Spanische Schinken-Kroketten (Croquetas de Jamon) – cremige Tapas aus Béchamel und Serranoschinken
Eine knusprig-goldene Panade, die beim ersten Biss aufbricht und einen warmen, seidig-cremigen Kern freigibt: Croquetas de Jamon gehören in Spanien zu den beliebtesten kleinen Häppchen an jeder Tapas-Bar – und mit einer geduldig gerührten, gut gekühlten Béchamel gelingen sie auch bei Ihnen zu Hause genau so verführerisch wie im Original.
Es gibt in Spanien kaum eine Tapas-Karte, auf der sie fehlen: Croquetas de Jamon, kleine ovale Kroketten mit einer knusprigen Hülle und einem cremigen Inneren, das nach herzhaftem, luftgetrocknetem Schinken duftet. Wer sie zum ersten Mal probiert, wundert sich oft, wie viel Genuss in so einem kleinen Häppchen stecken kann. Und wer sie zum ersten Mal selbst gemacht hat, erzählt meist noch Tage später von dem Aha-Moment, als er verstanden hat, worauf es wirklich ankommt. Denn anders als bei Kartoffelkroketten steckt hier kein mehliger Teig im Inneren, sondern eine sehr dicke, sorgfältig eingekochte Béchamel – jene klassische weiße Sauce aus Butter, Mehl und Milch, die hier mit fein gehacktem Serranoschinken verfeinert wird. Genau dieser cremige Kern macht spanische Kroketten zu etwas Besonderem und unterscheidet sie deutlich von allem, was man sonst unter Kroketten kennt.
Der Reiz dieses Rezepts liegt im Zusammenspiel der Gegensätze. Außen umgibt die Kroketten eine knusprige Kruste aus feinem Paniermehl, die beim Frittieren goldbraun wird und beim Hineinbeißen leise knackt. Innen wartet eine zarte, fast fließende Masse, die auf der Zunge zergeht und den würzigen Geschmack des Schinkens abgibt. Serranoschinken, also luftgetrockneter Schinken nach spanischer Art, bringt dabei sein ganzes Aroma ein: salzig, tief, ein wenig nussig. Diese Kombination aus krosser Hülle und weichem Herz ist das, was Croquetas de Jamon so unwiderstehlich macht – und was erklärt, warum an spanischen Tapas-Abenden meist noch eine zweite Runde nachbestellt wird, sobald der erste Teller leer ist.
Gedacht sind diese Kroketten für die geselligen Momente, in denen viele kleine Köstlichkeiten nebeneinander auf dem Tisch stehen. Sie sind der Star jeder Tapas-Tafel, machen sich aber genauso gut als warme Vorspeise vor einem größeren Essen oder als herzhafter Snack zu einem Glas Weißwein. Auf einem Holzbrett angerichtet, umgeben von hauchdünnem Serranoschinken, Oliven, Kapern und ein paar knusprigen Crackern, verwandeln sie einen ganz normalen Abend in ein kleines spanisches Fest. Das Beste daran: Fast die gesamte Arbeit lässt sich vorbereiten. Die Masse muss ohnehin lange kühlen, und Sie können sie in Ruhe am Vortag kochen. Am Serviertag bleibt dann nur noch das Formen, Panieren und Frittieren – und schon steht ein Teller goldener Kroketten auf dem Tisch, als hätten Sie stundenlang in der Küche gestanden.

Warum die Béchamel sehr dick und gut gekühlt sein muss
Wenn es einen einzigen Punkt gibt, über den Gelingen oder Misslingen dieser Kroketten entscheidet, dann ist es die Konsistenz der Béchamel. Sie muss wirklich sehr dick sein – deutlich dicker, als Sie es von einer klassischen weißen Sauce für Gratin oder Lasagne kennen. Der Grund ist einfach: Die Masse ist der ganze Inhalt der Kroketten. Bleibt sie zu dünn, lassen sich die Kroketten später nicht formen, und beim Frittieren laufen sie im heißen Öl auseinander, bevor sich außen eine feste Kruste bilden kann. Kochen Sie die Masse deshalb geduldig ein, bis sie sich beim Rühren vom Topfboden löst und schwer vom Löffel fällt. Ein guter Anhaltspunkt: Wenn Sie mit dem Löffel eine Spur durch die Masse ziehen, sollte diese Spur einen Moment stehen bleiben, bevor sie langsam wieder zusammenfließt.
