Coxinha – brasilianische frittierte Teigkroketten in Tropfenform mit drei Füllungen (Hähnchen, Rinderhack, Carne Seca)
Knusprig außen, weich innen und in jeder Hand ein Bissen Brasilien: Die kleinen Teigtropfen werden nicht aus rohem Teig geformt, sondern aus einer gekochten Masse, die in würziger Brühe abgebrannt wird – genau das ist der Trick, der sie zusammenhält und den Biss so unwiderstehlich macht.
In Brasilien gibt es kaum einen Snack, der so sehr für Geselligkeit steht wie die Coxinha. An jeder Straßenecke, in jeder Boteco-Bar und auf jedem Geburtstagstisch liegt sie bereit: ein goldbraun frittierter Teigtropfen, der in der Hand noch warm ist und beim ersten Biss eine herzhafte Füllung freigibt. Der Reiz dieses Gerichts liegt in einem Kontrast, den man sofort schmeckt – eine feine, knusprige Panade außen und ein weicher, fast cremiger Teig innen, der die saftige Füllung umschließt. Genau dieser Gegensatz macht süchtig, und genau dafür sorgt eine Technik, die viele beim ersten Versuch unterschätzen. Es lohnt sich, sie einmal in Ruhe zu verstehen, denn dann gelingt die Coxinha zuverlässig und sieht aus wie vom Stand in Sao Paulo.

Warum der Teig gekocht wird – das Geheimnis der Massa
Der wichtigste Schritt passiert, lange bevor irgendetwas frittiert wird, und er ist der Grund, warum eine Coxinha gelingt oder im Fett zerfällt. Der Teig, in Brasilien Massa genannt, wird nicht wie ein gewöhnlicher Knetteig aus Mehl und Wasser zusammengerührt. Stattdessen wird das Mehl in heißer, gewürzter Brühe abgebrannt – ganz ähnlich wie bei einem Brandteig für Windbeutel. Sie bringen die Flüssigkeit mit etwas Butter zum Kochen, schütten das Mehl auf einen Schlag hinein und rühren kräftig, bis sich eine glatte, glänzende Kugel bildet, die sich vom Topfboden löst. In diesem Moment verändert sich das Mehl: Die Stärke verkleistert, und genau das gibt der späteren Coxinha ihren Halt und die zarte, leicht elastische Innenseite.
Dieser gekochte Teig hat zwei große Vorteile. Erstens lässt er sich nach dem Auskühlen wunderbar formen, ohne zu reißen, weil er geschmeidig und formstabil zugleich ist – man kann ihn dünn ausdrücken, füllen und sauber zur Tropfenform verschließen. Zweitens hält die verkleisterte Stärke die Füllung während des Frittierens fest umschlossen, sodass beim Ausbacken nichts ausläuft und der Teig nicht aufplatzt. Wer schon einmal versucht hat, eine Füllung in rohen Teig zu wickeln, kennt das Problem mit den undichten Nähten – mit der gekochten Massa gehört das der Vergangenheit an. Wichtig ist nur, dass der Teig vor dem Formen vollständig auskühlt, am besten zugedeckt, damit er nicht austrocknet. Lauwarm lässt er sich kaum bändigen, kalt dagegen wie Knetmasse.
Brühe statt Wasser: Geschmack beginnt im Teig
Es wäre verlockend, den Teig einfach mit Wasser anzusetzen, doch hier liegt ein zweites kleines Geheimnis. Eine gute Coxinha schmeckt nicht nur in der Füllung, sondern bis in die äußerste Teigschicht hinein. Deshalb wird die Massa in kräftiger Hühnerbrühe gekocht, gern mit etwas Salz, einem Hauch Knoblauch und Zwiebel abgeschmeckt. So nimmt der Teig von Anfang an Würze auf und schmeckt nie fad oder mehlig. Wenn Sie die Füllung aus Hähnchen zubereiten, können Sie sogar den Sud verwenden, in dem Sie das Fleisch gekocht haben – damit schließt sich der Kreis, und nichts vom Geschmack geht verloren. Ein Stück Butter in der Brühe rundet das Ganze ab und macht den Teig zarter. Dieser kleine Mehraufwand entscheidet darüber, ob Ihre Coxinha nur nett oder richtig gut schmeckt.
