Empada de Camarao – brasilianische Garnelen-Pastetchen mit cremiger Füllung
Klein genug, um sie aus der Hand zu essen, und so cremig gefüllt, dass beim ersten Biss eine ganze Garnele zum Vorschein kommt – diese goldgelben Pastetchen sind der Grund, warum auf jeder brasilianischen Festtafel als Erstes die Empadas verschwinden.
Die Empada de Camarao gehört in Brasilien zu jenen kleinen Gebäcken, die niemand erklären muss und die trotzdem jeder liebt. Man findet sie in der Bäckerei an der Ecke ebenso wie auf dem Geburtstagstisch, beim Sonntagskaffee genauso wie als erste Vorspeise eines festlichen Essens. Wörtlich übersetzt ist eine „Empada“ einfach ein gedeckeltes Pastetchen, doch das wird ihr nicht gerecht: Der Reiz liegt im Zusammenspiel aus einem besonders mürben, fast keksartigen Teig und einer warmen, würzigen Füllung. In der Variante mit Garnelen – „Camarao“ – trifft buttriger Teig auf das süßliche Aroma der Meeresfrüchte und ein cremiges Bett aus geschmortem Gemüse. Auf den Fotos zu diesem Beitrag sehen Sie genau das: außen glänzend goldbraun, innen eine helle, sämige Masse mit deutlich erkennbaren, rosa schimmernden Garnelenstücken.

Was eine echte Empada ausmacht
Eine Empada ist keine Quiche und kein Blätterteigteilchen, auch wenn sie auf den ersten Blick verwandt wirkt. Der entscheidende Unterschied liegt im Teig. Brasilianische Empadas werden aus einer „massa podre“ gebacken – wörtlich ein „mürber Teig“, der so zart ist, dass er beim Anschneiden fast zerbröselt. Erreicht wird das durch einen hohen Butteranteil im Verhältnis zum Mehl und durch sehr kaltes, zügiges Arbeiten. Die Butter soll sich nicht vollständig mit dem Mehl verbinden, sondern in kleinen Stückchen erhalten bleiben; genau diese feinen Fetteinschlüsse machen den Teig später so kurz und schmelzend.
Das zweite Erkennungsmerkmal ist die Form: Eine Empada hat immer einen Boden und einen separaten Deckel, die an den Rändern fest miteinander verschlossen werden. Auf den Bildern erkennt man die feine Naht rundherum, dort wo Boden und Deckel zusammengedrückt wurden. Diese doppelte Hülle ist nicht nur Optik – sie hält die cremige Füllung sicher im Inneren und sorgt dafür, dass das Pastetchen beim Backen nicht ausläuft. Wer schon einmal eine offene Tartelette gebacken hat, kennt das Problem austretender Füllung; die geschlossene Empada umgeht es elegant.
Das Refogado – die Seele der Füllung
Fast jede herzhafte brasilianische Füllung beginnt mit einem Refogado. Das ist die Basis aus Zwiebel, Knoblauch und oft Tomate und Paprika, die in Öl langsam weich geschmort wird, bis sie süßlich und aromatisch ist. Man kann es mit dem italienischen Soffritto oder dem spanischen Sofrito vergleichen: ein unscheinbarer Arbeitsschritt, der am Ende den ganzen Geschmack trägt. Für die Empada de Camarao dünsten Sie zuerst Zwiebel und Paprika sanft an, geben dann den Knoblauch dazu, bis er duftet, und lassen schließlich die gewürfelte Tomate zu einem weichen Bett einkochen.
Erst in dieses fertige Refogado kommen die Garnelen. Hier ist Zurückhaltung gefragt: Garnelen brauchen nur sehr wenig Hitze, um gar zu werden, und sie ziehen im Ofen noch einmal nach. Braten Sie sie deshalb nur so kurz an, bis sie gerade rosa sind. Wer sie schon in der Pfanne durchgart, riskiert, dass sie nach dem Backen zäh und gummiartig werden. Frischer Koriander, ein Spritzer Limettensaft und eine Prise Salz runden das Ganze ab und geben der Füllung ihren typisch brasilianischen, frischen Ton.

