Pistazien-Lokum als cremige Rolle (türkischer Fistikli Fitil Lokum)
Schneiden Sie eine dieser Rollen an, kommt die schönste Überraschung zum Vorschein: eine helle, weiche Spirale aus selbst gekochtem Lokum, dicht umschlungen von leuchtend grünen Pistazien. Fistikli Fitil Lokum ist ein Klassiker der türkischen Süßwarenauslage – und das cremig wirkende Weiß in der Mitte ist kein bisschen Sahne, sondern der weiche Zucker-Lokum selbst, ganz ohne tierische Zutaten gekocht.
Es gibt Süßigkeiten, die man beim ersten Anblick sofort einer Vitrine zuordnet, in der alles glänzt und kunstvoll aufgetürmt ist – und dieser gerollte Pistazien-Lokum gehört genau dazu. In der türkischen Süßwarenwelt heißt er Fistikli Fitil Lokum oder auch Fistikli Sarma, was schlicht mit Pistazien gerollter Lokum bedeutet. Hinter dem eindrucksvollen Auftritt steckt keine Zauberei, sondern ein ruhiger, gut überschaubarer Ablauf mit wenigen, ehrlichen Zutaten: Zucker, Speisestärke, Wasser, ein Spritzer Säure, eine Prise Salz und eine großzügige Menge Pistazien. Aus dem gekochten Zucker-Stärke-Gel wird eine weiche, weiße Lokum-Platte, die dicht mit gehackten Pistazien belegt, straff aufgerollt und außen noch einmal in feinen Nüssen gewälzt wird. Nach einigen Stunden im Kühlen lässt sich die Rolle in Scheiben schneiden – und jede Scheibe zeigt die typische Spirale, die dieses Konfekt so beliebt macht.
Der besondere Reiz liegt im Zusammenspiel von weich und knackig. Der Lokum in der Mitte ist zart, leicht klebrig und schmilzt angenehm auf der Zunge, während die Pistazien rundum für Biss und ein volles, nussiges Aroma sorgen. Viele Menschen halten das helle Innere für eine Creme aus Sahne oder Frischkäse – das ist ein verständliches Missverständnis, denn der weiche Lokum sieht tatsächlich cremig aus. In Wahrheit ist dieses Weiß aber nichts anderes als der lang eingekochte Zucker, den die Speisestärke zu einem geschmeidigen Gel bindet. Genau deshalb kommt dieses Konfekt ganz ohne Gelatine, Milch oder Ei aus und ist von Natur aus vegan. Wer diese Rollen einmal zum Tee gereicht hat, wird schnell nach dem Rezept gefragt.
Gedacht ist dieser Pistazien-Lokum für die schönen, geselligen Momente: für eine ausgiebige Kaffee- und Teerunde, für ein Buffet, an dem viele kleine Süßigkeiten nebeneinanderstehen, oder als festliches Mitbringsel in einer hübschen Schachtel. Er lässt sich vollständig im Voraus zubereiten und braucht am Ende nur noch etwas Zeit zum Festwerden, sodass Sie am Serviertag nichts mehr tun müssen, als die Rolle in Scheiben zu schneiden. Und weil das Konfekt allein aus pflanzlichen Zutaten besteht, passt es an einen bunt gemischten Tisch, an dem sowohl Menschen mit vegetarischer als auch mit veganer Ernährung mitnaschen möchten.
Was Fistikli Fitil Lokum eigentlich ist
Lokum, bei uns oft als türkische Süßigkeit oder unter dem englischen Namen bekannt, ist ein weiches Zuckerkonfekt, das seine geschmeidige, leicht federnde Textur allein aus gekochtem Zucker und Speisestärke bekommt. Anders als bei einem Wackelpudding steckt hier keine tierische Gelatine dahinter, sondern ein reines Zucker-Stärke-Gel – die Stärke ist es, die dem heißen, flüssigen Zucker Halt gibt und ihn nach dem Abkühlen zu einer schnittfesten, zugleich weichen Masse werden lässt. Genau diese Eigenschaft macht klassischen Lokum von Haus aus zu einem pflanzlichen Genuss.
