Erdbeer-Gitterkuchen mit Hefeteig (Blechkuchen)

Fruchtiger Blechkuchen

Weicher, feinporiger Hefeteig vom Blech mit einer dick eingekochten Erdbeerfüllung und einem geflochtenen Gitter aus demselben Teig – goldgelb gebacken und mit Puderzucker bestäubt.

14. September 2026
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Erdbeer-Gitterkuchen mit Hefeteig – Blechkuchen mit dick eingekochter Erdbeerfüllung und geflochtenem Teiggitter

Drei Schichten, die man im Anschnitt sofort erkennt: unten ein heller, watteweicher Hefeteig, darüber ein knapper Zentimeter tiefroter, eingekochter Erdbeere, oben ein geflochtenes Gitter aus demselben Teig. Das Gitter sieht nach Konditorei aus – dahinter stecken nur zwei Handgriffe und eine zweite Gehzeit.


Der Gitterkuchen vom Blech gehört zu den Rezepten, die in deutschen Küchen seit Generationen weitergereicht werden: ein weicher Hefeteig, eine kräftige Fruchtschicht und obendrauf das Muster, das den Kuchen erst zum Hingucker macht. Anders als bei der Wiener Linzer Torte, die auf mürbem Mandelteig aufbaut, arbeitet diese Variante mit Hefeteig – und genau daher kommt die lockere, hell gebliebene Krume, die Sie auf den Fotos unter der roten Schicht sehen.

Erdbeer-Gitterkuchen mit geflochtenem Hefeteig-Gitter in weißer Auflaufform, mit Puderzucker bestäubt
Das geflochtene Gitter mit rautenförmigen Öffnungen, frisch mit Puderzucker bestäubt

Warum hier Hefeteig und kein Mürbeteig

Für einen Gitterkuchen sind beide Teige denkbar, aber sie liefern völlig verschiedene Ergebnisse. Ein Mürbeteig bleibt dicht und sandig, der Boden wird höchstens 6 bis 7 Millimeter dick und bricht beim Schneiden krümelig. Ein Hefeteig geht auf, wird gut einen Zentimeter hoch, bleibt weich und trägt die schwere Fruchtschicht, ohne durchzuweichen.

Auch das Gitter verhält sich anders. Mürbeteigstreifen bleiben flach und behalten ihre eckige Kante. Hefeteigstreifen gehen im Ofen auf, werden rund und prall und legen sich als dickes Geflecht über die Frucht. Wer das satte, gepolsterte Gitter möchte, kommt am Hefeteig nicht vorbei.

Der dritte Unterschied ist die Farbe im Anschnitt. Mürbeteig mit viel Butter und Ei bäckt goldgelb durch. Der Hefeteig hier bleibt im Inneren fast weiß und cremefarben, weil er kaum gebräunt wird – die Bräune sitzt nur oben auf dem Gitter, wo die Eierstreiche arbeitet.


Was den Teig so feinporig macht

Der Teig ist ein klassischer angereicherter Hefeteig: 400 Gramm Mehl, lauwarme Milch, ein Ei, Zucker und weiche Butter. Wichtig ist die Reihenfolge – die Butter kommt erst dazu, wenn der Teig bereits fünf Minuten geknetet ist. Fett, das zu früh dazukommt, legt sich um die Mehlpartikel und bremst die Klebergerüstbildung.

Dazu kommen zwei Zutaten, die für die Struktur nichts tun, aber den Geschmack tragen: Vanilleextrakt und die fein abgeriebene Schale einer halben Bio-Zitrone. Die Zitrone ist hier kein Deko-Element – ihre ätherischen Öle nehmen dem süßen Hefeteig das Mehlige und verbinden ihn mit der Säure der eingekochten Erdbeeren.

