Glutenfreies Tiramisu als Torte

Glutenfreie Tiramisu-Torte

Warum der glutenfreie Boden bestrichen und niemals getunkt wird – und wie aus einem einzigen halbierten Biskuit eine Torte mit gespritzter Kakao-Grenze entsteht.

11. August 2026
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Glutenfreies Tiramisu als Torte – mit gebackenem Reis-Biskuit statt Löffelbiskuits

Löffelbiskuits kommen hier nicht ins Spiel – und das ist kein Verzicht, sondern der eigentliche Kunstgriff. Ein flach gebackener Reis-Biskuit, einmal quer geteilt und nur dünn mit Espresso bestrichen, schafft das, woran durchweichte Savoiardi scheitern: eine Schnittkante, die steht.


Der Geschmack bleibt der vertraute – Espresso, Mascarpone, Kakao. Die Bauweise ist eine andere. Statt vieler kleiner Stäbchen, die im Kaffee zerfallen, trägt ein einziger Biskuit die ganze Torte, und statt einer eckigen Auflaufform übernimmt eine runde Springform. Was dabei entsteht, ist kein Notbehelf für Gäste mit Zöliakie, sondern eine Torte mit sauberen Schichten, fester Kante und einer Oberfläche aus dicht gesetzten Sahnetupfen, von denen nur ein Teil unter Kakao verschwindet.

Glutenfreie Tiramisu-Torte von oben mit hellen Sahnetupfen und einem kakaobestäubten Streifen
Von oben zeigt sich der ganze Aufbau: dicht an dicht gesetzte Tupfen, ein Teil davon mit Kakao bestäubt, der Rest hell belassen.

Warum in dieser Torte kein einziger Löffelbiskuit steckt

Die meisten Rezepte für glutenfreies Tiramisu lösen das Problem über den Einkauf: gekaufte glutenfreie Savoiardi, kurz in Espresso getaucht, fertig. Genau dort liegt in der Praxis die Schwachstelle. Ohne Klebereiweiß fehlt den Stäbchen das elastische Gerüst, das ein Weizen-Löffelbiskuit besitzt. Sie saugen nicht auf, sie brechen ein – im Kaffee, spätestens beim Umlegen in die Form. Das Ergebnis ist eine krümelige Lage mit Fugen und Lücken, die sich nach dem Kühlen nicht mehr sauber schneiden lässt.

Diese Torte geht den umgekehrten Weg. In die Form kommt ein einziger, flach gebackener Reis-Biskuit, der nach dem vollständigen Auskühlen waagerecht halbiert wird. Zwei durchgehende Böden, kein Fugenmuster, keine Bruchstellen. Der Unterschied wird erst beim Anschneiden sichtbar: Wo sonst eine bröselige Masse nachrutscht, steht hier eine glatte Kante, unten die geschlossene, hellgoldene Krume, darüber die Creme, dann der zweite Boden.

Nebenbei löst diese Bauweise ein zweites Problem. Gekaufte glutenfreie Savoiardi sind teuer und nicht überall zu bekommen. Reismehl, Speisestärke und Eier stehen dagegen in fast jeder Küche – und der Boden ist in einer knappen halben Stunde gebacken.


Der Reis-Biskuit: was ihn trägt, wenn kein Gluten da ist

Reismehl bindet Feuchtigkeit, aber es baut kein Netz. Was einen Weizen-Biskuit hochhält, ist das Klebereiweiß; hier muss diese Aufgabe komplett der geschlagene Eischnee übernehmen. Deshalb werden die Eier getrennt: Das Eiweiß wird mit dem halben Zucker zu festem Glanz aufgeschlagen, die Eigelbe mit dem restlichen Zucker hell und dickcremig gerührt. Das Mehl-Stärke-Gemisch wird darübergesiebt, nicht eingerührt – ein erstes Drittel Eischnee wird untergerührt, um die Masse geschmeidig zu machen, der Rest vorsichtig untergehoben.

