Cicoria Ripassata alla Romana – Zikorie mit Knoblauch

Rezept

Klassisches römisches Contorno aus blanchierter Zikorie, in aromatischem Olivenöl mit Knoblauch und Stücken roter Chilischoten nochmals durchgebraten – pure Cucina Povera mit ehrlichem Geschmack.

3. Juni 2026
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Cicoria Ripassata alla Romana – Römische Zikorie mit Knoblauch und Peperoncino aus der Cucina Povera

Blanchierte Zikorie, nochmals in heißem Olivenöl mit Knoblauch und Chili durchgebraten – ein römisches Gemüsegericht aus fünf Zutaten, das wie kaum ein anderes die Seele der Cucina Povera in einem Teller zeigt.

Cicoria Ripassata als klassischer Contorno auf rustikalem römischem Tisch
Cicoria Ripassata alla Romana – Zikorie mit Knoblauch

Was dieses Gericht so besonders macht – die Philosophie der Cucina Povera

In jeder traditionellen Trattoria Roms steht auf der Speisekarte ein Gericht, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt: Cicoria Ripassata alla Romana. Zikorie, blanchiert und anschließend in heißem Olivenöl mit Knoblauch und Peperoncino nochmals durchgebraten – mehr nicht. Und doch verkörpert dieses schlichte Contorno die Seele der römischen Cucina Povera wie kaum ein anderes: ehrlich, intensiv, ohne Schnickschnack. Die leichte Bitterkeit der Zikorie harmoniert mit dem würzigen Öl, der Knoblauch gibt Tiefe, und die weich geschmorten Chilistücke geben ein rundes, leicht gezähmtes Feuer – durch das gemeinsame Braten verliert die Chili ihre stechende Schärfe und entwickelt eine fruchtig-warme Note.

Cucina Povera – wörtlich „arme Küche“ – ist eine der wichtigsten kulinarischen Traditionen Italiens. Entstanden in Zeiten, als Fleisch Luxus war und die meisten Menschen von dem lebten, was Garten, Feld und Jahreszeit hergaben, entwickelte sich eine Küche, die aus wenigen, einfachen Zutaten Außergewöhnliches schuf. Keine Verschwendung, keine unnötigen Zutaten – nur das Beste aus dem, was verfügbar war. In Rom und Latium prägte diese Philosophie die lokale Identität besonders stark, und gerade die Contorni – Gemüsebeilagen – sind dort kein Anhängsel, sondern ein gleichwertiger Teil der Mahlzeit.

Cicoria Ripassata gehört zu diesen Gerichten: Zikorie, die auf den Feldern rund um Rom wild wächst oder auf dem Markt für wenig Geld zu haben ist, wird mit einfachsten Mitteln zu einem intensiven, charaktervollen Gericht verwandelt. Die Zutaten kosten fast nichts, aber der Geschmack ist reich, komplex und unverwechselbar. Die Philosophie dahinter ist klar: Respektiere das Gemüse. Lass es sein, was es ist – bitter, erdig, kraftvoll. Mildere die Extreme durch Blanchieren, aber lösche die Persönlichkeit nicht aus. Füge nur hinzu, was wirklich nötig ist: gutes Olivenöl, Knoblauch und ein paar Stücke frischer roter Chili, die im Öl weich werden und ihre Schärfe in eine fruchtige, runde Wärme verwandeln.


Was „Ripassata“ wirklich bedeutet – die Technik des doppelten Garens

Der Name ist programmatisch. Ripassare bedeutet auf Italienisch wörtlich „nochmals durchgehen“ oder „erneut passieren“. In der Küche bezeichnet es eine Technik, bei der ein bereits vorgekochtes oder blanchiertes Gemüse ein zweites Mal in der Pfanne zubereitet wird – diesmal in aromatisiertem Öl, das die Zutat mit intensiven Geschmacksnoten veredelt. Das Wort beschreibt also keinen Zubereitungszustand, sondern einen Vorgang: das nochmalige Durchziehen.

