Kreplach mit klarer Rinderbrühe – Fleischtaschen mit Wurzelgemüse

Aschkenasisch-jüdischer Klassiker

Hauchdünne Teigtaschen mit gekochter Rindfleisch-Füllung, serviert in klarer goldener Rinderbrühe mit Wurzelgemüse – eines der ältesten Gerichte der aschkenasisch-jüdischen Küche. Traditionell zum Schabbat und an Feiertagen wie Purim und Rosch Haschana.

14. Juni 2026
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Kreplach mit klarer Rinderbrühe – jüdische Fleischtaschen in goldener Brühe mit Wurzelgemüse

Hauchdünne dreieckige Teigtaschen mit zartem geschmortem Rindfleisch, schwimmend in einer klaren goldenen Rinderbrühe. Ein Gericht, das aschkenasisch-jüdische Familien seit Jahrhunderten am Freitagabend verbindet – langsam gemacht, langsam gegessen, das warme Zentrum jedes Schabbat-Tisches.


Kreplach sind weit mehr als jüdische Teigtaschen – sie sind ein Gericht, das Generationen verbindet. In aschkenasisch-jüdischen Familien werden sie seit Jahrhunderten am Schabbat-Abendessen am Freitag und an den hohen Feiertagen serviert; die Großmutter rollt den Teig, die Mutter füllt die kleinen Quadrate, die Kinder lernen, wie man das diagonale Dreieck faltet. Es ist eines jener Gerichte, bei denen das gemeinsame Machen genauso wichtig ist wie das gemeinsame Essen – und genau das macht es heute, in einer Welt von Fertigprodukten, so besonders.

In diesem Rezept geht es um drei Dinge: einen hauchdünnen Teig, der nicht reißt, eine saftige Füllung aus langsam gekochtem Rindfleisch, die nicht trocken zusammenzieht, und eine kristallklare goldene Brühe, in der die kleinen Dreiecke wie kleine Schiffe schwimmen. Plus die Symbolik der drei Ecken, die Tradition der drei Feiertage des «Verborgenen» – und ein paar handwerkliche Tricks, mit denen die Kreplach beim ersten Versuch nicht aufgehen, sondern fest verschlossen bleiben.


Die Symbolik der dreieckigen Form

Die typische Dreiecksform der Kreplach ist nicht zufällig – sie hat religiöse und kulturelle Bedeutung. Die drei Ecken sollen entweder die drei Erzväter (Abraham, Isaak, Jakob) oder die drei Säulen des Judentums (Tora, Avoda, Gemilut Chassadim) symbolisieren. Manche Gemeinden formen Kreplach auch quadratisch oder halbrund, aber die Dreiecksform ist die traditionellste.

Drei Feiertage, drei Bedeutungen: Kreplach werden traditionell an drei jüdischen Feiertagen serviert, an denen „etwas verborgen“ wird: Erev Rosch Haschana, Erev Jom Kippur und Purim. Die im Teig verborgene Füllung symbolisiert das Verborgene – sei es Gottes Urteil (Rosch Haschana), die Sünden, die durch Buße verborgen werden (Jom Kippur), oder die Hand Gottes hinter den Ereignissen der Esther-Geschichte (Purim).

Schabbat-Tradition: In vielen aschkenasisch-jüdischen Familien gehören Kreplach in der Brühe zu jedem Schabbat-Abendessen am Freitag. Sie ersetzen oft die Mazzeknödel (Matzo Balls) oder werden zusammen mit ihnen serviert.

Kreplach im Teller

Der Teig – hauchdünn und elastisch

Der klassische Kreplach-Teig ist einfach – Mehl, Eier, Wasser, Salz – aber die Technik macht den Unterschied. Er soll so dünn wie möglich ausgerollt werden, ohne zu reißen.

Die Zutaten:

  • 300 g Weizenmehl Type 405
  • 2 große Eier
  • 2–3 EL kaltes Wasser
  • 1 Prise Salz

Die Technik: Eier mit Wasser und Salz verquirlen, dann in eine Mulde im Mehl gießen und zu einem festen, glatten Teig verkneten. Mindestens 30 Minuten ruhen lassen – das entspannt das Gluten und macht den Teig besser ausrollbar.

