Grüne Spinat-Ravioli mit Ricotta-Pilz-Füllung und Salbeibutter – Pasta Verde aus der eigenen Küche
Warum zwei Mehlsorten im Teig verschiedene Aufgaben übernehmen, Spinat nicht nur Farbe, sondern auch Zartheit bringt – und wie aus Wasser und kalter Butter eine Sauce entsteht, die nach Italien schmeckt
Es gibt Pasta, die man kauft – und Pasta, die man macht. Selbstgemachte Ravioli gehören in die zweite Kategorie, und zwar mit Ausrufezeichen. Der leuchtend grüne Spinatteig, die cremige Ricotta-Pilz-Füllung, die schlichte Eleganz einer Salbeibutter darüber – das ist ein Gericht, das mit wenigen Zutaten groß beeindruckt und beim Servieren Stille am Tisch erzeugt. Ja, es braucht etwas Zeit. Aber es ist die Art von Zeit, die sich lohnt: Teig kneten, Füllung abschmecken, Ravioli formen – handwerkliche Arbeit, die Spaß macht und am Ende ein Ergebnis liefert, das kein Supermarktprodukt erreichen kann.
Pasta Verde: Eine Tradition aus der Emilia-Romagna
Grüner Pastateig – Pasta Verde – ist ein Klassiker der italienischen Region Emilia-Romagna, die als Heimat einiger der berühmtesten Nudelsorten der Welt gilt. Der Spinat im Teig ist dabei mehr als ein Farbgeber: Er verändert die Textur des Teigs. Die feinen Pflanzenfasern und die Feuchtigkeit des Spinats machen die fertige Pasta etwas zarter und geschmeidiger als reine Eierpasta – ein subtiler Unterschied, den man beim Essen spürt, auch wenn man ihn nicht sofort benennen kann.
Zwei Mehlsorten, zwei Aufgaben
Der Teig dieser Ravioli besteht aus Weizenmehl Type 405 und Hartweizengrieß (Semola di grano duro). Diese Kombination ist kein Zufall – beide Mehle bringen unterschiedliche Eigenschaften mit. Das weiche Weizenmehl sorgt für Elastizität: Der Teig lässt sich dünn ausrollen, ohne zu reißen, und die Ravioli-Ränder verkleben sauber. Der Hartweizengrieß dagegen gibt dem Teig Struktur und Biss – jene leicht raue, griffige Textur, die im Italienischen „al dente“ heißt und die verhindert, dass die Pasta beim Kochen weich und glitschig wird.
Spinat ausdrücken: Warum Trockenheit hier Pflicht ist
Spinat besteht zu über 90 % aus Wasser – und genau das macht ihn beim Pastateig zu einer anspruchsvollen Zutat. Wird der blanchierte Spinat nicht gründlich genug ausgedrückt, bringt er zu viel Feuchtigkeit in den Teig, der dann klebrig wird und beim Ausrollen nicht zusammenhält. Der Spinat muss nach dem Blanchieren und Pürieren nochmals in einem sauberen Küchentuch kräftig ausgewrungen werden, bis wirklich kein Tropfen mehr austritt. Der fertige Teig soll sich fest und trocken anfühlen – deutlich fester als ein normaler Brotteig. Das ist bei Pastateig normal und genau richtig.
Die Füllung: Ricotta, Pilze und der Trick mit der Luft
Die Füllung verbindet cremigen Ricotta mit fein pürierten Champignons, Knoblauch, Thymian und optional Trüffelpaste. Die Pilze werden so lange gebraten, bis ihre gesamte Flüssigkeit verdampft ist – das ist wichtig, denn eine zu feuchte Füllung weicht den Teig von innen auf und führt dazu, dass die Ravioli beim Kochen aufplatzen.
