Tempura-Garnelen mit süßer Chilisauce & Sojasauce (Ebi Tempura)

Knusprige Vorspeise

Ein Teig, der in Sekunden entsteht — und zwei Handgriffe, ohne die jede Garnele im heißen Öl zum Ring wird.

27. Juli 2026
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Knusprige Tempura-Garnelen mit süßer Chilisauce und Sojasauce (Ebi Tempura)

Zwei bis drei Minuten im heißen Öl, ein Teig, der klumpig bleiben darf, und ein Schwanz, der trocken sein muss: Tempura verzeiht keine Sorgfalt am falschen Ort. Wer weiß, wo sie hingehört, hat die Platte in einer knappen halben Stunde fertig.


Tempura ist die vielleicht am meisten missverstandene Frittiertechnik überhaupt. Wer sie wie einen herkömmlichen Backteig behandelt, bekommt einen schweren, weichen Mantel, der beim Abkühlen zäh wird und nach Fett schmeckt. Echte Tempura-Garnelen sind das Gegenteil: Die Hülle liegt geschlossen und gleichmäßig aufgegangen um die Garnele, ist innen luftig und bricht beim ersten Biss. Sie entsteht nicht durch ein Geheimrezept, sondern durch drei Bedingungen, die alle mit Temperatur und Zeit zu tun haben: eiskaltes Wasser, kaum gerührter Teig und heißes Öl, in dem die Garnele nur zwei bis drei Minuten liegt. Dazu kommen auf dieser Platte zwei Schälchen, süße Chilisauce und Sojasauce, die dieselben fünf Garnelen in zwei völlig verschiedene Richtungen ziehen.

Angerichtete Tempura-Garnelen von oben: fünf Garnelen mit hell goldgelber, geschlossener Teighülle und teigfreien orange-bernsteinfarbenen Schwanzfächern, schräg überlappend auf krausem grünem Salat mit hellem Sesam, auf einem asiatischen Porzellanteller mit rotem Spiegel und buntem Mäanderrand auf dunklem Holzbrett, daneben Schälchen mit süßer Chilisauce und Sojasauce
Knusprige Tempura-Garnelen mit süßer Chilisauce und Sojasauce (Ebi Tempura)

Der Teig für Tempura-Garnelen: klumpig ist richtig

Der größte Fehler beim Tempura-Teig ist Sorgfalt. Wer ihn glatt rührt, bekommt genau das, was er nicht will. Mehl entwickelt beim Rühren Bindung und wird zäh, und je zäher der Teig, desto schwerer legt er sich um die Garnele, desto mehr quillt er im Öl auf und desto mehr Fett saugt er auf. Deshalb werden Mehl, Speisestärke und die eiskalte Ei-Wasser-Mischung nur wenige Sekunden mit Stäbchen oder einer Gabel grob zusammengeschoben. Sichtbare Mehlklümpchen sind kein Versehen, sondern das Ziel: Sie sind es, die später die leicht gewellte, unregelmäßige Oberfläche ergeben.

Damit der Teig überhaupt haften bleibt, werden die trockengetupften Garnelen vorher hauchdünn in Mehl gewendet und das überschüssige Mehl abgeklopft. Auf der nackten, feuchten Oberfläche findet der Teig keinen Halt und rutscht im Öl einfach ab. Ein kleiner Handgriff, der über die ganze Hülle entscheidet.

Genauso wichtig ist die Kälte. Das Wasser wird vorher mit Eiswürfeln heruntergekühlt, das Eigelb kommt direkt aus dem Kühlschrank, die Schüssel darf gern vorgekühlt sein. Der Grund ist einfach: Je größer der Temperaturunterschied zwischen kaltem Teig und heißem Öl ist, desto heftiger verdampft das Wasser aus der Hülle, und dieser kleine Ausbruch macht den Mantel luftig und trocken statt schwer. Ein Teig, der zehn Minuten bei Zimmertemperatur wartet, hat diesen Vorsprung verloren. Deshalb wird er als Letztes angerührt, erst wenn das Öl bereits auf Temperatur ist. Auch die Speisestärke neben dem Mehl zielt in dieselbe Richtung: Sie bindet weniger als Weizenmehl und macht die Hülle zarter.