Die gerollte Variante mit Pistazien ist eine besonders hübsche Form dieses Klassikers. Statt den Lokum in Würfel zu schneiden und in Puderzucker zu wälzen, streicht man die weiche Masse dünn aus, belegt sie dicht mit gehackten Pistazien und rollt sie straff auf. Das Wort Fitil bezieht sich dabei auf die schmale, gedrehte Form, und Fistik ist das türkische Wort für Pistazie. Beim Anschneiden entsteht so die charakteristische Spirale aus hellem Lokum und grünen Nüssen, die diese Süßigkeit unverwechselbar macht. Rundum wird die Rolle noch einmal in feinen Pistazien gewälzt, sodass jede Scheibe von einem grünen Rand eingefasst ist.
In der türkischen Küche sind Pistazien der klassische Begleiter für diese Art von Konfekt, vor allem, weil sie mit ihrer milden, leicht süßlichen Note wunderbar mit dem zarten Lokum harmonieren und zugleich eine schöne Farbe mitbringen. Man kann sich das fertige Konfekt wie eine kleine, essbare Rolle vorstellen: außen ein knackiger Mantel, innen ein weicher, schmelzender Kern. Für den Anschnitt an der Kaffeetafel ist das nicht nur ein Genuss, sondern auch eine Augenweide.

Warum das Innere weiß und cremig aussieht – und trotzdem vegan ist
Wenn es eine Frage gibt, die dieses Konfekt fast immer begleitet, dann diese: Ist das helle, cremige Innere nicht doch aus Sahne oder Frischkäse? Die Antwort lautet klar nein – und dahinter steckt eine der schönsten Eigenschaften des Lokums. Das weiche Weiß in der Mitte ist der lang eingekochte Zucker selbst, den die Speisestärke zu einem geschmeidigen, milchig-hellen Gel bindet. Beim langsamen Köcheln verliert der Sirup nach und nach seine Klarheit und wird zu einer dichten, leicht undurchsichtigen Masse, die nach dem Abkühlen tatsächlich aussieht wie eine feste Creme. Man könnte sie für Sahne halten, dabei hat sie mit Milch nichts zu tun.
Der Grund für diesen cremigen Eindruck liegt in der Stärke. Rührt man Speisestärke mit Wasser an und kocht sie auf, verdickt sie sich zu einer dicken, trüben Paste – ganz ähnlich, wie eine helle Soße beim Erhitzen sämig und undurchsichtig wird. Gibt man nun den heißen Zuckersirup dazu und lässt alles gemeinsam lange einkochen, verbinden sich beide zu einer einheitlichen, weichen Masse, die ihre helle Farbe behält. Diese Farbe stammt also allein aus dem Zusammenspiel von Zucker und Stärke, nicht aus einer Zutat tierischen Ursprungs. Genau deshalb ist klassischer Lokum von Natur aus vegan und passt an einen Tisch, an dem auch auf pflanzliche Ernährung geachtet wird.
Damit die Masse dabei schön weich und glatt bleibt, spielt ein kleiner Spritzer Säure eine wichtige Rolle – entweder etwas Weinstein oder ein Löffel Zitronensaft. Diese Säure sorgt dafür, dass der Zucker beim langen Kochen nicht wieder zu feinen Kristallen zusammenfindet und die Masse dadurch körnig wird. Man kann es sich so vorstellen, dass die Säure die Zuckerteilchen daran hindert, sich wieder aneinanderzureihen, sodass am Ende eine glatte, geschmeidige Textur entsteht statt einer sandigen. Wer mag, gibt zum Schluss noch ein wenig Rosenwasser dazu, das dem Lokum den zarten, blumigen Duft verleiht, den man aus türkischen Süßwarenläden kennt. Das ist aber kein Muss, sondern eine Frage des Geschmacks – ohne Rosenwasser schmeckt der Lokum genauso rund und lässt die Pistazie noch klarer hervortreten.
