Italienische Béchamelsauce (Besciamella)

Grundsauce

Eine samtig-weiße Sauce aus Butter, Mehl und warmer Milch, die jede Lasagne und jeden Nudelauflauf erst richtig cremig macht.

10. Juli 2026
Rating: 0.00
(0)

Jump to Recipe

Italienische Béchamelsauce (Besciamella) — cremige Grundsauce für Lasagne und Pasta al forno

Aus nur drei einfachen Zutaten entsteht in wenigen Minuten eine glatte, glänzende Sauce, die sich wie ein warmer Mantel über Nudelblätter und Gratins legt — die Besciamella ist das stille Herzstück der italienischen Ofenküche und in der eigenen Küche schneller gemacht, als viele glauben.


Wenn in Italien eine Lasagne oder eine Pasta al forno auf den Tisch kommt, dann steckt fast immer eine helle, cremige Sauce zwischen den Schichten, die alles zusammenhält: die Besciamella. Sie ist die italienische Schwester der Béchamel, wird aus Butter, Mehl und warmer Milch gerührt und mit nicht mehr als einer Prise Muskatnuss, Salz und etwas weißem Pfeffer gewürzt. Genau diese Schlichtheit macht sie so wandelbar. Wo eine Tomatensauce kräftig und würzig auftritt, bringt die Besciamella Ruhe und Samtigkeit ins Spiel, bindet die Aromen und sorgt dafür, dass ein Nudelauflauf beim Anschneiden nicht auseinanderfällt, sondern in cremigen Schichten auf dem Teller liegt. Wer diese Sauce einmal selbst gemacht hat, greift dafür kaum wieder zum Fertigprodukt, denn der Aufwand ist gering und der Unterschied im Geschmack deutlich.

Die gute Nachricht vorweg: Diese Sauce hat keinen Zaubertrick, den man erst nach zehn Versuchen begreift. Sie folgt einem einfachen, seit Generationen bewährten Ablauf. Zuerst wird die Milch lauwarm erwärmt, dann rührt man aus Butter und Mehl eine helle Paste, die sogenannte Mehlschwitze, und gießt schließlich die warme Milch nach und nach dazu, bis eine glatte, sämige Sauce entsteht. Klümpchen, die viele beim ersten Gedanken an eine selbstgemachte helle Sauce fürchten, lassen sich mit ein paar einfachen Handgriffen fast vollständig vermeiden. Und selbst wenn doch einmal welche entstehen, gibt es einen ruhigen Weg, die Sauce wieder glatt zu bekommen. Auf dieser Seite gehen wir Schritt für Schritt durch, worauf es ankommt, damit Ihre Besciamella jedes Mal gelingt.

Diese Anleitung ist bewusst auf die italienische Version zugeschnitten, denn sie unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von manch anderer Zubereitung. Die klassische Besciamella wird pur gehalten: Die Milch wird nur erwärmt, aber nicht mit Zwiebel, Lorbeer oder Nelke aromatisiert, wie man es aus einigen französischen Rezepten kennt. Diese Zurückhaltung hat einen guten Grund, denn in Lasagne, Cannelloni und Nudelauflauf soll die Sauce cremig binden und die anderen Zutaten tragen, ohne selbst zu sehr in den Vordergrund zu drängen. So bleibt sie die verlässliche cremige Grundlage, auf der sich Fleischsauce, Gemüse und Käse voll entfalten können.


Was die italienische Besciamella besonders macht

Der wohl größte Unterschied zwischen der italienischen Besciamella und mancher anderen weißen Sauce liegt in ihrer Klarheit. Sie wird pur gehalten und kommt ganz ohne die kleinen Aromahelfer aus, die man aus einigen französischen Béchamel-Varianten kennt. Dort lässt man die Milch häufig mit einer angesteckten Zwiebel, einem Lorbeerblatt und einer Nelke ziehen, um ihr eine feine Würze mitzugeben. In der italienischen Küche verzichtet man bei der Besciamella bewusst darauf. Die Milch wird nur erwärmt, und gewürzt wird die fertige Sauce am Ende einzig mit frisch geriebener Muskatnuss, Salz und ein wenig weißem Pfeffer. So schmeckt sie mild, rund und angenehm neutral.

