Klassische Cannoli Siciliani mit Ricottacreme, Pistazien und kandierter Orange

Sizilianischer Klassiker

Schale und Creme sind zwei getrennte Welten, und sie dürfen sich erst in der letzten Minute begegnen.

28. September 2026
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Klassische Cannoli Siciliani mit Ricottacreme, Pistazien und kandierter Orange

In Palermo bekommt man Cannoli nie fertig gefüllt aus der Vitrine. Der Konditor greift zur Schale, füllt sie vor den Augen des Kunden und reicht sie über die Theke. Das ist keine Show, sondern der ganze Trick.


Cannoli Siciliani bestehen aus zwei Dingen, die miteinander eigentlich nichts zu tun haben. Das eine ist eine hauchdünn ausgerollte, im heißen Fett aufgeblähte Teigröhre, die beim Hineinbeißen splittert. Das andere ist eine kühle, nur mit Puderzucker gesüßte Ricottacreme. Beide werden getrennt hergestellt, getrennt aufbewahrt und erst im letzten Moment zusammengebracht. Wer diese Reihenfolge einhält, bekommt genau das Gebäck, das auf den Fotos liegt: knusprig, mit blasiger Oberfläche, an einem Ende in grob gehackte Pistazien getaucht und am anderen mit einem breiten Stück kandierter Orangenschale. Wer sie nicht einhält, bekommt eine zähe Röhre mit nasser Füllung.

Große Cannoli Siciliani von oben auf weißen Tellern: knusprig frittierte, blasige Teigröhren dick mit Puderzucker bestäubt, ein Ende in grob gehackte Pistazien gedrückt, am anderen Ende weiße Ricottacreme mit einem breiten Stück kandierter Orangenschale; daneben eine goldene Gabel, ein Schälchen mit gehackten Pistazien und verstreute Pistazienstücke auf hellem Untergrund
Große Cannoli Siciliani von oben auf weißen Tellern: knusprig frittierte, blasige Teigröhren dick mit Puderzucker bestäubt, ein Ende in grob gehackte Pistazien gedrückt, am anderen Ende weiße Ricottacreme mit einem breiten Stück kandierter Orangenschale; daneben eine goldene Gabel, ein Schälchen mit gehackten Pistazien und verstreute Pistazienstücke auf hellem Untergrund

Was Cannoli Siciliani ausmacht

Der Name kommt von *canna*, dem Schilfrohr, um das die Teigrollen früher gewickelt wurden. Heute übernehmen Metallröhrchen diese Aufgabe, das Prinzip ist dasselbe geblieben. Die Schale heißt auf Sizilien *scorza*, was schlicht Rinde bedeutet, und beschreibt genau, was sie sein soll: eine spröde Hülle, kein weiches Gebäck.

Die Füllung ist auf der Insel traditionell reine Ricotta, gesüßt mit Puderzucker, sonst nichts. Keine Sahne, kein Mascarpone, kein Vanillepudding. Die Zutaten, die dazukommen dürfen, sind Beiwerk am Rand: gehackte Pistazien aus Bronte, kandierte Orangen- oder Zitronenschale, manchmal Schokoladenstückchen. Auf den Fotos hier sind es grob gehackte Pistazien an einem Ende und ein breites Stück kandierte Orange am anderen, und genau diese Kombination ist die klassischste von allen.

Was diesem Gebäck seinen Ruf verschafft hat, ist der Gegensatz. Splittrige, leicht salzige, frittierte Hülle gegen kühle, milchige, süße Creme. Fällt eine der beiden Seiten aus, bleibt nichts Besonderes übrig.


Das Format: die großen Cannoli aus Palermo

Auf den Fotos liegt nicht die kleine Konditorei-Version, sondern das große Format, wie es in Palermo über die Theke geht: etwa 14 cm lang und nach dem Frittieren gut vier Zentimeter dick. Das ist keine Nebensache, sondern bestimmt fast jede Zahl in diesem Rezept.

Dafür braucht es die großen Metallröhrchen von 2,5 bis 3 cm Durchmesser und etwa 15 cm Länge, nicht die Mini-Röhrchen für Fingerfood. Und der Teig wird nicht ausgestochen, sondern als Oval von etwa 14 × 11 cm zugeschnitten: Einen Ausstecher in dieser Größe gibt es nicht, eine Schablone aus Karton und ein Teigrädchen erledigen das in zwei Minuten. Die 11 cm sind dabei der Umfang des Röhrchens plus die Überlappung an der Nahtstelle, die 14 cm die Länge der fertigen Schale.

