Prasopita – Griechischer Lauchkuchen mit Filoteig und Feta
Warum Lauch beim langsamen Dünsten süß wird wie Karamell, Filoteig auch gerissen noch funktioniert – und wie aus acht hauchdünnen Schichten und einer einfachen Gemüsefüllung ein Kuchen entsteht, den man in Griechenland zu jeder Tageszeit isst
Die meisten kennen Spanakopita – den griechischen Spinatkuchen, der es auf die Speisekarten von Restaurants weltweit geschafft hat. Prasopita ist seine sanftere, süßlichere Schwester – und in Griechenland mindestens genauso beliebt. Statt Spinat bildet hier karamellisierter Lauch das Herz der Füllung: weich, fast cremig, mit einer natürlichen Süße, die von dem salzigen Feta und dem knusprigen Filoteig perfekt in Balance gehalten wird. Acht hauchdünne Teigschichten, jede einzeln mit Olivenöl bestrichen, umhüllen die Füllung und verwandeln sich im Ofen in eine goldbraune, blättrige Kruste, die bei jedem Anschnitt hörbar knackt.
Filoteig: Das Teigtuch, das verzeiht
Filoteig hat einen einschüchternden Ruf. Er ist hauchdünn, trocknet in Sekunden aus und reißt, wenn man ihn falsch anfasst. In der Praxis ist die Angst größer als das Problem. Denn das Schöne an Filoteig in einer geschichteten Pita ist: Selbst wenn ein Blatt reißt, sieht man es im fertigen Kuchen nicht. Die anderen Schichten gleichen den Riss aus, und das Olivenöl zwischen den Lagen verklebt die Bruchstellen. Solange die nicht verwendeten Blätter während der Arbeit mit einem leicht feuchten Küchentuch abgedeckt bleiben, passiert wenig Schlimmes.
In griechischen Dörfern wird Filoteig bis heute von Hand gezogen – auf einem großen Tisch, hauchdünn, bis man eine Zeitung durchlesen könnte. Aber gekaufter Filoteig aus dem Tiefkühlregal ist nicht nur ein akzeptabler Ersatz – er ist in den meisten griechischen Haushalten längst der Standard.
Der Lauch: Von scharf zu süß in 15 Minuten
Roher Lauch schmeckt scharf, zwiebelig und leicht bitter. Doch beim langsamen Dünsten bei mittlerer Hitze passiert eine Verwandlung: Die schwefelhaltigen Verbindungen, die für den scharfen Geschmack verantwortlich sind, verflüchtigen sich, während die natürlichen Zucker des Lauchs karamellisieren. Nach 10 bis 15 Minuten in der Pfanne ist aus dem scharfen Gemüse eine weiche, fast cremige Masse geworden, die süßlich, mild und buttrig schmeckt. Genau diese Transformation ist das Fundament der Prasopita – und der Grund, warum man den Lauch nicht abkürzen und roh in die Füllung geben sollte.
Zusammen mit den glasig gedünsteten Zwiebeln, frisch gehackter Petersilie, Frühlingszwiebeln und grob zerbröseltem Feta entsteht eine Füllung, die gleichzeitig würzig, salzig und sanft süß ist. Der Feta muss unbedingt erst in die abgekühlte Lauchmischung gegeben werden – in der heißen Pfanne würde er schmelzen und seine krümelige Textur verlieren, die im fertigen Kuchen für kleine salzige Überraschungen bei jedem Bissen sorgt.
Acht Schichten, ein Pinsel, viel Olivenöl
Der Aufbau ist simpel: vier Schichten Filoteig als Boden, jede einzeln mit Olivenöl bestrichen, darauf die Füllung, darüber vier weitere geölte Schichten als Deckel. Das Olivenöl zwischen den Lagen hat eine doppelte Funktion: Es verhindert, dass die Blätter beim Backen austrocknen und aneinanderkleben, und es sorgt gleichzeitig für die typisch knusprige, blättrige Textur, die eine gute Pita ausmacht. Im Ofen verdampft die Feuchtigkeit zwischen den Schichten, die Stärke im Teig wird knusprig, und das Olivenöl gibt jedem Blatt einen feinen, nussigen Geschmack.
