Kadayif-Nester mit Walnüssen – türkisches Sirup-Gebäck aus Engelshaar-Teig (Kus Yuvasi)
Feine, goldbraun gebackene Teigfäden, die sich zu kleinen runden Nestern kringeln, in der Mitte ein Herz aus knackigen Walnüssen und darüber ein glänzendes Bad aus duftendem Zuckersirup. Kus Yuvasi, wörtlich Vogelnester, gehören in der Türkei zu den beliebtesten süßen Kleinigkeiten – und mit ein paar einfachen Handgriffen gelingen sie auch in Ihrer eigenen Küche genau so schön wie auf dem Bild.
Manche Süßigkeiten sehen so kunstvoll aus, dass man sie sich nur aus der Vitrine einer Konditorei vorstellen kann – und diese kleinen türkischen Nester gehören genau dazu. Dabei steckt hinter Kus Yuvasi kein Geheimwissen, sondern ein ruhiger, gut planbarer Ablauf mit wenigen Zutaten. Feine Teigfäden werden mit zerlassener Butter durchmischt, zu runden Nestern geformt, mit gehackten Walnüssen gefüllt und im Ofen goldbraun gebacken. Ganz zum Schluss kommt ein abgekühlter Zuckersirup mit einem Spritzer Zitrone darüber, der langsam einzieht und aus den knusprigen Nestern ein saftig-süßes Gebäck macht. Am Ende steht eine Platte voll glänzender kleiner Nester da, die aussieht, als hätten Sie stundenlang daran gearbeitet – und die sich trotzdem entspannt zu Hause nachbacken lässt.
Der Reiz dieses Gebäcks liegt im Zusammenspiel der Gegensätze. Die feinen Fäden aus Kadayif-Teig sind zart und knusprig, die Walnüsse in der Mulde geben einen erdig-nussigen Kern, und der Sirup legt sich wie ein süßer Schleier über alles. Kadayif, in unseren Läden oft als Engelshaar-Teig bezeichnet, ist ein hauchdünner Fadenteig, der von außen fast wie geraspelter Teig oder feine Nudeln aussieht. In der türkischen und der gesamten orientalischen Küche ist er die Grundlage für viele bekannte Sirup-Süßigkeiten, und in der Nestform bekommt er seinen wohl hübschesten Auftritt. Wer diese kleinen Nester einmal zum Tee serviert hat, wird schnell nach dem Rezept gefragt.
Gedacht sind diese Nester für die schönen, geselligen Momente: für eine ausgiebige Kaffee- und Teerunde, für ein Buffet, an dem viele kleine Süßigkeiten nebeneinander stehen, oder als süßer Abschluss eines orientalischen Menüs. Sie sind mit ihrer knusprigen Hülle und dem süßen Kern bei Gästen jeden Alters beliebt, und weil sie ganz ohne tierische Gelatine auskommen und nur aus Teig, Butter, Nüssen und Sirup bestehen, bleiben sie vegetarisch und passen damit an einen bunt gemischten Tisch. Und weil sich fast alles gut vorbereiten lässt, müssen Sie am Serviertag nur noch backen, tränken und ziehen lassen – das nimmt viel von der Aufregung, die ein fremdes Rezept anfangs mit sich bringt.

Was Kadayif ist und warum er hier so gut passt
Kadayif, bei uns meist Engelshaar-Teig genannt, ist ein besonderer Fadenteig, der aus einem dünnflüssigen Teig über eine heiße Platte gegossen wird, sodass unzählige feine, lange Fäden entstehen. Diese Fäden trocknen leicht an und werden zu einem lockeren, haarfeinen Gewirr gebündelt, das an feine helle Nudeln oder an geraspelten Teig erinnert. Beim Backen werden diese Fäden knusprig und golden, und genau diese Struktur macht das Besondere an unseren Nestern aus: Sie bekommen eine luftig-krosse Hülle, die den süßen Sirup aufnehmen kann, ohne dabei ihre feine Form zu verlieren.