Warum Tempura-Garnelen kerzengerade bleiben

Auf dem Foto liegen fünf lange, gestreckte Garnelen. Genau daran scheitern zu Hause die meisten. Eine Garnele rollt sich beim Erhitzen von selbst ein, weil sich die Bauchseite stärker zusammenzieht als der Rücken. Aus einem geraden Stück wird so ein Ring, der halb im Teig steckt und auf dem Teller unscheinbar wirkt.

Der Handgriff dagegen ist unspektakulär: An der Bauchseite werden vier bis fünf flache Querschnitte gesetzt, nicht ganz durch das Fleisch. Danach wird die Garnele mit dem Rücken nach oben aufs Brett gelegt und mit der Handfläche sanft gestreckt, bis es leise knackt. So kann sich die Bauchseite nicht mehr zusammenziehen, und die Garnele bleibt im heißen Öl gerade liegen. Der zweite Grund für die schlanke Optik ist der Schwanz: Er bleibt ohne Teig. Das sieht nicht nur besser aus, sondern ist auch praktisch, denn er dient beim Eintauchen und beim Essen als Griff.

Am Schwanz hängt zugleich der wichtigste Sicherheitshinweis des ganzen Rezepts. In dem kleinen Fächer sammelt sich Wasser, und Wasser, das in 175 °C (347 °F) heißes Öl gerät, verdampft schlagartig und spritzt. Deshalb wird die Spitze des Fächers schräg abgeschnitten und der Schwanz mit dem Messerrücken vom Körper zur Spitze ausgestrichen. Der Topf sollte außerdem nie mehr als zur Hälfte mit Öl gefüllt sein, und ein passender Deckel gehört in Reichweite.


Die Öltemperatur entscheidet

Bei Tempura zählt nicht die Uhr, sondern die Temperatur. Bei 175 °C (347 °F) passt beides zusammen. Ist das Öl heißer, färbt sich die Hülle dunkel, während der Kern der Garnele noch glasig ist. Ist es kälter, bildet sich keine feste Schicht, der Teig saugt sich mit Fett voll und legt sich schwer und weich um das Fleisch. Ein Küchenthermometer ist deshalb bei diesem Rezept kein Luxus, sondern das wichtigste Werkzeug auf der Arbeitsfläche. Sobald die Temperatur erreicht ist, wird die Hitze auf mittlere Stufe zurückgedreht, sonst steigt sie weiter, während der Teig angerührt wird.

Zwei bis drei Minuten reichen. Weil die Garnelen sofort aufschwimmen und ihre Oberseite aus dem Fett ragt, werden sie nach etwa einer Minute einmal gewendet, sobald die Unterseite fest ist. Nur so schließt sich die Hülle rundum gleichmäßig. Fertig sind die Tempura-Garnelen, wenn die Hülle fest und trocken wirkt und hell goldgelb geworden ist, nur an den erhabenen Stellen und Kanten goldbraun. Ein Blick auf das Foto lohnt sich: Die Fläche ist hell, dunkler sind allein die Rippen. Wer auf eine durchgehend tiefbraune Kruste wartet, holt die Garnelen zu spät aus dem Öl; das Fleisch ist dann bereits fest und trocken statt saftig.

Ebenso wichtig ist es, in zwei Durchgängen zu arbeiten. Höchstens drei Garnelen gleichzeitig, sonst fällt die Öltemperatur stark ab, und die Hülle bekommt gar nicht erst die Chance, sich zu schließen. Zwischen den Durchgängen werden die im Fett treibenden Teigbröseln mit einem feinen Sieb abgeschöpft, sonst verbrennen sie und färben die nächste Fuhre fleckig dunkel; danach kommt das Öl wieder auf Temperatur. Zum Abtropfen kommt alles auf ein Gitter, nicht auf einen Teller mit Küchenpapier, denn dort steht die Unterseite im eigenen Dampf und weicht auf.

Tempura-Garnelen von oben auf einem asiatischen Porzellanteller mit rotem Spiegel und buntem Mäanderrand: fünf Garnelen mit hell goldgelber, geschlossener Teighülle und teigfreien Schwanzfächern, schräg nebeneinander auf krausem grünem Salat mit hellem Sesam, von links unten schräg über den Tellerrand bis etwa zur Tellermitte reichende Holzstäbchen, deren Perlmuttgriffe auf der dunklen Tischplatte liegen, dazu Schälchen mit süßer Chilisauce und Sojasauce
Die Hülle umschließt jede Garnele geschlossen und hell goldgelb. Nur der Schwanz bleibt frei und dient als Griff.