Geknetet wird danach noch einmal fünf bis sieben Minuten, bis der Teig glatt glänzt und sich vom Schüsselrand löst. Er bleibt weich und leicht anhänglich, klebt aber nicht mehr an den Fingern. Zu viel Mehl beim Kneten ist der häufigste Fehler und macht die Krume trocken statt watteweich.

Die erste Gehzeit dauert etwa eine Stunde an einem warmen Ort, bis sich das Volumen sichtbar verdoppelt hat. Nutzen Sie diese Stunde, um die Füllung zu kochen und abkühlen zu lassen – so laufen beide Arbeitsschritte parallel und die Gesamtzeit bleibt überschaubar.


Die Erdbeerfüllung muss einkochen, nicht nur köcheln

Hier entscheidet sich, ob der Kuchen gelingt. Erdbeeren bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser. Wer sie nur acht bis zehn Minuten weich köchelt, hat am Ende Kompott – rosarot, dünnflüssig und viel zu nass für einen Kuchenboden. Die Füllung auf dem Foto ist dagegen dunkelrot, glänzend und schnittfest.

Der Weg dorthin ist banal, verlangt aber Geduld: 900 Gramm geviertelte Erdbeeren mit 150 Gramm Zucker und Zitronensaft 20 Minuten ziehen lassen, dann im weiten, offenen Topf 20 bis 25 Minuten sprudelnd einkochen. Ein weiter Topf ist kein Detail – die Verdunstungsfläche bestimmt das Tempo.

Der beste Test ist die Waage. Aus rund 1050 Gramm Ausgangsmasse müssen etwa 650 Gramm werden, also gut ein Drittel weniger. Stellen Sie den Topf einfach auf die Küchenwaage und rechnen Sie das Leergewicht ab. Erst bei dieser Reduktion bekommt die Frucht die dunkle Farbe und das konzentrierte Aroma aus dem Anschnitt.


Warum 30 Gramm Speisestärke und keine Prise

Eingekochte Frucht allein wird beim Abkühlen zwar dickflüssig, aber nicht schnittfest. Dafür braucht es Stärke – und zwar deutlich mehr, als in vielen Rezepten steht. Auf 650 Gramm Füllung kommen 30 Gramm Speisestärke, das sind knapp fünf Prozent. Ein einzelner Esslöffel läge bei gut einem Prozent und würde die Schicht beim Anschneiden auslaufen lassen.

Genauso wichtig ist die Kochzeit nach dem Einrühren. Die Stärke wird in 50 Milliliter kaltem Wasser klümpchenfrei angerührt und muss danach eine volle Minute sprudelnd mitkochen. Wer nach 30 Sekunden vom Herd nimmt, lässt die Stärkekörner nur halb aufquellen – die Füllung sieht im Topf fest aus und wird im Kühlschrank wieder dünn.

Danach kommt die Masse in eine flache Schale und kühlt vollständig auf Raumtemperatur ab, etwa eine Stunde. Kalt geprüft muss sie auf dem Löffel stehen bleiben. Heiße Füllung würde die Hefe im rohen Boden vorzeitig antreiben und den Teig von unten aufweichen.

Angeschnittener Erdbeer-Gitterkuchen in der Form mit hellem Hefeteig-Boden und dicker dunkelroter Erdbeerschicht
Im Anschnitt: heller Hefeteig-Boden, gut ein Zentimeter eingekochte Erdbeere, darüber das Gitter

Das Gitter flechten – Streifenbreite und Abstand

Der gegangene Teig wird mit der Waage geteilt, nicht nach Augenmaß: etwa 450 Gramm für den Boden, etwa 300 Gramm für das Gitter. Der Boden wird 8 Millimeter dick ausgerollt, in die Form gelegt und am Rand zwei Zentimeter hochgezogen. Dieser Wall hält die Füllung später zuverlässig in der Form.

Für das Gitter wird der Rest 4 bis 5 Millimeter dick ausgerollt und in etwa 22 Streifen von 1,2 Zentimeter Breite geschnitten. Der Abstand zwischen den Streifen beträgt rund einen Zentimeter – ungefähr genauso viel, wie der Streifen breit ist. Damit kommen Sie auf das dichte Muster aus dem Foto.