Diese Neutralität ist kein Mangel, sondern gerade ihr großer Vorzug. In einer Lasagne trifft die Besciamella auf eine kräftige Fleisch- oder Gemüsesauce, auf Nudelblätter und auf reichlich Käse. Käme die Sauce hier schon mit vielen eigenen Aromen daher, würde das Gericht schnell überladen wirken. So aber legt sie sich still zwischen die Schichten, verbindet sie zu einem cremigen Ganzen und lässt den übrigen Zutaten den Vortritt. Man kann sie sich wie einen ruhigen Gastgeber vorstellen, der dafür sorgt, dass alle Gäste am Tisch gut miteinander auskommen, ohne selbst das große Wort zu führen.

Auch wenn die Besciamella auf den ersten Blick der allgemeinen weißen Sauce ähnelt, lohnt es sich, sie als eigene, italienische Zubereitung zu verstehen. Sie ist gezielt für die Ofenküche gedacht, für alles, was mit Nudeln, Käse und einer Sauce überbacken wird. Ihre Konsistenz, ihr milder Geschmack und ihre gute Bindung machen sie zur ersten Wahl, wenn ein Auflauf besonders cremig werden soll. Wer den Unterschied einmal geschmeckt hat, weiß, warum in italienischen Küchen so oft ein kleiner Topf mit dieser Sauce parat steht, sobald die Ofenform herausgeholt wird.

Blick von oben auf cremige Besciamella im Topf mit Löffel, daneben Butter, Mehl und eine Muskatnuss
Nur drei Grundzutaten: Butter, Mehl und Milch, gewürzt mit einer Prise frisch geriebener Muskatnuss

Die weiße Mehlschwitze — hell halten, nicht bräunen

Das Fundament jeder guten Besciamella ist die Mehlschwitze, also die Paste aus Butter und Mehl. Und hier fällt schon die erste wichtige Entscheidung: Diese Mehlschwitze soll hell bleiben und auf keinen Fall bräunen. Lassen Sie die Butter bei mittlerer Hitze schmelzen, streuen Sie das Mehl hinein und rühren Sie beides ein bis zwei Minuten zu einer glatten, hellen Paste. In dieser kurzen Zeit verliert das Mehl seinen rohen, mehligen Geschmack, ohne dass die Masse Farbe annimmt. Sobald sie zu bräunen beginnt, verändert sich der Geschmack ins Nussige und die Sauce würde später nicht mehr strahlend weiß, sondern beige. Für die Besciamella ist genau das nicht erwünscht — sie soll hell und cremig bleiben.

Warum überhaupt dieser Zwischenschritt mit Butter und Mehl? Man kann sich das ganz anschaulich vorstellen. Würde man Mehl direkt in Milch rühren, klumpt es sofort, weil sich die trockenen Mehlkörnchen an der Oberfläche mit Feuchtigkeit vollsaugen und verkleben, bevor sie sich gleichmäßig verteilen können. Die geschmolzene Butter dagegen legt sich wie ein feiner Film um jedes einzelne Mehlkörnchen. So bleibt jedes Teilchen sozusagen einzeln eingehüllt, und wenn später die Milch dazukommt, können sich die Körnchen sanft und gleichmäßig darin verteilen, statt zu verklumpen. Die Mehlschwitze ist also nicht nur Geschmacksträger, sondern vor allem der Schlüssel zu einer glatten Sauce.

Das Verhältnis von Butter zu Mehl ist bei der Besciamella traditionell etwa eins zu eins, in unserem Fall rund 70 Gramm Butter auf 70 Gramm Mehl. Diese Menge Mehlschwitze auf einen Liter Milch ergibt eine mittelfeste Sauce, die schön am Löffel haftet und sich zugleich gut zwischen Nudelblätter streichen lässt. Genau hier haben Sie einen Hebel in der Hand, um die Sauce an das jeweilige Gericht anzupassen. Wünschen Sie eine dickere, standfestere Sauce, nehmen Sie etwas mehr Butter und Mehl. Soll sie dünner und fließender werden, geben Sie einfach etwas mehr Milch dazu. Mit diesem einfachen Prinzip haben Sie die Konsistenz jederzeit selbst in der Hand.


