Orange Liebesäpfel für die Halloween-Party: Kürbisorange richtig mischen
Rot gelingt auf Anhieb, Schwarz braucht vor allem genug Farbe. Orange braucht beides — genug Farbe und ein genaues Auge —, weil der kochende Zucker längst seine eigene Farbe mitbringt, bevor der erste Tropfen aus der Tube kommt.
Orange Liebesäpfel verlangen die ganze Aufmerksamkeit an zwei Stellen, die im Rezept nach Nebensache aussehen: beim Farbton und beim Anrichten. Ein Kürbisorange, das auf dunklem Untergrund wirklich leuchtet, entsteht nicht aus einer Tube mit der Aufschrift Orange, sondern aus Gelb als Basis und rotem Gel, das Tropfen für Tropfen dazukommt — und zwar in deutlich größerer Menge, als die meisten erwarten. Beurteilt wird auf einem weißen Teller, nicht im Topf, und mit einem Ziel vor Augen: dem satten Rotorange einer Hokkaido-Schale. Und die vier fertigen Äpfel brauchen eine Bühne: mattschwarzes Geschirr und gestreifte Papierstrohhalme als Stiele.
Warum Orange der Ton ist, der am leichtesten kippt
Der Sirup ist nicht farblos. Bis er das Hartbruch-Stadium bei 150 bis 155 °C (302 bis 311 °F) erreicht, hat er längst einen hellen Gold- bis Bernsteinton angenommen, und jede Lebensmittelfarbe legt sich auf diese warme Grundierung, statt auf Weiß zu starten. Gelb stört das kaum, es wird nur eine Spur tiefer. Rot dagegen verschiebt sich auf diesem Untergrund sofort Richtung Ziegel und Tomate. Fertiges Orange aus der Tube landet aus demselben Grund häufig bei einem gedeckten Braunorange, das eher an nasses Herbstlaub erinnert als an einen Kürbis.
Deshalb wird der Ton von unten aufgebaut. Zuerst kommt Gelb in den Topf, großzügig: ein gestrichener Teelöffel Gel auf die ganze Menge, bis die Masse satt gelb steht. Erst danach folgt Rot, und zwar tropfenweise. Die Farbe kommt grundsätzlich erst dazu, wenn der Topf vom Herd genommen ist und die Blasen zurückgegangen sind. Verteilt wird durch Schwenken des Topfes, nicht durch Rühren mit dem Löffel — gerührt wird bei dieser Glasur ab dem Aufkochen ohnehin nicht mehr.
Tropfenweise heißt allerdings nicht sparsam. Der häufigste Fehler bei diesem Rezept ist nicht zu viel Rot, sondern zu wenig: Bei drei oder vier Tropfen bleibt der Ton golden und sieht auf dem dunklen Teller blass und lackartig aus. Für das satte Kürbisorange braucht es je nach Marke 10 bis 15 Tropfen, also gut einen Viertel Teelöffel — nur eben einzeln eingetragen und nach jedem Tropfen geprüft, weil jede Marke anders stark pigmentiert ist. Rot lässt sich hinzufügen, aber nicht wieder herausnehmen.
Ein Detail hilft dabei: Obenauf bleibt rund um den Halm eine blanke grüne Fläche frei, etwa halb so breit wie der Apfel, und Grün steht dem Orange auf dem Farbkreis genau gegenüber. Die beiden Töne verstärken sich gegenseitig, der Kürbiston wirkt neben dem Grün also noch eine Spur kräftiger. Ein Freibrief zum Sparen ist das trotzdem nicht: Wer deshalb zu früh aufhört, landet bei Bernstein und nicht bei Kürbis. Entschieden wird die Frage auf dem weißen Teller.
Alles andere an diesem Rezept ist Standardarbeit mit heißem Zucker und auf dieser Seite bewusst kurz gehalten: Hartbruch bei 150 bis 155 °C (302 bis 311 °F), Wachs von der Schale reiben, vollständig trocknen lassen, nach dem Aufkochen nicht mehr rühren. Wer das zum ersten Mal macht, findet den vollständigen Ablauf samt Eiswasserprobe, Glukosesirup und Sicherheitsregeln am Topf bei den Roten Liebesäpfeln wie vom Jahrmarkt. Hier geht es ausschließlich um den Ton und um den Teller.

Gelfarbe statt flüssiger Farbe – und der weiße Teller als Schiedsrichter
Flüssige Lebensmittelfarbe besteht überwiegend aus Wasser. In einer Zuckermasse jenseits von 150 °C (302 °F) zischt jeder Tropfen hörbar, und für ein sattes Orange bräuchte es davon so viel, dass die Glasur weicher wird und beim Aushärten nicht mehr sauber glasklar bricht. Gelfarbe ist dagegen dick und stark pigmentiert: Ein Teelöffel Gelb und ein Viertel Teelöffel Rot genügen für die ganze Menge, und das eingebrachte Wasser fällt nicht ins Gewicht. Vorsicht trotzdem beim Eintragen — auch Gel zischt und spritzt im 150 °C (302 °F) heißen Sirup, deshalb mit ausgestrecktem Arm arbeiten und das Gesicht wegdrehen.
Dosiert wird nicht direkt aus der Tube. Die Spitze eines Holzspießes in das rote Gel tauchen, in den Sirup halten, Topf schwenken, hinsehen. Auf diesem Weg lässt sich jeder einzelne Tropfen genau setzen, und genau darauf kommt es an: Rot lässt sich hinzufügen, aber nicht wieder herausnehmen. Ist der Ton einmal ins Ziegelrote gekippt, hilft nur mehr Gelb — und das bedeutet in der Praxis mehr Sirup, also einen neuen Ansatz.
Beurteilt wird nie im Topf. Dort steht die Masse mehrere Zentimeter hoch über dunklem Boden und wirkt zwei bis drei Nuancen dunkler, als sie später auf dem Apfel aussieht. Ein halber Teelöffel auf einen weißen Teller, zehn Sekunden warten, bis der Klecks erstarrt, und den Teller dabei aus dem Lichtkegel der warmen Küchenlampe halten — die zieht jeden Ton zusätzlich ins Orange.
Ein Maßstab hilft mehr als jede Farbbeschreibung, und er liegt schon auf dem Tisch: der orange Streifen des Papierstrohhalms. Dieses Orange ist ein helles, goldenes Orange — und genau dort landet man, wenn zu wenig Rot im Topf ist. Der erstarrte Klecks muss daneben deutlich dunkler und röter stehen, in Richtung der Schale eines Hokkaido-Kürbisses. Sieht der Klecks dem Streifen ähnlich, fehlt Rot; dann kommt der nächste Tropfen. Wo genau man innerhalb dieses Rotorange landet, ist Geschmackssache und jederzeit regelbar: Bei fünf oder sechs Tropfen bleibt der Ton bei Aprikose und Erntedank, bei zwölf bis fünfzehn steht er beim tiefen Kürbisorange für Halloween.

Die Sirupmenge richtet sich nach der Eintauchtiefe, nicht nach der Apfelzahl
Vier Äpfel, also halbe Zuckermenge: Das ist die naheliegende Rechnung und der häufigste Grund für streifige, ungleich dicke Glasuren. Am Apfel bleiben pro Stück nur etwa 40 bis 60 g Zucker hängen. Die restlichen gut 350 g stehen nicht im Topf, weil sie verbraucht werden, sondern weil sie Tiefe herstellen müssen.
Rechnen wir es durch: Aus 500 g Zucker, 100 g Glukosesirup und 150 ml Wasser bleiben nach dem Auskochen gut 430 ml Sirup. In einem Topf von 16 cm (6 in) Durchmesser ist das eine Lache von rund 2 cm (¾ in) — und der Apfel misst 7 bis 8 cm (3 in). Eintauchen im Wortsinn geht damit nicht, und wer es dennoch erwartet, ist enttäuscht. Der Trick ist ein anderer: Den Topf mit dem Topfhandschuh am Griff etwa 30 Grad von sich weg schrägstellen. Auf der tiefen Seite stehen dann gut 4 cm (1½ in), und darin lässt sich der Apfel am Halm in zwei bis drei Drehungen durchrollen. Die letzten Zentimeter an der Schulter werden mit einem langen Löffel nachgegossen.
Mit der halben Menge bleibt nur ein Film von etwa 1 cm (⅜ in) am Boden. Dann wird der Apfel in drei Anläufen bestrichen statt gerollt, die Schicht wird ungleich dick, und zwischen den Anläufen kühlt der Sirup so weit ab, dass er Fäden zieht. Vier Äpfel wollen ohnehin zügig hintereinander durch: Zieht der Sirup beim letzten Apfel Fäden, geht der Topf für dreißig Sekunden auf die kleinste Flamme zurück.
Wie weit die Glasur hochreicht, entscheidet ebenfalls hier — und weiter, als man denkt. Auf den Bildern läuft sie über die Schulter bis an den Rand der Stielmulde und bildet dort einen feinen Wulst. Frei bleibt nur die grüne Fläche obenauf: bei einem Apfel von 7,5 cm (3 in) ein Kreis von rund 4 cm (1½ in), also etwa die halbe Apfelbreite. Bleibt die ganze Schulter grün, wirkt der Apfel halb fertig. Und noch ein Punkt gegen die Intuition: Abgetropft wird nur 3 bis 5 Sekunden. Die Schicht darf mit 1 bis 2 mm (1/16 in) ruhig tragend sein — dünn abgetropft verliert sie Glanz und Tiefe, und der breite, flache Kragen am Fuß, der auf den Bildern mitglänzt, entsteht gar nicht mehr. Die feinen Luftbläschen in der Schicht sind übrigens kein Fehler: Sie kommen vom Schwenken beim Färben und frieren beim Erstarren ein. Dass die Punkte der Apfelschale durch das Orange hindurch zu sehen sind, ist der Beweis, dass die Glasur wirklich glasklar erstarrt ist.
Was übrig bleibt, ist trotzdem kein Abfall, sondern der zweite Ertrag des Abends. Solange der Sirup noch fließt, wird er in dünner Schicht auf ein zweites Blatt geöltes Backpapier gegossen; nach dem Erstarren ergibt das eine orange Platte, die sich in unregelmäßige Stücke brechen lässt und wie ein Bonbon gegessen wird. In den Ausguss darf er auf keinen Fall — dort erstarrt er im Rohr. Dieser Zuckerbruch ist übrigens das Einzige an diesem Rezept, das sich wirklich lagern lässt: in einem gut verschlossenen Glas, trocken und ohne Kontakt zu Luftfeuchtigkeit, hält er etwa eine Woche. Wichtig ist nur, ihn nicht zusammen mit den Äpfeln aufzubewahren, weil die Frucht Feuchtigkeit abgibt und der Bruch dann innerhalb weniger Stunden klebrig wird.
Die fertigen Äpfel selbst vertragen kein Lager. Am schönsten sind sie wenige Stunden nach dem Aushärten; kühl und trocken bei Zimmertemperatur überstehen sie notfalls den nächsten Abend. In den Kühlschrank gehören sie auf keinen Fall — dort schlägt sich Feuchtigkeit auf der kalten Glasur nieder, sie wird matt, klebrig und löst sich schließlich vom Apfel. Auch Frischhaltefolie ist keine Lösung: Sie klebt fest und reißt beim Abziehen ganze Glasurstücke mit heraus. Muss doch etwas stehen bleiben, dann einzeln und mit Abstand auf geöltem Backpapier, in einem trockenen Raum.
Der Topf bleibt nach dem letzten Guss zunächst unangetastet. Sirup bei 150 bis 155 °C (302 bis 311 °F) ist heißer als jedes Frittierfett und bleibt bei einem Spritzer auf der Haut liegen, statt abzulaufen; deshalb gehören Kinder in dieser Phase nicht an den Herd, der Topfgriff zeigt nach innen, und eine Schüssel mit kaltem Wasser steht griffbereit neben der Kochstelle. Wasser hat im heißen Zucker nichts verloren — auch nicht als gut gemeinte Reinigungshilfe. Den Topf erst nach dem vollständigen Auskühlen mit Wasser füllen und einmal aufkochen; der Zuckerrest löst sich von allein.
Schwarze Teller und gestreifte Strohhalme
Orange auf Weiß sieht blass aus, auf hellem Holz warm, aber unscharf. Auf mattem Schwarz leuchtet es. Deshalb bekommt jeder Apfel einen eigenen kleinen Teller statt eines gemeinsamen Bretts, matt schwarz oder anthrazit und mit 16 bis 18 cm (6½ bis 7 in) Durchmesser bewusst klein — so füllt der Apfel den Teller aus. Nebeneinander auf einer Platte verkleben die Glasurfüße miteinander, und beim Auseinandernehmen bricht der Rand ab. Mattes Geschirr ist glänzendem vorzuziehen, denn Hochglanz spiegelt die Glasur und nimmt ihr die Tiefe.
Ein Detail entscheidet sich schon beim Absetzen des getauchten Apfels. Wird er sofort auf den Teller gestellt, solange die Glasur noch fließt, läuft sie am Fuß zu einer flachen, glänzenden Scheibe von 1 bis 2 cm (½ in) aus — dieser Kragen glänzt auf dem dunklen Teller mit und wirkt dort, wo der Apfel allein steht, wie ein Sockel. Wer den Teller lieber frei lässt, stellt den Apfel stattdessen auf geöltes Backpapier, wo der Fuß schmal bleibt, löst ihn nach dem Aushärten mit einem dünnen Messer ab und setzt ihn erst dann auf den Teller.
Der Strohhalm ist bei diesen Äpfeln nicht Deko über einem Holzspieß, sondern der Stiel selbst — und deshalb steckt er vor dem Tauchen, nicht danach. Ein Papierstrohhalm von etwa 8 mm (⅓ in) und 20 cm (8 in) Länge trägt einen Apfel von 200 g allerdings nicht allein: Er knickt genau in dem Moment, in dem der Apfel im Sirup rollt. Die Lösung steckt im Halm. Zuerst bohrt ein Holzspieß von 4 mm (0,16 in) durch die Stielmulde einen Kanal von etwa 5 cm (2 in) in das Kernhaus, ohne unten durchzustoßen. Dann wird derselbe Spieß in den Strohhalm geschoben, sodass die Spitze vorn einen Zentimeter (⅜ in) übersteht, und Halm samt Spieß in den Kanal gedrückt. Der Spieß macht das Papier steif und bleibt unsichtbar; sichtbar ist nur der gestreifte Halm. Deshalb muss der Spieß mit 20 cm (8 in) so lang sein wie der Halm — ein kurzer Spieß lässt das obere Halmende unversorgt, und der Stiel steht schief.
Beim Tauchen bleibt der Halm trocken. Sirup auf dem Papier zieht ein, wird weich und dunkel, und die Streifen verlaufen — deshalb reicht die Glasur nur bis an den Rand der Stielmulde, nicht darüber. Bei den Streifen lohnt es sich, zwei Sorten zu mischen: orange-schwarz nimmt die Farbe des Apfels auf und zieht sie ins Dunkle weiter, orange-weiß hellt auf und gibt dem Tablett Rhythmus, wenn mehrere Äpfel nebeneinanderstehen. Nebenbei liegt der Apfel angenehmer in der Hand als am nackten Holz, weil die Finger Papier fassen. Für die kleinsten Gäste wird der Griff vor dem Servieren samt Spieß herausgezogen und der Apfel in Spalten geschnitten — die Glasur splittert beim ersten Biss, und in Spalten ist sie auch für Milchzähne handhabbar.

Vom Herbstfest bis Halloween: warum Orange länger im Kalender steht
Schwarz ist eine Farbe für zwei Abende Ende Oktober. Rot ist der Klassiker vom Jahrmarkt und funktioniert das ganze Jahr. Orange liegt dazwischen und deckt dabei das längste Fenster ab: vom ersten Kürbis auf dem Wochenmarkt Anfang September über Erntedank bis zum 31. Oktober. Das sind rund acht Wochen, in denen der Apfel nie verkleidet wirkt, sondern schlicht saisonal.
Daraus folgt ein handfester Nutzen. Derselbe Apfel passt auf das Schulfest, auf einen Kindergeburtstag Mitte Oktober und auf den Halloween-Tisch, ohne dass am Rezept etwas geändert werden müsste. Wer den Ton eine Spur heller hält, also bei fünf oder sechs Tropfen Rot stehen bleibt, landet bei einem Aprikoseton, der zu Erntedank und goldenem Laub gehört. Mit den vollen zwölf bis fünfzehn Tropfen steht derselbe Apfel neben Kürbislaternen, ohne aus dem Rahmen zu fallen.
Am 31. Oktober selbst übernehmen dann die anderen beiden Töne: Schwarze Liebesäpfel für die dunkle Tafel, Rote Liebesäpfel für den Jahrmarkt-Klassiker, der an diesem Abend einfach auf eine dunkle Platte wandert. Orange ist der Ton, der schon acht Wochen vorher auf dem Tisch stehen darf.

Häufige Fragen zu orangen Liebesäpfeln
Warum werden orange Liebesäpfel eher braun als kürbisorange?
Weil der Zuckersirup bis zum Hartbruch bei 150 bis 155 °C (302 bis 311 °F) selbst einen Gold- bis Bernsteinton entwickelt. Jede Farbe legt sich auf diese warme Grundierung, und Rot kippt darauf schnell Richtung Ziegel. Deshalb Gelb als Basis nehmen und Rot tropfenweise zugeben — dabei aber nicht zu früh aufhören: Unter etwa zehn Tropfen bleibt der Ton golden statt kürbisorange.
Welche Lebensmittelfarbe eignet sich für orange Liebesäpfel, und wie viel davon?
Gelfarbe in Gelb und Rot, auf die volle Menge Sirup etwa 1 TL Gelb und 10 bis 15 Tropfen Rot, also gut einen Viertel Teelöffel. Je nach Marke kann es etwas mehr oder weniger sein, deshalb wird Rot einzeln eingetragen und nach jedem Tropfen geprüft. Flüssige Farbe besteht überwiegend aus Wasser, davon wäre für ein sattes Orange so viel nötig, dass die Glasur weicher wird und nicht mehr sauber glasklar bricht. Die Farbe kommt erst in den Topf, wenn dieser vom Herd genommen ist — und sie zischt und spritzt dabei, also mit ausgestrecktem Arm arbeiten.
Wie prüft man den Farbton bei orangen Liebesäpfeln richtig?
Nie im Topf, sondern mit einem halben Teelöffel auf einem weißen Teller — und mit dem orangen Streifen des Papierstrohhalms daneben als Maßstab. Der erstarrte Klecks muss deutlich dunkler und röter stehen als dieses helle Goldorange, in Richtung Hokkaido-Schale; sieht er dem Streifen ähnlich, fehlt Rot. Die Masse im Topf steht hoch über dunklem Boden und wirkt zwei bis drei Nuancen dunkler als die Schicht auf dem Apfel. Den Teller dabei aus dem Licht der warmen Küchenlampe halten.
Wie viel Zuckersirup braucht man für vier orange Liebesäpfel?
Die volle Menge aus 500 g Zucker, auch wenn am Apfel nur 40 bis 60 g hängen bleiben. Die Menge richtet sich nach der Eintauchtiefe, nicht nach der Apfelzahl: Aus 500 g Zucker, 100 g Glukosesirup und 150 ml Wasser bleiben gut 430 ml Sirup, im Topf von 16 cm (6 in) Durchmesser also eine Lache von rund 2 cm (¾ in). Schräg gehalten stehen auf der tiefen Seite gut 4 cm (1½ in), und darin lässt sich der Apfel rollen. Mit halber Menge bleibt nur ein Film von etwa 1 cm (⅜ in), und der Apfel wird bestrichen statt gerollt.
Wie weit muss die Glasur am Apfel hochreichen?
Bis an den Rand der Stielmulde. Frei bleibt nur die grüne Fläche obenauf, bei einem Apfel von 7,5 cm (3 in) Durchmesser ein Kreis von rund 4 cm (1½ in), also etwa die halbe Apfelbreite. Weil der Sirup dafür nicht hoch genug im Topf steht, wird der Topf schräg gehalten, der Apfel in zwei bis drei Drehungen durchgerollt und die Schulter mit einem langen Löffel nachgegossen. Abgetropft wird nur 3 bis 5 Sekunden: Die Schicht darf mit 1 bis 2 mm tragend bleiben, sonst fehlen Glanz und Tiefe.
Was passiert mit dem übrigen Sirup von den orangen Liebesäpfeln?
Solange er noch fließt, wird er in dünner Schicht auf geöltes Backpapier gegossen und ergibt nach dem Erstarren eine orange Bruchplatte zum Naschen, die im gut verschlossenen Glas etwa eine Woche hält. In den Ausguss darf er nicht, dort erstarrt er im Rohr. Den Topf erst nach dem vollständigen Auskühlen mit Wasser füllen und einmal aufkochen; der Zuckerrest löst sich von allein.
Warum nimmt man für orange Liebesäpfel ausgerechnet grüne Äpfel?
Weil Grün dem Orange auf dem Farbkreis genau gegenübersteht. Der blanke Ring oben um den Spieß wirkt dadurch wie ein Rahmen, der den Kürbiston kräftiger erscheinen lässt, ohne dass mehr Farbe in den Topf müsste. Gelbe oder rötliche Schalen schimmern dagegen durch die transparente Glasur mit und ziehen den Ton unauffällig ins Bräunliche.
Woran erkennt man bei orangen Liebesäpfeln, dass zu viel oder zu wenig Rot im Topf ist?
Am Klecks auf dem weißen Teller, mit dem orangen Streifen des Papierstrohhalms daneben. Bleibt der Klecks so hell wie der Streifen, fehlt Rot — das ist der häufigere Fall, und der Apfel wirkt später golden statt kürbisorange. Geht der erstarrte Tropfen dagegen ins Ziegel- oder Tomatenrote und wirkt dabei stumpf statt leuchtend, ist einer zu viel drin. Zurücknehmen lässt sich Rot nicht, helfen würde nur mehr Gelb — und dafür fehlt im vollen Topf der Platz. Deshalb wird nach jedem Tropfen geprüft, statt drei auf einmal einzurühren.
Kann man orange Liebesäpfel schon am Vortag zubereiten?
Besser nicht. Am selben Tag sind sie glasklar und knackig, danach zieht die Glasur Feuchtigkeit und wird stumpf. In den Kühlschrank dürfen sie gar nicht, dort schlägt sich Kondenswasser nieder und macht den Überzug klebrig.
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📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Für alle, die zum Herbstfest oder zur Halloween-Party etwas auf den Tisch stellen möchten, das ohne Backofen auskommt und trotzdem sofort ins Auge fällt. Vier Äpfel reichen für eine kleine Runde, für einen Dekotisch am Eingang oder als Mitbringsel für ein Klassenfest. Wer gern mit Farbe arbeitet und Freude daran hat, einen Ton so lange nachzujustieren, bis er stimmt, ist hier richtig: Orange verlangt nicht die größte Farbmenge, sondern das genaueste Auge. Nur am Herd bleibt die Arbeit bei den Erwachsenen — der heiße Zucker verzeiht keine Unaufmerksamkeit.
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