Braune Zuckerplatte aus Vollrohrzucker nach brasilianischer Art (Rapadura)
Im Nordosten Brasiliens beginnt dieser Zuckerblock auf dem Zuckerrohrfeld, in der eigenen Küche bei einem Beutel Vollrohrzucker aus dem Regal. Wann der Topf vom Herd muss, zeigt der Löffel an: Der Sirup tropft nicht mehr, er hängt als dicker Faden und reißt ab.
Vollrohrzucker liegt in jedem gut sortierten Regal, frischer Zuckerrohrsaft praktisch nirgends – und an dieser Lücke hängt das ganze Rezept. Wer den brasilianischen Zuckerblock zu Hause haben möchte, baut ihn aus dem nach, was hierzulande verfügbar ist: aus Vollrohrzucker, etwas Wasser und einem Löffel Zitronensaft. Das Ergebnis ist kein Original, aber es kommt ihm im Geschmack und in der Bruchfläche verblüffend nahe. Wie nah genau, hängt an zwei Handgriffen, die in den meisten Anleitungen im Nebensatz verschwinden.

Was in Brasilien im Kessel passiert und was hier im Topf möglich ist
In den kleinen Zuckerrohrmühlen Nordostbrasiliens läuft der frisch gepresste Saft in flache Kessel und kocht dort stundenlang ein, bis er zäh wird und in Holzformen erstarrt. Nichts wird zugesetzt, nichts abgetrennt, nichts weggeschleudert. Was übrig bleibt, ist der ganze Saft in fester Form – deshalb schmeckt Rapadura so ausgesprochen kräftig nach Melasse, nach Dörrobst, Lakritz und einer feinen salzigen Kante. Denselben Block gibt es unter anderen Namen quer durch Lateinamerika, in Kolumbien heißt er Panela, in Mexiko Piloncillo.
Frischen Zuckerrohrsaft bekommt man hierzulande nicht, und daran ändert auch der beste Vorsatz nichts. Was man bekommt, ist Vollrohrzucker: derselbe eingedickte Saft, nur bereits zu Kristallen getrocknet. Dieses Rezept dreht den letzten Schritt schlicht zurück – der Zucker wird mit wenig Wasser wieder gelöst, erneut eingekocht und noch einmal in eine Form gegossen. Deshalb steht über dem Rezept ehrlich nach brasilianischer Art und nicht „Original“. Wer den Unterschied schmecken will, findet ihn vor allem in der Tiefe: Ein echter Block aus frischem Saft ist noch etwas dunkler und erdiger. Der Nachbau bleibt hell bernsteinfarben, genau wie auf den Bildern – und liegt geschmacklich trotzdem meilenweit von weißem Zucker entfernt.
Für den Einkauf heißt das: dunkler Muscovado oder Panela, beide ausgewiesen als Vollrohrzucker. Der handelsübliche braune Zucker aus dem Backregal ist meist raffinierter Zucker, dem ein wenig Sirup zurückgegeben wurde. Er funktioniert technisch einwandfrei, ergibt aber einen deutlich milderen, flacheren Block.
Der Gießpunkt bei 115 °C (239 °F) und was fünf Grad mehr anrichten
Solange Wasser im Topf ist, bleibt die Temperatur unten. Erst wenn das Wasser verdampft, steigt sie – und wie hoch sie beim Abschalten steht, bestimmt, wie sich der fertige Block anfühlt. Bei 115 °C (239 °F) ist noch genug Restfeuchte in der Masse, damit sie sich nach dem Erstarren anritzen und in saubere Rechtecke teilen lässt. Genau diese Stufe ist hier gewünscht.
Fünf Grad weiter, bei 120 °C (248 °F), kippt das Ergebnis: Der Block wird hart und glasig und bricht beim Teilen in unregelmäßige Splitter statt in Rechtecke. Drei Grad zu wenig, unterhalb von etwa 112 °C (234 °F), geht es in die andere Richtung – die Masse bleibt klebrig, zieht Fäden und wird auch nach Stunden nicht richtig fest. Das Fenster ist also schmal, und mit dem Auge allein trifft man es nicht zuverlässig.
