Kapustnjak – Sauerkrautsuppe mit Hirse & Schweinefleisch

SUPPE

Eine sämige Wintersuppe aus Sauerkraut, Hirse und zartem Schweinefleisch, gewürzt mit Kümmel und am nächsten Tag noch besser.

24. Juni 2026
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Kapustnjak – ukrainische Sauerkrautsuppe mit Hirse und Schweinefleisch

Was diese Suppe so dick und sättigend macht, ist keine Sahne und kein Mehl, sondern eine Handvoll Hirse, die fast unsichtbar in der Brühe verschwindet und alles sämig zusammenhält.


Kapustnjak ist eine dieser Suppen, die man nicht nur isst, sondern an einem kalten Tag regelrecht spürt. Sie ist dick, rustikal und warm, gehört zur klassischen ukrainischen Hausmannskost und wärmt von innen, wenn draußen der Wind pfeift. Der Name verrät schon den Kern der Sache: Das Wort „kapusta“ bedeutet Kohl, und in dieser Suppe ist es fermentierter Kohl, also Sauerkraut, der den Ton angibt. Aus wenigen, ehrlichen Zutaten entsteht ein Gericht, das nach Zuhause schmeckt und in vielen Familien über Generationen weitergereicht wurde. In manchen Regionen kommt der Kapustnjak sogar traditionell am Heiligabend auf den Tisch, doch davon abgesehen ist er ein verlässlicher Begleiter durch den ganzen Herbst und Winter. Wer das Gericht aus dem Nachbarland kennt, dem kommt es bekannt vor: In Polen gibt es eine nahe Verwandte, den kapusniak, ebenfalls eine herzhafte Sauerkrautsuppe.

Das Schöne am Kapustnjak ist, dass nichts daran kompliziert ist. Man braucht keine besonderen Geräte und keine seltenen Zutaten, nur etwas Geduld, während die Brühe köchelt. Genau in diesem ruhigen Köcheln liegt der ganze Geschmack. Auf den folgenden Abschnitten erkläre ich Ihnen, worauf es wirklich ankommt, damit Ihre Suppe sämig, würzig und angenehm säuerlich wird, statt wässrig oder spitz. Dabei geht es vor allem um drei Dinge: die Hirse als Bindemittel, das richtig austarierte Sauerkraut und das Röstgemüse, das der Suppe Farbe und Tiefe schenkt.

Draufsicht auf eine Tonschale mit dicker Sauerkrautsuppe, Hirse und Kümmel, daneben Roggenbrot und eine kleine Schale rohes Sauerkraut
Kapustnjak von oben – fein verteiltes Sauerkraut, helle Hirsekörner und Kümmel, dazu rohes Sauerkraut und dunkles Roggenbrot

Die Hirse ist das eigentliche Geheimnis

Viele kennen Sauerkrautsuppen, doch der Kapustnjak unterscheidet sich von den meisten durch ein einziges, fast unscheinbares Getreide: die Hirse. Die kleinen gelben Körner kochen mit der Suppe weich, geben Stärke ab und verwandeln eine klare Brühe in einen sämigen, sättigenden Eintopf. Sie sehen die Hirse später kaum noch als einzelne Körner; sie geht in der Suppe auf und sorgt für genau die dicke, leicht breiige Konsistenz, die den Kapustnjak ausmacht. Das ist der Grund, warum diese Suppe so gut satt macht und warum sie auch als Hauptgericht durchgeht, ganz ohne dass man Mehl, Sahne oder andere Bindemittel braucht.

Ein wichtiger Handgriff entscheidet darüber, ob die Hirse Ihnen Freude macht oder nicht: das gründliche Waschen. Rohe Hirse trägt feine Bitterstoffe an der Oberfläche, die beim Kochen in die Suppe übergehen können. Spülen Sie die Körner deshalb in einem feinen Sieb so lange unter fließendem Wasser, bis das ablaufende Wasser klar und nicht mehr trüb ist. Dieser kleine Schritt kostet kaum eine Minute und macht den Unterschied zwischen einer runden, milden Suppe und einem leicht herben Beigeschmack. Wer keine Hirse zur Hand hat oder eine andere Konsistenz mag, kann sie durch Graupen oder Reis ersetzen, muss dann allerdings die jeweils andere Kochzeit im Blick behalten. Mit Hirse aber schmeckt der Kapustnjak am authentischsten.


