Vegane Mango-Tarte mit Kokoscreme und Heidelbeeren
Vegan, glutenfrei und laktosefrei — und trotzdem schmeckt hier nichts nach Verzicht, sondern einfach nach reifer Mango. Die Tarte lässt sich einen Tag im Voraus backen, hält im Kühlschrank sauber ihre Form und wird auf jeder Kaffeetafel zum tropischen Blickfang, den man in ruhige, klare Stücke schneidet.
Die vegane Mango-Tarte ist ein gebackenes Dessert aus drei Schichten, die sich im Anschnitt klar voneinander abheben: unten ein mürber, goldener Boden aus glutenfreiem Mehl, etwa 5 mm dick und rundum zu einem hohen Rand hochgezogen, darüber eine hellgelbe Mango-Kokos-Creme von rund 1,4 cm und obenauf eine leuchtend orange Mango-Gelee-Schicht von etwa 1 cm — der Mango-Spiegel. Statt Eiern, Butter und Gelatine sorgen hier reifes Mangopüree, Kokosmilch und Agar-Agar für Struktur und Geschmack. So entsteht eine runde Tarte in einer kleinen Form von Ø 16 cm, die sich in acht Stücke teilen lässt — fruchtig, cremig und angenehm leicht. Das Rezept braucht keine besondere Technik, aber es lebt von drei Zahlen: der Menge Agar-Agar, die die Schichten schnittfest macht, der Füllmenge, die genau in diese kleine Form passt, und den Temperaturen, bei denen die beiden Schichten eingegossen werden.

Eine gebackene Tarte zum Anschneiden — kein Löffeldessert
Das Besondere an dieser Mango-Tarte ist, dass sie ein echtes Gebäck mit Boden ist und nicht etwa ein Dessert aus dem Glas. Wer Mango und Kokos mag, kennt vielleicht die cremige Mango-Kokos-Panna-Cotta, die löffelweise aus dem Glas gegessen wird — ohne Boden, ohne Ofen. Diese Tarte ist bewusst das Gegenteil: Der glutenfreie Mürbeteig wird gebacken, die Füllung darauf gegossen und alles gemeinsam kalt gestellt, bis sich das Ganze wie ein Kuchen anschneiden lässt. Auf dem Tortenständer serviert und in Stücke geteilt, wird daraus ein Dessert für die Kaffeetafel oder das sommerliche Menü.
Auch vom bekannten veganen Beerentart mit Kokoscreme unterscheidet sich diese Tarte deutlich. Dort tragen Beeren und ein veganer Pudding den Geschmack, hier dagegen dominiert die Mango in gleich zwei Schichten: einmal cremig mit Kokos verrührt, einmal als klarer, glänzender Spiegel. Und anders als die vielen klassischen Früchte-Tartes mit Butter-Mürbeteig und Vanillecreme kommt diese Variante ganz ohne Ei, Milch und Gluten aus. Der rote Faden bleibt die Tarte-Form mit knusprigem Boden, doch die Mango gibt ihr eine eigene, tropische Handschrift.
Warum der glutenfreie Boden blind vorgebacken wird
Der wichtigste Kniff steckt im Boden. Er wird zuerst allein gebacken, bevor die Füllung daraufkommt — das nennt sich Blindbacken. Der Grund ist einfach: Die Mango-Kokos-Creme ist feucht, und ein roher Teig würde unter ihr weich und labbrig bleiben. Ein bereits goldgelb gebackener Boden dagegen bildet eine feste, mürbe Grundlage, die der Füllung standhält und auch nach dem Kühlen noch Biss hat.
Dazu gehören zwei Handgriffe, die man leicht übersieht. Der erste betrifft die Beschwerung: Ein Mürbeteig mit 65 g Fett auf 130 g Mehl hat kein Gluten, das ihn an der Formwand hält. Sobald die Butter schmilzt, rutscht der hohe Rand ohne Gewicht nach unten, und statt einer Tarte mit Rand bleibt eine flache Scheibe übrig. Backpapier hinein, Blindbackgewichte oder trockene Hülsenfrüchte bis an den oberen Rand einfüllen — nur so bleibt der Rand oben.