Der Kniff für die rautenförmigen Öffnungen: Die zweite Streifenlage wird nicht im rechten Winkel aufgelegt, sondern schräg, in etwa 60 Grad. Bei rechtwinkliger Anordnung entstehen Quadrate, bei 60 Grad die typischen Rauten. Gewebt wird, indem Sie vor jedem Querstreifen abwechselnd jeden zweiten Längsstreifen zurückschlagen und danach wieder darüberlegen.


Die zweite Gehzeit macht die dicken Streifen

Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen und ist doch der Grund für das gepolsterte Aussehen. Nach dem Belegen und Flechten geht der Kuchen abgedeckt noch einmal 20 bis 25 Minuten. In dieser Stückgare entspannt sich der Teig und die Streifen bauen das Gasvolumen auf, das sie im Ofen rund und prall werden lässt.

Ohne diese Pause kommt ein flaches, hartes Gitter aus dem Ofen, das eher an Bandnudeln erinnert. Länger als eine halbe Stunde sollte es allerdings nicht sein: Übergarer Teig fällt beim Anschneiden im Ofen wieder zusammen und die Rauten verlieren ihre Form.

Erst nach der Stückgare kommt die Eierstreiche aus einem Eigelb und einem Esslöffel Milch auf Gitter und Rand. Streichen Sie sie früher auf, versiegelt sie die Oberfläche und der Teig geht schlechter auf. Bestreichen Sie sparsam – Eigelb, das in die Öffnungen läuft, wird dort dunkel und fleckig.


Backen, Auskühlen, Schneiden

Gebacken wird auf der unteren Schiene, damit der Boden unter der feuchten Fruchtschicht genug Hitze von unten bekommt. Nach 30 bis 35 Minuten ist das Gitter tiefgoldbraun und die Füllung blubbert in den Öffnungen. Wird der Rand vorher zu dunkel, legen Sie locker ein Stück Alufolie auf.

Danach braucht der Kuchen vor allem Ruhe. Mindestens eine Stunde bleibt er in der Form, damit die Stärke vollständig abbindet. Warm angeschnitten läuft die Füllung seitlich heraus, egal wie gut sie eingekocht war – die Bindung entsteht erst beim Abkühlen.

Geschnitten wird mit einem großen, scharfen Messer in zwölf Stücke von etwa 7 × 6,5 cm. Setzen Sie das Messer auf und drücken Sie senkrecht durch, statt zu sägen: So bleiben die Gitterstreifen an ihrem Platz und die Fruchtschicht wird nicht verschmiert. Der Puderzucker kommt erst kurz vor dem Servieren darüber, sonst zieht er Feuchtigkeit und verschwindet.


Häufige Fragen zu Erdbeer-Gitterkuchen

Kann ich statt Hefeteig doch Mürbeteig nehmen?

Ja, der Kuchen funktioniert damit ebenfalls – er wird dann aber ein anderer Kuchen. Der Boden bleibt flacher und mürbe-krümelig, das Gitter flach und kantig statt rund und prall, und die Krume im Anschnitt ist goldgelb statt hell. Für die Optik dieses Rezepts mit dem dicken, gepolsterten Geflecht brauchen Sie den Hefeteig. Eine schnellere Alternative ohne Gehzeit ist der Quark-Öl-Teig aus den Rezeptnotizen.

Meine Füllung ist beim Anschneiden ausgelaufen – woran lag es?

Fast immer an einem von drei Punkten: Die Frucht wurde nicht weit genug eingekocht, die Speisestärke hat keine volle Minute mitgekocht, oder der Kuchen war beim Schneiden noch warm. Prüfen Sie das Einkochen mit der Waage – aus 1050 Gramm müssen etwa 650 Gramm werden – und lassen Sie den Kuchen mindestens eine Stunde stehen.