Das erste Garen – in diesem Rezept das Blanchieren in stark gesalzenem Wasser – hat drei Funktionen. Es macht die Zikorie weich und essbar; es entfernt einen Teil der extremen Bitterkeit, die in roher Zikorie dominant sein kann; und es kondensiert das Volumen, sodass aus einem Kilo roher Zikorie nach dem Blanchieren etwa ein Viertel übrig bleibt. Wichtig: Das Blanchieren ist keine Kapitulation vor der Bitterkeit, sondern eine Modulation. Die scharfen Kanten werden genommen, die Seele bleibt.

Das zweite Garen – das Ripassieren in Olivenöl mit Knoblauch und Peperoncino – gibt der Zikorie ihre finale Identität. Die Blätter saugen das aromatisierte Öl auf, nehmen die Würze des Knoblauchs und die Schärfe des Chili an. Beim kurzen Anbraten bei mittlerer Hitze entstehen an manchen Stellen leichte Röstaromen – nussig, leicht karamellisiert, mit erkennbarer Tiefe. Die Zikorie ist dann nicht mehr nur grün und bitter, sondern vielschichtig: erdig, würzig, leicht scharf, mit feinen süßlichen Untertönen von den Röstungen. Diese zweistufige Technik findet sich in der römischen Küche auch bei anderen Gemüsesorten – Spinat, Mangold, Broccoli Rabe (Cime di Rapa) werden alle ripassiert. Das Prinzip bleibt gleich: Bereite das Gemüse zweimal zu, und es wird mehr als die Summe seiner Teile.


Welche Zikorie verwenden – Catalogna, Puntarelle, wilde Zikorie und Löwenzahn

Nicht jede Zikorie ist gleich, und das ist beim Kochen entscheidend. In Rom werden traditionell drei Hauptsorten verwendet, plus eine im deutschsprachigen Raum besonders relevante Alternative.

Catalogna-Zikorie (Cicoria Catalogna) ist die häufigste Sorte für dieses Gericht. Sie hat lange, schmale, gezackte Blätter und feste, aber nicht holzige Stiele. Ihre Bitterkeit ist moderat – intensiv genug, um Charakter zu haben, aber nicht so extrem, dass sie schwer zu essen wäre. In Italien ist sie ganzjährig auf jedem Markt erhältlich, mit Hauptsaison im Frühling und Herbst. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist sie seltener, aber spezialisierte Gemüsehändler und italienische Märkte führen sie. Im eigenen Garten lässt sie sich problemlos anbauen.

Puntarelle sind die zarten Innentriebe der Catalogna – sie wachsen im Herzen der Pflanze und sind knackig, saftig und nur leicht bitter. Klassisch werden sie in Rom roh als Salat mit Sardellen-Anchois-Dressing gegessen, aber sie funktionieren auch hervorragend ripassiert. Wer Puntarelle nimmt, verkürzt die Blanchierzeit auf zwei bis drei Minuten – sie sind zarter als die äußeren Blätter.

Wilde Zikorie (Cicoria selvatica, Cicoria di campo) wächst auf Feldern, Wiesen und Wegrändern, besonders im Frühjahr. Sie ist deutlich intensiver bitter, hat kleinere, unregelmäßige Blätter und einen erdigen, fast harzigen Geschmack. In ländlichen Regionen Italiens ist das Sammeln immer noch ein Ritual, das Generationen verbindet – die authentischste Wahl, aber nur dann, wenn die Sammelfläche garantiert pestizidfrei ist.

Löwenzahn – ja, der gewöhnliche Löwenzahn aus dem eigenen Garten – ist die beste verfügbare Alternative im deutschsprachigen Raum. Junge Blätter, vor der Blüte gesammelt, schmecken erstaunlich ähnlich wie Catalogna: leicht bitter, erdig, mit einer frischen Note. In Frankreich wird er als „Pissenlit“ in Salaten verwendet, in der römischen Küche wird er genau wie Cicoria behandelt. Sammeln von ungespritzten Wiesen oder Kauf auf dem Wochenmarkt – in manchen Regionen wird er als „Bitterkraut“ verkauft.

