Pasta fresca – das Grundrezept für frischen Nudelteig und alles, was daraus wird

DIE BASIS

Ein Teig, aus dem jede geschnittene Nudelform entsteht – und neun eigene Rezepte, die auf eine Basis umgerechnet zeigen, wo man ihn übertragen darf und wo nicht.

22. Oktober 2026
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Pasta fresca – das Grundrezept für frischen Nudelteig und alles, was daraus wird

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Zwei Zutaten, zehn Minuten Kneten und eine halbe Stunde Warten. Danach entscheidet nur noch die Bahnstärke, ob daraus Bandnudeln, Ravioli oder eckige Spaghetti werden.


Frische Pasta hat den Ruf, kompliziert zu sein, und das liegt an der Menge unterschiedlicher Rezepte: mal 100 g Mehl auf ein Ei, mal nur Eigelb, mal Grieß und Wasser, mal ein Löffel Öl dazu. Wer drei davon nebeneinanderlegt, findet drei verschiedene Wahrheiten.

Dieser Artikel legt neun eigene, veröffentlichte Pastarezepte dieser Seite nebeneinander und rechnet sie auf eine gemeinsame Basis um – flüssige Zutaten in Gramm je 100 g Mehl. Das Ergebnis ist überraschend eindeutig und beantwortet nebenbei die Frage, welche Rezepte man aufeinander übertragen darf.

Unten steht das Grundrezept in der Karte. Davor steht alles, was man wissen muss, damit es beim ersten Mal funktioniert.


Die eine Regel, mit der alles anfängt

100 g Mehl auf ein Ei, dazu eine Prise Salz. Diese Faustformel steht seit Generationen in italienischen Kochbüchern, und sie hält.

Sie ist allerdings ein Startwert und kein Endergebnis. Der Grund steht auf dem Eierkarton: Ein Ei der Größe M liefert rund 52 g Flüssigkeit, eines der Größe L rund 61 g. Bei drei Eiern sind das knapp 30 g Unterschied – auf 300 g Mehl fast ein Zehntel mehr Flüssigkeit.

Daraus folgt der wichtigste Handgriff des ganzen Rezepts: Das letzte Ei zurückhalten. Erst zwei aufschlagen, das Mehl einarbeiten, und das dritte nur zugeben, wenn der Teig es noch braucht. Bei großen Eiern bleibt dann ein Rest im Glas – und der Teig ist genau richtig. Was das Verhältnis im Teig bewirkt, steht ausführlich in Nudelteig selber machen.

Die goldene Regel

Das Mehl ist die verlässliche Größe im Rezept, das Ei die schwankende. Angepasst wird deshalb immer das Ei, nie das Mehl.


Was neun eigene Rezepte auf einer Basis zeigen

Diese Rechnung ist der Kern des Artikels. Für jedes veröffentlichte Pastarezept dieser Seite wurde zusammengezählt, wie viel flüssige Zutat auf 100 g Mehl kommt – Eier netto, Wasser, Püree, Öl.

RezeptMehlflüssig je 100 g MehlArt des Teigs
Ravioli mit Ricotta und Pilzen400 g61 gEi
Herz-Ravioli mit Ricotta300 g65 gEi
Schwarze Ravioli mit Lachs300 g66 gEi
Vegane Kürbis-Ravioli300 g50 gWasser
Pici Toscani450 g54 gWasser
Zweifarbige Tortelloni250 g39 gPüree
Grüne Spinat-Ravioli350 g57 gPüree
Kürbis-Pasta Bandnudeln300 g67 gPüree
Kürbis-Tagliatelle alla Vodka200 g76 gPüree

Drei Gruppen, drei sehr verschiedene Bilder:

  • Reine Eierteige liegen zwischen 61 und 66 g. Die Spanne beträgt gut 5 g – das ist praktisch derselbe Teig, obwohl die Rezepte zwischen 300 und 400 g Mehl arbeiten.
  • Wasserteige liegen bei 50 bis 54 g und damit systematisch darunter. Auch das ist eine enge Gruppe.
  • Gemüseteige streuen von 39 bis 76 g – eine Spanne von fast 40 g, also rund siebenmal so weit wie bei den Eierteigen.

