelloni halten sich abgedeckt drei Tage im Kühlschrank. Wärmen Sie sie im Ofen bei etwa 160 °C (320 °F) rund 15 Minuten auf, dann bleibt der Käse weich. Ungebacken lassen sie sich auch einfrieren und halten so etwa zwei Monate.

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Cannelloni mit Spinat-Ricotta, Tomatensauce und Mozzarella
Equipment
- Auflaufform 35 × 25 cm (14 × 10 in)
- großer Topf für Spinat
- mittelgroßer Topf für Tomatensauce
- große Rührschüssel für Füllung
- Spritzbeutel ohne Tülle (oder Plastik-Beutel mit abgeschnittener Ecke)
Ingredients
Für die Cannelloni-Hülle
- 20 Cannelloni (Röhren, getrocknet; oder 400 g frische Cannelloni-Platten)
Für die Spinat-Ricotta-Füllung
- 500 g Blattspinat (frisch oder TK aufgetaut, gut ausgedrückt)
- 500 g Ricotta (Romana DOP oder Standard)
- 150 g Parmigiano Reggiano (DOP; gerieben; für Füllung)
- 2 Eier (Größe M)
- 3 Knoblauchzehen (fein gerieben; für Füllung)
- 0,5 TL Muskatnuss (frisch gerieben)
- 1 TL Meersalz (fein; für Füllung)
- 0,5 TL Schwarzer Pfeffer (gemahlen; für Füllung)
- 2 EL Olivenöl (zum Anschwitzen)
Für die Tomatensauce
- 800 g Passierte Tomaten (für eine rustikalere Sauce mit sichtbaren Stückchen die Hälfte durch stückige Tomaten ersetzen)
- 2 Knoblauchzehen (fein gehackt; für Sauce)
- 1 Zwiebel (mittel; fein gewürfelt)
- 3 EL Olivenöl (extra vergine; für Sauce)
- 1 TL Zucker
- 1 Bund Basilikum (frisch; für Sauce)
- Meersalz (nach Geschmack)
- Schwarzer Pfeffer (nach Geschmack)
Für das Topping
- 250 g Mozzarella (in Würfeln oder Scheiben)
- 80 g Parmigiano Reggiano (gerieben; für Topping)
- 2 EL Basilikum (frisch; zur Garnitur)
Instructions
TOMATENSAUCE
- 3 EL Olivenöl in Topf erhitzen. Zwiebel glasig anschwitzen (5 Min). Knoblauch dazugeben, 30 Sek weiter.
- 800 g Tomaten + Zucker, Salz, Pfeffer zugeben. 20 Min köcheln bei mittlerer Hitze. Für die rustikale Sauce wie auf dem Foto ruhig stückige Tomaten verwenden, sodass kleine Stücke sichtbar bleiben. Sauce muss gut fließen – notfalls einen Schluck Wasser zugeben. Basilikum am Ende grob zerrupfen.
SPINAT-RICOTTA-FÜLLUNG
- 500 g Spinat waschen. In großem Topf mit 2 EL Olivenöl und Knoblauch 3 Min zusammenfallen lassen. Abkühlen, KRÄFTIG ausdrücken (sehr wichtig). Grob hacken.
- 500 g Ricotta mit 150 g Parmesan, 2 Eiern, Muskatnuss, Salz, Pfeffer verrühren. Gehackten Spinat unterheben. In Spritzbeutel ohne Tülle (oder Plastik-Beutel mit abgeschnittener Ecke) füllen.
CANNELLONI FÜLLEN UND SCHICHTEN
- 20 Cannelloni-Röhren mit der Ricotta-Spinat-Mischung vorsichtig befüllen.
- Auflaufform 35 × 25 cm (14 × 10 in) vorbereiten. Boden mit 1/3 Tomatensauce bedecken. Cannelloni nebeneinander auflegen. Restliche Tomatensauce darüber verteilen.
- Mozzarella-Würfel gleichmäßig verteilen. Parmesan großzügig darüber streuen.
BACKEN UND SERVIEREN
- Backofen auf 190 °C (374 °F) vorheizen. 30-35 Min backen, bis der Mozzarella goldbraun geschmolzen ist.

- 5 Min ruhen lassen vor dem Servieren – Sauce setzt sich.
- Frische Basilikum-Spitzen als Garnitur. Pro Portion 3 Cannelloni + reichlich Sauce. Optional zusätzlicher Parmesan zum Bestreuen.
Notes
Nutrition
📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für Familien, die ihre Sonntags- oder Festtagstafel mit einem warmen, vertrauten Gericht decken möchten. Für Vegetarier, die einen sättigenden Hauptgang suchen, der auch Fleischesser am Tisch glücklich macht. Für alle, die gern vorkochen – Cannelloni schmecken am zweiten Tag oft noch besser und lassen sich problemlos für mehr Gäste verdoppeln. Und gerade für Einsteiger ist es ein dankbares Rezept, das auch ganz ohne Pasta-Maschine und ohne Béchamel-Erfahrung sicher gelingt.
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