Beim Reismehl lohnt der Blick auf die Packung: gemeint ist fein gemahlenes weißes Reismehl, nicht Klebreismehl, das trotz seines Namens ganz anders arbeitet und den Boden gummiartig werden lässt. Die Speisestärke ist kein Streckmittel, sondern macht die Krume zart – ohne sie gerät ein reiner Reismehl-Boden sandig. Wer für einen Gast mit Zöliakie backt, prüft außerdem Mehl, Stärke und Backpulver auf das Symbol der durchgestrichenen Ähre und verwendet frisch gespülte Schüsseln und Rührbesen.

Zwei Handgriffe entscheiden am Ende über das Gelingen. Erstens: nicht zu lange backen. Sobald ein Holzstäbchen sauber herauskommt, muss der Boden heraus, sonst trocknet die ohnehin magere Krume aus. Zweitens: vollständig auskühlen lassen, am besten eine Stunde auf dem Gitter. Ein noch lauwarmer glutenfreier Biskuit reißt beim Halbieren fast zwangsläufig. Geteilt wird mit einem langen Sägemesser, das am Rand ringsum angesetzt und erst dann durchgezogen wird.


Bestreichen statt Tunken – hier entscheidet sich alles

Der klassische Handgriff des Tiramisù, das kurze Bad im Kaffee, ist für diesen Boden Gift. Eine Krume aus Reisstärke nimmt Flüssigkeit schnell auf und gibt ihr nichts entgegen: Was getunkt wird, sackt zusammen. Der Espresso kommt deshalb mit dem Backpinsel auf den Boden, in zwei Durchgängen mit einer Minute Pause dazwischen, damit die Flüssigkeit einziehen kann, statt an einer Stelle stehen zu bleiben.

Wichtig ist auch die Menge. Rund 90 ml pro Boden sind genug – das klingt sparsam, reicht bei zwei Böden aber für einen deutlichen Kaffeeton und lässt die Krume saftig, ohne sie zu tränken. Auf dem Anschnitt-Foto ist gut zu sehen, wie hell der Boden dabei bleibt: nur leicht beige mit ein paar dunkleren Zügen. Das ist kein Fehler, sondern das Ziel. Ein durchgehend kaffeebrauner Boden wäre bereits zu nass und würde die Torte beim Schneiden absacken lassen.

Der Espresso selbst muss kräftig und vollständig abgekühlt sein. Warme Flüssigkeit weicht nicht nur schneller durch, sie beginnt auch die Creme anzulösen. Wer keine Maschine hat, kocht den Kaffee in einer italienischen Herdkanne; Filterkaffee bleibt im fertigen Dessert deutlich flacher. Der Amaretto ist eine Frage des Geschmacks und lässt sich durch einen Teelöffel Vanille und einen Esslöffel Zuckersirup ersetzen, ohne dass etwas fehlt.

Glutenfreie Tiramisu-Torte mit dicht gespritzten Sahnetupfen, teils mit Kakao bestäubt
Glutenfreie Tiramisu-Torte mit dicht gespritzten Sahnetupfen, teils mit Kakao bestäubt

Die Creme: warme Eigelbe, kurz gerührter Mascarpone

Die Creme wird in drei Etappen aufgebaut, und jede hat einen Grund. Zuerst die Eigelbe mit Zucker und etwas Wasser über dem Wasserbad dickcremig aufschlagen, bis die Masse 70 °C (158 °F) erreicht. Diese Zabaione ist die klassische italienische Grundlage, und sie erledigt zugleich die Sicherheitsfrage: Rohe Eigelbe wären für Schwangere, kleine Kinder und ältere Gäste heikel, sanft erhitzte sind es nicht. Anschließend wird die Masse kalt geschlagen – kommt der Mascarpone an eine noch warme Creme, wird sie dünn und läuft später aus den Schichten.