Ein Zuckerthermometer ist deshalb kein Luxus, sondern das eigentliche Werkzeug dieses Rezepts. Zwei Anhaltspunkte helfen zusätzlich, weil sie zeigen, dass man im richtigen Bereich unterwegs ist: Die Blasen an der Oberfläche werden im Verlauf kleiner und dichter, aus dem groben Sprudeln wird ein feines, gleichmäßiges Brodeln. Und der Sirup fällt nicht mehr flüssig, sondern in einem dicken, langsamen Faden vom Löffel zurück in den Topf. Von den ersten Blasen bis zu diesem Punkt vergehen etwa 15 bis 18 Minuten. Wer in dieser Zeit den Topf verlässt, verpasst das Fenster – die letzten Grade kommen schnell.
Warum die Masse kurz vor dem Gießen noch einmal Arbeit bekommt
Bis hierhin ist im Topf ein klarer, brauner Sirup. Würde man ihn jetzt einfach in die Form gießen, erstarrte er zu einem durchsichtigen, glatten Bonbonblock – hübsch, aber weder körnig noch typisch, und beim Teilen ein Fall für den Hammer.
Der entscheidende Handgriff kommt deshalb außerhalb des Herdes: Die Masse wird mit einem Holzlöffel zwei bis drei Minuten kräftig gerührt. Dabei passiert sichtbar etwas. Der Sirup wird heller, verliert seinen Glanz, wird sichtbar zäher und fällt schwerer vom Löffel. Das Rühren stößt viele winzige Kristalle gleichzeitig an, statt einem einzigen großen Gefüge das Feld zu überlassen – ungefähr so, wie eine aufgewühlte Wasserfläche nie zu einer glatten Eisdecke zufriert, sondern zu unzähligen kleinen Schollen.
Genau daher kommt die matte, sandige Bruchfläche, die diesen Block ausmacht. Auf den Bildern lässt sich beides an einem einzigen Stück ablesen: obenauf eine glatte, leicht glänzende bernsteinfarbene Fläche, die beim Gießen entstanden ist, und direkt darunter eine deutlich hellere, körnig-porige Zone mit feinen Kristallen an allen Kanten.
Das Zeitfenster ist kurz. Wer über drei Minuten hinaus rührt, hat die Masse im Topf und nicht mehr in der Form – sie zieht schnell an. Deshalb steht die vorbereitete Form bereits neben dem Herd, bevor der Löffel überhaupt zum Einsatz kommt.

Ein Esslöffel Zitronensaft gegen den einen großen Klumpen
Zucker wächst am liebsten an sich selbst. Ein einziges Kriställchen, das am Topfrand hängt und zurück in die kochende Masse rutscht, kann genügen, damit der ganze Topfinhalt in Sekunden zu einem groben, weißlichen Klumpen zusammenschießt. Dann hilft kein Rühren mehr, die Sache ist gelaufen.
Der Esslöffel Zitronensaft ist die Versicherung dagegen. Die Säure zerlegt beim Kochen einen kleinen Teil des Zuckers in zwei kleinere Bausteine, die sich nicht sauber in das strenge Muster der großen Kristalle einfügen – wie ein paar Steine in falscher Form, die eine ordentliche Mauer stören. Das Ergebnis: Die Kristalle bleiben klein und einzeln, die Masse bleibt bis zum Gießen geschmeidig. Herausschmecken lässt sich der Zitronensaft in dieser Menge nicht.
Zwei Handgriffe kommen dazu, beide klein und beide wirksam. Erstens: Sobald die Masse kocht, für etwa zwei Minuten den Deckel auflegen. Das Kondenswasser läuft am Topfrand herunter und spült die dort haftenden Kristalle zurück in den Sirup. Zweitens: Ab dem Kochbeginn nicht mehr rühren. Jede Bewegung mit dem Löffel schleppt Kristalle vom Rand in die Masse, und genau die will man dort nicht haben. Gerührt wird erst wieder, wenn der Topf vom Herd ist – dann allerdings mit Nachdruck.