Daraus folgt eine sehr praktische Regel: Eierteige lassen sich übertragen, Gemüseteige nicht. Wer die Eiermenge eines Rezepts auf ein anderes überträgt, liegt richtig. Wer die Püreemenge überträgt, kann um 30 g danebenliegen – weil Kürbis, Spinat und Rote Bete unterschiedlich viel Flüssigkeit mitbringen und ausgedrückter Spinat wieder etwas anderes als frisch püriertes Gemüse.

Bei Gemüse im Teig wird deshalb nach Gefühl angeglichen, nicht nach Zahl. Ähnlich verschiebt Vollkornmehl die Wassermenge – wie viel davon in den Teig gehört, steht in Vollkornmehl im Nudelteig.


Woran man sieht, dass der Teig fertig ist

Die Zeitangabe von zehn bis fünfzehn Minuten steht in jedem Rezept und hilft trotzdem wenig – Handkraft und Teigmenge machen daraus schnell acht oder zwanzig. Verlässlich sind zwei Handgriffe ohne jedes Gerät.

Erster Handgriff: eindrücken. Ein Daumendruck in den Ballen hinterlässt beim fertigen Teig eine Delle, die sich sichtbar wieder schließt. Steht sie unverändert wie in Knetmasse, war es zu wenig.

Zweiter Handgriff: durchschneiden. Der Ballen wird einmal geteilt, und die Schnittfläche verrät den Rest. Gleichmäßig und matt wie Marzipan heißt fertig; helle Streifen oder kleine Hohlräume heißen: weiterkneten.

Wer diesen Schnitt einmal gemacht hat, braucht die Uhr nicht mehr. Und er spart sich das, was sonst zwei Schritte später passiert – eine Bahn, die beim Dünnermachen an den Rändern aufreißt.

Dünner heller Teigfladen über einem hölzernen Nudelholz, darüber rieselt Mehl, im Hintergrund ein Karton mit braunen Eiern
Von Hand oder mit der Maschine – der Teig muss vorher stimmen, danach ist es nur noch Reihenfolge

Warum der Teig liegen muss, bevor es weitergeht

Mindestens 30 Minuten, eingewickelt oder in einer geschlossenen Dose, bei Zimmertemperatur – das ist keine Wartezeit aus Höflichkeit, sondern der Schritt, der das Ausrollen überhaupt möglich macht.

Der Unterschied ist sofort zu sehen. Ein ungeruhter Teig federt unter dem Nudelholz zurück und ist nach dem Loslassen wieder so dick wie vorher; man rollt gegen ihn an, statt mit ihm zu arbeiten. Nach der Pause bleibt die Bahn liegen, wo sie hingelegt wurde.

Nach oben ist die Zeit offen: zwei Stunden im Zimmer, gut ein Tag im Kühlschrank. Für den Kühlschrank gilt nur eine Bedingung – luftdicht, sonst bildet sich außen eine zähe Haut, die später als Streifen durch die Bahn läuft. Und kalt aus dem Fach heraus braucht er rund 20 Minuten, bevor er sich willig zeigt.


Ausrollen: von Hand oder mit der Maschine

Beide Wege führen zum Ziel, sie unterscheiden sich in der Gleichmäßigkeit. Welches Werkzeug sich überhaupt lohnt, klärt Nudelmaschine, Chitarra oder Rädchenschneider.

Von Hand wird der Teig in vier Stücke geteilt – jedes rund 115 g – und einzeln ausgerollt, während die anderen abgedeckt warten. Die einfachste Kontrolle für die Stärke: die Hand unter die Bahn halten. Zeichnet sich der Schatten der Finger ab, ist es für Bandnudeln dünn genug.

Mit der Maschine gilt eine Regel, die in kurzen Anleitungen meist fehlt: Die erste Stufe ist zum Falten da, nicht zum Dünnermachen. Fünf bis acht Mal auf der dicksten Stufe walzen und die Bahn dazwischen in Drittel falten – danach hat sie gerade Seitenkanten. Erst dann wird Stufe für Stufe kleiner gestellt, jede genau einmal. Jeden Durchgang an der Maschine zeigt Nudelmaschine benutzen.

Und eine Zahl, die überrascht: Ein Teigstück von 115 g misst auf der dicksten Stufe rund 20 cm und auf der dünnsten über einen Meter. Spätestens vor den letzten beiden Stufen wird die Bahn deshalb einmal quer geteilt.