Vor dem Backen wird die Oberfläche mit Sesamsamen bestreut und der Kuchen mit einem scharfen Messer vorgeschnitten – das ist wichtig, denn nach dem Backen ist der Filoteig so knusprig, dass er beim Schneiden unkontrolliert brechen würde. Durch das Vorschneiden bekommt jedes Stück saubere Kanten.
Warm, lauwarm, kalt – Prasopita geht immer
Einer der großen Vorteile dieses Kuchens: Er schmeckt bei jeder Temperatur. Frisch aus dem Ofen ist die Kruste am knusprigsten und die Füllung noch dampfend. Lauwarm – nach 15 bis 20 Minuten Ruhezeit – hat sich der Geschmack gesetzt und die Stücke lassen sich sauberer schneiden. Und selbst bei Raumtemperatur, am nächsten Tag aus dem Kühlschrank, ist Prasopita ein wunderbares Mittagessen oder Picknick-Begleiter.
Nur eines sollte man vermeiden: die Mikrowelle. Filoteig, der in der Mikrowelle erwärmt wird, verliert seine Knusprigkeit und wird weich und zäh. Wer Prasopita aufwärmen möchte, gibt die Stücke für 10 Minuten bei 160 °C (320 °F) in den Ofen – so wird die Oberfläche wieder knusprig, während die Füllung warm und saftig bleibt.
Aufbewahrung und Allergen-Hinweis
In Frischhaltefolie gewickelt hält sich die Prasopita im Kühlschrank etwa 3 Tage. Der fertig gebackene Kuchen lässt sich auch portionsweise einfrieren und bei Bedarf im Ofen aufbacken. Wer keinen Feta im Haus hat, kann ihn durch gesalzenen Ricotta ersetzen – der Geschmack wird milder, die Textur cremiger, aber das Ergebnis bleibt schmackhaft.
Das Rezept enthält Gluten (Weizen im Filoteig), Milcherzeugnisse (Feta) und Sesamsamen. Sesam gehört zu den 14 kennzeichnungspflichtigen Hauptallergenen in der EU.
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Prasopita – Griechischer Lauchkuchen mit Filoteig und Feta
Kochutensilien
- 1 rechteckige Auflaufform ca. 25 × 35 cm (10 × 14 in)
- 1 große Pfanne
- 1 große Schüssel
- 1 Backpinsel (zum Bestreichen mit Olivenöl)
- 1 scharfes Messer (zum Vorschneiden)
- 1 sauberes Küchentuch (zum Abdecken des Filoteigs)
Zutaten
Für den Teig:
- 500 g Filoteig (ca. 8 Blätter, aufgetaut)
- 70-80 ml Olivenöl (zum Bestreichen)
Für die Füllung:
- 3 Zwiebeln (groß)
- 1 Stange Lauch (ca. 300–350 g)
- 2-3 Frühlingszwiebeln
- ¼ Bund frische Petersilie (oder 2 TL getrocknete Petersilie)
- 200-250 g Feta-Käse
- 2 EL Olivenöl (zum Braten)
- 1 Prise Salz
- 1 Prise Schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
Zum Bestreuen:
- 1-2 EL Sesamsamen
- 8-10 frische Basilikumblätter
Zum Garnieren:
- Frisches Basilikum (Blätter)
Anleitungen
- FÜLLUNG ZUBEREITEN: Die Zwiebeln schälen und in feine Halbringe schneiden. Den Lauch der Länge nach halbieren, gründlich waschen und in dünne Halbringe schneiden. Das Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen und die Zwiebeln ca. 5 Minuten glasig dünsten. Den Lauch hinzufügen und alles zusammen weitere 8–10 Minuten garen, bis das Gemüse weich und leicht karamellisiert ist. Die Lauchmischung in eine große Schüssel umfüllen und vollständig abkühlen lassen. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, die Petersilie fein hacken und beides zur abgekühlten Lauchmischung geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Feta mit einer Gabel grob zerbröseln und vorsichtig unter die Füllung heben.
- FILOTEIG SCHICHTEN (BODEN): Den Backofen auf 180 °C (355 °F) Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine rechteckige Auflaufform (ca. 25 × 35 cm / 10 × 14 in) mit etwas Olivenöl einfetten. Ein Blatt Filoteig in die Form legen und mit einem Backpinsel gleichmäßig mit Olivenöl bestreichen. Ein weiteres Blatt darauflegen und ebenfalls bestreichen. Diesen Vorgang wiederholen, bis 4 Blätter übereinandergeschichtet sind.