Zwei Dips, zwei Richtungen

Auf der Platte stehen zwei Schälchen, und sie sind keine Dekoration. Die süße Chilisauce bringt Süße und eine milde Schärfe und zieht die Garnele in Richtung Südostasien; ihr Schälchen ist am Tisch erfahrungsgemäß zuerst leer, vor allem wenn Kinder mitessen. Die Sojasauce zieht in die entgegengesetzte Richtung: salzig, dunkel, herzhaft, ganz nah am japanischen Original, bei dem Tempura klassisch in eine Sauce aus Brühe, Sojasauce und Mirin getunkt wird. Wer beide anbietet, gibt jedem Gast die Wahl, und beim direkten Vergleich merkt man erst, wie neutral und leicht süßlich das Garnelenfleisch selbst schmeckt.

Ein Detail, das oft übersehen wird: Sojasauce ist kräftig salzig. Die Garnelen werden deshalb vor dem Ausbacken nur sparsam gesalzen, sonst wird die Kombination am Ende zu viel. Unter den Garnelen liegen krause Salatblätter; sie geben Farbe und beim Essen einen kühlen, knackigen Gegenpol. Weil frischer Salat Feuchtigkeit abgibt, kommen die Garnelen erst unmittelbar vor dem Servieren darauf und warten bis dahin auf dem Gitter. Der helle Sesam über Salat und Garnelen steuert einen leisen nussigen Ton bei.


Vorbereiten und servieren

Tempura wartet nicht, das ist die einzige echte Einschränkung dieses Gerichts. Die Hülle ist innerhalb weniger Minuten am knusprigsten und verliert danach zusehends. Für Gäste lässt sich trotzdem gut planen: Schälen, Entdarmen, Einschneiden und Geradedrücken lassen sich alle eine Stunde vorher erledigen, ebenso das Abwiegen der trockenen Zutaten, das Waschen des Salats und das Befüllen der Dip-Schälchen. Die vorbereiteten rohen Garnelen kommen bis zum Frittieren abgedeckt in den Kühlschrank. Was übrig bleibt, ist das Erhitzen des Öls, das Anrühren des Teigs und das Ausbacken, zusammen eine knappe Viertelstunde.

Als Vorspeise reichen die fünf Garnelen für zwei Personen. Wer daraus ein leichtes Hauptgericht machen möchte, stellt eine Schale Reis daneben und legt noch etwas frittiertes Gemüse dazu: Süßkartoffelscheiben, grüne Bohnen oder dünne Zucchinistreifen funktionieren im selben Teig und bei derselben Temperatur, brauchen aber je nach Dicke ein bis zwei Minuten länger. Reste lässt man zügig abkühlen, stellt sie spätestens nach zwei Stunden abgedeckt in den Kühlschrank und braucht sie innerhalb von 24 Stunden auf. Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C (356 °F) für fünf Minuten auf einem Gitter werden sie wieder halbwegs knusprig, an die frisch frittierte Hülle reichen sie aber nicht heran.


Warum darf der Teig für Tempura-Garnelen nicht glatt gerührt werden?

Rühren baut im Mehl Bindung auf. Der Teig wird dadurch zäh, legt sich dick an und zieht im Fett Öl. Ein paar Sekunden grobes Unterheben genügen, Klümpchen dürfen bleiben.

Warum muss das Wasser für den Tempura-Teig eiskalt sein?

Kalter Teig trifft im Topf auf 175 °C (347 °F). Das Wasser verdampft sofort, die Hülle bläht sich auf und bleibt trocken. Steht der Teig vorher zehn Minuten warm, fehlt dieser Effekt und die Schicht wird schwer.

Wie bleiben Tempura-Garnelen beim Frittieren gerade?

Durch vier bis fünf flache Einschnitte quer über die Bauchseite und anschließendes sanftes Strecken mit der Handfläche. Ohne diesen Schritt zieht sich die Unterseite beim Garen zusammen und die Garnele wird zum Ring.

Müssen Tempura-Garnelen im Öl gewendet werden?