Sie finden Kadayif-Teig im türkischen oder orientalischen Lebensmittelladen, dort meist gekühlt in einer flachen Packung oder tiefgekühlt in der Truhe. Frischer Teig lässt sich sofort verarbeiten, tiefgekühlter sollte vorher vollständig auftauen. Ein kleiner Kniff aus vielen türkischen Küchen: Decken Sie den aufgetauten Teig mit einem leicht feuchten Küchentuch ab und lassen Sie ihn kurz bei Zimmertemperatur ruhen. So bleibt er geschmeidig und bricht beim Formen nicht, sondern lässt sich weich zu Nestern winden. Ist der Teig zu kalt oder zu trocken, splittern die Fäden und die Nester werden brüchig.
Warum passt gerade dieser Teig so gut zu einem Sirup-Gebäck? Der Grund liegt in seiner offenen, luftigen Struktur. Zwischen den vielen dünnen Fäden ist viel Raum, in den der Sirup einziehen kann, ohne dass das Gebäck zu einer festen, schweren Masse wird. Man kann sich die gebackenen Nester wie einen feinen, krossen Schwamm vorstellen: Sie saugen den Sirup gierig auf und bleiben trotzdem locker. Genau darin unterscheidet sich Kadayif von einem dichten Kuchenteig, der unter derselben Menge Sirup einfach durchweichen würde. Diese Eigenschaft macht ihn seit Generationen zur ersten Wahl für türkische Sirup-Süßigkeiten.
Der abgekühlte Sirup auf den heißen Nestern – das eigentliche Geheimnis
Wenn es einen einzigen Handgriff gibt, der über Gelingen oder Misslingen dieses Gebäcks entscheidet, dann ist es dieser: Der Sirup muss kalt sein, wenn er auf die heißen Nester kommt. Das klingt zunächst wie eine unwichtige Kleinigkeit, ist aber der Kern der ganzen Sache. Kochen Sie deshalb den Sirup aus Zucker, Wasser und einem Spritzer Zitronensaft ganz zu Beginn, noch bevor Sie die Nester formen, und lassen Sie ihn in aller Ruhe vollständig abkühlen. So haben Sie ihn parat, sobald die Nester golden aus dem Ofen kommen.
Der Grund dahinter ist ein einfacher Temperaturkontrast, den erfahrene Bäckerinnen ganz selbstverständlich nutzen. Trifft kalter Sirup auf heißes, knuspriges Gebäck, wird die Flüssigkeit schnell aufgesogen, ohne die feinen Fäden aufzuweichen. Die Nester zischen kurz auf, ziehen den Sirup in sich hinein und behalten dabei ihre knusprige Struktur. Gießen Sie dagegen heißen Sirup auf heißes Gebäck, bleibt alles zu lange feucht und warm, die Fäden verlieren ihre Spannung und die Nester werden weich und matschig. Der kleine Schock durch die Kälte ist es also, der aus den Nestern ein knuspriges statt eines durchweichten Gebäcks macht.
Der Spritzer Zitronensaft im Sirup hat dabei eine doppelte Aufgabe. Zum einen bringt er eine feine frische Note, die der reinen Süße von Zucker etwas Leichtigkeit gibt und verhindert, dass das Gebäck allzu satt schmeckt. Zum anderen hält er den Sirup schön flüssig und klar und sorgt dafür, dass er beim Abkühlen nicht auskristallisiert und körnig wird. Kochen Sie den Sirup nur so lange, bis er ein wenig sämiger wird – er soll die Nester durchtränken, nicht zu einem dicken, klebrigen Guss einkochen. Mit etwas Gefühl finden Sie schnell den richtigen Punkt, an dem der Sirup glänzt und leicht von einem Löffel läuft.

Warum jeder Faden Butter braucht
Der zweite große Unterschied zwischen blassen, harten Nestern und goldbraunem, feinem Gebäck liegt in der Butter. Bevor Sie den Teig formen, wird er gründlich mit zerlassener Butter durchmischt, und dabei kommt es auf ein wenig Sorgfalt an. Geben Sie sich die Mühe, den Kadayif-Teig zunächst mit den Fingern locker auseinanderzuzupfen, sodass sich die feinen Fäden voneinander lösen und keine dichten Klumpen mehr übrig bleiben. Erst dann gießen Sie die flüssige Butter darüber und arbeiten sie mit den Händen ein, bis wirklich jeder Faden benetzt ist.