Auch die Füllung fällt größer aus, als man schätzt. Eine solche Röhre nimmt rund 100 g Creme auf, für zehn Stück ist das gut ein Kilo — also ein Kilogramm Ricotta vor dem Abtropfen. Wer mit 500 g rechnet, steht am Ende vor halb leeren Schalen. Mit den kleinen Röhrchen von 2 cm sieht die Rechnung anders aus: Ovale von 12 × 8 cm, etwa 50 g Creme pro Stück, und aus derselben Teigmenge werden rund 20 kleine Cannoli.


Der Teig: Wein, Essig und ein Löffel Kakao

Im Teig stehen zwei Zutaten, die in einem Gebäckrezept zunächst seltsam wirken: trockener Weißwein oder Marsala und ein Teelöffel Essig. Beide haben eine handfeste Aufgabe.

Der Wein macht den Teig geschmeidig und lässt sich hauchdünn ausrollen, ohne dass er reißt. Zusammen mit dem Essig verändert er außerdem das Verhalten im heißen Fett: Die Oberfläche zieht sich unregelmäßig zusammen und wirft dabei die typischen Blasen. Ohne beides bleibt die Schale glatt, hart und splittert nicht, sondern bricht wie ein Cracker.

Die dritte Zutat, die man in einem Cannoli-Teig nicht vermutet, ist Backkakao. Zwei Teelöffel auf 150 g Mehl schmecken nicht nach Schokolade, sie färben: Genau daher kommt der rötlich-braune Ton, den die Schalen auf den Fotos haben. Ohne Kakao werden sie deutlich blasser und heller golden. Mehr als zwei Teelöffel kippt die Sache — dann schmeckt der Teig nach Kakao und dunkelt im heißen Fett zu schnell nach.

Vom Ei kommt übrigens nur das Eigelb in den Teig. Das Eiweiß wird gebraucht, um die Nahtstellen zu verschließen, und passt mengenmäßig genau: ein Ei, zwei Aufgaben.

Der Teig selbst ist deutlich fester als Nudelteig und darf beim Kneten nicht kleben. Fünf Minuten kräftiges Durcharbeiten reichen, danach braucht er eine Stunde Ruhe. Diese Ruhezeit ist keine Formalität: Frisch geknetet zieht sich der Teig beim Ausrollen immer wieder zusammen, nach einer Stunde bleibt er, wo er hingelegt wurde.

Wer ohne Alkohol arbeiten möchte, ersetzt den Wein durch Traubensaft und erhöht den Essig auf zwei Teelöffel. Das Ergebnis ist etwas weniger aromatisch, blasig wird die Schale trotzdem.


Vier große Cannoli Siciliani von oben auf weißen Tellern vor blauem Untergrund, dick mit Puderzucker bestäubt, ein Ende jeweils in grob gehackte Pistazien gedrückt, am anderen Ende weiße Ricottacreme mit einem breiten Stück kandierter Orangenschale; daneben eine goldene Gabel und ein Schälchen mit Pistazien
Ein Ende grob gehackte Pistazien, ein Ende kandierte Orange: der sizilianische Zweiklang, der die reine Ricotta trägt.

Woher die Blasen in der Schale kommen

Die unregelmäßige, blasige Oberfläche ist das Erkennungszeichen guter Cannoli, und sie entsteht aus einem Zusammenspiel von drei Dingen: sehr dünnem Teig, der Säure aus Wein und Essig, und ausreichend heißem Fett.

Ein Millimeter ist die Zielstärke, und das ist dünner, als es klingt. Ein guter Maßstab: Auf dem ausgerollten Teig sollte sich Schrift darunter erahnen lassen. Wer mit dem Nudelholz arbeitet, rollt in kleinen Portionen und dreht den Teig zwischendurch, sonst zieht er sich zurück. Mit der Nudelmaschine geht es schneller und gleichmäßiger.

Beim Wickeln gilt das Gegenteil von dem, was man intuitiv tut. Das Oval wird quer aufgelegt, sodass die kurze Seite rundherum läuft und die lange die Länge der Schale ergibt. Der Teig wird locker um das Röhrchen gelegt, nicht straff gezogen. Er muss beim Frittieren Platz haben, um sich vom Metall abzuheben und aufzublähen. Straff gewickelte Rollen reißen oder kleben fest. Die Nahtstelle wird mit etwas Eiweiß verschlossen und fest angedrückt; das ist der einzige Punkt, der wirklich halten muss.


