Blutorangen-Marmelade Rezept – fruchtig & einfach

Marmelade

Samtig-fruchtige Blutorangen-Marmelade aus reinem Fruchtfleisch, ohne Schalenstreifen und mit der typischen koralle leuchtenden Farbe sizilianischer Winterorangen.

5. Juli 2026
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Blutorangen-Marmelade Rezept – fruchtig und einfach

Es gibt diese kurzen Wochen im Winter, in denen die Blutorange ihre schönste Seite zeigt – und genau diese Wochen lassen sich in ein Glas füllen. Aus vollreifem Fruchtfleisch, einem Schuss Zitronensaft und Gelierzucker wird eine samtige, korallenrot leuchtende Marmelade ohne Schalenstreifen, die mit ihrem klaren, fruchtigen Aroma jeder klassischen Orangenmarmelade Konkurrenz macht und doch ganz unkompliziert auf dem Herd entsteht.


Was diese Blutorangen-Marmelade so besonders macht

Es gibt einen kurzen, präzisen Moment im Jahr, in dem Blutorangen ihre volle Pracht entfalten: in den Wochen rund um die kältesten Nächte des Winters, wenn die frostigen Nächte Siziliens ihre höchste Intensität erreichen und die Frucht sich tiefrot verfärbt. Genau diese Saison ist die Zeit für eine selbstgemachte Blutorangen-Marmelade. Ein gut gemachter Aufstrich aus echten Tarocco-, Sanguinello- oder Moro-Orangen ist mehr als nur Belag fürs Brot – er ist ein konservierter Moment einer Saison, ein Glas Sonne, das auch im Sommer und Herbst noch das Frühstück eines kühlen Sonntagsmorgens prägen kann.

Diese Variante geht bewusst einen anderen Weg als die klassische britische Bitterorangen-Marmelade: keine Schalenstreifen. Stattdessen wird ausschließlich das filetierte Fruchtfleisch verwendet, das beim Kochen zu einer stückigen, samtigen Masse zerfällt – genau die feine, lockere Konsistenz mit kleinen Fruchtstückchen, die man auf den Bildern sieht. Ohne die feinen Bitterstoffe der Schale wirkt das Aroma reiner, fruchtiger und leichter zugänglich – auch für alle, die mit der herben Note der traditionellen Bitterorangen-Marmelade wenig anfangen können. Wer trotzdem einen feinen aromatischen Schalenakzent möchte, reibt etwas Schalenabrieb ganz fein über eine Zesten-Reibe dazu – aber eben keine Streifen.

Das Rezept arbeitet mit Gelierzucker 2:1, einer Mischung aus Zucker und natürlichem Geliermittel in einem Verhältnis, das nur die halbe Zuckermenge im Vergleich zur Frucht braucht. Das ergibt eine deutlich fruchtigere, weniger zuckersüße Marmelade als die klassische Variante mit gleich viel Zucker wie Frucht. Genau das macht dieses Glas zu einem der einfachsten und lohnendsten Küchenprojekte der kalten Jahreszeit: wenig Aufwand, kurze Kochzeit, ein Ergebnis, das nach echtem sizilianischem Winter schmeckt. Die genauen Mengen, Zeiten und die Gläser-Ausbeute finden Sie übersichtlich in der Rezeptkarte weiter unten.

Blutorangen-Marmelade in einer Glasschale mit Löffel, von oben fotografiert, daneben ganze und aufgeschnittene Blutorangen mit rotem Fruchtfleisch
Die fertige Marmelade leuchtet koralle-orange – die rohe Frucht ist tiefrot, beim Kochen hellt die Farbe auf.

Warum Blutorangen rot sind und gewöhnliche Orangen nicht

Die tiefrote Farbe der Blutorange, die ihr den Namen gegeben hat, stammt von genau denselben roten Pflanzenfarbstoffen, die auch Heidelbeeren blau und Rotkohl violett färben. In normalen Orangen kommen sie praktisch nicht vor – dort sind es die typischen gelb-orangen Farbstoffe wie in Karotten oder Mango, die für die warme Farbe sorgen.