Heißer Sirup, trockene Form: die Regeln am Herd
Zuckersirup bei 115 °C (239 °F) ist deutlich heißer als kochendes Wasser und verhält sich auf der Haut völlig anders: Er bleibt haften, kühlt langsam ab und brennt weiter. Der Grund liegt in der Konzentration. In der Masse steckt kaum noch Wasser, das verdampfen und dabei Wärme abführen könnte. Ein Spritzer kochendes Wasser läuft ab und ist in Sekunden abgekühlt, ein Spritzer Sirup bleibt liegen, erstarrt und gibt seine Wärme über etliche Sekunden weiter an die Haut ab. Verbrennungen durch heißen Zucker sind deshalb ernst, und sie passieren fast immer aus Eile. Trifft es doch einmal, gehört die Stelle sofort für mehrere Minuten unter fließendes kaltes Wasser; der erstarrte Zucker wird dabei abgelöst und nicht abgezogen, und größere Stellen gehören ärztlich angesehen. Deshalb gelten hier ein paar unverhandelbare Regeln.
Der Topf braucht einen festen Griff und einen hohen Rand, denn die Masse steigt beim Kochen deutlich auf. Gerührt wird mit einem hitzebeständigen Holzlöffel oder Silikonspatel mit langem Stiel, nie mit einem kurzen Küchenlöffel, bei dem die Hand über der Masse steht. Die Hände bleiben trocken, die Ärmel besser lang. Und in der Küche gilt für diese gut zwanzig Minuten am Herd: Kinder haben am Herd nichts verloren, auch nicht zum Zuschauen aus nächster Nähe.
Ebenso wichtig ist die Form. Sie muss vollständig trocken sein, bevor die heiße Masse hineinkommt. Ein Rest Spülwasser oder ein feuchtes Tuch darunter reicht aus, damit der Sirup zischend spritzt. Das Backpapier wird trocken eingelegt, die Form steht auf einem Brett oder einem hitzefesten Untersetzer, nicht direkt auf der Arbeitsplatte – und sie steht dort schon, bevor gekocht wird.
Zum Schluss noch ein Hinweis für danach: Den Topf nicht mit kaltem Wasser abschrecken, sondern mit heißem Wasser füllen und stehen lassen. Der Zuckerrest löst sich von selbst.
Was der Block im Alltag kann und was er nicht ist
Der fertige Block ist ein Vorratsstück. Ein Viertelstück löst sich in einer heißen Tasse Kaffee oder Tee unter Rühren in gut einer Minute auf und bringt dabei einen Melasseton mit, den weißer Zucker schlicht nicht hat. Über Porridge, Milchreis oder Joghurt wird er mit einer feinen Reibe geraspelt – das geht sauberer als Schneiden und verteilt sich besser. Und beim Backen ersetzt er braunen Zucker eins zu eins, sofern man ihn vorher grob hackt oder raspelt: In Lebkuchenteig, Haferkeksen oder einem dunklen Rührteig ist er ausgesprochen gut aufgehoben.
Ein Wort zur Portion, weil die Stücke größer sind, als sie aussehen: Aus der Form werden vier Reihen zu je vier Feldern, jedes Rechteck misst damit etwa 5 × 3,75 cm (2 × 1,5 in) und wiegt bei rund 1,5 cm (0,6 in) Höhe gut 30 g. Für eine Tasse ist das deutlich zu viel – ein Viertel genügt, gelegentlich ein Drittel.
Und die ehrliche Einordnung, die zu diesem Rezept dazugehört: Das hier ist reiner Zucker, und daran ändert die braune Farbe nichts. Vollrohrzucker enthält Spuren dessen, was im Zuckerrohr sonst noch steckt, aber die Mengen sind zu klein, um irgendetwas auszurichten. Was er tatsächlich mitbringt, ist Eigengeschmack – so viel davon, dass man ihn in einem Kaffee oder in einem Teig wirklich bemerkt. Das ist der Grund, einen solchen Block selbst zu gießen. Ein Gesundheitsargument ist es nicht.