Warum warme Milch Klümpchen verhindert

Wenn es einen Handgriff gibt, der über eine glatte oder eine klumpige Sauce entscheidet, dann ist es die Temperatur der Milch. Erwärmen Sie die Milch in einem eigenen Topf lauwarm, aber lassen Sie sie nicht kochen, und stellen Sie sie bereit, bevor Sie mit der Mehlschwitze beginnen. Warme Milch verbindet sich sanft und gleichmäßig mit der heißen Butter-Mehl-Paste, während kalte Milch die Mehlschwitze schlagartig abkühlt. Dabei zieht sich das Mehl zusammen und bildet kleine feste Klümpchen, die sich später nur noch mühsam auflösen lassen. Die kurze Mühe, die Milch vorher anzuwärmen, spart Ihnen also viel Nachrühren.

Der zweite Teil des Geheimnisses steckt darin, wie Sie die Milch angießen. Schütten Sie sie nicht auf einmal in den Topf, sondern in etwa drei Portionen. Gießen Sie das erste Drittel unter kräftigem Rühren mit einem Schneebesen dazu und rühren Sie, bis die Masse glatt ist und keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Erst dann folgt das nächste Drittel, wieder rühren, bis alles glatt ist, und schließlich der Rest. Anfangs entsteht eine recht dicke, glatte Creme, die sich mit jedem Schwung Milch weiter verdünnt. Dieses schrittweise Vorgehen gibt dem Mehl Zeit, sich gleichmäßig in der Flüssigkeit zu verteilen, und ist der sicherste Weg zu einer seidigen Sauce.

Ein Schneebesen ist dabei ein hilfreiches Werkzeug, weil er die Sauce in alle Richtungen durchmischt und feine Unebenheiten sofort glättet. Behalten Sie besonders den Rand und den Boden des Topfes im Auge, denn dort setzt sich die Sauce am ehesten an und kann anziehen. Rühren Sie also nicht nur in der Mitte, sondern führen Sie den Schneebesen ruhig einmal ganz um den Topfrand herum. Wer diesen einfachen Ablauf einhält — warme Milch, in Portionen angießen, gründlich rühren — wird nur selten mit Klümpchen kämpfen und bekommt fast von allein eine glatte, glänzende Besciamella.

Cremige Besciamella läuft von einem Holzlöffel zurück in den Topf, daneben ein Milchkännchen und Mehl
Sämig genug, wenn die Sauce den Löffel überzieht und langsam in breiten Bahnen zurückläuft

Die richtige Konsistenz für jedes Gericht

Sobald die Milch vollständig eingerührt ist, geht es an das sanfte Einkochen. Lassen Sie die Sauce bei milder Hitze und unter stetigem Rühren etwa fünf bis zehn Minuten leise köcheln, bis sie cremig andickt und schön am Löffel haftet. Ein guter Anhaltspunkt: Ziehen Sie einen Löffel durch die Sauce und fahren Sie mit dem Finger über die Rückseite. Bleibt eine deutliche Spur stehen, die nicht sofort wieder zusammenläuft, hat die Besciamella die richtige Bindung. Jetzt ist der Moment, sie mit frisch geriebener Muskatnuss, Salz und einer kleinen Menge weißem Pfeffer abzuschmecken. Weißer Pfeffer wird bewusst gewählt, damit keine dunklen Punkte die helle Sauce sprenkeln.

Die schöne Nachricht ist, dass es nicht die eine einzig richtige Konsistenz gibt, sondern dass Sie die Sauce je nach Gericht anpassen dürfen. Für eine Lasagne darf die Besciamella ruhig etwas dünner und fließender sein, denn sie soll sich zwischen die Nudelblätter ziehen und beim Backen weiter mit dem Nudelteig verbinden. Eine zu feste Sauce bliebe hier klumpig liegen, statt sich gleichmäßig zu verteilen. Für Gratins, gefüllte Cannelloni oder einen deftigen Nudelauflauf darf sie dagegen dicker und standfester sein, damit sie in der Form Halt gibt und beim Anschneiden nicht wegläuft. Ein Löffel mehr oder weniger Milch entscheidet also darüber, wie die Sauce sich später verhält.