Die Tropfenform und der Name: ein kleines Hühnerbein
Die charakteristische Tropfen- oder Birnenform ist kein Zufall, und ihre Geschichte ist eine der schönsten Anekdoten der brasilianischen Küche. Das Wort „coxinha“ bedeutet wörtlich „Schenkelchen“, abgeleitet von „coxa de galinha“, dem Hähnchenschenkel. Die Urform dieses Snacks ahmte tatsächlich einen kleinen Hühnerschenkel nach: außen die knusprige Hülle, innen das Fleisch, und manchmal steckte früher sogar ein kleiner Knochen oder ein Stück Nudel oben heraus, damit man die Coxinha wie einen Schenkel am „Knöchelchen“ greifen konnte. Heute formt man sie meist ohne diesen Griff, doch die spitz zulaufende Tropfenform ist geblieben – sie ist das untrügliche Erkennungszeichen der Coxinha und unterscheidet sie von jeder anderen Krokette der Welt.
Das Formen ist mit etwas Übung schnell gelernt. Sie nehmen eine kleine Portion Teig, drücken sie in der hohlen Hand zu einer Mulde, geben einen Teelöffel Füllung hinein und ziehen den Teig oben zusammen, sodass eine Spitze entsteht. Anschließend rollen Sie die Unterseite sanft rund und formen oben die typische Spitze – fertig ist der kleine Tropfen. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn die ersten Stücke unregelmäßig geraten; nach drei, vier Coxinhas haben die Hände den Dreh heraus, und am Ende sieht jede gleich aus.
Die drei Füllungen im Überblick – Sie wählen eine, oder Sie machen ein Trio
Das Schöne an der Coxinha ist, dass ein einziger Teig viele Gesichter haben kann. Die drei Klassiker Brasiliens sind Hähnchen, Rinderhack und Carne Seca, und jede dieser Füllungen hat ihren eigenen Charakter. In diesem Rezept finden Sie alle drei in voller Menge beschrieben, jeweils ausgelegt für die komplette Teigmenge von etwa 24 Stück – Sie suchen sich also eine Füllung aus und bereiten genau diese zu. Wer es so machen möchte wie auf dem Foto ganz oben, teilt den Teig und auch die Füllungen in drei Portionen und zaubert ein buntes Trio-Sortiment, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei ist. Gerade für ein Buffet oder eine Feier ist diese Variante ein echter Hingucker, weil die Gäste raten und probieren können.
Allen drei Füllungen gemeinsam ist ein würziges Fundament, das die Brasilianer „Refogado“ nennen: Zwiebel und Knoblauch werden in etwas Öl glasig gedünstet, bevor das Fleisch und die übrigen Zutaten dazukommen. Diese Basis sorgt dafür, dass die Füllung saftig und aromatisch bleibt und nicht trocken wird. Wichtig ist außerdem, dass jede Füllung vor dem Füllen vollständig abgekühlt ist – eine heiße Füllung weicht den Teig auf und macht das Formen schwierig. Bereiten Sie die Füllung also ruhig schon vor, während der Teig auskühlt, dann greifen beide Arbeitsschritte sauber ineinander.