Man kann sich das ungefähr so vorstellen: Die Butter legt sich wie ein feiner Film um jeden einzelnen Faden und sorgt dafür, dass er im Ofen gleichmäßig bräunt und knusprig wird. Trockene Stellen, die keine Butter abbekommen haben, bleiben dagegen blass, zäh und ein wenig hart – man erkennt sie später sofort an den helleren, strohigen Fäden. Die Butter ist also nicht nur für den Geschmack da, sondern trägt entscheidend zur schönen goldbraunen Farbe und zur feinen Textur bei. Deshalb lohnt es sich, hier nicht zu sparen und die Fäden geduldig durchzukneten, statt die Butter nur oberflächlich darüberzuträufeln.
Beim Formen der Nester hilft die durchbutterte Masse dann ganz von selbst. Weil die Fäden geschmeidig und leicht fettig sind, lassen sie sich weich um die Finger oder um ein kleines Glas winden, ohne zu brechen. Teilen Sie den Teig in acht gleich große Portionen und drehen Sie jede zu einem runden Nest, das Sie in die Vertiefung einer Muffinform oder in eine kleine Auflaufform setzen. In die Mitte drücken Sie mit dem Daumen eine kleine Mulde, in die später die Walnüsse kommen. So bekommt jedes Nest seine typische Form mit dem vertieften Herz, das an ein echtes Vogelnest erinnert und dem Gebäck seinen Namen gibt.

Walnüsse als Herz des Nestes
Das nussige Herz gehört zu diesen Nestern wie die Fäden selbst. Grob gehackte Walnüsse geben mit ihrer erdigen, leicht herben Note einen schönen Gegenpol zur Süße des Sirups und sorgen für den nötigen Biss. Hacken Sie die Walnüsse nicht zu fein, sondern lassen Sie sie ruhig etwas grober, damit man sie im fertigen Gebäck deutlich herausschmeckt und beim Hineinbeißen spürt. Ein Teil der Nüsse kommt in die Mulde jedes Nestes, bevor es in den Ofen wandert, ein weiterer Teil wird ganz zum Schluss über die getränkten Nester gestreut, damit sie auch obenauf hübsch zur Geltung kommen.
Walnüsse sind in der türkischen Küche eine beliebte Wahl für solche Sirup-Süßigkeiten, und sie passen mit ihrem Aroma besonders gut zu Zimt und Zucker. Wenn Sie mögen, geben Sie eine kleine Prise Zimt zu den Nüssen in der Mulde oder streuen Sie zum Servieren etwas davon über die fertigen Nester – der warme, leicht würzige Ton unterstreicht den orientalischen Charakter des Gebäcks. Zimt ist hier aber kein Muss, sondern eine Frage des Geschmacks; die Nester schmecken auch ganz ohne wunderbar rund. Wer es einmal anders probieren möchte, kann statt der Walnüsse gehackte Pistazien nehmen oder beide Nusssorten mischen, was dem Gebäck eine feine grüne Farbe gibt.
Ob die Nester im Ofen den richtigen Punkt erreicht haben, erkennen Sie an der Farbe. Backen Sie die Nester bei 180 °C (356 °F) etwa 25 bis 35 Minuten, bis sie rundum gleichmäßig goldbraun sind. Die feinen Fäden am Rand dürfen ruhig eine kräftige, bernsteinfarbene Tönung annehmen – das ist ein gutes Zeichen und bedeutet, dass die Nester gut durchgebacken sind und ihre Knusprigkeit auch nach dem Tränken behalten. Bleiben die Nester zu hell, sind sie innen oft noch weich und werden unter dem Sirup schnell matschig. Trauen Sie sich also ruhig, die Nester wirklich goldbraun werden zu lassen, statt sie zu früh aus dem Ofen zu nehmen.
Tränken, ziehen lassen und in Ruhe servieren
Nun kommt der Moment, der aus knusprigen Nestern ein echtes Sirup-Gebäck macht: das Tränken. Nehmen Sie die Nester direkt aus dem Ofen, solange sie noch heiß sind, und verteilen Sie den abgekühlten Sirup gleichmäßig darüber, sodass jedes Nest gut etwas abbekommt. Es zischt und dampft kurz auf, wenn der kalte Sirup auf das heiße Gebäck trifft – genau das soll so sein. Die Nester saugen die Flüssigkeit förmlich in sich hinein, und der Duft von Zucker, Zitrone und gebackenem Teig steigt Ihnen dabei angenehm in die Nase.