Sauerkraut richtig austarieren

Sauerkraut ist die Seele dieser Suppe, doch es ist auch die Zutat, die am meisten Aufmerksamkeit verlangt. Jedes Kraut ist anders sauer. Mancher Hersteller fermentiert mild, ein anderer kräftig, und ein selbst eingelegtes Kraut kann richtig spitz schmecken. Deshalb gilt vor dem Kochen immer derselbe Rat: probieren. Nehmen Sie eine kleine Gabel voll und schmecken Sie, wie sauer Ihr Kraut wirklich ist. Schmeckt es angenehm frisch-säuerlich, können Sie es direkt verwenden. Ist es dagegen so sauer, dass es im Mund sticht, spülen Sie es kurz in einem Sieb unter kaltem Wasser ab und drücken Sie es gut aus. So nehmen Sie die spitze Schärfe heraus, ohne den typischen Charakter zu verlieren.

Das Ziel ist eine angenehme, runde Säure, die den Gaumen erfrischt und die kräftige Schweinebrühe ausbalanciert, nicht eine Suppe, die einem die Lippen zusammenzieht. Geben Sie das Sauerkraut mit dem Röstgemüse in die Brühe und lassen Sie es ein Viertelstündchen offen mitköcheln, bevor die Hirse dazukommt. In dieser Zeit wird das Kraut zart, und die Säure verliert ihre Schärfe, ohne zu verschwinden. Schmecken Sie zum Schluss noch einmal ab: Fehlt der Suppe Säure, hilft ein kleiner Schuss Sauerkrautlake; ist sie zu sauer geraten, gleicht eine zusätzliche Kartoffel oder etwas mehr Brühe sanft aus. Mit ein wenig Übung finden Sie die Balance ganz von selbst.


Das Röstgemüse mit Tomatenmark gibt Farbe und Tiefe

Werfen Sie einen Blick auf die Suppe in der Schale: Dieses warme Orange-Braun kommt nicht vom Sauerkraut, das ja hell ist, sondern von einem kleinen, aber entscheidenden Arbeitsschritt. Bevor das Kraut in den Topf wandert, schwitzen Sie fein gewürfelte Zwiebel und grob geriebene Karotte in etwas Öl oder Schmalz an, bis beides weich und glasig ist. Dann kommt das Tomatenmark dazu und röstet ein bis zwei Minuten mit. Genau hier passiert die Magie: Das Tomatenmark verliert seine rohe Schärfe, wird dunkler und entwickelt eine tiefe, leicht süßliche Würze. Dieses geröstete Gemüse, in der ukrainischen Küche eine ganz selbstverständliche Grundlage vieler Suppen und Eintöpfe, gibt dem Kapustnjak nicht nur seine appetitliche Farbe, sondern auch eine geschmackliche Tiefe, die man sonst vermissen würde.

Lassen Sie sich Zeit bei diesem Schritt. Wenn Sie die Zwiebel zu hastig anbraten, wird sie bitter; lassen Sie ihr ein paar Minuten bei mittlerer Hitze, damit sie sanft süß wird. Das Tomatenmark sollte sichtbar dunkler werden und leicht duften, bevor Sie das Röstgemüse in die Brühe rühren. Diese kleine Pfanne voll geschmolzener Zwiebel, Karotte und geröstetem Tomatenmark ist die geschmackliche Brücke zwischen der einfachen Brühe und der fertigen, runden Suppe. Sie kostet kaum Mühe und hebt das Ergebnis spürbar.


Eine kräftige Brühe aus Schweinefleisch

Die Grundlage eines guten Kapustnjak ist eine ehrliche, kräftige Brühe, und die kocht man traditionell aus Schweinefleisch mit Knochen. Schweinerippchen eignen sich wunderbar, ebenso ein Stück Schulter am Knochen; der Knochen gibt der Brühe Körper und einen vollen Geschmack, den reines Filet niemals erreichen würde. Setzen Sie das Fleisch immer mit kaltem Wasser auf und bringen Sie es langsam zum Kochen. So lösen sich die Aromen besser, und der Schaum, der sich an der Oberfläche sammelt, lässt sich bequem abschöpfen. Dieses Abschöpfen lohnt sich, denn es macht die Brühe klarer und den Geschmack sauberer.