Merken Sie sich am besten die einfache Faustregel: Zu dick wird mit etwas warmer Milch gelöst, zu dünn wird durch weiteres Einkochen fester. Behalten Sie außerdem im Kopf, dass die Besciamella beim Abkühlen von selbst noch etwas nachdickt. Eine Sauce, die im Topf gerade perfekt wirkt, kann nach ein paar Minuten schon deutlich fester sein. Rühren Sie sie deshalb kurz vor dem Verwenden noch einmal durch und gleichen Sie die Konsistenz bei Bedarf mit einem Schuss warmer Milch aus. So haben Sie die Sauce immer genau so, wie das jeweilige Gericht sie braucht.


Die Mornay-Variante und was Sie sonst noch abwandeln können

Wer der cremigen Grundlage noch etwas mehr Tiefe geben möchte, kann aus der Besciamella mit einem einzigen Handgriff eine Mornay-Sauce machen. Dafür rühren Sie am Ende, wenn die Sauce fertig gebunden und noch heiß ist, eine gute Handvoll frisch geriebenen Käse unter, bis er vollständig geschmolzen ist. Klassisch eignet sich dafür Parmigiano Reggiano, dessen kräftig-würzige Note wunderbar mit der milden Sauce harmoniert. Diese Variante bringt eine feine herzhafte Tiefe in Aufläufe und Gratins und sorgt beim Überbacken für eine besonders appetitliche, goldene Oberfläche. Geben Sie den Käse aber wirklich erst am Ende und außerhalb sprudelnden Kochens dazu, damit er sanft schmilzt und die Sauce cremig bleibt.

Auch abseits von Käse gibt es kleine Kniffe, die sich lohnen. Wer die Sauce noch etwas reicher mag, kann einen Teil der Milch durch Sahne ersetzen, was sie dichter und samtiger macht. Für eine leichtere Sauce funktioniert das Grundrezept ebenso mit fettarmer Milch, auch wenn sie dann etwas weniger vollmundig ausfällt. Die Würze halten Sie am besten dezent, damit die Besciamella ihre Rolle als ruhige Grundlage behält. Eine Prise Muskatnuss gehört unbedingt dazu, denn sie gibt der Milch jenen warmen, leicht nussigen Ton, den man bei einer guten Besciamella sofort erkennt. Übertreiben Sie es damit aber nicht, ein Hauch reicht völlig aus.

Kleine Missgeschicke lassen sich fast immer beheben, und dafür gibt es einfache Lösungen. Haben sich trotz aller Sorgfalt doch Klümpchen gebildet, streichen Sie die Sauce einfach durch ein feines Sieb oder geben Sie sie kurz mit dem Stabmixer glatt — schon ist die seidige Konsistenz zurück. Ist die Besciamella zu dick geraten, rühren Sie unter sanfter Hitze etwas warme Milch ein, bis sie wieder schön fließt. Ist sie umgekehrt zu dünn, lassen Sie sie einfach ein paar Minuten länger leise köcheln, bis sie die gewünschte Bindung erreicht. Mit diesen drei Handgriffen im Hinterkopf müssen Sie sich um das Gelingen keine Sorgen machen, selbst wenn beim ersten Mal nicht alles auf Anhieb klappt.


Aufbewahren, einfrieren und sinnvoll vorbereiten

Die Besciamella schmeckt am besten frisch und lässt sich am schönsten verarbeiten, solange sie noch warm und geschmeidig ist. Deshalb bereitet man sie am besten kurz vor dem Zusammensetzen eines Auflaufs zu. Manchmal möchte man aber vorarbeiten, und auch das ist gut möglich. Wenn Sie die Sauce vorbereiten und für später aufheben, deckt man sie am besten direkt an der Oberfläche mit Frischhaltefolie ab. Das klingt unscheinbar, hat aber einen klaren Zweck: Liegt die Folie direkt auf der Sauce, kann sich keine feste Haut bilden, die sonst beim Erwärmen als lästige Fetzen in der Sauce landen würde. So bleibt die Oberfläche glatt und die Sauce gleichmäßig cremig.