Der Zuckersirup und die Stärkepaste – zwei Schritte, die zusammenfinden
Das Herzstück dieses Rezepts sind zwei einfache Zubereitungen, die am Ende zu einer einzigen Masse verschmelzen. Zunächst kochen Sie einen Zuckersirup: Zucker, ein Teil des Wassers, der Spritzer Säure und eine Prise Salz kommen in einen Topf und werden langsam erhitzt, bis der Sirup eine Temperatur von etwa 115 °C (239 °F) erreicht. Wer mag, gibt jetzt noch einen Esslöffel Glukosesirup dazu; das ist kein Muss, hält die spätere Masse aber besonders geschmeidig. Das ist die sogenannte weiche Kugel-Stufe, an der ein Tropfen des Sirups in kaltem Wasser zu einer weichen, formbaren Kugel gerinnt. Ein einfaches Küchenthermometer hilft hier sehr, denn dieser Punkt entscheidet über die spätere Festigkeit des Lokums. Kocht der Sirup zu weit ein, wird das Konfekt hart; bleibt er zu dünn, wird es später zu weich, um es sauber aufzurollen.
Parallel dazu rühren Sie die Speisestärke mit dem restlichen Wasser glatt an und kochen sie unter ständigem Rühren zu einer dicken Paste. Wichtig ist, dabei nicht nachzulassen und immer weiter zu rühren, damit sich keine Klümpchen bilden und die Paste am Topfboden nicht anbrennt. Sobald sie dick und glasig geworden ist, gießen Sie den heißen Zuckersirup nach und nach hinzu – langsam und immer unter kräftigem Rühren, damit sich beide Massen gleichmäßig verbinden. Anfangs wirkt das Ganze noch recht flüssig, das ist völlig normal.
Nun beginnt der Teil, der etwas Geduld verlangt, aber unkompliziert ist: das lange Einkochen. Bei kleiner Hitze köchelt die Masse etwa 40 bis 60 Minuten unter ständigem Rühren vor sich hin und wird dabei nach und nach dicker, glasiger und heller. Am Anfang ist sie noch milchig-trüb, mit der Zeit bekommt sie einen leicht goldenen, durchscheinenden Ton. Fertig ist der Lokum, wenn die Masse so dick geworden ist, dass sie in schweren, breiten Bändern vom Löffel fällt und nur noch zäh zurück in den Topf gleitet. Rühren Sie in dieser Phase geduldig weiter, denn gerade zum Ende hin kann die Masse am Boden schnell ansetzen. Erst ganz zum Schluss, wenn Sie den Topf vom Herd nehmen, kommt nach Wunsch das Rosenwasser hinzu.

Ausstreichen, mit Pistazien belegen und aufrollen
Ist die Lokum-Masse fertig eingekocht, geht es zügig ans Formen, solange sie noch warm und geschmeidig ist. Bestäuben Sie zunächst eine glatte Arbeitsfläche oder ein Stück Backpapier großzügig mit einer Mischung aus Puderzucker und etwas Speisestärke – diese dünne Schicht verhindert, dass der klebrige Lokum haften bleibt. Streichen Sie die Masse dann mit einem angefeuchteten Spatel oder einer Palette gleichmäßig zu einer dünnen Platte aus, etwa so dick wie ein kleiner Finger. Lassen Sie die Platte einige Minuten anziehen, damit sie sich später besser rollen lässt, aber nicht so lange, dass sie vollständig erkaltet und brüchig wird.