Ja. Sie schwimmen sofort auf, sodass die Oberseite aus dem Fett ragt. Nach etwa einer Minute wird jede Garnele einmal umgedreht, damit beide Seiten gleichmäßig ausbacken.

Warum bleibt der Schwanz der Tempura-Garnelen ohne Teig?

Er ist der Griff zum Eintauchen und zum Essen. Vor allem aber steckt im Schwanzfächer Wasser, das im heißen Fett spritzen würde. Spitze abschneiden, Schwanz mit dem Messerrücken ausstreichen.

Welche Öltemperatur brauchen Tempura-Garnelen?

175 °C (347 °F), gemessen mit einem Thermometer. Darüber bräunt die Hülle zu früh, darunter zieht sie Fett. Nach jedem Durchgang die Temperatur wieder herstellen.

Woran erkennt man, dass die Tempura-Garnelen fertig sind?

Die Hülle fühlt sich fest und trocken an und leuchtet hell goldgelb, nur die erhabenen Rippen und Kanten sind dunkler. Eine durchgehend braune Kruste heißt: zu lange oder zu heiß.

Lassen sich Tempura-Garnelen vorbereiten?

Teilweise. Garnelen putzen, einschneiden und strecken lässt sich eine Stunde vorher erledigen; sie warten dann abgedeckt im Kühlschrank. Salat und Dips ebenfalls. Teig und Frittieren gehören unmittelbar vor das Servieren.


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Fünf Tempura-Garnelen mit hell goldgelber, geschlossener Teighülle und teigfreien orange-bernsteinfarbenen Schwanzfächern auf krausem grünem Salat mit hellem Sesam, auf einem asiatischen Porzellanteller mit rotem Spiegel und buntem Mäanderrand; daneben Schälchen mit süßer Chilisauce und Sojasauce auf dunklem Holzbrett, dazu eine gusseiserne Teekanne und grüne Stäbchen

Knusprige Tempura-Garnelen mit süßer Chilisauce und Sojasauce (Ebi Tempura)

Fünf große Garnelen in einer hell goldgelben, gleichmäßig aufgegangenen Tempura-Hülle, dazu zwei Schälchen zum Eintunken: süße Chilisauce und Sojasauce. Der Teig aus Mehl, Speisestärke, Eigelb und eiskaltem Wasser wird nur wenige Sekunden mit Stäbchen verrührt und darf ruhig klumpig bleiben. Je länger gerührt wird, desto zäher und schwerer wird die Hülle. Damit die Garnelen kerzengerade bleiben und sich beim Frittieren nicht zusammenrollen, bekommen sie an der Bauchseite mehrere flache Einschnitte und werden anschließend vorsichtig geradegedrückt. Der Schwanz bleibt ohne Teig: Er dient als Griff und muss vorher ausgestrichen werden, damit kein Wasser ins heiße Fett spritzt. Bei 175 °C (347 °F) brauchen die Garnelen nur zwei bis drei Minuten und werden dabei einmal gewendet. Die fertige Hülle ist hell goldgelb und nur an den erhabenen Stellen und Kanten goldbraun.
Servings 2 Portionen
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Gesamtzeit 35 Minuten

Kochutensilien

  • hoher Topf oder Fritteuse (Ø ab 20 cm (8 in); das Öl darf höchstens bis zur Hälfte stehen)
  • Küchenthermometer (die Öltemperatur ist bei Tempura der wichtigste Anhaltspunkt)
  • Kleines scharfes Messer (zum Entdarmen und für die Einschnitte an der Bauchseite)
  • Frittierzange oder Stäbchen (zum Eintauchen am Schwanz und zum Wenden im Öl)
  • Feines Sieb oder Schaumkelle (zum Abschöpfen der Teigbröseln zwischen den Durchgängen)
  • Abtropfgitter (über einem Blech; auf Küchenpapier allein weicht die Unterseite auf)

Zutaten
  

Für die Garnelen

  • 5 große rohe Garnelen (z. B. Black Tiger, ca. 250 g mit Schale; geschält bis auf das Schwanzsegment, entdarmt)
  • Salz (sparsam, zum Würzen vor dem Ausbacken)
  • 2 EL Weizenmehl (zum dünnen Bestäuben, damit der Teig haftet)

Für den Tempura-Teig

  • 60 g Weizenmehl (Type 405)
  • 40 g Speisestärke (macht die Hülle zarter als reines Weizenmehl)
  • 1 Eigelb (direkt aus dem Kühlschrank)
  • 150 ml eiskaltes Wasser (vorher mit Eiswürfeln kühlen, Eiswürfel vor dem Anrühren entfernen)
  • 1 Prise Salz

Zum Frittieren

  • 1,6 l neutrales Öl (Raps- oder Sonnenblumenöl, hoch erhitzbar)

Zum Servieren

  • 4 Blätter krauser grüner Salat (gewaschen und trockengeschleudert)
  • 1 TL heller Sesam
  • 4 EL süße Chilisauce (zum Eintunken)
  • 3 EL Sojasauce (zum Eintunken)

Anleitungen
 

  • Garnelen vorbereiten und geradedrücken:
    Die Garnelen bis auf das letzte Schwanzsegment schälen und den dunklen Darmfaden am Rücken entfernen. Die Spitze des Schwanzfächers schräg abschneiden und den Schwanz mit dem Messerrücken vom Körper zur Spitze ausstreichen.
    Dort sitzt Wasser, das sonst im heißen Öl spritzt. Anschließend an der Bauchseite vier bis fünf flache Querschnitte setzen, nicht ganz durch. Die Garnele mit dem Rücken nach oben auf das Brett legen und mit der Handfläche sanft strecken, bis es leise knackt.
    So kann sich die Bauchseite beim Erhitzen nicht mehr zusammenziehen und die Garnele bleibt gerade. Trocken tupfen, sparsam salzen und bis zum Ausbacken abgedeckt in den Kühlschrank stellen.
  • Öl erhitzen und die Temperatur halten:
    Das Öl in einem hohen Topf mindestens 5 cm (2 in) hoch einfüllen, höchstens bis zur Hälfte des Topfes, und auf 175 °C (347 °F) erhitzen. Dann die Hitze auf mittlere Stufe zurückdrehen, damit die Temperatur gehalten und nicht überschritten wird.
    Zu heißes Öl bräunt den Teig, bevor die Garnele gar ist, zu kaltes lässt ihn Fett aufsaugen.
  • Tempura-Teig anrühren — erst jetzt:
    Mehl und Speisestärke in einer Schüssel mischen. Das Eigelb mit dem eiskalten Wasser und einer Prise Salz verrühren, dann über die Mehlmischung gießen und mit Stäbchen oder einer Gabel nur wenige Sekunden grob unterheben.
    Der Teig soll deutlich klumpig bleiben und darf nicht glatt gerührt werden; er läuft in einem breiten Band vom Löffel und überzieht einen Löffelrücken. Er wird direkt verwendet und nicht vorbereitet.
  • Garnelen mehlieren und ausbacken:
    Vor der ersten Garnele die Öltemperatur noch einmal mit dem Thermometer prüfen und gegebenenfalls nachregeln.
    Die Garnelen dünn in den 2 EL Mehl wenden und überschüssiges Mehl abklopfen; ohne diese Schicht rutscht der Teig ab. Jede Garnele am Schwanz fassen, durch den Teig ziehen, sodass der Schwanz frei bleibt, und vorsichtig vom Topfrand her ins Öl gleiten lassen.
    Höchstens drei Stück gleichzeitig frittieren, sonst fällt die Temperatur ab. Die Garnelen schwimmen sofort auf: Nach etwa einer Minute, sobald die Unterseite fest ist, jede einmal wenden, damit sich die Hülle rundum gleichmäßig schließt.
    Nach insgesamt 2 bis 3 Minuten sind sie fertig, wenn die Hülle fest und trocken wirkt und hell goldgelb ist, nur an den erhabenen Stellen und Kanten goldbraun. Herausheben und auf dem Gitter abtropfen lassen, die Teigbröseln mit dem feinen Sieb aus dem Öl fischen und das Öl vor dem zweiten Durchgang wieder auf 175 °C (347 °F) bringen.
  • Anrichten und servieren:
    Die Salatblätter auf einen Teller legen. Die Garnelen erst unmittelbar vor dem Servieren schräg und leicht überlappend darauf legen, bis dahin bleiben sie auf dem Gitter.
    Den Sesam über Salat und Garnelen streuen, süße Chilisauce und Sojasauce in zwei kleine Schälchen füllen und daneben stellen. Sofort servieren, denn Tempura verliert seine Knusprigkeit innerhalb weniger Minuten.
    Angerichtete Tempura-Garnelen von oben: fünf Garnelen mit hell goldgelber, geschlossener Teighülle und teigfreien orange-bernsteinfarbenen Schwanzfächern, schräg überlappend auf krausem grünem Salat mit hellem Sesam, auf einem asiatischen Porzellanteller mit rotem Spiegel und buntem Mäanderrand auf dunklem Holzbrett, daneben Schälchen mit süßer Chilisauce und Sojasauce

Notizen

Sekundenarbeit statt Sorgfalt: Trockene und flüssige Zutaten werden nur grob zusammengeschoben, sichtbare Mehlklümpchen bleiben stehen. Glatt gerührter Teig legt sich schwer um die Garnele, quillt im Öl auf und schmeckt fettig.
Wie die Hülle aussehen soll: Sie umschließt die Garnele geschlossen und gleichmäßig aufgegangen, mit leicht gewellter Oberfläche. Hell goldgelb, nur an den erhabenen Stellen und Kanten goldbraun. Das ist die stabile Haus-Variante. Die hauchdünne, spitzenartige Hülle mancher Restaurants entsteht mit deutlich mehr Wasser im Teig und ist zu Hause schwer zu treffen.
Kalt gegen heiß: Eiskaltes Wasser, Eigelb aus dem Kühlschrank, am besten eine vorgekühlte Schüssel. Trifft der kalte Teig auf 175 °C (347 °F), verdampft das Wasser sofort und bläht die Hülle auf. Steht der Teig vorher warm, fehlt dieser Effekt. Deshalb wird er als Letztes angerührt.
Ohne Mehlschicht kein Halt: Auf der feuchten Garnelenoberfläche findet der Teig keinen Griff und rutscht im Fett ab. Ein hauchdünner Mehlmantel, gut abgeklopft, genügt.
Warum die Garnelen gerade bleiben: Beim Erhitzen zieht sich die Bauchseite stärker zusammen als der Rücken, die Garnele rollt sich ein. Die vier bis fünf flachen Einschnitte an der Bauchseite und das anschließende sanfte Strecken verhindern das. Genau daher stammt die lange, gerade Form auf dem Foto.
Der Schwanz muss trocken sein (Sicherheit): Im Schwanzfächer sammelt sich Wasser. Kommt es ins heiße Öl, spritzt es schlagartig. Deshalb die Spitze abschneiden und den Schwanz mit dem Messerrücken ausstreichen. Den Topf außerdem nie mehr als halb mit Öl füllen und einen Deckel griffbereit halten.
Zwischen den Durchgängen: Jede Portion kühlt das Öl um mehrere Grad ab. Wer ohne Pause nachlegt, frittiert den zweiten Durchgang bei 150 °C (302 °F), und der saugt sich mit Fett voll. Die im Fett treibenden Teigbröseln vorher abschöpfen, sonst verbrennen sie und färben die nächste Fuhre fleckig dunkel.
Reste: Zügig abkühlen lassen, spätestens nach zwei Stunden abgedeckt in den Kühlschrank stellen und innerhalb von 24 Stunden aufbrauchen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C (356 °F) fünf Minuten auf einem Gitter aufbacken; sie werden wieder halbwegs knusprig, erreichen die frisch frittierte Hülle aber nicht.
Sofort servieren: Tempura wartet nicht. Wenn Gäste kommen, alles bis zum Teig vorbereiten, den Salat schon auf die Teller legen und erst dann frittieren.

Nährwerte

Serving: 1gCalories: 365kcalCarbohydrates: 35gProtein: 20gFat: 15gSodium: 1300mgFiber: 1gSugar: 13g
Calories: 365kcal
Gericht: Hauptgericht, Meeresfrüchte, Mittagessen, Vorspeisen
Küche: Asiatisch, Japanisch
Ernährungsform: Laktosefrei
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📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für alle, die japanische Vorspeisen mögen und wissen wollen, warum Tempura im Restaurant so viel leichter schmeckt als der eigene Versuch zu Hause. Ideal als erster Gang eines Menüs, als Häppchen für Gäste oder für alle, die das Frittieren einmal wirklich kontrolliert angehen möchten.

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