Funktioniert das auch mit anderen Beeren?

Ja, hervorragend. Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren oder eine bunte Beerenmischung folgen demselben Prinzip. Passen Sie nur den Zucker an die Säure an: Bei Himbeeren und Johannisbeeren etwa 170 Gramm, bei sehr milden Heidelbeeren dafür etwas mehr Zitronensaft. Die Menge Speisestärke und das Zielgewicht von 650 Gramm bleiben gleich.

Kann ich tiefgekühlte Erdbeeren verwenden?

Ja. Geben Sie sie gefroren in den Topf, ohne sie vorher aufzutauen. Sie geben mehr Saft ab als frische Beeren, deshalb verlängert sich die Einkochzeit um etwa 10 Minuten. Wiegen Sie zur Sicherheit ab: Auch hier gilt das Zielgewicht von rund 650 Gramm, danach richtet sich alles Weitere.

Kann ich Teig und Füllung am Vortag vorbereiten?

Ja, beides. Die Füllung lässt sich fertig einkochen und abgedeckt kühl stellen. Der Hefeteig kann zugedeckt über Nacht im Kühlschrank gehen – nehmen Sie ihn 30 Minuten vor dem Ausrollen heraus, damit er sich akklimatisiert. Am Backtag bleiben dann nur Ausrollen, Flechten, Stückgare und Backen.

Weicht der Boden unter der feuchten Füllung durch?

Bei richtig eingekochter, vollständig ausgekühlter Füllung nicht. Wenn Sie ganz sichergehen wollen, streuen Sie vor dem Füllen zwei Esslöffel Semmelbrösel oder Hartweizengrieß auf den Boden. Sie binden austretenden Saft, sind im fertigen Kuchen nicht zu schmecken und retten auch eine Füllung, die etwas zu weich geraten ist.


Servieren – warm oder kalt, mit oder ohne Sahne

Am besten schmeckt der Gitterkuchen lauwarm, wenn der Hefeteig noch weich und duftig ist und die Füllung gerade fest genug zum Schneiden. Mit einer Kugel Vanilleeis oder einem Klacks leicht geschlagener Sahne wird daraus ein vollwertiges Dessert.

Auf der Sonntagskaffeetafel macht er sich besonders gut, weil er sich gut vorbereiten lässt und in der Form serviert werden kann. Auch als Mitbringsel zu einem Geburtstag oder einer Einladung ist er ideal: stabil genug für den Transport und ohne empfindliche Creme.

Wer eine modernere Wendung möchte, serviert ihn mit griechischem Joghurt und ein paar frischen Minzblättchen. Die Säure des Joghurts nimmt der eingekochten Frucht die Süße und lässt das Erdbeeraroma deutlicher hervortreten.

Zwei Stücke Erdbeer-Gitterkuchen in der Form, ein Stück angehoben, mit sichtbaren Schichten aus Hefeteig und Erdbeerfüllung
Gut ausgekühlt lässt sich der Kuchen sauber in Stücke schneiden

Aufbewahrung

Hefeteig trocknet schneller aus als Mürbeteig, deshalb wird der Kuchen zugedeckt aufbewahrt: bei Raumtemperatur zwei Tage, im Kühlschrank bis zu vier Tage. Am zweiten Tag lohnt es sich, die Stücke kurz bei 150 °C aufzubacken – der Teig wird dadurch wieder weich und duftig.

Einfrieren funktioniert gut in einzelnen Stücken. Wickeln Sie sie in Frischhaltefolie und geben Sie sie in eine Dose; so halten sie sich zwei Monate. Auftauen bei Raumtemperatur, danach kurz in den Ofen. Der Puderzucker wird nach dem Auftauen frisch aufgestäubt, weil er beim Einfrieren verschwindet.