Eingestochen wird der Boden dabei ausdrücklich nicht. Bei Tartes mit trockener Füllung sticht man den Teig mit der Gabel ein, damit er keine Blasen wirft. Hier wäre jedes Loch ein Weg für die flüssige Creme unter den Boden, erst recht bei einer Form mit herausnehmbarem Boden. Glutenfreier Teig bläht sich ohnehin kaum auf; die Beschwerung allein genügt.
Nach 15 Minuten kommen Papier und Gewichte heraus, dann backt der Boden noch 10 bis 12 Minuten offen weiter, bis er trocken und der Rand hell goldgelb ist — nicht dunkler.
Der zweite Handgriff: Der noch heiße Boden wird dünn mit einem Teelöffel geschmolzenem Kokosöl ausgestrichen. Diese Fettschicht wird beim Abkühlen fest und hält die Feuchtigkeit der Füllung ab — der Boden bleibt auch nach Stunden im Kühlschrank mürbe. Wer mag, nimmt statt Kokosöl 15 g geschmolzene weiße vegane Schokolade.
Für den Boden werden 130 g glutenfreies Mehl, 35 g Puderzucker und eine Prise Salz vermengt und 65 g kalte, gewürfelte vegane Butter oder festes Kokosöl mit den Fingerspitzen eingearbeitet, bis eine krümelige Masse entsteht. Mit ein bis zwei Esslöffeln kaltem Wasser wird daraus ein Teig geformt, der gerade zusammenhält. Wichtig ist, dass Fett und Wasser wirklich kalt sind — nur so wird der Boden später mürbe statt zäh.
Aus diesen Zutaten entstehen rund 250 g Teig, und die reichen für die Form von Ø 16 cm genau — aber nur, wenn man sie richtig verteilt. Deshalb zuerst den Rand hochziehen: etwa 8 mm stark und 3 cm hoch an die Formwand drücken, das kostet gut 130 g. Der Rest bleibt für den Boden, der damit etwa 5 mm dick wird.
Genau so sieht es im Anschnitt aus: ein kräftiger Rand, der über der Füllung stehen bleibt, und darunter nur eine schmale goldene Linie. Wer umgekehrt anfängt und den Boden dick ausrollt, hat für den Rand zu wenig Teig übrig. Er wird niedrig, verschwindet hinter der Füllung, und der typische Tarte-Anblick geht verloren.
Danach kommt die Form 30 Minuten in den Kühlschrank — kalt gebacken hält der Rand seine Form deutlich besser. Gebacken wird bei 180 °C, insgesamt etwa 25 Minuten. Anschließend muss der Boden vollständig auskühlen, gut 40 Minuten, bevor die erste Schicht daraufkommt.
Bei der Wahl des Mehls lohnt sich ein Blick auf die Packung: Ein ausgewiesener glutenfreier Mehlmix sorgt für einen stabilen Boden, während ein Anteil Mandelmehl ihn besonders mürbe und nussig macht. Wer nicht glutenfrei backen muss, kann natürlich auch einen klassischen Weizen-Mürbeteig verwenden — der Aufbau der Tarte bleibt derselbe.
Die Mango-Kokos-Füllung — warum Agar-Agar kochen muss
Die untere Cremeschicht gibt der Tarte ihren vollen, tropischen Geschmack. Dafür werden 100 g gesiebtes Mangopüree, 120 ml Vollfett-Kokosmilch und ein Esslöffel Ahornsirup mit Agar-Agar verrührt. Die Kokosmilch macht dabei mehr als nur cremig: Sie ist es, die diese Schicht hell und milchig gelb werden lässt, während das reine Püree oben kräftig orange bleibt. Genau dieser Unterschied — etwas mehr Kokosmilch als Mango unten, reines Püree oben — erzeugt den Zweifarben-Anschnitt.
Agar-Agar ist ein rein pflanzliches Geliermittel aus Algen und der Grund, warum diese Tarte ganz ohne tierische Gelatine fest wird. Damit es wirklich bindet, kommt es aber auf drei Dinge an: die Menge, das Kochen und die Säure.
Zur Menge: Agar-Agar wird hier in Gramm angegeben, nicht in Teelöffeln, weil ein Teelöffel je nach Mahlung 2 bis 3 Gramm wiegt. Für die Creme sind es 2,5 g, für die Gelee-Schicht 2 g — zusammen 4,5 g auf rund 400 ml Flüssigkeit, also etwa 1,1 Prozent. Das ist die Größenordnung, bei der eine Schicht schnittfest wird und eine 1,4 cm hohe Kante trägt, ohne gummiartig zu werden. Mit der halben Menge bleibt die Füllung ein weicher Pudding, der beim Anschneiden ausläuft — und genau daran scheitern die meisten Versuche mit Agar-Agar.
