Klassische Focaccia mit Rosmarin und Meersalz – fluffig vom Blech
Eine gute Focaccia braucht keinen Belag und keine bunten Muster, um zu beeindrucken. Es genügen die typischen Fingerkuhlen mit ihren glänzenden Öltupfen, eine Handvoll frischer Rosmarinnadeln, etwas grob gemahlener schwarzer Pfeffer für die charakteristische Sprenkelung – und eine dünne, goldbraune Oberfläche, unter der eine gut drei Zentimeter hohe, feinporige und watteweiche Krume steckt.
Diese Focaccia ist die pure, klassische Variante – ohne Tomaten, ohne Kartoffelteig, ohne Blumenmuster. Die Hauptrollen spielen ausschließlich gutes Olivenöl, Meersalz, frischer Rosmarin und etwas grob gemahlener schwarzer Pfeffer.
Das Geheimnis liegt nicht in einer aufwendigen Füllung, sondern in drei Kleinigkeiten: einem gut gekneteten Teig, einer langen Kaltgare im Kühlschrank über Nacht und einem eher kleinen Blech, in dem der Teig nach oben statt in die Breite gehen muss. Dazu die typischen Fingerkuhlen, in denen das Olivenöl in kleinen Tupfen stehen bleibt. Klingt unspektakulär, ergibt aber ein Brot, das jedem gekauften Fladen aus der Tüte spielend den Rang abläuft.

Was diese Focaccia von anderen Varianten unterscheidet
Focaccia ist nicht gleich Focaccia. Die ligurische Focaccia all’olio aus Genua ist die Mutter aller Varianten – hauchflach ausgezogen, sehr nass geführt, großzügig mit einer Öl-Wasser-Emulsion begossen und dadurch grobporig und ölglänzend. Sie unterscheidet sich von der bauchigeren Focaccia barese aus Apulien (oft mit Kartoffel im Teig, belegt mit Tomaten und Oliven), von der Focaccia di Recco (papierdünn mit Käse gefüllt) und von modernen Blumen-Focaccias mit Gemüsegesichtern.
Unsere Version bleibt beim ligurischen Prinzip – nur Mehl, Wasser, Olivenöl, Hefe, Salz und obenauf die schlichte Krone aus Rosmarin und grob gemahlenem Pfeffer. Sie fällt aber bewusst höher und feinporiger aus als die flache Bäckerei-Focaccia aus Genua.
Im kleinen Blech geht sie rund 3 cm hoch auf, die Krume ist gleichmäßig fein und watteweich, die Oberfläche matt-goldbraun statt ölglänzend. Wer die klassische, flache Version möchte, findet weiter unten die drei Stellschrauben dafür.
Der Teig – warum hier 64 % Wasser richtig sind
Ein typischer Pizzateig hat 60–65 % Hydration (Wasseranteil im Verhältnis zum Mehl), eine flache Focaccia genovese wird mit 75–80 % geführt. Dieses Rezept liegt bewusst bei 64 %: 320 ml Wasser auf 500 g Mehl.
Der Grund ist die Krume auf den Bildern. Sie ist fein, gleichmäßig und watteweich, nicht grobporig und glasig. Genau das bekommen Sie mit einem mittelfeuchten, gut ausgekneteten Teig. Mehr Wasser ergibt größere, unregelmäßige Löcher und einen Teig, der im Blech in die Breite läuft statt nach oben zu gehen.
Die Struktur kommt hier also nicht aus dem Wasser, sondern aus dem Kneten: 8–10 Minuten von Hand oder 6 Minuten in der Maschine, bis der Teig glatt und elastisch ist und sich vom Schüsselrand löst. Am Anfang klebt er, das gibt sich nach wenigen Minuten von selbst – schütten Sie deshalb kein zusätzliches Mehl nach, sonst wird die Krume trocken.
Die Blechgröße entscheidet über die Höhe
Der am häufigsten übersehene Punkt bei Focaccia ist nicht der Teig, sondern das Blech. Aus 500 g Mehl entstehen rund 870 g Teig – und ob daraus ein hoher, weicher Fladen oder ein dünnes Knäckebrot wird, hängt allein davon ab, auf welche Fläche Sie ihn verteilen.
Für das Ergebnis auf den Fotos brauchen Sie ein kleines Blech oder eine Auflaufform von etwa 32 × 25 cm. Der Teig liegt darin gut anderthalb Zentimeter hoch und geht beim Backen auf rund 3 cm auf.