Hauchdünn ausrollen: Auf etwa 1,5 bis 2 mm Dicke ausrollen – fast durchscheinend, aber noch stabil genug, dass die Ränder beim Falten nicht reißen. Bei einer Pasta-Maschine entspricht das Stufe 6–7. Zu dünn (unter 1 mm) reißt der Teig beim Kochen; zu dick (über 3 mm) schmeckt nur nach Mehl, und der Geschmack des Rindfleisch-Aromas geht verloren. Der goldene Standard ist so dünn, dass man die Füllung leicht durchscheinen sieht, aber so fest, dass man die fertige Kreplach mit der Hand aufheben kann.


Die Füllung – gekochtes Rindfleisch mit Aroma

Die klassische Füllung besteht aus gekochtem Rindfleisch (am besten Suppenfleisch aus der vorherigen Brühe), Zwiebeln und Gewürzen. Manche Variationen fügen Hühnchen oder geräuchertes Fleisch hinzu, andere füllen sie mit Kartoffeln, Käse oder Spinat (für Milchgerichte).

Die Klassik:

  • 250 g gekochtes Rindfleisch (vom Suppenkochen)
  • 1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt und in Öl angebraten
  • 1 Eigelb
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • Optional: Petersilie, ein Hauch Knoblauch

Profi-Trick für saftige Füllung: Das gekochte Rindfleisch ist von Natur aus eher trocken – wenn man es einfach hackt und in den Teig packt, wird sich die Füllung beim Kochen oft zu einem festen, leblosen Klumpen zusammenziehen. Die jüdische Großmütter-Lösung ist 2 bis 3 EL der heißen klaren Brühe in die Füllung einzurühren, bevor sie geformt wird. Das Fleisch saugt die Brühe auf, bleibt saftig-sahnig und das Aroma der Brühe verdoppelt sich im Inneren der Kreplach. Es ist einer der kleinen Tricks, an denen man eine gut gemachte Familie-Rezeptur erkennt.

Alternative Füllungen:

  • Kartoffel-Zwiebel (vegetarisch, für Milchgerichte): gestampfte Kartoffeln + gebratene Zwiebeln
  • Hühnchen-Petersilie: gekochtes Hühnchen + frische Petersilie
  • Spinat-Ricotta (modern, milchig): blanchierter Spinat + Ricotta
  • Süß (für Purim): Mohn-Honig-Füllung (selten, aber traditionell)

Die Brühe – das goldene Herz des Gerichts

Eine wirklich gute jüdische Rinderbrühe ist klar wie Gold, intensiv im Geschmack und reichhaltig genug, um die Kreplach zu tragen. Sie ist nicht einfach Brühe – sie ist die Essenz aller Aromen.

Knochen und Fleisch:

  • 1 kg Suppenknochen (Markknochen + Beinknochen)
  • 500 g Suppenfleisch (Tafelspitz oder Beinscheibe)
  • 1 kg Wurzelgemüse (Karotten, Pastinaken, Sellerie)
  • 1 große Zwiebel mit Schale (für die goldene Farbe)
  • Lorbeerblätter, Pfefferkörner, Liebstöckel

Die Garzeit: 3–4 Stunden bei niedriger Hitze simmern. Nicht kochen! Die Brühe darf nur leicht „blubbern“ – sonst wird sie trüb.

Klar halten: Während des Kochens regelmäßig den Schaum abschöpfen. Vor dem Servieren durch ein feines Sieb mit Mulltuch passieren. Wer perfekte Klärung möchte, gibt 1 geschlagenes Eiweiß in die heiße Brühe – es bindet die Trübstoffe, die dann mit dem Sieb entfernt werden.

Kreplach
Kreplach

Der Jewish Fold – wie man Kreplach versiegelt

Sobald Teig und Füllung bereit sind, beginnt der meditative Teil – das Formen der dreieckigen Taschen. Es ist eine kleine handwerkliche Übung, die in vielen Familien an die Kinder weitergegeben wird – nicht weil es schwierig ist, sondern weil das gemeinsame Falten Teil der Familientradition ist.

So geht’s: Den ausgerollten Teig in Quadrate von 6 bis 8 cm Kantenlänge schneiden. 1 gehäuften Teelöffel Füllung in die Mitte jedes Quadrats geben – nicht mehr, sonst lässt sich der Teig nicht richtig schließen.