Die Erdbeerfüllung allein lässt sich übrigens gut auf Vorrat einkochen. In heiß ausgespülte Gläser gefüllt und kühl gelagert, hält sie sich mehrere Wochen und ist auch als Brotaufstrich oder als Füllung für Krapfen zu gebrauchen.


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Erdbeer-Gitterkuchen mit geflochtenem Hefeteig-Gitter in weißer Auflaufform, mit Puderzucker bestäubt

Erdbeer-Gitterkuchen mit Hefeteig und dicker Erdbeerfüllung

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Weicher, feinporiger Hefeteig vom Blech mit einer dick eingekochten Erdbeerfüllung und einem geflochtenen Teiggitter aus demselben Teig – goldgelb gebacken und mit Puderzucker bestäubt.
Portionen 12 Stücke
Vorbereitungszeit 45 Minuten
Zubereitungszeit 35 Minuten
Gehzeit, Auskühlen der Füllung und des Kuchens 2 Stunden 25 Minuten
Gesamtzeit 3 Stunden 45 Minuten

Kochutensilien

  • Auflaufform oder Backform rechteckig ca. 28 × 20 cm
  • Weiter Topf (ca. 24 cm Durchmesser, zum Einkochen der Füllung)
  • große Schüssel (für den Hefeteig)
  • Küchenwaage (zum Teilen des Teigs und zum Wiegen der eingekochten Füllung)
  • Nudelholz
  • Teigrädchen oder Pizzaschneider (für die Gitterstreifen)
  • Backpinsel (für die Eierstreiche)

Zutaten
  

Für den Hefeteig (Boden und Gitter)

  • 400 g Weizenmehl (Type 405)
  • 7 g Trockenhefe (1 Päckchen; oder 21 g frische Hefe)
  • 60 g Zucker
  • 4 g Salz (knapp 1 TL)
  • 160 ml Milch (lauwarm, ca. 35 °C)
  • 70 g Butter (weich)
  • 1 Eier (Größe M)
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 1 Zitronenschale (½ Bio-Zitrone; fein abgerieben)

Für die eingekochte Erdbeerfüllung

  • 900 g Erdbeeren (frisch; geputzt und geviertelt)
  • 150 g Zucker (nach Süße der Beeren anpassen)
  • 2 EL Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 30 g Speisestärke (gestrichen 3 EL; macht die Füllung schnittfest)
  • 50 ml Wasser (kalt; zum Anrühren der Speisestärke)

Für das Finish

  • 1 Eigelb (für die Eierstreiche)
  • 1 EL Milch (für die Eierstreiche)
  • 2 EL Puderzucker (zum Bestäuben)
  • 5 Erdbeeren (frisch; halbiert, zur Garnitur)

Anleitungen
 

HEFETEIG ANSETZEN UND GEHEN LASSEN

  • Das Mehl mit der Trockenhefe, dem Zucker und dem Salz in einer großen Schüssel mischen. Die lauwarme Milch, das Ei, den Vanilleextrakt und den Zitronenabrieb dazugeben und alles 5 Minuten kräftig zu einem Teig kneten. Die weiche Butter in Flöckchen zugeben und weitere 5 bis 7 Minuten kneten, bis der Teig glatt und geschmeidig ist und sich vom Schüsselrand löst. Er bleibt weich, klebt aber nicht mehr an den Händen.
  • Die Schüssel abdecken und den Teig an einem warmen Ort etwa 60 Minuten gehen lassen, bis er sein Volumen sichtbar verdoppelt hat. In dieser Zeit die Füllung kochen und auskühlen lassen.