Danach heißt es abwarten, und dieser unspektakuläre Schritt ist wichtiger, als er wirkt. Lassen Sie die getränkten Nester etwa eine halbe Stunde ruhen, damit der Sirup vollständig einziehen kann und sich die Süße gleichmäßig im Gebäck verteilt. In dieser Zeit setzen sich die Nester, werden innen saftig und behalten außen ihre feine Knusprigkeit. Wer hier ungeduldig ist und zu früh zugreift, bekommt Nester, die außen schon süß, innen aber noch trocken sind. Die kurze Geduldsprobe lohnt sich also – erst nach dem Ziehen zeigt das Gebäck seinen vollen, ausgewogenen Charakter.
Zum Servieren streuen Sie noch ein paar zusätzliche gehackte Walnüsse und nach Wunsch eine kleine Prise Zimt über die Nester. Sie schmecken lauwarm besonders schön, wenn die Fäden noch eine feine Wärme haben, sind aber auch vollständig abgekühlt ein Genuss. Klassisch reicht man Kus Yuvasi mit einem Glas türkischem Tee oder einem starken Kaffee, deren leichte Herbe die Süße des Sirups schön ausgleicht. Auf einer weißen Platte oder in einer Glasform angerichtet, machen die goldenen Nester an jeder Kaffee- und Teetafel eine gute Figur und laden dazu ein, gleich zuzugreifen.

Häufige Fragen zu den Kadayif-Nestern
Wo bekomme ich Kadayif-Teig?
Kadayif-Teig, oft als Engelshaar-Teig bezeichnet, finden Sie im türkischen oder orientalischen Lebensmittelladen. Dort liegt er meist gekühlt in einer flachen Packung oder tiefgekühlt in der Truhe. Manchmal ist er auch als Kadaif oder Kataifi ausgeschildert – gemeint ist immer derselbe feine Fadenteig. In gut sortierten Läden mit orientalischem Sortiment ist er fast das ganze Jahr über erhältlich, rund um Feste ist die Auswahl besonders groß.
Frisch oder tiefgekühlt – was ist besser?
Beides funktioniert gut. Frischer Teig lässt sich sofort verarbeiten und ist etwas geschmeidiger. Tiefgekühlter Teig sollte vor der Verarbeitung vollständig auftauen, am besten langsam bei Zimmertemperatur. Decken Sie den aufgetauten Teig mit einem leicht feuchten Küchentuch ab, damit er nicht austrocknet und geschmeidig bleibt. So lässt er sich später weich zu Nestern formen, ohne dass die feinen Fäden brechen.
Kann ich die Walnüsse durch Pistazien ersetzen?
Ja, das passt sehr gut. Gehackte Pistazien sind in der türkischen Küche ebenso beliebt wie Walnüsse und geben dem Gebäck eine feine grüne Farbe und einen milderen, leicht süßlichen Geschmack. Sie können die Walnüsse vollständig durch Pistazien ersetzen oder beide Nusssorten mischen. Auch Haselnüsse sind eine mögliche Abwandlung. Wichtig ist nur, die Nüsse grob zu hacken, damit sie im Nest deutlich zur Geltung kommen.
Warum muss der Sirup abgekühlt sein?
Das ist der wichtigste Kniff bei diesem Gebäck. Trifft kalter Sirup auf die heißen, knusprigen Nester, wird er schnell aufgesogen, ohne die feinen Fäden aufzuweichen. Die Nester bleiben dadurch knusprig statt matschig. Gießt man dagegen heißen Sirup auf heißes Gebäck, bleibt alles zu lange feucht und die Nester werden weich. Kochen Sie den Sirup deshalb ganz zu Beginn und lassen Sie ihn vollständig abkühlen, bevor die Nester aus dem Ofen kommen.
Kann ich die Nester frittieren statt backen?
Ja, das ist eine traditionelle Zubereitungsart. Statt im Ofen können Sie die geformten Nester in heißem Öl goldbraun frittieren, danach kurz abtropfen lassen und ebenfalls mit dem kalten Sirup übergießen. Frittierte Nester werden etwas knuspriger und deutlich gehaltvoller. Im Ofen gebacken sind sie dagegen leichter und unkomplizierter in der Handhabung, weshalb das die entspanntere Wahl für die heimische Küche ist.