Der Mascarpone ist der empfindlichste Teil. Er sollte etwa eine Viertelstunde vor dem Verarbeiten aus dem Kühlschrank kommen, denn eiskalt bildet er Klümpchen, die sich nur durch längeres Rühren lösen lassen – und genau dieses längere Rühren ist das Problem. Nur so lange rühren, bis die Masse eben glatt ist. Wer weitermacht, treibt das Fett aus dem Frischkäse; die Creme wird körnig, fast butterartig, und dieser Zustand lässt sich nicht mehr zurückholen.

Erst zum Schluss kommt die steif geschlagene Sahne dazu, in drei Portionen untergehoben. Sie macht die Creme luftig und gibt ihr die Standfestigkeit, ohne die sich später keine Tupfen spritzen ließen. Die zarten gelben Schlieren, die im Anschnitt zu sehen sind, stammen aus der Zabaione und sind ausdrücklich erwünscht – sie zeigen, dass behutsam untergehoben und nicht glatt gerührt wurde.


Warum die untere Cremeschicht doppelt so dick ist

Auf dem Anschnitt fällt sofort auf, dass die Schichten ungleich sind: unten eine kräftige Lage Creme, oben eine deutlich dünnere. Das ist Absicht. Die untere Schicht trägt die ganze Torte und darf großzügig ausfallen, weil sie zwischen zwei Böden eingeschlossen ist und dort nirgendwohin ausweichen kann. Die obere Lage dagegen hat nur den zweiten Boden unter sich und die Tupfen über sich – wäre sie ebenso hoch, würde die Dekoration beim ersten Tortenheber ins Rutschen kommen.

Praktisch heißt das: Ein knappes Viertel der Creme wandert vorab gekühlt beiseite, es ist später für die Tupfen reserviert. Vom Rest kommen zwei Drittel auf den unteren Boden und ein Drittel auf den zweiten. Aufgebaut wird im Ring der Springform, ausgekleidet mit einem Streifen Backpapier. Der Ring ist kein Luxus, sondern die Garantie für die gerade Außenkante, die eine Torte von einem Schichtdessert unterscheidet.

Und dann kommt der Teil, der sich nicht abkürzen lässt: mindestens sechs Stunden Kühlzeit, besser eine ganze Nacht. In dieser Zeit zieht die Creme an, der Boden nimmt Feuchtigkeit auf, und aus drei getrennten Bauteilen wird eine Torte, die sich schneiden lässt. Nach zwei Stunden ist alles nur kalt, nicht fertig.


Die Tupfen und die Kakao-Grenze

Gespritzt wird erst nach dem Kühlen, auf der bereits vom Ring befreiten Torte. Die beiseitegestellte Creme wird kurz mit dem Schneebesen von Hand durchgerührt – nicht mit dem Handrührgerät, das schlägt sie in Sekunden zu weit. In den Spritzbeutel kommt eine runde Tülle von 10–12 mm (⅜–½ in); der Beutel steht senkrecht über der Oberfläche, wird aufgedrückt, der Druck wird gestoppt und die Tülle dann seitlich weggezogen. So entstehen die runden Kuppen. Gesetzt wird in Kreisen, vom äußeren Rand zur Mitte, dicht an dicht, damit keine Creme durchblitzt.

Der Kakao ist der letzte Handgriff vor dem Servieren, und er hat seinen eigenen Zeitpunkt. Ein Bogen Backpapier wird als Schablone über einen Teil der Torte gelegt, die freie Fläche kommt großzügig durch ein feines Sieb unter Kakao, die abgedeckte bleibt hell. So entsteht die klare Grenze zwischen dunkel und hell, die dieser Torte von oben ihren Charakter gibt.

Wer den Kakao Stunden vorher aufträgt, verliert genau diesen Kontrast: Das Pulver zieht Feuchtigkeit aus der Sahne, wird fleckig-dunkel und läuft an den Rändern aus. Ganze Kaffeebohnen und Apfelblüten gehören auf den Tisch und nicht auf die Torte – Zierblüten sind nichts zum Mitessen. Auf dem Teller reicht ein Minzblatt pro Stück.