Geben Sie eine halbierte Zwiebel, Lorbeer und ein paar Pfefferkörner dazu und lassen Sie alles bei kleiner Hitze rund 75 Minuten leise ziehen, bis das Fleisch weich ist und sich vom Knochen löst. Anschließend heben Sie das Fleisch heraus, befreien es von Knochen und groben Fettstücken und zerzupfen es in mundgerechte Stücke. Diese kommen später zurück in die Suppe, sodass in jedem Löffel auch ein Stückchen zartes Fleisch steckt. Die Brühe gießen Sie durch ein Sieb, damit Zwiebel und Gewürze draußen bleiben und nur die klare, würzige Flüssigkeit zurück in den Topf wandert. Auf diesem Fundament baut sich der ganze Kapustnjak auf.

Nahaufnahme einer Tonschale mit sämiger orange-brauner Sauerkrautsuppe, obenauf deutlich gestreuter Kümmel, im Hintergrund Roggenbrot
In der Nahaufnahme zeigt sich die sämige Bindung durch die Hirse, obenauf der typische Kümmel

Kümmel: das typische Aroma, das gut zum Kraut passt

Schauen Sie auf die Fotos, sehen Sie obenauf deutlich die kleinen, länglichen Kümmelkörner. Kümmel ist beim Kapustnjak kein Zufall und keine bloße Dekoration, sondern das prägende Gewürz. Sein warmes, leicht erdiges Aroma passt geradezu ideal zu Sauerkraut und Schweinefleisch und rundet die Säure des Krauts ab. Darüber hinaus gilt Kümmel seit jeher als bekömmlich gerade in Verbindung mit Kohlgerichten, weshalb er in der osteuropäischen Küche so gern zu Kraut und Kohl gereicht wird. Er macht die Suppe also nicht nur aromatischer, sondern auch angenehmer für den Magen.

Geben Sie den Kümmel gegen Ende der Garzeit dazu, damit sein Aroma frisch bleibt, und streuen Sie zum Servieren ruhig noch ein paar Körner über den Teller, so wie auf den Bildern. Wer Kümmel im Ganzen nicht mag, kann ihn vor dem Servieren mit einem Mörser leicht andrücken oder gemahlenen Kümmel verwenden; dann verteilt sich das Aroma feiner, ohne dass man auf einzelne Körner beißt. Mein Rat ist aber, dem Kümmel eine Chance zu geben, denn er gehört zu diesem Gericht wie das Sauerkraut selbst.


Servieren, Ruhen und der Trick mit dem nächsten Tag

Frisch vom Herd ist der Kapustnjak schon köstlich, doch es lohnt sich, ihm nach dem Kochen noch ein wenig Ruhe zu gönnen. Nehmen Sie den Topf vom Herd, decken Sie ihn zu und lassen Sie die Suppe eine knappe Viertelstunde ziehen. In dieser Zeit verbinden sich die Aromen, der Kümmel rundet das Kraut ab, und die Hirse zieht nach. Und damit kommen wir zum kleinen Geheimnis vieler Eintöpfe: Am nächsten Tag schmeckt der Kapustnjak noch besser. Über Nacht im Kühlschrank verschmelzen die Aromen weiter, die Säure wird milder und runder, und die Suppe gewinnt an Tiefe. Bereiten Sie ruhig eine größere Menge zu, denn die Reste sind oft das Beste am ganzen Gericht.

Beim Aufwärmen gilt nur eine Kleinigkeit zu beachten: Die Hirse quillt über Nacht weiter nach und bindet noch mehr Flüssigkeit, sodass die Suppe deutlich dicker wird. Gießen Sie deshalb beim Erwärmen einfach etwas Wasser oder Brühe an, bis die gewünschte Konsistenz wieder da ist. Zum Anrichten streuen Sie frisch gehackte Petersilie über die Schale, und wer mag, gibt einen Klecks Smetana, also saure Sahne, hinein. Im Teller selbst, das zeigen auch die Fotos, gehört keine Sahnehaube; die Smetana ist eine optionale Zugabe für alle, die es noch cremiger und milder mögen. Dazu reichen Sie unbedingt dunkles Roggenbrot. Sein kräftiger, leicht säuerlicher Geschmack ist der perfekte Partner für diese herzhafte Suppe und macht aus dem Kapustnjak eine vollständige, sättigende Mahlzeit.