Wie lange sind die Nester haltbar?
Die fertigen Nester halten sich abgedeckt bei Zimmertemperatur etwa zwei bis drei Tage. Mit der Zeit werden sie ein wenig weicher, schmecken aber weiterhin aromatisch. Bewahren Sie das Gebäck nicht im Kühlschrank auf, denn dort würden die Nester durch die Feuchtigkeit schneller durchweichen und ihre Knusprigkeit verlieren. Am schönsten schmecken sie ohnehin am Tag der Zubereitung, wenn die Fäden noch besonders kross sind.
Kann ich die Nester weniger süß machen?
Ja, das lässt sich leicht anpassen. Sie können die Zuckermenge im Sirup etwas verringern oder bewusst nur einen Teil des Sirups über die Nester gießen und den Rest separat reichen, sodass jeder nach Geschmack nachsüßen kann. Auch der Spritzer Zitronensaft hilft, die Süße etwas frischer und leichter wirken zu lassen. Bedenken Sie aber, dass ein gewisser Sirupanteil nötig ist, damit die Nester saftig werden und nicht trocken bleiben.
Wann und für wen diese Nester passen
Kadayif-Nester mit Walnüssen sind ein Gebäck für die geselligen Stunden, in denen etwas Süßes und Besonderes auf den Tisch soll. Ihre goldene, kunstvolle Erscheinung macht sie zu einer schönen Wahl für die Kaffee- und Teetafel, für ein Buffet mit vielen kleinen Naschereien oder als süßen Abschluss eines orientalischen Menüs. Weil sich der Sirup gut im Voraus kochen lässt und die Nester nach dem Backen nur noch ziehen müssen, bleibt am Serviertag angenehm wenig zu tun – Sie backen, tränken und lassen die Nester in Ruhe durchziehen, während Sie sich um Ihre Gäste kümmern.
Auch geschmacklich treffen die Nester einen breiten Kreis. Die knusprigen Fäden, das nussige Herz und der süße Sirup kommen bei Gästen jeden Alters gut an, und weil das Gebäck ohne tierische Gelatine auskommt und nur aus Teig, Butter, Nüssen und Sirup besteht, ist es vegetarisch und passt an einen bunt gemischten Tisch. Wer gern mit den Händen formt und ein neues Gebäck ausprobieren möchte, findet in den Nestern ein dankbares Projekt: Der Umgang mit dem feinen Kadayif-Teig macht Freude, und mit jedem Mal gelingt das Winden der Nester ein wenig souveräner. So wird aus einem zunächst fremden Rezept schnell ein kleiner Klassiker, den man gern immer wieder holt, wenn Besuch kommt oder einfach die Lust auf etwas Süßes und Orientalisches groß ist.

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Kadayif-Nester mit Walnüssen – türkisches Sirup-Gebäck aus Engelshaar-Teig (Kus Yuvasi)
Equipment
- Muffinform oder kleine Auflaufform (zum Formen der Nester)
- Kleines Glas oder Förmchen (als Hilfe zum Wickeln der Nester)
- Topf (für den Sirup)
- Backpinsel oder Schöpfkelle (zum Übergießen mit Sirup)
Ingredients
Für die Nester
- 400-500 g Kadayif-Teig (Engelshaar-Teig; frisch oder tiefgekühlt, aus dem türkischen oder orientalischen Laden)
- 180-220 g Butter (zerlassen)
- 150 g Walnüsse (grob gehackt)
- Walnüsse (etwas zum Bestreuen)
- 1 Prise Zimt (optional)
Für den Sirup
- 300 g Zucker
- 250 ml Wasser
- 1 EL Zitronensaft (frisch gepresst)
- 1 Zimtstange (optional)
Instructions
SIRUP KOCHEN UND ABKÜHLEN
- Zucker, Wasser und Zitronensaft in einem Topf verrühren, nach Wunsch die Zimtstange zugeben. Alles einmal aufkochen und dann bei mittlerer Hitze etwa 10 bis 15 Minuten leise köcheln lassen, bis der Sirup ein wenig sämiger wird. Er soll nicht zu dick einkochen, sonst wird das Gebäck später klebrig statt saftig.