Radicchio und Endivien sind weniger traditionell, funktionieren aber als Notlösung im Supermarkt-Alltag. Radicchio ist intensiv bitter und wird schnell weich (Blanchierzeit zwei bis drei Minuten); Endivien sind milder und brauchen entsprechend weniger Zeit.

Frische Zikorieblätter und Knoblauchzehen vor der Zubereitung

Bitterkeit gezielt einsetzen – warum Römer Bitterkeit lieben

In der mitteleuropäischen Küchenkultur dominieren oft süße und herzhafte Aromen. Bitterkeit gilt vielen als unangenehm, als etwas, das man vermeiden sollte. In der mediterranen – und besonders der römischen – Küche ist Bitterkeit dagegen ein geschätzter, fast verehrter Geschmack. Zikorie, Radicchio, Rucola, Artischocken, Puntarelle, Friarielli, Cime di Rapa – all diese Gemüse sind bewusst bitter, und genau darin liegt ihr Reiz.

Warum lieben Römer die Bitterkeit? Drei Gründe. Erstens: Bitterkeit reinigt. Nach einer reichhaltigen Mahlzeit – Carbonara, Amatriciana, gegrilltes Fleisch – bringt ein Teller bittere Cicoria den Gaumen zurück und macht ihn bereit für den nächsten Bissen. Bittere Verbindungen wirken wie ein Palate Cleanser, aber nicht durch Süße oder Säure, sondern durch ihre eigene reinigende, fast medizinische Qualität. Zweitens: Bitterkeit gibt Tiefe. Ein Gericht nur aus süßen und salzigen Noten ist eindimensional; sobald Bitterkeit dazukommt, entsteht Komplexität, die Aromen spielen gegeneinander und schaffen Spannung. Drittens: Bitterkeit ist ehrlich. Sie täuscht nichts vor, versteckt sich nicht hinter Sahne oder Zucker. Bittere Gemüse schmecken nach Erde, nach Feld, nach Natur – ein Zeichen von Authentizität.

Wer die Bitterkeit beim ersten Versuch zu intensiv findet, kann sie sanft regulieren, ohne das Gericht zu zerstören. Die Blanchierzeit verlängern (sechs bis sieben Minuten statt vier bis fünf) extrahiert mehr Bitterstoffe ins Kochwasser; das Wasser einmal wechseln (zwei Minuten blanchieren, abgießen, frisches kochendes Salzwasser nachfüllen, weitere drei Minuten) reduziert die Bitterkeit deutlich. Eine Handvoll Rosinen (vorher in warmem Wasser eingeweicht) beim Ripassieren ergibt eine süß-saure Variante namens „Cicoria in agrodolce“ – ein klassischer römischer Kompromiss. Ein Spritzer Zitronensaft vor dem Servieren bringt Frische und mildert die Bitterkeit zusätzlich.

Wer das Gegenteil sucht und es noch bitterer mag, verkürzt die Blanchierzeit auf drei Minuten und verzichtet auf das Abschrecken in kaltem Wasser – so bleibt mehr Bitterkeit erhalten. Sehr junge, zarte Blätter lassen sich auch direkt, ganz ohne Blanchieren, in der Pfanne anbraten – das Ergebnis ist intensiv und nur für echte Bitterkeitsliebhaber.


Häufige Fehler und klassische Serviervorschläge

Fünf Stolpersteine treten beim Nachkochen am häufigsten auf, und alle lassen sich leicht vermeiden. Zu wenig Salz im Blanchierwasser: Es sollte fast wie Meerwasser schmecken – ein Teelöffel Salz pro Liter ist Minimum. Zu wenig Salz und die Zikorie schmeckt selbst nach dem Ripassieren fad. Zu starkes Ausdrücken nach dem Blanchieren: Die Zikorie soll noch leicht feucht sein; trocken ausgewrungen nimmt sie in der Pfanne nicht genug Öl auf. Verbrannter Knoblauch wird bitter und unangenehm – die Pfanne nur auf mittlere Hitze stellen, der Knoblauch soll nur leicht golden werden. Zu kurz ripassiert: Fünf bis sieben Minuten sind nötig, damit die Zikorie das Öl wirklich aufnimmt. Und minderwertiges Olivenöl ruiniert das Gericht – hier kommt es auf gute Qualität an, idealerweise extra vergine aus Latium, Toskana oder Apulien.