ERDBEERFÜLLUNG DICK EINKOCHEN

  • Die Erdbeeren waschen, von Strunk und Stiel befreien und vierteln. Mit dem Zucker, dem Zitronensaft und dem Vanilleextrakt in einem weiten Topf mischen und 20 Minuten stehen lassen, bis die Beeren Saft gezogen haben.
  • Den offenen Topf bei mittlerer bis starker Hitze aufkochen und 20 bis 25 Minuten offen einkochen lassen, dabei regelmäßig umrühren. Die Masse muss auf etwa zwei Drittel einreduzieren – aus rund 1050 g werden etwa 650 g. Wiegen Sie den Topf notfalls aus, das ist der zuverlässigste Test. Die Füllung wird dabei deutlich dunkler und dickflüssig, ein Teil der Beeren zerfällt, einzelne Stücke bleiben erhalten.
  • Die Speisestärke in dem kalten Wasser klümpchenfrei anrühren, unter Rühren in die kochende Masse gießen und die Füllung genau 1 Minute sprudelnd weiterkochen. Diese Minute ist wichtig: Kürzer gekocht quillt die Stärke nicht vollständig auf, und die Füllung wird beim Auskühlen wieder dünn. Anschließend in eine flache Schale umfüllen und vollständig auf Raumtemperatur abkühlen lassen, etwa 60 Minuten. Die kalte Füllung ist deutlich schnittfest und fällt vom Löffel nicht mehr ab.

BODEN UND GITTER FORMEN

  • Den gegangenen Teig kurz durchkneten und mit der Waage teilen: etwa 60 Prozent (rund 450 g) für den Boden, etwa 40 Prozent (rund 300 g) für das Gitter. Eine rechteckige Auflaufform von etwa 28 × 20 cm mit Backpapier auslegen oder gut einfetten.
  • Den größeren Teil auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 8 mm dick ausrollen, in die Form legen und den Rand ringsum 2 cm hochziehen. Die vollständig ausgekühlte Füllung gleichmäßig darauf verstreichen – sie bildet eine Schicht von etwa 1 cm.
  • Den kleineren Teil zu einer Platte von etwa 4 bis 5 mm Dicke ausrollen und mit dem Teigrädchen in etwa 22 Streifen von 1,2 cm Breite schneiden. Zuerst 13 Streifen parallel zur langen Kante mit rund 1 cm Abstand auflegen, dann die restlichen 9 Streifen schräg darüber, in einem Winkel von etwa 60 Grad – so entstehen die rautenförmigen Öffnungen aus dem Foto. Für das gewebte Gitter vor jedem Querstreifen abwechselnd jeden zweiten Längsstreifen zurückschlagen und danach wieder darüberlegen.
  • Den fertig belegten Kuchen abgedeckt noch einmal 20 bis 25 Minuten gehen lassen. Diese zweite Gehzeit ist der Grund, warum die Streifen auf dem Foto so dick und rundlich aussehen – ohne sie bleibt das Gitter flach.

BACKEN UND FINISH

  • Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen (Umluft 160 °C). Das Eigelb mit der Milch verquirlen und Gitter und Rand damit bestreichen – das gibt den goldgelben Glanz. Den Kuchen auf der unteren Schiene 30 bis 35 Minuten backen, bis das Gitter tiefgoldbraun ist und die Füllung in den Öffnungen leicht blubbert. Wird der Rand zu schnell dunkel, locker mit Alufolie abdecken.
  • Den Kuchen mindestens 60 Minuten in der Form auskühlen lassen, damit sich die Füllung setzt – warm geschnitten läuft sie aus. Dann in 12 Stücke von etwa 7 × 6,5 cm schneiden. Kurz vor dem Servieren großzügig mit Puderzucker bestäuben und mit halbierten frischen Erdbeeren garnieren.