Cremig binden – mit Streichkäse oder Mehlschwitze
Damit die Füllung nicht trocken im Teig liegt, sondern beim Anschnitt cremig und gebunden wirkt, braucht sie etwas Sämigkeit. In Brasilien greift man dafür gern zu einem milden, streichfähigen Frischkäse, der die Garnelen in eine samtige Hülle bettet. Dieser brasilianische Streichkäse ist von Natur aus weich und schmilzt beim Erwärmen zu einer seidigen Creme. Falls Sie ihn nicht bekommen, gelingt die Bindung ebenso gut mit einer kleinen Mehlschwitze: Bestäuben Sie das Refogado mit etwas Mehl, gießen Sie Milch an und lassen Sie alles unter Rühren andicken. Beide Wege führen zur selben cremigen Konsistenz, die Sie auf dem Anschnittfoto sehen.
Wichtig ist nur, dass die Füllung vollständig abkühlt, bevor sie in den Teig kommt. Eine warme Masse weicht den sorgfältig gekühlten Mürbeteig sofort auf, der Boden wird speckig und verliert seine schöne Mürbe. Geduld zahlt sich hier doppelt aus: Die kalte Füllung lässt sich sauberer einfüllen, und der Teig bleibt knusprig. Wer mag, bereitet die Füllung schon am Vortag zu und hält sie über Nacht im Kühlschrank – das spart am Backtag Zeit und macht die Aromen sogar runder.
Förmchen, Deckel und der goldene Glanz
Für die typische Form sorgen kleine Mulden. Eine Muffinform mit zwölf Vertiefungen von etwa 6 cm (2,5 in) Durchmesser ist ideal, ebenso einzelne Tartelette-Förmchen. Kleiden Sie jede Mulde mit einem etwas größeren Teigkreis aus, sodass der Rand leicht übersteht. Dann kommt die abgekühlte Garnelenfüllung großzügig hinein – ruhig bis knapp unter den Rand, denn der Teig zieht beim Backen kaum nach. Aus dem restlichen Teig stechen Sie kleinere Kreise als Deckel aus und drücken die Ränder rundum fest an. Genau diese Naht hält später alles zusammen.
Den charakteristischen goldgelben Glanz, der die Empadas auf den Fotos so appetitlich macht, bekommen sie durch eine dünne Schicht verquirltes Eigelb. Streichen Sie die Oberseite gleichmäßig mit dem Pinsel ein, bevor die Förmchen in den Ofen kommen. Gebacken werden die Pastetchen bei 190 °C (374 °F) Ober- und Unterhitze etwa 25 bis 30 Minuten, bis sie rundum tief goldbraun und glänzend sind. Lassen Sie sie kurz in der Form ruhen, bevor Sie sie vorsichtig herauslösen – frisch aus dem Ofen ist der Teig noch zerbrechlich und festigt sich erst beim Abkühlen.
Sicher mit Garnelen umgehen
Garnelen sind ein heikles Lebensmittel, und ein paar einfache Regeln sorgen dafür, dass die Empadas nicht nur köstlich, sondern auch unbedenklich sind. Verwenden Sie nur frische oder vollständig aufgetaute Garnelen, die sauber riechen – ein deutlicher Fischgeruch ist ein Warnzeichen. Aufgetaute Garnelen sollten Sie nicht wieder einfrieren. Den dunklen Darmfaden ziehen Sie am besten heraus, das ist eine Frage von Sauberkeit und Geschmack. Achten Sie darauf, dass die Füllung in der Pfanne gut durcherhitzt, und backen Sie die Pastetchen anschließend gründlich durch.
Schwangere, Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen sollten Meeresfrüchte grundsätzlich nur vollständig durchgegart genießen – bei den gebackenen Empadas ist das ohnehin der Fall. Ein klarer Hinweis noch zur Ehrlichkeit gegenüber Ihren Gästen: Diese Pastetchen sind weder vegetarisch noch vegan, denn sie enthalten Garnelen, Ei, Butter und Käse. Wer auf Meeresfrüchte verzichten möchte, kann dieselbe Teighülle übrigens mit einer Hähnchen- oder Gemüsefüllung backen – das Prinzip aus Refogado und cremiger Bindung bleibt gleich.
Wann und wie man Empadas serviert
In Brasilien sind Empadas echte Allrounder. Als kleine Häppchen gehören sie auf jedes Buffet und jede Party, wo sie sich bequem aus der Hand essen lassen. In etwas größerer Form werden sie zur sättigenden Vorspeise oder zum leichten Mittagessen mit einem grünen Salat daneben. Am besten schmecken sie lauwarm oder bei Zimmertemperatur, denn dann kommt die cremige Füllung am vollsten zur Geltung und der Teig ist angenehm mürbe, ohne zu krümeln.