Nun kommen die Pistazien ins Spiel, und hier dürfen Sie ruhig großzügig sein. Streuen Sie die grob gehackten Pistazien dicht und gleichmäßig über die gesamte Fläche, sodass fast kein Weiß mehr durchscheint – der üppige Nussanteil ist es, der dieses Konfekt so besonders macht. Beginnen Sie dann an einer der langen Seiten, die Platte vorsichtig, aber straff aufzurollen, ähnlich wie bei einer Biskuitrolle. Das Backpapier hilft Ihnen dabei, die Rolle gleichmäßig einzudrehen, ohne dass die weiche Masse reißt. Rollen Sie ruhig fest, damit später beim Anschnitt eine schöne, dichte Spirale entsteht und keine Hohlräume bleiben.
Zum Schluss bekommt die fertige Rolle ihren grünen Mantel. Wälzen Sie sie rundum in fein gehackten Pistazien, sodass die gesamte Außenseite gleichmäßig bedeckt ist. Drücken Sie die Nüsse dabei mit leichtem Druck an, damit sie gut haften. Aus der angegebenen Menge lassen sich bequem zwei Rollen formen, die zusammen etwa zwanzig Scheiben ergeben. Wer möchte, teilt die Masse und die Pistazien einfach auf und arbeitet nacheinander, damit die zweite Portion nicht zu sehr abkühlt, während die erste gerollt wird.
Kühlen, schneiden und servieren
Damit sich die Rollen sauber in Scheiben schneiden lassen, brauchen sie nun vor allem eines: Ruhe. Legen Sie die fertig gewälzten Stangen auf einen Teller oder ein Brett und stellen Sie sie für mindestens drei bis vier Stunden, gern auch über Nacht, an einen kühlen Ort. In dieser Zeit wird der Lokum vollständig fest und die Rolle bekommt genau die Schnittfestigkeit, die sie für saubere Scheiben braucht. Wer zu früh zum Messer greift, drückt die noch weiche Masse eher zusammen, als sie zu schneiden – die kurze Geduldsprobe lohnt sich also spürbar.
Wenn die Rollen gut durchgekühlt und fest sind, schneiden Sie sie mit einem scharfen Messer in etwa 2 cm (0.8 in) dicke Scheiben. Ein Tipp aus der Praxis: Wischen Sie die Klinge zwischendurch mit einem feuchten Tuch ab, dann bleibt der klebrige Lokum nicht am Messer hängen und jede Scheibe zeigt eine saubere Schnittfläche. Setzen Sie das Messer mit sanftem, ziehendem Druck an, statt zu drücken, dann bleibt die Spirale schön in Form. Richten Sie die Scheiben mit der Schnittfläche nach oben an, damit die hübsche Spirale gut zur Geltung kommt.
Serviert wird Fistikli Fitil Lokum klassisch zu einem Glas türkischem Tee oder einem starken Kaffee, deren feine Herbe die Süße des Konfekts angenehm ausgleicht. Auf einer weißen Platte oder einem hölzernen Brett angerichtet, machen die grünen Scheiben an jeder Kaffee- und Teetafel eine gute Figur. Das Konfekt hält sich, gut verschlossen und kühl gelagert, mehrere Tage frisch und eignet sich damit auch wunderbar zum Vorbereiten für einen besonderen Anlass oder als selbst gemachtes Mitbringsel.
Häufige Fragen zum Fistikli Lokum
Ist der weiße Kern wirklich vegan, obwohl er wie Sahne aussieht?
Ja, der cremig wirkende helle Kern ist vollständig pflanzlich. Er besteht nur aus lang eingekochtem Zucker, den die Speisestärke zu einem weichen, hellen Gel bindet. Milch, Sahne oder Ei sind nicht enthalten, und weil klassischer Lokum ohne tierische Gelatine auskommt, ist dieses Konfekt von Natur aus vegan. Das milchige Aussehen entsteht allein durch das Zusammenspiel von Zucker und Stärke.
Warum wird mein Lokum körnig statt glatt?
Meist liegt das daran, dass der Zucker beim Kochen wieder auskristallisiert. Genau davor schützt der kleine Spritzer Säure – entweder etwas Weinstein oder ein Löffel Zitronensaft. Geben Sie die Säure gleich zu Beginn zum Zucker und rühren Sie die Masse während des Einkochens gleichmäßig weiter. Wichtig ist außerdem, den Rand des Topfes gelegentlich sauber zu halten, damit sich dort keine Zuckerkristalle bilden und in die Masse geraten.
Brauche ich unbedingt ein Küchenthermometer?
Es macht die Sache deutlich sicherer. Der Zuckersirup soll etwa 115 °C (239 °F) erreichen, die weiche Kugel-Stufe, und dieser Punkt entscheidet über die spätere Festigkeit. Ohne Thermometer können Sie die Probe im kalten Wasser machen: Ein Tropfen Sirup, in ein Glas kaltes Wasser gegeben, sollte sich zu einer weichen, formbaren Kugel zusammenziehen. Gelingt das, ist der richtige Punkt erreicht.
Kann ich das Rosenwasser weglassen?
Ja, ohne Weiteres. Das Rosenwasser gibt dem Lokum den zarten, blumigen Duft aus der türkischen Süßwarentradition, ist aber kein Muss. Lassen Sie es weg, tritt das nussige Aroma der Pistazien noch klarer hervor, und der Lokum schmeckt genauso rund. Sie können stattdessen auch einen Spritzer Zitrone oder eine Prise Vanille verwenden, wenn Sie eine andere feine Note möchten.
Wie bekomme ich saubere Scheiben ohne Kleben?
Zwei Dinge helfen: eine gute Kühlzeit und ein sauberes Messer. Lassen Sie die Rollen mindestens drei bis vier Stunden fest werden, bevor Sie schneiden. Verwenden Sie ein scharfes Messer und wischen Sie die Klinge zwischen den Schnitten mit einem feuchten Tuch ab, damit der klebrige Lokum nicht haften bleibt. Schneiden Sie mit sanftem, ziehendem Druck, dann bleibt die Spirale schön in Form.
Wie lange hält sich der Pistazien-Lokum und wie bewahre ich ihn auf?
Gut verschlossen und kühl gelagert bleibt das Konfekt mehrere Tage frisch, ohne an Aroma zu verlieren. Bewahren Sie die Scheiben in einer Dose mit etwas Backpapier zwischen den Lagen auf, damit sie nicht aneinanderkleben. Weil sich alles gut im Voraus zubereiten lässt, eignet sich der Lokum bestens zum Vorbereiten für Feste oder als selbst gemachtes Mitbringsel in einer hübschen Schachtel.
Kann ich das Konfekt weniger süß machen?
Lokum ist von seiner Art her eine süße Angelegenheit, denn der Zucker gibt ihm seine ganze Struktur – unter eine bestimmte Menge lässt sich daher nicht gehen, ohne die Festigkeit zu verlieren. Sie können die Süße aber ausbalancieren, indem Sie besonders großzügig mit den Pistazien sind und das Konfekt bewusst zu einem herben, ungesüßten Tee oder starken Kaffee reichen. Auch etwas mehr Säure im Sirup lässt die Süße frischer wirken.
Wann und für wen dieser Pistazien-Lokum passt
Fistikli Fitil Lokum ist ein Konfekt für die geselligen Stunden, in denen etwas Süßes und Besonderes auf den Tisch soll. Seine grüne, kunstvolle Erscheinung macht ihn zu einer schönen Wahl für die Kaffee- und Teetafel, für ein Buffet mit vielen kleinen Naschereien oder als festliches Mitbringsel in einer hübschen Schachtel. Weil sich der Lokum vollständig im Voraus kochen lässt und die Rollen nur noch fest werden müssen, bleibt am Serviertag angenehm wenig zu tun – Sie schneiden die gekühlten Stangen einfach in Scheiben und richten sie an, während Sie sich um Ihre Gäste kümmern.
Auch geschmacklich trifft dieses Konfekt einen breiten Kreis. Der weiche, schmelzende Lokum, das nussige Pistazienkleid und die feine Süße kommen bei Gästen jeden Alters gut an, und weil das Konfekt ganz ohne tierische Zutaten auskommt und allein aus Zucker, Stärke, Wasser und Nüssen besteht, ist es sowohl vegetarisch als auch vegan und passt an einen bunt gemischten Tisch. Wer gern mit den Händen arbeitet und ein neues Süßwerk ausprobieren möchte, findet in diesen Rollen ein dankbares Projekt: Das lange Rühren am Topf hat etwas Meditatives, und mit jedem Mal gelingt das Ausstreichen und Aufrollen ein wenig souveräner. So wird aus einem zunächst fremden Rezept schnell ein kleiner Klassiker, den man gern immer wieder holt, wenn Besuch kommt oder einfach die Lust auf etwas Süßes und Orientalisches groß ist.

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Fistikli Fitil Lokum — türkischer Pistazien-Lokum als cremige Rolle
Equipment
- Topf mit dickem Boden (für den Zuckersirup)
- Zweiter Topf (für die Stärkepaste)
- Küchenthermometer (für die weiche Kugel-Stufe)
- Hitzebeständiger Spatel oder Holzlöffel (zum ständigen Rühren)
- Backpapier und Palette (zum Ausstreichen und Aufrollen)
- scharfes Messer (zum Schneiden der gekühlten Rollen)
Ingredients
Für den Lokum
- 400 g Zucker
- 120 g Maisstärke (Speisestärke)
- 600 ml Wasser (aufgeteilt)
- 1/2 TL Weinstein (oder 1 EL Zitronensaft; verhindert das Auskristallisieren)
- 1-2 EL Glukosesirup (optional, für eine besonders geschmeidige Masse)
- 1 EL Rosenwasser (optional, ganz zum Schluss)
- 1 Prise Salz
Für Hülle und Füllung
- 250-300 g Pistazien (geschält, ungesalzen; Großteil grob gehackt zum Belegen, Rest fein gehackt zum Wälzen)
- Puderzucker und Maisstärke (zum Bestäuben der Arbeitsfläche)
Instructions
ZUCKERSIRUP KOCHEN
- Den Zucker mit etwa der Hälfte des Wassers und dem Weinstein (oder dem Zitronensaft) sowie einer Prise Salz in einen Topf mit dickem Boden geben. Nach Wunsch den Glukosesirup zufügen. Alles langsam aufkochen und dabei gelegentlich rühren, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Den Sirup dann bei mittlerer Hitze weiterkochen, bis er die weiche Kugel-Stufe von etwa 115 °C (239 °F) erreicht. Ein Küchenthermometer hilft dabei sehr; ohne Thermometer sollte ein Tropfen Sirup in kaltem Wasser zu einer weichen, formbaren Kugel gerinnen.
STÄRKEPASTE KOCHEN
- Die Maisstärke in einem zweiten Topf mit dem restlichen Wasser glatt und klümpchenfrei anrühren. Die Mischung unter ständigem Rühren erhitzen und zu einer dicken, glasig-trüben Paste kochen. Dabei nicht nachlassen und immer weiterrühren, damit die Paste am Boden nicht ansetzt und keine Klümpchen entstehen.
VERBINDEN UND LANGE EINKOCHEN
- Den heißen Zuckersirup nach und nach unter kräftigem Rühren in die Stärkepaste gießen, sodass sich beide Massen gleichmäßig verbinden. Anfangs ist die Masse noch recht flüssig – das ist normal.
- Die verbundene Masse nun bei kleiner Hitze etwa 40 bis 60 Minuten unter ständigem Rühren einkochen. Sie wird dabei nach und nach dicker, glasiger und heller und nimmt einen leicht goldenen, durchscheinenden Ton an. Fertig ist der Lokum, wenn die Masse in schweren, breiten Bändern vom Löffel fällt. Gerade zum Ende hin setzt die Masse am Boden leicht an, deshalb geduldig weiterrühren. Den Topf vom Herd nehmen und nach Wunsch das Rosenwasser unterrühren.
AUSSTREICHEN, BELEGEN UND ROLLEN
- Eine glatte Arbeitsfläche oder ein Stück Backpapier großzügig mit einer Mischung aus Puderzucker und etwas Maisstärke bestäuben. Die warme Lokum-Masse mit einer angefeuchteten Palette gleichmäßig zu einer dünnen Platte ausstreichen, etwa fingerdick. Die Platte einige Minuten anziehen lassen, aber nicht vollständig erkalten lassen, damit sie sich noch rollen lässt.
- Die grob gehackten Pistazien dicht und gleichmäßig über die gesamte Fläche streuen, sodass kaum noch Weiß durchscheint. Die Platte dann an einer langen Seite mithilfe des Backpapiers vorsichtig, aber straff zu einer Rolle aufrollen, damit später eine dichte Spirale entsteht. Aus der Menge lassen sich bequem zwei Rollen formen.
- Die fertigen Rollen rundum in den fein gehackten Pistazien wälzen und die Nüsse mit leichtem Druck andrücken, sodass die gesamte Außenseite gleichmäßig grün bedeckt ist.
KÜHLEN, SCHNEIDEN UND SERVIEREN
- Die gewälzten Stangen auf einen Teller oder ein Brett legen und mindestens drei bis vier Stunden, gern auch über Nacht, an einem kühlen Ort fest werden lassen. Erst wenn der Lokum vollständig durchgekühlt und fest ist, lässt er sich sauber schneiden.
- Die festen Rollen mit einem scharfen Messer in etwa 2 cm (0.8 in) dicke Scheiben schneiden. Die Klinge zwischendurch mit einem feuchten Tuch abwischen, damit der klebrige Lokum nicht haften bleibt, und mit sanftem, ziehendem Druck schneiden, damit die Spirale in Form bleibt. Die Scheiben mit der Schnittfläche nach oben anrichten und klassisch zu einem Glas türkischem Tee oder einem starken Kaffee servieren.

Notes
- Der Spritzer Säure (Weinstein oder Zitronensaft) ist entscheidend: Er verhindert, dass der Zucker beim Kochen wieder auskristallisiert und die Masse körnig wird.
- Den Sirup wirklich bis zur weichen Kugel-Stufe von etwa 115 °C (239 °F) kochen – kocht er zu weit ein, wird der Lokum hart, bleibt er zu dünn, lässt er sich später nicht sauber aufrollen.
- Beim langen Einkochen geduldig weiterrühren, gerade zum Ende hin setzt die Masse am Boden schnell an.
Nutrition
📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Dieser Fistikli Fitil Lokum ist die richtige Wahl für alle, die einmal ein echtes türkisches Zuckerkonfekt zu Hause herstellen und ihre Gäste mit etwas Ungewöhnlichem überraschen möchten. Er eignet sich wunderbar für die Kaffee- und Teetafel, für Buffets mit vielen kleinen Naschereien und als festliches, selbst gemachtes Mitbringsel. Weil er weich, nussig und angenehm süß ist, kommt er bei Gästen jeden Alters gut an, und da er ohne tierische Zutaten auskommt und allein aus Zucker, Stärke, Wasser und Pistazien besteht, ist er sowohl vegetarisch als auch vegan und für einen bunt gemischten Tisch geeignet. Wer gern mit den Händen arbeitet und ein neues Süßwerk ausprobieren möchte, findet in ihm ein dankbares Projekt, das mit jedem Mal ein bisschen leichter von der Hand geht.
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