Cicoria Ripassata ist klassisch ein Contorno, in der römischen Küche aber häufig wichtiger als das Hauptgericht. Klassisch römisch passt sie zu gegrilltem Fleisch (Bistecca alla Fiorentina, Salsicce, Costolette di Agnello), zu gebratenem Fisch (Branzino, Orata, Sardellen), zu geschmorten Bohnen (Fagioli all’uccelletto) oder zu Kichererbsen – die Bitterkeit schneidet durch das Fett oder ergänzt die Hülsenfrüchte ideal. Einfach mit knusprigem Pane Casareccio oder Ciabatta wird das Gemüse zum sättigenden Mahl.

Modern interpretiert funktioniert sie als Pasta-Topping auf Orecchiette, Rigatoni oder Linguine, gerne mit Parmesan oder Pecorino. Auf Bruschetta mit Ricotta oder Ziegenkäse macht sie eine elegante Vorspeise. In Focaccia oder Pizza bianca als Füllung kontrastiert die Bitterkeit den weichen, salzigen Teig. In einer mediterranen Bowl mit Quinoa, Kichererbsen, Tomaten und Feta wird sie zur vollwertigen Hauptmahlzeit.

Cicoria Ripassata alla Romana - Zikorie mit Knoblauch
Cicoria Ripassata alla Romana – Zikorie mit Knoblauch

Aufbewahrung

Cicoria Ripassata hält sich im Kühlschrank in einer luftdicht verschlossenen Dose zwei bis drei Tage. Vor dem Servieren entweder kurz in der Pfanne erwärmen – zwei bis drei Esslöffel Olivenöl helfen dabei, die Zikorie wieder geschmeidig zu machen – oder bei Raumtemperatur servieren, denn das Gericht schmeckt auch lauwarm oder kalt überraschend gut. Klassisch römisch wird sie übrigens oft bereits am Vortag zubereitet: Die Aromen ziehen über Nacht durch und das Gericht wird am zweiten Tag noch tiefer im Geschmack. Was nicht funktioniert: Einfrieren – die Zikorie verliert dabei Struktur und Konsistenz.


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Römische Zikorie mit Knoblauch und Chili auf dunklem Keramikteller als Contorno serviert

Cicoria Ripassata alla Romana – Römische Zikorie mit Knoblauch und Chili

Klassisches römisches Contorno aus blanchierter Zikorie, in heißem Olivenöl mit Knoblauch und Peperoncino nochmals durchgebraten. Die natürliche Bitterkeit der Zikorie wird durch das Blanchieren moduliert und harmoniert mit dem würzigen Öl – pure Cucina Povera.
Servings 4 Portionen
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Gesamtzeit 30 Minuten

Kochutensilien

  • großer Topf (zum Blanchieren)
  • Sieb oder Durchschlag
  • große Pfanne oder Sauteuse (mind. 28 cm (11 in) / 11 in Durchmesser)
  • scharfes Messer
  • Holzlöffel oder Pfannenwender

Zutaten
  

Für die Cicoria Ripassata

  • 800 g Zikorie (Catalogna-Zikorie, Puntarelle, wilde Zikorie oder junge Löwenzahnblätter)
  • 3 Knoblauchzehen (leicht angedrückt; mit oder ohne Schale)
  • 2 Rote Chilischoten (frisch, mild bis mittelscharf, in kurze Stücke à 1–2 cm geschnitten – werden beim Ripassieren weich geschmort, dadurch wird die Schärfe milder und runder)
  • 4 EL Olivenöl (extra vergine, hochwertig)
  • 1 TL Meersalz (für das Kochwasser, plus nach Bedarf zum Abschmecken)