Versiegeln – das Pflicht-Detail: Hier liegt der wichtigste Trick gegen aufgehende Kreplach beim Kochen. Die beiden Teigkanten an einer Seite mit dem Finger oder einem Pinsel leicht mit Wasser befeuchten – nur ein dünner Streifen, kein Tropfen mehr. Das Wasser wirkt wie Klebstoff zwischen den Teigschichten und sorgt dafür, dass der Teig fest zusammenklebt, statt sich beim Kochen unter Druck zu öffnen. Ohne diesen Schritt verlierst du beim Kochen vielleicht 1 von 5 Kreplach an die Brühe – die kostbare Füllung schwimmt dann frei in der Brühe statt im Inneren der Tasche.

Diagonal falten zu einem Dreieck, die Luft zwischen Füllung und Teig vorsichtig herausstreichen, dann die Kanten mit der Fingerspitze oder den Zinken einer Gabel fest zusammendrücken – beides funktioniert, die Gabel gibt zusätzlich ein hübsches Riffel-Muster. Die fertigen Kreplach auf ein leicht bemehltes Tuch oder Brett legen, ohne dass sie sich berühren – sie kleben sehr leicht zusammen.

Kochen: In leicht köchelnder Salzwasser-Lösung oder direkt in der klaren Brühe 6–8 Minuten kochen. Wichtig: nicht überkochen! Sobald die Kreplach an der Oberfläche schwimmen und der Teig durchscheinend wird, sind sie fertig. Jede zusätzliche Minute macht den Teig klebrig-quellend, und das Aroma der Füllung wird ausgewaschen.


Servieren – die jüdische Tradition

Kreplach in der goldenen Brühe sind kein Alltagsgericht – sie sind ein rituelles, fast feierliches Servieren, das den Schabbat-Tisch oder den Erev Rosch Haschana erst zum richtigen Anfang bringt. In einer tiefen weißen Suppenschale, in die die warme klare Brühe nur halb hoch gegossen wird, schwimmen 3 bis 4 Kreplach pro Person wie kleine helle Inseln. Daneben ein paar schräggeschnittene Karottenscheiben, ein gutes Stück Suppenfleisch mittig, dann ganz zum Schluss eine großzügige Prise frisch gehackte Petersilie oder Dill für Aroma und grüne Akzente.

Die wichtigsten Grundsätze der Servierung: Brühe muss kristallklar sein – das ist der traditionelle Beweis für eine gut gemachte Hausfrau. Sie muss richtig heiß sein – nicht lauwarm, nicht kochend, sondern dampfend. Und sie wird sofort serviert, bevor die Kreplach am Boden der Schale anfangen weich zu werden.

Begleitend kommt traditionell auf den Tisch: ein Korb Challah (geflochtenes Schabbat-Brot, das man in die Brühe stippen kann), eine Schale eingelegte rote Bete, eine kleine Schüssel mit Chrein (scharfer Meerrettich-Roter-Bete-Sauce, die als pikanter Kontrapunkt zur milden Brühe dient). Wer es zum Hauptgericht erhebt: ein einfacher grüner Salat mit Vinaigrette als Beilage.


Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kreplach und Pelmeni?

Beide sind kleine gefüllte Teigtaschen aus der osteuropäischen Tradition, unterscheiden sich aber in mehreren Punkten. Kreplach sind dreieckig (gefaltet aus Quadraten), haben hauchdünnen Teig (1,5–2 mm), werden klassisch direkt in klarer Brühe serviert und meist mit gekochtem Rindfleisch oder Hühnchen gefüllt. Pelmeni dagegen sind rund oder halbmondförmig, haben etwas dickeren Teig, werden meist mit rohem Hackfleisch gefüllt, in Salzwasser gekocht und dann mit Sauerrahm oder Butter serviert – nicht in Brühe. Beide haben ihren Charme, aber Kreplach sind das «Suppen-Gericht» und Pelmeni das «Hauptgericht-Gericht».

Kann ich Kreplach einfrieren?