Im Kühlschrank hält sich die Besciamella so gut abgedeckt ein bis zwei Tage. Beim Erkalten wird sie deutlich fester und beinahe puddingartig, das ist ganz normal und kein Grund zur Sorge. Zum Verwenden erwärmen Sie sie langsam bei milder Hitze und rühren dabei etwas warme Milch ein, bis sie wieder ihre streichfähige, cremige Konsistenz erreicht hat. Rühren Sie ruhig geduldig, dann findet die Sauce ihre Geschmeidigkeit vollständig zurück. Wichtig ist nur, sie nicht zu stark zu erhitzen, damit sie am Boden nicht ansetzt.

Auch Einfrieren ist möglich, wenn Sie eine größere Menge auf Vorrat kochen möchten. Füllen Sie die abgekühlte Sauce in einen gut verschließbaren Behälter und frieren Sie sie portionsweise ein. Nach dem Auftauen kann die Besciamella zunächst etwas uneinheitlich wirken, weil sich die Flüssigkeit leicht absetzt. Erwärmen Sie sie dann langsam und rühren Sie sie mit ein wenig warmer Milch kräftig durch oder pürieren Sie sie kurz, dann wird sie wieder glatt und samtig. Am schönsten gelingt das Ergebnis allerdings mit frisch gekochter Sauce, deshalb lohnt sich das Einfrieren vor allem dann, wenn Sie ohnehin eine große Ofenküche für mehrere Tage planen. So haben Sie die cremige Grundlage für Lasagne, Cannelloni, Nudelauflauf und Gemüsegratin jederzeit griffbereit.


Häufige Fragen zur Besciamella

Was ist der Unterschied zwischen Besciamella und Béchamel?

Im Kern sind beide dieselbe weiße Grundsauce aus Butter, Mehl und Milch. Der Unterschied liegt im Detail: Die italienische Besciamella wird pur gehalten und nur mit Muskatnuss, Salz und weißem Pfeffer gewürzt, während manche französische Béchamel-Varianten die Milch zusätzlich mit Zwiebel, Lorbeer und Nelke aromatisieren. Für Lasagne und Pasta al forno ist die schlichte italienische Version ideal, weil sie mild bleibt und die anderen Zutaten nicht überdeckt.

Warum bekomme ich immer Klümpchen in der Sauce?

Klümpchen entstehen fast immer aus zwei Gründen: Die Milch war kalt, oder sie wurde zu schnell auf einmal angegossen. Erwärmen Sie die Milch deshalb vorher lauwarm und gießen Sie sie in etwa drei Portionen unter kräftigem Rühren mit dem Schneebesen dazu. Rühren Sie nach jedem Guss glatt, bevor der nächste folgt. So verteilt sich das Mehl gleichmäßig und die Sauce bleibt seidig.

Meine Besciamella ist trotzdem klumpig geworden — was tun?

Kein Grund zur Sorge, das lässt sich leicht retten. Streichen Sie die Sauce durch ein feines Sieb oder geben Sie sie kurz mit einem Stabmixer glatt. Schon haben Sie die cremige Konsistenz zurück und können die Sauce ganz normal weiterverwenden.

Wie dünn oder dick sollte die Sauce sein?

Das hängt vom Gericht ab. Für eine Lasagne darf die Besciamella etwas dünner und fließender sein, damit sie sich zwischen die Nudelblätter zieht. Für Gratins, Cannelloni oder einen Nudelauflauf darf sie dicker und standfester sein. Zu dick lösen Sie mit etwas warmer Milch, zu dünn kochen Sie einfach ein paar Minuten länger ein. Denken Sie daran, dass die Sauce beim Abkühlen von selbst noch nachdickt.

Kann ich Käse in die Besciamella geben?