Häufige Fragen zum Kapustnjak

Mein Sauerkraut ist sehr sauer – wie wird der Kapustnjak trotzdem mild?

Probieren Sie das Kraut vor dem Kochen. Ist es sehr sauer, spülen Sie es kurz in einem Sieb unter kaltem Wasser ab und drücken es gut aus. Das nimmt die spitze Schärfe heraus, ohne den Charakter zu verlieren. Beim Kapustnjak gleicht außerdem eine zusätzliche Kartoffel oder etwas mehr Brühe eine zu kräftige Säure sanft aus.

Muss ich die Hirse für den Kapustnjak vorquellen oder kann ich sie ersetzen?

Vorquellen ist nicht nötig, aber gründliches Waschen ist Pflicht: Spülen Sie die Hirse so lange, bis das Wasser klar abläuft, sonst kann sie leicht bitter schmecken. Sie kocht direkt in der Suppe weich. Ersetzen lässt sie sich durch Graupen oder Reis, dann ändert sich allerdings die Kochzeit und die typische sämige Bindung des Kapustnjak fällt etwas anders aus.

Kann ich Kapustnjak vegetarisch zubereiten?

Ja. Lassen Sie das Schweinefleisch weg und verwenden Sie eine kräftige Gemüsebrühe. Betonen Sie das Röstgemüse mit etwas mehr Tomatenmark, damit die Suppe trotzdem Tiefe bekommt. Mit Schweinefleisch ist der klassische Kapustnjak dagegen nicht vegetarisch, da er auf einer Fleischbrühe basiert.

Welches Fleisch eignet sich am besten für Kapustnjak?

Traditionell nimmt man Schweinefleisch mit Knochen, etwa Schweinerippchen oder ein Stück Schulter am Knochen. Der Knochen gibt der Brühe Körper und vollen Geschmack. Das gar gekochte Fleisch wird zerzupft und kommt zurück in die Suppe, sodass in jedem Löffel Kapustnjak auch ein Stückchen zartes Fleisch steckt.

Kann ich Kapustnjak einfrieren und später aufwärmen?

Ja, die Suppe lässt sich gut einfrieren und hält sich zugedeckt 3 bis 4 Tage im Kühlschrank. Beim Aufwärmen quillt die Hirse nach, deshalb meist etwas Wasser oder Brühe angießen. Wenn Sie den Kapustnjak einfrieren möchten, bereiten Sie ihn am besten ohne die optionalen Kartoffeln zu, da diese nach dem Auftauen mehlig werden können.

Gehört Smetana in den Kapustnjak?

Im Teller selbst nicht zwingend. Smetana, also saure Sahne, ist beim Kapustnjak eine beliebte, aber optionale Zugabe für alle, die es cremiger und milder mögen. Geben Sie nach Belieben einen Klecks beim Servieren hinein. Dazu passt dunkles Roggenbrot besonders gut.

Warum schmeckt der Kapustnjak am nächsten Tag besser?

Über Nacht verbinden sich die Aromen weiter, die Säure des Sauerkrauts wird milder und runder, und die Suppe gewinnt an Tiefe. Genau deshalb lohnt es sich, vom Kapustnjak gleich eine größere Menge zu kochen. Beachten Sie nur, dass die Hirse nachquillt und die Suppe dicker wird, also beim Aufwärmen etwas Flüssigkeit ergänzen.