Notizen

Tipps:
  • Die Füllung wirklich auf etwa 650 g einkochen und die Stärke eine volle Minute mitkochen – das sind die zwei Punkte, an denen der Kuchen sonst wässrig wird
  • Die Füllung muss kalt sein, bevor sie auf den rohen Teig kommt: heiße Füllung startet die Hefe zu früh und weicht den Boden auf
  • Die zweite Gehzeit nach dem Flechten nicht auslassen – sie macht die dicken, rundlichen Streifen
  • Wer ganz sichergehen will, streut vor dem Füllen 2 EL Semmelbrösel oder Grieß auf den Boden; sie binden austretenden Saft und sind später nicht zu schmecken
  • Wer das Flechten scheut: Streifen einfach übereinanderlegen oder Sterne und Herzen ausstechen – optisch schön, technisch identisch
Varianten der Füllung:
  • Himbeeren statt Erdbeeren (saurer, intensiver; Zucker auf 170 g erhöhen)
  • Brombeeren (tiefer im Geschmack)
  • Heidelbeeren (etwas mehr Zitronensaft, sie sind sehr mild)
  • Erdbeer-Rhabarber (1:1 gemischt, klassische Frühlingsvariante)
  • Aprikosen in Stücken (Zucker auf 120 g reduzieren)
Varianten des Teiges:
  • Quark-Öl-Teig als Express-Version ohne Gehzeit: 250 g Magerquark, 100 ml Milch, 100 ml neutrales Öl, 80 g Zucker, 1 Ei, 400 g Mehl, 1 Päckchen Backpulver, 1 Prise Salz. Er lässt sich genauso ausrollen und flechten, die Krume wird etwas kompakter
  • Mit 1 TL Zimt im Teig – passt zu Apfel- oder Pflaumenfüllung
Vorbereitung:
  • Die Erdbeerfüllung lässt sich problemlos am Vortag einkochen und kalt stellen
  • Der Hefeteig kann zugedeckt über Nacht im Kühlschrank gehen; vor dem Ausrollen 30 Minuten akklimatisieren lassen
Aufbewahrung: Zugedeckt bei Raumtemperatur 2 Tage, im Kühlschrank 4 Tage. Hefeteig trocknet schneller aus als Mürbeteig – am zweiten Tag kurz bei 150 °C aufbacken. Einzelne Stücke lassen sich 2 Monate einfrieren.
Pairing: Vanilleeis, leicht geschlagene Sahne, griechischer Joghurt mit Minzblättchen. Getränke: Cappuccino, milder Schwarztee, Moscato d’Asti, ein Glas Rosé Sekt.
Anlässe: Sonntagskaffee, Geburtstag, Muttertag, Vatertag, Gartenfeste, Mitbringsel zu Einladungen.

Nährwerte

Portion: 1gKalorien: 285kcalKohlenhydrate: 50gEiweiß: 5gFett: 6gNatrium: 140mgBallaststoffe: 3gZucker: 24g
Gericht: Backware, Dessert, Gebäck, Kuchen
Küche: Deutsch, Europäisch, Mitteleuropäisch
Ernährungsform: Vegetarisch
Schlagwort: Aus dem Ofen, einfach, festlich, fruchtig, Frühlingsrezepte, Hefeteig, Kinderfreundlich, klassisch, selbstgemacht, Sommerrezepte, Süß

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📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Dieser Erdbeer-Gitterkuchen ist die richtige Wahl für alle, die im Frühling und Sommer einen klassischen, eindrucksvollen Blechkuchen auf den Tisch bringen möchten – zum Sonntagskaffee mit der Familie, als Mitbringsel zu einem Geburtstag, für ein Gartenfest oder als Dessert nach einem sommerlichen Grillabend. Er verlangt keine besondere Ausstattung und keine Konditorentechnik, nur etwas Zeit für zwei Gehzeiten.

Was ihn besonders macht: Die Füllung wird nicht aus dem Glas gelöffelt, sondern aus frischen Erdbeeren auf zwei Drittel eingekocht – das gibt die dunkle Farbe und das konzentrierte Aroma. Und für alle, die das Flechten zum ersten Mal versuchen: Es sieht aufwendiger aus, als es ist. Nach dem zweiten oder dritten Mal geht es fast von allein, und beim ersten Versuch zählt die rustikale Handschrift mehr als die perfekte Symmetrie.

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