Zum Kochen: Anders als Gelatine, die nur aufgelöst werden muss, entfaltet Agar-Agar seine Gelierkraft erst durch kräftiges Kochen. Das Pulver wird in die kalte Flüssigkeit eingestreut, darf fünf Minuten quellen und wird dann unter Rühren aufgekocht und zwei Minuten sprudelnd gekocht. Wird die Masse nur erwärmt, bleibt sie später weich.
Zur Säure: Mango ist von sich aus säurehaltig, und Säure baut Agar-Agar beim Kochen ab. Der Spritzer Limettensaft und die Vanille kommen deshalb erst nach dem Kochen in die Creme, wenn der Topf schon vom Herd ist — die Frische bleibt, die Gelierkraft auch. Eingegossen wird die Creme dann sofort und richtig heiß, mindestens etwa 70 °C: Agar-Agar geliert bereits ab etwa 40 °C, und eine schon anziehende Masse läuft stückig und wird oben unregelmäßig.

Erst anziehen lassen, dann der Mango-Spiegel
Damit die Tarte im Anschnitt ihre klaren Schichten zeigt, kommt es auf die Reihenfolge an. Die Mango-Kokos-Creme steht nach dem Eingießen zunächst 30 Minuten im Kühlschrank, bis ihre Oberfläche fest ist und auf leichten Druck nicht mehr nachgibt. Erst dann kommt die Mango-Gelee-Schicht darauf. Würde die zweite Schicht auf eine noch flüssige Creme gegossen, vermischten sich beide zu einem trüben Übergang — genau das soll vermieden werden.
Übrigens ist diese obere Schicht kein dünner Guss, auch wenn das Wort Spiegel das nahelegt: Sie ist mit etwa 1 cm ein eigenständiges Gelee, das im Anschnitt fast so hoch steht wie die Creme darunter. Deshalb braucht sie auch ihre eigene Portion Agar-Agar und nicht nur einen Löffel Tortenguss.
Für die Gelee-Schicht werden 150 g reines, gesiebtes Mangopüree mit 2 g Agar-Agar und einem Esslöffel Ahornsirup verrührt, kurz gequollen und ebenfalls zwei Minuten sprudelnd gekocht. Und hier gilt genau das Gegenteil der Creme: Diese Masse wird nicht heiß aufgegossen, sondern erst bei etwa 50 °C — noch dünnflüssig, aber nicht mehr heiß. Kochend heiß würde sie die Oberfläche der Creme anlösen und die Trennlinie trüb und wolkig machen. Gegossen wird über die Rückseite eines Löffels, damit der Strahl keine Delle in die weiche Creme schlägt.
Weil die untere Schicht schon fest ist, bleibt das orange Gelee klar von der hellgelben Creme getrennt und legt sich als glatte, glänzende Oberfläche darüber. Genau dieser Kontrast — unten das cremige Gelb, oben das leuchtende Orange, darunter der goldene Boden — macht den typischen Anblick der angeschnittenen Tarte aus.
Reife Mango für Farbe, Süße und tropisches Aroma
Der Geschmack dieser Tarte steht und fällt mit der Qualität der Mango. Ausschlaggebend ist, dass die Früchte wirklich reif sind: Eine reife Mango gibt nicht nur das kräftige, warme Orange, das die Tarte so appetitlich macht, sondern auch den Großteil ihrer natürlichen Süße. Gebraucht werden 250 g gesiebtes Püree — 100 g für die Creme, 150 g für die Gelee-Schicht — dazu rund 40 g Fruchtfleisch für die Deko, also etwa ein Viertel einer Mango. Weil das Sieben Fasern kostet, sollte man mit ungefähr 300 g rohem Fruchtfleisch für das Püree rechnen; zwei mittelgroße reife Mangos reichen für beides zusammen aus.
