Labneh selber machen: mit Kräutern und rosa Pfeffer
Der Unterschied zwischen dünnem Joghurt und streichfestem Labneh ist vor allem eine Zahl auf der Uhr — vorausgesetzt, im Becher steckt der richtige Joghurt und das Salz ist von Anfang an dabei. Wer diese drei Punkte kennt, bestimmt selbst, ob am Ende eine Sauce, ein Aufstrich oder ein formbarer Frischkäse in der Schale liegt.
Die eigentliche Arbeit an diesem Aufstrich passiert im Kühlschrank, nicht am Herd. Wer Labneh selber machen möchte, braucht dafür nicht mehr als ein Sieb, ein sauberes Tuch und Geduld. Genau bei der Geduld liegt der häufigste Fehler: Der Joghurt hängt vier Stunden im Sieb, bleibt weich und landet als blasser Klecks in der Schale. Wie fest der Labneh am Ende wird, entscheidet vor allem die Wartezeit — und davor die Wahl des Joghurts. Beides lässt sich in wenigen Sätzen klären.

Labneh ist kein Rezept, sondern eine Wartezeit
Für Labneh wird nichts erhitzt, nichts angesetzt und nichts gerührt außer dem Salz. Naturjoghurt kommt in ein ausgelegtes Sieb und in den Kühlschrank, alles Weitere erledigt die Schwerkraft. Spannend wird es dadurch, dass es nicht ein richtiges Ergebnis gibt, sondern drei — und jedes hat seinen eigenen Zeitpunkt.
Nach etwa 12 Stunden ist die Masse dick wie ein sehr fester Joghurt. Sie lässt sich noch löffeln und passt als kühle Sauce zu Ofengemüse oder als Grundlage für ein Dressing. Nach 24 Stunden ist der Punkt erreicht, den die Bilder zu diesem Rezept zeigen: streichfest wie Frischkäse, in weichen Wellen, in denen die Spur des Löffels stehen bleibt. Nach 48 Stunden ist der Labneh so fest, dass sich mit feuchten Händen Kugeln formen lassen, die ihre Form auch in einem Glas Olivenöl behalten.
Die Mengen dahinter sind erstaunlich verlässlich: Aus 1 kg Naturjoghurt entstehen etwa 400 g Labneh und rund 600 ml Molke. Mehr als die Hälfte des Ausgangsgewichts läuft also in die Schüssel darunter. Wer das weiß, rechnet für einen Abend mit Gästen von vornherein großzügiger und stellt lieber die doppelte Menge in den Kühlschrank.
Warum das Salz von Anfang an dazugehört
Das ist der Punkt, an dem sich diese Anleitung von vielen anderen unterscheidet. Der gestrichene Teelöffel Salz wird nicht am Schluss über die fertige Masse gestreut, sondern gleich zu Beginn in den flüssigen Joghurt gerührt. Salz zieht Wasser an — ganz ähnlich wie bei gesalzenen Auberginenscheiben oder Gurken, die nach einer Viertelstunde in einer kleinen Pfütze liegen. Im Sieb bedeutet das: Die Molke läuft schneller und vollständiger ab.
Der zweite Effekt ist geschmacklich. Salz, das erst zum Schluss dazukommt, sitzt auf der Oberfläche und schmeckt punktuell scharf heraus. Salz, das 24 Stunden Zeit hatte, ist gleichmäßig in der ganzen Masse verteilt und schmeckt nach nichts anderem als nach rundem, mildem Frischkäse. Der dritte Effekt ist praktischer Natur: Die leicht gesalzene Umgebung hält den Labneh im Kühlschrank ein paar Tage länger frisch.
Wichtig ist die Dosierung. Ein gestrichener Teelöffel auf ein Kilo Joghurt klingt nach wenig, ist es aber nicht: Ein Teil des Salzes bleibt in den 400 g Labneh zurück, ein Teil geht mit der Molke. Wer gehäuft salzt, bekommt einen Aufstrich, der nur noch salzig schmeckt und die feinen Kräuter komplett übertönt.
Welcher Joghurt wird zu Labneh — und welcher nie
Auf dem Becher steht die halbe Antwort. Gebraucht wird Naturjoghurt mit 10 % Fett, dessen Zutatenliste aus Milch und Kulturen besteht, mehr nicht. Solcher Joghurt trennt sich willig in feste Masse und klare Molke, und das Fett sorgt dafür, dass der fertige Labneh cremig statt trocken schmeckt. Ein ehrliches Wort dazu: Ein Aufstrich aus Vollfettjoghurt ist gehaltvoll, das ist Teil seines Charakters und der Grund, warum schon ein Löffel auf dem Brot sättigt.
Nicht geeignet ist alles, was auf dem Becher cremig gerührt heißt. Diese Sorten enthalten Bindemittel wie Stärke oder Milcheiweißpulver, die genau das tun sollen, was hier stört: Wasser festhalten. Im Sieb passiert danach fast nichts, nach einem Tag steht dieselbe Menge Joghurt im Tuch, nur etwas zäher. Fettarmer Joghurt mit 1,5 % tropft zwar ab, ergibt aber eine körnige, magere Masse, die auf dem Brot bröselt statt zu streichen.
Griechischer Joghurt ist bereits vorentwässert. Er funktioniert gut, gibt jedoch nur etwa halb so viel Molke ab und braucht dafür kürzer, meist 8 bis 12 Stunden. Wer es kräftiger mag, greift zu Schaf- oder Ziegenjoghurt: Beide sind in der Heimat des Labneh die traditionelle Wahl und bringen eine deutlich säuerlichere, würzigere Note mit.
Tuch, Sieb und der richtige Platz im Kühlschrank
Der Aufbau ist simpel und trotzdem die häufigste Fehlerquelle. In ein feines Sieb kommt ein sauberes Baumwolltuch, ein Passiertuch oder eine doppelte Lage Mulltuch. Welches der drei es wird, hängt weniger am Material als an zwei Eigenschaften des Gewebes: Es muss dicht genug sein, damit die feste Masse zurückbleibt, und dünn genug, damit die Molke zügig durchläuft. Mulltuch ist einlagig zu weitmaschig — der Joghurt drückt sich in die Maschen und beim Herausheben bleibt die halbe Oberfläche im Tuch, deshalb immer doppelt legen. Baumwoll- und Passiertücher sind von Haus aus dicht genug, sollten dafür aber möglichst glatt und dünn sein: Je flauschiger das Gewebe, desto mehr fertiger Labneh bleibt darin hängen. Ein kurz mit kaltem Wasser angefeuchtetes und ausgedrücktes Tuch saugt sich außerdem nicht mit Joghurt voll und gibt die Masse am Ende fast vollständig wieder her.
Frottee eignet sich nicht, es saugt sich voll und gibt Fusseln ab. Küchenpapier reißt unter dem Gewicht von einem Kilo Joghurt. Waschmittelreste oder Weichspüler im Tuch schmecken am nächsten Tag im Labneh mit — ein einfaches, mit klarem Wasser ausgespültes Geschirrtuch ist sicherer als das frisch gewaschene.
Entscheidend ist der Abstand nach unten. Zwischen Siebboden und Schüsselboden sollten mindestens 5 cm (2 in) Platz bleiben, besser mehr. Bei 600 ml Molke steht der Labneh sonst nach einigen Stunden wieder in seiner eigenen Flüssigkeit und tropft nicht weiter ab. Wer wenig Platz hat, gießt die Molke nach der Hälfte der Zeit einfach ab.
Das Ganze wird locker abgedeckt und kommt in den Kühlschrank, nicht auf die Arbeitsplatte. Bei 4 bis 6 °C (39 bis 43 °F) tropft der Joghurt langsam und sicher ab. Bei Zimmerwärme säuert er über so viele Stunden nach, wird unangenehm scharf im Geschmack und ist mikrobiologisch heikel. Gedrückt oder ausgewrungen wird das Tuch übrigens nicht: Presst man nach, geht Fett mit in die Molke und die Oberfläche wird bröckelig statt glatt.
Molke: der zweite Ertrag aus demselben Kilo Joghurt
Rund 600 ml bleiben in der Schüssel zurück, leicht trüb und angenehm mild-säuerlich. Sie wegzuschütten ist die einzige echte Verschwendung an diesem Rezept. Weil der Joghurt gesalzen wurde, schmeckt diese Molke leicht salzig — sie passt deshalb besser in herzhafte Verwendungen als in süße.
Am besten aufgehoben ist sie im Hefeteig: Wer die Flüssigkeit im Brot- oder Pizzateig durch Molke ersetzt, bekommt eine weichere Krume und eine feine, kaum wahrnehmbare Säure im Hintergrund. Ebenso gut funktioniert sie in Pfannkuchenteig, in einer kalten Sommersuppe oder als Kochflüssigkeit für Kartoffeln und Graupen. Eine dritte Möglichkeit ist die Marinade: Hähnchenteile, die ein paar Stunden in Molke mit Knoblauch und Zitronenschale liegen, werden spürbar zarter.
Im Kühlschrank hält sich die Molke gut abgedeckt drei bis vier Tage. Wer sie nicht sofort braucht, friert sie portionsweise in einer Eiswürfelform ein und hat später genau die Menge parat, die ein Teig braucht.
Rosa Pfeffer ist mild, fruchtig — und botanisch gar kein Pfeffer
Die rosa Beeren obenauf sehen aus wie Pfefferkörner, sind aber keine. Sie stammen von einem ganz anderen Baum und bestehen aus einer dünnen, brüchigen Schale um einen kleinen Kern, zerbrechen zwischen den Fingern und schmecken harzig-fruchtig mit einer leisen Süße. Schärfe bringen sie kaum mit. Wer sie als Ersatz für schwarzen Pfeffer verwendet, wundert sich am Ende über einen Aufstrich, der hübsch aussieht und geschmacklich flach bleibt. Deshalb liegen auf den Bildern beide Sorten nebeneinander: die rosa Beeren für Duft und Farbe, dazwischen ein paar ganze schwarze Pfefferkörner als dunkler Gegenpol. Deren Schärfe kommt allerdings erst beim Aufbeißen — ein ganzes, unversehrtes Korn gibt an die kalte Masse nichts ab. Wer den Aufstrich durchgehend pfeffrig mag, mahlt beim Würzen ein paar Umdrehungen schwarzen Pfeffer mit unter den Labneh; auf den Bildern bleibt die Creme bewusst hell und trägt den Pfeffer nur obenauf.
Der zweite Punkt betrifft den Zeitpunkt. Rosa Pfeffer kommt erst zum Servieren obenauf. Untergerührt verliert er innerhalb einer Stunde in der feuchten, salzigen Masse seine leuchtende Farbe und wird blassrosa bis grau, und das feine Aroma verschwindet gleich mit. Ein leichtes Andrücken zwischen den Fingern direkt über der Schale genügt, um es freizusetzen — mörsern muss man die Beeren nicht.
Ein Hinweis für empfindliche Gäste gehört dazu: Rosa Beeren sind botanisch mit Cashew und Pistazie verwandt. Wer auf diese Nüsse allergisch reagiert, lässt sie besser weg und nimmt stattdessen etwas Zitronenschale oder Sumach für die farbige Note.

Kräuter und Knoblauch kommen erst nach dem Abtropfen dazu
Kräuter im Sieb sind verlorene Kräuter. Wer sie vor dem Abtropfen untermischt, wässert sie 24 Stunden lang aus: Sie verlieren Farbe und Aroma, ein Teil bleibt am Tuch hängen, der Rest schmeckt nach nichts. Untergehoben wird deshalb erst, wenn der Labneh fertig in der Schüssel liegt.
Zwei Esslöffel fein gehackte Kräuter reichen für 400 g, je zur Hälfte glatte Petersilie und Schnittlauch. Die Petersilie bringt Frische und ein wenig Biss, der Schnittlauch die milde Zwiebelnote, die ein Joghurtfrischkäse gut verträgt. Grob gehackt sieht das rustikal aus, wirkt aber im Mund wie Salatblätter im Aufstrich — die Kräuter dürfen ruhig sehr fein geschnitten sein, so wie auf den Bildern, wo sie als feine grüne Punkte in der Masse sitzen.
Beim Knoblauch ist weniger tatsächlich mehr. Eine kleine Zehe, fein gerieben statt gepresst oder gehackt, verteilt sich gleichmäßig und hinterlässt keine scharfen Stücke. Wichtig zu wissen: Roher Knoblauch entwickelt sich in einer fetthaltigen Masse über Nacht weiter und schmeckt am nächsten Tag deutlich kräftiger als direkt nach dem Untermischen. Wer den Labneh vorbereitet, dosiert ihn deshalb eher zurückhaltend. Die Frühlingszwiebel schließlich bleibt roh und kommt erst obenauf, geschnitten in kurze Röllchen von knapp 1 cm (⅜ in) statt in hauchdünne Ringe — so, wie sie auf den Bildern liegen. Untergemischt würde sie in der feuchten Masse weich und wässrig.
Aufbewahrung und die Variante für den Vorrat
Gut abgedeckt hält sich der fertige Labneh mit Kräutern etwa 5 Tage im Kühlschrank. Ohne Kräuter und Knoblauch, also pur und nur gesalzen, sind es bis zu 10 Tage. Ein dünner Ölfilm auf der Oberfläche schützt zusätzlich und verhindert, dass die Masse antrocknet. Herausgenommen wird immer mit einem sauberen Löffel. Vor dem Servieren darf die Schale ruhig 15 bis 20 Minuten außerhalb des Kühlschranks stehen: Kalt schmeckt Labneh flach, bei Zimmerwärme kommen Kräuter und Olivenöl erst richtig durch.
Einfrieren lohnt sich nicht. Beim Auftauen trennt sich die Masse, wird körnig und lässt sich auch durch kräftiges Rühren nicht mehr glatt bekommen. Wer Vorrat möchte, geht den anderen Weg und lässt den Joghurt volle 48 Stunden abtropfen. Aus dieser festen Masse lassen sich mit feuchten Händen Kugeln von etwa 3 cm (1¼ in) formen, die in ein sauberes Glas geschichtet und vollständig mit Olivenöl bedeckt werden. So halten sie sich 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank, wenn sie immer unter Öl bleiben. Dass das Öl im Kühlschrank trüb und fest wird, ist normal — bei Zimmerwärme wird es binnen Minuten wieder klar.
Serviert wird klassisch mit warmem Fladenbrot, dazu passen eingelegte Oliven, geröstetes Gemüse oder eine Platte mit Rohkost. Als Beilage zu gegrilltem Fleisch übernimmt der Labneh die Rolle, die sonst eine Sauce hätte, und braucht dafür keinen einzigen Löffel Mayonnaise.
Häufige Fragen zu Labneh mit Kräutern und rosa Pfeffer
Wie lange muss Joghurt abtropfen, bis Labneh streichfest ist?
Nach etwa 12 Stunden ist die Masse dick wie sehr fester Joghurt, nach 24 Stunden streichfest wie Frischkäse und nach 48 Stunden fest genug, um Kugeln zu formen. Die Bilder zu diesem Rezept zeigen die 24-Stunden-Stufe. Kürzer als 12 Stunden lohnt sich nicht, weil dann kaum Molke abgelaufen ist.
Welcher Joghurt eignet sich für Labneh zum Selbermachen?
Naturjoghurt mit 10 % Fett, dessen Zutatenliste nur aus Milch und Kulturen besteht. Sorten mit dem Hinweis cremig gerührt enthalten Bindemittel, die das Wasser festhalten, und tropfen im Sieb kaum ab. Schaf- oder Ziegenjoghurt funktioniert ebenfalls und schmeckt kräftiger.
Kann man Labneh aus fettarmem Joghurt zubereiten?
Möglich ist es, überzeugend ist es nicht. Fettarmer Joghurt mit 1,5 % ergibt eine körnige, eher magere Masse, die auf dem Brot bröselt statt zu streichen. Wer trotzdem dabei bleiben möchte, rührt am Ende einen zusätzlichen Esslöffel Olivenöl unter.
Warum wird der Labneh nicht fest, sondern bleibt flüssig?
Meist liegt es am Joghurt: Cremig gerührte Sorten mit Stärke oder Milcheiweißpulver geben kaum Molke ab. Zweite Möglichkeit ist der Aufbau — steht das Sieb zu tief, hängt der Labneh nach einigen Stunden wieder in seiner eigenen Molke. Und drittens braucht es schlicht Zeit: Vier Stunden reichen nicht.
Was kann man mit der Molke vom Labneh machen?
Rund 600 ml bleiben übrig, leicht salzig und mild-säuerlich. Sie ersetzt die Flüssigkeit im Brot- oder Pfannkuchenteig, passt in eine kalte Suppe, als Kochflüssigkeit für Kartoffeln oder als Marinade für Hähnchen. Im Kühlschrank hält sie drei bis vier Tage, portionsweise eingefroren deutlich länger.
Wie lange hält sich selbst gemachter Labneh mit Kräutern im Kühlschrank?
Gut abgedeckt etwa 5 Tage. Pur und nur gesalzen, also ohne Kräuter und Knoblauch, sind es bis zu 10 Tage. Ein dünner Ölfilm auf der Oberfläche verlängert die Frische, und entnommen wird immer mit einem sauberen Löffel.
Kann man Labneh mit Kräutern einfrieren?
Besser nicht. Beim Auftauen trennt sich die Masse und wird körnig, glatt rühren lässt sie sich danach nicht mehr. Für Vorrat eignet sich die feste 48-Stunden-Variante: Kugeln von etwa 3 cm (1¼ in) formen, in ein Glas schichten und vollständig mit Olivenöl bedecken — so halten sie 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank.
Wodurch lässt sich der rosa Pfeffer auf dem Labneh ersetzen?
Rosa Beeren sind mild und fruchtig; die ganzen schwarzen Körner daneben sind vor allem ein dunkler Farbakzent und geben ihre Schärfe erst beim Aufbeißen ab. Für Schärfe in der ganzen Masse wird beim Würzen frisch gemahlener schwarzer Pfeffer untergerührt. Als Ersatz für die rosa Beeren eignen sich abgeriebene Zitronenschale, Sumach oder etwas geröstetes Sesamgewürz. Wichtig für empfindliche Gäste: Rosa Beeren sind botanisch mit Cashew und Pistazie verwandt und bei einer Nussallergie besser wegzulassen.
Wozu passt Labneh mit Kräutern und rosa Pfeffer?
Klassisch zu warmem Fladenbrot, dazu Oliven, Rohkost oder geröstetes Gemüse. Als Beilage zu gegrilltem Fleisch und Fisch übernimmt er die Rolle einer Sauce, und auf dem Frühstückstisch ersetzt er jeden gekauften Kräuterfrischkäse. Aus 1 kg Joghurt entstehen etwa 400 g, das reicht als Dip für sechs Personen.
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Labneh selber machen: mit Kräutern und rosa Pfeffer
Kochutensilien
- feines Sieb (Ø etwa 20 cm (8 in), muss frei über der Schüssel hängen)
- Sauberes Baumwolltuch (Passiertuch oder doppelte Lage Mulltuch — dicht gewebt, dünn und fusselfrei, ohne Weichspülerrückstände; kein Frottee)
- Hohe Schüssel (so hoch, dass unter dem Sieb mindestens 5 cm (2 in) Platz für die Molke bleiben)
- feine Reibe (für die Knoblauchzehe)
- Flache Servierschale (damit die Wellen und der Belag zur Geltung kommen)
Zutaten
Für den Labneh
- 1 kg Naturjoghurt (10 % Fett; nicht cremig gerührt, ohne Bindemittel wie Stärke oder Milcheiweißpulver)
- 1 TL Salz (gestrichen; von Anfang an untermischen)
Zum Würzen
- 1 EL Petersilie (glatt; sehr fein gehackt)
- 1 EL Schnittlauch (in feine Röllchen)
- 1 Knoblauchzehe (kleine; fein gerieben statt gepresst)
- 1 EL Olivenöl (zum Untermischen)
Zum Anrichten
- 1 EL Olivenöl (zum Beträufeln)
- 1 Frühlingszwiebel (nur das Grün, in knapp 1 cm (⅜ in) lange Röllchen geschnitten; roh obenauf)
- 1 TL Rosa Pfefferbeeren (ganz; erst zum Servieren darüber, leicht zwischen den Fingern andrücken)
- Schwarzer Pfeffer (nach Geschmack; ganze Körner als dunkler Farbakzent, erst zum Servieren darüber — für Schärfe in der Masse beim Würzen etwas frisch gemahlenen unterrühren)
Anleitungen
- Joghurt salzen: Den Naturjoghurt in eine Schüssel geben und mit dem gestrichenen Teelöffel Salz glatt verrühren. Das Salz gehört von Anfang an dazu: Es zieht Wasser aus dem Joghurt, beschleunigt das Abtropfen und verteilt sich über die lange Standzeit gleichmäßig in der ganzen Masse.
- Sieb auslegen: Das feine Sieb mit dem sauberen Baumwolltuch auslegen — dicht gewebt und dünn, Mulltuch nur doppelt gelegt, vorher kurz mit kaltem Wasser angefeuchtet und ausgedrückt — und über die hohe Schüssel hängen. Unter dem Siebboden sollten mindestens 5 cm (2 in) Platz bleiben, damit der Labneh später nicht in der eigenen Molke steht. Den gesalzenen Joghurt einfüllen und die Tuchenden locker darüberschlagen.
- Abtropfen lassen: Alles abgedeckt in den Kühlschrank stellen, bei 4 bis 6 °C (39 bis 43 °F). Nach 12 Stunden ist die Masse sehr dick, nach 24 Stunden streichfest wie Frischkäse, nach 48 Stunden fest genug zum Formen von Kugeln. Das Tuch dabei nicht ausdrücken und nicht nachpressen, sonst geht Fett mit in die Molke und die Oberfläche wird bröckelig.
- Molke abnehmen: Die abgelaufene Molke abgießen und aufbewahren, aus 1 kg Joghurt werden es rund 600 ml. Sie ersetzt die Flüssigkeit in Brot- oder Pfannkuchenteig, passt in Suppen oder als Marinade und hält sich abgedeckt drei bis vier Tage im Kühlschrank. Den fertigen Labneh, etwa 400 g, aus dem Tuch in eine Schüssel heben.
- Kräuter und Knoblauch untermischen: Petersilie, Schnittlauch, die fein geriebene Knoblauchzehe und 1 EL Olivenöl unter den Labneh rühren und abschmecken. Wer den Aufstrich durchgehend pfeffrig mag, mahlt dabei etwas schwarzen Pfeffer mit hinein. Erst jetzt würzen, denn Kräuter im Sieb wässern über Nacht aus und verlieren Farbe und Aroma. Roher Knoblauch wird über Nacht kräftiger, deshalb lieber zurückhaltend dosieren.
- Anrichten und servieren: Den Labneh in eine flache Schale streichen und mit dem Löffelrücken weiche Wellen ziehen. Mit dem restlichen Olivenöl beträufeln, die Frühlingszwiebelröllchen, die rosa Pfefferbeeren und einige ganze schwarze Pfefferkörner als dunklen Farbakzent darübergeben. Vor dem Servieren 15 bis 20 Minuten außerhalb des Kühlschranks stehen lassen, dann kommen Kräuter und Öl deutlicher durch.

Notizen
Nährwerte
📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Besonders für Gastgeber, die vorarbeiten möchten: Der Labneh steht am Vortag fertig im Kühlschrank, gewürzt und angerichtet wird erst kurz vor dem Essen. Nötig ist dafür kein besonderes Gerät, nur ein Sieb, ein sauberes Tuch und ein Platz im Kühlschrank — aktive Arbeitszeit fällt kaum an.
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