Anleitungen
 

ZIKORIE VORBEREITEN UND BLANCHIEREN

  • Die Zikorie gründlich unter kaltem Wasser waschen. Sand und Erde sitzen oft zwischen den Blättern – am besten in einer großen Schüssel mit Wasser waschen und das Wasser mehrmals wechseln, bis es klar bleibt.
  • Die groben, holzigen Stielenden abschneiden (etwa 2–3 cm (1¼ in)). Wenn die mittleren Stiele sehr dick sind, längs halbieren oder in 3–4 cm (1½ in) lange Stücke schneiden, damit sie gleichmäßig garen.
  • Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und großzügig salzen – etwa 1 TL Salz pro Liter Wasser, das Kochwasser soll fast wie Meerwasser schmecken. Die Zikorie ins kochende Wasser geben und 4–5 Minuten blanchieren, bis die Blätter weich sind und das Volumen deutlich zusammenfällt. Das Blanchieren mildert die Bitterkeit, ohne sie komplett zu entfernen.
  • Die Zikorie in einem Sieb abgießen und kurz unter kaltem Wasser abschrecken, um den Garprozess zu stoppen. Leicht ausdrücken, um überschüssiges Wasser zu entfernen – nicht zu stark, denn die Blätter sollten noch feucht sein, um in der Pfanne das Öl gut aufzunehmen.

RIPASSIEREN – NOCHMALS DURCHBRATEN

  • Das Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen. Die leicht angedrückten Knoblauchzehen und die in kurze Stücke geschnittenen Chilischoten zugeben und 2–3 Minuten sanft anbraten, bis der Knoblauch duftet und leicht goldfarben wird – nicht dunkel werden lassen, sonst wird er bitter. Die Chilistücke werden in dieser Zeit weicher und geben ihre Schärfe ans Öl ab; die Hitze niedrig bis mittel halten, das Öl darf nicht rauchen. Ein paar besonders schöne Chilistücke beiseitelegen – sie kommen später als Akzent auf den Teller.
  • Die blanchierte Zikorie zugeben und gut umrühren, sodass sich das aromatisierte Öl gleichmäßig verteilt. Die Zikorie soll das Öl aufsaugen und sich mit Knoblauch und den weich geschmorten Chilistücken verbinden.
  • Bei mittlerer Hitze 5–7 Minuten braten, dabei gelegentlich wenden. Die Zikorie soll leicht bräunen und an einigen Stellen karamellisieren – das gibt zusätzliche Tiefe und nussige Röstaromen. Zwischendurch probieren und bei Bedarf nachsalzen. Falls die Pfanne zu trocken wird, 1–2 EL Olivenöl oder einen Schöpflöffel vom zurückbehaltenen Kochwasser zugeben.

SERVIEREN

  • Die Cicoria Ripassata warm oder lauwarm auf Tellern anrichten – traditionell locker verteilt oder zu einer eleganten Spirale gedreht. Die zurückgelegten, weich geschmorten Chilistücke als leuchtend rote Akzente auf dem Teller verteilen und einen Schuss gutes Olivenöl extra vergine darüber träufeln, das macht den Geschmack noch intensiver. Klassisch römisch als Contorno zu gegrilltem Fleisch, gebratenem Fisch, geschmorten Bohnen oder einfach mit knusprigem Pane Casareccio zum Eintunken servieren.
    Cicoria Ripassata alla Romana auf dunklem Keramikteller, römisch in Spirale angerichtet mit Knoblauch und weich geschmorten Stücken roter Chilischoten