Ein Schritt lohnt sich dabei besonders: Das Püree wird durch ein feines Sieb gestrichen. Mango ist faserig, und diese Fasern machen die obere Gelee-Schicht stumpf statt glänzend und ziehen beim Schneiden Fäden. Gesiebt wird die Oberfläche glatt und klar — das ist der Unterschied zwischen einem schönen Spiegel und einer trüben Fruchtmasse.
Weil die Süße vor allem aus der reifen Frucht kommt, braucht die Tarte nur wenig zusätzlichen Ahornsirup — wie viel genau, hängt vom Reifegrad der Mango ab und lässt sich gut abschmecken. Sie bleibt damit bewusst ein fruchtig-süßes Dessert und ist nicht zuckerfrei: Der Fruchtzucker der Mango gehört zum Geschmack dazu. Dafür kommt die Süße ganz natürlich aus der Frucht, wird von der Kokosmilch weich abgerundet und vom Limettensaft frisch gehalten. Reife Mangos erkennt man daran, dass sie auf leichten Druck nachgeben und intensiv duften — genau solche Früchte geben das beste Ergebnis.

Kalt schneiden für saubere, klare Stücke
Nach dem Aufgießen der Gelee-Schicht beginnt der Teil, der am meisten Geduld verlangt. Die Tarte muss mindestens drei Stunden vollständig kalt stehen, am besten im Kühlschrank, bis alle Schichten durchgekühlt und fest sind. Erst dann lassen sich saubere, klare Stücke schneiden. Wer zu früh zum Messer greift, bekommt verlaufene Kanten, weil die mit Agar-Agar gebundenen Schichten in der Wärme noch weich sind.
Zum Schneiden wird die Tarte aus der Form gelöst und auf ein Brett oder direkt auf den Tortenständer gesetzt. Ein scharfes Messer wird heiß abgespült, trocken gewischt und damit werden gleichmäßige Stücke geschnitten — aus der Form von Ø 16 cm ergeben sich acht Portionen. Zwischen den einzelnen Schnitten das Messer immer wieder abwischen, damit die Kanten klar bleiben und sich Boden, Creme und Gelee nicht ineinander verschmieren. So entstehen jene sauberen Schichten, die die Tarte im Anschnitt so ansprechend machen.
Garnieren mit Mango, Heidelbeeren und Chiasamen — weniger ist hier mehr
Das Anrichten geschieht bewusst erst zum Schluss, wenn die Tarte fest und kalt ist. Und es fällt sparsamer aus, als man vermuten würde: Auf der fertigen Tarte liegen nur 3 bis 4 Mangospalten, 6 Heidelbeeren und ein paar einzelne Chiasamen — zusammen keine 60 g. Zwei Drittel des Mango-Spiegels bleiben frei. Genau davon lebt das Bild, denn die glänzende orange Fläche ist selbst schon Dekoration; wer sie zudeckt, nimmt der Tarte ihren Auftritt.
Die Mangospalten werden dabei nicht hauchdünn geschnitten, sondern etwa 5 mm dick — nur so behalten sie ihre Form, werfen einen eigenen Schatten und wirken saftig statt welk. Sie liegen leicht überlappend auf einer Seite des Spiegels und greifen die Farbe der Tarte auf.
Bei den Heidelbeeren steckt der Trick in zwei Beeren: Vier bleiben ganz und setzen dunkle Punkte, zwei werden quer halbiert und mit der Schnittfläche nach oben gelegt. Kulturheidelbeeren sind innen hell — grünlich-cremefarben, mit einem kleinen Stern aus Samenkammern in der Mitte. Dieser helle Anschnitt bricht das Blauschwarz auf und ist der Kontrast, den man auf dem Foto zuerst sieht. Mit Waldheidelbeeren funktioniert das nicht, sie sind auch innen dunkel. Die Chiasamen kommen zuletzt und wirklich nur als Prise, etwa ein Viertel Teelöffel: Ein ganzer Teelöffel wären mehrere hundert Körner, die den Spiegel grau sprenkeln.