Die Grundlage bildet eine helle Mehlschwitze. In zerlassener Butter dünsten Sie zuerst eine sehr fein gewürfelte Zwiebel glasig, geben den fein gehackten Serranoschinken kurz dazu und rühren dann das Mehl ein. Diese Mischung aus Butter und Mehl darf ein bis zwei Minuten sanft anschwitzen, damit der rohe Mehlgeschmack verschwindet, ohne dass sie Farbe annimmt. Anschließend gießen Sie die warme Milch nach und nach an – immer nur einen Schuss, dann kräftig rühren, bis alles glatt ist, und erst dann den nächsten Schuss. So verhindern Sie Klümpchen und behalten die Kontrolle über die Konsistenz. Warme Milch hilft dabei, weil sie sich schneller und gleichmäßiger einbindet als kalte. Nach und nach entsteht eine glänzende, immer dicker werdende Masse, die Sie mit einer Prise frisch geriebener Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken.
Doch selbst die dickste Masse allein reicht nicht – sie muss anschließend gründlich kühlen. Streichen Sie die fertige Béchamel dafür in eine flache Form, decken Sie sie direkt mit Frischhaltefolie ab, sodass keine Haut entsteht, und stellen Sie sie mindestens zwei bis drei Stunden kalt, besser über Nacht. In dieser Zeit wird die Masse fest und formbar. Man kann sich das ungefähr so vorstellen wie mit weicher Butter, die im Kühlschrank fest wird: Was warm noch weich und formlos ist, lässt sich kalt sauber portionieren und in Form bringen. Nur eine gut durchgekühlte, dicke Masse behält beim heißen Frittieren ihre Gestalt und zerläuft nicht. Diese Wartezeit ist also kein lästiger Zwischenschritt, sondern der eigentliche Schlüssel zum Gelingen – und ein Grund, warum sich das Rezept so gut vorbereiten lässt.
Der raffinierte Trick: aufspritzen, schneiden, wälzen statt kneten
Die schönste Nachricht für alle, die klebrige Finger scheuen, ist die Formmethode, die Sie auf den Prozessbildern sehen. Denn die kalte Béchamel-Masse ist zwar formbar, aber immer noch weich und klebrig – wer versucht, sie mit bloßen Händen zu kleinen Kroketten zu rollen, verzweifelt schnell, weil alles an den Fingern haften bleibt. Der raffinierte Weg umgeht dieses Problem elegant. Sie füllen die gekühlte Masse in einen Spritzbeutel und geben eine großzügige Schicht feines Paniermehl in eine flache Form oder auf ein Holzbrett. Aus dem Beutel spritzen Sie dann dicke, gleichmäßige Stränge direkt auf das Paniermehl. So kommt die weiche Masse gar nicht erst mit den Händen in Berührung, sondern landet sofort auf einem trockenen, griffigen Bett aus Bröseln.
Sind die Stränge geformt, teilen Sie sie mit einer Küchenschere oder einem Messer in etwa 5 cm (2 in) lange Stücke – die klassische Größe für einen Bissen. Weil die Masse auf dem Paniermehl liegt, kleben die Schnittflächen nicht zusammen, und jedes Stück behält seine Form. Anschließend wälzen Sie die Stücke rundum im Paniermehl, bis sie vollständig und gleichmäßig bedeckt sind. Dabei formen Sie sie mit sanftem Druck zu den typischen kleinen Ovalen oder Zylindern. Erst jetzt fassen Sie die Kroketten mit den Fingern an – und weil sie nun außen komplett paniert sind, bleibt nichts mehr kleben. Diese Reihenfolge aus Aufspritzen, Schneiden und Wälzen ist der ganze Trick, der aus einer heiklen, klebrigen Angelegenheit einen sauberen, fast entspannten Arbeitsschritt macht.
Wer eine besonders knusprige, klassische Doppel-Panade möchte, kann die im Paniermehl gewälzten Kroketten zusätzlich durch verquirltes Ei ziehen und danach ein zweites Mal in Paniermehl wenden. Das gibt eine etwas dickere, robustere Kruste, die beim Frittieren besonders stabil bleibt. Nötig ist dieser Schritt nicht – die einfache Panade allein funktioniert wunderbar und ist die schnellere Variante -, aber wer Kroketten liebt, die außen richtig kräftig knuspern, ist mit der Doppel-Panade gut beraten. In beiden Fällen gilt: Achten Sie darauf, dass die Kroketten wirklich ringsum bedeckt sind. Kleine unpanierte Stellen sind Schwachpunkte, an denen die cremige Masse beim Frittieren austreten könnte.