Frittieren: Temperatur ist die halbe Miete

180 °C sind der Punkt, an dem die Schale in zwei bis drei Minuten goldbraun und durch ist. Diese Temperatur zu halten ist wichtiger als jede andere Zahl im Rezept, und ohne Thermometer wird das Raten.

Ebenso wichtig ist die Menge Fett: zwei Liter in einem Topf von mindestens 22 cm Durchmesser. Das klingt nach viel und ergibt doch nur 5 bis 6 cm Höhe — genau so viel, dass eine vier Zentimeter dicke Röhre frei schwimmt. In einer flachen Pfanne liegt sie auf dem Boden auf, wird dort dunkel und bleibt oben blass. Das abgekühlte Öl lässt sich abgeseiht ein zweites Mal verwenden.

Ist das Fett zu kühl, saugt sich der dünne Teig voll, bleibt blass und schmeckt schwer und fettig. Ist es zu heiß, dunkelt die Oberfläche, bevor das Innere durch ist, und die Schale bleibt beim Abkühlen weich. Nach jeder Portion sinkt die Temperatur spürbar, deshalb wird vor der nächsten gewartet, bis sie wieder erreicht ist. Bei diesem Format sind zwei Röhrchen gleichzeitig das Maximum, mehr schwimmen nicht frei.

Nach dem Frittieren kommen die Schalen kurz auf Küchenpapier. Noch handwarm werden sie vom Metallröhrchen gezogen, wobei das Röhrchen leicht gedreht wird. Vollständig ausgekühlt lassen sie sich schwerer lösen. Die Röhrchen werden abgewischt, neu gefettet und wiederverwendet.


Die Ricottacreme: trocken muss sie sein

Hier entscheidet sich, ob die Cannoli nach zehn Minuten noch knuspern. Ricotta ist von Natur aus feucht, und diese Feuchtigkeit wandert unweigerlich in die Schale. Deshalb wird sie vorher abgetropft: in ein mit Küchentuch ausgelegtes Sieb, mit einem Teller beschwert, über Nacht in den Kühlschrank. Das plant man am Vortag ein. Und man rechnet großzügig: Eine große Schale nimmt rund 100 g Creme auf, für zehn Stück braucht es also ein Kilogramm Ricotta, aus dem nach dem Abtropfen etwa 850 g werden. Feste Ware aus dem Becher, wie sie im Handel oft angeboten wird, kann direkt verwendet werden; ein Blick auf die Konsistenz genügt.

Schafsmilchricotta ist die klassische sizilianische Wahl. Sie ist fester als die Variante aus Kuhmilch und schmeckt kräftiger, fast leicht salzig, was zur Süße des Puderzuckers gut passt. Kuhmilchricotta funktioniert ebenfalls, muss aber meist gründlicher abtropfen.

Der Schritt, den die meisten Rezepte weglassen und der auf den Fotos sofort zu sehen ist: Die abgetropfte Ricotta wird durch ein feines Sieb gestrichen. Aus der körnigen Masse wird dabei eine glatte, glänzend weiße Creme, die am Schalenrand als kleine Kuppel stehen bleibt, statt krümelig auszusehen. Danach kommt der Puderzucker dazu, und die Creme braucht mindestens eine Stunde im Kühlschrank, damit sich der Zucker löst.

Gerührt wird nur, bis die Creme glatt ist, nicht geschlagen. Ricotta ist kein Schlagobers; längeres Rühren zerstört ihre Struktur und macht sie flüssig. Orangenabrieb und eine Prise Zimt sind auf Sizilien üblich, aber beides ist Beiwerk: Die Creme auf den Fotos ist rein weiß, also nichts als Ricotta und Puderzucker. Wer Abrieb nimmt, sieht ihn als feine orange Punkte, Zimt färbt die Creme leicht beige — sehr sparsam dosieren, sonst überdeckt er alles andere.


Kandierte Orange und Pistazien: der sizilianische Zweiklang

Die beiden Enden werden unterschiedlich behandelt, und das ist kein Dekorationseinfall. Die grob gehackten Pistazien an der einen Seite bringen Biss und ein nussiges, leicht harziges Aroma, das zur milchigen Ricotta passt. Das breite Stück kandierte Orangenschale am anderen Ende liefert Süße mit Bitternote und einen Duft, der sofort an die Insel erinnert.