Ja, und daraus wird eine Mornay-Sauce. Rühren Sie am Ende, wenn die Sauce fertig gebunden und noch heiß, aber nicht mehr am Kochen ist, eine Handvoll frisch geriebenen Parmigiano Reggiano unter, bis er geschmolzen ist. Das gibt der Sauce mehr herzhafte Tiefe und sorgt beim Überbacken für eine besonders schöne goldene Kruste.

Wie bewahre ich die Sauce auf, ohne dass sich eine Haut bildet?

Decken Sie die Besciamella direkt an der Oberfläche mit Frischhaltefolie ab, sodass die Folie die Sauce berührt. So kann sich keine Haut bilden. Im Kühlschrank hält sie sich ein bis zwei Tage. Zum Verwenden langsam erwärmen und mit etwas warmer Milch wieder cremig rühren.

Ist die Besciamella vegetarisch?

Ja. Sie besteht nur aus Butter, Mehl und Milch sowie Gewürzen und ist damit vegetarisch. Vegan ist sie wegen Butter und Milch nicht, und glutenfrei ist sie durch das Weizenmehl ebenfalls nicht. Wer glutenfrei kochen möchte, müsste das Mehl durch eine glutenfreie Alternative ersetzen.


Für welche Gerichte diese Sauce ideal ist

Die Besciamella ist eine echte Grundsauce, und genau darin liegt ihr Wert: Sie ist kein Gericht für sich, sondern die cremige Basis, aus der viele andere entstehen. Ihr klassischer Auftritt ist die Lasagne, in der sie sich Schicht für Schicht mit der Fleisch- oder Gemüsesauce und dem Käse verbindet. Ebenso unverzichtbar ist sie für gefüllte Cannelloni, für Nudelaufläufe aller Art und für Gemüsegratins, denen sie eine samtige Hülle und eine appetitlich überbackene Oberfläche schenkt. Immer, wenn ein Ofengericht besonders cremig werden soll, ist die Besciamella die richtige Wahl. Sobald man sie einmal beherrscht, eröffnet sich eine ganze Reihe von Aufläufen, die vorher aufwendig wirkten und plötzlich ganz selbstverständlich gelingen.

Für wen lohnt sich dieses Grundrezept also besonders? Vor allem für alle, die gern italienische Ofenküche kochen und die verlässliche Grundlage dafür einmal von Grund auf selbst machen möchten, statt zum Fertigprodukt zu greifen. Der Aufwand ist überschaubar, die Zutaten hat man fast immer im Haus, und der Lohn ist eine Sauce, die frisch schlicht besser schmeckt. Weil sie nur aus Butter, Mehl und Milch besteht, ist sie vegetarisch und passt an einen bunt gemischten Tisch. Und weil sich das Grundrezept nach Belieben verdicken, verdünnen oder mit Käse zu einer Mornay-Sauce abwandeln lässt, wächst es mit Ihren Ansprüchen mit. Einmal gelernt, wird die Besciamella zu einem dieser Rezepte, die man ganz ohne nachzuschlagen aus dem Handgelenk kocht, sobald die Ofenform herauskommt.


Das könnte Sie auch interessieren

Lasagne — einfaches Rezept – Das klassische Gericht, in dem die Besciamella ihren großen Auftritt zwischen den Nudelblättern hat.

Béchamelsauce — die klassische weiße Soße – Die allgemeine Béchamel als Grundlage, wenn Sie die Basissauce in ihrer Grundform kennenlernen möchten.

Pilz-Julienne mit cremiger Béchamelsauce – Die Béchamel in einem herzhaften Gericht, das zeigt, wie vielseitig die weiße Sauce ist.

Gefüllte Conchiglioni mit Hähnchen aus dem Ofen – Überbackene Pasta mit cremiger Sauce, ganz im Sinne der italienischen Ofenküche.

Penne-Auflauf mit Hackbällchen und Mozzarella – Ein Ofen-Pasta-Klassiker, der von einer cremigen Sauce ebenso profitiert.

Vegetarische schnelle Käse-Lasagne aus Lavash – Eine schnelle Lasagne-Variante, wenn es einmal unkompliziert und rasch gehen soll.