Serranoschinken – der Geschmack, der alles trägt
Der Charakter dieser Kroketten steht und fällt mit dem Schinken. Serranoschinken ist ein luftgetrockneter, roher Schinken nach spanischer Art, der über viele Monate reift und dabei sein tiefes, salzig-nussiges Aroma entwickelt. In den Kroketten sorgt er dafür, dass die milde, cremige Béchamel eine herzhafte, aromatische Tiefe bekommt – ohne ihn wäre der Kern zwar cremig, aber recht neutral. Hacken Sie den Schinken sehr fein, damit er sich gleichmäßig in der Masse verteilt und man in jedem Bissen ein wenig davon schmeckt. Grobe Stücke würden dagegen ungleichmäßig verteilt sein und die zarte Konsistenz stören. Ein feines, fast schon zartes Hacken ist hier also kein Detail, sondern trägt spürbar zum Ergebnis bei.
Traditionell verwenden spanische Köchinnen und Köche gerne die etwas kräftigeren Randstücke oder Reste vom Schinken, die zum dünnen Aufschneiden nicht mehr taugen – in den Kroketten kommt ihr volles Aroma erst richtig zur Geltung. Das macht die Croquetas auch zu einem klugen Rezept, um übrig gebliebenen Schinken sinnvoll zu verwerten. Wenn Sie keinen Serranoschinken bekommen, können Sie ihn durch einen anderen luftgetrockneten Rohschinken ersetzen; auch mit fein gewürfeltem Kochschinken lassen sich Kroketten machen, die dann etwas milder ausfallen. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Schinken herzhaft genug ist, um sich gegen die cremige Milch-Butter-Basis durchzusetzen. Weil Serranoschinken von Natur aus recht salzig ist, sollten Sie die Masse zudem vorsichtig salzen und lieber am Ende abschmecken, statt am Anfang zu viel zuzugeben.
Die kleine Prise frisch geriebener Muskatnuss, die in die Béchamel kommt, mag unscheinbar wirken, ist aber ein feiner Kunstgriff. Muskat und Milch-Butter-Saucen sind seit jeher ein klassisches Paar: Die warme, leicht würzige Note der Muskatnuss rundet die Sahnigkeit ab und gibt der Masse einen Hauch von Tiefe, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Übertreiben sollten Sie es nicht – eine Prise reicht -, aber ganz weglassen wäre schade, denn gerade dieses Zusammenspiel aus Schinken, Muskat und cremiger Béchamel macht den typischen, runden Geschmack spanischer Kroketten aus. Pfeffer nach Geschmack rundet das Ganze ab, und schon haben Sie eine Füllung, die nach mehr schmeckt.
Richtig frittieren – Temperatur ist alles
Beim Frittieren entscheidet sich, ob aus den panierten Kroketten goldene, knusprige Häppchen werden oder ob etwas schiefgeht. Der wichtigste Faktor ist die Temperatur des Öls. Erhitzen Sie reichlich neutrales Pflanzenöl, etwa Sonnenblumenöl, oder ein mildes Olivenöl auf 170 bis 180 °C (338 bis 356 °F). Das ist der ideale Bereich: heiß genug, damit sich die Panade sofort verschließt und knusprig wird, aber nicht so heiß, dass die Kruste dunkel wird, bevor der cremige Kern warm ist. Wenn Sie kein Thermometer haben, testen Sie mit einem Holzstiel oder einem Stück Brot – bilden sich rundherum kleine, lebhafte Bläschen, ist das Öl bereit. Zu kaltes Öl lässt die Kroketten vollsaugen und weich werden, zu heißes Öl bräunt sie außen zu schnell.
Frittieren Sie die Kroketten immer nur in kleinen Portionen. Geben Sie zu viele auf einmal ins Öl, sinkt die Temperatur schlagartig ab, und die Kroketten garen dann eher, als dass sie knusprig braten. Ein paar Stück gleichzeitig, die genug Platz haben und um die das Öl frei zirkulieren kann, werden dagegen gleichmäßig goldbraun. In der Regel genügen ein bis zwei Minuten, bis die Kroketten rundum eine schöne Farbe haben – wenden Sie sie bei Bedarf, damit alle Seiten gleichmäßig bräunen. Weil die Masse bereits fertig gekocht ist, geht es beim Frittieren nur noch um die Kruste und um das gründliche Durcherhitzen des Kerns. Heben Sie die fertigen Kroketten mit einem Schaumlöffel heraus und lassen Sie sie kurz auf Küchenpapier abtropfen, das nimmt überschüssiges Fett auf.