Wie dünn? Für Bandnudeln 1,5 mm, für gefüllte Pasta rund 1 mm, weil dort zwei Lagen aufeinandertreffen.

Eine Hand führt eine lange dünne Teigbahn durch die glatten Walzen einer festgeschraubten Nudelmaschine, die andere Hand dreht die Kurbel
Die führende Hand hält die Bahn nur – wer zieht, macht sie an dieser Stelle dünner

Vier Wege, aus der Bahn eine Form zu machen

Ab hier trennen sich die Wege, und alle vier beginnen bei demselben Teig. Welche Sauce später zu welcher Form passt, steht in Welche Sauce zu welcher Nudel.

Schneiden. Die abgetrocknete Bahn wird in Streifen geteilt – mit dem Schneidsatz der Maschine, mit einem Rädchenschneider oder mit dem Messer über die locker aufgerollte Bahn. Die Breite bestimmt den Namen: 2 mm sind Tagliolini, 7 mm Tagliatelle, 25 mm Pappardelle. Wie der Rädchenschneider geführt wird, zeigt Tagliatelle selber machen.

Auf Saiten drücken. Auf einer Chitarra wird die Bahn durch gespannte Stahldrähte gepresst. Damit der Querschnitt quadratisch wird, muss die Bahn so stark ausgerollt sein wie der Abstand zwischen den Saiten. Schritt für Schritt steht das in Spaghetti alla chitarra.

Ziehen. Für Orecchiette und Cavatelli wird gar nicht ausgerollt: Der Teig wird zum Strang gerollt, in kurze Stücke geschnitten und mit einem stumpfen Messer über die Arbeitsfläche gezogen. Die Handgriffe zeigt Orecchiette selber machen. Dieser Weg braucht eine Fläche mit Griff – auf Glas oder poliertem Stein funktioniert er nicht. Welche Arbeitsfläche sich eignet, klärt Holz oder Stein.

Brechen und frei schneiden. Was an den Rändern übrig bleibt, wird in unregelmäßige Stücke geteilt: Maltagliati, wörtlich „schlecht geschnitten“. Eine eigene Sorte für Suppen und Bohnengerichte – und der Beweis, dass bei diesem Teig nichts übrig bleibt. Welche Größe wofür passt, steht in Maltagliati.


Wie viel Teig für wie viele Personen

Aus 300 g Mehl und drei Eiern entstehen rund 460 g roher Teig. Was daraus wird, hängt vom Teller ab:

AnlassTeig je Person300 g Mehl reichen für
sättigendes Hauptgerichtrund 155 g3 Personen
normale Portion oder Primorund 115 g4 Personen
Vorspeise vor einem Hauptgangrund 80 g5–6 Personen

Die klassische italienische Rechnung ist ein Ei pro Person und ergibt die großzügige Variante. Die Rezeptkarte unten rechnet mit vier Portionen, also der mittleren Zeile.

Als Bahn ausgerollt ergeben diese 460 g gut einen Viertel Quadratmeter – als Tagliatelle geschnitten rund 35 Meter Nudeln, also knapp neun Meter pro Teller.


Kochen: zwei bis drei Minuten, nicht acht

Frische Pasta gart in einem Bruchteil der Zeit von Trockenware. Zwei bis drei Minuten bei Bandnudeln, drei bis vier bei dicken oder gefüllten Formen.

Drei Punkte entscheiden über das Ergebnis:

  • Viel Wasser. Ein Liter je 100 g Pasta, für die ganze Portion also gut 4,5 Liter. Frischer Teig gibt viel Mehl ab; in zu wenig Wasser wird die Brühe schleimig.
  • Sofort auseinanderziehen. Nester, die als Nester ins Wasser fallen, bleiben Nester. Fünf Sekunden mit der Gabel genügen.
  • Nicht abschrecken, Nudelwasser aufheben. Eine Kelle davon zur Sauce in die Pfanne, Pasta dazu, eine halbe Minute schwenken – so hängt die Sauce an der Nudel statt im Teller zu stehen. Die fünf häufigsten Fehler am Topf stehen in Frische Pasta kochen.