Anschnitt der glutenfreien Tiramisu-Torte mit hellem Reis-Biskuit unten, dicker Cremeschicht und zweitem Boden
Der Anschnitt zeigt die Logik der Torte: unten der helle Reis-Biskuit, darüber die dicke Cremeschicht, dann der zweite Boden und eine dünnere Lage Creme unter den Tupfen.

Aufbewahrung

Abgedeckt hält sich die Torte im Kühlschrank drei Tage, und am zweiten Tag schmeckt sie meist am besten, weil Kaffee und Creme dann vollends zusammengefunden haben. Zum Abdecken eignet sich eine Tortenhaube besser als Folie, die sich sonst in die Tupfen legt. Einzelne Stücke lassen sich bis zu einem Monat einfrieren und über drei bis vier Stunden im Kühlschrank wieder auftauen; die gespritzten Kuppen verlieren dabei allerdings ihre klare Form, weshalb es sich lohnt, die Torte vor dem Spritzen einzufrieren, wenn ohnehin auf Vorrat gearbeitet wird. Vor dem Servieren sollte sie rund fünfzehn Minuten stehen, denn eiskalt wirkt jeder Kaffeegeschmack flach.


Häufige Fragen zum glutenfreien Tiramisu

Kann man für dieses glutenfreie Tiramisu auch gekaufte glutenfreie Savoiardi verwenden?

Möglich ist es, allerdings verliert die Torte dabei genau das, was sie ausmacht. Glutenfreie Savoiardi zerfallen leicht und ergeben eine Lage mit Fugen, die sich später nicht sauber schneiden lässt. Wer sie dennoch nimmt, sollte sie nicht tauchen, sondern ebenfalls nur mit dem Pinsel bestreichen und die Torte mindestens eine Nacht durchziehen lassen.

Warum ist der Biskuit im glutenfreien Tiramisu so hell und nicht kaffeebraun?

Weil er bestrichen und nicht getunkt wird. Rund 90 ml Espresso pro Boden reichen für einen klaren Kaffeeton, färben die Krume aber nur leicht beige. Ein durchgehend brauner Boden wäre bereits zu nass und würde die Schichten beim Anschneiden absacken lassen.

Kann man die glutenfreie Tiramisu-Torte ohne Alkohol zubereiten?

Ja, ohne jeden Verlust. Der Amaretto in der Tränke lässt sich durch einen Teelöffel Vanille-Extrakt und einen Esslöffel Zuckersirup ersetzen. Die Eigelbcreme wird ohnehin über dem Wasserbad erhitzt, sodass die Torte auch für Schwangere, Kinder und ältere Gäste unbedenklich bleibt.

Warum wird die Mascarpone-Creme im Tiramisu körnig?

In fast allen Fällen wurde zu lange gerührt. Dabei trennt sich das Fett vom Frischkäse und die Creme wird flockig – ein Zustand, der sich nicht mehr retten lässt. Den Mascarpone eine Viertelstunde vor dem Verarbeiten aus dem Kühlschrank nehmen und nur so lange rühren, bis die Masse eben glatt ist.

Wie lange im Voraus lässt sich das glutenfreie Tiramisu vorbereiten?

Am besten einen Tag vorher, denn die Torte braucht ohnehin mindestens sechs Stunden im Kühlschrank. Auch die Tupfen dürfen am Vortag aufgespritzt werden. Nur der Kakao kommt erst kurz vor dem Servieren darüber, sonst wird er fleckig und die helle Hälfte verliert ihren Kontrast.

Wohin mit den Eiweißen, die beim glutenfreien Tiramisu übrig bleiben?

Für den Biskuit werden die Eier komplett verarbeitet, übrig bleiben nur die vier Eiweiße aus der Creme. Sie halten sich gut verschlossen drei Tage im Kühlschrank und lassen sich portionsweise einfrieren. Klassisch werden daraus Baiser, Amaretti oder ein Omelett – und aufgetaut schlagen sie sich sogar besonders volumig auf.