Wichtig ist die Reihenfolge, und dazu ein Handgriff, der auf den Fotos den Unterschied macht: Zuerst wird gefüllt. Dann streicht man mit dem Finger einen dünnen Film Creme über die letzten drei Zentimeter der Schale — außen, auf das Gebäck — und drückt dieses Ende in die Pistazien, mit einer Drehung rundherum. Ohne diesen Cremefilm haften die Pistazien nur am Rand der Öffnung; mit ihm sitzen sie als geschlossene, stückige Kruste auf den letzten Zentimetern der Röhre, genau wie im Bild.

Die Pistazien werden ungesalzen gekauft und selbst gehackt — grob, auf zwei bis drei Millimeter, nicht fein und schon gar nicht gemahlen. Fertiges Pistazienmehl staubt, schmeckt flach und gibt nie diese stückige Kruste. Für zehn Cannoli rechnet man 150 g: Haften bleiben nur rund 10 g pro Stück, aber man braucht ein Tauchbett im Schälchen, in das die Röhre auch hineinpasst.

Bei der kandierten Orangenschale lohnt der Blick auf die Zutatenliste: Gute Ware besteht aus Schale, Zucker und Wasser und ist bernsteinfarben durchscheinend, nicht knallorange. Gekauft wird sie am Stück und in breite Streifen von etwa 4 × 1,5 cm geschnitten, nicht als feine Julienne — auf der Cremekuppel soll ein Stück liegen, das man auch sieht.


Gefüllt wird erst in der letzten Minute

Das ist die Regel, an der alles hängt, und sie erklärt auch, warum Cannoli in Sizilien vor den Augen des Kunden gefüllt werden. Eine halbe Stunde reicht, damit die Feuchtigkeit der Ricotta durch die Schale zieht und aus der splittrigen Röhre eine zähe wird. Rückgängig machen lässt sich das nicht.

Gefüllt wird von beiden Seiten bis zur Mitte, mit einem Spritzbeutel und großer Lochtülle — die Öffnung sollte mindestens einen Zentimeter haben, sonst verstopft die stückige Ricottacreme. Rund 100 g gehen pro Schale hinein. So bleibt keine Luftblase in der Mitte, und an beiden Enden steht die Creme als kleine Kuppel heraus, wie es sein soll. Ein Teelöffel ist die schlechtere Lösung: Er drückt die Schale leicht auseinander und füllt ungleichmäßig.

Für ein Buffet oder eine Feier heißt das: Schalen und Creme getrennt bereitstellen und entweder selbst auf Zuruf füllen oder die Gäste füllen lassen. Das ist kein Notbehelf, sondern die übliche Praxis.

Fertige große Cannoli Siciliani von oben auf drei weißen Tellern: lange, blasig frittierte Teigröhren mit Puderzucker, ein Ende dick in grob gehackte Pistazien gedrückt, am anderen Ende weiße Ricottacreme mit einem breiten Stück kandierter Orangenschale; daneben eine goldene Gabel und verstreute Pistazienstücke auf hellgrauem Untergrund
Klassische Cannoli Siciliani mit Ricottacreme, Pistazien und kandierter Orange

Vorbereiten, aufbewahren und die vier typischen Fehler

Ungefüllte Schalen sind ein dankbarer Vorrat. Luftdicht und trocken bei Zimmertemperatur halten sie eine Woche und werden dabei nicht schlechter. Sie lassen sich also in Ruhe an einem freien Nachmittag herstellen. Die Creme hält abgedeckt zwei Tage im Kühlschrank; Ricotta nimmt Fremdgerüche an, deshalb gut verschließen.

Gefüllte Cannoli dagegen sind kein Vorratsgebäck und auch nichts für den nächsten Tag. Was übrig bleibt, wird noch am selben Abend gegessen oder war umsonst.

Vier Fehler ruinieren das Ergebnis, und jeder einzelne reicht dafür aus: Teig zu dick ausgerollt, Öl zu kühl oder zu wenig, Ricotta zu feucht, zu früh gefüllt. Wer diese vier Punkte im Blick behält, braucht sonst nichts weiter zu beachten.

Wer denselben Teig lieber als Nachtisch mit Teller und Gabel servieren möchte, findet die kurze Fassung unter Cannoli mit Pistaziencreme und Beerenspiegel: kürzere Röllchen, Mascarpone in der Creme, grobe Pistazien an beiden Enden und eine dunkle Beerensauce statt kandierter Orange.


Warum werden Cannoli Siciliani erst kurz vor dem Servieren gefüllt?