Vorbereiten lässt sich fast alles: Den Teig können Sie am Vortag kneten und kühl stellen, die Füllung ebenfalls einen Tag im Voraus zubereiten. Sogar die fertig gefüllten, ungebackenen Förmchen lassen sich einfrieren und bei Bedarf direkt aus dem Gefrierschrank backen – dann einfach ein paar Minuten länger. So haben Sie für spontanen Besuch immer ein festliches Gebäck parat, das nach hausgemachter brasilianischer Backkunst schmeckt und garantiert als Erstes vom Tisch verschwindet.

Häufige Fragen zu Empada de Camarao
Was ist eine Empada de Camarao?
Eine Empada de Camarao ist ein kleines, gedeckeltes Pastetchen aus brasilianischer Backtradition. Ein besonders mürber Butterteig wird mit Boden und Deckel geformt und mit einer cremigen Füllung aus Garnelen in würzigem Refogado gefüllt. Vor dem Backen werden die Pastetchen mit Eigelb bestrichen, das ihnen ihre goldgelbe Farbe gibt.
Welcher Käse eignet sich für die Füllung der Empada de Camarao?
Klassisch wird ein milder, streichfähiger brasilianischer Frischkäse verwendet, der die Garnelen cremig bindet. Bekommen Sie ihn nicht, nehmen Sie einen Doppelrahm-Frischkäse oder binden Sie die Füllung mit einer kleinen Mehlschwitze aus Mehl, Butter und Milch. Das Ergebnis ist jeweils eine samtige, gut gebundene Masse.
Kann ich die Empadas vorbereiten oder einfrieren?
Ja. Teig und Füllung lassen sich problemlos am Vortag zubereiten und kühl lagern. Die fertig gefüllten, ungebackenen Förmchen können Sie einfrieren und direkt aus dem Gefrierschrank backen, dann einige Minuten länger. Gebackene Empadas halten sich 2 bis 3 Tage im Kühlschrank und werden im Ofen wieder knusprig.
Warum wird mein Mürbeteig nicht mürbe genug?
Meist liegt es an zu warmer Butter oder zu langem Kneten. Verwenden Sie kalte Butter, arbeiten Sie den Teig nur kurz zusammen und lassen Sie ihn mindestens 30 Minuten kühlen. Wichtig ist auch, dass die Füllung vollständig abgekühlt ist, bevor sie in den Teig kommt, sonst weicht sie den Boden auf.
Ist die Empada de Camarao vegetarisch?
Nein. Die Empada de Camarao enthält Garnelen und ist damit weder vegetarisch noch vegan. Zusätzlich kommen Ei, Butter und Käse hinein. Wer auf Meeresfrüchte verzichten möchte, kann dieselbe Teighülle mit einer Hähnchen- oder Gemüsefüllung backen.
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Empada de Camarao
Kochutensilien
- Muffinform oder kleine Tartelette-Förmchen 12 Mulden, Ø etwa 6 cm (2,5 in); alternativ einzelne Förmchen
- Pfanne für das Refogado und die Garnelenfüllung
- Rührschüssel für den Mürbeteig
- Backpinsel zum Bestreichen mit Eigelb
- Ausstecher oder Glas für Boden und Deckel des Teigs
Zutaten
Für den Mürbeteig
- 300 g Weizenmehl (Type 405, plus etwas zum Ausrollen)
- 150 g kalte Butter (in Würfeln)
- 1 Ei (Größe M)
- 1 Prise Salz
- 1 EL kaltes Wasser (nur bei Bedarf, falls der Teig zu trocken ist)
Für die Garnelenfüllung
- 400 g Garnelen (geschält, ohne Darm; größere grob gehackt, einige ganz lassen)
- 1 Zwiebel (fein gewürfelt)
- 2 Knoblauchzehen (fein gehackt)
- 1 Tomate (entkernt, fein gewürfelt)
- 0.5 rote Paprika (fein gewürfelt)
- 3 EL Olivenöl
- 150 g brasilianischer Streichkäse (milder, streichfähiger Frischkäse; alternativ Doppelrahm-Frischkäse)
- 1 EL Weizenmehl (zum Binden)
- 100 ml Milch (zum Binden der Füllung)
- 3 EL frischer Koriander (fein gehackt; alternativ glatte Petersilie)
- 1 Spritzer Limettensaft
- 1 Prise Salz und Pfeffer (zum Abschmecken)
Zum Bestreichen
- 1 Eigelb (mit 1 TL Milch verquirlt)
Anleitungen
- MÜRBETEIG KNETEN: Das Mehl mit dem Salz in eine Schüssel geben. Die kalte Butter in Würfeln dazugeben und mit den Fingerspitzen rasch zu feinen Krümeln verreiben. Das Ei dazugeben und alles zügig zu einem glatten Teig zusammenfügen. Nur falls der Teig zu trocken bröselt, einen Esslöffel kaltes Wasser zugeben. Den Teig zu einer Scheibe formen, in Folie wickeln und mindestens 30 Minuten kalt stellen.