Auf einem vollen Backblech von 40 × 30 cm verteilt sich dieselbe Menge auf die anderthalbfache Fläche. Das Ergebnis ist eine knapp 2 cm flache Focaccia mit deutlich mehr Kruste und weniger Krume – nicht falsch, aber eben ein anderes Brot. Wer nur große Bleche hat, formt den Teig einfach frei als Rechteck und schiebt an einer Seite ein zusammengefaltetes Stück Alufolie als Begrenzung dagegen.
Die lange Kaltgare – Geschmack durch Geduld
Statt einer schnellen 2-Stunden-Gare bei Raumtemperatur ruht der Teig 8–18 Stunden im Kühlschrank. Die Hefe arbeitet langsam, Enzyme bauen die Stärke schrittweise in Zucker um, und es entstehen die komplexen Aromen, die eine industrielle Schnell-Focaccia niemals haben kann.
Wichtig dabei: Für die lange Kaltgare genügen 4 g Trockenhefe. Nehmen Sie die volle Menge von 7 g, treibt der Teig über Nacht zu weit, fällt beim Formen zusammen und schmeckt hefig. Die 7 g gehören zur schnellen Variante, bei der der Teig nur 90 Minuten warm geht.
Und noch ein praktischer Punkt: Nehmen Sie den Teig direkt aus dem Kühlschrank ins Blech. Er lässt sich kalt sogar besser drücken – die anschließende Stückgare von 60–90 Minuten wärmt ihn ohnehin wieder auf.
Die Fingerkuhlen – mehr als Dekoration
Die typischen Eindrücke (italienisch fossette) sind kein optisches Detail – sie haben eine handfeste Funktion. Wo die Finger den Teig zusammendrücken, geht er beim Backen weniger stark auf. So entsteht die wellige Landschaft aus höheren Rücken und flacheren Mulden, in denen das Olivenöl stehen bleibt.
Das richtige Maß liegt bei etwa 1 cm Tiefe. Drücken Sie mit geölten Fingerspitzen deutlich sichtbar ein, aber stoßen Sie den Teig nicht bis auf den Blechboden durch. Bei einem 3 cm hohen Teig würden solche Löcher beim Aufgehen aufreißen.
Auf dem fertigen Brot sehen die Kuhlen anders aus als vor dem Backen: Der Teig steigt noch einmal deutlich, viele Mulden gehen dabei halb zu und bleiben als helle, nicht gebräunte Linien im goldbraunen Rücken sichtbar. Genau dieses Muster erkennt man auf den Fotos.
Rosmarin und ein Hauch schwarzer Pfeffer – die Krone der Focaccia
Verwenden Sie klassisch frischen Rosmarin und streuen Sie die abgezupften Nadeln direkt vor dem Backen locker über die Fläche. Die ätherischen Öle verbinden sich beim Backen mit dem Olivenöl und parfümieren die ganze Focaccia mit ihrem warmen, mediterranen Duft.
Dosieren Sie dabei sparsam: ein Zweig reicht, das sind rund 20 Nadeln für das ganze Blech. Rosmarin ist harzig und wird in größerer Menge schnell bitter und dominant. Sollten Sie nur getrockneten Rosmarin haben, zerreiben Sie die Nadeln zwischen den Fingern und mischen Sie sie ins Olivenöl.
Damit die Nadeln grün bleiben und nicht verbrennen, backt diese Focaccia bei 200 °C – mehr dazu gleich.
Was die Focaccia außerdem ausmacht, sieht man auf den ersten Blick: die feine dunkle Sprenkelung aus grob gemahlenem schwarzem Pfeffer. Ein Viertelteelöffel aus der Mühle genügt für die typische Optik und einen warmen, leicht würzigen Akzent zum fruchtigen Olivenöl. Mahlen Sie ihn unbedingt frisch – fertig gemahlener Pfeffer aus der Dose verliert sein Aroma viel zu schnell.
Wer mag, rührt zusätzlich eine gepresste Knoblauchzehe in das Olivenöl für die Oberfläche. Geben Sie rohen Knoblauch aber niemals direkt auf den Teig, da er im heißen Ofen verbrennt und bitter wird. Auch eine kleine Prise getrockneter Oregano darf ins Öl wandern – sparsam dosiert, damit Rosmarin und Pfeffer die Hauptrolle behalten.