Mehr braucht es nicht, damit aus der schlichten orangen Oberfläche ein hübsches Dessert wird. Wer die Tarte fruchtiger mag, stellt die zusätzlichen Beeren lieber in einem Schälchen daneben, statt sie oben aufzuhäufen. Die frische Deko kommt am besten erst kurz vor dem Servieren auf die Tarte, damit Mango und Heidelbeeren prall und saftig bleiben; die halbierten Beeren gehören ebenfalls erst zum Schluss darauf, sonst zieht Saft aus der Schnittfläche in den Spiegel. Das gilt besonders für die Chiasamen: Auf der feuchten Gelee-Oberfläche quellen sie innerhalb einer Stunde auf und verlieren ihren feinen Biss. So angerichtet wirkt die Tarte sommerlich und einladend und passt zu Kaffee und Tee ebenso gut wie als leichter, fruchtiger Abschluss eines Menüs. Wer möchte, richtet die Stücke einzeln auf kleinen Tellern an und setzt auf jedes eine halbierte Heidelbeere obenauf.
Zum Vorbereiten und Aufbewahren
Diese Mango-Tarte lässt sich gut im Voraus zubereiten, was sie zum praktischen Dessert für Gäste macht. Da sie ohnehin mehrere Stunden kalt stehen muss, kann sie problemlos schon am Vortag gebacken und gefüllt werden. Gut abgedeckt hält sie sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage und behält dabei ihre cremige Füllung und den glatten Spiegel. Wichtig ist nur, die frische Deko aus Mango und Heidelbeeren jeweils erst kurz vor dem Servieren aufzusetzen, damit sie nicht durchweicht oder unansehnlich wird.
Kalt aus dem Kühlschrank schmeckt die Tarte am besten, denn erst durchgekühlt sind die Schichten schön fest und lassen sich sauber schneiden. Wer eine größere Runde bewirtet, rechnet die Mengen hoch statt sie zu schätzen: Die kleine Form von Ø 16 cm fasst nach dem Boden nur rund 400 ml Füllung, eine Form von Ø 20 cm fasst etwa das 1,6-Fache. Alle Mengen — Teig, Creme, Gelee und Agar-Agar — werden also mit 1,6 multipliziert. Die Backzeit für den Boden bleibt dabei ungefähr gleich, nur die Füllung braucht je nach Höhe etwas länger zum Anziehen. So ist die vegane Mango-Tarte ein verlässliches Dessert, das sich stressfrei vorbereiten lässt und trotzdem jedes Mal frisch, fruchtig und sommerlich wirkt.

Warum muss der glutenfreie Boden blind vorgebacken werden?
Weil die Mango-Kokos-Creme feucht ist und ein roher Boden unter ihr weich bleiben würde. Der Boden wird bei 180 °C allein gebacken: 15 Minuten mit Backpapier und Blindbackgewichten, danach 10 bis 12 Minuten offen, bis er trocken und der Rand hell goldgelb ist. Ohne Beschwerung rutscht der hohe Rand nach unten, weil glutenfreier Mürbeteig kein Gluten hat, das ihn hält. Eingestochen wird der Boden dabei nicht — anders als bei einer Tarte mit trockener Füllung würde hier die flüssige Creme durch die Gabellöcher unter den Boden laufen. Der noch heiße Boden wird dünn mit geschmolzenem Kokosöl ausgestrichen — diese Fettschicht hält die Feuchtigkeit ab. Erst nach dem vollständigen Auskühlen kommt die Creme darauf.
Warum muss Agar-Agar kochen — und wie viel braucht die Tarte?
Anders als tierische Gelatine bindet Agar-Agar nur, wenn es kräftig gekocht hat: einstreuen, 5 Minuten quellen lassen, aufkochen und 2 Minuten sprudelnd kochen. Ebenso wichtig ist die Menge. Für diese Tarte sind es 2,5 g für die Creme und 2 g für die Gelee-Schicht, zusammen 4,5 g auf rund 400 ml — etwa 1,1 Prozent. Weniger, und die Schichten bleiben ein weicher Pudding, der beim Anschneiden ausläuft. Weil ein Teelöffel je nach Mahlung 2 bis 3 g wiegt, lohnt sich hier die Waage.
Warum kommt der Limettensaft erst nach dem Kochen dazu?
Weil Säure Agar-Agar beim Kochen abbaut und die Gelierkraft schwächt. Mango bringt schon selbst Säure mit; kocht der Limettensaft mit, wird die Creme merklich weicher. Er wird deshalb erst eingerührt, wenn der Topf vom Herd ist. Die Frische bleibt dabei voll erhalten.
Wie bleiben die Schichten klar getrennt?