Ein Wort zur Sicherheit, denn heißes Öl will mit Respekt behandelt werden. Verwenden Sie einen ausreichend großen, standfesten Topf und füllen Sie ihn höchstens zur Hälfte, damit das Öl beim Hineingeben der Kroketten nicht überläuft. Lassen Sie heißes Öl niemals unbeaufsichtigt und halten Sie Kinder fern. Achten Sie darauf, dass die Kroketten nicht zu nass in das Öl kommen – Feuchtigkeit spritzt im heißen Fett. Und geben Sie die Kroketten stets vorsichtig und nah an der Öloberfläche hinein, statt sie aus der Höhe fallen zu lassen. Sollte einmal Öl zu rauchen beginnen, ist es zu heiß; nehmen Sie den Topf dann kurz von der Platte und lassen Sie es etwas abkühlen. Mit diesen einfachen Vorsichtsmaßnahmen gelingt das Frittieren sicher und entspannt.
Vorbereiten, einfrieren und servieren
Croquetas de Jamon sind ein dankbares Rezept, weil sich fast alles im Voraus erledigen lässt. Die Béchamel-Masse muss ohnehin lange kühlen, also können Sie sie bequem schon am Vortag kochen und über Nacht kalt stellen. Am nächsten Tag brauchen Sie dann nur noch zu formen, zu panieren und zu frittieren. Wer Gäste erwartet, kann sogar noch weiter vorarbeiten: Formen und panieren Sie die Kroketten fertig und legen Sie sie roh auf ein Blech, sodass sie sich nicht berühren. So halten sie im Kühlschrank problemlos einige Stunden, und Sie müssen zum Servieren nur noch das Öl erhitzen und die Häppchen frisch ausbacken. Frisch aus dem Öl auf den Tisch – so schmecken sie am allerbesten.
Besonders praktisch ist die Möglichkeit, die Kroketten roh einzufrieren. Legen Sie die panierten, ungebackenen Kroketten dafür nebeneinander auf ein Blech und frieren Sie sie zunächst einzeln an, bevor Sie sie zusammen in einen Gefrierbeutel geben. So kleben sie nicht aneinander und Sie können später genau so viele entnehmen, wie Sie gerade brauchen. Frittiert werden sie direkt aus dem gefrorenen Zustand, ohne vorheriges Auftauen – geben Sie ihnen einfach eine knappe Minute mehr im Öl, damit der Kern auch in der Mitte warm wird. Auf diese Weise haben Sie immer einen kleinen Vorrat spanischer Tapas parat, der sich in wenigen Minuten in eine warme Vorspeise verwandelt. Gerade für spontanen Besuch ist das ein kleiner Schatz in der Tiefkühltruhe.
Zum Servieren gehören die Kroketten warm auf den Tisch, am besten gleich nach dem Frittieren, wenn die Kruste noch am krossesten ist und der Kern seidig-warm. Richten Sie sie klassisch auf einem Holzbrett an, zusammen mit ein paar Scheiben Serranoschinken, einer kleinen Schale Oliven, Kapern und knusprigen Crackern – so entsteht im Handumdrehen eine kleine spanische Tapas-Tafel. Ein Glas gut gekühlter Weißwein passt hervorragend dazu und rundet den Genuss ab. Ob als Vorspeise, als Teil eines Tapas-Abends mit Freunden oder als herzhafter Snack zwischendurch: Diese cremigen Schinken-Kroketten bringen ein Stück spanische Bar-Kultur auf Ihren Tisch und sind fast garantiert schneller aufgegessen, als der nächste Schwung im Öl goldbraun wird.
Häufige Fragen zu Croquetas de Jamon
Warum muss die Béchamel-Masse so dick sein?
Die Masse bildet den gesamten cremigen Kern der Kroketten und hält keine andere Bindung. Ist sie zu dünn, lässt sie sich nicht formen und läuft beim Frittieren im heißen Öl auseinander. Kochen Sie die Béchamel deshalb geduldig ein, bis sie sich beim Rühren vom Topfboden löst und schwer vom Löffel fällt. Erst diese sehr dicke Konsistenz sorgt dafür, dass die Kroketten ihre Form behalten und innen trotzdem angenehm cremig bleiben.