Weil die Feuchtigkeit der Ricotta in die Schale zieht. Schon nach etwa einer halben Stunde ist aus der splittrigen Röhre eine zähe geworden, und das lässt sich nicht rückgängig machen. Auf Sizilien wird deshalb vor den Augen des Kunden gefüllt.

Wozu dienen Wein und Essig im Teig für Cannoli Siciliani?

Beide machen den Teig geschmeidig und sorgen im heißen Fett für die typische blasige Oberfläche. Ohne sie bleibt die Schale glatt und hart. Ohne Alkohol funktioniert Traubensaft mit zwei Teelöffeln Essig.

Wie dünn muss der Teig für Cannoli Siciliani ausgerollt werden?

Etwa einen Millimeter, so dünn, dass sich Schrift darunter erahnen lässt. Dickerer Teig bläht kaum auf und bleibt zäh. Zugeschnitten wird zu Ovalen von etwa 14 × 11 cm; mit der Nudelmaschine geht es gleichmäßiger als mit dem Nudelholz.

Bei welcher Temperatur werden Cannoli-Schalen frittiert?

Bei 180 °C, zwei bis drei Minuten bis goldbraun. Nehmen Sie zwei Liter Öl in einem Topf von mindestens 22 cm, damit die dicken Röhren frei schwimmen. Zu kühles Fett macht die Schale fettig und blass, zu heißes außen dunkel und innen weich; nach jeder Portion die Temperatur wieder erreichen lassen.

Welche Ricotta eignet sich für die Creme in Cannoli Siciliani?

Am besten Schafsmilchricotta, sie ist fester und kräftiger im Geschmack. Entscheidend ist, dass sie trocken ist: über Nacht im Sieb abtropfen lassen, sonst weicht die Schale sofort auf. Rechnen Sie ein Kilogramm für zehn große Cannoli, und streichen Sie die Ricotta vor dem Süßen durch ein feines Sieb.

Kann man die Schalen für Cannoli Siciliani vorbereiten?

Ja, das ist sogar üblich. Ungefüllt halten sie luftdicht und trocken bei Zimmertemperatur eine Woche. Die Creme hält zwei Tage im Kühlschrank. Zusammengebracht wird erst unmittelbar vor dem Servieren.

Warum kleben die Cannoli am Röhrchen fest?

Weil der Teig zu straff gewickelt oder das Röhrchen nicht gefettet war. Der Teig soll das Röhrchen nur locker umschließen, damit er sich beim Frittieren abheben kann. Gelöst wird noch handwarm mit leichtem Drehen.

Braucht man für Cannoli Siciliani unbedingt Metallröhrchen?

Sie sind der einfachste Weg und günstig zu bekommen. Für dieses große Format nehmen Sie Röhrchen von etwa 15 cm Länge und 2,5 bis 3 cm Durchmesser, nicht die kleinen für Mini-Cannoli. Ohne Röhrchen lässt sich der Teig nicht in Form frittieren; improvisierte Alternativen aus Alufolie verformen sich im heißen Fett und geben keine runde Schale.


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Große Cannoli Siciliani von oben auf weißen Tellern: knusprig frittierte, blasige Teigröhren dick mit Puderzucker bestäubt, ein Ende in grob gehackte Pistazien gedrückt, am anderen Ende weiße Ricottacreme mit einem breiten Stück kandierter Orangenschale; daneben eine goldene Gabel, ein Schälchen mit gehackten Pistazien und verstreute Pistazienstücke auf hellem Untergrund

Klassische Cannoli Siciliani mit Ricottacreme, Pistazien und kandierter Orange

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Die großen sizilianischen Cannoli bestehen aus zwei Teilen, die fast nichts miteinander zu tun haben: einer knusprig frittierten Teigröhre von etwa 14 cm Länge und vier Zentimetern Durchmesser und einer kühlen, nur mit Puderzucker gesüßten Ricottacreme. Der Teig enthält Weißwein, einen Schuss Essig und zwei Teelöffel Backkakao, der ihm den rötlich-braunen Ton gibt; Wein und Essig sorgen zusammen mit dem heißen Fett für die charakteristischen Blasen. Gefüllt wird ausschließlich unmittelbar vor dem Servieren: Ricotta ist feucht und weicht die Röhre binnen einer halben Stunde auf. Ein Ende wird in grob gehackte Pistazien gedrückt, auf das andere kommt ein breites Stück kandierte Orangenschale, dazu reichlich Puderzucker.
Portionen 10 Stück
Vorbereitungszeit 1 Stunde
Zubereitungszeit 30 Minuten
Teigruhe und Creme kalt stellen 1 Stunde 30 Minuten
Gesamtzeit 3 Stunden