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Dicke orange-braune Sauerkrautsuppe mit Hirse und Kümmel in einer Tonschale, daneben Roggenbrot und eine kleine Schale rohes Sauerkraut

Kapustnjak – ukrainische Sauerkrautsuppe mit Hirse und Schweinefleisch

Kapustnjak ist eine dicke, rustikale ukrainische Wintersuppe: Schweinefleisch zieht zu einer kräftigen Brühe, Zwiebel, Karotte und Tomatenmark werden als Röstgemüse angeschwitzt, dazu kommen Sauerkraut und Hirse. Die Hirse bindet die Suppe sämig, Kümmel gibt das typische Aroma. Dazu passt dunkles Roggenbrot.
Servings 6 Portionen
Prep Time 20 minutes
Cook Time 1 hour 45 minutes
Ruhezeit 15 minutes
Total Time 2 hours 20 minutes

Equipment

  • großer Topf (mindestens 4 bis 5 l Fassungsvermögen für Brühe und Suppe)
  • Bratpfanne für das Röstgemüse aus Zwiebel, Karotte und Tomatenmark
  • Schaumlöffel zum Abschöpfen des Schaums von der Brühe
  • feines Sieb zum Waschen der Hirse

Ingredients
  

Für die Brühe & das Fleisch

  • 800 g Schweinefleisch (mit Knochen, z. B. Schweinerippchen oder Schulter am Stück; für eine kräftige Brühe)
  • 2,5 l Wasser (kalt)
  • 1 Zwiebel (ungeschält, halbiert; für die Brühe)
  • 2 Lorbeerblätter
  • 5 Pfefferkörner (schwarz)
  • 1 TL Salz (für die Brühe; Suppe später nachsalzen)

Für die Suppe

  • 500 g Sauerkraut (mild; bei sehr saurem Kraut kurz abspülen und abschmecken)
  • 120 g Hirse (gründlich gewaschen)
  • 2 Kartoffeln (mehligkochend, in Würfeln; optional)
  • 1 Zwiebel (fein gewürfelt; für das Röstgemüse)
  • 1 Karotte (grob gerieben; für das Röstgemüse)
  • 2 EL Tomatenmark (gibt Farbe und Tiefe)
  • 2 EL Öl (neutral; ersatzweise 1 EL Schweineschmalz)
  • 1 TL Kümmel (ganz; das typische Aroma)
  • 1 Prise Pfeffer (schwarz, frisch gemahlen)
  • Salz (zum Abschmecken)

Zum Anrichten

  • 0,5 Bund Petersilie (glatt, fein gehackt)
  • Smetana (saure Sahne; nach Belieben)
  • Roggenbrot (dunkel; zum Servieren)

Instructions
 

  • BRÜHE KOCHEN:
    Das Schweinefleisch waschen und mit dem kalten Wasser in einen großen Topf geben. Langsam zum Kochen bringen und den aufsteigenden Schaum sorgfältig abschöpfen, bis die Brühe klar ist. Die halbierte Zwiebel, Lorbeerblätter, Pfefferkörner und einen Teelöffel Salz zugeben. Zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 75 Minuten leise köcheln lassen, bis das Fleisch weich ist und sich gut vom Knochen löst.
  • FLEISCH ZERZUPFEN:
    Das gare Fleisch aus der Brühe heben und etwas abkühlen lassen. Knochen, Knorpel und grobes Fett entfernen, das Fleisch in mundgerechte Stücke zerzupfen oder klein schneiden. Die Brühe durch ein Sieb gießen, Zwiebel und Gewürze dabei entfernen, und die klare Brühe zurück in den Topf geben.
  • RÖSTGEMÜSE ANSCHWITZEN:
    Das Öl in einer Pfanne erhitzen. Die fein gewürfelte Zwiebel und die geriebene Karotte darin bei mittlerer Hitze 5 bis 6 Minuten weich und glasig dünsten. Das Tomatenmark zugeben und ein bis zwei Minuten mitrösten, bis es dunkler wird und leicht duftet – das gibt der Suppe Farbe und Tiefe.
  • SAUERKRAUT ZUGEBEN:
    Das Sauerkraut probieren: Ist es sehr sauer, kurz in einem Sieb abspülen und gut ausdrücken. Das Kraut bei Bedarf etwas zerkleinern und zusammen mit dem Röstgemüse in die Brühe geben. Offen etwa 15 Minuten köcheln lassen, damit die Säure milder und das Kraut zart wird.
  • HIRSE UND KARTOFFEL KÖCHELN:
    Die Hirse in einem feinen Sieb unter fließendem Wasser gründlich waschen, bis das Wasser klar abläuft. Die Hirse und nach Belieben die gewürfelten Kartoffeln in die Suppe geben. Bei kleiner Hitze etwa 20 bis 25 Minuten köcheln lassen, gelegentlich umrühren, bis die Hirse weich ist und die Suppe sämig bindet.
  • WÜRZEN:
    Das zerzupfte Fleisch zurück in die Suppe geben. Mit Kümmel, frisch gemahlenem Pfeffer und Salz abschmecken. Wenn die Suppe zu dick wird, etwas heißes Wasser oder Brühe angießen. Noch einmal kurz aufkochen lassen.
  • ZIEHEN LASSEN:
    Den Topf vom Herd nehmen, zudecken und die Suppe etwa 15 Minuten ruhen lassen. So verbinden sich die Aromen, und der Kümmel rundet das Sauerkraut ab. Am nächsten Tag schmeckt der Kapustnjak sogar noch besser.
  • ANRICHTEN:
    Den Kapustnjak in tiefen Schalen anrichten, mit gehackter Petersilie und ein wenig Kümmel bestreuen. Nach Belieben einen Klecks Smetana hineingeben. Dazu dunkles Roggenbrot reichen.
    Nahaufnahme einer Tonschale mit sämiger orange-brauner Sauerkrautsuppe, obenauf deutlich gestreuter Kümmel, im Hintergrund Roggenbrot