Aufbewahren: der Block mag es trocken
Zucker zieht Feuchtigkeit aus der Luft, und der fertige Block macht da keine Ausnahme. Er ist sogar besonders empfänglich dafür: Die gebrochene Fläche ist porig und bietet ein Vielfaches der glatten Gießfläche an Angriffsfläche, und die Restfeuchte, die bei 115 °C (239 °F) bewusst in der Masse bleibt, macht diesen Zucker ohnehin nie knochentrocken. In einer feuchten Küche wird die Oberfläche binnen weniger Tage klebrig, die Stücke kleben aneinander und lassen sich nur noch als Klumpen aus dem Glas holen. Deshalb kommt der Block nach dem vollständigen Auskühlen in ein gut schließendes Glas oder eine Blechdose, zwischen die Lagen jeweils ein Blatt Backpapier. Wichtig ist dabei der erste Tag: Wandert er noch handwarm ins Glas, schlägt sich die eigene Wärme als Kondenswasser am Deckel nieder und tropft von dort zurück auf die Stücke.
Aufbewahrt wird bei Zimmertemperatur, trocken und dunkel. Der Kühlschrank ist der falsche Ort: Beim Herausnehmen schlägt sich Kondenswasser auf den kalten Stücken nieder, und danach sind sie feucht. Einfrieren bringt aus demselben Grund nichts und ist ohnehin überflüssig – trocken gelagert hält der Block mehrere Monate, ohne etwas einzubüßen.
Mit der Zeit trocknet er weiter durch und wird härter. Das ist kein Fehler, sondern der normale Weg dieses Zuckers. Ab einem gewissen Punkt lässt er sich nicht mehr sinnvoll schneiden, wohl aber raspeln – und in dieser Form ist er für Kaffee, Porridge und Teige sogar praktischer. Sind Stücke doch einmal zusammengeklebt, hilft ein kurzer, beherzter Schlag mit dem Messerrücken auf die Naht.

Häufige Fragen zur braunen Zuckerplatte
Was ist eine braune Zuckerplatte nach Rapadura-Art überhaupt?
Ein fester Block aus eingekochtem Zucker, der traditionell in Brasilien aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft entsteht und in Formen erstarrt. Da frischer Zuckerrohrsaft hierzulande nicht erhältlich ist, wird die braune Zuckerplatte aus Vollrohrzucker nachgebaut: Der bereits getrocknete Saft wird mit wenig Wasser erneut gelöst, eingekocht und neu gegossen. Das Ergebnis kommt dem Original nahe, ist aber ausdrücklich eine Fassung nach brasilianischer Art.
Welcher Zucker eignet sich für die braune Zuckerplatte?
Am besten dunkler Muscovado oder Panela, beide als Vollrohrzucker ausgewiesen. Sie bringen die kräftigen Melassenoten mit, von denen der Block lebt. Handelsüblicher brauner Zucker aus dem Backregal ist meist raffinierter Zucker mit etwas zugesetztem Sirup: Er funktioniert technisch genauso, ergibt aber einen deutlich milderen und flacheren Geschmack.
Warum wird die braune Zuckerplatte glasig statt körnig?
Dann wurde die Masse nach dem Herd nicht oder zu kurz gerührt. Das kräftige Rühren über zwei bis drei Minuten stößt viele feine Kristalle gleichzeitig an und sorgt für die matte, sandige Bruchfläche. Ohne diesen Schritt erstarrt der Sirup als durchsichtiger Bonbonblock. Zweite mögliche Ursache: Der Topf stand zu lange auf dem Herd und die Masse hat 120 °C (248 °F) überschritten.
Braucht man für die braune Zuckerplatte unbedingt ein Zuckerthermometer?