Super schnelle Alfredo-Pasta mit Hähnchenbrust und Erbsen – Eine weitere cremige Pasta-Sauce für alle, die weiße Saucen mögen.

Süßkartoffel-Gratin mit Sahne und Kräutern – Ein cremiges Gratin aus dem Ofen, das die samtige Richtung dieser Sauce aufgreift.

Cremige italienische Besciamella im Topf mit Holzspatel, daneben Mehl, ein Milchkännchen, Muskatnuss und Pfeffermühle

Italienische Besciamella – die cremige Béchamel für Lasagne und Pasta al forno

Die italienische Besciamella ist die samtige weiße Grundsauce aus einer hellen Mehlschwitze und warmer Milch, gewürzt nur mit Muskatnuss, Salz und weißem Pfeffer. Anders als manche französische Béchamel bleibt sie pur, ohne Zwiebel, Lorbeer oder Nelke, und ist damit die ideale cremige Grundlage für Lasagne, Cannelloni, Nudelaufläufe und Gemüsegratins. Mit warmer Milch und ein wenig Rühren gelingt sie klümpchenfrei und in wenigen Minuten.
Servings 6 Portionen
Prep Time 5 minutes
Cook Time 20 minutes
Total Time 25 minutes

Equipment

  • Zwei Töpfe (einer zum Erwärmen der Milch, einer für die Sauce)
  • Schneebesen (zum klümpchenfreien Einrühren)
  • Holzlöffel (zum Rühren am Boden und Rand)
  • Küchenwaage (zum genauen Abwiegen von Butter und Mehl)

Ingredients
  

Für die Besciamella (ergibt ca. 900 ml)

  • 70 g Butter
  • 70 g Mehl (Type 405)
  • 1 Liter Vollmilch (lauwarm erwärmt)
  • 1 Prise Muskatnuss (frisch gerieben)
  • Salz
  • Weißer Pfeffer (etwas)

Instructions
 

  • MILCH ERWÄRMEN
    Die Milch in einem Topf lauwarm erhitzen, aber nicht kochen lassen, und beiseitestellen. Warme Milch verbindet sich später gleichmäßig mit der Mehlschwitze und ist der wichtigste Schutz vor Klümpchen, denn kalte Milch würde die heiße Paste abschrecken und das Mehl zusammenziehen lassen.
  • WEISSE MEHLSCHWITZE ANSETZEN
    Die Butter in einem zweiten Topf bei mittlerer Hitze schmelzen. Das Mehl einrühren und unter stetigem Rühren ein bis zwei Minuten zu einer hellen, glatten Paste anschwitzen. Die Mehlschwitze soll dabei NICHT bräunen, sondern hell bleiben, damit die Besciamella später strahlend weiß und cremig wird.
  • MILCH ANGIESSEN UND GLATT RÜHREN
    Die warme Milch nach und nach in etwa drei Portionen unter kräftigem Rühren mit dem Schneebesen angießen. Nach jedem Drittel glatt rühren, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind, bevor der nächste Schwung folgt. So verteilt sich das Mehl gleichmäßig und die Sauce wird seidig.
  • SÄMIG KÖCHELN UND ABSCHMECKEN
    Die Sauce bei milder Hitze unter Rühren etwa fünf bis zehn Minuten cremig einkochen lassen, bis sie schön am Löffel haftet und eine Fingerspur auf der Löffelrückseite stehen bleibt. Dabei besonders Boden und Rand des Topfes im Auge behalten. Zum Schluss mit frisch geriebener Muskatnuss, Salz und etwas weißem Pfeffer abschmecken.
  • VERWENDEN ODER AUFBEWAHREN
    Die fertige Besciamella sofort für Lasagne, Cannelloni, Nudelauflauf oder Gemüsegratin verwenden. Zum Aufbewahren die Sauce direkt an der Oberfläche mit Frischhaltefolie abdecken, sodass sich keine Haut bildet. Wer mag, rührt am Ende außerhalb des Kochens frisch geriebenen Parmigiano Reggiano unter und erhält so eine Mornay-Variante.