Wie lange muss die Masse kühlen?
Mindestens zwei bis drei Stunden, besser über Nacht. Die kalte Masse wird fest und formbar – ähnlich wie Butter, die im Kühlschrank fest wird. Nur gut durchgekühlt lässt sie sich sauber portionieren und behält beim Frittieren ihre Gestalt. Warme oder nur kurz gekühlte Masse ist zu weich, klebt stark und zerläuft leicht. Diese Kühlzeit ist deshalb kein Nebensache, sondern der eigentliche Schlüssel zum Gelingen.
Kann ich statt Serranoschinken auch anderen Schinken nehmen?
Ja. Serranoschinken gibt den typischen kräftigen, salzig-nussigen Geschmack, aber Sie können ihn durch einen anderen luftgetrockneten Rohschinken ersetzen. Auch mit fein gewürfeltem Kochschinken lassen sich Kroketten machen, die dann etwas milder ausfallen. Wichtig ist, dass der Schinken herzhaft genug ist, um sich gegen die cremige Béchamel durchzusetzen, und dass Sie ihn sehr fein hacken, damit er sich gleichmäßig verteilt.
Bei welcher Temperatur frittiere ich die Kroketten?
Am besten bei 170 bis 180 °C (338 bis 356 °F). In diesem Bereich verschließt sich die Panade sofort und wird knusprig, ohne dass die Kruste dunkel wird, bevor der Kern warm ist. Zu kaltes Öl lässt die Kroketten vollsaugen und weich werden, zu heißes Öl bräunt sie außen zu schnell, während sie innen kalt bleiben. Frittieren Sie immer nur wenige Stück gleichzeitig, damit die Öltemperatur nicht zu stark absinkt.
Kann ich die Kroketten vorbereiten oder einfrieren?
Ja, beides funktioniert sehr gut. Sie können die Masse schon am Vortag kochen und über Nacht kühlen oder die fertig panierten, rohen Kroketten einige Stunden im Kühlschrank aufbewahren. Zum Einfrieren frieren Sie die panierten, ungebackenen Kroketten einzeln an und geben sie dann zusammen in einen Gefrierbeutel. Frittiert werden sie direkt aus dem gefrorenen Zustand, mit etwa einer knappen Minute mehr im Öl, damit der Kern in der Mitte warm wird.
Was ist der Unterschied zu Kartoffelkroketten?
Der Kern. Kartoffelkroketten haben ein festeres, eher mehliges Inneres aus Kartoffelmasse. Croquetas de Jamon dagegen sind innen zart und cremig, weil ihr Kern aus einer sehr dicken Béchamel besteht, die auf der Zunge fast zergeht. Diese Cremigkeit ist das entscheidende Merkmal spanischer Kroketten und der Grund, warum sie so besonders schmecken. Von außen ähneln sich beide durch die knusprige Panade, im Inneren sind sie jedoch grundverschieden.
Warum laufen meine Kroketten beim Frittieren aus?
Dafür gibt es meist zwei Gründe. Entweder war die Béchamel-Masse nicht dick genug oder nicht lange genug gekühlt, sodass sie zu weich blieb. Oder die Panade hatte kleine unbedeckte Stellen, durch die die cremige Füllung austreten konnte. Achten Sie deshalb auf eine wirklich dicke, gut durchgekühlte Masse und darauf, dass die Kroketten rundum vollständig im Paniermehl gewälzt sind. Eine klassische Doppel-Panade mit Ei gibt zusätzlich eine besonders stabile Kruste.

Wann und für wen diese Kroketten passen
Croquetas de Jamon sind ein Rezept für die geselligen Stunden, in denen etwas Warmes, Herzhaftes und ein bisschen Besonderes auf den Tisch soll. Sie sind der klassische Star jeder Tapas-Tafel, machen sich aber genauso gut als warme Vorspeise vor einem größeren Essen oder als herzhafter Snack zu einem Glas Wein. Weil sich die Masse gut im Voraus kochen und lange kühlen lässt und die fertigen Kroketten sich sogar roh einfrieren lassen, bleibt am Serviertag angenehm wenig zu tun – Sie müssen nur noch formen, panieren und frittieren, während die Vorbereitung längst erledigt ist. Das macht sie zu einem entspannten Rezept für Gäste, bei dem Sie sich nicht in letzter Minute in der Küche verstecken müssen.