Aufbewahren

Kühlschrank: ein bis zwei Tage, mit Hartweizengrieß bestäubt in einer geschlossenen Dose. Danach wird Eierteig gräulich.

Einfrieren: der Vorratsweg. Nudeln oder Nester einzeln mit Abstand auf ein mit Grieß bestäubtes Brett legen, anfrieren lassen, dann erst in den Beutel füllen. Gekocht wird direkt aus dem gefrorenen Zustand mit ein bis zwei Minuten Aufschlag.

Trocknen: funktioniert nur bei einzeln hängenden Bändern. Ein gedrehtes Nest ist rund 3 cm hoch – von seiner Mitte bis zur Luft ist es zwanzigmal so weit wie bei einem einzelnen Band, und genau dort bleibt Feuchtigkeit zurück. Alle drei Wege im Detail stehen in Frische Pasta aufbewahren.


Was schiefgeht – und woran es liegt

Was passiertUrsacheWas hilft
Der Teig zerfällt in Krümelzu kleine Eier oder zu früh aufgegebenmit nassen Händen weiterkneten, notfalls ½ TL Wasser
Der Teig klebt an allemL- statt M-Eier, ein Ei zu vielMehl auf die Arbeitsfläche, nicht in den Teig
Die Bahn zieht sich beim Ausrollen zusammenzu kurz geruht20–30 Minuten abgedeckt liegen lassen
Die Bahn reißt an den Rändern einzu kurz geknetetSchnittprobe machen, bei Schlieren weiterkneten
Die Bahn hat ausgefranste SeitenMaschine: erste Stufe ohne Faltenauf der dicksten Stufe falten, bis die Kanten gerade sind
Die geschnittenen Streifen verklebenBahn zu feucht, zu wenig Grieß10 Minuten antrocknen lassen, mit Grieß bestäuben
Die Nester kleben in der Mittezu fest gewickeltlocker drehen, mit Abstand ablegen
Aus dem Nest wird im Topf ein Klumpennach dem Einwerfen nicht getrenntsofort mit der Gabel auseinanderziehen
Die Sauce liegt im Teller statt an der NudelNudelwasser weggeschütteteine Kelle aufheben, in der Pfanne schwenken

Häufige Fragen zu Pasta fresca

Welches Mehl braucht man für Pasta fresca?

Weizenmehl Type 00 oder Type 405 – beide funktionieren für Bandnudeln und gefüllte Pasta. Type 00 ist feiner gemahlen und macht die Bahn etwas geschmeidiger. Wer mehr Biss möchte, tauscht 50 g des Mehls gegen Hartweizengrieß. Grieß ist übrigens kein Vollkornmehl, auch wenn er gröber aussieht.

Wie viel Ei kommt auf 100 g Mehl?

Ein Ei, so lautet die klassische Regel. In den Rezepten dieser Seite bedeutet das zwischen 61 und 66 g flüssige Zutat je 100 g Mehl – eine erstaunlich enge Spanne über sehr verschiedene Rezepte hinweg. Wichtig ist die Eigröße: Zwischen M und L liegen je Ei rund 9 g.

Kann man Pasta fresca ohne Ei machen?

Ja, dann wird mit Hartweizengrieß und warmem Wasser gearbeitet – der süditalienische Weg. Diese Teige liegen bei rund 50 bis 55 g Flüssigkeit je 100 g Mehl, sind fester und bissiger und eignen sich besonders für gezogene Formen wie Orecchiette sowie zum Trocknen.

Wie lange muss Nudelteig ruhen?

Mindestens 30 Minuten bei Zimmertemperatur, zwei Stunden schaden nicht. Im Kühlschrank hält er sich gut einen Tag, muss dafür aber luftdicht verpackt sein. Ohne Ruhezeit zieht sich die Bahn beim Ausrollen ständig zusammen – das ist kein Kraft-, sondern ein Geduldsproblem.

Wie dünn rollt man Nudelteig aus?

Für Bandnudeln etwa 1,5 mm, für gefüllte Pasta rund 1 mm, weil dort zwei Lagen übereinanderliegen. Die schnellste Kontrolle ohne Messgerät: die Hand unter die Bahn halten – zeichnet sich der Schatten der Finger ab, reicht es für Bandnudeln.

Kann man Gemüsepüree in den Nudelteig geben?

Ja, und es ersetzt dabei einen Teil der Eier – Püree ist eine flüssige Zutat, keine Würze. Genau deshalb lassen sich Gemüseteige schlecht von Rezept zu Rezept übertragen: In den Rezepten dieser Seite reicht ihre Spanne von 39 bis 76 g je 100 g Mehl, weil jedes Gemüse anders viel Flüssigkeit mitbringt. Hier wird nach Gefühl angeglichen.


Frische Bandnudeln laufen aus einer Nudelmaschine, davor drei fertige Nudelnester, ein Mehlsack und Eier im Karton

Pasta fresca – frischer Nudelteig mit Ei

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Das italienische Grundrezept für frischen Nudelteig: Mehl, Eier, eine Prise Salz. Aus dieser einen Basis entstehen Bandnudeln, gefüllte Pasta und jede geschnittene Form.
Portionen 4 Portionen
Vorbereitungszeit 25 Minuten
Zubereitungszeit 3 Minuten
Ruhezeit 30 Minuten
Gesamtzeit 58 Minuten

Kochutensilien

  • Nudelholz oder Nudelmaschine (Walzenbreite 15 cm genügt)
  • Teigkarte
  • Frischhaltefolie oder verschließbare Dose
  • Küchentuch (zum Antrocknen der Nester)

Zutaten
  

  • 300 g Weizenmehl (Type 00 oder Type 405)
  • 3 Eier (Größe M; bei Größe L eines zurückhalten)
  • 1 Prise Salz
  • Hartweizengrieß (zum Bestäuben beim Schneiden)

Anleitungen
 

  • TEIG ANSETZEN:
    Das Mehl auf die Arbeitsfläche häufen und in die Mitte eine breite, flache Mulde drücken – eher wie ein Suppenteller als wie ein Vulkan. Die Eier zuerst in eine Tasse aufschlagen, dann in die Mulde gießen, Salz dazugeben. Mit einer Gabel von der Mitte aus in kleinen Kreisen verrühren und dabei nach und nach Mehl vom Rand hereinziehen. Bei Eiern der Größe L zunächst nur zwei aufschlagen und das dritte erst zugeben, wenn der Teig es braucht.
  • KNETEN:
    Die krümelige Masse mit den Händen zusammendrücken und 10 bis 15 Minuten kräftig kneten. In den ersten Minuten wirkt der Teig zu trocken – das ist normal, er verbindet sich durch Druck und nicht durch zusätzliches Wasser. Fertig ist er, wenn er sich anfühlt wie ein straffer Radiergummi und an nichts mehr klebt. Zur Kontrolle den Ballen halbieren: Die Schnittfläche soll glatt sein wie Marzipan, ohne helle Schlieren.
  • RUHEN LASSEN:
    Den Teig zur Kugel formen, straff in Folie wickeln oder in eine verschlossene Dose legen und mindestens 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Ohne diese Pause zieht sich die Bahn beim Ausrollen immer wieder zusammen. Zwei Stunden schaden nicht; im Kühlschrank hält der Teig gut einen Tag, braucht dann aber rund 20 Minuten, um wieder Zimmertemperatur anzunehmen.
  • AUSROLLEN:
    Den Teig in vier Stücke teilen und drei davon abgedeckt lassen. Das erste Stück flach drücken und auf etwa 1,5 mm ausrollen – für gefüllte Pasta auf rund 1 mm. Mit der Maschine zuerst mehrmals auf der dicksten Stufe walzen und die Bahn dazwischen in Drittel falten, bis die Seitenkanten gerade sind; danach jede Stufe genau einmal durchlaufen. Von Hand ist die Bahn dünn genug, wenn sich der Schatten der eigenen Finger darunter abzeichnet.
  • SCHNEIDEN UND NESTER DREHEN:
    Die Bahn etwa 10 Minuten offen antrocknen lassen, bis sie sich wie Papier anfühlt, und großzügig mit Hartweizengrieß bestäuben. Dann in Streifen schneiden – für Tagliatelle rund 7 mm breit, mit dem Schneidsatz, mit dem Rädchen oder mit dem Messer über die locker aufgerollte Bahn. Die Streifen sofort locker zu Nestern drehen und mit Abstand auf ein mit Grieß bestäubtes Tuch setzen; fest gewickelte Nester verkleben in der Mitte.
  • KOCHEN UND SERVIEREN:
    Reichlich Wasser aufsetzen – ein Liter je 100 g Pasta, für die ganze Portion also gut 4,5 Liter – und mit 10 g Salz je Liter würzen, sobald es sprudelt. Die Nester hineingeben und sofort auseinanderziehen, dann 2 bis 3 Minuten kochen und probieren. Eine Kelle Nudelwasser aufheben, die Pasta abtropfen lassen und mit der Sauce und einem Schuss Nudelwasser eine halbe Minute in der Pfanne schwenken. Nicht abschrecken.
    Frisch geschnittene Bandnudeln in lockeren Nestern auf einem weissen Lochgitter, darueber der Schneidsatz einer Nudelmaschine

Notizen

Tipps:
  • Das letzte Ei zurückhalten und erst zugeben, wenn der Teig es braucht. Zwischen Größe M und L liegen je Ei rund 9 g Flüssigkeit.
  • Zu trocken? Mit nassen Händen weiterkneten, notfalls ½ TL Wasser. Zu klebrig? Mehl auf die Arbeitsfläche geben, nicht auf den Teig.
  • Zum Bestäuben beim Schneiden Hartweizengrieß statt Mehl nehmen – er bleibt als Trennschicht liegen.
Ausbeute: Aus 300 g Mehl und 3 Eiern entstehen rund 460 g roher Teig. Das sind vier normale Portionen zu je rund 115 g oder drei sättigende. Als Bahn von 1,5 mm ergibt das gut einen Viertel Quadratmeter, geschnitten zu Tagliatelle rund 35 Meter Nudeln.
Aufbewahrung: Frische Nester halten sich mit Grieß bestäubt in einer geschlossenen Dose 1 bis 2 Tage im Kühlschrank. Zum Vorrat einzeln nebeneinander auf einem mit Grieß bestäubten Brett anfrieren und erst danach in einen Beutel füllen; gekocht wird direkt aus dem gefrorenen Zustand mit 1 bis 2 Minuten Aufschlag. Nester an der Luft durchzutrocknen funktioniert nicht – dafür müssen die Bänder einzeln hängen.
Variationen: Ein Teil der Eier lässt sich durch Gemüsepüree ersetzen – Spinat, Rote Bete, Kürbis oder Möhre. Weil Pürees unterschiedlich viel Flüssigkeit mitbringen, wird dabei nach Gefühl angeglichen und nicht nach Rezept. Für mehr Biss 50 g des Mehls durch Hartweizengrieß tauschen.

Nährwerte

Kalorien: 315kcalKohlenhydrate: 54gEiweiß: 12gFett: 5gNatrium: 100mgBallaststoffe: 2gZucker: 1g
Gericht: Grundrezepte, Pasta
Küche: Europäisch, Italienisch, Mediterran
Ernährungsform: Vegetarisch
Schlagwort: einfach, italienisch, klassisch, Pasta, Pasta und Nudeln, selbstgemacht, Vom Herd

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Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise für die private Küche. Für Küchengeräte gelten die Gebrauchsanleitung und die Sicherheitshinweise des Herstellers. Die Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung, alle Angaben sind sorgfältig recherchiert, aber ohne Gewähr.

📌 Für wen ist dieser Ratgeber ideal? Für alle, die frische Pasta zum ersten Mal ansetzen und ein Rezept suchen, das nicht nur die Mengen nennt, sondern auch sagt, woran man unterwegs erkennt, dass es stimmt – und für alle, die schon Pasta machen und wissen wollen, warum ihre Gemüseteige jedes Mal anders ausfallen.

Was ihn besonders macht: Hier stehen nicht drei widersprüchliche Faustregeln aus dem Netz, sondern neun veröffentlichte Rezepte dieser Seite, auf eine Basis umgerechnet. Das Ergebnis: Eierteige liegen alle in einer Spanne von fünf Gramm, Gemüseteige streuen siebenmal so weit – und genau daraus folgt, welches Rezept man übertragen darf.

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Welche Form machen Sie aus diesem Teig am häufigsten? Schreiben Sie es gern unten in die Kommentare. Interessant ist auch, ob Sie mit M- oder L-Eiern arbeiten – daran hängt mehr, als die meisten Rezepte verraten.

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