Füllung 1: Hähnchen – der zeitlose Klassiker
Die Hähnchenfüllung, auf Portugiesisch „frango“, ist die ursprüngliche und mit Abstand beliebteste Variante. Sie ist mild, saftig und gefällt wirklich jedem, weshalb sie auch bei Kindern hoch im Kurs steht. Für eine gute Hähnchenfüllung kochen Sie Hähnchenbrust in gewürzter Brühe weich und zerzupfen sie anschließend in feine Fasern – das Zerzupfen statt Würfeln ist typisch und sorgt dafür, dass sich die Füllung gleichmäßig im Teig verteilt. Diese Fasern wandern dann in einen Refogado aus Zwiebel, Knoblauch und etwas Tomate, abgeschmeckt mit reichlich frischer Petersilie und einem Schluck der Brühe, damit nichts trocken wird.
Wer es cremiger mag, rührt zum Schluss einen Löffel Frischkäse nach Art des brasilianischen Requeijao unter die noch warme Füllung. So wird sie samtig und bindet schön, ohne den feinen Hähnchengeschmack zu überdecken. Auf dem Foto erkennen Sie diese helle, saftige und leicht glänzende Füllung sofort: zarte Fasern, die beim Anschnitt nicht auseinanderfallen, sondern weich zusammenhalten. Achten Sie darauf, das Hähnchen nicht zu lange zu kochen, sonst werden die Fasern strohig – sobald es sich leicht zerzupfen lässt, ist es perfekt.

Füllung 2: Rinderhack – herzhaft und unkompliziert
Die Rinderhackfüllung, „carne moida“, ist die unkomplizierteste der drei und besonders bei allen beliebt, die es kräftig-herzhaft mögen. Hier braten Sie Rinderhack in einer Pfanne krümelig an, geben den Refogado aus Zwiebel und Knoblauch dazu und lassen das Ganze mit etwas gewürfelter Tomate kurz schmoren, bis die Flüssigkeit eingekocht ist und sich die Aromen verbunden haben. Frische Kräuter wie Petersilie oder Frühlingszwiebel und eine Prise Paprikapulver geben der Füllung Tiefe. Wichtig ist, dass das Hack am Ende eher krümelig und nicht zu feucht ist – eine zu nasse Füllung weicht den Teig von innen auf.
Auf den Bildern sehen Sie genau diese Textur: krümeliges, gebräuntes Hack mit kleinen roten Tomatenstückchen, das beim Anschnitt locker im Teigtropfen sitzt. Diese Füllung ist ein Selbstläufer und gelingt auch Anfängern problemlos, weil sie keine besondere Vorbereitung wie das Kochen und Zerzupfen von Fleisch verlangt. Wer mag, würzt mit einem Spritzer Worcestersauce oder etwas Tomatenmark nach, das verstärkt die herzhafte Note zusätzlich. Gerade diese Variante eignet sich hervorragend, um größere Mengen für eine Feier vorzubereiten.

Füllung 3: Carne Seca – die festliche Variante
Die Carne Seca, das brasilianische Trockenfleisch, gilt vielen als die edelste Füllung – kräftig im Geschmack, dunkel und faserig, oft kombiniert mit einer cremigen Schicht Frischkäse nach Requeijao-Art. Im Original wird das gesalzene, getrocknete Rindfleisch zunächst gewässert und entsalzt, dann lange weich gekocht und schließlich fein zerzupft. Die Kombination aus dem intensiven, leicht salzigen Fleisch und dem milden, sahnigen Frischkäse ist ein Klassiker, den man auf dem Foto deutlich erkennt: dunkle Fasern, durchzogen von einer hellen, cremigen Schicht, die beim Anschnitt sichtbar wird.
Nun die ehrliche Nachricht für alle, die in Deutschland, Österreich oder der Schweiz kochen: Echte Carne Seca ist hierzulande nur schwer zu bekommen und meist teuer. Das ist aber kein Grund, auf diese großartige Füllung zu verzichten, denn es gibt einen wunderbaren Ersatz. Nehmen Sie ein gut durchwachsenes Stück Rind – etwa Schmorbraten, Rinderbrust oder Brisket – und schmoren Sie es lange und langsam, bis es butterweich zerfällt. Anschließend zerzupfen Sie das Fleisch und würzen es kräftig mit Salz, Knoblauch, etwas Lorbeer und Pfeffer, sodass es geschmacklich in die richtige Richtung geht. Mit einem Löffel Frischkäse untergehoben kommen Sie der originalen Carne Seca erstaunlich nahe, und die cremige Schicht im Anschnitt gelingt genauso schön. So holen Sie sich ein Stück brasilianische Festtagsküche auch ohne Spezialitätenladen auf den Teller.