Sehr gut sogar – das ist eine der klassischen Schabbat-Vorbereitungen. Die rohen, frisch geformten Kreplach auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech in einer einzigen Lage einfrieren (4–6 Stunden), bis sie steinhart sind. Dann vereinzelt in einen Tiefkühlbeutel umfüllen – sie kleben dann nicht mehr zusammen. Bis zu 3 Monate haltbar. Direkt aus dem Tiefkühler in die kochende Brühe geben (nicht auftauen), 1 bis 2 Minuten länger kochen. Eine gute Strategie: Eine Tagsproduktion am Sonntag, drei Schabbat-Abende vorbereitet.

Was tun, wenn die Brühe trübe geworden ist?

Die häufigste Ursache: die Brühe hat zu stark gekocht. Sie darf nur leicht köcheln – kleine Bläschen an der Oberfläche, keine sprudelnden – sonst wirbeln die Trübstoffe durch die ganze Flüssigkeit. Rettungsmaßnahme: 1 geschlagenes Eiweiß in die heiße, aber nicht kochende Brühe einrühren. Das Eiweiß bindet die Trübstoffe wie ein feines Netz. Nach 5 Minuten durch ein feines Sieb mit Mulltuch oder Kaffeefilter abseihen – die Brühe wird wieder kristallklar. Diese Technik ist seit dem 17. Jahrhundert in französischen Konsommé-Küchen und in jüdischen Schabbat-Töpfen bewährt.

Können Kreplach auch süß sein?

Ja – die süße Variante ist eine Purim-Tradition. Statt Fleisch wird die kleine Tasche mit Mohn-Honig-Mischung gefüllt (wie bei Hamantaschen, dem klassischen Purim-Gebäck). Sie werden dann in Salzwasser gekocht und mit etwas geschmolzener Butter, Mohn und Zucker serviert. Sie sind selten geworden, aber in einigen orthodox-jüdischen Familien noch lebendig.

Kann ich Hühnchen statt Rindfleisch nehmen?

Sehr gut – Hühnchen-Kreplach sind eine leichtere Variante, oft für ältere Familienmitglieder oder Kinder serviert. Die Brühe wird dann aus Hühnerknochen und Suppenhuhn gekocht (gibt eine etwas hellere goldene Farbe), und die Füllung aus gekochtem Hühnchen mit etwas Petersilie und gerösteter Zwiebel. Geschmacklich milder, aber genauso traditionell.


Aufbewahrung

Frisch gefertigte, rohe Kreplach lassen sich hervorragend einfrieren – auf einem Backblech vorfrieren, dann in einem Beutel sammeln. Direkt aus dem Tiefkühler kochen (1–2 Minuten länger). Gekochte Kreplach im Kühlschrank 2 Tage, ohne Brühe in luftdichtem Behälter.

Kreplach mit Rinderbrühe
Kreplach mit Rinderbrühe

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Kreplach mit Rinderbrühe

Kreplach mit klarer Rinderbrühe – jüdische Fleischtaschen mit Wurzelgemüse

Hauchdünne dreieckige Teigtaschen mit gekochter Rindfleisch-Füllung, serviert in goldener klarer Rinderbrühe mit Wurzelgemüse. Klassiker der aschkenasisch-jüdischen Küche – traditionell zum Schabbat, Rosch Haschana, Jom Kippur und Purim.
Servings 6 Portionen
Vorbereitungszeit 45 Minuten
Zubereitungszeit 3 Stunden 30 Minuten
Ruhezeit 30 Minuten
Gesamtzeit 4 Stunden 45 Minuten

Kochutensilien

  • Großer Suppentopf 5 l für die Brühe
  • Feines Sieb mit Mulltuch zum Passieren der Brühe
  • Nudelholz oder Pasta-Maschine für hauchdünnen Teig
  • Scharfes Messer oder Teigrad
  • Rührschüssel

Zutaten
  

Für die Rinderbrühe

  • 1 kg Suppenknochen (Markknochen + Beinknochen)
  • 500 g Rindfleisch (Suppenfleisch, z. B. Tafelspitz oder Beinscheibe)
  • 4 Karotten (geschält, in dicke Schrägscheiben für die Suppen-Garnitur, Rest in Stücken für die Brühe)
  • 2 Pastinaken (optional, geschält, in Stücken für die Brühe; auf dem Foto nicht zu sehen)
  • 1 Stange Sellerie (Staudensellerie, in Stücken für die Brühe, optional)
  • 1 Zwiebel (groß, mit Schale halbiert)
  • 3 Lorbeerblätter
  • 10 Pfefferkörner (schwarz)
  • 1 Bund Petersilie (glatt, Stiele dazu, Blätter zum Garnieren)
  • 3 l Wasser (kalt)
  • 1 EL Meersalz