Ein Stück glutenfreie Tiramisu-Torte von oben auf grauem Teller mit Minze und Kakao
Auf dem Teller reicht ein Minzblatt: Das Stück zeigt die feine Kante, die der gebackene Boden möglich macht.

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Glutenfreie Tiramisu-Torte mit dicht gespritzten Sahnetupfen, teils mit Kakao bestäubt

Glutenfreies Tiramisu als Torte mit gebackenem Reis-Biskuit

Glutenfreie Tiramisu-Torte ohne Löffelbiskuits: Ein flach gebackener Biskuit aus Reismehl und Speisestärke wird nach dem Auskühlen waagerecht halbiert, nur dünn mit kaltem Espresso bestrichen und mit einer Creme aus pasteurisierter Zabaione, Mascarpone und geschlagener Sahne geschichtet. Nach einer Nacht im Kühlschrank wird die Oberfläche dicht an dicht mit Sahnetupfen bespritzt und erst kurz vor dem Servieren zu einem Teil mit Kakao bestäubt, sodass eine helle und eine dunkle Fläche entstehen.
Servings 12 Stücke
Vorbereitungszeit 45 Minuten
Zubereitungszeit 25 Minuten
Auskühlen und Kühlzeit (besser über Nacht) 7 Stunden
Gesamtzeit 8 Stunden 10 Minuten

Kochutensilien

  • Springform (Ø 24 cm / Ø 9½ in)
  • Backpapier (für Boden und Ring)
  • Handrührgerät
  • Hitzebeständige Schüssel und Topf (für das Wasserbad)
  • Küchenthermometer (hilfreich für die Eigelbcreme)
  • Backpinsel (zum Bestreichen der Böden)
  • Langes Sägemesser (zum Halbieren des Biskuits)
  • Winkelpalette
  • Spritzbeutel (mit runder Tülle 10–12 mm / ⅜–½ in)
  • feines Sieb (zum Bestäuben mit Kakao)

Zutaten
  

Für den glutenfreien Reis-Biskuit

  • 4 Eier (Größe M; Zimmertemperatur)
  • 120 g Zucker (in zwei Hälften geteilt)
  • 100 g Reismehl (fein gemahlen, weiß; glutenfrei zertifiziert)
  • 40 g Speisestärke (Mais; glutenfrei zertifiziert)
  • 1 TL Weinstein-Backpulver (glutenfrei zertifiziert)
  • 1 TL Vanille-Extrakt
  • 1 Prise Salz

Für die Espresso-Tränke

  • 180 ml Espresso (kräftig gebrüht; vollständig abgekühlt)
  • 2 EL Amaretto (alkoholfrei: 1 TL Vanille-Extrakt und 1 EL Zuckersirup)
  • 1 EL Zucker

Für die Mascarpone-Creme

  • 4 Eigelb (Größe M; sehr frisch)
  • 120 g Zucker
  • 2 EL Wasser
  • 500 g Mascarpone (15 Minuten vor dem Verarbeiten aus dem Kühlschrank nehmen)
  • 500 ml Sahne (mindestens 30 % Fett; eiskalt)
  • 40 g Puderzucker
  • 1 TL Vanille-Extrakt
  • 1 Prise Salz

Zum Fertigstellen

  • 3 EL Kakaopulver (ungesüßt, dunkel; zum Bestäuben)
  • 12 Minzblätter (frisch; eines je Stück)

Anleitungen
 

BISKUIT BACKEN UND HALBIEREN

  • Den Backofen auf 175 °C (347 °F) Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden einer Springform von Ø 24 cm (Ø 9½ in) mit Backpapier bespannen, den Rand nicht einfetten.
  • Die Eier trennen. Das Eiweiß mit 1 Prise Salz steif schlagen und dabei 60 g Zucker einrieseln lassen, bis die Masse fest glänzt.
  • Die Eigelbe mit den restlichen 60 g Zucker und 1 TL Vanille-Extrakt hell und dickcremig aufschlagen. Reismehl, Speisestärke und Backpulver mischen und darübersieben. Ein Drittel des Eischnees unterrühren, den Rest in zwei Portionen locker unterheben.
  • Den Teig in die Form füllen, glatt streichen und 22–25 Minuten backen, bis die Oberfläche goldgelb ist und ein Holzstäbchen sauber herauskommt. Den Biskuit 10 Minuten in der Form ruhen lassen, dann auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen, mindestens 1 Stunde.
  • Den vollständig ausgekühlten Biskuit mit einem langen Sägemesser waagerecht halbieren: zuerst rundum am Rand einschneiden, dann in einem Zug durchziehen.