Notizen

Tipps:
  • Das Blanchierwasser muss stark gesalzen sein – fast wie Meerwasser. Zu wenig Salz und das Endergebnis schmeckt fad, auch nach dem Ripassieren.
  • Die Zikorie nach dem Blanchieren nur leicht ausdrücken, nicht trocken auswringen – sie soll noch feucht genug sein, um in der Pfanne Öl aufzunehmen.
  • Den Knoblauch nicht verbrennen – verbrannter Knoblauch wird bitter und ruiniert das Gericht. Mittlere Hitze, golden, nicht braun.
  • Das Olivenöl ist das Fundament dieses Gerichts – nur gutes extra vergine verwenden, idealerweise italienisches aus Latium, Toskana oder Apulien.
  • Das zweite Garen muss ausreichend lang sein (5–7 Minuten), damit die Zikorie Aromen und Maillard-Röstnoten aufnimmt.
Welche Zikorie verwenden:
  • Catalogna-Zikorie: die klassische, moderat bittere Sorte aus Rom.
  • Puntarelle: die zarten Innentriebe, milder und knackiger – Blanchierzeit auf 2–3 Minuten verkürzen.
  • Wilde Zikorie (Cicoria selvatica): intensiv bitter, sehr authentisch.
  • Junge Löwenzahnblätter: die beste Alternative im deutschsprachigen Raum, ähnlich bitter wie Catalogna.
  • Radicchio oder Endivien: als Supermarkt-Notlösung möglich, Blanchierzeit auf 2–3 Minuten verkürzen.
Bitterkeit anpassen:
  • Für weniger Bitterkeit: Blanchierzeit auf 6–7 Minuten verlängern oder das Wasser einmal wechseln.
  • Für mehr Bitterkeit: Blanchierzeit auf 3 Minuten verkürzen, nicht abschrecken.
  • Süß-saure römische Variante (Cicoria in agrodolce): eine Handvoll in warmem Wasser eingeweichte Rosinen beim Ripassieren zugeben.
Variationen:
  • Mit Sardellen: 2–3 Sardellenfilets in Öl beim Anbraten des Knoblauchs zugeben – sie lösen sich auf und geben Umami.
  • Mit Zitrone: vor dem Servieren etwas Zitronenschale abreiben oder ein Spritzer Zitronensaft – bringt Frische.
  • Mit Pinienkernen: 2 EL Pinienkerne in der Pfanne mitrösten – Textur und nussiges Aroma.
  • Mit Tomaten: 100 g Kirschtomaten halbiert beim Ripassieren zugeben – für eine fruchtigere Variante.
Aufbewahrung:
  • Im Kühlschrank in einer luftdicht verschlossenen Dose 2–3 Tage haltbar.
  • Vor dem Servieren in der Pfanne kurz erwärmen oder bei Raumtemperatur genießen – das Gericht schmeckt auch kalt hervorragend.
  • Nicht einfrieren – die Zikorie verliert dabei Struktur und Konsistenz.
Hinweis zu Allergenen: Keine der 14 EU-Hauptallergene enthalten. Vegan, glutenfrei, laktosefrei.

Nährwerte

Serving: 1gCalories: 110kcalCarbohydrates: 8gProtein: 3gFat: 8gSodium: 320mgFiber: 4gSugar: 2g
Calories: 110kcal
Gericht: Beilage, Gemüse, Vorspeise
Küche: Europäisch, Italienisch, Mediterran
Ernährungsform: Glutenfrei, Laktosefrei, Vegan, Vegetarisch
Schlagwort: aromatisch, einfach, Ganzjahresrezepte, Gästeessen, gesund, klassisch, leicht, Pfannengericht, pflanzlich, schnell, selbstgemacht, vegan, Vom Herd, Warm serviert, würzig

📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Cicoria Ripassata alla Romana ist die perfekte Wahl für alle, die authentische italienische Küche jenseits der bekannten Pasta- und Pizza-Klassiker entdecken möchten – für Liebhaber der Cucina Povera, für Veganer und Vegetarier, die eine nährstoffreiche, unkomplizierte Beilage mit nur 110 kcal pro Portion suchen, und für Menschen, die bittere mediterrane Gemüse schätzen oder kennenlernen wollen. Mit nur fünf Zutaten und 30 Minuten Zubereitungszeit ist es auch für die Alltagsküche geeignet. Festlich serviert macht es als Contorno zu gegrilltem Fleisch oder Fisch eine schöne Figur und ist ein Gesprächsthema am Tisch. Durch die vegane, glutenfreie und laktosefreie Zusammensetzung passt es zu nahezu jeder Ernährungsweise.

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