Beim Füllen und Verschließen der Ravioli ist ein Detail entscheidend: Die Luft muss vollständig herausgedrückt werden, bevor die Ränder verschlossen werden. Jede Luftblase im Inneren dehnt sich im kochenden Wasser aus und kann die Ravioli zum Platzen bringen. Die Technik: Mit den Fingern vom Füllungshügel aus nach außen streichen, die Luft zum Rand hin schieben und erst dann die Ränder fest zusammendrücken.
Wer keine Trüffelpaste hat, ersetzt sie durch eine Prise frisch geriebene Muskatnuss – das gibt der Füllung eine warme, würzige Tiefe, die hervorragend zu Ricotta und Champignons passt.
Salbeibutter: Warum geschmolzene Butter keine Sauce ist
Die Salbeibutter klingt einfach – Butter schmelzen, Salbei dazu, fertig. In Wirklichkeit steckt hinter Burro e Salvia eine Technik, die den Unterschied zwischen „Nudeln mit Fett“ und „Nudeln mit Sauce“ ausmacht. Die kalte Butter wird nicht einfach geschmolzen, sondern in Wasser emulgiert: Das Wasser wird aufgekocht, dann werden die kalten Butterwürfel nach und nach unter ständigem Rühren eingearbeitet. Es entsteht eine cremige, seidig-glänzende Emulsion, die sich gleichmäßig um jede Ravioli legt, statt als klares Fett auf dem Teller zu schwimmen. Die Salbeiblätter ziehen kurz in der warmen Butter und geben ihr einen kräuterig-erdigen Duft.
Falls die Emulsion bricht – die Butter also in Fett und Molke zerfällt –, lässt sie sich mit 1 bis 2 Esslöffeln kaltem Wasser und kräftigem Rühren meist retten.
Einfrieren: Der Vorrat für spontane Abende
Ungekochte Ravioli lassen sich hervorragend einfrieren. Dafür die fertigen Ravioli einzeln auf ein mit Hartweizengrieß bestäubtes Brett legen, etwa eine Stunde vorfrieren und anschließend in Gefrierbeuteln verpacken. So kleben sie nicht zusammen und lassen sich portionsweise entnehmen. Direkt aus dem Gefrierfach ins kochende Wasser geben – die Garzeit verlängert sich um etwa eine Minute.
Das Rezept enthält Gluten (Weizen), Milch und Milcherzeugnisse (Ricotta, Butter, Parmesan) sowie Eier. Für eine vegetarische Version achten Sie beim Parmesan auf eine Variante ohne tierisches Lab – im Handel als „Hartkäse nach Parmesan-Art“ erhältlich.
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Grüne Spinat-Ravioli mit Ricotta-Pilz-Füllung und Salbeibutter
Kochutensilien
- 1 Pastamaschine (oder Nudelholz)
- 1 großer Topf (zum Kochen der Ravioli)
- 1 Pfanne (für die Füllung)
- 1 breiter Sautiertopf oder Pfanne (für die Salbeibutter)
- 1 Standmixer (oder Zerkleinerer, oder Stabmixer)
- 1 feines Sieb (zum Passieren des Spinats)
- 1 Spritzbeutel (für die Füllung)
- 1 runder Ausstecher Ø ca. 6–7 cm (2½–3 in)
- 1 Schaumkelle
- 1 Schneebesen
- 1 Schneidebrett
- Frischhaltefolie
Zutaten
Für den Spinatteig:
- 150 g Blattspinat (frisch oder TK-Spinat, aufgetaut und gut ausgedrückt)
- 300 g Weizenmehl Type 405 (Allzweckmehl)
- 50 g Hartweizengrieß (Semola di grano duro) + etwas mehr zum Bestäuben
- 50 g Eigelb (ca. 3 Eigelb, Größe M)
Für die Ricotta-Pilz-Füllung:
- 300 g Ricotta
- 200 g Champignons
- 1 Zwiebel (klein, fein gewürfelt)
- 2 Knoblauchzehen (fein gehackt)
- 1 EL Trüffelpaste (optional)
- 1 EL Olivenöl
- Frischer Thymian (einige Blätter)
- Salz
- Schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
Für die Salbeibutter:
- 200 g Butter (kalt, in kleine Würfel geschnitten)
- 80 ml Wasser
- 15 Frische Salbeiblätter
Zum Servieren:
- Parmesan (frisch gerieben)
- Salbeiblätter (frisch)
Anleitungen
- SPINATPÜREE HERSTELLEN: Den frischen Spinat in einem Topf mit wenig Wasser ca. 2–3 Minuten zusammenfallen lassen, in ein Sieb abgießen und unter kaltem Wasser abschrecken. Den Spinat sehr gründlich ausdrücken, um möglichst viel Flüssigkeit zu entfernen – dies ist entscheidend für die Konsistenz des Teigs. Den Spinat fein pürieren und anschließend durch ein feines Sieb streichen, um eine glatte, gleichmäßige Masse zu erhalten. Vollständig abkühlen lassen.