Notes

Tipps für den besten Kapustnjak:
  • Die Hirse ist das Geheimnis der sämigen Bindung. Waschen Sie sie wirklich gründlich, sonst kann die Suppe leicht bitter schmecken.
  • Probieren Sie das Sauerkraut vor dem Kochen. Sehr saures Kraut kurz abspülen und ausdrücken, dann wird die Säure angenehm statt spitz.
  • Das Röstgemüse mit Tomatenmark sorgt für die warme orange-braune Farbe und mehr Tiefe.
Variationen:
  • Statt Hirse können Sie Graupen oder Reis verwenden. Beachten Sie die jeweils andere Kochzeit.
  • Für eine vegetarische Version das Fleisch weglassen, eine kräftige Gemüsebrühe nehmen und das Röstgemüse mit etwas mehr Tomatenmark betonen. Hinweis: Mit Schweinefleisch ist der Kapustnjak nicht vegetarisch.
Aufbewahrung & Aufwärmen:
  • Zugedeckt hält sich der Kapustnjak 3 bis 4 Tage im Kühlschrank. Beim Aufwärmen meist etwas Wasser oder Brühe angießen, da die Hirse nachquillt.
  • Die Suppe lässt sich gut einfrieren. Vor dem Einfrieren am besten ohne die optionalen Kartoffeln zubereiten, da diese nach dem Auftauen mehlig werden können.
Kultur:
  • Kapustnjak ist klassische ukrainische Winter- und Hausmannskost. Das Wort leitet sich von kapusta (Kohl) ab. In manchen Regionen gehört die Suppe traditionell auf den Tisch am Heiligabend.

Nutrition

Serving: 1gCalories: 320kcalCarbohydrates: 24gProtein: 22gFat: 15gSodium: 650mgFiber: 4gSugar: 4g
Calories: 320kcal
Gericht: Eintopf, Fleischgericht, Hauptgericht, Schweinefleisch, Suppe
Küche: Hausmannskost, Osteuropäisch, Ukrainisch
Schlagwort: Ganzjahresrezept, Hirse, Kapustnjak, Kümmel, Sauerkrauteintopf, Sauerkrautsuppe mit Hirse, Sauerkrautsuppe mit Schweinefleisch, ukrainische Sauerkrautsuppe, Vom Herd, Winterrezepte

📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für alle, die deftige, ehrliche Hausmannskost lieben und an kalten Tagen eine sättigende Suppe suchen, die sich gut vorbereiten lässt. Der Kapustnjak ist ideal, wenn Sie für mehrere Personen kochen oder Reste für die nächsten Tage einplanen, und er bringt mit Sauerkraut, Hirse und Kümmel ein Stück ukrainische Esskultur auf den Tisch.

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