- Den Topf vom Herd nehmen und den Sirup vollständig abkühlen lassen. Das ist wichtig: Nur ein kalter Sirup, der später über die heißen Nester kommt, hält das Gebäck knusprig. Sie können den Sirup gut zuerst zubereiten, während der Ofen vorheizt und Sie die Nester formen.
NESTER FORMEN UND BACKEN
- Den Backofen auf 180 °C (356 °F) Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Kadayif-Teig in eine große Schüssel geben und mit den Fingern locker auseinanderzupfen, sodass sich die feinen Fäden voneinander lösen und keine dichten Klumpen mehr übrig bleiben.
- Die zerlassene Butter über den Teig gießen und mit den Händen gründlich unterarbeiten, bis wirklich jeder Faden mit Butter benetzt ist. Diese Butterhülle sorgt beim Backen für die goldbraune Farbe und das feine Knuspern; trockene Stellen würden später blass und hart bleiben.
- Aus dem Teig acht gleich große Portionen abteilen. Jede Portion mit den Fingern oder um ein kleines Glas gewickelt zu einem runden Nest formen und in die Vertiefungen einer Muffinform oder in eine kleine Auflaufform setzen. In die Mitte jedes Nestes eine Mulde drücken und diese mit den grob gehackten Walnüssen füllen.
- Die Nester im vorgeheizten Ofen etwa 25 bis 35 Minuten backen, bis sie rundum gleichmäßig goldbraun sind. Die Fäden am Rand dürfen ruhig eine kräftige bernsteinfarbene Tönung annehmen, dann sind die Nester schön durchgebacken und bleiben nach dem Tränken knusprig.
TRÄNKEN UND ZIEHEN LASSEN
- Die Nester direkt aus dem Ofen nehmen und den abgekühlten Sirup gleichmäßig darüber verteilen, sodass jedes Nest etwas abbekommt. Es zischt und dampft kurz auf, das gehört dazu: Der kalte Sirup trifft auf das heiße Gebäck, wird sofort aufgesogen und die Nester bleiben dabei knusprig statt matschig.
- Die getränkten Nester etwa 30 Minuten ruhen lassen, damit der Sirup vollständig einzieht und sich die Süße gleichmäßig verteilt. In dieser Zeit setzen sich die Nester und werden innen saftig, während die Oberfläche knusprig bleibt.
- Zum Servieren die Nester mit ein paar zusätzlichen gehackten Walnüssen und nach Wunsch einer Prise Zimt bestreuen. Lauwarm oder ganz abgekühlt genießen, gern mit einem Glas türkischem Tee oder einem starken Kaffee.

Notes
- Den Sirup zuerst kochen und vollständig abkühlen lassen, während Sie die Nester formen – kalter Sirup auf heißen Nestern ist das ganze Geheimnis.
- Jeden Teigfaden gründlich mit Butter benetzen, damit die Nester rundum goldbraun und knusprig werden.
- Tiefgekühlten Kadayif-Teig vor der Verarbeitung vollständig auftauen und mit einem Küchentuch abgedeckt bei Zimmertemperatur ruhen lassen, damit er geschmeidig bleibt und nicht bricht.
Nutrition
📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Diese Kadayif-Nester mit Walnüssen sind die richtige Wahl für alle, die einmal ein echtes türkisches Sirup-Gebäck zu Hause backen und ihre Gäste mit etwas Ungewöhnlichem überraschen möchten. Sie eignen sich wunderbar für die Kaffee- und Teetafel, für Buffets mit vielen kleinen Naschereien und als süßen Abschluss eines orientalischen Menüs. Weil sie knusprig, nussig und angenehm süß sind, kommen sie bei Gästen jeden Alters gut an, und da sie ohne tierische Gelatine auskommen und nur aus Teig, Butter, Nüssen und Sirup bestehen, sind sie vegetarisch und für einen bunt gemischten Tisch geeignet. Wer gern mit den Händen formt und ein neues Gebäck ausprobieren möchte, findet in ihnen ein dankbares Projekt, das mit jedem Mal ein bisschen leichter von der Hand geht.
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