- TEIG ZUBEREITEN: Das Weizenmehl und den Hartweizengrieß auf einer sauberen Arbeitsfläche zu einem Haufen aufschütten und in der Mitte eine tiefe Mulde formen. Das Spinatpüree und die Eigelbe in die Mulde geben. Mit einer Gabel die feuchten Zutaten vermengen und dabei nach und nach das Mehl vom Rand einarbeiten. Sobald die Masse grob zusammenhält, den Teig mit den Händen ca. 10 Minuten kräftig durchkneten, bis er glatt, geschmeidig und elastisch ist. Der Teig ist relativ fest – das ist bei Pastateig normal. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen.
- FÜLLUNG ZUBEREITEN: Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die fein gewürfelte Zwiebel ca. 2 Minuten glasig dünsten. Die Champignons in kleine Stücke schneiden, zusammen mit dem Knoblauch in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze ca. 5–6 Minuten braten, bis die Flüssigkeit vollständig verdampft ist. Mit Salz, Pfeffer und Thymianblättern würzen. Die Pilzmasse leicht abkühlen lassen und in einem Zerkleinerer oder Standmixer fein pürieren. Die pürierte Pilzmasse mit der Ricotta und der Trüffelpaste glatt verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Füllung in einen Spritzbeutel füllen und 15–20 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.
- RAVIOLI FORMEN: Den Teig in mehrere Portionen teilen. Jede Portion mit einer Pastamaschine schrittweise dünn ausrollen – dabei das Teigblatt zwischendurch mehrmals zusammenfalten und erneut durchlassen (insgesamt 5–6 Mal), bis der Teig glatt und fest ist. Das Teigblatt mit Hartweizengrieß bestäuben, um ein Verkleben zu verhindern. Die dünnste oder vorletzte Stufe der Maschine verwenden. Ein Teigblatt auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche legen und zur Hälfte zusammenklappen, um die Mitte zu markieren. Wieder aufklappen. Auf eine Hälfte im Abstand von ca. 5 cm (2 in) kleine Portionen der Füllung aus dem Spritzbeutel aufspritzen. Die andere Teighälfte darüberklappen und die Luft rund um jede Füllung vorsichtig herausdrücken. Mit einem runden Ausstecher (Ø ca. 6–7 cm / 2½–3 in) die Ravioli ausstechen und die Ränder mit den Fingern oder einer Gabel fest zusammendrücken. Die fertigen Ravioli auf ein mit Hartweizengrieß bestäubtes Brett legen – nicht übereinanderstapeln.
- RAVIOLI KOCHEN: Einen großen Topf mit reichlich Wasser zum Kochen bringen und großzügig salzen (ca. 10 g Salz pro Liter). Die Ravioli vorsichtig ins kochende Wasser gleiten lassen und ca. 1,5–2 Minuten garen. Die Ravioli sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen und der Teigrand beim Probieren zart, aber noch bissfest ist.