Kochutensilien

  • Cannoli-Röhrchen aus Metall etwa 15 cm lang und 2,5 bis 3 cm dick — das große Format, nicht die Mini-Röhrchen; 4 bis 6 Stück genügen, sie werden nach jeder Portion wiederverwendet
  • Nudelmaschine oder Nudelholz der Teig muss auf 1 mm ausgerollt werden
  • Schablone aus Karton Oval von etwa 14 × 11 cm; Ausstecher gibt es in dieser Größe nicht
  • Teigrädchen oder scharfes Messer zum Ausschneiden der Ovale entlang der Schablone
  • Hoher Topf zum Frittieren mindestens 22 cm Durchmesser; das Öl muss 5 bis 6 cm hoch stehen, damit die dicken Röhren frei schwimmen
  • Küchenthermometer ohne Temperaturkontrolle wird die Schale fettig oder zu dunkel
  • Spritzbeutel mit großer Lochtülle Öffnung mindestens 1 cm, sonst verstopft die stückige Ricottacreme
  • Feines Sieb und Küchentuch einmal zum Abtropfen der Ricotta, einmal zum Glattstreichen der Creme

Zutaten
  

Für die Teigröhren

  • 150 g Weizenmehl Type 405 plus etwas zum Arbeiten
  • 20 g Zucker
  • 2 TL Backkakao ungesüßt, etwa 4 g; gibt der Schale den rötlich-braunen Ton der Fotos
  • 1 Prise Salz
  • 20 g kalte Butter in Würfeln
  • 1 Ei Größe M; das Eigelb kommt in den Teig, das Eiweiß verschließt die Nahtstellen
  • 50 ml trockener Weißwein alternativ Marsala; alkoholfrei mit Traubensaft plus 1 TL Essig zusätzlich
  • 1 TL Weißweinessig sorgt zusammen mit dem Wein für die Blasen
  • 2 l neutrales Frittieröl Raps- oder Sonnenblumenöl mit hohem Rauchpunkt; weniger reicht nicht, die Röhren müssen frei schwimmen
  • 1 EL neutrales Öl zum Fetten der Röhrchen die Metallröhrchen werden vor jeder Portion neu gefettet, sonst klebt die Schale fest

Für die Ricottacreme

  • 1 kg Ricotta möglichst aus Schafsmilch; ergibt abgetropft etwa 850 g, und so viel braucht es: eine große Schale nimmt rund 100 g Creme auf
  • 170 g Puderzucker gesiebt
  • 1 Bio-Orange optional, nur der abgeriebene Schalenanteil; auf den Fotos ist die Creme rein weiß, ohne Abrieb
  • 1 Prise Zimt optional, sehr sparsam; färbt die Creme leicht beige

Zum Verzieren

  • 150 g Pistazien ungesalzen, grob gehackt auf 2 bis 3 mm; pro Cannolo haften etwa 10 g, der Rest bleibt als Tauchbett im Schälchen
  • 80 g kandierte Orangenschale am Stück gekauft und in breite Streifen von etwa 4 × 1,5 cm geschnitten, nicht als feine Julienne
  • Puderzucker zum Bestäuben