- FÜLLUNG VERTEILEN: Die vorbereitete Lauch-Feta-Füllung gleichmäßig auf der vierten Filoteigschicht verteilen und leicht glatt streichen.
- FILOTEIG SCHICHTEN (DECKEL): Die Füllung mit einem weiteren Blatt Filoteig bedecken und mit Olivenöl bestreichen. Weitere 3 Blätter einzeln darauflegen und jedes Blatt vor dem nächsten mit Öl bestreichen – insgesamt wieder 4 Schichten. Die überstehenden Teigränder nach innen einschlagen, sodass ein sauberer Abschluss entsteht.
- BACKEN: Die Oberfläche des Kuchens mit Olivenöl bestreichen und gleichmäßig mit Sesamsamen bestreuen. Mit einem scharfen Messer den Kuchen vorsichtig in die gewünschte Portionsgröße vorschneiden – so bricht der Teig nach dem Backen nicht unkontrolliert. Den Kuchen auf der mittleren Schiene ca. 40 Minuten backen, bis die Oberfläche gleichmäßig goldbraun und knusprig ist.
- ABKÜHLEN UND SERVIEREN: Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und mindestens 15–20 Minuten in der Form abkühlen lassen, bevor Sie ihn in Stücke schneiden. Mit frischen Basilikumblättern garnieren. Prasopita schmeckt warm, lauwarm und auch bei Raumtemperatur ausgezeichnet.

Notizen
- Filoteig: Filoteig trocknet sehr schnell aus. Decken Sie die nicht verwendeten Blätter während der Arbeit mit einem leicht feuchten Küchentuch ab, damit sie geschmeidig bleiben.
- Selbstgemachter Filoteig: Wenn Sie keinen Filoteig im Handel finden, können Sie ihn aus Weizenmehl, Wasser, etwas Olivenöl und einer Prise Salz selbst herstellen. Dazu den Teig sehr dünn ausrollen, bis er fast transparent ist.
- Feta-Intensität: Je nach Geschmack können Sie die Feta-Menge variieren. Wer es salziger und würziger mag, nimmt die vollen 250 g.
- Aufbewahrung: In Frischhaltefolie gewickelt hält sich die Prasopita im Kühlschrank ca. 3 Tage. Im Ofen bei 160 °C (320 °F) für 10 Minuten aufgewärmt wird die Oberfläche wieder knusprig.
- Einfrieren: Der fertig gebackene Kuchen lässt sich portionsweise einfrieren und bei Bedarf im Ofen aufbacken.
- Als Vorspeise: In kleinere Stücke oder Rauten geschnitten eignet sich Prasopita hervorragend als Fingerfood oder als Beilage zu Salaten und gegrilltem Fleisch.
💡 Hinweis: Vegetarisch Dieses Rezept ist vegetarisch. Achten Sie bei der Feta darauf, dass sie ohne tierisches Lab hergestellt wurde, wenn Ihnen dies wichtig ist – entsprechende Produkte sind im Handel erhältlich. ⚠️ Hinweis: Allergene Dieses Rezept enthält Gluten (Weizen im Filoteig), Milch und Milcherzeugnisse (Feta) sowie Sesamsamen. Sesam gehört zu den 14 kennzeichnungspflichtigen Hauptallergenen in der EU. Bitte passen Sie die Zutaten bei bekannten Unverträglichkeiten entsprechend an.
(Die Nährwerte sind Richtwerte und können je nach verwendeten Produkten und Menge des Olivenöls variieren.)
📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Dieses Rezept ist ideal für alle, die griechische Küche lieben und ein herzhaftes Gericht suchen, das warm, lauwarm und kalt gleichermaßen schmeckt: die Prasopita vereint knusprigen Filoteig, süßlich karamellisierten Lauch und salzige Feta zu einem Kuchen, der als Hauptgericht, Beilage oder Fingerfood funktioniert; die Zubereitung ist unkompliziert, die Zutaten sind in jedem Supermarkt erhältlich, und der fertige Kuchen lässt sich problemlos vorbereiten, aufbewahren und sogar einfrieren – perfekt für Einladungen, Picknicks, als Büro-Mittagessen oder einfach als Feierabendgericht, das sich fast von selbst macht.
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