Es sind zwei Dinge: Zeit und Temperatur. Die Mango-Kokos-Creme zieht erst 30 Minuten im Kühlschrank an, bis ihre Oberfläche fest ist. Die Gelee-Schicht wird dann nicht kochend heiß, sondern bei etwa 50 °C aufgegossen — noch flüssig, aber nicht mehr heiß, sonst löst sie die Cremeoberfläche an und der Übergang wird wolkig. Gegossen wird über die Rückseite eines Löffels, damit der Strahl keine Delle schlägt. Die Creme selbst kommt umgekehrt heiß in die Form, mindestens 70 °C, weil Agar-Agar schon ab etwa 40 °C geliert.
Ist die vegane Mango-Tarte zuckerfrei?
Nein. Die Süße kommt vor allem aus reifer Mango, dazu kommt etwas Ahornsirup — der Fruchtzucker der Mango gehört zum Geschmack dazu. Die Tarte ist damit ein fruchtig-süßes Dessert, aber nicht zuckerfrei. Wer sehr reife, aromatische Mangos verwendet, braucht nur wenig zusätzlichen Sirup, weil die Frucht schon viel natürliche Süße mitbringt.
Passen die Mengen in jede Form?
Nein, sie sind auf Ø 16 cm gerechnet. Diese Form fasst nach dem Boden nur rund 400 ml Füllung — genau die 235 ml Creme und 165 ml Gelee des Rezepts, zusammen etwa 2,4 cm hoch. In eine größere Form gegossen werden die Schichten flach und der Anschnitt verliert seinen Reiz; für Ø 20 cm alle Mengen inklusive Agar-Agar mit 1,6 multiplizieren. Die Form sollte mindestens 3 cm hoch sein, damit der Mürbeteig-Rand über der Füllung stehen bleibt: Bei 2,4 cm Füllung und einem 3 cm hohen Rand bleiben rund 6 mm heller Teigrand sichtbar — genau der Saum, der die Tarte im Bild einrahmt.
Welches Mehl eignet sich für den glutenfreien Boden?
Am besten ein ausgewiesener glutenfreier Mehlmix, der für einen stabilen Boden sorgt. Ein Anteil Mandelmehl macht den Boden besonders mürbe und nussig. Wichtig ist, dass die Verpackung glutenfrei ausweist. Wer nicht glutenfrei backen muss, kann auch einen klassischen Weizen-Mürbeteig verwenden — der Aufbau der Tarte bleibt gleich.
Wie viel Deko kommt wirklich auf die Tarte?
Weniger, als man denkt: 3 bis 4 Mangospalten von etwa 5 mm Dicke, 6 Heidelbeeren — davon 2 quer halbiert mit der Schnittfläche nach oben — und eine Prise Chiasamen, ungefähr ein Viertel Teelöffel. Zusammen sind das keine 60 g, und rund zwei Drittel des Mango-Spiegels bleiben frei. Die glänzende Fläche ist selbst die Dekoration; ein ganzer Teelöffel Chiasamen oder eine Handvoll Beeren würden sie zudecken. Zusätzliche Beeren reicht man besser im Schälchen dazu.
Wie lange ist die Mango-Tarte haltbar?
Gut abgedeckt hält sich die Tarte im Kühlschrank 2 bis 3 Tage und bleibt cremig und fruchtig. Da sie ohnehin mehrere Stunden kalt stehen muss, lässt sie sich gut schon am Vortag zubereiten. Die frische Deko aus Mangospalten, Heidelbeeren und Chiasamen jeweils erst kurz vor dem Servieren aufsetzen — die Chiasamen quellen auf der feuchten Oberfläche sonst auf.
