Hamantaschen – dreieckiges Gebäck mit Mohnfüllung

BACKWARE

Zarte, goldbraune Teigtaschen in klassischer Dreiecksform mit einer aromatischen Mohn-Honig-Füllung – das traditionelle Gebäck zum Purimfest, das auch als süßer Snack zwischendurch begeistert.

4. April 2026
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Hamantaschen mit Mohnfüllung – traditionelles dreieckiges Gebäck mit süßer Mohn-Honig-Füllung zum Purimfest

Warum gerade die Kühlung des Teigs über die perfekte Dreiecksform entscheidet, welche Rolle Honig in der Mohnfüllung spielt und was Hamantaschen mit dem Bösewicht einer uralten Geschichte zu tun haben.


Kaum ein Gebäck erzählt so viel Geschichte wie Hamantaschen. Die dreieckigen Teigtaschen mit ihrer dunklen, süß-nussigen Mohnfüllung duften nach Honig, Zitrone und Zimt – und bringen mit jedem Biss ein Stück Tradition auf den Teller. Der mürbe, goldbraune Teig bricht beim Anbeißen zart auf und gibt den Blick auf die samtig-weiche Füllung frei, die beim Backen leicht karamellisiert und ihre typisch matte Oberfläche entwickelt. Wer einmal selbst Hamantaschen geformt hat, weiß: Das Falten der drei Ecken hat etwas Meditatives – und das Ergebnis schmeckt unvergleichlich besser als jede gekaufte Variante.

Hamantaschen - dreieckiges Gebäck mit Mohnfüllung
Hamantaschen – dreieckiges Gebäck mit Mohnfüllung

Drei Ecken, eine Geschichte – woher kommt die ungewöhnliche Form?

Hamantaschen tragen ihren Namen nicht zufällig. Das Wort setzt sich aus „Haman“ und „Taschen“ zusammen und bezieht sich auf die Erzählung des Buches Ester, in der Haman als Antagonist die jüdische Bevölkerung im persischen Reich bedroht. Die dreieckige Form soll an seinen dreieckigen Hut erinnern – auf Hebräisch heißt das Gebäck deshalb „Oznej Haman“, übersetzt „Hamans Ohren“. Zum Purimfest werden Hamantaschen traditionell gebacken, verschenkt und gemeinsam gegessen. In der aschkenasischen Backtradition gehört die Mohnfüllung zu den ältesten und beliebtesten Varianten, denn Mohn galt in Mittel- und Osteuropa lange als Symbol für Überfluss und Fruchtbarkeit.


Mürbe statt zäh – warum die Kälte alles entscheidet

Der Teig für Hamantaschen erinnert an einen klassischen Mürbeteig: Mehl, Zucker, kalte Butter, Ei und ein Hauch Zitrone. Damit die dreieckige Form beim Backen nicht aufgeht und die Ecken geschlossen bleiben, muss der Teig ausreichend gekühlt werden – mindestens eine Stunde im Kühlschrank. Das hat einen guten Grund: Kalte Butter schmilzt im heißen Ofen langsamer und erzeugt dabei feine Dampfschichten, die den Teig mürbe und blättrig machen. Wird der Teig zu warm verarbeitet, verschmilzt die Butter bereits vor dem Backen mit dem Mehl, und das Ergebnis wird fest statt zart. Falls der Teig beim Ausrollen zu weich wird, hilft ein kurzer Aufenthalt von zehn Minuten im Kühlschrank, bevor es weitergeht.


Die Mohnfüllung – mehr als nur Mohn und Zucker

Die traditionelle Mohnfüllung besteht aus gemahlenem Blaumohn, der in Milch, Honig und Butter aufgekocht und eingedickt wird. Der Honig spielt dabei eine doppelte Rolle: Er süßt nicht nur, sondern sorgt durch seinen hohen Zuckeranteil auch dafür, dass die Füllung beim Backen leicht karamellisiert und ihre typisch matte, fast samtige Oberfläche bekommt – genau jener Effekt, der auf dem Foto zu sehen ist. Ein Spritzer Zitronensaft und eine Prise Zimt runden den Geschmack ab und verhindern, dass die Füllung eindimensional süß wirkt. Wichtig: Der gemahlene Mohn muss frisch sein, da Mohn durch seinen hohen Fettgehalt schnell ranzig wird – am besten kurz vor der Verwendung kaufen oder selbst in einer Gewürzmühle mahlen.