Auch geschmacklich treffen diese Kroketten einen breiten Kreis. Die knusprige Hülle und der cremige, nach Schinken duftende Kern kommen bei Erwachsenen wie bei Kindern gut an, und wer einmal die spanische Bar-Kultur bei sich zu Hause erleben möchte, findet in ihnen einen leicht zugänglichen Einstieg. Bitte bedenken Sie, dass die Kroketten Schinken, Milch und Mehl enthalten und damit weder vegetarisch noch glutenfrei sind – für einen gemischten Tisch reichen Sie sie am besten als eine von mehreren Tapas neben rein pflanzlichen Häppchen. Wer gern mit den Händen arbeitet und ein neues Rezept ausprobieren möchte, findet in den Croquetas ein dankbares Projekt: Der Umgang mit Béchamel, Spritzbeutel und Panade macht Freude, und mit jedem Mal gelingen die kleinen Ovale ein wenig souveräner. So wird aus einem zunächst fremden Rezept schnell ein Klassiker, den man immer wieder holt, wenn Gäste kommen oder einfach die Lust auf ein Stück Spanien groß ist.
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Spanische Schinken-Kroketten (Croquetas de Jamon) — cremige Tapas aus Béchamel und Serranoschinken
Equipment
- Topf mit dickem Boden (für die Béchamel)
- Schneebesen oder Kochlöffel (zum ständigen Rühren)
- Flache Form (zum Kühlen der Masse)
- Spritzbeutel (zum Aufspritzen der gekühlten Masse)
- Küchenschere oder Messer (zum Teilen der Stränge)
- Großer, standfester Topf (zum Frittieren)
- Schaumlöffel (zum Herausheben der Kroketten)
Ingredients
Für die Béchamel-Masse
- 50 g Butter
- 1 Zwiebel (klein, sehr fein gewürfelt)
- 120-150 g Serranoschinken (sehr fein gehackt; alternativ anderer luftgetrockneter Schinken oder Kochschinken)
- 80 g Mehl
- 500 ml Milch (warm)
- 1 Prise Muskatnuss (frisch gerieben)
- Salz (sparsam, Schinken salzt bereits)
- Pfeffer
Zum Panieren
- 150-200 g Paniermehl (fein; Semmelbrösel)
- 2 Eier (verquirlt, optional für eine besonders knusprige Doppel-Panade)
Zum Frittieren
- Neutrales Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl, oder mildes Olivenöl; reichlich)
Instructions
BÉCHAMEL-MASSE KOCHEN
- Die Butter in einem Topf mit dickem Boden schmelzen. Die sehr fein gewürfelte Zwiebel darin bei mittlerer Hitze glasig dünsten, ohne dass sie Farbe nimmt. Den fein gehackten Serranoschinken zugeben und kurz mitbraten, bis er duftet.
- Das Mehl einrühren und ein bis zwei Minuten sanft anschwitzen, sodass der rohe Mehlgeschmack verschwindet, die Mehlschwitze aber hell bleibt. Nun die warme Milch nach und nach angießen – immer nur einen Schuss, dann kräftig rühren, bis alles glatt ist, und erst dann den nächsten Schuss. So entstehen keine Klümpchen.
- Die Masse unter ständigem Rühren zu einer sehr dicken, glatten Béchamel einkochen. Sie ist fertig, wenn sie sich beim Rühren vom Topfboden löst und schwer vom Löffel fällt. Mit einer Prise frisch geriebener Muskatnuss, Salz (sparsam, da der Schinken bereits salzt) und Pfeffer abschmecken.
MASSE KÜHLEN
- Die fertige Masse in eine flache Form streichen, direkt mit Frischhaltefolie bedecken, sodass sich keine Haut bildet, und mindestens 2 bis 3 Stunden kalt stellen – besser über Nacht. Nur eine gut durchgekühlte, feste Masse lässt sich formen und zerläuft beim Frittieren nicht.
FORMEN UND PANIEREN
- Eine großzügige Schicht feines Paniermehl in eine flache Form oder auf ein Holzbrett geben. Die gekühlte, feste Masse in einen Spritzbeutel füllen. So kommt die weiche Masse gar nicht erst mit den Händen in Berührung.

- Aus dem Spritzbeutel dicke Stränge der Masse direkt auf das Bett aus Paniermehl spritzen – je nach Vorliebe in eine flache Form (wie im Bild) oder auf ein bemehltes Holzbrett. Die Masse landet so sofort auf einer trockenen, griffigen Unterlage und klebt nicht an den Fingern.

- Ob in der Form oder auf dem Holzbrett: die Masse zu gleichmäßig dicken Strängen aufspritzen und formen, sodass später gleich große Kroketten entstehen. Die Stränge liegen dabei vollständig auf dem Paniermehl.

- Die Stränge mit einer Küchenschere (oder einem Messer) in etwa 5 cm (2 in) lange Stücke schneiden – die klassische Größe für einen Bissen. Weil die Masse auf dem Paniermehl liegt, kleben die Schnittflächen nicht zusammen.

- Auf dem Holzbrett die Stränge alternativ mit einem Messer in etwa 5 cm (2 in) lange Stücke schneiden und die Portionen gleichmäßig verteilen, damit alle Kroketten ähnlich groß werden und später gleichmäßig frittieren.

- Die Stücke rundum im Paniermehl wälzen, bis sie vollständig und gleichmäßig bedeckt sind, und dabei mit sanftem Druck zu kleinen Ovalen oder Zylindern formen. Wer eine besonders knusprige Kruste möchte, zieht die Kroketten zuvor durch verquirltes Ei und wendet sie dann ein zweites Mal in Paniermehl (klassische Doppel-Panade).

- Die fertig panierten Kroketten prüfen: Sie sollten ringsum vollständig mit Paniermehl bedeckt sein, ohne kleine unbedeckte Stellen, durch die die cremige Füllung beim Frittieren austreten könnte. Bei Bedarf leicht nachformen.

FRITTIEREN
- Reichlich neutrales Pflanzenöl in einem großen, standfesten Topf auf 170 bis 180 °C (338 bis 356 °F) erhitzen. Den Topf höchstens zur Hälfte füllen. Vorsicht mit heißem Öl: nie unbeaufsichtigt lassen, Kinder fernhalten und die Kroketten stets vorsichtig nah an der Öloberfläche hineingeben.
- Die Kroketten portionsweise – immer nur wenige Stück gleichzeitig – etwa 1 bis 2 Minuten goldbraun frittieren, dabei bei Bedarf wenden, damit alle Seiten gleichmäßig bräunen und der cremige Kern gut durcherhitzt wird. Mit einem Schaumlöffel herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
SERVIEREN
- Die Kroketten sofort warm servieren, wenn die Kruste am krossesten und der Kern seidig-warm ist. Klassisch als Tapa auf einem Holzbrett anrichten, zusammen mit Serranoschinken, Oliven, Kapern und knusprigen Crackern – dazu ein Glas gut gekühlter Weißwein.

Notes
- Die Béchamel-Masse muss wirklich sehr dick sein und gut durchgekühlt werden – nur so lassen sich die Kroketten formen und zerlaufen beim Frittieren nicht.
- Den Schinken sehr fein hacken, damit er sich gleichmäßig in der Masse verteilt und in jedem Bissen zu schmecken ist.
- Sparsam salzen: Serranoschinken bringt bereits viel Salz mit. Lieber am Ende abschmecken.
- Beim Frittieren immer nur wenige Kroketten gleichzeitig ins Öl geben, sonst sinkt die Temperatur zu stark und die Kroketten werden weich statt knusprig.
Nutrition
📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Diese spanischen Schinken-Kroketten sind die richtige Wahl für alle, die einmal echte Croquetas de Jamon zu Hause zubereiten und ihre Gäste mit einem Stück spanischer Bar-Kultur überraschen möchten. Sie eignen sich wunderbar als Star einer Tapas-Tafel, als warme Vorspeise oder als herzhafter Snack zu einem Glas Weißwein. Weil sie außen knusprig und innen cremig sind und nach würzigem Serranoschinken duften, kommen sie bei Erwachsenen wie bei Kindern gut an. Da sie Schinken, Milch und Mehl enthalten, sind sie weder vegetarisch noch glutenfrei und passen am besten als eine von mehreren Tapas an einen bunt gemischten Tisch. Wer gern mit den Händen formt und ein neues Rezept ausprobieren möchte, findet in ihnen ein dankbares Projekt, das sich fast vollständig vorbereiten und sogar einfrieren lässt.
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