Anleitungen
 

  • Ricotta abtropfen, am Vortag: Die Ricotta in ein mit Küchentuch ausgelegtes Sieb geben, mit einem Teller beschweren und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Es laufen 100 bis 150 g Molke ab, übrig bleiben etwa 850 g feste Ricotta. Nur wirklich feste Ware aus dem Becher darf ohne Abtropfen verwendet werden — bleibt Feuchtigkeit in der Creme, weicht sie die Schale sofort auf.
  • Teig kneten: Mehl, Zucker, Backkakao und Salz mischen, die kalte Butter mit den Fingerspitzen einarbeiten. Das Ei trennen, das Eigelb mit Weißwein und Essig zugeben, das Eiweiß abgedeckt beiseitestellen. Alles etwa fünf Minuten zu einem festen, glatten Teig verkneten. Der Teig ist deutlich fester als Nudelteig und darf nicht kleben. In Folie wickeln und eine Stunde bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
  • Schablone zuschneiden: Aus Karton ein Oval von etwa 14 × 11 cm schneiden. Die 11 cm sind der Umfang des Röhrchens plus Überlappung, die 14 cm die Länge der fertigen Schale. Kleiner darf es nicht sein, sonst reicht der Teig nicht um das große Röhrchen herum.
  • Dünn ausrollen und ausschneiden: Den Teig in Portionen mit der Nudelmaschine bis Stufe zwei von unten oder mit dem Nudelholz auf etwa 1 mm ausrollen. So dünn, dass sich Schrift darunter erahnen lässt. Die Schablone auflegen und mit dem Teigrädchen zehn Ovale ausschneiden. Die Reste einmal neu zusammenkneten und nachrollen; danach wird der Teig zäh.
  • Um die Röhrchen wickeln: Die Röhrchen fetten und je ein Oval quer darumlegen, sodass die kurze Seite rundherum läuft. Die Enden übereinanderschlagen und die Nahtstelle mit dem Eiweiß fest zusammendrücken. Nicht straff wickeln: Der Teig muss beim Frittieren Platz zum Aufblähen haben.
  • Frittieren: Das Öl im hohen Topf 5 bis 6 cm hoch auf 180 °C erhitzen und die Temperatur mit dem Thermometer halten. Zwei Röhrchen gleichzeitig einlegen — mehr passen bei diesem Format nicht frei schwimmend hinein — und 2 bis 3 Minuten goldbraun frittieren, dabei einmal wenden. Bei zu niedriger Temperatur saugt sich der Teig voll Fett und bleibt blass, bei zu hoher wird er außen dunkel und innen weich. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  • Röhrchen lösen und auskühlen: Die Schalen kurz anziehen lassen und noch handwarm vorsichtig vom Metallröhrchen ziehen, dabei das Röhrchen leicht drehen. Vollständig auskühlen lassen. Die Röhrchen abwischen, neu fetten und für die nächste Portion verwenden.
  • Ricottacreme rühren: Die abgetropfte Ricotta durch ein feines Sieb streichen — dieser Schritt macht aus der körnigen Masse die glatte, glänzend weiße Creme der Fotos. Den gesiebten Puderzucker unterrühren, nicht schlagen: Zu langes Rühren macht die Creme flüssig. Mindestens eine Stunde abgedeckt kalt stellen, damit sich der Zucker löst. Orangenabrieb und Zimt nur zugeben, wenn Sie es möchten; die Creme auf den Fotos ist reine Ricotta mit Puderzucker.
  • Erst jetzt füllen: Die Creme in den Spritzbeutel mit der großen Lochtülle füllen und jede Schale von beiden Seiten bis zur Mitte füllen, etwa 100 g pro Stück. So bleibt keine Luftblase in der Mitte, und an beiden Enden steht die Creme als kleine Kuppel heraus.
  • Pistazienende und Orangenende: Mit dem Finger einen dünnen Film Creme über die letzten drei Zentimeter der Schale außen streichen, dieses Ende in die grob gehackten Pistazien drücken und rundum wälzen — nur so haften die Pistazien wie auf den Fotos außen an der Röhre und nicht bloß am Rand. Auf die Cremekuppel am anderen Ende ein breites Stück kandierte Orangenschale legen. Großzügig mit Puderzucker bestäuben und unmittelbar servieren.
    Fertige große Cannoli Siciliani von oben auf drei weißen Tellern: lange, blasig frittierte Teigröhren mit Puderzucker, ein Ende dick in grob gehackte Pistazien gedrückt, am anderen Ende weiße Ricottacreme mit einem breiten Stück kandierter Orangenschale; daneben eine goldene Gabel und verstreute Pistazienstücke auf hellgrauem Untergrund