ESPRESSO-TRÄNKE UND MASCARPONE-CREME

  • Für die Tränke 180 ml kräftigen Espresso mit 1 EL Zucker und 2 EL Amaretto verrühren und vollständig abkühlen lassen.
  • Die Eigelbe mit 120 g Zucker und 2 EL Wasser in einer hitzebeständigen Schüssel über dem heißen Wasserbad 5–6 Minuten dickcremig aufschlagen, bis die Masse 70 °C (158 °F) erreicht und hell und standfest ist. Vom Wasserbad nehmen und kalt schlagen.
  • Den Mascarpone kurz glatt rühren und in zwei Portionen unter die abgekühlte Eigelbcreme rühren – nur so lange, bis die Masse eben homogen ist. Nicht länger schlagen, sonst wird die Creme körnig.
  • Die eiskalte Sahne mit dem Puderzucker, 1 TL Vanille-Extrakt und 1 Prise Salz steif schlagen und in drei Portionen unter die Mascarponemasse heben. Ein knappes Viertel der Creme abgedeckt kalt stellen, es wird später für die Tupfen gebraucht.

SCHICHTEN UND KÜHLEN

  • Den Ring der Springform mit einem Streifen Backpapier auskleiden und um den unteren Biskuitboden schließen. Den Boden mit der Hälfte der Espresso-Tränke bestreichen, in zwei Durchgängen mit einer Minute Pause dazwischen. Nicht tunken und nicht übergießen.
  • Zwei Drittel der übrigen Creme darauf verteilen und glatt streichen.
  • Den zweiten Boden auflegen, mit der restlichen Tränke bestreichen und dünn mit Kakaopulver bestäuben. Die restliche Creme daraufgeben und mit der Winkelpalette eben abziehen.
  • Die Torte abgedeckt mindestens 6 Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank durchziehen lassen.

TUPFEN AUFSPRITZEN UND SERVIEREN

  • Den Ring mit einem dünnen Messer lösen, entfernen und die Torte auf eine Servierplatte setzen. Die beiseitegestellte Creme mit dem Schneebesen von Hand kurz durchrühren und in den Spritzbeutel mit runder Tülle von 10–12 mm (⅜–½ in) füllen.
  • Die gesamte Oberfläche dicht an dicht mit Tupfen bespritzen: den Beutel senkrecht aufsetzen, aufdrücken, den Druck stoppen und die Tülle seitlich wegziehen. In Kreisen vom äußeren Rand zur Mitte arbeiten.
  • Kurz vor dem Servieren einen Bogen Backpapier als Schablone über einen Teil der Torte legen und die freie Fläche durch ein feines Sieb großzügig mit Kakao bestäuben. Der abgedeckte Teil bleibt hell, so entsteht die klare Grenze zwischen dunkel und hell.
  • Die Torte in 12 Stücke schneiden und das Messer zwischen den Schnitten heiß abspülen und abtrocknen. Jedes Stück mit einem frischen Minzblatt anrichten und mit einer Tasse Espresso servieren.
    Stück glutenfreie Tiramisu-Torte mit Minzblatt auf grauem Teller, daneben eine Tasse Espresso