Das richtige Frittieren: die Öltemperatur im Griff behalten
Wenn der Teig kalt, die Füllung abgekühlt und die Tropfen geformt sind, kommt der entscheidende letzte Schritt. Vor dem Frittieren werden die Coxinhas paniert: Sie wenden jeden Tropfen erst in verquirltem Ei – manche nehmen auch eine Mischung aus Milch und etwas Mehl – und anschließend in Paniermehl, sodass eine gleichmäßige Hülle entsteht. Diese Panade ist es, die später so fein knuspert und der Coxinha ihre goldbraune Farbe gibt. Drücken Sie das Paniermehl leicht an, damit es gut haftet und beim Frittieren nicht abfällt.
Beim Frittieren selbst ist die Öltemperatur alles. Das Fett sollte 170 bis 180 °C (338 bis 356 °F) heiß sein – nicht heißer und nicht kühler. Ist das Öl zu heiß, bräunt die Panade in Sekunden, während der Teig innen noch roh und mehlig bleibt; ist es zu kühl, saugt sich die Coxinha mit Fett voll und wird schwer und speckig statt knusprig. Ein Küchenthermometer ist hier Gold wert. Wer keines hat, prüft mit einem Holzlöffelstiel: Steigen rund um das eingetauchte Holz feine Bläschen auf, ist die Temperatur ungefähr richtig. Frittieren Sie immer nur wenige Coxinhas auf einmal, denn zu viele Stücke auf einmal lassen die Öltemperatur stark absinken. In zwei bis vier Minuten sind die Tropfen rundum goldbraun. Lassen Sie sie anschließend kurz auf Küchenpapier abtropfen, dann sind sie außen knusprig und innen warm und weich.

Servieren, vorbereiten und einfrieren
Coxinhas schmecken frisch frittiert am allerbesten, wenn sie noch warm sind und die Panade richtig knuspert. Klassisch serviert man dazu einen scharfen roten Dip – eine Sauce auf Basis von Chili und Tomate, wie sie auch auf den Bildern neben den Coxinhas steht. In Brasilien gehört zu einer Runde Coxinhas außerdem oft ein Glas frisch gepresster Orangensaft oder ein kühles Getränk, ganz wie im Boteco. Als Vorspeise, Häppchen für Gäste oder herzhafter Snack zwischendurch machen sie immer eine gute Figur.
Das Beste zum Schluss: Coxinhas lassen sich hervorragend vorbereiten. Sie können die geformten und panierten Tropfen roh einfrieren und müssen sie später nur noch gefroren ins heiße Fett geben – dann frittieren sie ein, zwei Minuten länger, bleiben aber genauso knusprig. So haben Sie für die nächste spontane Feier immer einen Vorrat im Tiefkühler. Auch fertig frittierte Coxinhas lassen sich im Ofen oder Heißluftgerät wieder aufknuspern, sodass nichts übrig bleiben muss. Damit ist die Coxinha nicht nur ein Genuss, sondern auch ein dankbarer Helfer, wenn Gäste kommen.
Häufige Fragen zur Coxinha
Warum platzen meine Coxinhas beim Frittieren auf?
Meist liegt es an einer undichten Naht oder einer zu feuchten Füllung. Achten Sie darauf, den Teig oben sauber zu verschließen und keine Luftblasen einzuschließen. Die Füllung sollte abgekühlt und eher trocken-krümelig sein, nicht nass. Wenn das Öl zu heiß ist, kann sich der Teig zudem zu schnell ausdehnen und reißen – halten Sie die Temperatur bei 170 bis 180 °C (338 bis 356 °F).