- SALBEIBUTTER ZUBEREITEN: Während die Ravioli kochen, das Wasser in einem breiten Sautiertopf oder einer Pfanne aufkochen. Die kalten Butterwürfel nach und nach unter ständigem Rühren mit einem Schneebesen einarbeiten – immer erst den nächsten Würfel hinzufügen, wenn der vorherige geschmolzen ist. Es entsteht eine cremige, emulgierte Sauce. Die Salbeiblätter hinzufügen und kurz in der Butter ziehen lassen.
- ANRICHTEN: Die Ravioli mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben und direkt in die Salbeibutter geben. Vorsichtig schwenken, damit die Ravioli gleichmäßig mit der Sauce überzogen werden. Auf vorgewärmten Tellern anrichten, mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen und mit einigen Salbeiblättern garnieren. Sofort servieren.

Notizen
- Vorbereitungszeit: 50 Minuten
- Ruhezeit: 30 Minuten (Teig) + 15–20 Minuten (Füllung kühlen)
- Kochzeit: 10 Minuten
- Gesamtzeit: ca. 2 Stunden
Tipps:
- Spinat ausdrücken: Je trockener das Spinatpüree, desto besser lässt sich der Teig verarbeiten. Drücken Sie den Spinat nach dem Pürieren nochmals in einem sauberen Küchentuch kräftig aus.
- Ohne Pastamaschine: Der Teig lässt sich auch mit einem Nudelholz ausrollen – rollen Sie ihn so dünn wie möglich aus (ca. 1–2 mm).
- Trüffelpaste: Trüffelpaste verleiht der Füllung eine besondere Tiefe, ist aber optional. Ohne Trüffelpaste schmecken die Ravioli mit einem Hauch Muskatnuss in der Füllung ebenfalls hervorragend.
- Vorräte anlegen: Ungekochte Ravioli lassen sich hervorragend einfrieren. Legen Sie sie einzeln auf ein mit Hartweizengrieß bestäubtes Brett, frieren Sie sie ca. 1 Stunde vor und verpacken Sie sie anschließend in Gefrierbeuteln. Direkt aus dem Gefrierfach kochen – die Garzeit verlängert sich um ca. 1 Minute.
- Salbeibutter: Achten Sie darauf, dass die Butter nicht braun wird – die Sauce soll cremig und hell bleiben. Sollte die Emulsion brechen, helfen 1–2 EL kaltes Wasser beim erneuten Aufschlagen.
💡 Hinweis: Vegetarisch Dieses Rezept ist vegetarisch, sofern ein Parmesan ohne tierisches Lab verwendet wird. Traditioneller Parmigiano Reggiano enthält tierisches Lab – vegetarische Alternativen sind im Handel als „Hartkäse nach Parmesan-Art" erhältlich. ⚠️ Hinweis: Allergene Dieses Rezept enthält Gluten (Weizen), Milch und Milcherzeugnisse (Ricotta, Butter, Parmesan) sowie Eier. Bitte passen Sie die Zutaten bei bekannten Unverträglichkeiten entsprechend an.
(Die Nährwerte sind Richtwerte und können je nach Größe der Ravioli und Menge der Salbeibutter variieren.)
📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Dieses Rezept ist ideal für alle, die sich an selbstgemachte Pasta heranwagen und ein Gericht suchen, das beim Servieren Eindruck macht: die grünen Spinat-Ravioli mit Ricotta-Pilz-Füllung und Salbeibutter sind italienische Handwerkskunst für die eigene Küche – der leuchtend grüne Teig, die aromatische Füllung und die schlichte Eleganz der Salbeibutter ergeben ein Gericht, das nach Emilia-Romagna schmeckt; perfekt als festliches Hauptgericht für Gäste, als Wochenendprojekt für Pastabegeisterte, als eindrucksvolles Abendessen zu zweit oder als Vorrat für spontane Abende, denn die Ravioli lassen sich hervorragend einfrieren.
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