Hamantaschen - dreieckiges Gebäck mit Mohnfüllung
Hamantaschen – dreieckiges Gebäck mit Mohnfüllung

Falten, drücken, backen – so bleibt die Dreiecksform stabil

Das Formen der Hamantaschen ist der entscheidende Moment. Aus dem ausgerollten Teig werden Kreise ausgestochen, die mit Füllung belegt und an drei Seiten hochgeklappt werden. Die Ecken müssen dabei fest zusammengedrückt werden – ein leichtes Befeuchten der Teigränder mit etwas Wasser verbessert die Haftung erheblich. Die Mitte bleibt offen, sodass die dunkle Mohnfüllung sichtbar ist. Beim Backen bei 180 °C (355 °F) entwickelt der Teig innerhalb von 14 bis 16 Minuten seine goldbraune Farbe, während die Füllung sanft nachgart. Werden die Hamantaschen zu lange gebacken, trocknet die Füllung aus und der Teig wird hart statt mürbe – also lieber einen Moment früher aus dem Ofen nehmen, wenn die Ränder goldbraun sind.


Mohn, Marmelade oder doch Schokolade?

Die klassische Mohnfüllung ist nur eine von vielen Möglichkeiten. In der aschkenasischen Tradition wird neben Mohn häufig Pflaumenmus (Powidl) verwendet, das mit seiner fruchtigen Säure einen schönen Kontrast zum buttrigen Teig bildet. Aprikosenmarmelade, Dattel-Walnuss-Paste oder eine Füllung aus Nuss-Nougat-Creme bieten sich als moderne Alternativen an. Wer experimentierfreudig ist, kann sogar herzhafte Varianten mit Frischkäse und Kräutern ausprobieren – allerdings entfernt sich das deutlich von der Tradition.


Aufbewahrung

Fertig gebackene Hamantaschen halten sich in einer luftdichten Dose bei Raumtemperatur bis zu fünf Tage. Am besten schmecken sie interessanterweise am zweiten Tag, wenn der Teig die Aromen der Mohnfüllung aufgenommen hat. Zum Einfrieren eignen sich die Hamantaschen hervorragend: einfach in einem Gefrierbeutel bis zu drei Monate einfrieren und bei Raumtemperatur auftauen lassen. Wer auf Vorrat arbeiten möchte, kann auch die ungebackenen, geformten Teigtaschen auf einem Blech vorfrieren und dann im Beutel lagern – direkt aus dem Gefrierfach backen, dabei zwei bis drei Minuten mehr Backzeit einplanen.

Hamantaschen - dreieckiges Gebäck mit Mohnfüllung
Hamantaschen – dreieckiges Gebäck mit Mohnfüllung

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Hamantaschen - dreieckiges Gebäck mit Mohnfüllung

Hamantaschen – dreieckiges Gebäck mit Mohnfüllung

Zarte, goldbraune Teigtaschen in klassischer Dreiecksform mit einer aromatischen Mohn-Honig-Füllung – das traditionelle Gebäck zum Purimfest, das auch als süßer Snack zwischendurch begeistert.
Servings 30 Stück
Vorbereitungszeit 40 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Kühlzeit 1 Stunde
Gesamtzeit 1 Stunde 55 Minuten

Kochutensilien

  • 1 Nudelholz
  • 1 runder Ausstecher (ca. 8 cm Durchmesser; oder ein Glas)
  • 1 Backblech (mit Backpapier)
  • 1 kleiner Topf (für die Mohnfüllung)

Zutaten
  

Für den Teig

  • 300 g Weizenmehl (Type 405 / Allzweckmehl)
  • 100 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 150 g Butter (kalt; in kleinen Würfeln)
  • 1 Ei (Größe M)
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 2 EL Wasser (eiskalt)

Für die Mohnfüllung

  • 150 g Blaumohn (gemahlen)
  • 100 ml Milch
  • 50 g Zucker
  • 2 EL Honig
  • 1 EL Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 1 TL Zitronenabrieb (Bio)
  • 30 g Butter

Zum Bestreichen

  • 1 Ei (verquirlt)

Anleitungen
 

  • TEIG ZUBEREITEN UND KÜHLEN:

    Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen. Die kalten Butterwürfel dazugeben und mit den Fingern zügig zu einer krümeligen Masse verreiben. Ei, Vanilleextrakt und eiskaltes Wasser hinzufügen. Alles rasch zu einem glatten Teig verkneten (nicht zu lange kneten, sonst wird der Teig zäh). Den Teig zu einer flachen Scheibe formen, in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  • MOHNFÜLLUNG KOCHEN:

    In einem kleinen Topf Milch, Zucker, Honig und Butter aufkochen lassen. Den gemahlenen Mohn, Zitronensaft und -abrieb einrühren. Die Hitze reduzieren und die Masse unter ständigem Rühren ca. 2–3 Minuten einköcheln lassen, bis sie eindickt. Die Füllung vom Herd nehmen und vollständig abkühlen lassen.
  • TEIG AUSROLLEN UND AUSSTECHEN:
    Den Backofen auf 180 °C (355 °F, Ober-/Unterhitze) vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Den gekühlten Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 3–4 mm (etwa 1/8 in) dick ausrollen. Mit einem runden Ausstecher oder einem Glas (ca. 8 cm / etwa 3 in Durchmesser) Kreise ausstechen. Die Teigreste wieder zusammenkneten, ausrollen und weitere Kreise ausstechen.
  • FÜLLEN UND FORMEN:

    Jeweils 1 gehäuften Teelöffel der abgekühlten Mohnfüllung in die Mitte jedes Teigkreises geben. Den Teigrand von drei Seiten zur Mitte hin hochklappen, sodass ein Dreieck entsteht. Die Füllung sollte in der Mitte noch leicht sichtbar bleiben. Die Ränder (die Ecken des Dreiecks) sehr fest zusammendrücken, damit sie beim Backen nicht aufspringen.
  • BACKEN:

    Die geformten Hamantaschen auf die vorbereiteten Backbleche setzen. Den Teig (nicht die Füllung) dünn mit dem verquirlten Ei bestreichen. Im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene ca. 14–16 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.
    Hamantaschen - dreieckiges Gebäck mit Mohnfüllung

Notizen

HINWEISE & TIPPS:
  • Tipp für die perfekte Form: Der häufigste Fehler beim Backen von Hamantaschen ist, dass sie im Ofen aufklappen. Das Geheimnis: Der Teig muss kalt sein! Kühlen Sie die fertig geformten Hamantaschen vor dem Backen noch einmal für 15 Minuten im Kühlschrank oder Gefrierfach. Das feste Zusammendrücken der Ecken (Pinning) ist ebenfalls entscheidend.
  • Füllung nicht überladen: Zu viel Füllung führt dazu, dass der Teig beim Backen reißt oder aufklappt. Ein Teelöffel reicht völlig aus.
  • Aufbewahrung: Die Hamantaschen halten sich in einer luftdichten Blechdose bei Raumtemperatur bis zu einer Woche. Für ein frisches Aroma können sie vor dem Servieren kurz auf der Heizung angewärmt werden.
  • Einfrieren: Die gebackenen Hamantaschen lassen sich problemlos einfrieren (bis zu 2 Monate). Bei Raumtemperatur auftauen lassen und optional kurz bei 150 °C (300 °F) aufwärmen. Alternativ lassen sich die ungebackenen, geformten Hamantaschen auf einem Blech vorfrieren und dann in einem Gefrierbeutel lagern. Direkt aus dem Gefrierfach backen – dabei 2–3 Minuten längere Backzeit einplanen.

💡 Hinweis: Dieses Rezept ist vegetarisch. Für eine vegane Variante die Butter durch pflanzliche Margarine und die Eier durch je 3 EL Apfelmus pro Ei ersetzen – die Eistreiche entfällt dann oder wird durch etwas Haferdrink ersetzt.
⚠️ Hinweis: Allergene — Dieses Rezept enthält Weizen (Gluten), Milch (Laktose) und Ei. Blaumohn kann bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen. Für eine glutenfreie Variante kann eine glutenfreie Mehlmischung mit ½ TL Xanthan verwendet werden – Textur und Geschmack unterscheiden sich dann allerdings vom Original.

Nährwerte

Calories: 111kcalCarbohydrates: 13gProtein: 2gFat: 6g
Calories: 111kcal
Gericht: Backware, Gebäck, Kekse, Plätzchen
Küche: Hausmannskost, Jüdisch, Nahöstlich
Ernährungsform: Low Carb, Low Fat, Vegetarisch
Schlagwort: Aus dem Ofen, festlich, Ganzjahresrezepte, Kinderfreundlich, Winterrezepte

📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Dieses Rezept eignet sich für alle, die zum Purimfest traditionelles Gebäck selbst backen möchten, für Liebhaber der jüdischen Küche, für Familien, die gemeinsam mit Kindern formen und backen wollen, und für alle, die ein besonderes Mohngebäck mit buttrigem Mürbeteig suchen, das sich hervorragend zum Verschenken und Mitbringen eignet.

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