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Vegane Mango-Tarte mit Kokoscreme und Heidelbeeren
Kochutensilien
- Tarteform mit herausnehmbarem Boden, Ø 16 cm (6 in) mindestens 3 cm hoher Rand; leicht gefettet
- Backpapier und Blindbackgewichte oder trockene Hülsenfrüchte — ohne Beschwerung rutscht der Rand beim Backen nach unten
- Pürierstab oder Mixer für glattes Mangopüree aus reifer Mango
- feines Sieb Mangopüree durchstreichen — nur ohne Fasern wird der Spiegel glatt und glänzend
- kleiner Topf zum Aufkochen der Mango-Kokos-Creme und der Mango-Gelee-Schicht
- Schneebesen zum Einstreuen und Verrühren des Agar-Agars
- Küchenthermometer optional, hilft beim Eingießen der Gelee-Schicht bei ca. 50 °C
- Rührschüssel für den Mürbeteig
- scharfes Messer heiß abgespült und trocken gewischt zum Schneiden
Zutaten
Für den glutenfreien Mürbeteig-Boden (Ø 16 cm)
- 130 g glutenfreies Mehl ausgewiesener glutenfreier Mehlmix; bis zu 30 g davon können Mandelmehl sein
- 35 g Puderzucker
- 1 Prise Salz
- 65 g kalte vegane Butter oder festes Kokosöl, gewürfelt
- 1-2 EL kaltes Wasser nach Bedarf, um den Teig zu binden
- 1 TL Kokosöl geschmolzen, zum Versiegeln des heißen Bodens; alternativ 15 g geschmolzene weiße vegane Schokolade
Für die Mango-Kokos-Creme (untere Schicht, ca. 1,4 cm)
- 100 g Mangopüree fein püriert und durch ein Sieb gestrichen; für beide Schichten zusammen 250 g Püree, dafür etwa 2 reife Mangos
- 120 ml Kokosmilch Vollfett, gut aufgeschüttelt — sie macht die untere Schicht hell und cremig
- 1 EL Ahornsirup nach Süße der Mango
- 2,5 g Agar-Agar etwa 1 gut gestrichener TL; muss 2 Minuten sprudelnd kochen
- 1 TL Vanilleextrakt oder das Mark einer halben Vanilleschote — dann zeigt die Creme feine dunkle Punkte; auf dem Foto wurde Extrakt verwendet
- 1 Spritzer Limettensaft erst nach dem Kochen einrühren — Säure schwächt Agar-Agar
Für die Mango-Gelee-Schicht (Spiegel, ca. 1 cm)
- 150 g Mangopüree fein püriert und gesiebt
- 1 EL Ahornsirup nach Bedarf
- 2 g Agar-Agar etwa 1 gestrichener TL; muss ebenfalls 2 Minuten kochen
Zum Garnieren
- 40 g reife Mango etwa 1/4 Mango; in 3–4 Spalten von rund 5 mm Dicke geschnitten, nicht in hauchdünne Scheiben
- 6 frische Heidelbeeren ca. 12 g; 4 bleiben ganz, 2 werden quer halbiert und mit der Schnittfläche nach oben gesetzt — Kulturheidelbeeren zeigen dort helles Fruchtfleisch mit einem kleinen Kernstern. Wer mehr Beeren mag, nimmt bis zu 40 g (etwa 25 Stück)
- 1 Prise Chiasamen etwa 1/4 TL, nur locker aufgestreut und erst kurz vor dem Servieren
Anleitungen
- Mango pürieren und sieben: Zwei reife Mangos schälen, das Fruchtfleisch vom Kern lösen und fein pürieren. Das Püree durch ein feines Sieb streichen — Mango ist faserig, und nur ohne Fasern wird die Gelee-Schicht später glatt und glänzend. Es werden 250 g gesiebtes Püree gebraucht: 100 g für die Creme, 150 g für die Gelee-Schicht. Vom restlichen Fruchtfleisch etwa 80 g für die Deko beiseitelegen.
- Mürbeteig-Boden zubereiten: Das glutenfreie Mehl mit Puderzucker und einer Prise Salz vermengen. Die kalte, gewürfelte vegane Butter (oder das feste Kokosöl) mit den Fingerspitzen einarbeiten, bis eine krümelige Masse entsteht. Nach und nach 1 bis 2 EL kaltes Wasser zugeben und nur so lange verkneten, bis der Teig gerade zusammenhält. Der Teig wiegt rund 250 g und reicht für diese Form genau — deshalb zuerst den Rand hochziehen und erst danach den Boden ausgleichen. Den Rand etwa 8 mm dick und 3 cm hoch an die Formwand drücken, den Boden nur etwa 5 mm dick. So bleibt der Rand später über der Füllung sichtbar, und der Boden bleibt schlank genug, um im Anschnitt eine schmale goldene Linie zu bilden. Die Form 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
- Boden blind backen und versiegeln: Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den gekühlten Boden nicht einstechen — später wird eine flüssige Füllung eingegossen, und Gabellöcher würden sie unter den Boden laufen lassen. Stattdessen mit Backpapier belegen und mit Blindbackgewichten oder trockenen Hülsenfrüchten bis an den oberen Rand füllen; ohne Beschwerung rutscht der buttrige Rand beim Backen nach unten, und ohne Gluten hält ihn nichts. 15 Minuten backen, dann Papier und Gewichte entfernen und weitere 10 bis 12 Minuten backen, bis der Boden trocken und der Rand hell goldgelb ist — nicht dunkler, auf dem Foto bleibt die Kruste blass. Den noch heißen Boden dünn mit dem geschmolzenen Kokosöl ausstreichen; die Schicht wird beim Abkühlen fest und schützt den Boden vor der feuchten Füllung. Anschließend vollständig auskühlen lassen, etwa 40 Minuten.