Es ist sehr zu empfehlen, denn das Fenster zwischen 112 °C (234 °F) und 120 °C (248 °F) ist schmal und mit bloßem Auge kaum zu treffen. Als Anhaltspunkte dienen kleiner und dichter werdende Blasen sowie ein Sirup, der in einem dicken, langsamen Faden vom Löffel fällt. Wer ohne Thermometer arbeitet, riskiert entweder eine klebrige Masse oder einen glasigen Block.
Kann man die braune Zuckerplatte ohne Butter zubereiten?
Ja, die Butter ist ausdrücklich optional. Sie macht die gegossene Oberfläche etwas glatter, für Struktur und Geschmack ist sie nicht nötig. Ohne Butter ist die braune Zuckerplatte vegan und laktosefrei, mit Butter nicht mehr.
Wie löst man die braune Zuckerplatte in Kaffee oder Tee auf?
Ein Viertelstück in die heiße Tasse geben und unter gelegentlichem Rühren etwa eine Minute warten. Ein ganzes Rechteck wiegt rund 30 g und ist für eine Tasse deutlich zu viel. Für Porridge, Milchreis oder Joghurt lässt sich der Block mit einer feinen Reibe raspeln, das verteilt sich gleichmäßiger als grobe Stücke.
Wie lange hält sich die braune Zuckerplatte?
Trocken, dunkel und bei Zimmertemperatur in einem gut schließenden Glas oder einer Blechdose mehrere Monate. Zwischen die Lagen gehört je ein Blatt Backpapier, damit nichts zusammenklebt. Der Kühlschrank ist ungeeignet, weil sich beim Herausnehmen Kondenswasser auf den Stücken niederschlägt.
Ist die braune Zuckerplatte gesünder als weißer Zucker?
Nein. Die braune Zuckerplatte besteht praktisch vollständig aus Zucker, und die dunkle Farbe ändert daran nichts. Vollrohrzucker enthält Spuren der Begleitstoffe des Zuckerrohrs, aber in Mengen, die keine Rolle spielen. Der eigentliche Vorteil liegt im Geschmack: Der Block bringt kräftige Melassenoten mit, die man in Kaffee oder Teig deutlich bemerkt.
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Braune Zuckerplatte aus Vollrohrzucker nach brasilianischer Art (Rapadura)
Kochutensilien
- Schwerer Topf mit festem Griff (mindestens 2 Liter und hoher Rand, die Masse steigt beim Kochen deutlich auf)
- Zuckerthermometer (muss mindestens 150 °C (302 °F) anzeigen können; ohne Thermometer ist der Gießpunkt kaum zu treffen)
- Eckige Form 20 × 15 cm (8 × 6 in) (kleine Auflaufform oder Backrahmen auf einem Brett; muss vollständig trocken sein)
- Backpapier (zum Auslegen der Form, an zwei Seiten überstehend, damit sich der Block herausheben lässt)
- Hitzebeständiger Holzlöffel oder Silikonspatel (langer Stiel, zum kräftigen Rühren nach dem Herd)
- Schweres, scharfes Messer (zum Anritzen der 16 Felder und zum Teilen des ausgekühlten Blocks)
Zutaten
- 500 g Vollrohrzucker (dunkler Muscovado oder Panela; handelsüblicher brauner Zucker aus dem Backregal funktioniert ebenfalls, ergibt aber einen deutlich milderen Block)
- 120 ml Wasser (löst den Zucker an und verdampft beim Einkochen fast vollständig)
- 1 EL Zitronensaft (frisch gepresst; hält die Kristalle klein und verhindert, dass die Masse zu einem groben Klumpen zusammenschießt. Schmeckt im fertigen Block nicht heraus)
- 1 Prise Salz (hebt die Melassenoten des Vollrohrzuckers)
- 1 TL Butter (optional, macht die gegossene Oberfläche glatter. Mit Butter ist der Block nicht mehr vegan und nicht laktosefrei)
Anleitungen
- Form vorbereiten: Die eckige Form 20 × 15 cm (8 × 6 in) innen vollständig trocken reiben und mit Backpapier auslegen, das an zwei Seiten übersteht. Die Form auf ein Brett oder einen hitzefesten Untersetzer in Reichweite des Herdes stellen. Kein Tropfen Wasser darf darin stehen: In der heißen Masse spritzt Feuchtigkeit sofort. Nach dem Rühren bleibt keine Zeit mehr, die Form erst zu suchen.