Notizen

Das Format der Fotos: Hier liegen die großen Cannoli, wie sie in Palermo über die Theke gehen — etwa 14 cm lang und nach dem Frittieren gut 4 cm dick. Dafür braucht es die großen Röhrchen von 2,5 bis 3 cm und Teigovale von 14 × 11 cm. Mit den kleinen Mini-Röhrchen von 2 cm werden die Ovale auf 12 × 8 cm kleiner, pro Schale genügen dann etwa 50 g Creme, und aus derselben Menge werden rund 20 kleine Cannoli.
Wein und Essig sind kein Zufall: Beide machen den Teig geschmeidig und sorgen im heißen Fett für die typische blasige, unregelmäßige Oberfläche. Ohne sie wird die Schale glatt und hart statt splittrig. Wer ohne Alkohol arbeitet, ersetzt den Wein durch Traubensaft und erhöht den Essig auf zwei Teelöffel.
Der Kakao ist Farbe, nicht Geschmack: Zwei Teelöffel auf 150 g Mehl geben den rötlich-braunen Ton, den die Schalen auf den Fotos haben; ohne Kakao werden sie deutlich blasser und heller golden. Mehr als zwei Teelöffel schmeckt nach Schokolade und dunkelt im heißen Fett zu schnell nach.
So dünn wie möglich: Ein Millimeter ist das Ziel. Dickerer Teig bläht kaum auf, bleibt zäh und schmeckt nach Frittiertem statt nach Gebäck. Wer keine Nudelmaschine hat, rollt in kleinen Portionen und dreht den Teig zwischendurch.
Locker wickeln: Die Teigrolle darf das Röhrchen nur umschließen, nicht spannen. Straff gewickelt reißt sie beim Aufblähen oder klebt fest.
Genug Öl nehmen: Zwei Liter in einem Topf von mindestens 22 cm klingen viel, ergeben aber nur 5 bis 6 cm Höhe — und weniger genügt nicht, weil eine 4 cm dicke Röhre sonst aufliegt und einseitig dunkel wird. Abgekühltes Öl lässt sich abgeseiht ein zweites Mal verwenden.
Temperatur halten: 180 °C sind der Punkt, an dem die Schale in zwei bis drei Minuten durch ist. Nach jeder Portion sinkt die Temperatur; sie muss vor der nächsten wieder erreicht sein, sonst werden die Schalen fettig.
Trockene Ricotta ist Bedingung: Feuchte Ricotta lässt sich zwar verrühren, gibt aber im Spritzbeutel Wasser ab und macht die Schale binnen Minuten weich. Schafsmilchricotta ist von Natur aus fester und schmeckt kräftiger, sie ist die klassische Wahl auf Sizilien. Und es geht mehr hinein, als man denkt: Eine große Schale nimmt rund 100 g Creme auf, für zehn Stück sind das gut ein Kilo.
Pistazien grob, nicht fein: Auf 2 bis 3 mm gehackt, wie im Schälchen auf den Fotos. Fein gemahlene Pistazien stauben, schmecken flach und geben nicht diese stückige Kruste am Ende der Röhre.
Die eiserne Regel: Gefüllt wird erst unmittelbar vor dem Servieren. Eine halbe Stunde gefüllt herumstehen genügt, damit aus der splittrigen Schale eine zähe wird. Auf einem Buffet werden Schalen und Creme deshalb getrennt bereitgestellt.
Aufbewahren: Ungefüllte Schalen halten sich luftdicht und trocken bei Zimmertemperatur eine Woche und lassen sich gut vorbereiten. Die Creme hält abgedeckt zwei Tage im Kühlschrank. Gefüllte Cannoli sind kein Vorratsgebäck.
Häufigste Fehler: Teig zu dick, Öl zu kühl oder zu wenig, Ricotta zu feucht, zu früh gefüllt. Jeder dieser Punkte allein reicht, um das Ergebnis zu ruinieren.

Nährwerte

Kalorien: 380kcalKohlenhydrate: 34gEiweiß: 10gFett: 21gNatrium: 120mgBallaststoffe: 1gZucker: 27g
Gericht: Desserts
Küche: Europäisch, Italienisch, Mediterran, Südeuropäisch
Ernährungsform: Vegetarisch
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📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für alle, die den echten sizilianischen Klassiker einmal selbst machen möchten und bereit sind, Schale und Creme getrennt zu denken. Ideal auch für Feiern, weil sich die Schalen eine Woche vorher frittieren lassen und am Abend nur noch gefüllt wird.

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Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise und Tipps für die private Küche und ersetzt keine medizinische oder Ernährungsberatung. Bei Lebensmittelallergien oder Unverträglichkeiten richten Sie sich bitte zwingend nach den Hinweisen auf den Verpackungen Ihrer Zutaten. Die angegebenen Nährwerte sind Orientierungswerte und können schwanken. Achten Sie stets auf die Frische Ihrer Zutaten. Das Nacharbeiten der Rezepte und Anleitungen sowie der Umgang mit Küchengeräten, heißen Zutaten und offenem Feuer erfolgen auf eigene Verantwortung. Eine Haftung für Personen- oder Sachschäden ist ausgeschlossen, soweit sie nicht auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit beruht; die Haftung für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit bleibt unberührt. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert, erfolgen jedoch ohne Gewähr.

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