- Mango-Kokos-Creme kochen: Das Agar-Agar mit dem Schneebesen in die kalte Kokosmilch einstreuen, 100 g Mangopüree und den Ahornsirup zugeben und glatt verrühren. 5 Minuten quellen lassen, dann unter Rühren aufkochen und 2 Minuten sprudelnd kochen — Agar-Agar bindet nur, wenn es wirklich gekocht hat. Den Topf vom Herd nehmen und erst jetzt Vanille und Limettensaft einrühren: Säure schwächt die Gelierkraft, wenn sie mitgekocht wird.
- Creme heiß eingießen und anziehen lassen: Die Creme sofort heiß, mindestens etwa 70 °C, in den ausgekühlten Boden gießen und glatt streichen. Nicht abkühlen lassen — Agar-Agar beginnt bereits bei etwa 40 °C zu gelieren, und eine schon anziehende Masse gießt sich stückig und wird oben unregelmäßig. Die Tarte 30 Minuten in den Kühlschrank stellen, bis die Oberfläche fest ist und auf leichten Druck nicht mehr nachgibt.
- Mango-Gelee-Schicht kochen und aufgießen: Das Agar-Agar in die 150 g Mangopüree einstreuen, den Ahornsirup zugeben, 5 Minuten quellen lassen, aufkochen und ebenfalls 2 Minuten sprudelnd kochen. Die Masse auf etwa 50 °C abkühlen lassen — sie muss noch dünnflüssig sein, aber nicht mehr heiß, sonst löst sie die Oberfläche der Creme an und die Trennlinie wird trüb. Dann über die Rückseite eines Löffels vorsichtig auf die angezogene Creme gießen, damit kein Strahl eine Delle schlägt. Die Schicht wird etwa 1 cm hoch und bleibt klar von der hellgelben Creme getrennt.
- Kalt stellen: Die Tarte mindestens 3 Stunden vollständig kalt stellen, bis alle Schichten durchgekühlt und fest sind. Erst gut durchgekühlt lässt sie sich sauber in Stücke schneiden.
- Garnieren und schneiden: Die kalte Tarte aus der Form lösen. Sparsam garnieren, so wie auf dem Foto: 3 bis 4 Mangospalten von etwa 5 mm Dicke leicht überlappend auf eine Seite des Spiegels legen, dazu 4 ganze Heidelbeeren und 2 quer halbierte Beeren mit der Schnittfläche nach oben — dort sitzt das helle Fruchtfleisch mit dem feinen Kernstern, der die dunklen Beeren daneben auflockert. Zuletzt eine Prise Chiasamen darüberstreuen, nur einzelne Körner, keinen ganzen Teelöffel. Etwa zwei Drittel des Mango-Spiegels bleiben frei — genau das lässt die glänzende Fläche zur Geltung kommen. Mit einem scharfen, heiß abgespülten und trocken gewischten Messer in 8 Stücke schneiden; das Messer zwischen den Schnitten immer wieder abwischen, damit die Kanten klar bleiben.

Notizen
Nährwerte
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📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für alle, die ein fruchtig-tropisches Dessert mögen, das sich gut vorbereiten lässt und dabei vegan, glutenfrei und laktosefrei ist. Ideal für die sommerliche Kaffeetafel, für Gäste mit Unverträglichkeiten und für alle, die den Kontrast aus mürbem Boden, cremiger Mango-Kokos-Schicht und glänzendem Mango-Gelee schätzen. Wer Gäste erwartet, backt die Tarte einfach schon am Vortag.
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