- Zucker ansetzen: Vollrohrzucker, Wasser, Zitronensaft und Salz in den schweren Topf geben. Bei mittlerer Hitze unter Rühren erwärmen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat und keine Körner mehr am Topfboden knirschen.
- Topfrand sauber halten: Sobald die Masse kocht, den Deckel für etwa 2 Minuten auflegen. Das Kondenswasser spült die Zuckerkristalle vom Topfrand zurück in den Sirup. Danach den Deckel abnehmen und ab jetzt nicht mehr rühren, sonst gelangen Kristalle vom Rand in die Masse.
- Auf 115 °C (239 °F) einkochen: Das Thermometer einhängen, ohne dass es den Topfboden berührt, und die Masse offen bei mittlerer bis starker Hitze etwa 15 bis 18 Minuten kochen lassen. Die Blasen werden dabei kleiner und dichter, der Sirup fällt in einem dicken, langsamen Faden vom Löffel. Bei 115 °C (239 °F) den Topf sofort vom Herd nehmen. Ab 120 °C (248 °F) wird der Block hart und splittert beim Teilen, unter 112 °C (234 °F) bleibt er klebrig.
- Butter einrühren (optional): Den Teelöffel Butter in die heiße Masse geben und einmal untermischen. Er macht die Oberfläche später glatter und ist für Struktur und Geschmack nicht nötig; ohne ihn bleibt das Rezept vegan und laktosefrei.
- Kräftig rühren: Die Masse außerhalb des Herdes mit dem Holzlöffel 2 bis 3 Minuten kräftig rühren, bis sie sichtbar heller wird, den Glanz verliert und deutlich zäher vom Löffel fällt. Dabei entstehen die feinen Kristalle, die dem Block die matte, körnige Bruchfläche geben. Nicht länger rühren, sonst wird die Masse bereits im Topf fest.
- Gießen und glatt streichen: Die Masse zügig in die vorbereitete Form gießen und den Topf dabei nicht auskratzen. Die Oberfläche mit dem Löffelrücken glatt streichen und die Form einmal vorsichtig auf die Arbeitsfläche klopfen, damit sich die Masse gleichmäßig verteilt und etwa 1,5 cm (0,6 in) hoch steht.
- Anritzen, auskühlen und teilen: Den Block bei Zimmertemperatur insgesamt mindestens 2 Stunden auskühlen lassen. Nach den ersten 20 bis 30 Minuten, wenn die Oberfläche fest, aber noch nachgiebig ist, mit dem schweren Messer ein Raster von vier mal vier anritzen; das ergibt 16 Felder von etwa 5 × 3,75 cm (2 × 1,5 in). Danach bis zum vollständigen Durchkühlen stehen lassen, den Block am überstehenden Papier aus der Form heben und entlang der Ritzen brechen oder schneiden.

Notizen
Nährwerte
📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für alle, die gern von Grund auf arbeiten und wissen möchten, was in ihrem Zucker steckt. Wer schon einmal einen Block Panela in einem Lateinamerika-Laden in der Hand hatte und ihn zu Hause haben wollte, findet hier die praktikable Fassung mit Zutaten aus dem normalen Supermarkt. Praktisch ist der Block außerdem für Menschen, die viel backen: Er ersetzt braunen Zucker eins zu eins und bringt dabei deutlich mehr Eigengeschmack mit. Geraspelt wandert er ebenso gut über Porridge wie in einen dunklen Rührteig. Weil er sich trocken gelagert monatelang hält, ist er zudem ein hübsches, haltbares Mitbringsel aus der eigenen Küche. Nichts ist er dagegen für Eilige: Die gut zwanzig Minuten am Topf verlangen ungeteilte Aufmerksamkeit, und das Auskühlen lässt sich nicht abkürzen.
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