Das Salz – im Teig statt obenauf
Diese Focaccia wird über den Teig gesalzen, nicht über die Oberfläche: 10 g feines Meersalz auf 500 g Mehl, also 2 Prozent. Das ist die klassische Brotsalzung und würzt die Krume von innen durch. Auf den Fotos liegen deshalb keine Salzkristalle obenauf.
Wenn Sie den knirschenden Salzakzent trotzdem möchten, gilt eine einfache Regel: grobe Flocken erst nach dem Backen aufstreuen, solange die Oberfläche noch warm ist. Fleur de sel oder Maldon behalten dann ihre Kristallstruktur und bleiben sichtbar.
Feines Speisesalz eignet sich dafür nicht – es löst sich sofort auf und verschwindet spurlos. Und streuen Sie in jedem Fall sparsam: Die Krume ist bereits vollständig gesalzen, jede Flocke obenauf kommt zusätzlich dazu.
200 °C und eine halbe Stunde – warum nicht heißer
Für Fladenbrote liest man oft 230 °C und 20 Minuten. Das gilt für die flach ausgezogene Focaccia genovese – bei unserer hohen Variante wäre es ein Fehler.
Ein rund 3 cm hoher Teig braucht Zeit, bis die Mitte durch ist. Bei 230 °C ist die Oberfläche längst dunkel und die Rosmarinnadeln sind verbrannt, während der Kern innen noch feucht bleibt. Deshalb: 200 °C Ober-/Unterhitze auf der mittleren Schiene, 28–32 Minuten.
Fertig ist die Focaccia, wenn die Oberfläche gleichmäßig goldbraun ist und sich fest anfühlt; im Kern misst ein Thermometer dann rund 96 °C. Ab Minute 25 lohnt ein Blick durch die Scheibe – Öfen bräunen sehr unterschiedlich.
Umluft eignet sich hier weniger gut: Sie trocknet die Oberfläche aus, bevor der Teig fertig aufgegangen ist. Wer keine Ober-/Unterhitze hat, reduziert auf 180 °C Umluft und rechnet mit denselben 28–32 Minuten.
Wenn Sie lieber die flache Focaccia genovese möchten
Die klassische, hauchflache Focaccia aus der genuesischen Bäckerei ist ein anderes Brot – und mit drei Stellschrauben aus demselben Rezept zu haben.
Erstens mehr Wasser: 380–400 ml statt 320 ml auf 500 g Mehl. Der Teig wird dann klebrig und lässt sich nicht mehr kneten, sondern nur noch mit nassen Händen alle 30 Minuten viermal falten. Zweitens mehr Fläche: das volle Backblech mit 40 × 30 cm, damit der Teig dünn ausläuft.
Drittens die Salamoia: 60 ml Olivenöl mit 30 ml lauwarmem Wasser und einer Prise Salz mit der Gabel emulgieren und vor dem Backen über den Teig gießen. Die Kuhlen werden dabei tief eingedrückt, sodass die Emulsion darin steht. Gebacken wird kürzer und heißer als bei unserer Variante: etwa 20 Minuten bei 230 °C statt 28–32 Minuten bei 200 °C.
Das Ergebnis: flach, grobporig, deutlich öliger und salziger – und optisch klar unterschieden von der hohen Blech-Focaccia auf unseren Bildern.
So servieren Sie die Focaccia am schönsten
Eine frisch gebackene Focaccia entfaltet ihren ganzen Charme noch lauwarm, wenn die Oberfläche oben noch fest ist und die Krume innen weich und elastisch. Schneiden Sie das Brot dafür in zwölf großzügige Stücke und stellen Sie ruhig ein Schälchen bestes Olivenöl daneben, in das Ihre Gäste die Stücke tunken können. In Ligurien gehört genau das zum guten Ton – Brot, Öl und ein Glas Wein, mehr braucht es kaum.
Als Begleiter passt fast alles, was die mediterrane Küche zu bieten hat. Reichen Sie die Focaccia zu einem Teller Antipasti mit luftgetrocknetem Schinken, Oliven und mariniertem Gemüse, oder legen Sie ein paar reife Kirschtomaten dazu, deren Säure den Geschmack des Olivenöls schön ausgleicht.