Notizen

Kein Tunken: Der glutenfreie Biskuit wird ausschließlich mit dem Pinsel bestrichen, rund 90 ml Tränke pro Boden. Getunkt oder übergossen sackt die Krume aus Reisstärke zusammen und die Schichten lassen sich nicht mehr sauber schneiden.
Reismehl richtig wählen: Fein gemahlenes weißes Reismehl verwenden, kein Klebreismehl – dieses macht den Boden zäh. Die Speisestärke ist kein Streckmittel, sondern hält die Krume zart.
Für Gäste mit Zöliakie: Reismehl, Speisestärke und Backpulver auf das Symbol der durchgestrichenen Ähre prüfen und mit frisch gespülten Schüsseln, Rührbesen und Sieben arbeiten, damit keine Mehlreste hineingeraten.
Biskuit vollständig auskühlen: Ein lauwarmer glutenfreier Boden reißt beim Halbieren. Mindestens 1 Stunde auf dem Gitter auskühlen lassen, notfalls am Vortag backen und in Folie gewickelt aufbewahren.
Mascarpone nicht überrühren: 15 Minuten vor dem Verarbeiten aus dem Kühlschrank nehmen und nur bis zur eben glatten Masse rühren. Zu langes Schlagen treibt das Fett heraus, die Creme wird körnig und lässt sich nicht mehr retten.
Kakao erst zum Schluss: Auf gespritzter Sahne zieht Kakaopulver Feuchtigkeit und wird innerhalb weniger Stunden fleckig-dunkel. Erst unmittelbar vor dem Servieren bestäuben, dann bleibt der Kontrast zwischen heller und dunkler Fläche erhalten.
Übrige Eiweiße: Aus der Creme bleiben vier Eiweiße übrig. Gut verschlossen halten sie sich 3 Tage im Kühlschrank oder lassen sich portionsweise einfrieren – klassisch werden daraus Baiser oder Amaretti.
Alkoholfrei: Den Amaretto durch 1 TL Vanille-Extrakt und 1 EL Zuckersirup ersetzen. Da die Eigelbe über dem Wasserbad erhitzt werden, ist die Torte auch für Schwangere, Kinder und ältere Gäste unbedenklich.
Variationen: Mit 30 g Kakao in der Creme wird daraus eine Schoko-Variante; 50 g fein gehackte Pistazien zwischen den Schichten geben Biss; ein Esslöffel Orangenabrieb im Biskuit bringt eine frische Note.
Aufbewahrung: Abgedeckt 3 Tage im Kühlschrank, am zweiten Tag am besten. Einzelne Stücke bis zu 1 Monat einfrieren und 3–4 Stunden im Kühlschrank auftauen; die gespritzten Tupfen verlieren dabei ihre klare Form. Vor dem Servieren 15 Minuten stehen lassen.
Getränke dazu: Espresso, Cappuccino, ein Glas Vin Santo oder ein Marsala dolce.

Nährwerte

Serving: 1gCalories: 495kcalCarbohydrates: 33gProtein: 8gFat: 34gSodium: 90mgFiber: 1gSugar: 25g
Calories: 495kcal
Gericht: Dessert, Süßspeise, Torte
Küche: Europäisch, Italienisch, Mediterran, Südeuropäisch
Ernährungsform: Glutenfrei, Vegetarisch
Schlagwort: Aus dem Ofen, cremig, Dessert, Familienessen, festlich, Ganzjahresrezepte, Gästeessen, Geburtstag, italienisch, Kalt serviert, klassisch, Ohne Gluten, Sommerrezepte

📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für alle, die mit Zöliakie oder einer Glutenunverträglichkeit leben und beim Nachtisch nicht auf den Klassiker verzichten möchten – und ebenso für gemischte Tafeln, an denen ein einziges Dessert für alle stehen soll, ohne dass jemand nachfragen muss. Wer schon einmal an gekauften glutenfreien Savoiardi gescheitert ist, findet hier die stabilere Bauweise. Und weil die Torte über Nacht durchziehen muss, eignet sie sich besonders für Geburtstage, Frühlingsfeste und größere Runden, bei denen der Nachtisch schon am Vortag fertig im Kühlschrank stehen soll. Wer gern spritzt, bekommt obendrein eine Oberfläche, an der sich Sorgfalt sichtbar auszahlt.

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