- REFOGADO ANSETZEN: Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel und Paprika darin bei mittlerer Hitze glasig dünsten, dann den Knoblauch zugeben und kurz mitbraten, bis alles duftet. Die gewürfelte Tomate unterrühren und einige Minuten einkochen lassen, bis ein weiches, aromatisches Gemüsebett entsteht.
- GARNELEN GAREN UND BINDEN: Die vorbereiteten Garnelen in das Refogado geben und nur kurz mitbraten, bis sie rosa und gerade durch sind – sie ziehen im Ofen noch nach. Das Mehl darüberstäuben und unterrühren, dann die Milch angießen und unter Rühren binden lassen. Den Streichkäse einrühren, bis eine cremige, gut gebundene Füllung entsteht. Mit Koriander, einem Spritzer Limettensaft, Salz und Pfeffer abschmecken und vollständig abkühlen lassen.
- FÖRMCHEN AUSKLEIDEN UND FÜLLEN: Den Backofen auf 190 °C (374 °F) Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen. Die Mulden einer Muffinform (Ø etwa 6 cm / 2,5 in) mit größeren Teigkreisen auskleiden, sodass der Teig leicht über den Rand steht. Die abgekühlte Garnelenfüllung großzügig einfüllen.
- DECKELN UND BESTREICHEN: Aus dem restlichen Teig kleinere Kreise als Deckel ausstechen, auflegen und die Ränder von Boden und Deckel sorgfältig zusammendrücken, damit die Füllung beim Backen nicht ausläuft. Die Oberseite gleichmäßig mit dem verquirlten Eigelb bestreichen – das sorgt für die typische goldgelbe Farbe.
- GOLDBRAUN BACKEN: Die Empadas im vorgeheizten Ofen bei 190 °C (374 °F) etwa 25 bis 30 Minuten backen, bis sie rundum goldbraun und glänzend sind. Kurz in der Form ruhen lassen, dann vorsichtig herauslösen. Lauwarm oder bei Zimmertemperatur servieren – so kommt die cremige Garnelenfüllung am besten zur Geltung.

Notizen
- Die Füllung muss vollständig abgekühlt sein, bevor sie in den Teig kommt – warme Füllung weicht den Mürbeteig auf.
- Boden und Deckel an den Rändern fest zusammendrücken, sonst läuft die cremige Füllung beim Backen aus.
- Den Teig kalt verarbeiten: kalte Butter und gekühlte Ruhezeit machen ihn besonders mürbe.
- Statt brasilianischem Streichkäse die Füllung mit einer einfachen Mehlschwitze aus Butter, Mehl und Milch oder mit etwas Sahne binden.
- Wer keinen Koriander mag, nimmt glatte Petersilie.
- Etwas Chili oder ein Hauch Palmöl gibt der Füllung mehr brasilianischen Charakter.
- Gebackene Empadas halten sich gut verschlossen 2 bis 3 Tage im Kühlschrank. Vor dem Servieren im Ofen kurz aufknuspern.
- Ungebacken lassen sich die gefüllten Förmchen einfrieren und direkt aus dem Gefrierschrank backen (einige Minuten länger).
Nährwerte
📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Die Empada de Camarao ist die richtige Wahl für alle, die Gäste mit etwas Besonderem überraschen möchten und Freude am Backen mit Mürbeteig haben. Sie passt auf jedes Buffet, zur festlichen Vorspeise und zu allen, die das süßliche Aroma von Garnelen in einer cremigen, hausgemachten Füllung lieben.
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