Für den Teig

  • 300 g Weizenmehl (Type 405)
  • 2 Eier (zimmerwarm)
  • 3 EL Wasser (kalt, ggf. mehr)
  • 1 Prise Salz

Für die Füllung

  • 250 g Rindfleisch (gekocht, aus der Brühe, fein gehackt oder durchgedreht)
  • 1 Zwiebel (klein, fein gewürfelt)
  • 2 EL Pflanzenöl (zum Anbraten der Zwiebel)
  • 1 Eigelb
  • 1 TL Petersilie (fein gehackt)
  • Schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
  • Salz

Anleitungen
 

RINDERBRÜHE ANSETZEN

  • Die Suppenknochen und das Rindfleisch unter kaltem Wasser abspülen. In einen großen Suppentopf geben, mit 3 l kaltem Wasser bedecken und langsam zum Kochen bringen. Den Schaum, der sich an der Oberfläche bildet, regelmäßig mit einem Schaumlöffel abschöpfen – das ist entscheidend für eine klare Brühe.
  • Wenn keine Trübstoffe mehr aufsteigen, die Wurzelgemüse (Karotten, Pastinaken, Sellerie), die halbierte Zwiebel mit Schale, Lorbeerblätter, Pfefferkörner und Petersilienstiele zugeben. Salz hinzufügen. Die Hitze auf niedrige Stufe reduzieren – die Brühe darf NUR leicht köcheln (nicht sprudeln), 3 bis 4 Stunden lang. Je länger sie zieht, desto aromatischer und tiefgoldener wird sie.

TEIG VORBEREITEN

  • In einer Schüssel das Mehl mit einer Prise Salz mischen. Eine Mulde in die Mitte drücken. Eier und kaltes Wasser einrühren und zu einem festen, glatten Teig verkneten (ca. 8–10 Minuten). Der Teig soll formbar, aber nicht klebrig sein – bei Bedarf etwas Mehl oder Wasser zugeben.
  • Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen – das entspannt das Gluten und macht den Teig leichter ausrollbar.

FÜLLUNG ZUBEREITEN

  • Nach 2 Stunden Brühezeit das Suppenfleisch herausnehmen (es muss zart sein), in kleine Stücke schneiden oder durch den Fleischwolf drehen. 250 g für die Füllung beiseite stellen, den Rest in der Brühe lassen oder für Sandwiches verwenden.
  • Die fein gewürfelte Zwiebel in 2 EL Pflanzenöl bei mittlerer Hitze 5–7 Minuten goldbraun anbraten. Auskühlen lassen.
  • In einer Schüssel das gehackte Fleisch mit den gerösteten Zwiebeln, dem Eigelb, gehackter Petersilie, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer gut vermischen.
  • Profi-Trick: 2–3 EL der heißen klaren Brühe in die Füllung einrühren – das macht sie sahnig-saftig und verhindert, dass sie sich beim Kochen zu einem trockenen Klumpen zusammenzieht. Die fertige Füllung soll feucht und zusammenhaltend sein.

KREPLACH FORMEN

  • Den ausgeruhten Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche oder mit einer Pasta-Maschine (Stufe 6–7) hauchdünn ausrollen – fast durchscheinend. In Quadrate von 6–8 cm Kantenlänge schneiden.
  • Auf jedes Quadrat 1 gehäuften TL Füllung in die Mitte geben. Die Ränder leicht mit Wasser befeuchten und das Quadrat diagonal zu einem Dreieck falten. Die Ränder fest zusammendrücken – am besten mit einer Gabel oder den Fingern – damit keine Luft eingeschlossen ist und die Füllung beim Kochen nicht austritt.
  • Die fertigen Kreplach auf einem bemehlten Tuch oder Blech ablegen. Beim Sammeln darauf achten, dass sie sich nicht berühren – sie kleben sehr leicht zusammen.