Was die Blutorange so faszinierend macht, ist eine kleine Kuriosität der Natur: Die Anlage für diese roten Farbstoffe steckt eigentlich in allen Orangen, aber sie wird nur dann aktiv, wenn die Frucht während der Reifung kalten Nächten mit Temperaturen unter 4 °C (39 °F) ausgesetzt ist. Genau diese Bedingungen herrschen am Fuß des Ätna auf Sizilien, in Teilen Süditaliens und in Spaniens Murcia-Region – den klassischen Anbaugebieten der Blutorange. In tropischen Anbauregionen wie Florida oder Brasilien wachsen Blutorangen-Bäume zwar problemlos, aber die Früchte bleiben gelb-orange – ohne die kühlen Nächte schaltet die Pflanze die roten Pigmente einfach nicht ein.

Diese Besonderheit hat zwei Folgen für die Marmelade. Erstens: Die rote Farbe ist hitzeempfindlich. Beim Kochen verschiebt sie sich von tiefrot zu einem helleren Orange-Korallrot – das ist der charakteristische Farbton der fertigen Marmelade (deutlich heller als das Fruchtfleisch der rohen Frucht). Zweitens: Säure hilft, die rote Farbe zu erhalten. Im sauren Milieu (durch den Zitronensaft) bleiben die roten Farbstoffe stabiler und behalten mehr ihrer Rotnote – ohne den Zitronensaft würden sie schneller ins Bräunliche kippen. Der Zitronensaft im Rezept ist also nicht nur Geschmackskomponente, sondern auch ein kleiner Helfer für die schöne Farbe.


Tarocco, Sanguinello, Moro – die drei klassischen Sorten

Im deutschsprachigen Raum trifft man im Supermarkt von Januar bis März meist auf Blutorangen aus Sizilien, ohne dass die Sorte angegeben ist. Wer weiß, worauf zu achten ist, kann die drei Hauptsorten optisch unterscheiden – und das lohnt sich, weil sie geschmacklich erkennbar verschieden sind.

Tarocco ist die am häufigsten exportierte Sorte und gilt als die süßeste der drei. Sie ist meist orange-rot bis leicht rosa, mit erkennbar dünnerer Schale, hohem Saftgehalt und mildem, abgerundetem Geschmack. Tarocco-Orangen haben am wenigsten rote Farbpigmente der drei Hauptsorten – die Marmelade wird mit ihnen eher koralle als blutrot. Geschmacklich sind sie eine sichere Wahl: fruchtig-süß ohne Kanten.

Sanguinello (in Spanien Sanguinelli) ist intensiver, etwas säuerlicher und kräftiger im Aroma. Die Färbung liegt zwischen Tarocco und Moro. Sanguinello ist meine persönliche Allround-Empfehlung für diese Marmelade: aromatisch genug, um Tiefe zu geben, aber nicht so dunkel wie Moro.

Moro ist die „echte Blutorange“ mit den meisten roten Farbpigmenten – das Fruchtfleisch ist bis fast schwarz-rot, der Geschmack intensiv, leicht beerig, fast nach Himbeere und Erdbeere zugleich. Eine reine Moro-Marmelade ist beeindruckend dunkelrot, aber im Geschmack kräftiger und kann für manche zu intensiv sein. Tipp: Eine Mischung aus zwei Drittel Tarocco oder Sanguinello und einem Drittel Moro ergibt den besten Kompromiss aus Aroma und Farbe.

Für die Qualität gilt: Schwere Früchte mit dünner, glatter Schale haben den höchsten Saftgehalt. Vermeiden Sie Früchte mit harten, knubbeligen Stellen oder mit sehr dicker, schwammiger Schale – das deutet auf trockenes Fruchtfleisch hin. Bio-Qualität ist besonders wichtig, wenn Schalenabrieb verwendet wird.


Gelierzucker 2:1 und das richtige Zusammenspiel von Pektin, Säure und Zucker

Eine gute Marmelade ist ein präzises Zusammenspiel aus drei Komponenten: Pektin, Säure und Zucker. Damit die Frucht-Zucker-Mischung beim Abkühlen schön fest wird, ohne zu kandieren oder zu klumpen, müssen diese drei im richtigen Verhältnis vorliegen.

Pektin ist eine natürliche Substanz aus der Zellwand der Frucht – sie sorgt dafür, dass die Marmelade in Verbindung mit Zucker und Säure schön geliert. In Blutorangen steckt das meiste davon in der weißen Innenschicht der Schale und in den Trennwänden zwischen den Fruchtsegmenten, nicht im Saft. Wer die Frucht filetiert, also nur das reine Fruchtfleisch ohne die weiße Haut verwendet, verliert dabei einen Teil dieses natürlichen Geliermittels. Genau deshalb arbeiten viele Marmeladenrezepte mit Gelierzucker, dem ein wenig Apfelpektin beigemischt ist und der die Konsistenz zuverlässig macht.

Gelierzucker 2:1 heißt schlicht: zwei Teile Frucht auf einen Teil Zucker. Im Vergleich zur klassischen Variante mit gleich viel Zucker wie Frucht ergibt das eine deutlich fruchtigere Marmelade mit weniger Süße – die Süße tritt zurück, der Eigengeschmack der Blutorange tritt nach vorn. Der einzige kleine Nachteil ist die etwas kürzere Haltbarkeit, weil weniger Zucker konserviert. Für ein Glas, das ohnehin in ein paar Wochen aufgegessen ist, spielt das aber keine Rolle.

Die Säure kommt vom Zitronensaft, und sie ist gleich dreifach wichtig: Sie macht die Marmelade überhaupt erst richtig gelierfähig, sie hält die schöne rote Farbe stabil, wie im Abschnitt zur Farbe beschrieben, und sie balanciert die natürliche Süße der Blutorange. Ohne diesen Schuss Zitrone würde die Marmelade nicht richtig fest, schmeckte flach und kippte farblich schneller ins Bräunliche.

Die Kochzeit ist bei dieser Zuckervariante entscheidend und sollte sich nach der Angabe auf der Gelierzucker-Packung richten. Wird zu kurz gekocht, kommt die Gelierung nicht in Gang und die Marmelade bleibt flüssig; wird zu lang gekocht, wird sie wässrig und beginnt zu kandieren. Der Tellertest ist dabei die zuverlässigste Methode, das richtige Ende zu erkennen: Ein Tropfen Marmelade auf einem eiskalten Teller verrät nach wenigen Sekunden, ob sie schon fest genug wird – genau so steht es auch in der Rezeptkarte.

Blutorangen-Marmelade
Blutorangen-Marmelade

Sterile Gläser und das Vakuum-Verfahren – warum es um Haltbarkeit geht

Die Sterilisation der Gläser und das anschließende Umdrehen für den Unterdruck sind keine altmodischen Rituale, sondern haben einen sehr praktischen Zweck. Auf der Glasinnenseite können sich vor dem Befüllen winzige Keime, Schimmelsporen und Bakterien befinden – durch das Sterilisieren werden sie zuverlässig abgetötet, sodass die Marmelade länger haltbar bleibt.

Sterilisieren geschieht durch Hitze. Drei Methoden sind im Hausgebrauch üblich: Auskochen der Gläser zehn Minuten in sprudelnd kochendem Wasser; Sterilisation im Backofen bei 100 °C (212 °F) für zehn Minuten (mit den Deckeln separat in kochendem Wasser); oder Dampfsterilisation im Geschirrspüler bei 70 °C (158 °F) oder im Topf mit Einsatz. Alle drei Methoden machen die Glasinnenfläche zuverlässig keimfrei. Die sterilisierten Gläser sollen erst kurz vor dem Befüllen aus der Sterilisationsumgebung kommen – nicht vorher offen abkühlen lassen, sonst landen wieder neue Keime drin.

Das Umdrehen der frisch gefüllten Gläser erzeugt einen praktischen kleinen Trick: Beim Abkühlen zieht sich die heiße Luft im Glas zusammen und der Deckel wird wie von innen angesaugt. Ein deutliches „Plopp“ beim ersten Öffnen bestätigt später, dass das Glas richtig vakuum-versiegelt war. Solche Gläser sind monatelang haltbar, weil die Marmelade unter Vakuum praktisch keimfrei bleibt.

In der Praxis lässt man die frisch befüllten Gläser ein paar Minuten kopfüber stehen, damit der heiße Inhalt auch den Deckel von innen sterilisiert, und stellt sie dann zum vollständigen Abkühlen wieder aufrecht. Ein einmal geöffnetes Glas gehört in den Kühlschrank und sollte innerhalb einiger Wochen aufgebraucht werden – die genauen Zeiten dazu stehen in der Rezeptkarte.


Variationen und Aufbewahrung

Das Grundrezept verträgt elegante Erweiterungen, ohne den klassischen Charakter zu verlieren. Eine Likör-Variante für Erwachsene mit einem Schuss Orangenlikör oder einem bitteren Aperitif ganz am Ende der Kochzeit eingerührt (der Alkohol verdunstet zum großen Teil, der Geschmack bleibt) ergibt eine festliche Frühstücksmarmelade. Eine Gewürz-Variante mit einer Vanilleschote, einer Zimtstange oder zwei Sternanis-Sternen, die während des Kochens mit aufgekocht und vor dem Abfüllen entfernt werden, gibt eine warme, weihnachtliche Note. Mit Ingwer: ein Teelöffel frisch geriebener Ingwer ins Püree – belebt das Aroma deutlich und passt besonders zu Sanguinello.

Für eine fruchtige Komplexität kann ein Teil der Blutorange durch andere Zitrusfrüchte ersetzt werden: 80 Prozent Blutorange plus 20 Prozent Pink Grapefruit ergibt eine raffinierte, leicht bittere Variante mit zusätzlicher Säure. Mit reifem Granatapfelsaft als 10-Prozent-Ersatz bleibt die Blutorange dominant, gewinnt aber an Tiefe.

Die fertigen Gläser halten sich ungeöffnet bei Zimmertemperatur (kühl und dunkel gelagert) mehrere Monate. Nach dem Öffnen gehören sie unbedingt in den Kühlschrank und sollten innerhalb einiger Wochen aufgebraucht werden. Bei Schimmelbildung das ganze Glas verwerfen – Schimmelsporen breiten sich in der Marmelade unsichtbar aus. Ansonsten passt der Aufstrich klassisch zu Toast, frischen Brötchen, Croissants, Joghurt, in einen Crêpe oder als Glasur für Käsekuchen und Tartes. Eine besondere Empfehlung: Blutorangen-Marmelade über einen warmen Brie oder Camembert geträufelt – ein einfacher, beeindruckender Begleiter zur Käseplatte.


Häufige Fragen zu Blutorangen-Marmelade

Welche Blutorangen eignen sich am besten für Marmelade?

Grundsätzlich eignen sich alle drei klassischen Sorten – Tarocco, Sanguinello und Moro. Tarocco ist mild und süß und damit die sicherste Allround-Wahl, Sanguinello etwas aromatischer und leicht säuerlich, und Moro bringt die intensivste Farbe und einen beerigen Beigeschmack mit. Wenn Sie sich nicht entscheiden können, mischen Sie Sorten: Ein größerer Anteil Tarocco oder Sanguinello mit etwas Moro ergibt einen schönen Kompromiss aus Farbe und Aroma. Achten Sie generell auf schwere Früchte mit dünner, glatter Schale, denn die haben den höchsten Saftgehalt.

Warum wird die Marmelade nicht so tiefrot wie die rohe Frucht?

Das ist völlig normal und kein Fehler. Der rote Farbstoff der Blutorange ist hitzeempfindlich und verschiebt sich beim Kochen von Tiefrot zu einem helleren Orange-Korallrot – genau die Farbe, die Sie auf den Bildern sehen. Der Zitronensaft im Rezept hilft, möglichst viel von der Rotnote zu erhalten, weil die Farbe im sauren Milieu stabiler bleibt. Wer es besonders rot mag, verwendet einen höheren Anteil Moro-Orangen.

Kann ich die Marmelade ohne Gelierzucker machen?

Möglich ist das, aber für Einsteiger empfehle ich Gelierzucker, weil er das Gelieren zuverlässig macht. Filetiert man die Früchte, fällt ein Teil des natürlichen Geliermittels weg, das vor allem in der weißen Schalenschicht und den Trennwänden steckt. Gelierzucker 2:1 gleicht das aus und sorgt trotzdem für eine fruchtige, nicht zu süße Marmelade. Ohne ihn müssten Sie reines Pektin und mehr Säure zugeben und die Kochzeit genauer im Blick behalten.

Wie erkenne ich, ob die Marmelade fest genug ist?

Verlassen Sie sich nicht allein auf die Uhr, sondern machen Sie den Tellertest: Geben Sie einen kleinen Klecks Marmelade auf einen eiskalten Teller und warten Sie kurz. Streichen Sie dann mit dem Finger hindurch – zieht sich die Probe leicht kraus zusammen und fließt nicht sofort wieder ineinander, ist die Marmelade fertig. Wirkt sie noch flüssig, lassen Sie sie ein bis zwei Minuten weiterkochen und testen erneut.

Wie lange ist hausgemachte Blutorangen-Marmelade haltbar?

Sauber gearbeitet und in sterilisierte, vakuumversiegelte Gläser gefüllt, hält sich die Marmelade ungeöffnet und kühl gelagert mehrere Monate. Entscheidend sind keimfreie Gläser und ein dicht schließender Deckel – das hörbare „Plopp“ beim ersten Öffnen bestätigt, dass das Vakuum intakt war. Nach dem Öffnen bewahren Sie das Glas im Kühlschrank auf und verbrauchen es innerhalb einiger Wochen. Zeigt sich Schimmel, entsorgen Sie das gesamte Glas.

Hausgemachte Blutorangen-Marmelade in einer Glasschale mit Teelöffel, auf grüner Leinenserviette mit halbierten Blutorangen daneben
Blutorangen-Marmelade Rezept – fruchtig und einfach

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Hausgemachte Blutorangen-Marmelade in einer Glasschale auf grüner Leinenserviette mit halbierten Blutorangen

Blutorangen-Marmelade aus reiner Fruchtmasse mit Gelierzucker

Hausgemachte Blutorangen-Marmelade aus filetiertem Fruchtfleisch (Tarocco, Sanguinello oder Moro) mit Gelierzucker 2:1 und einem Schuss Zitronensaft – ohne Schalenstreifen, fein-stückig und koralle-orange leuchtend. Fruchtig-intensiv und unkompliziert, ergibt 3–4 Gläser à 200 ml.
Servings 4 Gläser
Prep Time 30 minutes
Cook Time 15 minutes
Abkühlzeit 8 hours
Total Time 8 hours 45 minutes

Equipment

  • großer Kochtopf (mind. 5 l Volumen)
  • scharfes Filetiermesser (für das Filetieren der Blutorangen)
  • Feine Zester-Reibe oder feine Reibe (optional, für den Schalenabrieb)
  • feines Sieb
  • Großer Holzlöffel oder Silikonspatel
  • Marmeladengläser mit Schraubdeckel (3–4 Stück à 200 ml, sterilisiert)
  • Kleiner Teller (im Gefrierfach vorgekühlt, für den Tellertest)
  • Trichter (optional, erleichtert das Befüllen)
  • Saubere Geschirrtücher

Ingredients
  

Für die Marmelade

  • 1 kg Blutorangen (Tarocco, Sanguinello oder Moro; vollreif; ergibt nach Filetieren ca. 700 g Fruchtfleisch)
  • 350 g Gelierzucker 2:1 (für 700 g Fruchtfleisch; auf Packungshinweis achten)
  • 30 ml Zitronensaft (frisch gepresst, ca. Saft 1 Zitrone)
  • 1 TL Schalenabrieb (von 1 Bio-Blutorange; optional, sehr fein über feine Zester-Reibe)

Instructions
 

GLÄSER STERILISIEREN

  • Drei bis vier Marmeladengläser à 200 ml gründlich mit heißem Spülwasser reinigen. Anschließend sterilisieren: entweder 10 Minuten in einem großen Topf mit sprudelnd kochendem Wasser auskochen (mit den Deckeln zusammen), oder bei 100 °C (212 °F) für 10 Minuten in den Backofen stellen. Die Gläser bis zum Befüllen heiß und sterilisiert lassen – nicht offen abkühlen lassen, sonst setzen sich erneut Keime an die Innenwände. Einen kleinen Teller ins Gefrierfach stellen – er wird später für den Tellertest gebraucht.

BLUTORANGEN FILETIEREN

  • Falls Schalenabrieb verwendet wird: Eine Bio-Blutorange gründlich waschen, trockentupfen und mit der feinen Zester-Reibe einen Teelöffel sehr feinen Schalenabrieb abnehmen (nur die orangene Schicht, nicht die weiße Innenschicht darunter, da diese bitter wird). Beiseitestellen.
  • Die Blutorangen mit einem scharfen Messer oben und unten gerade abschneiden, sodass die Frucht stabil auf dem Brett steht. Die Schale samt der weißen Innenhaut in Streifen von oben nach unten abschneiden – die Frucht soll vollständig nackt sein, kein Weiß mehr sichtbar.
  • Die nackten Früchte über eine große Schüssel halten (um den austretenden Saft aufzufangen) und die einzelnen Fruchtsegmente zwischen den Trennwänden herausschneiden – sogenanntes Filetieren. Die Kerne entfernen. Die ausgepressten Trennwände nach dem Filetieren über der Schüssel ausdrücken, um den Saft auszunutzen. Die Fruchtsegmente und der aufgefangene Saft werden gemeinsam in den Kochtopf gegeben – Zielmenge etwa 700 g.

MARMELADE KOCHEN

  • Das Fruchtfleisch und den Saft im Kochtopf mit dem Zitronensaft und – falls verwendet – dem Schalenabrieb vermengen. Den Gelierzucker 2:1 zugeben und gut umrühren, sodass sich der Zucker gleichmäßig verteilt. Die Mischung bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren zum Kochen bringen.
  • Sobald die Marmelade sprudelnd kocht (also auch beim Rühren nicht aufhört zu blubbern), die Hitze etwas reduzieren und genau 4 Minuten weiter sprudelnd kochen lassen – bei Bedarf entstehenden Schaum mit einem Löffel abschöpfen und entsorgen. Die genaue Kochzeit ist entscheidend: zu kurz, und die Marmelade bleibt flüssig; zu lang, und sie wird wässrig und kandiert.
  • Tellertest durchführen: Einen Teelöffel Marmelade auf den vorgekühlten Teller geben und 30 Sekunden warten. Mit dem Finger leicht durch die Probe streichen – sollte sie sich krauselig zusammenziehen und nicht sofort wieder zusammenfließen, ist die Marmelade fertig. Wenn sie noch flüssig wirkt, weitere 1–2 Minuten kochen und erneut testen.

ABFÜLLEN UND VAKUUM-VERSIEGELUNG

  • Die fertige heiße Marmelade sofort in die sterilisierten, noch heißen Gläser füllen – bis etwa 5 mm unter dem Rand. Mit einem Trichter geht das sauberer. Die Glasränder mit einem sauberen Tuch abwischen, falls Tropfen daneben gegangen sind, dann die Deckel sofort fest verschließen.
  • Die gefüllten Gläser sofort umdrehen und genau 5 Minuten kopfüber auf der Arbeitsfläche stehen lassen – durch die heiße Marmelade wird auch der Deckel-Innenraum sterilisiert. Anschließend wieder aufrecht stellen und vollständig auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Beim Abkühlen entsteht im Glaskopf ein Unterdruck, der den Deckel ins Glas zieht – ein hörbares ‚Plopp‘ beim ersten späteren Öffnen bestätigt die intakte Vakuum-Versiegelung.
  • Die abgekühlten Gläser mit Datum etikettieren. Klassisch zu Toast, frischen Brötchen, Croissants, Joghurt, Crêpes oder als Glasur für Tartes und Cheesecakes servieren. Eine besondere Empfehlung: ein Teelöffel über warmen Brie oder Camembert geträufelt – ein einfacher, beeindruckender Käse-Begleiter.
    Blutorangen-Marmelade

Notes

Tipps:
  • Sterile Gläser sind kein Luxus, sondern sehr wichtig – sie verlängern die Haltbarkeit von wenigen Tagen auf 6 Monate.
  • Den Tellertest ernst nehmen – das ist die zuverlässigste Methode zu erkennen, ob die Marmelade fest genug wird.
  • Schaum während des Kochens immer abschöpfen – er gibt der fertigen Marmelade sonst eine trübe Oberfläche.
  • Den Glasrand vor dem Verschließen sauber abwischen – Marmeladentropfen am Rand verhindern die saubere Vakuum-Versiegelung.
  • Das ‚Plopp‘ beim ersten Öffnen ist der Beweis: Wenn es nicht plöppt, war das Vakuum nicht intakt – im Zweifel das Glas in den Kühlschrank stellen und schnell aufbrauchen.
  • Geöffnete Gläser unbedingt im Kühlschrank lagern und innerhalb von 4–6 Wochen aufbrauchen.
Sorten-Auswahl:
  • Tarocco: süß, dünnschalig, mild – sicherste Allround-Wahl.
  • Sanguinello: aromatischer, etwas säuerlicher – persönliche Empfehlung.
  • Moro: die meisten roten Farbpigmente, intensiv dunkelrot, leicht beeriger Geschmack.
  • Gute Kombination: 2/3 Tarocco oder Sanguinello + 1/3 Moro für optimale Farbe und Aroma.
Variationen:
  • Likör-Variante: 1–2 EL Orangenlikör oder einen bitteren Aperitif am Ende der Kochzeit einrühren – ergibt eine festliche Erwachsenen-Marmelade.
  • Mit Gewürzen: eine Vanilleschote, eine Zimtstange oder 2 Sternanis während des Kochens mitkochen und vor dem Abfüllen entfernen.
  • Mit Ingwer: 1 TL frisch geriebener Ingwer ins Püree für eine wärmende Note.
  • Mit Pink Grapefruit: 80 % Blutorange + 20 % Pink Grapefruit für eine raffinierte, leicht bittere Variante.
  • Mit Granatapfelsaft: 10 % Granatapfelsaft als Ersatz für Frucht für mehr Tiefe.
Aufbewahrung:
  • Ungeöffnet bei Zimmertemperatur kühl und dunkel: bis zu 6 Monate.
  • Geöffnet im Kühlschrank: 4–6 Wochen.
  • Bei Schimmelbildung das gesamte Glas entsorgen – Schimmelsporen breiten sich unsichtbar in der Marmelade aus.
Hinweis zu Allergenen: Keine der EU-Hauptallergene enthalten – vegan, glutenfrei, laktosefrei. Manche Gelierzucker enthalten zusätzliche Konservierungsstoffe – bei Empfindlichkeit auf die Verpackung achten und gegebenenfalls einen anderen Gelierzucker oder reines Pektin verwenden.

Nutrition

Serving: 1gCalories: 30kcalCarbohydrates: 7gSodium: 1mgSugar: 7g
Calories: 30kcal
Gericht: Brotaufstrich, Konfitüre / Marmelade
Küche: Europäisch, Italienisch, Mediterran
Ernährungsform: Glutenfrei, Laktosefrei, Vegan, Vegetarisch
Schlagwort: einfach, festlich, fruchtig, Frühlingsrezepte, Geschenkideen, Haltbar, klassisch, pflanzlich, Rezepte im Glas, selbstgemacht, vegan, Winterrezepte

📌 Für wen ist dieses Rezept ideal? Blutorangen-Marmelade ist die perfekte Wahl für alle, die die kurze sizilianische Blutorangen-Saison von Januar bis März in einem Glas konservieren möchten – für Frühstücks-Enthusiasten, die ihrer Frühstückskultur eine eigene Note geben wollen, für Hobbyköchinnen und Hobbyköche, die das Einkochen von Marmelade lieben oder zum ersten Mal ausprobieren, und für Gastgeberinnen und Gastgeber, die hausgemachte Marmelade als kleines, persönliches Mitbringsel zu Verabredungen oder Einladungen verschenken. Festlich verpackt in einem hübschen Glas mit Etikett und Geschenkschleife macht sie sich auch als Hostess-Geschenk hervorragend. Durch die vegane, glutenfreie und laktosefreie Zusammensetzung passt sie zu nahezu jeder besonderen Ernährungsweise – ein universeller Frühstücksbegleiter.

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