Notes

Tipps:
  • Warme Milch ist das ganze Geheimnis gegen Klümpchen: Milch vorher lauwarm erwärmen und in drei Portionen unter Rühren angießen.
  • Die Mehlschwitze hell halten und nicht bräunen lassen, damit die Besciamella schön weiß bleibt.
  • Weißen statt schwarzen Pfeffer verwenden, damit keine dunklen Punkte die helle Sauce sprenkeln.
Konsistenz anpassen: Das Verhältnis von 1:1 Butter zu Mehl auf einen Liter Milch ergibt eine mittelfeste Sauce. Für eine dickere, standfestere Sauce (Gratin, Cannelloni, Nudelauflauf) etwas mehr Mehlschwitze nehmen, für eine dünnere, fließende Sauce (Lasagne) einfach mehr warme Milch einrühren. Beim Abkühlen dickt die Sauce von selbst noch nach.
Mornay-Variante: Am Ende, wenn die Sauce fertig gebunden und noch heiß, aber nicht mehr am Kochen ist, eine Handvoll frisch geriebenen Parmigiano Reggiano unterrühren, bis er geschmolzen ist. Das gibt herzhafte Tiefe und beim Überbacken eine goldene Kruste.
Wenn es doch klumpt: Die Sauce durch ein feines Sieb streichen oder kurz mit dem Stabmixer glatt pürieren. Zu dick geratene Sauce mit etwas warmer Milch lösen, zu dünne Sauce ein paar Minuten länger einkochen.
Aufbewahren und Einfrieren: Abgedeckt hält sich die Besciamella im Kühlschrank ein bis zwei Tage und wird dabei fest; zum Verwenden langsam mit etwas warmer Milch cremig rühren. Zum Einfrieren portionsweise in verschließbare Behälter füllen, nach dem Auftauen langsam erwärmen und mit warmer Milch glatt rühren oder kurz pürieren.
Passt zu: Lasagne, gefüllte Cannelloni, Nudelaufläufe, Gemüsegratins und alles, was cremig überbacken werden soll.

Nutrition

Serving: 1gCalories: 180kcalCarbohydrates: 15gProtein: 6gFat: 11gSodium: 180mgSugar: 8g
Calories: 180kcal
Gericht: Grundrezept, Sauce
Küche: Europäisch, Italienisch, Mediterran, Südeuropäisch
Ernährungsform: Vegetarisch
Schlagwort: Béchamel, Besciamella, cremig, Ganzjahresrezepte, Grundrezept, italienisch, Lasagne, Mehlschwitze, Muskatnuss, Pasta al forno, selbstgemacht, weiße Sauce

📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Diese italienische Besciamella ist die richtige Wahl für alle, die gern Lasagne, Cannelloni, Nudelaufläufe oder Gemüsegratins kochen und die cremige Grundlage dafür einmal selbst von Grund auf zubereiten möchten. Sie gelingt mit wenigen Zutaten und in kurzer Zeit, lässt sich nach Belieben dicker oder dünner einstellen und mit etwas geriebenem Parmigiano Reggiano zu einer Mornay-Sauce abwandeln. Weil sie nur aus Butter, Mehl und Milch besteht, ist sie vegetarisch und passt an einen bunt gemischten Tisch. Wer die italienische Ofenküche liebt, findet in ihr das stille Herzstück, das viele Aufläufe erst richtig cremig macht.

🔎 Suchen Sie nach: Besciamella, italienische Béchamel, weiße Sauce für Lasagne, Béchamel selber machen, Sauce für Pasta al forno, cremige Sauce für Nudelauflauf, Mehlschwitze weiß, Besciamella Rezept, Sauce ohne Klümpchen, Muskatnuss-Sauce, Grundsauce italienisch, weiße Grundsauce


Haben Sie dieses Rezept ausprobiert? Bitte teilen Sie Ihre Eindrücke oder Vorschläge durch einen Kommentar unten. Ihr Feedback hilft anderen Lesern, die Kochkünste zu verbessern und etwas Neues zu probieren!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Rezeptbewertung




Like 1.9K
Close
VictoryCooks © 2026.
Alle Rechte vorbehalten.
Kochen. Essen. Genießen.
Close
Popular Search: