Vanillezucker selber machen – wie viel Schote in ein Päckchen gehört, dazu Lavendelzucker aus echtem Lavendel

VANILLEZUCKER

Im Päckchen steckt mehr Vanille, als die meisten vermuten – und genau das entscheidet, wie viel vom eigenen Zucker aus dem Glas in den Teig gehört.

21. Oktober 2026
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Vanillezucker selber machen – wie viel Schote in ein Päckchen gehört, dazu Lavendelzucker aus echtem Lavendel

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Ein Päckchen Vanillezucker enthält mindestens ein halbes Gramm Schote – eine ganze Schote reicht also nur für acht Päckchen, und wer das weiß, dosiert den eigenen Zucker aus dem Glas nie wieder zu knapp.


Vanillezucker selber machen kostet fünf Minuten Arbeit und zwei Wochen Geduld: Schoten aufschlitzen, in Zucker stecken, Glas zu. Die Anleitung passt auf einen Bierdeckel. Was auf keinem steht, ist die Antwort auf die Frage, die beim ersten Backen kommt. Das Rezept verlangt „1 Päckchen Vanillezucker“, und das Glas hat keine Päckchen. Wie viele Löffel aus dem eigenen Glas sind eines?

Nachgezählt habe ich an den eigenen Rezepten dieser Seite: 59 verlangen Vanillezucker, 13 weitere nennen ihn als Ersatz für Vanilleextrakt. Dazu kommt die Richtlinie, nach der Vanillezucker im Handel zusammengesetzt wird – sie legt fest, wie viel Schote in 8 g stecken muss. Aus beidem ergibt sich die Zahl, mit der das Glas zum Päckchen wird. Lavendelzucker bekommt weiter unten einen eigenen Teil, samt der Frage, welcher Lavendel überhaupt hinein darf.

Aufgeschlitzte Vanilleschote mit freigelegtem Mark in Nahaufnahme, dahinter eine zweite gebogene Schote und eine weiße Blüte mit gelber Mitte
Einmal längs aufgeschlitzt liegt das Mark frei – und mit ihm ein großer Teil des Aromas, das später im Zucker landen soll

Vanillezucker, Vanillinzucker, Bourbon: was im Päckchen steckt

Drei Namen stehen im Backregal nebeneinander, und dazu kommen zwei Wege, Vanillezucker selbst anzusetzen. Wie viel Vanille jeweils in 8 g steckt, entscheidet darüber, wie viel davon ein Päckchen ersetzt:

ProduktWas drin istVanille je 8 g (Extrakt: je TL)Ersatz für 1 Päckchen
VanillezuckerZucker mit gemahlener Schote, Vanilleextrakt oder beidemmindestens 0,5 g Schote1 Päckchen
Bourbon-Vanillezuckerwie Vanillezucker, Vanille von den Inseln im Indischen Ozeanlaut Etiketten 0,5–0,8 g Schote1 Päckchen
VanillinzuckerZucker mit Vanillin, ohne Schote0,1 g Vanillin1 Päckchen, schmeckt aber anders
Selbst gemacht im Glas (Karte unten)Zucker mit zwei aufgeschlitzten Schoten auf 240 ghöchstens gut 0,25 g Schotemindestens 1 gestrichener EL (15 g)
Selbst gemacht, gemahlenZucker mit fein gemahlener ganzer Schote, 1 Schote auf 60 g0,5 g Schote8 g, gut 1½ TL
VanilleextraktAuszug aus Schoten in Alkoholrund 0,5 g Schote je TL1 TL

Die Mindestwerte für Vanillezucker und Vanillinzucker stammen aus der Richtlinie, nach der die Lebensmittelwirtschaft Vanillezucker und Vanillinzucker zusammensetzt; sie wurde im Dezember 2025 neu gefasst. Ein Gesetz ist sie nicht, aber sie hält fest, was man hierzulande unter diesen Namen erwarten darf. Vanillezucker enthält danach je 8 g mindestens 0,5 g Vanilleschote oder den Extrakt daraus – gut sechs Prozent. Steht „stark“ oder „verstärkt“ auf der Packung, ist es in der Regel mindestens ein Viertel mehr.

Bourbon ist keine Sorte und hat mit Whiskey nichts zu tun. Der Name stammt von der Île Bourbon, dem alten Namen von La Réunion, und auf der Packung bedeutet er eine Herkunft: Die Vanille kommt von den Inseln im Indischen Ozean, von Madagaskar, den Komoren, La Réunion, den Seychellen, Mauritius und Mayotte.

Auf Etiketten finden sich 6,25 bis 10 Prozent gemahlene Vanille. Manche nennen „gemahlene extrahierte Vanilleschoten“ neben Extrakt – die Schoten sind dort bereits ausgezogen, das Aroma bringt der Extrakt mit. Ein Päckchen mit 10 Prozent trägt 0,8 g Schote, und wer solchen Zucker gewohnt ist, empfindet den eigenen aus dem Glas erst recht als mild.

Vanillinzucker ist etwas anderes: Zucker mit Vanillin, dem Hauptduftstoff der Vanille, ohne jede Schote. Mindestens 0,1 g davon gehören in ein Päckchen – etwa zehnmal so viel Vanillin, wie in der Schote eines Päckchens Vanillezucker steckt. Deshalb riecht Vanillinzucker kräftig, ihm fehlen aber die vielen Nebentöne der Schote. Auf der Zutatenliste hilft ein Wort weiter: „natürliches Vanillearoma“ muss zu mindestens 95 Prozent aus Vanille stammen, bei „Aroma“ oder „natürliches Aroma“ ohne Zusatz muss keine Vanille dahinterstecken.


Ein Päckchen, vier Schreibweisen: was die Rezepte dieser Seite verlangen

In den 59 Rezepten mit Vanillezucker steht er in vier Schreibweisen: als Päckchen, in Gramm, in Teelöffeln und in Esslöffeln. Rechnet man alles in Gramm um – ein Päckchen sind 8 g, ein gestrichener Teelöffel Zucker rund 5 g, ein gestrichener Esslöffel rund 15 g -, ordnet sich das Bild schnell. 34 von 58 Mengenangaben sind genau ein Päckchen oder 8 g, 52 liegen zwischen 5 und 10 g.

Die Ausreißer reichen von einem halben Teelöffel in einem Marmorkuchen bis zu zwei Esslöffeln in einem Kastenkuchen mit Trauben. Das Päckchen ist also die Einheit, in der diese Küche denkt. In Löffeln sind das gut anderthalb gestrichene Teelöffel oder ein gut halber Esslöffel. Für gekauften Vanillezucker reicht diese Umrechnung. Für den eigenen aus dem Glas reicht sie nicht, und warum, zeigt der nächste Abschnitt.

Bleibt der Vanilleextrakt. Neun Rezepte setzen einen Teelöffel Extrakt mit einem Päckchen gleich, und das stimmt erstaunlich genau: Nach dem amerikanischen Standard für Vanilleextrakt steckt in einem Teelöffel der Auszug aus rund einem halben Gramm Schote – so viel, wie die Richtlinie für ein Päckchen verlangt. Zwei Rezepte weichen ab, eines nimmt einen Viertel-, eines zwei Teelöffel. Wer tauscht, hält sich an eins zu eins.


Eine Schote reicht für acht Päckchen

Hier liegt der Denkfehler, der selbst gemachten Vanillezucker so oft fade macht. Eine Gourmet-Schote von 16 bis 18 cm wiegt rund 4 g. Ein halbes Gramm davon braucht ein Päckchen – eine ganze Schote reicht also für genau acht Päckchen, fein gemahlen mit 60 g Zucker. Nicht für ein Kilo, nicht für ein Pfund, sondern für eine Menge, die in eine kleine Tasse passt.

Die gängigen Hausrezepte rechnen großzügiger. Eine Schote auf 100 g Zucker ist der häufigste Rat, eine Schote auf 200 g der Mixer-Weg einer Verbrauchersendung. Selbst wenn das gesamte Aroma der Schote im Zucker landete, bräuchte es im ersten Fall gut 12 g, im zweiten 25 g dieses Zuckers, um auf ein Päckchen zu kommen.

Daraus folgt die wichtigste Regel dieses Artikels: Selbst gemachter Vanillezucker ersetzt ein Päckchen nicht Löffel für Löffel. Er ist nicht schwächer, weil die Vanille schlechter wäre, sondern weil sie auf mehr Zucker verteilt ist. Für das Grundrezept unten – zwei Schoten auf 240 g Zucker – heißt das: mindestens ein gestrichener Esslöffel statt eines Päckchens.

Dieser Esslöffel ist die Untergrenze, gerechnet so, als ginge das ganze Aroma in den Zucker über. Ganz so gründlich arbeitet keine Schote im Glas, und deshalb entscheidet die Zuckerprobe weiter unten, ob es bei einem bleibt oder anderthalb werden. Wer Päckchenstärke Gramm für Gramm will, mahlt die Schote mit.


Ganze Schote, ausgekratzte Schote oder gemahlen

Das Aroma der Vanille sitzt im Mark und an der Innenseite der Hülle. Im geschlossenen Glas wandert es langsam in den Zucker, über die Berührung und über die Luft zwischen den Kristallen. Die drei Wege unterscheiden sich darin, wie viel davon der Zucker zu fassen bekommt.

Ganze Schote, aufgeschlitzt. Das ist der Weg der Karte unten. Die Schote wird einmal längs aufgeschnitten und quer halbiert, das Mark bleibt darin. Der Zucker erreicht die Innenseite und bleibt trotzdem hell, ohne Pünktchen. Nach zwei Wochen duftet er deutlich, und die Stücke geben über Monate weiter Aroma ab. Wer das Mark herauskratzt und mit den Fingern in den Zucker reibt, ist schneller, bekommt aber dunkle Pünktchen.

Ausgekratzte Schoten. Die beste Verwendung für die Hülle, die nach einer Creme mit Vanillemark übrig bleibt. Sie bringt weniger mit als eine volle Schote, denn das Mark steckt schon im Dessert. Die Hüllen ein, zwei Tage offen trocknen lassen, damit sie den Zucker nicht verkleben, und nach und nach in ein Sammelglas geben. Jede neue Hülle frischt das Glas auf. Wie stark es gerade ist, sagt nur die Zuckerprobe.

Gemahlen. Die ganze Schote in Stücken mit dem Zucker im Mixer fein mahlen, durch ein Sieb streichen und hängengebliebene Fasern nachmahlen. So landet die ganze Vanille im Zucker, und das Verhältnis der Richtlinie gilt direkt: Eine Schote auf 60 g Zucker ergibt Päckchenstärke, 8 g ersetzen ein Päckchen. Der Zucker ist sofort fertig, dunkel gesprenkelt und anfangs etwas feucht. Ein paar Stunden offen auf einem Teller trocknen lassen, sonst klumpt er im Glas.


Die Zuckerprobe: woran man merkt, dass der Zucker fertig ist

Ob ein Glas nach zwei Wochen so weit ist, verrät keine Uhr, sondern die Zunge – mit einem Vergleich. Je eine Messerspitze Vanillezucker und normalen Zucker nebeneinander auf einen Teller geben und nacheinander auf der Zunge zergehen lassen.

  • Fertig: Der Vanillezucker duftet schon beim Öffnen des Glases, und auf der Zunge bleibt die Vanille, wenn die Süße schon verschwunden ist.
  • Noch nicht: Die Vanille ist nur in der Nase, auf der Zunge schmecken beide Proben gleich. Dann eine weitere Woche warten und das Glas zwischendurch schütteln.

Die Probe ersetzt auch die Rechnung, wenn das Glas aus ausgekratzten Schoten besteht oder schon mehrmals nachgefüllt wurde. Ein Glas, das in der Probe kräftig ist, bleibt beim gestrichenen Esslöffel je Päckchen. Ein mildes bekommt anderthalb.


Mit Vanilleextrakt oder gemahlener Vanille – Vanillezucker ohne Schote

Zwei Wege kommen ohne ganze Schote aus. Der eine ist gut, der andere ist der schlechteste in diesem Artikel.

Gemahlene Vanille, also reines Schotenpulver, ist im Grunde Vanillezucker, der nur noch nicht verdünnt ist. 4 g Pulver unter 60 g Zucker gemischt ergeben dieselbe Päckchenstärke wie der Mixer-Weg, sofort und ohne Klumpen. Weil sich 4 g auf der Küchenwaage schlecht genau treffen lassen, lohnt es, gleich die doppelte Menge anzusetzen: 8 g Pulver auf 120 g Zucker.

Vanilleextrakt auf Zucker zu träufeln, ist dagegen ein Umweg. Für Päckchenstärke bräuchte es einen Teelöffel Extrakt auf jede 8 g Zucker – aus dem Zucker wird ein nasser Brei, der erst über Nacht trocknen muss und dabei verklumpt. Wer Extrakt im Schrank hat, gibt ihn besser direkt in den Teig: ein Teelöffel statt eines Päckchens. Die 8 g Zucker, die dann fehlen, fallen in einem Teig mit 100 g Zucker und mehr kaum ins Gewicht.

Vanillepaste ist dicker als Extrakt, enthält Mark und meist Zucker oder Sirup. Eine feste Umrechnung gibt es dafür nicht – hier gilt die Angabe auf der Packung.


Brauner Zucker und Puderzucker als Grundlage

Im Handel ist Vanillezucker meist weiß, Bio-Päckchen sind oft aus Rohrohrzucker. Zu Hause geht beides, und auch Puderzucker hat seinen Platz – jeweils mit einer Eigenheit.

Brauner Zucker nimmt das Aroma genauso an, bringt aber einen eigenen karamelligen Geschmack mit, der die Vanille teilweise überdeckt. Er lohnt sich dort, wo dieser Ton ohnehin passt: in Streuseln, gebrannten Mandeln, einem Apfelkuchen. Weil er feuchter ist als weißer Zucker, klumpt er im Glas schneller; ein kräftiges Schütteln einmal pro Woche hält ihn rieselfähig.

Puderzucker mit Vanille gehört auf Vanillekipferl. Das Rezept dieser Seite schlägt ohnehin vor, etwas Vanillezucker unter den Puderzucker zum Bestäuben zu mischen. Fertiger Vanillezucker aus dem Glas lässt sich dafür im Mixer fein mahlen. Schoten direkt in Puderzucker zu legen, ist dagegen keine gute Idee: Er zieht Feuchtigkeit und wird im Glas zu einem festen Block.


Lavendelzucker: welcher Lavendel in den Zucker darf

Für Lavendelzucker kommt nur Echter Lavendel infrage, und nur Blüten, die als Lebensmittel gedacht sind. Im Handel heißen sie Speiselavendel und stehen getrocknet im Gewürz- oder Teeregal. Auf Packung oder Pflanzenschild steht dann der botanische Name Lavandula angustifolia – er hilft im Zweifel mehr als jedes Merkmal am Strauch.

Gewöhnliche Lavendeltöpfe aus Gartencenter und Baumarkt gehören nicht in den Zucker. Zierpflanzen aus dem Handel sind in der Regel mit Pflanzenschutzmitteln behandelt; anfassen und daran riechen ist unbedenklich, essen sollte man sie nicht. Ein Verbrauchermagazin fand 2025 in Lavendelpflanzen aus dem Handel bis zu elf verschiedene Mittel. Aus dem eigenen Garten taugen nur Blüten von Pflanzen, die sicher nie gespritzt wurden – am besten Echter Lavendel in Bio-Qualität oder aus eigener Anzucht.

Für die Küche raten Verbrauchermagazine ausdrücklich zum Echten Lavendel. Lavandin, der große Provence-Lavendel mit den langen Ähren, und Schopflavendel mit seinem Schopf aus Hochblättern bleiben im Beet. Woran man die Arten unterscheidet und welche Teile vom Lavendel essbar sind, steht ausführlich im Artikel Lavendel essbar: welcher Lavendel in Käse und Küche gehört.


Lavendelzucker mit getrockneten oder frischen Blüten

Getrocknete Blüten sind die einfache Wahl. Als Richtwert gilt ein Esslöffel getrocknete Blüten auf 200 g Zucker; die Rezepte, die es dafür gibt, liegen zwischen einem halben und gut einem Esslöffel. Für das erste Glas lohnt die Mitte, denn nachlegen lässt sich immer. Nach ein bis zwei Wochen im geschlossenen Glas hat der Zucker das Aroma angenommen.

Ein Bügelglas und ein kleineres Glas mit weißem Zucker, an der Glaswand ganze getrocknete Lavendelähren, davor ein Holzlöffel mit Zucker und einer Ähre, ringsum Sträuße getrockneter Lavendel auf hellem Holz
Ganze Ähren an der Glaswand: Sie geben ihr Aroma ab und lassen sich später mit den Fingern wieder herausziehen

Frische Blüten gehen auch, verlangen aber einen Zwischenschritt. Aus 100 g frischen Blüten werden beim Trocknen nur etwa 15 g, der Rest ist Wasser – und dieses Wasser landet sonst im Zucker. Er wird feucht, verklebt und kann im geschlossenen Glas muffig werden.

Deshalb die Blüten mit dem Zucker mischen, auf einem Blech ausbreiten und offen stehen lassen, bis der Zucker wieder rieselt; erst dann ins Glas. Weil frische Blüten milder sind, braucht es etwa die dreifache Menge: drei Esslöffel auf 200 g.

Wie man Lavendel selbst trocknet und wann er dafür geschnitten wird, steht im Artikel Blüten trocknen, kandieren und als Deko verwenden.


Ganze Ähren oder im Mörser zerrieben

Wie die Blüten in den Zucker kommen, entscheidet über Optik und Tempo.

Ganze Ähren mit Stiel werden zwischen die Zuckerschichten an die Glaswand gelegt. Das sieht im Glas hübsch aus, und vor allem bleibt der Zucker frei von Blütenresten. Er rieselt später sauber in Sahne oder Glasur, wo ein harter Blütenkelch zwischen den Zähnen stören würde.

Lose Blüten verteilen das Aroma gleichmäßiger, bleiben aber im Zucker. Wer sie nicht mitessen möchte, siebt den Zucker vor dem Backen.

Weißer Mörser mit Stößel und ein paar Lavendelblüten, daneben ein Glas Lavendelzucker mit fliederfarbener Schleife auf einem gepunkteten Tuch, links ein Bund getrockneter Lavendel auf einer weißen Kommode
Mörser und Glas mit Schleife – der schnellste Weg zum Lavendelzucker und zugleich ein Mitbringsel

Im Mörser geht es am schnellsten. Die Blüten mit zwei Esslöffeln vom Zucker zerreiben, bis die Kristalle sie zerkleinert haben und der Duft aufsteigt, dann unter den restlichen Zucker mischen. So zerriebener Lavendel gibt sein Aroma sofort ab, wird aber auch schneller zu stark – für die Mörser-Variante deshalb lieber mit einem halben Esslöffel Blüten auf 200 g Zucker beginnen. Die Blütenreste bleiben als feine graulila Pünktchen sichtbar.


Warum zu viel Lavendel nach Seife schmeckt

Lavendel gehört zu den Aromen, bei denen der Abstand zwischen „fein“ und „zu viel“ klein ist. Überdosiert schmeckt er parfümiert und leicht bitter, viele beschreiben das als seifig. Bei einem Duft, den die meisten zuerst aus Seife und Wäscheschrank kennen, liegt der Vergleich nahe. Auch das Limonadenrezept dieser Seite warnt ausdrücklich davor, zu großzügig zu sein.

Drei Dinge machen den Unterschied:

  • Die Menge: der Richtwert von oben, nicht eine Handvoll nach Gefühl.
  • Die Zeit: In einem Glas mit vielen Blüten wird der Zucker von Woche zu Woche kräftiger. Passt die Probe, die Blüten heraussieben.
  • Das Zerkleinern: Gemörserter Lavendel gibt mehr ab als ganze Blüten und Ähren.

Die Probe ist dieselbe wie beim Vanillezucker: eine Messerspitze auf die Zunge. Schmeckt sie nach Blüte, passt es. Erinnert sie an Seife, ist der Zucker nicht verloren: Mit derselben Menge normalem Zucker gemischt, hat er nur noch halbe Stärke, und im Rezept ändert sich nichts, weil die Zuckermenge gleich bleibt.


Wofür Lavendelzucker passt – und das Glas als Geschenk

Lavendel verträgt sich mit Zitrone, Beeren, Honig und Butter. Daraus ergeben sich die naheliegenden Einsätze: in Mürbeteig und Shortbread, wo die Butter das Blumige abrundet; über Erdbeeren, Himbeeren und Aprikosen gestreut; in geschlagener Sahne und Quarkcreme; in einer Zitronenglasur; im Sirup für eine Limonade. Für Kekse mit Lavendelzucker reicht jeder einfache Mürbeteig – nur einen Teil des Zuckers ersetzen und die noch warmen Plätzchen im Lavendelzucker wenden.

Mit Vanille verträgt sich Lavendel ebenfalls, und wer beide Gläser hat, mischt sie für Sahne oder Glasur nach Geschmack. Beim Backen gilt dieselbe Vorsicht wie beim Ansetzen: Beim ersten Versuch ersetzt Lavendelzucker nur einen Teil des Zuckers im Rezept, mehr wird es, wenn der Geschmack gefällt.

Als Geschenk ist Lavendelzucker dankbar, weil er hält und im Glas hübsch aussieht. Ein Glas mit dichtem Deckel, eine Schleife, ein Etikett mit drei Angaben: was drin ist („Zucker, Echter Lavendel“), das Datum und ein Satz zur Verwendung, etwa „für Mürbeteig und Sahne, einen Teil des Zuckers ersetzen“. Ein Glas Vanillezucker daneben, mit der Notiz „1 gestrichener Esslöffel = 1 Päckchen“, macht aus zwei Gläsern ein kleines Backgeschenk.


Aufbewahrung

Zucker verdirbt nicht, und Vanillezucker auch nicht – mit der Zeit geht nur Aroma verloren. Selbst die Richtlinie rechnet damit: Vanillinzucker darf bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum 15 Prozent seines Duftstoffs verlieren. Ein abgelaufenes Päckchen ist also kein Fall für den Müll, sondern für die Zuckerprobe.

Selbst gemachter Vanillezucker hält in einem dicht schließenden, trockenen Glas, dunkel und bei Zimmertemperatur, unbegrenzt. Die Schoten bleiben drin und geben über Monate Aroma ab; wer Zucker entnimmt, füllt einfach nach. Lässt der Duft trotz Nachfüllen nach, kommt eine neue Schote oder eine frisch ausgekratzte Hülle dazu. Lavendelzucker wird genauso aufbewahrt, das Datum auf dem Etikett hilft, ältere Gläser zuerst zu verbrauchen.

Klumpt der Zucker, war Feuchtigkeit im Spiel, meist aus frischen, biegsamen Schoten oder frischen Blüten. Die Klumpen lassen sich mit einem Löffel zerdrücken; beim nächsten Glas in den ersten Tagen täglich schütteln. Hart gewordener Zucker ist nicht verdorben, und ein bräunlicher Stich durch das Mark ist bei Vanillezucker normal.


Was schiefgeht – und woran es lag

BeobachtungUrsacheWas hilft
Kuchen schmeckt kaum nach Vanilleselbst gemachter Zucker wie ein Päckchen dosiertmindestens 1 gestrichener EL statt 1 Päckchen, dazu die Zuckerprobe
Zucker riecht nach zwei Wochen kaumSchote nicht aufgeschlitzt oder Glas oft offenSchote längs aufschlitzen, Glas dicht schließen, eine Woche länger warten
Zucker im Glas verklumptfeuchte, frische Schoten oder frische BlütenKlumpen zerdrücken, in den ersten Tagen täglich schütteln, ausgekratzte Hüllen vorher trocknen
Gemahlener Zucker voller Fasernzu kurz gemahlendurch ein Sieb streichen, Reste nachmahlen
Vanille schmeckt künstlichVanillinzucker statt Vanillezucker gekauftZutatenliste lesen: Vanilleschote oder Extrakt, nicht Vanillin
Lavendelzucker schmeckt nach Seifezu viele Blüten, zu lange gezogen oder zu fein gemörsertmit derselben Menge Zucker strecken, Blüten heraussieben
Lavendelzucker feucht und muffigfrische Blüten ohne Trocknen ins Glasfrische Blüten mit dem Zucker offen trocknen lassen, bis er rieselt
Vanille-Puderzucker wird zum BlockSchote direkt in Puderzucker gelegtVanillezucker fertig ansetzen, erst dann fein mahlen

Häufige Fragen zu Vanillezucker und Lavendelzucker

Wie viel selbst gemachter Vanillezucker ersetzt ein Päckchen?

Aus dem Glas mit zwei Schoten auf 240 g Zucker mindestens ein gestrichener Esslöffel, bei mildem Zucker anderthalb. Ein Päckchen enthält mindestens ein halbes Gramm Schote, eine Schote reicht also nur für acht Päckchen. Gemahlener Vanillezucker mit einer Schote auf 60 g Zucker ersetzt ein Päckchen dagegen Gramm für Gramm.

Was ist der Unterschied zwischen Vanillezucker und Vanillinzucker?

Vanillezucker enthält echte Vanille – gemahlene Schote, Extrakt oder beides, mindestens ein halbes Gramm Schote je Päckchen. Vanillinzucker enthält Vanillin, den Hauptduftstoff der Vanille, ohne Schote. Er riecht kräftig, ihm fehlen aber die vielen Nebentöne echter Vanille.

Kann man Vanillezucker aus ausgekratzten Vanilleschoten machen?

Ja, das ist die beste Verwendung für die leere Hülle. Die Hüllen ein, zwei Tage offen trocknen lassen und in ein Glas mit Zucker stecken; jede neue Hülle frischt das Glas auf. Weil das Mark fehlt, wird der Zucker milder als aus ganzen Schoten – wie viel davon ein Päckchen ersetzt, zeigt die Zuckerprobe.

Wie lange ist selbst gemachter Vanillezucker haltbar?

Im dicht schließenden, trockenen Glas unbegrenzt, denn Zucker verdirbt nicht. Mit der Zeit lässt nur das Aroma nach. Die Schoten bleiben im Glas, Zucker wird nachgefüllt, und wird der Duft schwächer, kommt eine neue Schote dazu.

Kann man Vanillezucker durch Vanilleextrakt ersetzen?

Ja, ein Teelöffel Extrakt ersetzt ein Päckchen. Nach dem amerikanischen Standard steckt darin der Auszug aus rund einem halben Gramm Schote, so viel wie in einem Päckchen. Die 8 g Zucker, die dabei fehlen, fallen in einem Teig mit 100 g Zucker und mehr kaum ins Gewicht.

Kann man Lavendelzucker mit frischen Blüten machen?

Ja, aber frische Blüten bestehen größtenteils aus Wasser und machen den Zucker feucht. Deshalb etwa drei Esslöffel frische Blüten unter 200 g Zucker mischen, auf einem Blech ausbreiten und offen stehen lassen, bis der Zucker wieder rieselt. Mit getrockneten Blüten reicht ein Esslöffel. In beiden Fällen nur Echten Lavendel aus ungespritztem Anbau verwenden.


Offenes Glas mit feinem hellem Zucker, darüber zwei gekreuzte Vanilleschoten, eine dritte liegt daneben auf weißen Fliesen, dahinter ein Schälchen mit braunem Zucker

Vanillezucker selber machen – Grundrezept mit Schoten im Glas

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Zwei aufgeschlitzte Vanilleschoten ziehen zwei Wochen in 240 g Zucker. Weil ein Päckchen mindestens ein halbes Gramm Schote enthält, ersetzt erst ein gestrichener Esslöffel des eigenen Zuckers ein Päckchen – nicht ein Teelöffel.
Portionen 16 Portionen à 15 g
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Ziehen lassen 14 Tage
Gesamtzeit 14 Tage 10 Minuten

Kochutensilien

  • Glas mit dicht schließendem Deckel (rund 400 ml, damit beim Schütteln Luft bleibt; sauber und trocken)
  • Kleines scharfes Messer
  • Schneidebrett
  • Küchenwaage
  • Esslöffel (zum Dosieren; 1 gestrichener EL = 15 g)

Zutaten
  

Für rund 240 g Vanillezucker

  • 240 g Zucker (weißer Kristallzucker, fein)
  • 2 Stück Vanilleschote (ganz, je 16–18 cm; ersatzweise ausgekratzte und getrocknete Schoten, dann wird der Zucker milder)

Anleitungen
 

  • SCHOTEN AUFSCHLITZEN:
    Die Vanilleschoten auf ein Brett legen und mit einem kleinen scharfen Messer einmal der Länge nach aufschlitzen, ohne sie ganz zu teilen. Das Mark bleibt in der Schote, so bleibt der Zucker hell und ohne Pünktchen. Ausgekratzte Schoten vorher ein, zwei Tage offen trocknen lassen, damit sie den Zucker nicht verkleben.
    Aufgeschlitzte Vanilleschote mit freigelegtem Mark in Nahaufnahme, dahinter eine zweite gebogene Schote und eine weiße Blüte mit gelber Mitte
  • SCHICHTEN UND VERSCHLIESSEN:
    Die Schoten quer halbieren, damit sie ganz im Zucker stecken. Etwa ein Drittel des Zuckers in das Glas geben, die Hälfte der Schotenstücke darauflegen, wieder Zucker, die restlichen Stücke und zum Schluss den übrigen Zucker. Das Glas fest verschließen.
  • ZIEHEN LASSEN UND SCHÜTTELN:
    Das Glas zwei Wochen dunkel bei Zimmertemperatur stehen lassen. In den ersten Tagen einmal täglich kräftig schütteln, danach ein- bis zweimal pro Woche. Frische, biegsame Schoten geben Feuchtigkeit ab, und ohne Schütteln verklumpt der Zucker.
  • ZUCKERPROBE:
    Je eine Messerspitze Vanillezucker und normalen Zucker nacheinander auf der Zunge zergehen lassen. Bleibt beim Vanillezucker die Vanille, wenn die Süße schon verschwunden ist, ist er fertig. Schmecken beide Proben gleich, eine weitere Woche warten und erneut probieren.
  • DOSIEREN UND AUFBEWAHREN:
    Für ein Päckchen Vanillezucker mindestens einen gestrichenen Esslöffel (15 g) nehmen, bei mildem Zucker anderthalb. Die Schoten bleiben im Glas und geben über Monate Aroma ab; entnommenen Zucker einfach nachfüllen. Dicht verschlossen, trocken und dunkel hält der Zucker unbegrenzt.
    Offenes Glas mit feinem hellem Zucker, darüber zwei gekreuzte Vanilleschoten, eine dritte liegt daneben auf weißen Fliesen, dahinter ein Schälchen mit braunem Zucker

Notizen

Tipps:
  • Ein Päckchen Vanillezucker enthält mindestens 0,5 g Schote, eine Schote von rund 4 g reicht also für acht Päckchen. Selbst gemachter Zucker wird deshalb nicht Löffel für Löffel wie ein Päckchen dosiert.
  • Wer das Mark herauskratzt und mit den Fingern in den Zucker reibt, ist schneller, bekommt aber dunkle Pünktchen.
  • Ein Teelöffel Vanilleextrakt ersetzt ein Päckchen direkt im Teig – Extrakt auf Zucker zu träufeln lohnt sich nicht.
Ausbeute: 240 g Vanillezucker, also 16 Portionen à 15 g (je 1 gestrichener Esslöffel). Jede Portion ersetzt mindestens ein Päckchen; bei mildem Zucker anderthalb Esslöffel nehmen.
Aufbewahrung: Dicht verschlossen, trocken und dunkel unbegrenzt haltbar, mit der Zeit lässt nur das Aroma nach. Schoten im Glas lassen und Zucker nachfüllen; wird der Duft schwächer, eine neue Schote oder eine frisch ausgekratzte Hülle dazugeben. Klumpen mit dem Löffel zerdrücken.
Variationen: Gemahlen: 1 Schote in Stücken mit 60 g Zucker im Mixer fein mahlen, sieben, Fasern nachmahlen und einige Stunden offen trocknen lassen – sofort fertig, 8 g ersetzen ein Päckchen. Ohne Schote: 8 g gemahlene Vanille unter 120 g Zucker mischen, 8 g ersetzen ein Päckchen. Mit braunem Zucker: schmeckt karamelliger, klumpt schneller, einmal pro Woche schütteln.
Lavendelzucker: 1 EL getrocknete Blüten von Echtem Lavendel (Speiselavendel oder sicher ungespritzt) mit 200 g Zucker im dicht schließenden Glas ein bis zwei Wochen ziehen lassen, gelegentlich schütteln, nach Wunsch absieben. Frische Blüten: 3 EL auf 200 g, mit dem Zucker auf einem Blech offen stehen lassen, bis er wieder rieselt, erst dann ins Glas. Im Mörser: ½ EL Blüten mit 2 EL vom Zucker zerreiben und untermischen, sofort aromatisch. Zu stark geraten: mit derselben Menge Zucker strecken. Beim ersten Backen nur einen Teil des Zuckers im Rezept ersetzen.

Nährwerte

Portion: 15gKalorien: 60kcalKohlenhydrate: 15gZucker: 15g
Gericht: Grundrezepte
Küche: International
Ernährungsform: Glutenfrei, Laktosefrei, Vegan, Vegetarisch
Schlagwort: Advent, aromatisch, einfach, Geschenk aus der Küche, glutenfrei, Ohne Backen, Rezepte im Glas, selbstgemacht, vegan, Weihnachten

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Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise für die private Küche. Für Lavendelzucker nur Blüten verwenden, die als Lebensmittel oder Tee verkauft werden oder von sicher ungespritzten Pflanzen stammen; Zierpflanzen und Schnittblumen aus dem Handel sind in der Regel mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Die Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung, alle Angaben sind sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr.


Wie viele Päckchen holen Sie aus einer Schote? Schreiben Sie es gern unten in die Kommentare – am spannendsten sind die Gläser, die seit Monaten mit ausgekratzten Schoten nachgefüllt werden.

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