BRÜHE FERTIGSTELLEN

  • Nach 3 bis 4 Stunden die Brühe durch ein feines Sieb mit Mulltuch in einen sauberen Topf passieren. Knochen entsorgen, Gemüse beiseite stellen. Die Brühe abschmecken – bei Bedarf nachsalzen und mit frischem Pfeffer würzen. Die zuvor herausgenommenen Karotten und Pastinaken in Scheiben schneiden und zurück in die Brühe geben.

KREPLACH KOCHEN UND SERVIEREN

  • Die Brühe leicht köcheln lassen. Die Kreplach portionsweise vorsichtig in die Brühe gleiten lassen – maximal 12–15 Stück gleichzeitig, sonst kleben sie aneinander. 6–8 Minuten köcheln lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen und der Teig durchscheinend wird.
  • In tiefe Suppenteller verteilen: 3–4 Kreplach pro Person mit reichlich heißer goldener Brühe, 2 Karotten-Schrägscheiben und einem schönen Stück Suppenfleisch in der Mitte. Mit frischen Petersilien-Blättern garnieren. Dazu Pita-Brot oder Challah und nach Wunsch Meerrettich-Roter-Bete-Sauce (Chrein) reichen. Klassisch als Schabbat-Vorspeise oder leichtes Hauptgericht serviert.
    Kreplach

Notizen

Klare Brühe – das wichtigste Geheimnis: Die Brühe darf nur leicht köcheln, nie sprudeln. Sobald sie zu stark kocht, wird sie trüb. Bei niedriger Hitze 3 Stunden simmern lassen, regelmäßig Schaum abschöpfen.
Für noch klarere Brühe: 1 geschlagenes Eiweiß in die heiße Brühe einrühren – es bindet Trübstoffe. Dann durch ein Mulltuch passieren.
Vorbereitung: Die ungebogenen Kreplach lassen sich gut einfrieren – auf einem Backblech vorfrieren, dann in einem Beutel sammeln (bis zu 3 Monate). Direkt aus dem Tiefkühler kochen, 1–2 Minuten länger.
Alternative Füllungen:
  • Kartoffel-Zwiebel (vegetarisch, für milchige Mahlzeiten)
  • Hühnchen-Petersilie
  • Spinat-Ricotta (modern)
  • Süß mit Mohn (für Purim)
Symbolik: Die drei Ecken symbolisieren die drei Erzväter (Abraham, Isaak, Jakob) oder die drei Säulen des Judentums.
Tradition: Kreplach werden traditionell an drei Feiertagen serviert: Erev Rosch Haschana, Erev Jom Kippur und Purim – allen gemeinsam ist das Thema des „Verbergens“.
Aufbewahrung: Gekocht 2 Tage im Kühlschrank, getrennt von der Brühe in luftdichtem Behälter. Brühe separat 4 Tage haltbar.
Begleitende Beilagen: Challah (Schabbat-Brot), eingelegte rote Beete, Chrein (Meerrettich-Roter-Bete-Sauce), gegrillter Fisch.

Nährwerte

Calories: 380kcalCarbohydrates: 32gProtein: 28gFat: 15g
Calories: 380kcal
Gericht: Fleischgericht, Hauptgericht, Rindfleisch, Suppe, Vorspeise
Küche: Europäisch, Hausmannskost, Jüdisch, Nahöstlich, Osteuropäisch
Schlagwort: Aschkenasisch, Comfort Food, Familienessen, festlich, Festtagsgericht, Fleischtaschen, Jüdische Fleischtaschen, klassisch, Kreplach, Rinderbrühe, Schabbat, traditionell, Vom Herd, Winterrezepte

📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Kreplach sind perfekt für alle, die die aschkenasisch-jüdische Küche entdecken oder pflegen möchten – sei es für Schabbat-Abende, Hohe Feiertage wie Rosch Haschana und Jom Kippur, oder einfach als wärmender, traditioneller Winter-Klassiker. Auch für Hobbyköche, die mit Teig arbeiten gerne (ähnlich wie Ravioli oder Pelmeni), und für Familien, die alte Traditionen am Esstisch weitergeben wollen. Mit etwa 380 kcal pro Portion, klassischer Rinderbrühe und Wurzelgemüse ist es ein sättigendes Hauptgericht oder eine wärmende Vorspeise zu einem festlichen Menü.

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