Genauso gut macht sich das Brot als Beilage zu einer kräftigen Tomatensuppe, zu einem grünen Salat oder einfach pur als kleiner Snack zwischendurch. Wer es herzhafter mag, klappt zwei Stücke mit Mortadella oder einem cremigen Frischkäse zu einem sättigenden Tramezzino zusammen.
Besonders schön kommt die Focaccia bei einem Aperitivo zur Geltung, jener italienischen Tradition des entspannten Beisammenseins vor dem Essen. Stellen Sie das Brot in die Tischmitte, dazu ein paar kleine Häppchen und Getränke, und lassen Sie alle selbst zugreifen. So wird aus einem einfachen Fladenbrot ganz nebenbei das gesellige Herzstück eines geselligen Abends.
Aufbewahrung
Focaccia schmeckt am besten am Tag des Backens, lauwarm oder bei Raumtemperatur. Wickeln Sie sie in ein Geschirrtuch ein, dann bleibt sie ein bis zwei Tage bei Raumtemperatur weich; packen Sie sie keinesfalls in Plastik, sonst wird die Oberfläche klamm.
Reste lassen sich am nächsten Tag wunderbar als Toast verwenden oder kurz im Backofen bei 180 °C für rund fünf Minuten auffrischen – die Oberfläche wird dabei wieder fest und aromatisch. Einfrieren funktioniert ebenfalls: Wickeln Sie die ungeschnittene Focaccia in Folie, so hält sie sich bis zu zwei Monate. Lassen Sie sie vor dem Servieren bei Raumtemperatur auftauen und wärmen Sie sie im Ofen kurz auf.
Häufige Fragen zu Focaccia mit Rosmarin
Warum wird meine Focaccia nicht so hoch wie auf dem Foto?
In den allermeisten Fällen liegt es am Blech. Verteilen Sie die Teigmenge auf ein volles Backblech von 40 × 30 cm, wird die Focaccia zwangsläufig flach. Für die Höhe von rund 3 cm brauchen Sie ein kleineres Blech von etwa 32 × 25 cm. Der zweite häufige Grund ist eine zu kurze Stückgare: Der Teig muss im Blech sichtbar aufgegangen und spürbar luftig sein, bevor er in den Ofen kommt.
Kann ich die lange Kaltgare im Kühlschrank abkürzen?
Ja. Nehmen Sie dafür 7 g Trockenhefe statt 4 g und lassen Sie den Teig 90 Minuten warm gehen, dann geht es am selben Tag. Geschmacklich gewinnt aber die Nacht im Kühlschrank deutlich: Erst die lange, kühle Gare entwickelt die feinen Aromen, die eine selbstgebackene Focaccia von einem schnellen Fladen unterscheiden.
Muss grobes Meersalz auf die Oberfläche?
Nein, bei diesem Rezept steckt das Salz komplett im Teig – 10 g auf 500 g Mehl. Auf den Fotos liegen deshalb keine Kristalle obenauf. Wenn Sie den knirschenden Salzakzent möchten, streuen Sie grobe Flocken wie Fleur de sel oder Maldon erst nach dem Backen auf die noch warme Oberfläche, niemals vorher: Im Ofen lösen sie sich auf.
Wie tief müssen die Fingerkuhlen sein?
Etwa 1 cm – deutlich sichtbar, aber nicht bis auf den Blechboden. In den Mulden bleibt das Olivenöl stehen, und der Teig geht dort weniger stark auf, was die typische wellige Struktur ergibt. Bleiben die Vertiefungen zu flach, läuft das Öl ab. Stoßen Sie dagegen ganz durch, reißt der hohe Teig beim Aufgehen an diesen Stellen auf.
Ist diese Focaccia wirklich vegan?
Ja, in der Grundvariante ist sie rein pflanzlich, sofern Sie statt Honig einen pflanzlichen Süßstoff wie Malzsirup oder Agavendicksaft für die Hefe verwenden. Mehl, Wasser, Hefe, Olivenöl, Salz, Pfeffer und Rosmarin sind allesamt vegan. Achten Sie nur bei optionalen Belägen wie Käse darauf, dass diese den veganen Charakter nicht aufheben.
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Klassische Focaccia mit Rosmarin und Meersalz – fluffig vom Blech
Kochutensilien
- große Schüssel
- Teigschaber
- Backblech oder Auflaufform ca. 32 × 25 cm, mit Backpapier ausgelegt
- Backpinsel für das Olivenöl obenauf
Zutaten
Für den Teig
- 500 g Weizenmehl (Type 550 oder Tipo 0 italienisch)
- 320 ml Wasser (lauwarm, ca. 30 °C; ergibt 64 % Hydration)
- 4 g Trockenhefe (oder 12 g frische Hefe; für die schnelle Variante am selben Tag 7 g bzw. 20 g)
- 10 g Meersalz (fein, für den Teig – das ist die gesamte Salzung)
- 1 TL Honig oder Malzsirup (für die Hefearbeit; vegan: Malzsirup oder Agavendicksaft)
- 30 ml Olivenöl (extra vergine, für den Teig)
Für Blech und Oberfläche
- 1 TL Olivenöl (extra vergine, dünn auf das Backpapier)
- 2 EL Olivenöl (extra vergine, von guter Qualität, in Tupfen auf die Oberfläche)
- 1 Zweig Rosmarin (frisch, Nadeln abgezupft – etwa 20 Nadeln, mehr wird schnell bitter)
- 0.25 TL Schwarzer Pfeffer (frisch aus der Mühle, grob gemahlen – die sichtbaren Sprenkel obenauf)
- 1 Prise Meersalzflocken (optional, Fleur de sel oder Maldon – erst nach dem Backen aufstreuen)
- 1 Knoblauchzehe (optional, gepresst in das Olivenöl für die Oberfläche)
Anleitungen
TEIG ANSETZEN (TAG 1, ABEND)
- In einer großen Schüssel das lauwarme Wasser mit der Trockenhefe und dem Honig verrühren. 5 Minuten ruhen lassen, bis sich kleine Bläschen an der Oberfläche bilden – dann arbeitet die Hefe.
- Das Mehl und das feine Meersalz zugeben und alles etwa 2 Minuten zu einem groben Teig zusammenfügen. Anschließend das Olivenöl zugießen und einarbeiten.
- Den Teig 8–10 Minuten von Hand kräftig kneten (Küchenmaschine: 6 Minuten auf Stufe 2), bis er glatt, elastisch und nur noch leicht klebrig ist und sich vom Schüsselrand löst. Der Teig ist bewusst nicht flüssig: 64 % Wasser ergeben genau die feinporige, hoch aufgehende Krume, die Sie auf dem Anschnitt sehen. Widerstehen Sie der Versuchung, Mehl nachzuschütten, solange er noch klebt – nach ein paar Minuten Kneten gibt sich das von selbst.
- Die Schüssel abdecken und den Teig 45 Minuten bei Raumtemperatur anspringen lassen, bis er sichtbar in Bewegung kommt.
KALTGARE IM KÜHLSCHRANK (8–18 STUNDEN)
- Die gut abgedeckte Schüssel für 8 bis 18 Stunden in den Kühlschrank stellen, optimal sind 12 Stunden über Nacht. Die langsame Hefearbeit entwickelt die komplexen Aromen, die eine schnelle Gare niemals hat. Wer am selben Tag backen möchte, nimmt die höhere Hefemenge und lässt den Teig stattdessen 90 Minuten warm gehen.
FORMEN UND STÜCKGARE (TAG 2)
- Ein Backblech oder eine Auflaufform von ca. 32 × 25 cm mit Backpapier auslegen und das Papier mit 1 TL Olivenöl dünn einreiben. Diese Größe ist wichtig: Auf einem großen Blech von 40 × 30 cm verteilt sich derselbe Teig zu dünn und die Focaccia bleibt flach statt hoch.
- Den Teig auf das Papier geben und 20 Minuten entspannen lassen. Dann mit den geölten Handballen gleichmäßig bis in die Ecken drücken – nicht ausrollen, die Luft soll im Teig bleiben. Zieht er sich zusammen, 10 Minuten warten und weiterdrücken.
- Mit einem Geschirrtuch abdecken und 60–90 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis der Teig sichtbar aufgegangen und etwa um die Hälfte höher ist. Aus dem Kühlschrank braucht er eher die vollen 90 Minuten.
KUHLEN, OLIVENÖL, ROSMARIN
- Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Fingerspitzen leicht ölen und über die ganze Fläche verteilt Kuhlen von etwa 1 cm Tiefe eindrücken – deutlich sichtbar, aber nicht bis auf den Blechboden durchstoßen. Beim Backen gehen sie teilweise wieder zu und bleiben als helle, wellige Linien sichtbar.

- 2 EL Olivenöl in kleinen Tupfen über die Oberfläche verteilen und mit dem Pinsel nur grob verstreichen, sodass einzelne glänzende Öltupfen in den Kuhlen stehen bleiben (optional die gepresste Knoblauchzehe vorher ins Öl rühren). Die Focaccia wird bewusst nicht in Öl geschwemmt – sonst bekommt sie eine fettig-glänzende statt einer matt-goldenen Oberfläche.
- Die abgezupften Rosmarinnadeln locker über die Fläche streuen und zum Schluss den grob gemahlenen schwarzen Pfeffer sparsam darüber mahlen – die dunklen Körner geben der Focaccia ihre charakteristische Sprenkelung und einen warmen, leicht scharfen Akzent.
BACKEN
- Die Focaccia auf der mittleren Schiene 28–32 Minuten backen, bis die Oberfläche gleichmäßig goldbraun ist und der Teig sich fest anfühlt. Ab Minute 25 im Blick behalten: Bei zu viel Hitze verbrennen die Rosmarinnadeln, bevor die Mitte durch ist. Wer ein Thermometer hat, misst in der Mitte etwa 96 °C.

AUSKÜHLEN UND SERVIEREN
- Die Focaccia mit dem Backpapier aus der Form heben, auf ein Kuchengitter legen und 10 Minuten abkühlen lassen. Wer sichtbare Salzkristalle möchte, streut jetzt – und nicht vorher – eine kleine Prise Meersalzflocken darüber; im Ofen lösen sie sich sonst spurlos auf.
- Lauwarm in 12 Stücke von etwa 8 × 8 cm schneiden (3 Reihen quer, 4 längs) und sofort genießen – mit Olivenöl, Antipasti, Suppe, Salat oder pur als Aperitivo-Brot. Reste am nächsten Tag im Ofen bei 180 °C für 5 Minuten auffrischen.
Notizen
- Die Blechgröße entscheidet über die Höhe: 868 g Teig auf ca. 32 × 25 cm ergeben eine rund 3 cm hohe Focaccia wie auf den Fotos. Auf einem vollen Backblech wird daraus ein flacher Fladen von knapp 2 cm.
- Nicht mehr Wasser nehmen: 64 % Hydration sind hier gewollt. Mit 75–80 % bekommen Sie die flache, grobporige Focaccia genovese – ein anderes, ebenfalls schönes Brot, aber nicht das von den Bildern.
- Wirklich 8–10 Minuten kneten. Die feine, gleichmäßige Porung kommt vom Glutengerüst, nicht vom Wasseranteil.
- Kuhlen etwa 1 cm tief eindrücken, nicht durchstoßen. Zu tiefe Löcher reißen beim Aufgehen auf.
- Das Salz steckt im Teig (10 g auf 500 g Mehl = 2 %). Grobe Flocken obenauf sind optional und kommen erst nach dem Backen dazu.
- Mit getrockneten Tomaten und schwarzen Oliven in die Kuhlen.
- Mit Zwiebel-Ringen und Sardellen (Focaccia genovese con cipolle).
- Mit Salbeiblättern statt Rosmarin.
- Mit gerösteten Kürbiskernen für nussige Note.
- Mit Käse-Stückchen (Pecorino oder Parmesan) in den Kuhlen.
Nährwerte
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📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Klassische Focaccia mit Rosmarin, Meersalz und schwarzem Pfeffer ist perfekt für Liebhaber der italienischen Küche, für Hobbybäcker mit etwas Geduld für die lange Kaltgare und für alle, die ihr eigenes Brot zum Antipasti-Teller oder Aperitivo backen möchten. Genauso gut macht sie sich als einfaches, aber hochwertiges Begleitbrot zu Suppen, Salaten und Eintöpfen. In der Grundvariante ist sie vegan und vegetarisch. Die Zubereitung verteilt sich auf zwei Tage, doch die aktive Arbeit ist überschaubar – den Rest erledigen Kühlschrank und Ofen von ganz allein. Am Ende halten Sie einen hohen, watteweichen Fladen in den Händen, dessen Krume feinporig ist und dessen Oberfläche nach Rosmarin und Olivenöl duftet.
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