Welche ist die klassische Füllung für Coxinhas?
Die ursprüngliche und beliebteste Füllung ist zerzupftes Hähnchen, oft cremig verfeinert mit Frischkäse nach Requeijao-Art. Daneben sind Rinderhack und Carne Seca die großen Klassiker. In diesem Rezept finden Sie alle drei beschrieben, sodass Sie frei wählen oder ein gemischtes Trio zubereiten können.
Womit kann ich Carne Seca für Coxinhas ersetzen?
Echte Carne Seca ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz schwer erhältlich. Als Ersatz eignet sich lange geschmortes, zerzupftes Rindfleisch von einem durchwachsenen Stück wie Schmorbraten, Rinderbrust oder Brisket. Würzen Sie es kräftig mit Salz, Knoblauch und Lorbeer und heben Sie einen Löffel Frischkäse unter, dann kommen Sie dem Original sehr nahe.
Bei welcher Öltemperatur frittiere ich Coxinhas richtig?
Ideal sind 170 bis 180 °C (338 bis 356 °F). Bei dieser Temperatur wird die Panade goldbraun und knusprig, während der Teig innen gar und weich bleibt. Ist das Öl zu heiß, bleibt der Teig innen roh; ist es zu kühl, saugen sich die Coxinhas mit Fett voll. Ein Küchenthermometer hilft, die Temperatur konstant zu halten.
Kann ich Coxinhas vorbereiten und einfrieren?
Ja, das gelingt sehr gut. Frieren Sie die geformten und panierten Coxinhas roh ein und geben Sie sie später direkt gefroren ins heiße Fett – sie brauchen dann nur ein bis zwei Minuten länger. So haben Sie jederzeit einen Vorrat für spontane Gäste.
Kann ich Coxinhas im Ofen oder Heißluftgerät zubereiten?
Ja, als etwas leichtere Variante. Bestreichen oder besprühen Sie die panierten Coxinhas rundum mit etwas Öl und backen Sie sie im Ofen bei etwa 200 °C (392 °F) oder im Heißluftgerät bei 180 °C (356 °F) goldbraun, dabei einmal wenden. Sie werden nicht ganz so gleichmäßig knusprig wie frittiert, schmecken aber trotzdem hervorragend.
Wie bewahre ich übrig gebliebene Coxinhas auf?
Fertig frittierte Coxinhas halten sich abgedeckt ein bis zwei Tage im Kühlschrank. Wärmen Sie sie zum Servieren im Ofen oder Heißluftgerät wieder auf, damit die Panade erneut knusprig wird – in der Mikrowelle werden sie dagegen weich.
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Coxinha – brasilianische frittierte Teigkroketten in Tropfenform mit drei Füllungen (Hähnchen, Rinderhack, Carne Seca)
Equipment
- großer Topf zum Abbrennen des Teigs
- Pfanne für die Füllung
- Topf oder Fritteuse zum Frittieren mit hohem Rand für mind. 5 cm (2 in) Öl
- Küchenthermometer zum Kontrollieren der Öltemperatur (170 bis 180 °C / 338 bis 356 °F)
- Drei tiefe Teller für Ei und Paniermehl beim Panieren
Ingredients
Für den Teig (Massa)
- 500 ml Hühnerbrühe (kräftig, gut gewürzt)
- 250 ml Milch (Vollmilch)
- 30 g Butter
- 1 Knoblauchzehe (fein gerieben)
- 1 TL Salz (oder nach Geschmack)
- 400 g Weizenmehl (Type 405, gesiebt)
Füllung 1: Hähnchen (Frango)
- 500 g Hähnchenbrust (in Brühe gekocht und zerzupft)
- 1 Zwiebel (fein gewürfelt)
- 2 Knoblauchzehen (fein gehackt)
- 2 Tomaten (geschält, gewürfelt; ersatzweise 2 EL passierte Tomaten)
- 3 EL Petersilie (frisch, gehackt)
- 2 EL Frischkäse (requeijao-Art; optional für eine cremige Füllung)
- 2 EL Olivenöl (zum Anbraten)
- Salz und Pfeffer (zum Abschmecken)
Füllung 2: Rinderhack (Carne Moida)
- 500 g Rinderhack
- 1 Zwiebel (fein gewürfelt)
- 2 Knoblauchzehen (fein gehackt)
- 2 Tomaten (gewürfelt)
- 1 EL Tomatenmark
- 1 TL Paprikapulver (edelsüß)
- 3 EL Petersilie (frisch, gehackt; oder Frühlingszwiebel)
- 2 EL Olivenöl (zum Anbraten)
- Salz und Pfeffer (zum Abschmecken)
Füllung 3: Carne Seca (Trockenfleisch)
- 400 g Carne Seca (gewässert, entsalzt, weich gekocht und zerzupft; Ersatz: 600 g Schmorbraten oder Rinderbrust, lange geschmort und zerzupft)
- 1 Zwiebel (fein gewürfelt)
- 2 Knoblauchzehen (fein gehackt)
- 1 Lorbeerblatt (beim Schmoren des Ersatzfleischs)
- 150 g Frischkäse (requeijao-Art, für die cremige Schicht)
- 2 EL Olivenöl (zum Anbraten)
- Salz und Pfeffer (kräftig abschmecken)
Zum Panieren & Frittieren
- 2 Eier (verquirlt; ersatzweise 100 ml Milch mit 1 EL Mehl verrührt)
- 200 g Paniermehl (fein)
- 1 l neutrales Öl (zum Frittieren, z. B. Sonnenblumenöl)
- scharfer roter Dip (zum Servieren, z. B. Chili-Tomaten-Sauce)
Instructions
TEIG (MASSA) ZUBEREITEN
- Die Hühnerbrühe mit der Milch, der Butter, dem geriebenen Knoblauch und dem Salz in einem großen Topf zum Kochen bringen. Sobald die Flüssigkeit sprudelnd kocht und die Butter geschmolzen ist, das gesiebte Mehl auf einen Schlag hineingeben.
- Sofort kräftig mit einem Holzlöffel rühren, bis sich ein glatter Teig bildet, der sich als zusammenhängende Kugel vom Topfboden löst. Den Teig dabei noch etwa 2 bis 3 Minuten bei mittlerer Hitze weiterrühren, damit die Stärke verkleistert und der Teig fester wird.
- Den heißen Teig auf eine leicht geölte Arbeitsfläche oder in eine Schüssel geben, mit Folie abdecken und vollständig auskühlen lassen, bis er handwarm bis kalt und gut formbar ist. Tipp: Wer mag, knetet den ausgekühlten Teig noch einmal kurz durch, dann wird er besonders geschmeidig.
EINE FÜLLUNG DER WAHL ZUBEREITEN
- FÜLLUNG 1 – HÄHNCHEN: Die gekochte, zerzupfte Hähnchenbrust bereitstellen. Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl glasig dünsten, die gewürfelten Tomaten dazugeben und kurz einkochen lassen. Das zerzupfte Hähnchen unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie unterheben. Nach Belieben den Frischkäse für eine cremige Füllung unterrühren. Vollständig abkühlen lassen.
- FÜLLUNG 2 – RINDERHACK: Das Rinderhack in Olivenöl krümelig anbraten. Zwiebel und Knoblauch dazugeben und mitdünsten, dann Tomatenwürfel, Tomatenmark und Paprikapulver einrühren. Alles schmoren, bis die Flüssigkeit eingekocht und die Füllung eher krümelig-trocken ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, die Petersilie unterheben und vollständig abkühlen lassen.
- FÜLLUNG 3 – CARNE SECA:Die entsalzte, weich gekochte und zerzupfte Carne Seca bereitstellen (Ersatz: lange geschmortes, zerzupftes Rindfleisch mit Lorbeer, kräftig gewürzt). Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl glasig dünsten, das zerzupfte Fleisch dazugeben und gut durchwärmen. Kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vom Herd nehmen, den Frischkäse unterheben und vollständig abkühlen lassen.
FORMEN, PANIEREN UND FRITTIEREN
- Aus dem ausgekühlten Teig kleine Portionen abnehmen (etwa walnussgroß für rund 24 Stück). Jede Portion in der hohlen Hand zu einer Mulde drücken, einen gehäuften Teelöffel der gewählten, abgekühlten Füllung hineingeben und den Teig oben zusammenziehen. Zur typischen Tropfenform formen: unten rund, oben in einer Spitze auslaufend. Darauf achten, dass die Naht gut verschlossen ist.
- Zum Panieren die verquirlten Eier (oder die Milch-Mehl-Mischung) in einen tiefen Teller geben, das Paniermehl in einen zweiten. Jede Coxinha zuerst durch das Ei ziehen, dann rundum im Paniermehl wenden und die Panade leicht andrücken.
- Das Öl in einem hohen Topf oder einer Fritteuse auf 170 bis 180 °C (338 bis 356 °F) erhitzen. Die Coxinhas portionsweise und mit Abstand hineingeben – nie zu viele auf einmal, sonst sinkt die Temperatur zu stark. In etwa 2 bis 4 Minuten rundum goldbraun frittieren, dabei einmal wenden.
- Die fertigen Coxinhas mit einer Schaumkelle herausheben und kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen. Noch warm mit einem scharfen roten Dip servieren – außen knusprig, innen weich. Wer ein Trio-Sortiment möchte, teilt Teig und Füllungen vorab in drei Portionen und bereitet alle drei Varianten zu.

Notes
- Jede der drei Füllungen ist in voller Menge für die ganze Teigmenge (etwa 24 Stück) angegeben. Wählen Sie eine Füllung aus, oder teilen Sie Teig und Füllungen in drei Portionen für ein gemischtes Trio-Sortiment wie auf dem Foto.
- Der Teig muss vor dem Formen vollständig ausgekühlt sein, sonst lässt er sich kaum bändigen.
- Die Füllung immer kalt einfüllen und eher krümelig-trocken halten, damit der Teig nicht aufweicht und die Coxinhas beim Frittieren nicht aufplatzen.
- Die Naht oben sauber verschließen und keine Luft einschließen.
- Öltemperatur konstant bei 170 bis 180 °C (338 bis 356 °F) halten: zu heiß = innen roh, zu kühl = fettig.
- Echte Carne Seca ist hierzulande schwer erhältlich. Nehmen Sie stattdessen ein durchwachsenes Stück Rind (Schmorbraten, Rinderbrust oder Brisket), schmoren Sie es lange weich, zerzupfen Sie es und würzen Sie kräftig mit Salz, Knoblauch und Lorbeer. Mit Frischkäse untergehoben kommt es dem Original sehr nahe.
- Geformte, panierte Coxinhas lassen sich roh einfrieren und später direkt gefroren frittieren (1 bis 2 Minuten länger).
- Fertig frittierte Coxinhas im Ofen oder Heißluftgerät wieder aufknuspern.
- Panierte Coxinhas rundum mit Öl bestreichen oder besprühen und im Ofen bei 200 °C (392 °F) bzw. im Heißluftgerät bei 180 °C (356 °F) goldbraun backen, dabei einmal wenden.
Nutrition
📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für alle, die brasilianisches Streetfood lieben und Lust auf ein geselliges Häppchen haben, das man gut vorbereiten kann. Die Coxinha eignet sich hervorragend als Vorspeise, Partyhäppchen oder herzhafter Snack – und weil es drei Füllungen zur Wahl gibt, ist für jeden Geschmack und auch für Kinder etwas dabei.
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