Herzhafter japanischer Kohl-Pfannkuchen (Okonomiyaki)
In Osaka steht an jeder Ecke einer: der herzhafte Kohl-Pfannkuchen, außen goldbraun, innen saftig. Das Geheimnis steckt nicht im Teig, sondern in den drei Toppings, die obendrauf gehören – und die aus einem simplen Gemüse-Pfannkuchen erst ein Okonomiyaki machen.
Okonomiyaki ist der wohl bekannteste herzhafte Pfannkuchen Japans – ein goldbraun gebratener Fladen, dessen Hauptzutat überraschenderweise Kohl ist. Fein gehobelter Weißkohl wird mit einem einfachen Teig aus Mehl, Ei und Wasser vermengt und in der Pfanne knusprig gebraten, bis er außen Farbe bekommt und innen saftig bleibt. Was ihn unverkennbar macht, sind die drei Toppings: die würzig-süße Okonomiyaki-Sauce, cremige Mayonnaise in feinen Streifen und eine bunte Krone aus rosa eingelegtem Ingwer, Schnittlauch und Sesam. Zusammen ergeben sie ein sättigendes, unkompliziertes Gericht aus der japanischen Straßenküche, das sich ganz nach Lust und Laune abwandeln lässt – und das in gut einer halben Stunde fertig ist.

Der Name verrät das Prinzip
Der Begriff Okonomiyaki setzt sich aus zwei japanischen Wörtern zusammen: „okonomi“ bedeutet so viel wie „nach Belieben“ oder „wonach einem gerade ist“, und „yaki“ heißt „gebraten“. Der Name ist also Programm – der Pfannkuchen wird ganz nach Geschmack zusammengestellt. Genau das macht ihn so alltagstauglich: Es gibt kein starres Rezept, an das man sich sklavisch halten müsste, sondern eine Grundidee, die zum Ausprobieren einlädt.
In Japan, besonders in Osaka und Hiroshima, ist Okonomiyaki ein beliebtes Straßen- und Feierabendgericht, das oft direkt am Tisch auf einer heißen Platte gebraten wird. Zu Hause genügt eine gute Pfanne. Die Basis aus Kohl und Teig bleibt immer gleich, während die Zutaten und Toppings frei variieren. Wer dieses Prinzip einmal verstanden hat, kann Okonomiyaki mit dem zubereiten, was der Kühlschrank gerade hergibt – und liegt damit nie ganz falsch.
Fein gehobelter Kohl: das Herz des Pfannkuchens
Anders als bei einem klassischen Pfannkuchen ist hier nicht der Teig die Hauptsache, sondern der Kohl. Er macht den größten Teil der Masse aus und sorgt für die charakteristische, leicht knackige und zugleich saftige Textur. Weißkohl oder Spitzkohl eignen sich am besten; auch Chinakohl funktioniert und wird noch etwas zarter.
Entscheidend ist, den Kohl wirklich fein zu hobeln oder in dünne Streifen zu schneiden. Je feiner er ist, desto besser gart er im Fladen durch und desto gleichmäßiger verteilt er sich. Grobe Stücke bleiben dagegen bissig und lassen den Pfannkuchen leicht auseinanderfallen. Ein Küchenhobel leistet hier gute Dienste, ein scharfes Messer tut es aber ebenso. Zum Kohl kommen ein paar Ringe Frühlingszwiebel, die eine milde, frische Schärfe beisteuern. Gemeinsam bilden sie das aromatische Gerüst, das der Teig anschließend nur noch zusammenhalten muss.
Der Teig hält alles zusammen
Der Teig hat in diesem Rezept eine dienende Rolle: Er soll den Kohl nur locker binden, nicht in eine dicke Schicht hüllen. Deshalb kommt vergleichsweise wenig Mehl zum Einsatz. Aus Mehl, zwei Eiern, etwas Wasser und einer Prise Salz entsteht ein glatter, eher dünnflüssiger Teig, der sich gut mit dem Gemüse verbinden lässt.
Wichtig ist die Reihenfolge: Zuerst wird der Teig glatt gerührt, erst dann kommen Kohl und Frühlingszwiebeln hinein. So lässt sich die Masse gleichmäßig vermengen, ohne dass Mehlklümpchen zurückbleiben. Am Ende sollte der Kohl von einem dünnen Teigfilm überzogen sein, der ihn beim Braten zusammenhält – nicht mehr. Wer möchte, kann für einen besonders fluffigen Pfannkuchen einen Schuss Sprudelwasser verwenden oder, ganz klassisch, etwas geriebenen Yamswurzel-Anteil ergänzen. Für den Alltag reicht der einfache Teig aber völlig aus und gelingt zuverlässig.
Richtig braten: goldbraun und durchgegart
Weil der Fladen mit ein bis zwei Zentimetern deutlich dicker ist als ein normaler Pfannkuchen, kommt es beim Braten auf Geduld an. Die Pfanne sollte nur mittelheiß sein: Bei zu großer Hitze verbrennt die Außenseite, während das Innere noch roh bleibt. Etwas Öl in der Pfanne verteilen, die Masse hineingeben und mit dem Wender zu einem gleichmäßigen, runden Fladen formen.
Ein Deckel hilft, dass der Pfannkuchen von innen sanft durchgart, während die Unterseite goldbraun wird. Nach vier bis fünf Minuten wird er vorsichtig gewendet – hier leistet ein großer Pfannenwender oder ein Teller als Hilfe gute Dienste. Auf der zweiten Seite gart er noch einmal ebenso lange, bis er rundum Farbe hat und sich fest anfühlt. Fertig ist er, wenn er sich beim leichten Andrücken stabil zeigt und nicht mehr nachgibt. So wird der Okonomiyaki außen appetitlich gebräunt und innen saftig, aber vollständig gegart.

Die drei Toppings machen den Unterschied
Ein gebratener Kohl-Pfannkuchen ist für sich genommen noch kein Okonomiyaki – erst die typische Garnitur verwandelt ihn in den Klassiker. Zuerst kommt die Okonomiyaki-Sauce: eine dunkle, würzig-süße Sauce, die dem Gericht seine Tiefe gibt. Fertig gekauft enthält sie oft Worcestershiresauce mit Fisch; die hier angerührte Variante aus Ketchup, Sojasauce, Honig und einem Spritzer Balsamico ist schnell gemacht und vegetarisch.
Darüber kommt die Mayonnaise, und zwar nicht als Klecks, sondern in feinen, gleichmäßigen Streifen. Am einfachsten gelingt das mit einem kleinen Gefrierbeutel, dem man eine Ecke abschneidet, um dünne Linien über den Pfannkuchen zu ziehen – so entsteht das charakteristische Gittermuster. Den Abschluss bildet die bunte Krone aus rosa eingelegtem Ingwer, fein geschnittenem Schnittlauch und ein paar Sesamkörnern. Der eingelegte Ingwer bringt eine frische, leicht säuerliche Note, die die süße Sauce wunderbar ausbalanciert. Erst mit diesen drei Elementen schmeckt der Pfannkuchen so, wie ein Okonomiyaki schmecken soll.
Nach Belieben abwandeln und servieren
Getreu seinem Namen lädt Okonomiyaki zum Variieren ein. In den Teig passen Mais, geriebener Käse oder klein geschnittene Pilze, die für zusätzliche Würze und Biss sorgen. Wer es nicht vegetarisch braucht, brät ganz klassisch dünne Scheiben Speck oder Schweinebauch mit an, indem er sie vor dem Wenden auf den Fladen legt. Auch Garnelen oder etwas Gemüse der Saison lassen sich problemlos einarbeiten.
Serviert wird der Pfannkuchen am besten sofort, solange er warm und die Toppings frisch sind. Als herzhaftes Hauptgericht sättigt ein Okonomiyaki gut, lässt sich aber auch teilen und als Vorspeise oder Snack reichen. Dazu passen ein grüner Salat oder eine leichte Miso-Suppe. Wer mag, isst ihn nach japanischer Art mit Stäbchen und schneidet ihn dafür in Spalten. So oder so ist er ein Gericht, das satt macht, unkompliziert gelingt und immer ein wenig nach Urlaub schmeckt.
Aufbewahren
Okonomiyaki schmeckt frisch am besten, lässt sich aber gut vorbereiten. Die fertig gebratenen Pfannkuchen halten sich zugedeckt ein bis zwei Tage im Kühlschrank. Zum Aufwärmen werden sie am besten kurz in einer Pfanne von beiden Seiten erhitzt, damit sie wieder etwas Knusprigkeit bekommen; in der Mikrowelle werden sie eher weich. Die Okonomiyaki-Sauce lässt sich ebenfalls im Voraus anrühren und im Glas kühl aufbewahren. Sauce, Mayonnaise und die frischen Toppings kommen jedoch erst kurz vor dem Servieren auf den Pfannkuchen – so bleiben die Streifen sauber und der eingelegte Ingwer knackig. Auf diese Weise gelingt auch am nächsten Tag noch ein ansehnlicher, aromatischer Okonomiyaki.

Was ist Okonomiyaki?
Okonomiyaki ist ein herzhafter japanischer Pfannkuchen, dessen Hauptzutat fein gehobelter Kohl ist. Er wird goldbraun gebraten und mit Okonomiyaki-Sauce, Mayonnaise, eingelegtem Ingwer und Sesam serviert.
Welcher Kohl eignet sich am besten?
Weißkohl oder Spitzkohl sind klassisch und geben Halt und Biss. Chinakohl funktioniert ebenfalls und wird etwas zarter. Wichtig ist, den Kohl sehr fein zu hobeln.
Ist Okonomiyaki vegetarisch?
In dieser Variante ja: Der Teig kommt ohne Fleisch aus, und die selbst gemachte Sauce ersetzt die oft fischhaltige Worcestershiresauce. Wer möchte, kann klassisch Speck mitbraten.
Kann man die Okonomiyaki-Sauce ersetzen?
Ja, eine schnelle Variante gelingt aus Ketchup, Sojasauce, Honig und etwas Balsamico. Alternativ gibt es fertige Okonomiyaki-Sauce im Asia-Laden, die aber oft Fisch enthält.
Warum wird der Pfannkuchen bei mittlerer Hitze gebraten?
Weil der Fladen recht dick ist. Bei mittlerer Hitze und mit Deckel gart er innen durch, ohne dass die Außenseite verbrennt. So bleibt er saftig und ist trotzdem vollständig gegart.
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Herzhafter japanischer Kohl-Pfannkuchen (Okonomiyaki)
Kochutensilien
- beschichtete Pfanne
- Schüssel
- Hobel oder scharfes Messer
Zutaten
Für den Teig
- 300 g Weißkohl oder Spitzkohl (fein gehobelt)
- 100 g Mehl
- 2 Eier
- 100 ml Wasser
- 2 Frühlingszwiebeln (in Ringen)
- 1 Prise Salz
- 2 EL Öl (zum Braten)
Für die Okonomiyaki-Sauce
- 3 EL Ketchup
- 2 EL Sojasauce
- 1 EL Honig (oder Zucker)
- 1 TL Balsamico (oder Apfelessig)
Zum Anrichten
- 3 EL Mayonnaise
- 2 EL eingelegter Ingwer (Gari, rosa)
- 1 EL Schnittlauch (fein geschnitten)
- 1 TL Sesam
Anleitungen
- Teig anrühren: Den Kohl fein hobeln. Mehl, Eier, Wasser und Salz in einer Schüssel zu einem glatten Teig verrühren. Anschließend den Kohl und die Frühlingszwiebeln unterheben, bis alles gut vermengt ist – der Teig soll den Kohl gerade so zusammenhalten.
- Pfannkuchen braten: Etwas Öl in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Hälfte der Masse hineingeben und zu einem runden Fladen von etwa 1,5 bis 2 cm Dicke formen. Zugedeckt 4 bis 5 Minuten braten, vorsichtig wenden und weitere 4 bis 5 Minuten goldbraun und durchgaren. Mit der restlichen Masse einen zweiten Pfannkuchen backen.
- Sauce anrühren: Für die Okonomiyaki-Sauce Ketchup, Sojasauce, Honig und Balsamico glatt verrühren, bis eine dunkle, glänzende Sauce entsteht.
- Anrichten: Die warmen Pfannkuchen mit der Okonomiyaki-Sauce bestreichen und die Mayonnaise in feinen Streifen darüberziehen. Mit rosa eingelegtem Ingwer, Schnittlauch und Sesam bestreuen und sofort servieren.

Notizen
Nährwerte
📌 Für wen ist dieser Okonomiyaki ideal? Für alle, die japanische Streetfood-Klassiker zu Hause ausprobieren möchten, für Fans herzhafter Gemüse-Pfannkuchen und für alle, die ein sättigendes, vegetarisches Gericht suchen, das sich beliebig abwandeln lässt.
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